Freiburg: „Romkritische“ Priester-Initiative ruft Bischöfe zum Ungehorsam auf

Von Andreas Gehrmann

Wie aus vertraulicher Quelle erfahren, ist kürzlich eine Erklärung zur sog. „Freiburger Handreichung“ fertiggestellt worden. In diesem Schreiben begrüßen die Initiatoren ‚Memorandum-Priester- und Diakone Erzdiözese Freiburg‘ diese  –   gegen die Lehre der römisch-katholischen Kirche verstoßende  –  Handreichung ausdrücklich.  

Foto: Dr. Bernd F. PelzGedankt wird in diesem Schreiben zudem „unserem Bischof R. Zollitsch“: „Viele Betroffene sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger“ hätten die Handreichung als ein „ermutigendes Zeichen mit Erleichterung aufgenommen“.

All jene Erz-/Bischöfe, Priester, Diakone und Laien, welche in Treue zur Kirche stehen und denen selbstverständlich eine gute pastorale Seelsorge der Betroffenen im kirchlichen Sinne am Herzen liegt, lässt man an dieser Stelle eiskalt unter den Tisch fallen.

So drückt man den Äußerungen des Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, vom 13. November im L’Osservatore Romano auch noch sein Bedauern aus, da sie nicht „einem dialogischen und communialen Verständnis von Kirche in der Welt von heute“ entsprächen.

Zum krönenden Abschluss der Erklärung werden „alle deutschen Bischöfe“ zum Ungehorsam aufgerufen: Es bestünde kein Grund, „hinter die … Perspektiven dieser Handreichung zurückzugehen“. 

Man solle „mit Entschiedenheit dem Anliegen weiterhin Rechnung tragen, das Papst Benedikt XVI. beim VII. Weltfamilientreffen in Mailand äußerte, als er den Geschiedenen in seiner Predigt zurief: Ich ermutige euch, mit euren Gemeinden verbunden zu bleiben, und wünsche mir zugleich, dass die Diözesen geeignete Initiativen ergreifen, um euch aufzunehmen und Nähe zu vermitteln.“

Liebe Freiburger Initiatoren, die Worte Benedikts XVI. gelten heute gewiss genauso wie gestern, aber die Sakramente der Kirche sind und bleiben unverhandelbar. Benedikt XVI. hätte niemals eine Initiative gewünscht, welche im Gegensatz zur Lehre der römisch-katholischen Kirche steht  –  allein der Gedanke daran ist absurd  – schließlich sprach er von „geeigneten“ Initiativen und nicht von Rebellion gegen Rom.

Quelle: http://www.kathnews.de/folgt-nun-offene-rebellion-gegen-rom-freiburger-initiative-ruft-deutsche-bischoefe-zum-ungehorsam-auf

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Stellungnahme des Forum Deutscher Katholiken zur „Priesterinitiative“ im Bistum Augsburg:

Theologisch konservativer Dachverband widerspricht modernistischer Aktion

Eine Initiative von 43 Priestern in der Diözese Augsburg geht mit dem Motto „Mit brennender Sorge“ an die Öffentlichkeit. Dieses Motto ist ein Plagiat, das der bekannten päpstlichen Enzyklika gegen den Nationalsozialismus abgekupfert ist.

Die Priesterinitiative will in einer Diskussion mit dem Diözesanbischof „Reformen in Gang bringen“. Sie geht dazu erst in die Öffentlichkeit, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Ist das guter Stil und die Voraussetzung für Gespräche? (…)

Die Priesterinitiative will geschiedene Wiederverheiratete zur Kommunion zulassen: „In unserer Diözese reichen viele Pfarrer den wiederverheirateten Geschiedenen  die Kommunion“.

Diesen Pfarrern ist bekannt, dass sie damit nicht nur gegen das Kirchenrecht, sondern auch  gegen die eindeutige Aussage Jesu verstoßen (Mt 5,31/2;19,3/9; Lk 16,18; Mk 1o.4/9).  Die Ehe ist nicht, wie die Augsburger Allgemeine vom 20.10.12 meint, nur “nach katholischem Recht“ unauflöslich, sondern nach dem Wort Christi.  

Kirche in Augsburg  (Foto: KOMM-MiT-Verlag)

Zur Lösung der Probleme spricht sich die Priesterinitiative für „synodale Strukturen“ aus:  „Da kann die evangelische Kirche durchaus Vorbild sein.“

Nur wer erfahrungsresistent ist, kann übersehen, dass die evangelische Kirche die „Entfremdung“ ihrer Gläubigen trotz synodaler Strukturen nicht verhindern konnte.  Ihr kehrten in den letzten Jahrzehnten wesentlich mehr Gläubige den Rücken zu als in der katholischen Kirche.

Aufschlussreich ist die Tatsache, dass sich kaum junge Priester der Initiative angeschlossen haben.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken