Kein Homo-Segen: Orthodoxie stimmt zu

Metropolit Hilarion (Alfejew), Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, hat für die jüngste Erklärung der vatikanischen Glaubenskongregation rund um die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare lobende Worte gefunden.

Der Vatikan hatte erklärt, dass die katholische Kirche keine Vollmacht besitze, Verbindungen von Menschen gleichen Geschlechts zu segnen. In seiner TV-Sendung „Kirche und Welt“ wies der Metropolit zuletzt darauf hin, dass in diesem Punkt die offizielle Lehre der Römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche übereinstimmten.

Zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und der christlichen Ehe bestehe ein Wesensunterschied. Deshalb könne es auch keine kirchliche Trauung oder auch nur einen Segen dafür geben, so der Metropolit. Er sprach im Blick auf gleichgeschlechtliche Paare auch von einer „sündhaften Lebensweise“.

Das schließe zugleich aber nicht die Möglichkeit aus, dass homosexuelle Menschen einzeln einen Segen empfangen, so der Metropolit. In diesem Fall habe ein Priester kein Recht, dieser Bitte nicht zu entsprechen, denn: „Wir segnen dann nicht ihre sündhafte Lebensweise, wir segnen den Menschen.“

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-03/segen-homosexuelle-paare-lob-orthodox-moskau.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Bischof Voderholzer segnete das Krankenöl, das Katechumenenöl und Chrisam

Am Montag dieser Karwoche hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Regensburger Dom St. Peter die Missa chrismatis gefeiert, in der die Weihe der heiligen Öle vorgenommen wird.

Zudem haben die anwesenden Priester aus der ganzen Diözese die Erneuerung ihres Weiheversprechens abgelegt.

Intensiv wurde das Prinzip der Stellvertretung gelebt: Die anwesenden Regionaldekane und Dekane standen für die vielen Priester im Bistum. Auch Gläubige, darunter vier junge Menschen waren gekommen. Es war bereits die zweite Missa chrismatis während der Pandemie, diesmal waren allerdings wesentlich mehr Personen anwesend als ein Jahr zuvor.

Vor der Pandemie waren zu diesem Termin traditionell die künftigen Firmlinge in den Dom gekommen. „Diesmal müssen wir wieder auf das sprudelnde Leben verzichten, das die jungen Leute sonst mitgebracht haben“, sagte Bischof Voderholzer.

Der Tag wird herbeigesehnt, an dem es wieder möglich sein wird, in der großen Gemeinschaft den Gottesdienst zu feiern: „Aber wir wollen nicht das Virus, sondern die Glaubensfreude verbreiten.“

Die Öle wurden für den Gebrauch im Bistum gesegnet. Sie sind das besondere Zeichen für die Einheit in der Diözese Regensburg. Im Anschluss an die Feier erhielten die Dekane bzw. von ihnen beauftragter Priester aus dem ganzen Bistum, teilweise von Laien unterstützt, die Öle, die sie in Gefäße füllten und in die Dekanate brachten.

Mit den Krankenölen wird bei der Krankensalbung die Hand eingerieben, wobei Sündenvergebung zugesprochen sowie um Heilung, Genesung und das Bestehen einer schwierigen Situationen wie einer Operation gebetet wird.

Das Katechumenenöl wird für Erwachsene eingesetzt, die sich auf den Empfang der Taufe vorbereiten.

Das geht auf den antiken Brauch zurück, Kämpfer für den Ringkampf zu salben. Entsprechend steht das Öl dafür, dass die Katechumenen den Glauben erringen können.

BILD: Erwachsenen-Taufe im Dom von Regensburg

Am häufigsten aber wird das Chrisamöl gebraucht: bei der Taufe als Erweiterung und Vertiefung des Übergießens mit Wasser. Es handelt sich um ein duftendes und stärkendes Oliven- sowie auch Rosenöl. In Israel wurden einst die Propheten, Priester und Könige gesalbt.

Bischof Dr. Voderholzer: „Jesus Christus ist der schlechthin Gesalbte: der Christus.“

Eingesetzt wird der Chrisam ebenfalls bei der Firmung, bei Priester- und Bischofsweihen, zudem ei der Weihe von Kirchen, konkret der Altarweihe sowie bei der Segnung der Apostelleuchter und der Apostelsteine: „Die Kirche ruht auf dem Zeugnis der zwölf Apostel auf, deshalb wird auch bei diesen Gelegenheiten gesalbt.“

Schließlich werden die Kirchenglocken ebenfalls gesalbt.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


Priester stirbt bei Rettungsaktion auf See

Der katholische Pfarrer Fernando de Lima Silva, 38 Jahre alt, starb am 13. März, als er zwei Menschen in einem See in Bezerros, Diözese Caruaru, Nordbrasilien, vor dem Ertrinken rettete.

Eine Mutter und ihr 4-jähriger Junge hatten einen Bootsunfall und kämpften darum, sich über Wasser zu halten. Berichten zufolge half der Priester, beide in Sicherheit ans Ufer zu bringen, verlor aber plötzlich die Kraft und ertrank. Die Polizei untersucht noch die Umstände.

Quelle: https://gloria.tv/post/qTLY9AbPQ1Ak19vBSWZcPLmUE


Niger: Dschihad-Terror gegen Bauern

Im Gebiet um Bomoanga an der Grenze zwischen Niger und Burkina Faso, wo in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2018 der italienische Missionar Pierluigi Maccalli von radikalislamischer Miliz entführt und der schließlich am 8. Oktober 2020 freigelassen wurde, sehen sich heute Zivilisten mit psychologischer Manipulation konfrontiert.

Wie Pater Mauro Armanino, der Bruder von Pater Maccalli, berichtet, fühlen sich viele Menschen betrogen und belogen:

„Die Dschihadisten sagten zu den Studenten, sie sollten in ihre Heimatdörfer zurückkehren, um ihre Familie zu besuchen und nun ist das Gebiet, das ihre jeweiligen Dörfer verbindet, für Lastwagen, Autos, Motorräder und Fußgänger gesperrt.

Das Geläände wurde vermint, um den Handel, den Markt und die Kontakte zwischen den Menschen zu unterbrechen. Doch vielleicht ist es auch nur eine Provokation, eine Lüge, um die Bauern weiterhin in Angst und Schrecken zu versetzen“, kommentiert der Missionarund fügt hinzu:

„Oder aber es ist die Wahrheit, weil das Sprengstoffmaterial, das auch für die Goldminen der Region verwendet wird, weit verbreitet ist, ebenso wie Waffen und andere Sprengstoffe, die in diesem Teil der Grenze zwischen Niger und Burkina Faso seit langem im Umlauf sind.“

„Es ist“, fährt Pater Mauro fort „ein Schritt weiter in der Krise, denn seit der Entführung von Pater Pierluigi ist die gesamte Region terroristischen Gruppen ausgeliefert, die Tausende von Bauern praktisch als Geiseln halten“. „Schüler und Studenten mussten an einen anderen Ort ziehen, um die Schule fortzusetzen. Dasselbe haben auch Dutzende Familien getan, die verängstigt sind und nicht mehr in der Lage, das Land in Frieden zu bewirtschaften oder Vieh zu züchten.“

Quelle: Fidesdienst


Kardinal Woelki von Vorwürfen entlastet – Wo bleibt die Entschuldigung der Kampagnisten?

Von Felizitas Küble

Seit Monaten erlebten wir in Medien und Öfentlichkeit, aber vor allem innerkirchlich einen geradezu hysterischen Feldzug gegen den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki.

Dem Kardinal wurde Vertuschung in puncto sexueller Missbrauch vorgeworfen und ihm zudem angelastet, er habe das Gutachten einer Münchner Rechtsanwaltskanzlei nicht veröffentlicht.

In Wirklichkeit hatte er rein formal-rechtliche Bedenken geltend gemacht, zumal er selber darin gar nicht belastet wurde, also persönlich kein Motiv für eine „Verschleppung“ vorlag.

Zugleich hatte Woelki hochrangige Juristen mit einem Alternativ-Gutachten beauftragt, das zudem weitaus gründlicher konzipiert war – also genau das Gegenteil von „Vertuschung“ angestrebt und durchgeführt.

Wir haben hier im CHRISTLICHEN FORUM mehrfach das Jagdtreiben gegen Kardinal Woelki deutlich kritisiert und als durchsichtiges Manöver entlarvt, das weniger von der weltlichen Presse ausging, sondern vor allem von progressiven Kreisen und Gremien innerhalb der Kirche, von linkskatholischen Initiativen, Reformer-Gruppen, Zeitgeistlichen usw. (Siehe hier unsere Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Kardinal+Woelki)

So fragt man sich also: Was trieb die aufgeregte Meute dazu an, ohne jede Beweisgrundlage einen derart polemischen Feldzug gegen den Kölner Erzbischof zu führen und dabei ständig seinen Rücktritt zu fordern, ohne wenigstens die Veröffentlichung des von ihm angekündigten Alternativ-Gutachtens abzuwarten?

Der wichtigste Beweggrund für die Kampagne dürfte in der schlichten Tatsache zu finden sein, daß sich der Kardinal kritisch über Vorgänge und Zielsetzungen innerhalb des „Synodalen Prozesses“ geäußert hat, dabei diesen suizidalen „Weg“ als Holzweg entlarvte – und deshalb bei einflußreichen Progressisten innerhalb der Kirche in Ungnade fiel.

Nachdem der Kölner Erzbischof durch das Gutachten nun von allen Vorwürfen entlastet ist, warten wir auf eine Entschuldigung all jener, die ihn nicht nur voreilig, sondern vorurteilsbeladen und höchst unfair attackiert hatten und dies, obwohl sich mit Thomas Fischer ein hochrangiger Bundesrichter mit messerscharfen juristischen Argumenten vor Woelki gestellt hatte.

Der Artikel von Prof. Richter war noch dazu im nicht gerade als konservativ verdächtigen „Spiegel“ erschienen (siehe dazu unser Bericht: https://charismatismus.wordpress.com/2021/02/06/bundesgerichtshof-jurist-fischer-kritisiert-medienkampagne-gegen-kardinal-woelki/).

Aus dem gestern veröffentlichten Gutachten geht hervor, daß sich seit 1975 im Erzbistum Köln 127 „Kleriker“ (Zwei-Drittel der Gesamtzahl) des sexuellen Missbrauchs schuldig machten. Zum Klerus zählen freilich auch die meist verheirateten Diakone.

Dutzende weiterer Fälle beziehen sich auf hauptamtliche Laien-Mitarbeiter innerhalb der Kirche, was in der öffentlichen Debatte freilich kaum thematisiert wird, zumal diese Mediendiskurse vielfach eng mit dem Kampf gegen den Zölibat verknüpft sind.

Somit ergibt sich aus dieser Aufarbeitung, daß zu den Missbrauchstätern im hohen Maße auch Laien-Theologen bzw. verheiratete Personen im kirchlichen Dienst gehören.

Die alte Leier, die immer wieder neu aufgelegt wird, der priesterliche Zölibat sei die wesentliche Ursache für sexuellen Missbrauch, ist damit erneut widerlegt. Ich habe mich in der Zeitschrift „Theologisches“ vom Oktober 2018 bereits ausführlich mit dieser Thematik befaßt.

Dieser faktenstarke Grundsatzartikel wurde auch im CHRISTLICHEN FORUM veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2018/10/09/fuehrende-experten-widerlegen-einen-zusammenhang-von-zoelibat-und-missbrauch/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet berufliche den KOMM-MIT-Verlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Warum der Zölibat dem Gottesreich dient

Von Dr. Josef Bordat

Die Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Mariendonk, Dr. Christiana Reemts OSB, schreibt am 10. März 2021 in ihrem Blog:

In den aktuellen Diskussionen ist immer wieder von „Zwangszölibat“ die Rede und es wird gefordert, diese unmenschliche Bedingung für das Priestertum endlich aufzugeben. Bei vielen Beiträgen, die ich lese, fühle ich mich persönlich angegriffen, denn ich lebe selbst in dieser Lebensform und empfinde sie nicht als ein Joch, sondern als ein Geschenk, für das ich Gott danke. Manchmal vermisse ich allerdings, dass unsere Priester sich zu dieser Lebensform bekennen und von ihrer Schönheit sprechen.

Wir müssen in unserer Kirche neu den Mut haben, davon zu sprechen, dass man auch auf ganz vitale Interessen und Begierden verzichten kann. Dazu brauchen wir ein neues Verhältnis zur Sexualität, nicht im Sinn immer weiterer Liberalisierung, sondern im Sinn tieferer Humanisierung.

Kein Mensch hat ein Recht darauf, seine sexuellen Wünsche jederzeit befriedigen zu können, egal auf wen sich sein Begehren richtet. Bei Pädophilen ist uns das klar, aber es gilt für jede Lebensform, dass Liebe immer auch den Verzicht auf das Ausleben eigener Wünsche fordert.

In unserer Kirche gibt es Menschen wie meine Mitschwestern und mich, die, um Gott und die Menschen freier lieben zu können, auf Ehe, Familie und Geschlechtsverkehr verzichten. Wir wollen damit leiblich sichtbar machen, dass wir Christus nichts vorziehen. Dieser Verzicht schenkt uns Zeit für Gebet und Bibelstudium, Zeit für andere Menschen. Wir sind dadurch keine besseren Christen als Eheleute, aber wir sind von Christus wie die Priester zu einer anderen Aufgabe berufen worden. Was ärgert unsere Gesellschaft eigentlich so maßlos daran?

Höchst eindrucksvolle Worte einer Ordensfrau, Worte, die man nicht einfach vom Tisch wischen kann in der aktuellen Debatte um Sexualmoral, Priesteramt und Zölibat. Worte, die glaubwürdig verdeutlichen: Der Zölibat ist wertvoll.

Der Zölibat ist kein Zwang, denn niemand ist gezwungen, in einen Orden einzutreten oder Priester zu werden. Einfach aufgeben sollte man den Zölibat nicht. Schon gar nicht aus den falschen Gründen.

Nachfolgend möchte ich an acht Aspekte erinnern, die für den Erhalt dieser katholischen Einrichtung sprechen – bezogen auf das Priesteramt, doch selbstredend grundsätzlich auch übertragbar auf Ordensleute. Vielleicht hilft auch die Erinnerung an diese Argumente, eine andere Perspektive auf den Zölibat einzunehmen, der dem Lebensgefühl der Äbtissin (und anderer Frauen und Männer in Ordensgemeinschaften und dem priesterlichen Dienst) eher gerecht wird.

1. Bibel

Der Zölibat lässt sich zunächst biblisch begründen. Man findet im NT die Empfehlung des Apostels Paulus, ehelos zu bleiben, wenn man die Nachfolge Christi ernsthaft antreten will (vgl. 1 Kor 7, 32-35).

Allerdings lassen sich auch Ausnahmen vom Zölibat biblisch begründen. Der erste Papst war verheiratet. Zumindest ist von einer Schwiegermutter des Simon Petrus die Rede, die von Jesus geheilt wird (vgl. Mk 1, 29-31; Lk 4, 38-39; Mt 8, 14-15). Auch andere Stellen deuten darauf hin (vgl. 1 Tim 3, 2 und 12; Tit 1, 6).

Unter Umständen waren auch weitere Apostel verheiratet, schließlich schreibt Paulus der Gemeinde von Korinth: „Haben wir nicht das Recht, eine gläubige Frau mitzunehmen, wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und wie Kephas?“ (1 Kor 9, 5).

Dagegen wiederum kann man einwenden, dass die Ehen vor der Berufung zur Nachfolge geschlossen wurden. Auch heute darf ein zum Katholizismus konvertierter Priester einer anderen christlichen Gemeinschaft verheiratet bleiben (Zölibatsdispens nach Kanon 1049, CIC).

Der Zölibat wird von Paulus vorgeschlagen, um „in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen“ zu können (1 Kor 7, 35). Grundsätzlich gilt für die Nachfolge Christi das Prinzip der Bindungslosigkeit gegenüber weltlichen Dingen: Das Loslassen, das Verlassen weltlicher Bezugssysteme (Familie, Arbeit, Heimat) steht am Beginn der Berufung (vgl. Mt 4, 18-22).

Nach kirchlicher Interpretation der Schrift hat Jesus selbst zölibatär gelebt; die Evangelien berichten nichts über eine Ehe Jesu (was sie aufgrund der Bedeutung der Ehe im Judentum mit Sicherheit getan hätten, wäre Jesus verheiratet gewesen).

2. Theologie

Es gibt darüber hinaus gewichtige theologische Argumente in der Debatte um die Bedeutung von Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit der Priester und Ordensleute. Zeichen, Charisma und Nachfolge sind die drei theologischen Hauptgründe für den Zölibat. Zunächst wird der Zölibat als Hinweis auf das Himmelreich angesehen, wo es ebenfalls keine Ehe gibt (vgl. Mk 12, 25).

Sodann wird die Ehelosigkeit als Gnadengabe betrachtet, die den Priester in besonderer Weise auszeichnet. Schließlich stehen Priester in der Nachfolge Jesu und sollen ihre Berufung durch eine möglichst enge Orientierung an Jesu Leben und Lehre zum Ausdruck bringen. Zum Leben Jesu gehört die Ehelosigkeit ebenso wie zu seiner Lehre: Ehelosigkeit „um des Himmelreiches willen“ ist einer der Evangelischen Räte (vgl. Mt 19, 12).

3. Pastoral

Es gibt darüber hinaus aber auch pastorale Gründe für den Zölibat. Ehelose Priester können sich ganz auf die Arbeit in ihrer Gemeinde konzentrieren und brauchen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit keine Rücksicht auf eine Familie zu nehmen. Sie sind unabhängig, flexibel und – in antiklerikalen Systemen – weniger leicht erpressbar.

Das ist heute in vielen Teilen der Welt höchst relevant. Ganz pragmatisch betrachtet ist es auch materiell einfacher, allein zu leben. Man braucht nur für sich zu sorgen und hat außerdem die Möglichkeit, einem Armutsideal zu folgen, das man einer Familie (insbesondere auch Kindern) nicht zumuten kann.

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: https://jobosblog.wordpress.com/2021/03/13/der-zoelibat-kein-joch-sondern-geschenk/

Dr. Bordat verfaßte mehrere Bücher, darunter Ewiges im Provisorium (2019)
Würde, Freiheit, Selbstbestimmung. Konzepte der Lebensrechtsdebatte auf dem Prüfstand (2020)


Sexueller Missbrauch: Prof. Steller warnt vor Menschenjagd und Falschbeschuldigungen

Der renommierte deutsche Aussage-Psychologe Professor Max Steller ruft die katholische Kirche dazu auf, bei ihren Bemühungen um Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch Geistliche die lebenszerstörenden Folgen von Falschverdächtigungen nicht aus den Augen zu verlieren.

In einem Beitrag für „Die Tagespost“ legt der em. Professor für Forensische Psychologie an der Freien Universität Berlin anhand eines Falls aus dem Erzbistum Köln dar, wie als subjektive wahr empfundene Scheinerinnerungen Geistliche zu Unrecht belasten können.

„Offenbar reichen ungesicherte Beschuldigungen, um verstorbene ehemalige Bedienstete an den Pranger zu stellen. In mir steigt ein beängstigendes Gefühl auf, wenn Aufdeckungseifer zur Menschenjagd mutiert“, so Professor Steller.

Quelle und weitere Infos hier: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/psychologe-aufdeckungseifer-mutiert-zu-menschenjagd;art4874,216130


Der heilige Moses bekehrte die Sarazenen

Die katholische Kirche verehrt auch die Gerechten des Alten Bundes, im überlieferten Ritus wurden einige von ihnen sogar im liturgischen Hochgebet erwähnt (z.B. Abraham, Melchisedeck). Zu diesen Vorbildern aus dem Judentum gehört auch Moses, Prophet und Führer der Hebräer.

Es gibt aber auch einen heiligen Moses aus der nachbiblischen Zeit, dessen Gedenktag die katholische und auch die orthodoxe Kirche heute – am 7. Februar – feiert. Er lebte als Einsiedler in der Region Rhinocolura in Ägypten, wurde zum Priester und Bischof geweiht.

Er bestand darauf, nicht vom Erzbischof von Alexandria geweiht zu werden, weil dieser ein Arianer war (und somit die Gottheit Christi leugnete), sondern von einem rechtgläubigen katholischen Bischof aus Ägypten, der von Arianern ins Exil verjagt wurde. Moses starb um 390 in Ägypten.

Er, der wahrscheinlich selber von den Sarazenen abstammte, ging als Glaubensbote zu diesem nordafrikanischen Nomadenstamm und führte viele von ihnen zu Christus. Beim Namen „Sarazenen“ denken wir gleich an islamische Araber des frühen Mittelalters, aber dieser Ausdruck wurde auf sie übertragen.

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CHRISTUS ist Priester auf ewig nach der Ordnung des Melchisedek

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hebr 7,1-3.15-17.

Melchisedek, König von Salem und Priester des höchsten Gottes; er, der dem Abraham, als dieser nach dem Sieg über die Könige zurückkam, entgegenging und ihn segnete und dem Abraham den Zehnten

von allem gab; er, dessen Name „König der Gerechtigkeit“ bedeutet und der auch König von Salem ist, das heißt „König des Friedens“; er, der ohne Vater, ohne Mutter und ohne Stammbaum ist, ohne Anfang seiner Tage und ohne Ende seines Lebens, ein Abbild des Sohnes Gottes: dieser Melchisedek bleibt Priester für immer.
Das ist noch viel offenkundiger, wenn nach dem Vorbild Melchisedeks ein anderer Priester eingesetzt wird, der nicht, wie das Gesetz es fordert, aufgrund leiblicher Abstammung Priester geworden ist, sondern durch die Kraft unzerstörbaren Lebens.
Denn es wird bezeugt: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.


Bischof Genn will die Stellung der Priester schwächen und die „Laien“ stärken

Von Felizitas Küble

Die Westfälischen Nachrichten haben am 11. Dezember 2020 ein Interview mit Bischof Dr. Felix Genn veröffentlicht. Der Oberhirte des Bistums Münster wird darin gefragt, ob die Kirche in der Lockdown-Debatte genügend präsent gewesen sei.

„Das vermag ich nicht zu sagen“, antwortete er und fügte hinzu: „Vielleicht werden wir im nachhinein noch einmal genau untersuchen, ob wir uns da oder dort noch stärker hätten einbringen müssen.“

Während Bischof Genn (siehe Foto) eher verhalten und verschwommen reagiert, wenn es um das überfällige Kehren vor der eigenen kirchlichen Haustür geht, wenn ehrlicher Klartext zu den offensichtlichen Versäumnissen in Coronazeiten angesagt wäre, wird er viel deutlicher, wenn er in weiter Ferne aufräumen kann, zumindest verbal:

„Es bedrückt mich sehr, unter dem nun abgewählten Präsidenten eine Schwächung der Demokratie in Amerika miterleben zu müssen und solche Machthaber wie Trump oder auch Putin zu erleben.“

Das klingt angepaßten Medienkonsumenten und Zeitgeistsurvern wunderbar in den Ohren, erst recht, wenn Felix Genn noch hinzufügt, als moderiere er gerade die ARD-Tagesthemen: „Es nimmt mich zugleich sehr mit, dass es soviel Populismus bei uns gibt.“

Den Kirchenmann bedrückt also die angeblich unter Trump „geschwächte“ (wie und wo und warum?!) Demokratie in den Vereinigten Staaten, er vergleicht den amerikanischen Präsidenten kurzerhand mit dem russischen Autokraten Putin und ist zudem noch „mitgenommen“ vom Populismus – alles fernsehübliche Sprüche, die auch von den Grünen stammen könnten.

Da paßt es dann, daß Genn das „Sterbehilfe“-Urteil des Bundesverfassungsgerichts pro Suizid nur „sehr bedenklich“ findet, dabei ist es ethisch und politisch eine komplette Katastrophe, ein Ärgernis sondergleichen, das sogar Liberale hierzulande in Erstaunen versetzte und Ärzteverbände die Stirne vernehmlich runzeln ließ.

Wie man aus der Not eine Tugend macht, können wir vom Münsteraner Bischof lernen, an Sprechblasen dazu fehlt es nicht:

„Ich habe in der Coronazeit unglaublich viel an Kreativität und Engagement in den Gemeinden erleben dürfen….Von Jung bis Alt sehe ich viel Aktivität und solidarisches Miteinander…“ – Wie wunderbar, bloß die Gläubigen haben davon seltsam wenig mitbekommen.

Die Krönung des Zeitungsgesprächs ist aber seine Demontierung des Priesterstandes.

Nachdem der Bischof im Zuge der Pfarreien-Fusionen massenhaft Pfarrer, die vorher kirchenrechtlich voll installiert waren, gleichsam zu Hilfspriestern degradierte (die lediglich noch den Ehrentitel „Pastor“ tragen), lamentiert er nun munter drauflos:

„Wenn weniger Leitende Pfarrer im Dienst sind, müssen wir schauen, wie wir alternative Leitungsformen entwickeln.“

Das vom Bischof bewußt und systematisch vorangetriebene Verringern von leitenden Pfarrern wird jetzt als Vorwand benutzt, um die Priester noch weiter von ihren Führungsaufgaben zu verdrängen, die ihnen als „Vater“ der Gemeinde von Amts wegen zukommen.

Damit Gemeinden „lebendig“ blieben, müsse jetzt eine „Sensibilisierung der Laien für ihre Aufgaben einhergehen„, betont der Münsteraner Oberhirte.

Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Wer es immer noch nicht begriffen hat, wird mit dem nächsen Satz von Genn eines Schlechteren belehrt: „Ich möchte von der Vorstellung abrücken, als ob alles daran hinge, dass es einen Priester gibt, auf den sich alles konzentriert.“

Ob eine Gemeinde „lebendig“ sei, hänge nicht nur vom Pfarrer ab, sondern „genauso(!) von den „übrigen“ (!) „Seelsorgerinnen und Seelsorgern“ sowie den ehrenamtlich Engagierten.

Alles klar? „Seelsorgerinnen“ (wie bitte?!) und sonstige Laien sind „genauso“ wichtig für die Kirchengemeinde wie der Pfarrer selbst?!

Soviel zum „Kirchenbild“ dieses ganz besonderen Oberhirten, der seine Kirche mehrfach flapsig als „Laden“ bezeichnete (sogar in seinem amtlichen Fastenhirtenbrief 2019), womit er seinem progressiven Hofhistoriker Hubert Wolf aufs Wort folgte. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/03/10/bischof-genn-bezeichnet-die-kirche-amtlich-als-laden-erneut-kein-wort-von-der-beichte/)

Auf die Frage nach den „viri probati“ – also den in Beruf und Familie bewährten Männern, die zu Priestern geweiht werden könnten – antwortet Genn „zurückhaltend“, wie er sagt. Aber da freue man sich nicht zu früh, denn seine Begründung lautet: „Weil ich zunächst die Laien stärken will.“

Klar, bei soviel angesagtem Laientum sind Priesterfragen – wie herum auch immer – eine zu vernachlässigende Angelegenheit.

Sodann erklärt er weiter: „Ich warte die Entwicklung ab und bleibe offen für alle Fragen“.

Anscheinend kennt der Bischof immer noch nicht den uralten Sponti-Spruch: „Wer nach allen Seiten offen ist, der ist nicht ganz dicht.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt