Frankreich: Brandstifter ermordete Priester

Der Täter wurde 2016 vom Papst empfangen

Die Polizei hat in der westfranzösischen Gemeinde Saint-Laurent-sur-Sèvre am Montag einen Afrikaner festgenommen, der einen Geistlichen ermordet haben soll. Der 40-j. Mann aus Ruanda habe sich gestellt und die Tat gestanden.

Gegen den Mann war bereits wegen des Brandes in der Kathedrale von Nantes im Sommer 2020 ermittelt worden. Gegen ihn habe eine Ausweisungsverfügung vorgelegen.

Im vergangenen Sommer waren in Frankreich bei islamistischen Anschlägen in Kirchen mehrere Personen ermordet worden. In der nordfranzösischen Stadt Saint Etienne du Rouvray töteten zwei Bewaffnete einen Geistlichen. Im südfranzösischen Nizza ermordete ein Tunesier in einer Kirche im Oktober 2020 drei Menschen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2021/kirchenbrandstifter-toetet-priester/

Weitere Information:
Der Täter Abayisenga ist im Jahre 2016 von Papst Franziskus in einer Gruppe „sozial ausgegrenzter“ Personen aus Nantes empfangen worden. (Siehe bei dieser Nachricht die letzte Zeile: https://www.rnd.de/panorama/frankreich-mord-an-franzoesischem-priester-fassungslosigkeit-und-wut-7BQO5BPPJ5GHXCONVAULEL54KQ.html)

Gemälde: Evita Gründler


Kath. Kirche in den USA: Junge Priester im Spannungsfeld von Gewissen und „Gehorsam“

Von Dr. Edith Breburda

Es gibt viele Pfarrer in den USA, darunter vor allem jüngere Geistliche, die theologisch konservativ denken oder sogar besonders der kirchlichen Tradition verbunden sind, etwa durch die Zelebration der überlieferten Messe.

Doch gerade dies ist es, was einige progressive Bischöfe erzürnt, vor allem, wenn diese Priester sich kritisch mit der Gender- und Abtreibungspolitik der Biden-Administration befassen oder skeptisch über die staatlich-kirchlichen Restriktionen im Gottesdienst äußern.

Solche engagierten Priester sind den zeitgeistlichen Oberhirten ein Dorn im Auge – und so bekommen diese meist jüngeren, unangepaßten Pfarrer womöglich einen Anruf von ihrem Oberhirten, der ihnen kurzerhand mitteilt, dass sie ihre Koffer packen sollen. Es bleiben ihnen nur wenige Tage, um ihr Pfarrhaus zu räumen. Was haben diese so rigide bestraften Diener Gottes verbrochen, fragt man sich...

Ein Paradebeispiel dafür ist Pfr. James Altman (siehe Foto). Er hatte bis zum 8. Juli 2021 seine Gemeinde im idyllischen La Crosse (US-Bundesstaat Wisconsin) zu verlassen – dort, wo Präsident Biden vor ein paar Tagen weilte, um sich unweit von Altmans Pfarrei eine Eiscreme zu kaufen. Was soll man auch anders in Milchland der USA konsumieren?

Der Präsident war bestimmt nicht gekommen, um den Wallfahrtsort von „Our Lady of Guadalupe“ aufzusuchen, den Kardinal Burke in der Stadt am Mississippi errichtet hatte, als er selbst noch Oberhirte der Diözese von La Crosse war, die dem Hl. Josef geweiht ist.

Ein berühmter Sohn des Bistums ist der von Papst Franziskus am 18. November 2017 selig gesprochene Kapuzinerpater Solanus Casey. Er widmte sein Leben den Gläubigen und wurde geliebt, weil es immer ein Ohr für sie hatte. Er verstand sie und teilte vollen Herzens ihre Sorgen, egal, zu welcher Zeit die Menschen bei ihm anklopften.

Der selige Pater Solanus demonstrierte, dass ein gewöhnlicher Mann aus dem Glauben heraus katholische Werte von Generation zu Generation weitergeben kann.

Dies ist ein Anliegen, welches gerade junge Priester in den USA inspiriert. Deshalb ist es für sie unverständlich, dass ihre Oberhirten sie fallen lassen, wenn sie versuchen, die Lehre der katholischen Kirche entschlossen zu verkündigen, sei es gelegen oder ungelegen.

Dabei hat Kardinal Leo Burke den wunderschönen Wallfahrtsort, „Our Lady of Guadalupe“ auch deshalb errichtet, um hierdurch der Ungeborenen zu gedenken. (Siehe das hier abgebildete Denkmal der Mutter mit den kleinen Säuglingen auf ihrem Arm im Park der Pilgerstätte.)

Und rufen nicht auch die Evangelikalen seit langem dazu auf, den Kindermord an den Ungeborenen zu beenden?! Sie sind es vor allem, die von einer lauen, schläfrigen Kirche sprechen, die es nicht wagt, gegen die heutigen verhängnisvollen Praktiken anzugehen.

Vehement prangern gläubige Christen an, dass ein Präsident, der nichts für das Lebensrecht der Ungeborenen tut, sondern dieses weiter unterhöhlt, ein Skandal auf zwei Beinen ist. Sie fordern, dass die Kirchenmänner tapfer auftreten und das Lebenrecht ohne Angstanfälle verteidigen.

Mutter Theresa sah bereits 1979 in ihrer Friedensnovelpreis-Rede die Abtreibung als den größten Zerstörer des Friedens an.

Es ist nicht verwunderlich, dass junge Geistliche dem Stillschweigen der liberalen Oberhirten Einhält gebieten und von der Kanzel aus das verurteilen, was viele ihre Mitbrüder um des lieben bzw. faulen Friedens willen tolerieren. Diese Priester, die nicht mit den Wölfen heulen, riskieren jedoch, durch ihre klaren Predigten von heute auf morgen von ihrem Priesteramt suspendiert zu werden.

Ein Anruf des Bischofs und Pfarrer Altman erging es wie so vielen seiner mutigen Mitbrüder, denen vorgehalten wird, sie würden mit ihrer klaren Linie „ihre Gemeinde spalten“. Dieser Vorwurf ist leicht bei der Hand, zumal wenn sich ein Priester in einer Predigt deutlich ausdrückt und dabei nicht jedes Wort vorher genau abwägt.

James Altman ist ein ausgebildeter Jurist, der 12 Jahre in seiner Kanzlei tätig war und danach Kirchenrecht studierte. Dank seiner Vorbildung weiß er vermutlich, wie er sich kirchenrechtlich verteidigen kann. Dem Vernehmen nach hat er Rekurs (Beschwerde) gegen seine Amtsenthebung in Rom eingelegt.

BILD: Die Kirche von La Crosse, der Pfarrgemeinde von Pfr. Altman

Nun kann er aber zusehen, was mit seinen 90-jährigen Eltern geschieht, die bei ihm im Pfarrhaus gewohnt haben. – Neben seiner riesengroßen Dogge müssen sie nun alle die Pfarrgemeinde verlassen.

Bischof William Patrick Callahan hat Pfarrer Altman mit der Amtsenthebng zugleich die Ausübung einiger priesterlichen Vollmachten entzogen. Er darf die Hl. Messe nur noch alleine (bzw. lediglich im Beisein der Eltern) feiern und erhielt ein Predigtverbot. Er darf keine Sakramente spenden und muss sich einer 30-tägigen Einkehr unterziehen, damit er sozusagen mit sich selbst ins reine kommt.

Er muss innerhalb der Diözese wohnhaft bleiben und sich regelmäßig mit dem Generalvikar treffen. Wenn der Priester den Auflagen nicht nachkommt, wird der Bischof weitere Sanktionen erteilen. (1)

Doch viele Gälubige im mittleren Westen der USA stehen auf und stellen sich hinter ihre gemaßregelten Priester. „Jemand, der Abtreibung duldet, kann keine Kommunion erhalten. Er gibt ein Ärgernis“, sagt Liz Yore zur Debatte um Biden; sie ist die Human Rights Anwältin, Aktivistin und Gründerin von „Yore Children.

„Katholiken haben genug von Regierungen, welche die Religionsfreiheit massiv beeinträchtigen. Genug ist genug, wir lassen uns das nicht mehr gefallen“, berichtet eine sichtlich erregte Dame in dem Video des Blogs Choosing-Him vom 7.7. 2021 (2)

Der amerikanische Bischof Joseph Strickland hat Pfarrer Altman inzwischen grundsätzlich verteidigt, seinen Kampf gegen Abtreibung gewürdigt, ihn aber zugleich aufgefordert, dem Bischof gegenüber gehorsam zu sein, weil das nun einmal die Pflicht eines Priesters sei. (3)

Quellenhinweise:

  1. https://www.complicitclergy.com/2021/07/08/breaking-bishop-callahan-cancels-fr-altman/
  2. https://choosing-him.blogspot.com/2021/07/brave-young-cadre-of-priests-fighting.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+choosing-him+%28……..Choosing-Him%29
  3. https://m.youtube.com/watch?v=yjk7AVuk0EA

Ein Priester gegen Hexenwahn: Friedrich Spee

Der deutsche Jesuit Friedrich Spee verfasste 1631 die erste katholische Schrift, die Einwände gegen Hexenverfolgung und Folter erhob. Zugleich war er Lyriker und ist bis heute mit Liedern im „Gotteslob“ vertreten. Der Kirchenhistoriker Frank Sobiech beschäftigte sich mit der Figur des herausragenden Ordensmannes.

Mehrere zehntausend Menschen in Europa starben in der frühen Neuzeit als vermeintliche Hexen oder Zauberer. Die meisten von ihnen gaben unter Folter jede ihnen zur Last gelegte Anschuldigung zu. Ihren Höhepunkt erreichten die Hexenprozesse im frühen 17. Jahrhundert, und der Jesuit Friedrich Spee (1591 – 1635) war ein Zeitgenosse dieser Welle.

Hexenprozesse im Heiligen Römischen Reich liefen nicht vor Kirchentribunalen, sondern vor weltlichen Gerichten. Jedes Territorium hatte eine eigene Gerichtsbarkeit. Spee beschäftigte sich also mit weltlichem Recht.

Vor allem aber war es seine seelsorgerliche Erfahrung mit Frauen und Männern, die der Hexerei angeklagt waren, die in sein Werk „Cautio Criminalis“ einflossen. In diesem Buch übte der Moraltheologe als erster gewissermaßen innerkirchliche Kritik an der Praxis, den der Hexerei Angeklagten Geständnisse mit Folter abzupressen.

„Er beschäftigte sich insbesondere mit dem Amt des Beichtvaters, und sein Eindruck war, dass die Beichtväter auf die Pönitenten nicht hörten“, erklärt der Paderborner Kirchenhistoriker Frank Sobiech. „Sie ließen sich das, was das Gericht festgestellt hatte – und das war gemeinhin ein Schuldspruch – von den Pönitenten wiederholen, ansonsten erteilten sie keine Absolution.“

BILD: Kirchenhistoriker Dr. habil. Frank Sobiech aus Paderborn

Standen die Beichtväter also grundsätzlich auf der Seite der weltlichen Justiz und versuchten, mit ihren Mitteln die Angeklagten, meistens Frauen, zu einem Geständnis zu bewegen? – Der Historiker: „Man kann schon sagen, dass es einen gewissen Konsens zwischen Politik und Kirche gab in der Frage der Hexenprozesse.“

Sobiech hat als Habilitation ein umfangreiches Buch über Friedrich Spee vorgelegt und tief in den Archiven gegraben. Dass der Jesuit und Theologe tatsächlich in Paderborn in den Kerkern war und der Hexerei Angeklagte seelsorgerlich betreute, war manchmal angezweifelt worden  – der Historiker kann diese Tatsache in seiner Schrift jedoch belegen.

Im Kontakt mit diesen Angeklagten, die Folter und Tod gewärtigten, reiften in Spee Ansichten heran, die sich von denen anderer Gefängnisseelsorger abhoben.

Viele Beichtväter nämlich hatten – in einem allerdings dezidiert voraufklärerischen kulturellen Rahmen – ebensowenig wie die Richter den Anspruch herauszufinden, ob die Frau oder der Mann vor ihnen wirklich „eine Hexe“ oder „ein Zauberer“ war.

Die Priester begnügten sich laut Sobiech überwiegend damit, „dass die Pönitenten bedingungsweise Hexerei gebeichtet haben. Das heißt: Sollte ich Hexerei betrieben haben, dann bereue ich dies und werde mich bessern“. Zwar seien die harten Seelsorger, die in der Beichte direkt das Geständnis wiederholt haben wollten, wohl in der Minderzahl gewesen. „Aber die meisten Beichtväter dürften sich in das System eingefügt haben. Beichtväter wie Spee, die Widerstand leisteten, waren die Ausnahme.“

Spee legte seine Kritik an den Hexenprozessen in seinem Buch „Cautio Criminalis“ vor, das 1631 anonym erscheinen musste. Allerdings äußerte der Moraltheologe seine Einwände gegen die Folter auch in Vorlesungen an der Universität Paderborn.

Wie heikel das innerkirchlich war, zeigt die Tatsache, dass er daraufhin im Orden angeschwärzt wurde, wobei einige Mitbrüder ihn auch unterstützten und sogar der Ordensgeneral Muzio Vitelleschi seine Hand über ihn hielt, betont Sobiech.

Allerdings: Seinen Lehrstuhl verlor Spee, und zu den letzten Gelübden zugelassen wurde er auch nicht – aufgrund seiner Kritik an den seelsorgerlichen Gepflogenheiten gegenüber „Hexen“. Sein Werk aber trug Früchte.

„Man kann sagen, dass die Cautio Criminalis von Spee wesentlich dazu beigetragen hat, die Hexenprozesse zu beenden“, erklärt der Historiker. Mit einer Art innerkirchlichem Widerstand verhalf der Ordensmann Spee seiner Kirche zur Überwindung einer grausamen, unmenschlichen und unchristlichen Praktik.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2021-05/friedrich-spee-jesuit-hexenverfolgung-folter-frank-sobiech.html

WEITERER BERICHT auf dem Portal der Görres-Gesellschaft in Rom: https://www.goerres-gesellschaft-rom.de/news-termine/aus-aller-welt/1710-kampf-gegen-den-mainstream-des-hexenwahns-friedrich-spee.html


Fronleichnam im Freien mit Blumenteppichen und kleinen Prozessionen

Von Felizitas Küble

Leider sind diesmal am Hochfest Fronleichnam die meisten Prozessionen in den katholischen Gemeinden ausgefallen – wie es scheint, hat sich der Trend vom Vorjahr damit noch verstärkt.

Interessanterweise läuft es in den USA genau anders herum: Dort nehmen die Prozessionen an „Corpus Christi“ (der dortige Fest-Name) zu. Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2021/06/03/fronleichnams-prozessionen-in-deutschland-ade-aber-in-den-usa-fangt-es-richtig-an/

Vielfach gab es hierzulande nicht einmal eine Festmesse unter freiem Himmel, obwohl das gerade in Coronazeiten weitaus sinnvoller wäre als in einem geschlossenen Kirchengebäude.

Noch verwunderlicher ist die vielfache Verringerung der hl. Messen ausgerechnet an diesem Feiertag.

Freilich haben wir auch von erfreulichen Ausnahmen erfahren.

So wurden z.B. in Hanau in der Pfarrei St. Elisabeth drei Festgottesdienste zelebriert.

Zudem gab es wenigstens eine Mini-Prozession mit Priester und Meßdiener durch einige Straßen der Gemeinde, wie unser Gast-Autor, der kath. Familienvater Hans-Michael Müller berichtet, der auch diese beiden Fotos beisteuerte.

Das erste Bild zeigt den erwähnten Umgang, das zweite die hl. Messe im Freien mit einem schönen Blumenteppich vor dem Altar.

In einer Vorort-Landgemeinde in Münster feierte der Priester das Fronleichnamsfest mit seiner Gemeinde im eigenen großen Pfarrgarten auf dem Rasen (siehe Foto).

Immerhin hatten etwa 60 Leute bei gutem Abstandhalten Platz gefunden. Leider fehlte auf dem Altar ein sichtbares Kreuz.

Unsere langjährige Autorin und Familienmutter Cordula Mohr begab sich am Donnerstag wieder nach Haus Assen in Ostwestfalen.

Das imposante Schloß im Lippetal liegt idyllisch in wunderbarer Landschaft und ist zugleich ein Exerzitienzentrum mit vielseitigen Angeboten, das die Geistlichen der SJM (Servi Jesu und Mariens) betreuen.

Hier wird die hl. Messe sowohl im alten wie auch im neuen Ritus jeweils sehr würdig gefeiert – und häufig wie hier auf dem weitläufigen Schloßplatz.

Wer uns von seinen eigenen Fronleichnams-Erfahrungen und Eindrücken berichten möchte, ist herzlich zu Leserkommentaren eingeladen – oder kann sich gerne direkt an mich wenden, vor allem mit Fronleichnams-Fotos: felizitas.kueble@web.de


Zur aktuellen Debatte: Die Segnung gehört zu den Sakramentalien der Kirche

Von Prof. Dr. Johannes Stöhr

Vor allem in lateinamerikanischen Ländern ist das Apostolat der Segnungen sehr verbreitet. Auch außerhalb der Kirchen und Kapellen suchen dort viele Gläubige mit erstaunlichem Eifer den priesterlichen Segen bei besonderen Familienereignissen und Festtagen, für ihre Wohnungen und Arbeitsgeräte.

Bei uns sind allerdings viele der traditionellen Segnungen und Bräuche vergessen, noch mehr als der Besuch der hl. Messe am Sonntag. Dem Niedergang entgegenzuwirken, ist eine wichtige pastorale Aufgabe.

Verschiedene Pressemeldungen berichteten demgegenüber von absonderlichen Segnungen von Homo-Paaren durch kirchliche Amtsträger. Nuntius Nikola Eterović erklärte in diesem Zusammenhang:  Auch Theologieprofessoren „müssen sich danach richten, was die Kirchenlehre sagt, und die ist zum Beispiel nachzulesen im Katechismus“[1].

So gibt es immer wieder aktuellen Anlass, die Lehre der Kirche zu Segnungen und Sakramentalien Erinnerung zu rufen.

Definition

Segnen, benedicere‚ bedeutet schon vom Wort her, von jemandem Gutes reden, loben, preisen. Sinn und Bedeutung von Segnungen oder Sakramentalien sind ausführlich im kirchlichen Rechtsbuch definiert und im Katechismus behandelt.

Christus selbst segnete die Kinder, die Kranken, ja die Aussätzigen; er segnete Brote und Fische, segnete Wasser und wandelte es in Wein. Mit seinem Segenswort hat er Dämonen ausgetrieben, ja selbst Tote erweckt (Mt 10,8; Mk 6,7). Und so wirkten auch die Jünger (Mk 6,13); der Herr ließ sie über jedes gastliche Haus den Frieden herabrufen (Mt 10,12 f.).

BILD: Bischof Rudolf Voderholzer segnet betagte Jubiläums-Ehepaare im Regensburger Dom

Die Kirche sollte nach dem Willen Christi sein Heilswirken auch in den Segnungen fortsetzen und so segnet sie die Menschen in ihren vielfältigen Lebenssituationen, ihre Werkzeuge und Güter und heiligt Personen zum Gottesdienst.

Segnungen gehören zu den Sakramentalien[2]. Schon das Wort verweist auf den Zusammenhang mit den Sakramenten. Der theologische Begriff findet sich sehr deutlich auch systematisch erklärt bei Petrus Lombardus[3], Wilhelm von Auvergne († 1249) und Thomas von Aquin.

Sie stellen eine breite Fülle sehr verschiedener Lebensäußerungen der  Kirche dar und sind Ausdrucksformen des fürbittenden Gebetes der Kirche. Sie umgeben gewissermaßen die Sakramente und verlängern diese in den Alltag der Christen hinein. Manche haben auch einen direkten Bezug auf einzelne Sakramente (z.B. auf die Taufe).

Ausführlich handelt das kirchliche Rechtsbuch von den Sakramentalien[4] und bringt eigens eine klare Definition: „Sakramentalien sind heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen, besonders geistlicher Art, bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden“[5]. Damit wird ein Konzilstext wiederholt[6].

Auch der Katechismus der katholischen Kirche kommt mehrmals auf den Begriff zu sprechen[7]: „Als Sakramentalien bezeichnet man die von der Kirche eingesetzten heiligen Zeichen, die dazu bestimmt sind, die Menschen auf den Empfang der Frucht der Sakramente vorzubereiten und die verschiedenen Lebensumstände zu heiligen“[8].

BILD: Kardinal Leo Burke empfängt in Wisconsin den Primiz-Segen eines Neupriesters

Der Katechismus definiert und stützt sich dabei auf das  Konzil[9]: „Außerdem hat die heilige Mutter Kirche Sakramentalien eingesetzt. Diese sind heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen besonders geistlicher Art bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden.

Durch diese Zeichen werden die Menschen bereitet, die eigentliche Wirkung der Sakramente aufzunehmen; zugleich wird durch solche Zeichen das Leben in seinen verschiedenen Gegebenheiten geheiligt“.

Wirksamkeit von Segnungen

Sakramentalien fördern die Frömmigkeit mit den ihnen eigenen Riten und ihr Vollzug bedeutet ein verdienstliches gutes Werk. Doch wirken sie nicht aus sich heraus. Sie sind religiöse Vollzüge, aber nicht schon kraft des äußeren Zeichens direkt gnadenwirksam wie die Sakramente. Ihre Kraft kommt ihnen fürbittweise zu durch das Weihegebet der Kirche, und den damit verbundenen Glauben und das Vertrauen des einzelnen Spenders und Empfängers.

Auch die subjektiven Bemühungen des Spenders oder Empfängers sind wesentlich mitbestimmend für ihre Wirksamkeit.

Sakramentalien verleihen keine heiligmachende Gnade, können jedoch zur Vermehrung der Gnade disponieren. Sie wirken zwar nicht schon aus einer von Christus selbst eingestifteten übernatürlichen Wirkkraft des heiligen Zeichens, ex opere operato, und auch nicht einfach nur in Abhängigkeit von Vollzieher oder Empfänger; sie wirken jedoch grundsätzlich kraft kirchlicher Vollmacht durch die Fürsprache der Kirche, die ja als Braut Christi stets heilig ist (ex opere operantis ecclesiae).

BILD: Auch bei der kirchlichen Hochzeit wird das Brautpaar gesegnet

Eine Verleihung aktueller Gnaden geschieht durch die Sakramentalien nicht unmittelbar; die Kirche kann nicht einem äußeren Zeichen die Kraft geben, Sünden oder Sündenstrafen nachzulassen. Sie können vielmehr nur indirekt, dispositiv, zur Verleihung aktueller Gnaden beitragen[10].

Die Sakramentalien haben ihre Kraft aus ihrem andächtigen Gebrauch, sie regen die Empfänger zu frommer Disposition auf die Gnade an, haben aber vor allem durch das Gebet der Kirche eine besondere Kraft der Fürbitte vor Gott, die grundlegend ist für die eigene Bemühung der Gläubigen. Bei fehlender Disposition sind die frommen Formulierungen ungültig. Es fehlt die wie bei den Sakramenten erforderliche Intention, kirchliches Tun zu vollziehen.

Die Sakramente und die Sakramentalien sind einander äußerlich ähnlich, aber dennoch wesensverschieden. Sakramente haben ihre Kraft unmittelbar vom Christus, ihr eigentlicher und unmittelbarer Spender ist Christus selbst; die heilbringenden Geheimnisse des Lebens und Sterbens Christi haben in den Sakramenten eine neue geheimnisvolle Wirklichkeit, die in jedem Raum und zu jeder Zeit zugänglich ist.

Im Sakramentale ist die Wirklichkeit Jesu Christi nicht in derselben Weise gegenwärtig, sondern die Kirche als fürbittende und weihende. Sakramentale Segnungen nicht direkt vom Allmachtswort des Erlösergottes, sondern von den Gebeten und der Fürsprache der Kirche getragen und deshalb nicht so wirkungsmächtig wie ein Sakrament, aber weit wirkmächtiger als Privatgebete des einzelnen Christen. Aktuelle Gnaden können von ihnen kommen und Böses verhindert werden.

Sie gehen auch auf viele zeitliche und irdische Güter, insofern diese Mittel sind zur Erreichung der ewigen Güter. Zugleich bereiten Sie den Weg für die Sakramente zu deren fruchtbarer Wirksamkeit.

Einige Weihen werden ein für alle Mal gespendet und nie wiederholt, wenn Personen Christus und dem Dienst der Kirche geweiht werden bzw. Orte und Gegenstände für den liturgischen Gebrauch[11]. Was einmal durch Weihe oder Segnung für den Gottesdienst geweiht oder gesegnet worden ist, darf nicht zweckentfremdet werden[12]; es kann seine Weihe wieder verlieren, z.B. auch durch ein Dekret der zuständigen kirchlichen Autorität.

Verschiedene Arten von Sakramentalien

Es gibt sehr verschiedene Arten von Sakramentalien: Weihen und Segnungen, Exorzismen, Prozessionen und Rituale; sie umfassen sowohl Personen als auch Gegenstände. Heiligung im strengen Sinne betrifft natürlich nur Personen.

Man kann Benediktionen, konstitutive und invokative Sakramentalien unterscheiden. Konstitutive Segnungen sind teilweise dem Bischof reserviert. Die invokativen Segnungen rufen allgemein den göttlichen Segen über Personen oder Dinge herab.

Sie sind von der Kirche „in einer gewissen Nachahmung der Sakramente“ eingesetzt. Es sind entweder Dinge (Weihwasser, Ölweihe, konsekrierter Altar) oder Handlungen. Sie werden aber auch außerhalb der Sakramentenspendung angewandt. Eine Person oder Sache wird durch die konstitutive Segnung, die mit einer Salbung verbunden ist,  dauernd dem profanen Gebrauch entzogen und dem Dienste Gottes geweiht bzw. (objektiv) heilig (Segnung von Glocken, Kirchen, Altarweihe, usw.).

Konstitutive Segnungen sind jene, die eine Person zu einer objektiv geheiligten machen. (Ordensprofess, die sog. niederen Weihen vor der Spendung der Priesterweihe, Abtsweihe, Jungfrauenweihe)[13]. Exorzismen können Sachen oder Personen betreffen.

Kirchliche Vollmachten

Das Maß der Wirksamkeit von Segnungen hängt nicht zuletzt auch von der jeweiligen Vollmacht des Spenders ab, die recht verschiedenartig sein kann. Dem Priester sind im offiziellen Rituale[14] die unterschiedlichsten Gebete und Segensformeln anvertraut; er handelt im Namen und mit direktem Auftrag der Kirche; einige Segnungen sind dem Bischof reserviert. Beim Tischgebet kann der Familienvater das Brot segnen.

Einige Sakramentalien gehen auf Christus selbst zurück (z. B. die Fußwaschung). Der Spender eines Sakramentale muss die jeweils nötigen kirchlichen Vollmachten haben[15]. Im Benediktionale ist im Einzelnen festgelegt, wer als Spender in Frage kommt.

 „Neue Sakramentalien einführen oder anerkannte verbindlich auslegen, einzelne von ihnen abschaffen oder verändern, kann allein der Apostolische Stuhl“[16].  „Bei der Vornahme bzw. der Spendung der Sakramentalien sind die von der kirchlichen Autorität gebilligten Riten und Formeln genau einzuhalten“[17].

Abstufung der Spendervollmachten

„Je mehr eine Segnung das kirchliche und sakramentale Leben betrifft, desto mehr ist ihr Vollzug dem geweihten Amt vorbehalten“[18].

Bei der Bischofsweihe werden die Worte gesprochen: „Was immer Du segnest, möge gesegnet sein, was immer du heiligst, möge geheiligt sein, und die Auflegung dieser geweihten Hand gereiche allen zum Heile“.

Spender von Sakramentalien ist nach kirchlichem Recht in der Regel der dazu bevollmächtigte Kleriker[19]. Näherhin: „Weihen und Weihungen können gültig diejenigen vornehmen, welche die Bischofsweihe empfangen haben, sowie Priester, denen es von Rechts wegen oder durch rechtmäßige Ermächtigung gestattet wird“[20].

Die Ordnungs- und Aufsichtspflicht des Bischofs gilt wie für Sakramente so auch für Sakramentalien[21]. „Segnungen kann, mit Ausnahme der dem Papst oder den Bischöfen vorbehaltenen, jeder Priester vornehmen“[22]. „Der Diakon kann nur jene Segnungen vornehmen, die ihm von Rechts wegen ausdrücklich gestattet werden“[23].

Einige Sakramentalien können gemäß den liturgischen Büchern nach dem Ermessen des Ortsordinarius auch von Laien gespendet werden, welche die entsprechenden Eigenschaften haben[24].

Öffentliche Einrichtungen werden durch einen Amtsträger gesegnet, der die Kirche in diesem Bereich vertritt. Daher sind dem Bischof Segnungen vorbehalten, in denen eine besondere Beziehung zur Diözese sichtbar wird; Priester, Diakone oder beauftragte Laien segnen im Leben der Pfarrgemeinde oder im örtlichen öffentlichen Leben; Eltern können in der Familie Kinder und Mahlzeiten segnen.

Benediktionen kann jeder Priester erteilen, sofern sie nicht Papst oder Bischöfen oder anderen reserviert sind[25]. Eine ohne Bevollmächtigung erteilte Benediktion kann ungültig sein[26].

Eine Minimalvoraussetzung für die Gültigkeit bei der Spendung von Sakramentalien ebenso wie bei Sakramenten ist der Wille, so tätig zu sein, wie es die Kirche will (intentio faciendi quod facit ecclesia).

Empfänger

Empfänger der Sakramentalien sind zuerst die gläubigen Katholiken; Segnungen können aber mit Einschränkungen auch Katechumenen oder Nichtkatholiken erteilt werden[27], damit sie das Licht des Glaubens oder auch damit zusammen die leibliche Gesundheit erhalten.

Das kirchliche Strafrecht weiß um Ausschlussbestimmungen nicht nur von Sakramenten, sondern auch von den Sakramentalien in Bezug auf Spender[28] und Empfänger[29].

Die Lebensverbindung mit Christus und rechte Disposition ist Voraussetzung für die Gültigkeit.

Aber gibt es nicht auch bei Sündern viele gute Eigenschaften und Taten, die man segnen könnte? Sicher, nicht alle Taten von Sündern sind Sünde, wie Luther meinte. Auch mörderische Diktatoren haben Tiere gefüttert, Kinder gestreichelt und Straßen gebaut. Aber ihre nur natürlich guten Werke sind nicht im Geringsten verdienstlich für die Ewigkeit, sondern irdisch-vergänglich[30]. „Was nützt es Dir, wenn du die ganze Welt gewinnst, aber Schaden erleidest an Deiner Seele?“ (Mk 8, 36; vgl. 1 Kor 13, 1-3). Man könnte auch nicht einzelne Werke und Qualitäten losgelöst von der sündigen Person segnen.

Objekte

Gesegnet werden können materielle Objekte oder Orte, die einem guten Zweck geweiht werden sollen (Altarweihe, Konsekration eines Kelches; Kirchenweihe, Kerzenweihe, Palmzweige, Friedhofssegnung).

Es bietet sich eine Fülle von Segenstexten und Bräuchen an[31]. Sakramentalien sind die Segnung der Palmzweige am Palmsonntag, die Spendung des Aschenkreuzes, die Fußwaschung am Gründonnerstag, der Blasiussegen, die Kreuzverehrung am Karfreitag, das Weihwasser, das Taufgedächtnis und die kirchliche Begräbnisfeier. Aber natürlich nichts, was nur zu einem moralisch verwerflichen Zweck gebraucht werden kann, wie etwa Drogen und Tötungsgifte. Widersinnig wäre es natürlich auch, Kindertötungs­kliniken, Streuminen oder Bordelle zu segnen.

Segnung von Tieren, zumal von Nutztieren ist allgemein gesehen keineswegs unerlaubt. Doch wenn jemand auf die Idee kommen sollte, deshalb auch Flöhe, Wanzen, Stechmücken, Mistkäfer, Küchenschaben oder Ähnliches zu segnen, dürfte er sich beim Psychiater vorstellen.

Schwieriger ist es bei Personen: Da kommt es auf die Disposition an. Denn wichtiger noch als die Weihe von Gegenständen ist die Weihe oder Segnung von Personen (Jungfrauenweihe, Ordensprofess, Benediktion eines Abtes oder einer Äbtissin). Bei derartigen Segnungen geht es nicht nur um Urteile des gesunden Menschenverstandes oder etwa Geschmacksfragen, ob jemand sympathisch, eklig oder hässlich erscheint.

Die Segnung von unbußfertigen Homo-Paaren ist schon mit dem Begriff des Segens als einer kirchlichen Handlung unvereinbar und ungültig. Konsequent, aber gar nicht zeitgeistkonform wäre dann auch die Segnung von Ephebophilen oder Pädophilen…

Folgerungen

Sakramentalien sind in den vielfältigsten Lebensbereichen der Kirche, der unverlierbar heiligen Braut Christi, sehr wichtig. Der Versuch einer Spendung von Segnungen an unbußfertige öffentliche Sünder ist nicht nur grob geschmacklos und skandalös, sondern eine unkirchliche und ungültige Handlung, ein Missbrauch priesterlicher Vollmachten.

Bei der Spendung ist auch Rücksicht zu nehmen auf das mögliche scandalum, das schlechte Beispiel, auf den Eindruck, Mangelhaftes, ja Sündhaftes gutheißen zu wollen; und im konkreten Fall scheint es, man zweifele an der Sündhaftigkeit der widernatürlichen homosexuellen Handlungen. Segnung von Homo-Paaren bedeutet dann praktisch auch Verführung zu weiteren Sünden. Auch gerät man heutzutage auch leicht in den Verdacht, selbst zu homosexuellen Seilschaften zu gehören.

Bei den Sakramenten unterscheidet man in Bezug auf die menschlichen Empfänger Sakramente der Lebenden und der Toten; letztere besagen, dass durch Taufe und Buße jemandem die Gnaden Christi zuteilwerden können, dem das Gnadenleben noch fehlt, der aber disponiert ist und bereut. Sakramentalien sind nun aber analog zu den Sakramenten der Lebenden zu verstehen (einmal abgesehen davon, dass unter bestimmten Bedingungen auch ein Exorzismus vorgenommen werden kann).

Fehlende Disposition und verlorenes Gnadenleben lassen demnach keinen Segen zustande kommen; der Gnadenstand – und nicht nur einzelne aktuelle Gnaden – ist die Voraussetzung für die Wirksamkeit.

Wenn heute einige allzu sehr an Publicity Interessierte spektakuläre Segnungen von permanenten Sündern vornehmen, so bedeutet dies nicht nur ein befremdliches Fehlen kirchlicher Grundeinstellung, des sentire cum ecclesia, sondern auch ein Defizit des gesunden Menschenverstandes und guten Geschmacks, ein Unsinn reinster Güteklasse.

Es handelt sich ja bei Segnungen um kirchliche Vollzüge, abhängig von den jeweiligen für das Wirkungsmaß bestimmenden sehr unterschiedlichen Vollmachten der Spender und von der gnadenhaften Christusverbundenheit der Empfänger. Wer nicht versteht, dass es sich dabei um kirchliches Tun handelt, das sündhafte Bedingungen ausschließt, kann folglich auch nicht zu Recht eine missio canonica beanspruchen, d.h. im Namen und Auftrag der Kirche aufzutreten.

Unser Autor Prof. Dr. theol. Johannes Stöhr aus Koln ist katholischer Priester und Schriftleiter der Fachzeitschrift „Theologisches“. – Dieser Beitrag erschien zuerst in „Theologisches“; siehe hier: http://www.theologisches.net/images/2019—Theol—01–02.pdf


[1]    Kath.net 27. 10.2018.
[2]    Vgl. u. a.: Matías Augé, „Sacramentales“, GranEncRialp 20 (1971, 1979)  617-619; F. Diekamp/C. Jüssen, Katholische Dogmatik, III, 12Paderborn 1954, 67-70; A. Michel, Sacramentaux, DThC XIV, 465-482.
[3]    Sent., IV, 6, 7.
[4]    Z.B. im CIC, can. 1166-1172.
[5]    CIC, can. 1166: „Sacramentalia sunt signa sacra, quibus, ad aliquam sacramentorum imitationem, effectus praesertim spirituales significantur et ex Ecclesiae impetratione obtinentur”.

[6]    Vaticanum II, Sacrosanctum Concilium, 60.
[7]    KKK n. 1667-1668, 1670-1672, 1677-1678.
[8]    KKK 1677.
[9]    KKK 1667; SC 60.
[10] Thomas, S.th. III, q. 65 a. 1 ad 6 et ad 8.

[11] Vgl. KKK, Nr. 1672.
[12] CIC, can. 1171.
[13] Vgl. KKK, 1672.

[14] Rituale romanum ex decreto Sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II renovatum, auctoritate Pauli PP. VI editum, Ioannis Pauli PP II cura recognitum, 1972ff.; Parsch, Pius (Hrsg.), Bärsch, Jürgen. Lieger, Paulus (Übers.), Römisches Rituale, deutsch: Festgabe für Rudolf Pacik, Pius Parsch (Hrsg.). Würzburg: Echter, 2012.

[15] Vgl. die verschiedenen Vollmachtsberechtigungen im CIC, can. 1169–1170.
[16] CIC, can. 1167, § 1.
[17] CIC, 1167 § 2.
[18] KKK, 1668.
[19] CIC, can. 1168.
[20] CIC, can. 1169 § 1.
[21] CIC, can 392 § 2.
[22] Ib. § 2.
[23] Ib. § 3.
[24] CIC, can. 1168.

[25] CIC, can. 1147 § 2.
[26] CIC, can. 1169 § 2, 3.
[27] CIC, can. 1170: „Benedictiones, imprimis impertiendae catholicis, dari possunt catechumenis quoque, immo, nisi obstet Ecclesiae prohibitio, etiam non catholicis”. Vgl. CIC/1917, can. 1149.

[28] CIC 1331 § 2; can 1335; can. 1352 § 1; CIC/1917: can. 2262, 2275 Nr. 2.
[29] CIC/1917, can. 2275 Nr. 2; can 2291 Nr. 6, 2375.
[30] Vgl. Johannes Stöhr, Würdigung von Lebenswerten bei Kapitalsündern? Zur Vergessenheit der Gnadenlehre, Theologisches 45 (Sept./Okt. 2015) 439-454
[31] Vgl. Bischöfl. Seelsorgeamt Regensburg (Hrsg.), Segnungen und Weihen, 2Regensburg 1974.

Fotos: Bonifatius-TV, Bistum Regensburg, Dr. E. Breburda, Evita Gründler, Archiv


Viele jüdische Priester glaubten an Christus

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Apg 6,1-7.

In jenen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenisten gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden.
Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen.
Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen. Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben.

Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde, und sie wählten Stephanus, einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist, ferner Philippus und Prochorus, Nikanor und Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia.
Sie ließen sie vor die Apostel hintreten – und diese beteten und legten ihnen die Hände auf.
Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch zahlreiche Priester nahmen gehorsam den Glauben an.


Kein Homo-Segen: Orthodoxie stimmt zu

Metropolit Hilarion (Alfejew), Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, hat für die jüngste Erklärung der vatikanischen Glaubenskongregation rund um die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare lobende Worte gefunden.

Der Vatikan hatte erklärt, dass die katholische Kirche keine Vollmacht besitze, Verbindungen von Menschen gleichen Geschlechts zu segnen. In seiner TV-Sendung „Kirche und Welt“ wies der Metropolit zuletzt darauf hin, dass in diesem Punkt die offizielle Lehre der Römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche übereinstimmten.

Zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und der christlichen Ehe bestehe ein Wesensunterschied. Deshalb könne es auch keine kirchliche Trauung oder auch nur einen Segen dafür geben, so der Metropolit. Er sprach im Blick auf gleichgeschlechtliche Paare auch von einer „sündhaften Lebensweise“.

Das schließe zugleich aber nicht die Möglichkeit aus, dass homosexuelle Menschen einzeln einen Segen empfangen, so der Metropolit. In diesem Fall habe ein Priester kein Recht, dieser Bitte nicht zu entsprechen, denn: „Wir segnen dann nicht ihre sündhafte Lebensweise, wir segnen den Menschen.“

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-03/segen-homosexuelle-paare-lob-orthodox-moskau.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Bischof Voderholzer segnete das Krankenöl, das Katechumenenöl und Chrisam

Am Montag dieser Karwoche hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Regensburger Dom St. Peter die Missa chrismatis gefeiert, in der die Weihe der heiligen Öle vorgenommen wird.

Zudem haben die anwesenden Priester aus der ganzen Diözese die Erneuerung ihres Weiheversprechens abgelegt.

Intensiv wurde das Prinzip der Stellvertretung gelebt: Die anwesenden Regionaldekane und Dekane standen für die vielen Priester im Bistum. Auch Gläubige, darunter vier junge Menschen waren gekommen. Es war bereits die zweite Missa chrismatis während der Pandemie, diesmal waren allerdings wesentlich mehr Personen anwesend als ein Jahr zuvor.

Vor der Pandemie waren zu diesem Termin traditionell die künftigen Firmlinge in den Dom gekommen. „Diesmal müssen wir wieder auf das sprudelnde Leben verzichten, das die jungen Leute sonst mitgebracht haben“, sagte Bischof Voderholzer.

Der Tag wird herbeigesehnt, an dem es wieder möglich sein wird, in der großen Gemeinschaft den Gottesdienst zu feiern: „Aber wir wollen nicht das Virus, sondern die Glaubensfreude verbreiten.“

Die Öle wurden für den Gebrauch im Bistum gesegnet. Sie sind das besondere Zeichen für die Einheit in der Diözese Regensburg. Im Anschluss an die Feier erhielten die Dekane bzw. von ihnen beauftragter Priester aus dem ganzen Bistum, teilweise von Laien unterstützt, die Öle, die sie in Gefäße füllten und in die Dekanate brachten.

Mit den Krankenölen wird bei der Krankensalbung die Hand eingerieben, wobei Sündenvergebung zugesprochen sowie um Heilung, Genesung und das Bestehen einer schwierigen Situationen wie einer Operation gebetet wird.

Das Katechumenenöl wird für Erwachsene eingesetzt, die sich auf den Empfang der Taufe vorbereiten.

Das geht auf den antiken Brauch zurück, Kämpfer für den Ringkampf zu salben. Entsprechend steht das Öl dafür, dass die Katechumenen den Glauben erringen können.

BILD: Erwachsenen-Taufe im Dom von Regensburg

Am häufigsten aber wird das Chrisamöl gebraucht: bei der Taufe als Erweiterung und Vertiefung des Übergießens mit Wasser. Es handelt sich um ein duftendes und stärkendes Oliven- sowie auch Rosenöl. In Israel wurden einst die Propheten, Priester und Könige gesalbt.

Bischof Dr. Voderholzer: „Jesus Christus ist der schlechthin Gesalbte: der Christus.“

Eingesetzt wird der Chrisam ebenfalls bei der Firmung, bei Priester- und Bischofsweihen, zudem ei der Weihe von Kirchen, konkret der Altarweihe sowie bei der Segnung der Apostelleuchter und der Apostelsteine: „Die Kirche ruht auf dem Zeugnis der zwölf Apostel auf, deshalb wird auch bei diesen Gelegenheiten gesalbt.“

Schließlich werden die Kirchenglocken ebenfalls gesalbt.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


Priester stirbt bei Rettungsaktion auf See

Der katholische Pfarrer Fernando de Lima Silva, 38 Jahre alt, starb am 13. März, als er zwei Menschen in einem See in Bezerros, Diözese Caruaru, Nordbrasilien, vor dem Ertrinken rettete.

Eine Mutter und ihr 4-jähriger Junge hatten einen Bootsunfall und kämpften darum, sich über Wasser zu halten. Berichten zufolge half der Priester, beide in Sicherheit ans Ufer zu bringen, verlor aber plötzlich die Kraft und ertrank. Die Polizei untersucht noch die Umstände.

Quelle: https://gloria.tv/post/qTLY9AbPQ1Ak19vBSWZcPLmUE


Niger: Dschihad-Terror gegen Bauern

Im Gebiet um Bomoanga an der Grenze zwischen Niger und Burkina Faso, wo in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2018 der italienische Missionar Pierluigi Maccalli von radikalislamischer Miliz entführt und der schließlich am 8. Oktober 2020 freigelassen wurde, sehen sich heute Zivilisten mit psychologischer Manipulation konfrontiert.

Wie Pater Mauro Armanino, der Bruder von Pater Maccalli, berichtet, fühlen sich viele Menschen betrogen und belogen:

„Die Dschihadisten sagten zu den Studenten, sie sollten in ihre Heimatdörfer zurückkehren, um ihre Familie zu besuchen und nun ist das Gebiet, das ihre jeweiligen Dörfer verbindet, für Lastwagen, Autos, Motorräder und Fußgänger gesperrt.

Das Geläände wurde vermint, um den Handel, den Markt und die Kontakte zwischen den Menschen zu unterbrechen. Doch vielleicht ist es auch nur eine Provokation, eine Lüge, um die Bauern weiterhin in Angst und Schrecken zu versetzen“, kommentiert der Missionarund fügt hinzu:

„Oder aber es ist die Wahrheit, weil das Sprengstoffmaterial, das auch für die Goldminen der Region verwendet wird, weit verbreitet ist, ebenso wie Waffen und andere Sprengstoffe, die in diesem Teil der Grenze zwischen Niger und Burkina Faso seit langem im Umlauf sind.“

„Es ist“, fährt Pater Mauro fort „ein Schritt weiter in der Krise, denn seit der Entführung von Pater Pierluigi ist die gesamte Region terroristischen Gruppen ausgeliefert, die Tausende von Bauern praktisch als Geiseln halten“. „Schüler und Studenten mussten an einen anderen Ort ziehen, um die Schule fortzusetzen. Dasselbe haben auch Dutzende Familien getan, die verängstigt sind und nicht mehr in der Lage, das Land in Frieden zu bewirtschaften oder Vieh zu züchten.“

Quelle: Fidesdienst