Merkwürdige Stände auf dem Katholikentag

Von Felizitas Küble

Wer in Münster auf der sog. Kirchenmeile des Katholikentags  – größtenteils auf dem Schloßplatz gelegen – flanierte, stieß dort auf gleich zu Beginn auf einige Infostände, die  – gelinde gesagt – nicht so recht zur Lehre der katholischen Kirche passen wollen. 

Daß es mindestens ein dutzend protestantischer Stände gab, ist kein Problem, schließlich gibt es auch evangelische Besucher auf dem Katholikentag, zudem waren die Hälfte dieser Gruppen evangelikal und von daher erfreulich, zB. IDEA, Bibel-TV, PRO-Medienmagazin, Dt. Evangelische Allianz etc.

Was aber merkwürdig berührt, sind jene Initiativen, die sich als katholisch ausgeben, aber mit dem Standpunkt der Kirche wenig am Hut haben.

Kaum daß man den  „Markt der Möglichkeiten“ betrat, sah man schon den Stand „Priester und ihre Frauen“ von zölibatsmüden Geistlichen. Wie dürfen wir das wohl verstehen?!

In der Nähe dann gleichsam „passend“ das Netzwerk katholischer Lesben.

Auch „Donum vitae“ war mit einem Infostand vertreten, obwohl diese Beratungsstellen jenen „Schein“ ausstellen, welcher der Schwangeren die straffreie Abtreibung formal überhaupt erst ermöglicht, weshalb dieser Verein kirchlich nicht anerkannt ist und vom Vatikan ausdrücklich abgelehnt wird.

Auch die „religiösen Sozialist/innen“ durften in dieser Kirchenmeile nicht fehlen, wenngleich Sozialismus und katholische Soziallehre schlicht unvereinbar sind.

Das „Netzwerk Diakonat der Frau“ war nicht nur mit einem Infostand vertreten, sondern auch sonst vielfach – etwa auf Veranstaltungen – auf dem Kirchentag präsent, zudem setzten sich diverse Frauengruppen zusätzlich für diese Forderung ein, Frauen zum amtlichen Diakonat zuzulassen.

Kurz gesagt: Der Katholikentag hatte sich da  –  höchst „tolerant“ – darum bemüht, möglichst auch randständige Gruppen mit ins Boot zu holen, sofern sie links bzw. reformkatholisch waren.

Bei katholisch Konservativen waren man freilich pingelig: Unser gemeinnütziges Christoferuswerk eV., das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt, erhielt nämlich keinen Infostand. Angeblich, so wurde uns knapp mitgeteilt, würden wir den „Zulassungsbedingungen“ nicht entsprechen. Auf meine Rückfrage nach einer Begründung kam kein Echo.

Interessanterweise hat unser Verein aber bei früheren Katholikentagen problemlos einen Stand erhalten, zuletzt beim Katholikentag in Regensburg (dort sogar sehr gut platziert), aber auch früher schon, z.B. in Mainz. Doch mein Hinweis darauf war vergeblich, es gab keinen Stand und keine Begründung.

Das bayerische Bistum Regensburg ist eben schon ein ganzes anderes Pflaster als Münster – womit vermutlich alles gesagt ist.

 

 

 

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Kreuze-Gebetszug für das Leben in Münster: Meine bedrohlichen Erfahrungen

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Am Samstag, dem 17. März 2018, nahm ich an dem katholisch geprägten Gebetszug „1000 Kreuze für das Leben – Gottes kostbare Kinder“ in Münster teil.
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Ich möchte zunächst kurz auf die Veranstaltung selbst eingehen, vor allem aber ein Erlebnis schildern, das ich im Anschluss hatte und das mich zutiefst schockierte. 
Die gesamte Kreuze-Prozession war von unserer Seite aus völlig friedlich; eine Madonna wurde vorweg getragen und die Teilnehmer trugen ein weißes Holzkreuz, während der Versammlungsleiter christliche Gebete und Gesänge anstimmte und die Stationen des Kreuzweges Jesu Christi nannte.
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Am Ende gab es eine Zeremonie, bei der für die Ungeborenen symbolisch Rosen niedergelegt wurden, bevor der priesterliche Segen erteilt und die Versammlung planmäßig aufgelöst wurde.
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Dieser friedliche Marsch, an dem vorwiegend Katholiken, aber auch Protestanten und Nichtgläubige teilnahmen, musste von einem großen Polizeiaufgebot vor den sogenannten „Gegendemonstranten“ geschützt werden.
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Ich wähle diese Formulierung, da von diesen Leuten durch die Bank alle Regeln von Ehre und Anstand verletzt wurden, ein inhaltlicher Dialog völlig abgelehnt wurde und jeder Lebensschützer einer Welle des Hasses und der Verachtung ausgesetzt war, die von obszönen Gesten über niveaulose Beleidigungen bis hin zu Gewaltandrohungen reichten.
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Diese „Gegendemonstranten“ gaben sich Mühe, alles Heilige im christlichen Glauben durch den Dreck zu ziehen, möglichst vulgär aufzutreten und Parolen wie „Kein Gott! Kein Staat! Kein Patriarchat!“ zum Besten zu geben. Unserem „Fundamentalismus“ setzten sie wahlweise Feminismus, Kommunismus oder Anarchismus entgegen.
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Ihre Transparente beinhalteten Sprüche wie: „Gegen Gott, gegen den Staat und wider die Natur!“, was ihr gesamtes Anliegen wohl treffend zusammenfasste.
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Wie es bereits in vergangenen Jahren in ähnlicher Weise geschah, hatten sich Frauen unter uns gemischt und ebenfalls weiße Kreuze getragen, nur um sie ungefähr zur Mitte des Marsches zu zerschlagen und „Gegen jeden Fundamentalismus!“ zu brüllen.
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BILD: Polizisten schützen Lebensrechtler vor linksradikalen Randalen in Münster
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Zeitweise wurde unsere Marschroute blockiert, um uns den Zugang zum Domplatz zu versperren, auf dem wir – im Halbkreis versammelt um die vorher mit Farbe und Anarchozeichen beschmierte Statue des seligen Clemens August Graf von Galen – unseren Gebetszug zu einem gelungenen Ende brachten.
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Selbst den erwähnten Kardinal von Galen, der aufgrund seines einzigartigen Widerstandes gegen das Dritte Reich und seiner Euthanasieprogramme auch „Löwe von Münster“ genannt wurde, verspottete die Gegenseite in entsprechenden Parolen. Sogar ein Plakat mit der Aufschrift: „Burn your local church“ (=Brenne deine örtliche Kirche nieder) wurde hochgehalten.
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Erschütternd fand ich zum einen, dass in einer Bistumsstadt wie Münster keine offizielle Unterstützung der Kirche für den Gebetszug bestand, weder personell noch ideell. Die Teilnehmer des Lebensschutzmarsches, unter denen sich auch einige Priester befanden, wurden mit dem ausufernden Hass, den sie für nichts anderes als ihre bewährte katholische Position ernteten, völlig alleine gelassen.
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Man schien sich für das Treiben, das um die Kirchen Münsters und selbst neben dem Dom stattfand, schlichtweg nicht zu interessieren.
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Die Erfahrung meiner Abreise nach Abschluss der Veranstaltung soll hierbei ein vielsagendes Schlaglicht darstellen:
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BILD: Der Weg vom Dom zur Überwasser-Kirche in Münster (auch Liebfrauenkirche genannt)
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Ich verabschiedete mich von einigen anderen Teilnehmern, mit denen ich mich gut verstand und verließ den Domplatz alleine in Richtung Überwasserkirche. Als ich ungefähr die Aa überquerte, blickte ein junger Mann, der in einer Gruppe ein gutes Stück vor mir lief und augenscheinlich dem Milieu der Gegendemonstranten angehörte, nach hinten und erkannte mich als Teilnehmer des Gebetszugs.

Daraufhin sagte er hastig etwas zu seinen Begleiterinnen und rannte vorwärts in Richtung Frauenstraße. Hierbei blickte er in unregelmäßigen Abständen zurück und schaute, ob ich noch in diese Richtung ging. Ich erwartete, dass er Verstärkung holen wolle, um die Drohungen, die uns während des Marsches entgegenschlugen, wahr zu machen.

Da ich in den vergangenen Jahren bereits auf der ebenfalls christlich geprägten „Demo für Alle“ sowohl in Stuttgart wie in Hannover in brenzlige Lagen mit gewaltbereiten Gegendemonstranten geraten war, gelang es mir, die Situation richtig einzuschätzen; ich  nutzte einen Moment, in dem die erwähnte Person nicht schaute und betrat schnell die Überwasserkirche über ihren südlichen Seiteneingang. 

Hier waren gerade viele Menschen in den Kirchenbänken versammelt, scheinbar in Erwartung einer Messe, die gegen 17 Uhr stattfinden sollte. Ich ging möglichst still am Rande entlang zur westlichen Vorhalle, an der sich das Hauptportal der Überwasserkirche befindet. Ich wartete etwa eine Minute und verließ es, um danach an den Gerüsten vorbei in den Knick der Frauenstraße zu spähen, der vorher für mich nicht einsehbar war.

Dort befand sich eine Gruppe von gut zwei Dutzend jungen Leuten, die sportlich gekleidet, teilweise vermummt und eindeutig Teilnehmer der vorigen Gegendemonstration gewesen waren. Sie hatten sich offensichtlich um die Ecke positioniert, um mich dort abzufangen. Ich bin mir sicher, dass ich im Falle ihres Erfolges im Krankenhaus gelandet wäre.

Ich ging also zurück in die Kirche, um auszuharren, bis sie weg waren. Um die Messe nicht zu stören, ging ich in die Kapelle, die nördlich an die Vorhalle anschließt und konnte durch die angebrachten Lautsprecher das Geschehen im Kirchenschiff verfolgen.

BILD: Eine afro-deutsche Lebensrechtlerin auf der Aa-Brücke zwischen Dom und Überwasserkirche

Offenbar sprach hier eine Pastoralreferentin über die ihrer Meinung nach dringendsten Themen unserer Zeit. Zunächst erwähnte sie das anstehende Dieselverbot und sprach dann oberflächlich von sozialer Ungerechtigkeit, dem verschwenderischen Umgang mit Konsumartikeln, der Abholzung des Regenwaldes und von Umweltverschmutzung – alles Themen, „vor denen wir als Christen nicht die Augen verschließen können“.

All diese Probleme mögen eine gewisse Relevanz haben und müssen in der Politik angefasst werden. Hierauf gibt es sicherlich eine christliche Sicht, die hierbei vertreten werden kann. Doch muss ich sagen, dass ich als junger Katholik, der sich im Alter von 21 Jahren aus Überzeugung taufen ließ und der sich in einer Zivilisation wiederfindet, der ihre eigenen Wurzeln, ihr eigener Glaube, ihr ewiger Gott praktisch unbekannt sind, eine Auseinandersetzung mit eben diesem religiösen Problem vermisse.

Während ich in dieser Kapelle saß, verspürte ich grenzenlose Fassungslosigkeit über die Indifferenz dem Treiben gegenüber, das gerade stattgefunden hatte. Ich saß in der Kapelle und wusste, dass ich vielleicht mein Leben riskieren würde, wenn ich nun die Kirche verließe, aus dem einfachen Grund, weil ich gerade friedlich für das Lebensrecht ungeborener Kinder demonstriert hatte.

Ich befand mich in Gefahr für meinen Glauben an den Heiland und an die Wahrheit seiner Lehre und Schöpfung. Und ich fragte mich unwillkürlich, ob man in dieser Kirche bewusst die Augen davor verschloss. Ich fragte mich, warum die Menschen, die hier saßen, nicht mit uns auf die Straße gegangen waren, während wir als Nazis und Fundamentalisten beschimpft wurden.

Ich fragte mich, warum dieser Zerfall unserer christlichen Kultur, unserer Sitten, unserer Moral, unseres Glaubens, ja selbst unseres Verständnisses der Menschenwürde keinen Raum in diesem Gotteshaus fanden. Ich fragte mich, wie man hier, wo unsere Demonstration nicht einmal im Pfarrbrief erwähnt wurde, von uns dachte. Ob wir auch hier als Fundamentalisten betrachtet wurden, die unnötigerweise mit ihrem Gebetszug, ihrer Madonna und ihren Kreuzen provozierten?

Diese Gedanken sind keine Anschuldigung. Ich kenne die Menschen nicht, die sich in dieser Kirche versammelt hatten. Aber diese Fragen trieben mich um und auch jetzt komme ich nicht umhin, diese Situation, die ich sehr intensiv erlebte, als symptomatisch für die Lage der europäischen, vor allem aber der deutschen Christenheit, anzusehen.

Es bleibt ein Gefühl, von der eigenen Kirche und den Glaubensgeschwistern mit einem Kampf alleine gelassen zu werden, der den ureigensten Standpunkten der heiligen Kirche, des Leibes Christi, entspringt. So sehr es mich freuen würde, kann ich nicht fordern, dass sich jeder Katholik auf die Straße begibt. Doch haben wir die Pflicht, den friedlichen Einsatz, den wir vielleicht aus individuellen Gründen nicht auf den Straßen unseres Landes führen können, mindestens in unseren Gotteshäusern zu führen.

Katholiken müssen Menschen der Tat, aber auch des Gebetes sein. Wir müssen uns gegenseitig dort unterstützen, wo sich Glaubensgeschwister fatalen Entwicklungen entgegenstellen und wir müssen zusammenstehen, wo die Wahrheit, die Schöpfung und selbst der Wert menschlichen Lebens in Frage gestellt werden.

Natürlich ist die Abholzung des Regenwaldes ein Problem. Doch sind wir nicht Umweltschützer mit katholischem Anstrich, sondern Katholiken, die aufgrund ihres Glaubens und Verstandes zu dem Schluss kommen, dass die Welt, die Gott uns geschaffen hat, schützenswert ist.

Die obersten Themen sind für uns aber nicht der Regenwald und auch nicht CO2-Emissionen oder die Debatte um den Mindestlohn. Wir sind vielmehr angehalten, dort gegen Unwahrheit und Verbrechen anzugehen, wo wir ihnen begegnen.

Wir Gläubigen stehen in der Welt als die streitende Kirche. Weil wir einen inneren Kampf führen, in dem wir siegen müssen, um Gottes Angesicht zu erblicken. Aber auch, weil wir uns im Kampf mit den Gottlosigkeiten befinden, die uns die Welt entgegenwirft. Wenn das bedeutet, dass wir Hass ernten, dann ist das der Preis für die Wahrheit.

Ich möchte schließen mit den Worten des Heilandes, überliefert vom hl. Evangelisten Johannes:

 „Wenn die Welt euch hasst, so wisset, sie hat mich vor euch gehasst. Wäret ihr von der Welt, würde die Welt das Ihrige lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch erwählt habe aus der Welt, darum hasst euch die Welt.
Denkt an das Wort, das ich euch sagte: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, werden sie auch das eure halten.
Dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat. Wäre ich nicht gekommen und hätte ich nicht zu ihnen geredet, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie keine Ausrede für ihre Sünde. Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater.
Doch es sollte erfüllt werden das Wort, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: ,Sie hassten mich ohne Grund´ (Ps 35,18). Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, wird er Zeugnis geben von mir, und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir seid“ (Joh 15,18-27).
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Der junge Autor des Berichtes ist unserer Redaktion persönlich bekannt
 

TRAUER um „Pater Bonni“ (Prof. Albert Mock)

Von Felizitas Küble

Am vergangenen Samstag, dem 24. März, ist unser guter Freund und Mitstreiter Prof. Dr. Dr. Albert Mock im Krankenhaus Gerolstein verstorben. Ich war jahrelang mit ihm im freundschaftlichen Kontakt. Der Geistliche war Arnsteiner Pater mit dem Ordensnamen Bonifatius; ich sprach ihn mit „Pater Bonni“ an – er nannte mich „Flitzi“.

Der Geistliche ist im katholischen Eichsfeld aufgewachsen – dort stehen die Katholiken einem starken protestantischen Umfeld gegenüber. Dazu kam die Unterdrückung erst durch die NS-Diktatur, später durch den „DDR“-Kommunismus.

Pater Bonifatius wurde am 29. Juli 1956 zum Priester geweiht. 1964 wurde er Doktor der Psychologie, 1971 zum Professor in Köln ernannt. Zudem erteilte der Geistliche bis 198o Vorlesungen an der Ordenshochschule in Simpelveld.

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit lagen ihm seine seelsorglichen Aufgaben sehr am Herzen, zB. am Pantaleonsstift in Köln. Auch in seinem Ruhestand in Birgel kümmerte er sich pastoral um die umliegenden Pfarrgemeinden.

Leider konnte ich in den letzten Jahren wegen seiner Schwerhörigkeit kaum noch mit ihm telefonieren. Auch der Mailkontakt ließ nach, weil bei „Pater Bonni“ krankheitsbedingt die Kräfte schwanden. Dennoch wußten wir uns im Geiste und Gebet miteinander verbunden, auch auf brieflichem Wege.

Pater Bonifatius gehörte zu jenen Geistlichen, die Glaube und Vernunft miteinander vereinbarten. Für Professor Mock, der sich selber als theologisch konservativ verstand, war es ein großes „Elend“, daß so viele fromme Katholiken diversen unsinnigen „Privatoffenbarungen“ auf den Leim gingen. Er wandte sich kritisch gegen Erscheinungs-Fixiertheit, Wundersucht und einen schwärmerischen Enthusiasmus.

Auch in dieser Hinsicht hat er mich in meiner Tätigkeit stets ermutigt und unterstützt. Als ich mich in der Zeitschrift „Theologisches“ vor über zehn Jahren kritisch mit den kirchlich strikt abgelehnten „Marienerscheinungen“ in Heroldsbach befaßte und diese Phänomene Punkt für Punkt auseinandernahm, führte dies damals im erscheinungsfrommen Lager teils zu heller Aufregung und großem Entsetzen. 

Pater Bonifatius hat mir bei jenen Turbulenzen „eisern“ zur Seite gestanden (ebenso wie der Vorstand der Zeitschrift und ihr damaliger Chefredakteur, Dr. David Berger). „Pater Bonni“, der zur „Fördergemeinschaft Theologisches“ gehörte,  hat meine Argumente durch seine psychologischen Studien ergänzt und bekräftigt; auch diese Ausführungen erschienen in „Theologisches“ und später hier im CHRISTLICHEN FORUM: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/26/meine-begegnung-mit-heroldsbach/

Der Tod von „Pater Bonni“ ist für mich ein herber Verlust, zumal er in seiner bescheidenen und unkomplizierten Art stets „auf Augenhöhe“ mit mir umging und weit entfernt von jeder „klerikalen“ oder „professoralen“ Arroganz war. Unsere Freundschaft war von gegenseitiger Wertschätzung, Glaubensverbundenheit und Sympathie geprägt – und dieser glaubensstarke Priester war und bleibt für mich ein großes Vorbild.

Leider kann ich ihm wegen meiner Grippe-Erkrankung nicht die letzte Ehre erweisen bzw. nicht an der Beisetzung am Gründonnerstag teilnehmen. Noch wichtiger ist für uns Gläubige freilich das fürbittende Gebet für unsere lieben Verstorbenen und das dankbare Gedenken an sie – auch für all das Gute, das wir von ihnen lernen und erfahren durften.

Zugleich wissen wir als Christen, daß der Tod das Tor zum Leben ist, der Geburtstag für die Ewigkeit. So verbinden sich Trauer und Wehmut mit der Zuversicht der ewigen Glückseligkeit und eines frohen Wiedersehens im Himmel: R.I.P.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und ehrenamtlich auch das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

HINWEIS auf einen sehr lesenswerten Nachruf von Dr. David Berger: https://philosophia-perennis.com/2018/03/27/albert-mock-amp/

Erstes Foto: http://arnsteiner-patres.de/index.php?id=startseite

 

 

 


Die Beichte ist das Sakrament der Umkehr

Von Ehrendomherr Dr. Franz Weidemann

Das Evangelium von der Tempelreinigung (Joh 2,13-25) führt uns leicht hin auf das Thema der heiligen Beichte. Jesus verhält sich ein wenig aufgebracht. Er reinigt das Gotteshaus von allem, was nicht hineingehört. So sollen auch wir unseren inneren Tempel reinigen. Säubern wir das Herz, das mit allem Möglichen zugestellt ist. Alles, was nicht dort den eigentlichen Platz hat, soll weggegeben werden und wir sollen davon frei werden.

Erinnern wir uns an das Wort Jesu vom ersten Fastensonntag aus dem Markus Evangelium (Mk 1,15): „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

Wenn Jesus damit die Menschen zum Glauben einlädt, spricht er gleichzeitig die große Vorbedingung dazu aus. Er sagt: „Kehrt um!“. So sind Glaube und Umkehr aufeinander bezogene Forderungen Gottes an den Menschen, zugleich aber auch die österlichen Gaben des Auferstandenen an uns.

Die Beichte ist für unser ganzes Leben von entscheidender Bedeutung, jedoch zugleich in große Vergessenheit geraten. 

Allein das Wort erweckt in vielen Menschen unangenehme Gefühle; sie reichen von totaler Ablehnung bis hin zu völliger Gleichgültigkeit. Von den einen abgelehnt, weil sie den Beichtstuhl vielleicht tatsächlich als Ort der Demütigung oder der Indiskretion erlebt haben, und von den anderen ahnungslos belächelt, weil sie nie erfahren durften, was für ein Geschenk die Beichte für den Menschen eigentlich ist: so ist dieses Sakrament zunehmend nicht nur zum ungeliebten und vergessenen, sondern auch zum unbekannten Sakrament geworden.

Doch gerade darin liegt für unsere heutige, an Geist und Geistlichkeit so arme Zeit die große Chance, die befreiende und belebende Wirkung der Beichte neu zu entdecken.

Als Beichtvater wie als Sünder, der selbst zur Beichte geht und genau weiß, wie schwer dieser Schritt sein kann, bin ich überzeugt: der Beichtstuhl ist der Ort, an dem nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Welt ihre größte „Reparatur“ erfahren kann.

Die Beichte ist das Sakrament der Umkehr, denn sie vollzieht die Umkehr, zu der Jesus uns aufruft – die Rückkehr zum Vater, von dem sich ein Mensch durch die Sünde entfernt hat. Sie ist daher auch das Sakrament der Buße, weil sie einen persönlichen Schritt der Umkehr, der Reue und Genugtuung des sündigen Christen darstellt.

Das Bekenntnis unserer Sünden vor dem Priester ist ein wesentliches Element dieses Sakramentes. Dadurch wird es zum Sakrament der Vergebung, denn durch die sakramentale Lossprechung des Priesters gewährt Gott selbst dem Beichtenden Verzeihung und Frieden. Das macht die Beichte zum Sakrament der Versöhnung, denn es schenkt dem Sünder die versöhnende Liebe Gottes.

Durch diese Versöhnung wird die Beichte zum Sakrament der Heilung. Hier erfährt der Mensch die Wiederherstellung zerbrochener Beziehungen: zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und dadurch letztlich zu Gott, der den innersten Kern unseres Menschseins darstellt.

Ein Mensch, der sagt, dass er ohne Sünde sei, die Beichte nicht brauche und alles mit und für sich selbst regeln könne, belügt sich selbst – das sagte schon der Apostel Johannes. Dieser Selbstbetrug kommt in der heutigen Zeit leider häufig vor. Papst Franziskus sagt es ganz klar: „Es gibt keine Situation, die Gott nicht ändern kann, es gibt keine Sünde, die er nicht vergeben kann, wenn wir uns IHM öffnen.“

Das führt uns zur entscheidenden Frage: Wie kann ich so beichten, dass es mir echte innere Heilung ermöglicht? Der Artikel „Das Sakrament der Buße und der Versöhnung“ im „Gotteslob“ Nr. 593 zeigt uns einige Schritte, wie wir die Beichte als echtes Geschenk erfahren können, die uns Frieden, Befreiung und Lebensfreude bringt.

Ich lade alle ein, diese besondere Zeit vor Ostern auch als Chance der persönlichen Umkehr zu sehen, um das eigene Leben wieder etwas intensiver zu reflektieren, es in seinen dunklen Bereichen aufzuhellen, um ein Stück mehr mit sich, mit den Mitmenschen und mit Gott ins Reine zu kommen. Jeder von uns weiß ziemlich genau, wo die unterbelichteten Stellen in der eigenen Biografie zu finden sind.

Jenen unter uns, die regelmäßig beichten, wünsche ich dabei, dass das Sakrament für sie nicht zur oberflächlichen Routine wird, sondern dass es immer wieder den Weg ins Innere finden kann.

Jenen unter uns, die schon längere Zeit nicht mehr beichten waren oder überhaupt noch nie einen Beichtstuhl von innen gesehen haben, möchte ich Mut machen: Nehmt Euch selbst so wichtig, wie Gott es tut! Verweigert Euch nicht dem wunderbaren Heilmittel der Versöhnung, das ER für Euch bereithält!

Legt den alten Menschen ab und lebt als neue Menschen! Gott schenke uns eine erfüllte Fastenzeit, eine gute Beichte und lasse uns mit großer innerer Freude das Osterfest feiern!

Unser Autor Dr. Franz Weidemann ist Gemeindepfarrer in Dortmund

 


Koptischer Patriarch warnt Priester vor einer Vernachlässigung ihrer Familien

Verheiratete Priester der koptischen Kirche sollen sich mit Hingabe um ihre Familien kümmern und dabei das richtige Gleichgewicht zwischen ihrem seelsorglichen Dienst und den familiären Verpflichtungen finden.

Dies erklärte der koptische Patriarch Tawadros II. kürzlich nach der Weihe von 15 neuen Priestern in Alexandria (Ägypten).

BILD: Koptische Priester bei einer hl. Messe in Münster

Der Primas bzw. Papst der altorientalisch-koptischen Kirche betonte außerdem, dass das Familienleben von Priestern nicht vernachlässigt werden dürfe, da auch dies ein Teil ihrer Berufung und ihres Dienstes sei.

Bereits im Juli 2015 hatte der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. an einer Begegnung mit zwanzig Ehefrauen koptischer Priester teilgenommen, die im östlichen Teil von Alexandria tätig sind.

Bei dieser Gelegenheit hatte Papst Tawadros in seiner Meditation sowohl Überlegungen zur Berufung des Priesters angestellt als auch über die Realität der Ehefrau und Mutter, wie sie jeweils in den biblischen Texten veranschaulicht werden.

In den koptischen Kirchen besteht die Möglichkeit, Kandidaten für das Priestertum sowohl unter verheirateten Männern auszuwählen als auch unter denen, die im Zölibat leben, wobei Bischöfe ausschließlich aus der Reihe der Mönche ernannt werden und zölibatär leben.

Am Donnerstag, den 15. Februar, hat Papst Tawadros in einer Feier zum Gedenken an die neuen koptischen Märtyrer den heiligen Johannes Chrysostomus zitiert: „Der Märtyrer stirbt einmal für seinen HERRN, aber der Hirte stirbt jeden Tag für die Herde des HERRN“.

Wer nicht bereit sei, die märtyrergleiche Dimension des Priestertums anzunehmen und sich ohne Vorbehalte in den Dienst des Volkes Gottes stelle, sei nicht würdig, Hirte der Herde zu sein.

Quelle: Fidesdienst


Mutiger Glaubenszeuge: Pater Alfred Delp

Im Januar 1945 begann vor dem Volksgerichtshof unter Roland Freisler der Prozess wegen Hochverrats. Am 11. Januar wurde der Beschuldigte, Alfred Delp, zum Tode verurteilt. Am 2. Februar 1945 wurde der Jesuit im Gefängnis in Berlin-Plötzensee erhängt.  

Am 15. September 1907 wurde Alfred Delp in Mannheim geboren. Katholisch getauft, dann protestantisch erzogen, prägt ihn in der Jugend der katholische Bund Neudeutschland. Nach dem Abitur 1926 tritt Alfred Delp in den Jesuitenorden ein, wo seine intellektuelle Begabung geschätzt wurde. Als Erzieher und Lehrer wirkte er am Jesuiten-Kolleg St. Blasien im Schwarzwald.

1937 wurde er zum Priester geweiht, wirkte als Arbeiterseelsorger und als Publizist bei der von Jesuiten herausgegebenen Monatszeitschrift „Stimmen der Zeit“, die 1939 staatlich verboten wurde. Nach dem Verbot sowie der Enteignung des Redaktionsgebäudes durch die NS-Diktatur zog er sich nach München-Bogenhausen zurück.

Früh hatte sich Pater Delp kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. 1941 begegnete er Graf von Moltke, der ihn für seinen „Kreisauer Kreis“ gewann. Der Geistliche erarbeitete die Grundlinien einer katholischen Soziallehre und stellte Kontakte zu Münchener Widerstandskreisen her. Nach Stauffenbergs Attentat vom 20. Juli 1944 wurden die Mitglieder des Kreises verhaftet. Im Gegensatz zu anderen Kreisauern war Pater Delp nicht an den eigentlichen Umsturzplänen beteiligt.

Der Geistliche wurde am 28. Juli festgenommen und in die Berliner Strafanstalt Tegel gebracht, schwer misshandelt und gefoltert. Nach seinem Tod wurden die gesammelten Aufzeichnungen und Briefe aus dem Gefängnis unter dem Titel Im Angesicht des Todes“ veröffentlicht.

Quelle und vollständiger Bericht hier: http://www.bistum-regensburg.de/news/wo-konflikt-ist-muss-gefochten-werden-jahrestag-der-hinrichtung-alfred-delps-sj-5208/


Panik, Ratlosigkeit und religiöse Fragen beim Raketen-Fehlalarm in Honolulu

Von Dr. med. Edith Breburda

Die Pfarrei St. Augustin by-the-sea liegt direkt im Touristenviertel von Honolulu am Waikiki-Beach auf der Insel Oahu:www.staugustinebythesea.com
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Die Kirche ist umgeben von Hotels; aber auch von Bettlern, die hier wie fast überall das Stadtbild in den USA prägen.
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Wie üblich betritt eine Frau vor der 7 Uhr Frühmesse das Ambo und erklärt: “Dies ist ein Ort des Gebetes, in dem seit 163 Jahren die Werte des Evangeliums verkündet werden.“ – Es ist in der Diözese von Honolulu die Regel, dass während des Kommuniongangs alle gemeinsam stehen bleiben, um ein „Zeichen der Gemeinschaft“ zu setzen.

Der Kaplan predigt über unseren Papst, der ein weiser Mann sei, was sich in seinen Worten “Wer bin ich, um zu richten?” widerspiegeln würde. Der Satz prägt sich unweigerlich ein an diesem Samstagmorgen, dem 13. Januar 2018, der viele Menschen in Hawaii in Angst versetzte.

Als die Gläubigen ihre Kirche verlassen, ahnen sie nicht, dass es kein normaler Tag werden wird. „Knights of Columbus“ (Kolumbusritter) reinigen wie jeden Samstag das Kirchengelände.
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Nach einer knappen halben Stunde schrecken die Männer zusammen. Ungläubig hält Bob dem Pater sein Handy entgegen. Doch der Priester kann nichts lesen, er hat seine Brille nicht dabei.
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BILD: Die Pfarrkirche St. Augustin in Honolulu, umgeben von Wolkenkratzern
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Die Meldung lautet: Eine ballistische Rakete aus Nordkorea befindet sich im Anflug auf Hawaii. Es handelt sich nicht um eine Übung des Katastrophenschutzes, sondern um eine wirkliche Bedrohung. Man solle sofort Schutz suchen und sich im Badezimmer oder Keller auf den Boden legen. Der Einschlag werde in wenigen Minuten erwartet.

Die Männer rufen aufgeregt durcheinander: „Pater, wohin sollen wir gehen, wenn in 12 Minuten die Rakete von Nordkorea hier bei uns und in Hawaii einschlägt?“  –  Pfarrer Akiona behält die Ruhe: “Da, wo wir alle hingehen. Wir haben doch hier unsere Kirche, der sicherste Ort, den man sich vorstellen kann bei einem Raketenangriff.”

“Nein, da ist zuviel Glas, das ist keineswegs sicher“, widerspricht ein Columbus-Ritter.  “Wenn die Rakete wirklich einschlägt, dann bitte in den Burgerking vor unserer Kirche, der uns die Sicht auf den Pazifik nimmt“, antwortet der Geistliche.
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Doch dann fragt er: “Wovor sollen wir Angst haben? Wenn es Zeit ist, müssen wir alle gehen. Wir müssen nur auf diesen Moment vorbereitet sein.”
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Später rief eine Frau ihren Pfarrer an, sie habe gebetet, dass er überlebt. Als sie die Warnung hörte, erinnerte sie sich, noch vor ihrem Tod beichten zu wollen.
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Pater Akiona gab sich fast verwundert, denn allzuoft hört er von den Leuten, dass sie nicht beichten wollen, das würden sie lieber mit Gott persönlich ausmachen.
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BILD: Eingang zur Pfarrkirche, umgeben von Obdachlosen
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“Sicher“, sagt der Priester, “aber woher wissen wir denn, ob Gott einen auch erhört und uns über diese ungewöhnliche Art unsere Sünden vergibt? Wann immer er uns ruft, müssen wir bereit sein. Das kann in 12 Minuten sein oder in 5 Jahren. Eine Rakete ist dann kein Grund, in Panik zu geraten.“
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Von Panik hat man nach dem Fehlalarm eigentlich nicht viel gespürt. Die Leute waren eher ratlos. Denn was kann man schon auf einer Insel großartig tun, um sich vor einem Atomschlag zu retten?
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Einige Männer standen am Strand in einem der Vororte von Honolulu und schauten ungläubig gegen den Himmel. Bei McDonald saßen die Gäste und genossen ihren Kaffee. Sie hofften darauf, dass es nicht der letzte auf Hawaii  –  dem Paradies auf Erden  –  war.
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Als nach 38 Minuten die Entwarnung kam,  atmete die Radioansagerin tief durch und lachte erleichtert auf. Man mag sich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn die USA einen Gegenschlag in diesen langen 38 Minuten eingeleitet hätten.
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Dann hätten wir wohl nie erfahren, dass es sich anscheinend „nur“ um den Fehler eines Mannes handelte, welcher dann per Handy und Radio verbreitet wurde.
Allerdings vermuteten das wohl viele. Ein Taxifahrer lachte: “Ich habe keine 38 Minuten gebraucht, um das heraus zu finden. Es wurden keine Sirenen eingeschaltet und so war es für mich ein business as usual-Tag in Honolulu. Man kann ja nicht auf jede “Fake News” Rücksicht nehmen.”
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin, Schriftstellerin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.  – Edith Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/
Fotos: Edith Breburda