Koptischer Patriarch warnt Priester vor einer Vernachlässigung ihrer Familien

Verheiratete Priester der koptischen Kirche sollen sich mit Hingabe um ihre Familien kümmern und dabei das richtige Gleichgewicht zwischen ihrem seelsorglichen Dienst und den familiären Verpflichtungen finden.

Dies erklärte der koptische Patriarch Tawadros II. kürzlich nach der Weihe von 15 neuen Priestern in Alexandria (Ägypten).

BILD: Koptische Priester bei einer hl. Messe in Münster

Der Primas bzw. Papst der altorientalisch-koptischen Kirche betonte außerdem, dass das Familienleben von Priestern nicht vernachlässigt werden dürfe, da auch dies ein Teil ihrer Berufung und ihres Dienstes sei.

Bereits im Juli 2015 hatte der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. an einer Begegnung mit zwanzig Ehefrauen koptischer Priester teilgenommen, die im östlichen Teil von Alexandria tätig sind.

Bei dieser Gelegenheit hatte Papst Tawadros in seiner Meditation sowohl Überlegungen zur Berufung des Priesters angestellt als auch über die Realität der Ehefrau und Mutter, wie sie jeweils in den biblischen Texten veranschaulicht werden.

In den koptischen Kirchen besteht die Möglichkeit, Kandidaten für das Priestertum sowohl unter verheirateten Männern auszuwählen als auch unter denen, die im Zölibat leben, wobei Bischöfe ausschließlich aus der Reihe der Mönche ernannt werden und zölibatär leben.

Am Donnerstag, den 15. Februar, hat Papst Tawadros in einer Feier zum Gedenken an die neuen koptischen Märtyrer den heiligen Johannes Chrysostomus zitiert: „Der Märtyrer stirbt einmal für seinen HERRN, aber der Hirte stirbt jeden Tag für die Herde des HERRN“.

Wer nicht bereit sei, die märtyrergleiche Dimension des Priestertums anzunehmen und sich ohne Vorbehalte in den Dienst des Volkes Gottes stelle, sei nicht würdig, Hirte der Herde zu sein.

Quelle: Fidesdienst


Streitgespräch zwischen Evolutions-Atheist Richard Dawkins und dem ehem. anglikanischen Primas über Religion

Erzbischof Williams: Menschenrechte haben religiöse Wurzeln

Der britische Atheist Richard Dawkins hat eine Debatte über die Rolle der Religion im 21. Jahrhundert gegen den früheren anglikanischen Primas Rowan Williams verloren. Nach dem Meinungsaustausch, der am 31. Januar an der Universität von Cambridge stattfand, konnten die Zuhörer abstimmen. Williams erhielt 324 und Dawkins 136 Stimmen.

Der 62-jährige Williams war bis Ende 2012 als „Erzbischof von Canterbury“ geistliches Oberhaupt der Anglikaner und der „Kirche von England“. Seit Anfang des Jahres hat er wieder eine akademische Tätigkeit aufgenommen.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Im intellektuellen Schlagabtausch mit Dawkins argumentierte er u.a., dass Religion schon immer zum Aufbau der menschlichen Gemeinschaft und von Beziehungen der Nächstenliebe beigetragen habe. Die Vorstellung, dass religiöse Praxis einzig und allein Privatsache sei, gehe „gegen den Strich der Religionsgeschichte“, so Williams. So habe das Konzept der Menschenrechte eindeutig religiöse Wurzeln.

Der Evolutionsbiologe Dawkins (71 J.), einer der „missionarischsten“ Atheisten und Autor des Bestsellers „Der Gotteswahn“, verwies als Gegenargument u.a. auf die „entsetzliche Einstellung des Islam zu Frauen“. Religion sei im Grunde nur eine „faule Ausrede“. Sie gehe „mit falschen Erklärungen hausieren“ und verhindere die Entdeckung „wahrer Erklärungen“ für die menschliche Existenz. Dies sei ein „Verrat“ am Intellekt und an „allem, was uns zum Menschen macht“.

Quelle: http://www.idea.de