Esoterische Umarmung: Amsterdam, Medjugorje und die „Meister der Weisheit“

Von Felizitas Küble

Der Philosoph und Esoteriker Dr. Heinz Kuhberg aus Nordenau (Sauerland), der sich als „Katholik und Christ“ bezeichnet, schildert begeistert die „globale Wunderlogik“, die er seit Jahrzehnten beobachtet und in diesem 250 Seiten umfassenden Buch zusammenträgt, das im Jahr 2001 im Silberschnur-Verlag erschienen ist. titelbiild

„Die Zeichen mehren sich“, so lautet der bezeichnende Titel, der auf dem Cover ein wundersames „Lichtkreuz“ zeigt, das weltweit immer häufiger bemerkt werde, wie der Verfasser beschreibt.

Der Autor ist Anhänger einer gnostischen Jesus(irr)lehre, wie sie in einigen apokryphen Schriften aus den ersten christlichen Jahrhunderten grundgelegt wurde. (Apokryphen wurden von der Kirche bewußt nicht in den biblischen Kanon aufgenommen, gehören also nicht zur Sammlung neutestamentlicher Schriften.)

Laut jener Gnosis ist Jesus nicht wahrhaftig „ins  Fleisch gekommen“, sondern er lebte auf Erden als Geistwesen  –  nur mit einem Schein-Leib bzw. astralen (feinstofflichen) Körper umhüllt. (Diese häretische Auffassung nennt man kirchlicherseits den „Doketismus“.)  Zu eben diesem Doketismus bekennt sich der Verfasser ausdrücklich (S. 206 – 207).

Dr. Kuhberg listet über hunderten von Seiten die zunehmenden Zeichen und Wunder auf, die sich häufig als „Jesus-Visionen“ oder „Marienerscheinungen“ manifestieren würden.

Die „Meister der Weisheit“ vereinigen die Religionen

Dabei ist er sich zusammen mit dem von ihm vielgelobten britischen Esoteriker Benjamin Creme darüber einig, daß es sich bei diesen Phänomenen in Wahrheit um das Kommen von „Meistern der Weisheit“ handelt, welche als „Lehrer der Menschheit“ auftreten, um ein globales „Friedensreich“ einzuläuten und alle Religionen unter „Maitreya“ zu vereinigen. madonna-medj

Jener „Matreja“ wird als eine Art friedensstiftender Allerwelts-Messias angepriesen, in welchem das Gute aus allen Religionen vereint sei. Dieser „Christus“ sei wie einst der sog. „Meister Jesus“ kein Gott, aber eine überirdische „Wesenheit“.  Soweit dieser typisch esoterische Irrglaube.

BILD: Vielgerühmtes „Wunderfoto“ aus dem Fankreis von Medjugorje  –  Näheres dazu HIER)

Aber nun wird es aufschlußreich:

Der Autor erläutert an zahlreichen Stellen seines Buches, daß die wichtigsten himmlischen „Meister“ folgende drei sind:
1. der „Jesus-Meister“ (im Sinne der oben erwähnten Gnosis)
2. Maitreya – der Allround-Messias für unsere Zeit
3. Zudem jener Meister, „der einst die Mutter Jesu war
(vgl. z.B. S. 233).  Auf diesen Ex-Maria-Lehrer werden die weltweiten Marienerscheinungen zurückgeführt und als wunderbare Manifestation jenes „Menschheitslehrers“ beschrieben.

Dabei erwähnt der Verfasser die Zeitschrift „Share“ des Esoterikers Creme sehr häufig – und er fügt hinzu, daß in diesem seit 1982 erscheinenden Blatt nur solche Wunder-Berichte aufgelistet werden, in denen „die drei Meister ihre „Visitenkarte“ gezeigt haben“. (S. 233).

Der gnostische Meister, „der einst Maria war“

Jener Meister, der „einst die Mutter Jesu war“, erinnert freilich sogleich an die „Erscheinungen“ der sogenannten „Frau aller Völker“ in Amsterdam, die sich dort eben als jene vorstellte, die „einst Maria war“.

Die von der Amsterdam-Vision verlangte Anrufung zur „Frau aller Völker“ enthält jenen Satz („die einst Maria war“), den der Vatikan jedoch kirchlich verboten bzw. umformuliert hat („die selige Jungfrau Maria“).

Mindestens ebenso aufschlußreich sind allerdings die Bezüge zu Medjugorje, das in diesem Buch ebenfalls mehrfach positiv erwähnt wird.

Esoteriker Peterson „tief beeindruckt“ von Medjugorjemedia-372515-2

So heißt es auf S. 158 über Wayne Peterson, einen US-amerikanischen Diplomaten, dem sowohl der Maria-Meister wie auch „Maitreya“ erschienen seien, daß er sich zu einer Fahrt nach Medjugorje entschlossen habe, nachdem er von den dortigen Marienerscheinungen hörte:

„Was er dort erlebte, beeindruckte ihn tief. Aber erstaunt war er, als er mehrere Personen traf, die über Maitreya Bescheid wußten. Das war noch vor 1988. Und sie sagten ihm: Wenn Sie wissen, daß Maitreya der Christus ist, kennen Sie das letzte Geheimnis. Er traf auch eine Person, der die Maria eine Vision gegeben hatte. Und Maria sagte ihr, sie solle das Geheimnis über Maitreya noch für sich behalten.“

Ähnlich heißt es auf S. 208 erneut über Medjugorje als einem „Ort zahlreicher Marienwunder“: „Und dort erfuhr er: „Wenn Sie wissen, dass Maitreya der Christus ist, dann kennen Sie das letzte Geheimnis.“

Bereits vier Jahre nach dem Beginn der Medjugorje-Erscheinungen wurden die dortigen Ereignisse in „Share International“ von Benjamin Creme unter dem Titel „The Madonna von Medjugorje“ positiv gewürdigt: http://www.diewunderseite.de/marienerscheinungen/madonna_of_medjugorje.htm

So  kommt zusammen, was zusammengehört!

PS: Wie beliebt diverse Marienerscheinungen, vor allem aber Medjugorje, gerade bei Esoterikern sind, zeigt zB. diese Verkaufsseite mit „heiligem Wasser“ aus Medju, das als Glasfläschchen für sage und schreibe 90 Schweizer Franken verkauft wird: http://www.esoterik-versand.ch/amulett-heiliges-wasser-medjugorje-p-9348.html

Auch auf diesem esoterischen Blog (der sich mit „katholischen“ Inhalten bzw. Charismatischem und Wundergläubigem vermischt) wird für Medjugorje geworben, das Wasser von dort als „Licht-Wasser“ und „Gnaden-Wasser“ bezeichnet, ihm wundersame Wirkungen zugesprochen und die dortigen „Botschaften“ empfohlen: http://www.licht-farben.ch/sichtbares-unsichtbares.htm

 


Theologische Einwände zu den „Visionen“ der Schwester Faustyna Kowalska

Von Felizitas Küble

Am 29. Oktober 2016 veröffentlichte eine Userin mit dem Nicknamen „Maria lieben“ auf der katholischen Webseite „Gloria-TV“ einen Beitrag über die „Botschaften“ von Sr. Faustyna Kowalska, einer von Johannes Paul II. heiliggesprochenen polnischen Ordensfrau.

Vor jeder Debatte über Einzelheiten jener Visionen wollen wir uns klarmachen, daß die katholische Kirche noch nie jemanden aufgrund von Erscheinungen oder sonstigen außergewöhnlichen Phänomenen zur Ehre der Altäre erhoben hat. Es geht hierbei allein um den sog. „heroischen Tugendgrad“, also die sittliche Qualität der vorbildlichen Persönlichkeit.  faustine

Damit ist keineswegs gesagt, daß die theologischen (geschweige sonstigen) Ansichten oder etwa gar „Privatoffenbarungen“ der heiliggesprochenen Person unfehlbar sind. „Irren ist menschlich“ – dies gilt selbstverständlich auch für Selige und Heilige.

Ein bekanntes Beispiel dafür ist die hl. Katharina von Siena, die sogar zur Kirchenlehrerin ernannt wurde, obwohl sie nachweisbar eine völlig unzutreffende „Botschaft“ verkündet hatte, wonach die Madonna ihr mittels einer Erscheinung geoffenbart habe, sie – Maria – sei nicht unbefleckt empfangen. (Näheres dazu HIER)

Außerdem sind auch kirchlich „anerkannte“ (genauer gesagt: approbierte  = genehmigte, gebilligte) Erscheinungen für Katholiken nicht verbindlich. Eine Approbation beinhaltet also keine Verpflichtung, sondern stellt lediglich eine Erlaubnis dar.

Nun zu den Visionen der Schwester Faustyna, die vor allem durch das Bild und die Andacht zum „Barmherzigen Jesus“  sowie durch den „Barmherzigkeits-Rosenkranz“ weltbekannt geworden sind.

Die erwähnte Schreiberin „Maria lieben“ ist hell empört und liebt es gar nicht, daß auf der theologisch anspruchsvollen Webseite ZEITSCHNUR eine ausführliche Kritik am Kult um den „Barmherzigkeits-Jesus“ geübt wird (siehe HIER).

Die Userin bezeichnet die skeptische Autorin Hanna Jüngling in ihrer Überschrift als „Unheilsprophet“ und „Kirchengegner“; sie fürchtet gar eine „erstklassige Zersetzung unseres Glaubens“. Oho – man könnte meinen, die Künstlerin und Musikerin habe etwa die Gottheit Christi geleugnet oder die Wunder der Heiligen Schrift in Abrede gestellt  – aber nichts von alledem.

Es wurden lediglich eine Reihe von Einwänden hinsichtlich der Faustyna-Visionen veröffentlicht. Dies ist jedem Katholiken selbstverständlich erlaubt – und zwar grundsätzlich gegenüber allen (!) Privatoffenbarungen.

Dies gilt erst recht in diesem Falle, denn der Vatikan hatte die „Botschaften“ jener Nonne noch im Jahre 1959 nicht nur amtlich abgelehnt, sondern den auf Faustyna zurückgehenden Kult um den „Barmherzigen Jesus“ sogar strikt verboten. In Polen mußten seinerzeit diese (Kitsch-)Bilder aus den Kirchen entfernt werden, auch schriftliche Werbung für jene Visionen wurde untersagt. Radio Vatikan

Das Nein des hl. Offiziums bzw. der Glaubenskongegration war immerhin jahrzehntelang gültig  – bis Papst Johannes Paul II., der eine persönliche Verehrung für diese Ordensfrau pflegte, für einen kompletten Schwenk in dieser Causa sorgte:

Bereits als polnischer Bischof mit Namen Karol Wojtyla ließ er in den 60er Jahren sogar einen diözesanen Seligsprechungsprozeß für Sr. Faustyna durchführen. Zudem wies er die Pfarreien seines Bistums an, Bilder des „Barmherzigen Jesus“ in Pfarrkirchen wieder aufzuhängen, nachdem sie aufgrund der vatikanischen „Notifikation“ abgehängt worden waren. Dabei kann sich jeder an seinen fünf Fingern abzählen, daß der Vatikan seine handfesten theologischen Gründe gehabt haben wird, die zu seiner ablehnenden Haltung führten.

Es ist also jedem Katholiken völlig freigestellt, ob er diese „Visionen“  –  wie die Kirche unter Papst Johannes XXIII.  –  ablehnt oder sie im Sinne von Papst Johannes Paul II. befürwortet. Diese Meinungsfreiheit demonstrieren indirekt auch die Leserkommentare unter dem erwähnten Beitrag der Maria-lieben-Userin, die von Pro bis Contra wechseln oder unschlüssig erscheinen.

 Vor ca zehn Jahren erschien das Buch „Geschichte einer großen Sehnsucht“ (siehe Abbildung oben).christus

Darin beschreibt der Autor, Kaplan Ulrich Filler, das Leben und die Visionen von Sr. Faustyna. Die Schrift ist immerhin differenziert und von Sachlichkeit geprägt, wenngleich sie eindeutig für den Kult um den Barmherzigkeits-Jesus eintritt.

Der Verfasser erwähnt aber immerhin, daß kirchlich „anerkannte“ Privatoffenbarungen für die Gläubigen nicht verbindlich sind, weil sie nicht zur „göttlichen Offenbarung“ (Bibel und Dogma) gehören, nicht einmal zum allgemeinen Glaubensgut der Kirche.

Ich frage mich ohnehin, warum der Himmel nach ca. zweitausend Jahren auf die Idee kommen sollte, die Lehre von der Barmherzigkeit Gottes wie etwas aufregend Neues zu präsentieren. Immer schon wurde das Erbarmen des Ewigen verkündet (übrigens bereits im Alten Testament), so daß dieser Kernpunkt biblischer Lehre nicht erst durch eine polnische Nonne „geoffenbart“ werden mußte.

Darüber hinaus scheint es in unserer Zeit wichtiger, die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes wieder etwas stärker zu betonen, denn seine Gnade und Barmherzigkeit wird doch seit Jahrzehnten geradezu inflationär hervorgehoben.

Zurück zu Fillers Buch „Geschichte einer großen Seele“:

Auch er erwähnt auf S. 142 jene vatikanische Instruktion von 1959, in welcher den Bischöfen weltweit eingeschärft wurde, auf die Einhaltung des Verbotes betr. der Faustyna-Visionen zu achten. Die Verfügung des Hl. Offiziums wurde auch in den kirchl. Amtsblättern veröffentlicht.

Der Verfasser beschreibt die erste angebliche Christus-Erscheinung der Visionärin, die damals noch keine Ordensfrau war. Bei einer Tanzveranstaltung zeigte sich ihrchrkn der „entblößte“ (!) Jesus als leidender Heiland. Wer mag denn wirklich glauben, daß ihr der verklärte Gott-Mensch splitterfasernackt erschienen ist? 

Bekanntlich gehört zum Kreuzweg auch die Station „Christus wird seiner Kleider beraubt“.  –  Diese Aktion der römischen Soldaten sollte ihn demütigen und geschah gegen seinen Willen. Der Auferstandene ist weder den Frauen am Grab noch seinen Aposteln „entblößt“ erschienen. Warum sollte er es fast zweitausend Jahre später bei einer Ordensfrau plötzlich anders halten?

Auf S. 145 des Filler-Buches findet sich folgender Traum, der Sr. Faustine in einer Begegnung mit Therese von Lisieux angeblich zuteil wurde; er spricht wohl für sich – genauer: gegen die wahre Demut dieser „Seherin“, weil sich hier offenbar eine „Heilige“ in ihrer vermeintlichen „Heiligkeit“ gefällt  – so etwa wohl, als wäre man stolz auf die eigene „Demut“?!

Ich (Sr. Faustine) fragte sie: „Hl. Therese, sag mir, werde ich im Himmel sein?“ –  „Ja Schwester, Sie werden im Himmel sein“.  –  „Und werde ich heilig sein?“  – „Ja Schwester, Sie werden heilig sein.“   –  „Aber Therese, werde ich so heilig sein wie du  –  auf den Altären?“  – „Ja, du wirst heilig sein wie ich, aber du mußt Jesus vertrauen.“

Auf S. 64 wird erneut eine „Vision“ der „Seherin“ beschrieben, diesmal während einer Hl. Messe, in der sie die „Nähe“ Christi besonders „gespürt“ (!) habe:

 „Jesus, ich  möchte Dir so gerne etwas sagen.“  –  „Und was wünschest Du mir zu sagen?“  – „Jesus, ich bitte Dich kraft Deiner unbegreiflichen Barmherzigkeit, daß alle Seelen, die heute sterben, vor dem Feuer der Hölle bewahrt bleiben, auch wenn es die größten Sünder wären. Heute ist Freitag, der Gedenktag Deines bitteren Todes am Kreuz. Weil aber Deine Barmherzigkeit unbegreiflich ist, werden die Engel sich darüber nicht wundern.“  –  Jesus drückte mich an Sein Herz und sagte: „Geliebte Tochter, du hast die Tiefe meiner Barmherzigkeit gut erkannt. Ich werde tun, wie du bittest, aber vereinige dich ohne Unterlaß mit Meinem sterbenden Herzen und leiste Meiner Gerechtigkeit Genugtuung. Wisse, daß Du Mich um eine große Sache gebeten hast; aber ich sehe, daß sie dir die reine Liebe zu Mir diktiert hat, deshalb komme ich deiner Forderung entgegen.“

Hierzu ergeben sich aus katholischer Sicht folgende Fragen:   Kreuzkuppel

  1. Wie ist solch ein „Vorgang“ vereinbar mit der Lehre von der Willensfreiheit des Menschen, die Gott respektiert?  Wurden die Menschen, die an jenem Freitag starben, also allesamt in den Himmel oder ins Fegefeuer versetzt, auch wenn sie „eigentlich“ reif für die Hölle waren?!  Oder wurden sie vorher schnell von Gott zwangsbekehrt?!  – Im Gegensatz hierzu steht der biblische Bericht von den beiden Schächern am Kreuz, wobei einer sich bekehrte, der andere lästerte.
  2. Nachdem es also dem Kreuzesopfer unseres HERRN und Millionen von hl. Messen nicht gelang, zu erreichen, daß an einem einzigen Tag keine einzige Seele in die Hölle wandert,  klappt das mit Hilfe einer Bitte von Sr. Faustine mal eben im Vorübergehen? –  Ist die göttliche Lösung vor 2000 Jahren auf Golgotha sowie das höchste Sakrament der Kirche (hl. Messe) nicht optimal genug, um alle Heils-Chancen zu vermitteln?!
  3. Diese Causa mit einer Allerlösung (!) an einem bestimmten Freitag begünstigt die allgemeine Allerlösungs(Irr-)Lehre.  Denn wenn es einer Nonne mühelos gelingt, alle Seelen eines Tages per Appell an Christus zu „retten“, dann könnte doch  d a s , was dieser Freitag „bietet“,  grundsätzlich immer denkbar sein.   –   Offenbar ist das „Potential“ der göttlichen Barmherzigkeit nur nicht genügend ausgeschöpft worden, vermutlich weil der Kirche 2000 Jahre lang die Spezial-Andacht zum „Barmherzigen Jesus“ noch fehlte?!
  4. Diese Allerlösungs-Forderung der „Seherin“ ist keineswegs von der „reinen Liebe“ zu Christus geprägt (wie die „Erscheinung“ lobend konstatiert), sondern vielmehr  von der indirekten Unterstellung, die ewige Verdammnis sei nicht gerecht  –  und daher müsse Gott nur an seine Barmherzigkeit „erinnert“ werden, damit die Hölle 0022zugeklappt wird.

Dazu kommt, daß die „Visionärin“ hier eine angemaßte Mittlerfunktion zur umfassenden Seelenrettung einnimmt, die jene des priesterlichen Amtes weit übersteigt, ja anscheinend sogar jene des göttlichen Erlösers selbst.

Würde man in konservativ-katholischen Kreisen pro Frauenpriestertum plädieren, würde dies (mit Recht) Widerspruch hervorrufen.  Wenn jedoch eine Ordensfrau sich quasi-erlösende Vermittlerfunktionen zuspricht, soll das ok. sein und plötzlich allen Lobes wert? – Wo bleibt hier die (Theo-)Logik?

Offensichtlich fragwürdig erscheint mir zudem Folgendes:

  1. Durch die von der „Erscheinung“ geforderte Einführung des „Barmherzigkeits-Sonntags“ ausgerechnet am Sonntag nach Ostern wird der klassische „Weiße Sonntag“ verdrängt, also ein Sakrament, die (Erst-)Kommunion, wird durch ein „Fest“ ersetzt, das nur auf eine Privatoffenbarung zurückgeht. (Außerdem wird die liturgische Einheit der Osterzeit durchbrochen!)
  2. Das Sakrament der Beichte und der Krankensalbung bzw Letzten Ölung  wird verdrängt durch diverse „Andachtsübungen“ (Anrufungen und Novenen zum „Barmherzigen Jesus“ etc), zumal in den „Botschaften“ öfter suggeriert wird, es handle sich quasi um den „letzten Rettungsanker“ (!)  für die „Menschheit“ (!).
  3. Der überlieferte, fast 1000 Jahre alte Rosenkranz mit seinen 150 Ave-Marias wird indirekt weggeschoben durch den „Barmherzigkeits-Rosenkranz“, der schon seiner Kürze wegen bequemer ist, was n atürlich seine weite Verbreitung begünstigt.media-373855-2

Unsere Schlußfolgerung hieraus:

3 Sakramente und 1 Sakramentale (Rosenkranz) werden durch eine fragwürdige „Andacht“ verdrängt, wodurch unfaßbarer Schaden für das Heil der Seelen entsteht. Daher ist die gesamte „Botschaft“ der Sr. Faustine wegen ihrer problematischen Tendenzen nicht empfehlenswert.

Höchst bedenklich sind zudem die mit der Faustyna-Andacht verbundenen „Verheißungen“ samt absoluter Heilssicherheit. Laut Dogma (Konzil von Trient) gibt es, solange wir auf Erden leben, durchaus keine Heilsgewißheit. Dies wurde in Abgrenzung zu protestantischen Vorstellungen als unfehlbare Lehre definiert. Ein Dogma steht selbstverständlich  ü b e r  einer Privatoffenbarung.

Die Faustyna-Zusage (Wer das Barmherzigkeits-Bild verehrt, der ist gerettet) widerspricht diesem Glaubenssatz. Es wäre eine „billige Gnade“, des heiligen Gottes nicht würdig, wenn man sich allein aufgrund einer bestimmten frommen Übung das ewige Heil sichern könnte – frei nach der Devise: „Die Andacht allein macht selig“.  Dies entspräche einer pseudo-katholischen Variante zu Luthers Leitwort: „Der Glaube allein macht selig.“

Demgegenüber besteht die katholische Kirche darauf, daß auch die Beachtung der Gebote Gottes notwendig ist. Immerhin hat Christus selber gelehrt: „Willst Du zum Leben eingehen, dann halte die Gebote.“  (Mt 19,17)  – Wenn der sog. „Barmherzigkeits-Jesus“ etwas anderes verkündet, handelt es sich nicht um unseren Erlöser – so einfach ist das.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Neue „Monatsbotschaft“ aus Medjugorje wieder auf Kindergarten-Niveau

Von Felizitas Küble

In Bosnien-Herzegowina erscheint in der katholischen Pfarrei Medjugorje seit über 35 Jahren angeblich die Madonna als „Königin des Friedens“ einer Reihe von Seher/innen, damals waren es noch Kinder und Jugendliche.

Die zuständigen katholischen Oberhirten  – erst Bischof Zanic, dann Peric – lehnen diese Privatoffenbarungen ab.

Dennoch kommen große Scharen von Pilgern aus aller Welt seit Jahrzehnten nach Medjugorje, wo die Gottesmutter über 40.000 mal erschienen sein soll, wobei sie zB. der Familienmutter Marija Pavlovic-Lunetti nach wie vor täglich (!) erscheint. 

An jedem 25. Tag des Monats empfängt diese Seherin von „Maria“ eine Botschaft, die  – wie es dort heißt  –  „in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet ist“. Wir dokumentieren hier vollständig die jüngste Wortmeldung:

„Liebe Kinder! Heute rufe ich euch zum Gebet auf. Das Gebet möge euch Leben sein. Nur so wird sich euer Herz mit Frieden und Freude erfüllen. Gott wird euch nahe sein und ihr werdet Ihn in eurem Herzen als Freund fühlen.

Ihr werdet mit Ihm reden wie mit jemandem, den ihr kennt, und, meine lieben Kinder, ihr werdet das Bedürfnis haben, Zeugnis abzulegen, weil Jesus in eurem Herzen sein wird und ihr vereint in Ihm. Ich bin mit euch und liebe euch alle mit meiner mütterlichen Liebe. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Bei vermeintlich übernatürlichen „Offenbarungen“ wollen wir nicht nur darauf achten, was gesagt wird, sondern auch darauf, was  n i c h t  gesagt wird. 1523

Es fällt zB. auf, daß zwar ständig zum Gebet aufgefordert wird, aber fast nie zum Empfang der Sakramente, zu guten Werken oder zur Einhaltung der Zehn Gebote. Das Christenleben besteht aber nicht nur aus Gebet, nicht allein aus Worten, sondern auch aus Taten, aus der Nachfolge Christi!

Überdies sind die „Botschaften“ regelmäßig in ihrem Inhalt sehr banal, gewöhnlich, wenig gehaltvoll, wiederholen sich ständig und befinden sich fast alle auf Kindergarten-Niveau.

Zudem entsteht dabei der Eindruck, als sei der Glaube in erster Linie eine Sache des Gefühls  –  so auch diesmal: „Gott wird euch nahe sein und ihr werdet Ihn in eurem Herzen als Freund fühlen.“

Es spielt keine Rolle, was wir in unserem Herzen „fühlen“, sondern ob wir uns in unserer Lebensführung christlich bewähren. Es ist auch unwichtig, ob wir ein „Bedürfnis“ haben, Zeugnis abzulegen, denn der Glaube ist keine „Bedürfnisanstalt“. Nicht unsere Empfindungen und Wünsche sind der Ausgangspunkt, sondern Christi Auftrag zum Apostolat und der Wille Gottes!

Zudem ist Gott nicht nur unser „Freund“, sondern auch unser HERR, unser Erlöser und Richter zugleich. Auffallend ist auch, daß  – so wie diesmal  –  zwar oft allgemein von „Gott“, aber selten ausdrücklich von Jesus Christus die Rede ist.

Da sich die Botschaften nicht ausschließlich an eine Kleinkinderschar richten, wird man erwarten dürfen, daß hier keine derartige Schmalspur-Theologie vorgelegt wird, was aber seit Jahrzehnten der Fall ist.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


8. September: FEST der Geburt Mariens

Von der „Goldenen Pforte“ und anderen Legenden

Der heutige Festtag erinnert an die Geburt der Gottesmutter, aus derem Leib später unser Erlöser, das Heil der Welt, die menschliche Natur angenommen hat, empfangen vom Heiligen Geist. Dieses Glaubensgeheimnis bezeichnet die Kirche als „jungfräuliche Empfängnis Christi“ –  oder kürzer auch Jungfrauengeburt genannt. mutter-anna

Wie sich aus Gesprächen selbst mit glaubensfesten Katholiken, die seit Jahrzehnten treue Kirchgänger sind, immer wieder zeigt, wird nicht nur die „Unbefleckte Empfängnis“ oft mit der jungfräulichen Empfängnis Christi verwechselt.

Manche Gläubige meinen sogar, das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis der Madonna beinhalte die Lehre, daß Maria nicht auf natürlichem Wege gezeugt worden sei, sondern  – ebenso wie Christus  – jungfräulich empfangen.

Noch vor wenigen Tagen sagte mir dies eine marienfromme Frau, wobei sie sich gleichzeitig selber etwas darüber wunderte, denn die Ehe sei doch heilig und eine natürliche Befruchtung von daher ja „eigentlich“ kein Problem.

Sie berief sich aber auf die Geschichte von der „Goldenen Pforte“. Ich erklärte ihr, daß es sich hierbei lediglich um eine Sage handelt, die in der Heiligen Schrift nicht überliefert ist, sondern aus apokryphen (nicht-kanonischen, kirchlich nicht anerkannten) „Evangelien“ stammt.

Dabei sollen sich Joachim und Anna  – die Eltern Mariens  –  unter der Goldenen Pforte in Jerusalem begegnet sein, was aber nicht bedeuten muß, daß sie dort eine wunderbare Empfängnis erlebt haben. Vielmehr hätten sie wohl, so will es jene Geschichte verdeutlichen, über eine Engelsbotschaft gesprochen, welche ihnen die Empfängnis Marias ankündigte.

Selbst die Namen Joachim und Anna sind biblisch nicht erwähnt, sondern entstammen Legenden aus frühchristlicher Zeit. Es spricht aber nichts dagegen, daß diese Information zutrifft, zumal sie immerhin dem 2. Jahrhundert entspringt. 011_7A

Eine Verehrung der Mutter Anna bzw. der Eltern Mariens ist erst im Laufe der späteren Kirchengeschichte entstanden, vor allem im Spätmittelalter hinsichtlich eines speziellen Anna-Kultes. Diese Verehrung hat sich zumal in Schlesien stark ausgebreitet, wobei vor allem der Wallfahrtsort auf dem Annaberg große Bedeutung erlangte. 

Die Kirche geht also von einer normalen ehelichen Empfängnis und Geburt Mariens aus. Auch die Erzählungen, wonach Maria im kindlichen Alter als Tempeljungfrau nach Jerusalem gebracht worden sei, sind nicht nur legendär, sondern schlicht unsinnig. Es gab im Judentum grundsätzlich keine Tempeljungfrauen oder kleine Mädchen, die im Tempel „erzogen“ wurden. Daran ändern auch allerlei „Privatoffenbarungen“ und diverse Visionen nichts.

IMMACULATA: Maria als Erst-ERLÖSTE des Neuen Bundes

Das Dogma von der „Unbefleckten Empfängnis“ (Maria Immaculata) hat nichts mit einer jungfräulichen Empfängnis Mariens im Leib ihrer Mutter Anna zu tun, zumal die Madonna auf natürlichem Wege das Licht der Welt erblickte.

Die Immaculata-Lehre besagt vielmehr, daß Maria durch eine besondere Gnadengabe Gottes bei ihrer Empfängnis von jedem Makel der Erbsünde bewahrt worden ist – und zwar (so heißt es im Dogma wörtlich) „im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers“.

Maria ist also eine Voraus-Erlöste, Erst-Erlöste und Voll-Erlöste durch Christus und für Christus.

Diese gleichsam „vollendete“ Erlösung und göttliche Begnadigung ermöglichte es ihr, als auserwähltes Geschöpf und „Magd des HERRN“ am Heilswerk Christi mitzuwirken. Die Mithilfe der Madonna „von Gottes Gnaden“ ändert freilich nichts daran, daß Christus unser alleiniger und vollkommener Erlöser und daß ER unser einziger Mittler zum Vater ist.

Die Geburt Mariens wird am 8. September gefeiert, das Immaculata-Hochfest genau drei Monate später, am 8. Dezember. Davon ebenfalls zu unterscheiden ist die jungfräuliche Empfängnis Christi, an welche die Kirche am Fest der Verkündigung des HERRN erinnert  – also am 25. März.


Unheilvolle Medjugorje-Verstrickungen im jugoslawischen Bürgerkrieg

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In erscheinungsbewegten Kreisen hört man immer wieder die Mär, Medjugorje sei damals im serbisch-kroatischen Krieg „wunderbar“ beschützt worden durch die „Königin des Friedens“, welche dort angeblich mehreren Sehern schon seit Jahrzehnten erscheint. Scannen0004

Die dortigen Privatoffenbarungen sind kirchlich nicht anerkannt, die zuständigen Diözesanbischöfe (erst Zanic, dann Peric) haben sich sogar strikt dagegen geäußert.

Nun zum vielgehörten Argument von der wundersamen Friedensstätte Medjugorje inmitten des jugoslawinschen Bürgerkriegs Anfang der 90er Jahre. Die Wirklichkeit ist genau gegenteilig, wie Friedrich Reusch auf der katholischen Webseite „The Cathwalk“ klarstellt:

„Es gab damals eine enge Zusammenarbeit zwischen Kriegsverbrechern des jugoslawischen Bürgerkrieges in den 90er-Jahren und den in Medjugorje die Fäden ziehenden Franziskanern der Franziskanerprovinz Mostar.

Der Fuldaer Diözesanpriester Stefan Krönung erinnert sich an Einsätze mit dem Malteser-Hilfsdienst in Medjugorje infolge des Bürgerkriegs. Der Hilfsdienst hatte das besondere Anliegen, den durch den Krieg schwer gebeutelten Bosniern zu helfen und arbeitete mit dem Kassler Verein Helft Bosnien e.V. zusammen.

Pfarrer Krönung über sein Bild von Medjugorje:

„Das Ganze ist mir eher ‚nationalistisch’ als ‚fromm’ vorgekommen. (…) Das Franziskanerkloster in Mostar war bislang noch nicht einmal bereit, uns bei unseren humanitären Aktionen zu unterstützen, und wir hatten ‚nur mal nach einem Abstellplatz für PKW’ angefragt.

Ich werde nicht vergessen, wie wir erzählt bekamen, dass am Tag vor dem Angriff Kroatiens auf Mostar die UN-Blauhelme aus der bedrohten Stadt abzogen und in Medjugorje stationiert wurden. Natürlich war so das ‚Wunder’ vom wunderbaren Schutz der Gottesmutter komplett. Nur warum war der Schutz für die 30 km entfernten Menschen an der Neretwa nicht mehr da und das Morden griff um sich?“ 038_35

Wenn die Medjugorje-Propaganda uns also weismacht, der Ort sei im Krieg auf „wundersame Weise“ beschützt worden, so ist das entweder eine falsche Schwärmerei wider besseren Wissens oder aber eine Lüge.

Schließlich kann man wohl kaum behaupten, dass es wundersam ist, wenn die Strategen der Erscheinungen erst so eng mit kroatischen Freischärlern zusammenarbeiten, dass diese dann auf dem Franziskanergelände in Medjugorje Splittergranaten testen und zu einem ihrer strategischen Zentren ausbauen, bis irgendwann die UN-Schutztruppe eingreift und für Ruhe sorgt.

Angenommen, die Franziskaner von Medjugorje wären überzeugt, dass in Medjugorje wirklich die Muttergottes erscheint, würden sie dann Übungsmanöver mit Splittergranaten am Fuß des Erscheinungsberges zulassen?

Bald nach dem Krieg saßen bezeichnenderweise auch einige Medjugorje-Freunde in Den Haag als Kriegsverbrecher in Haft. Der neue Medjugorje-Guru, Pater Slavko Barbarić, besuchte die alten Freunde im Jahr 2000 in der Haft und schwärmte danach von ihnen in einer Presseaussendung in den höchsten Tönen: „Es wird das kroatische Volk in diesen guten und edlen Menschen gerichtet.“

Noch allerdings fließt das Geld. Es floss früher auch auf die Hercegovačka Banka, an der die Medjugorje-Franziskaner Anteilseigner waren. Die UN-Schutztruppe schloss im Jahr 2001 die Filiale dieser Bank in Medjugorje, auf der ein Großteil des Spendenaufkommens der Medjugorje-Industrie abgewickelt wurde, wegen Verdachts auf Wirtschaftskriminalität.
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Auf dem Höhepunkt des innerkirchlichen Konflikts zwischen der kritischen Diözesanleitung von Mostar-Duvno und den Medjugorje-Franziskanern wurde Bischof Ratko Perić am 2. April 1995 von kroatischen Freischärlern zusammengeprügelt, entführt und schließlich in einer Kapelle der Franziskaner 10 Stunden lang festgehalten und erst durch die UN-Schutztruppen wieder befreit. Das Exempel war statuiert: Wer sich gegen Medjugorje und Komplizen stellt, muss selbst als Bischof Angst vor Gewalt haben.“
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Quelle und vollständiger Text mit Fußnoten hier: https://thecathwalk.net/2010/01/19/medjugorje-lugennetz-und-sundenpfuhl-teil-3/
Wir danken für die freundliche Abdruckerlaubnis!
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Weitere Infos zu Medju: https://de.wikipedia.org/wiki/Me%C4%91ugorje

Medjugorje: Die „Madonna“ plaudert jetzt aus dem Nähkästchen

Von Felizitas Küble

Wie gut, daß es Medjugorje gibt – und die dortige Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo. Seit Jahrzehnten hört sie jeweils am 2. Tag eines Monats die Stimme der „Gottesmutter“.

Die dortigen „Erscheinungen“ sind zwar kirchlich nicht anerkannt und werden vom zuständigen Bischof Peric ausdrücklich abgelehnt, dennoch erhält diese bekannte Pfarrgemeinde in Bosnien-Herzegowina nach wie vor großen Zulauf aus aller Welt. 2732900420_68d28f8a20

In der jüngsten Privatoffenbarung vom 2. August 2016 weiß die Madonna zu berichten, was Christus  –  ihr „Kleiner“  –  einst zu ihr sagte, als er noch ein Kindlein war.

Aber lesen wir zunächst die ganze „himmlische“ Botschaft (Linien zur Hervorhebung von uns):

„Liebe Kinder! Ich bin zu euch, unter euch, gekommen, damit ihr mir eure Sorgen gebt, damit ich sie meinem Sohn darbringe, damit ich Fürsprache halte bei Ihm für euer Wohl.

Ich weiß, dass jeder von euch seine Sorgen hat, seine Versuchungen, deshalb rufe ich euch mütterlich auf, kommt an den Tisch meines Sohnes. Er bricht das Brot für euch, Er gibt sich euch selbst, Er gibt euch Hoffnung; von euch sucht Er mehr Glauben, Hoffnung und Frohmut. Er sucht euren inneren Kampf gegen Egoismus, Verurteilungen und menschliche Schwächen. Deshalb sage ich als Mutter: Betet, denn das Gebet gibt euch die Kraft für den inneren Kampf.

Mein Sohn als Kleiner erzählte mir oft, dass mich viele lieben und Mutter nennen werden. Ich, hier unter euch, fühle die Liebe. Ich danke euch. Gemäß dieser Liebe bitte ich meinen Sohn, dass keiner von euch, meinen Kindern, nach Hause zurückkehrt, so wie er gekommen ist; dass ihr so viel Hoffnung, Barmherzigkeit und Liebe mitnehmt, so dass ihr meine Apostel der Liebe sein werdet, die mit ihrem Leben bezeugen, dass der Himmlische Vater die Quelle des Lebens ist und nicht des Todes.

Liebe Kinder, erneut bitte ich euch mütterlich, betet für die Auserwählten meines Sohnes, für ihre gesegneten Hände, für eure Hirten, dass sie meinen Sohn mit so viel Liebe wie möglich verkünden und so die Bekehrungen bewirken. Ich danke euch.“

Hierzu kurz einige Hinweise und Fragen:

  1. Muß die himmlische Mutter wirklich eigens auf die Erde kommen, „damit ihr mir eure Sorgen gebt“, auf daß sie diese ihrem Sohne „darbringen“ kann?  – Genügt hierfür kein vertrauensvolles Gebet bzw. eine Bitte um Fürsprache, wie dies Millionen von Katholiken alltäglich praktizieren? Warum sollte dies in Medjugorje nur auf außergewöhnlichem Wege möglich sein?
  2. Christus suche den „inneren Kampf“ der Seher gegen „Egoismus, Verurteilungen und menschliche Schwächen“, heißt es. – Das Wort Sünde oder Schuld wird hier vermieden. Warum?  –  Und was soll das Wort „Verurteilungen“ in diesem Zusammenhang genau beinhalten? Zwischen dem Urteil über eine Sache und dem Vorurteil gegen eine Person besteht bekanntlich ein erheblicher Unterschied.
  3. Nun wissen wir also nach zweitausend Jahren, was Jesus „als Kleiner“ seiner Mutter ins Ohr geflüstet hat, nämlich „dass mich viele lieben und Mutter nennen werden“. Bei den Sehern „fühlt“ die Erscheinungs-Maria nun „die Liebe“ und bedankt sich brav.  – Freilich beweist das Magnificat, der biblisch bezeugte Lobgesang Mariens, daß sie dies bereits wußte, als sie gesegneten Leibes war und ihre Cousine Elisabeth besuchte. In ihrem Jubellied heißt es: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter.“ –  Der Seitenblick auf „Privatoffenbarungen“ erübrigt sich also, wenn man einen Blick in die Bibel wirft….
  4. Um zu wissen, daß Gott-Vater nicht etwa eine „Quelle des Todes“ (sondern selbstverständlich „des Lebens“ ) ist, genügt ebenfalls eine kurze Besinnung auf die Hl. Schrift und die Lehre der Kirche. Solche mark- und beinerschütternden Weisheiten erfordern keine Visionen oder sonstige Phänomene aus einer vermeintlich anderen Welt.

 

 

 


Die „Marienerscheinungen“ von Heroldsbach und das Sonnenwunder vom 8.12.1949

Von Felizitas Küble

Bekanntlich hat die katholische Kirche die angeblichen Marienerscheinungen von Heroldsbach, die von 1949 bis 1951 nicht nur im Frankenland, sondern in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz für großes Aufsehen sorgten, entschieden abgelehnt. Radio Vatikan
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Die Verwerfung einer übernatürlichen „Echtheit“ erfolgte nicht allein durch den zuständigen Diözesanbischof von Bamberg, sondern später auch durch das Hl. Offizium (Glaubenskongregation in Rom) und schließlich sogar durch Papst Pius XII. selber.
Im Römischen Dekret vom 25. Juli 1951 wird erklärt: “Es steht fest, daß die genannten Erscheinungen nicht übernatürlich sind. Daher wird der entsprechende Kult am erwähnten Ort und auch anderwärts verboten.“
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Die sieben „Sehermädchen“ wurden  –  da sie auch nach dem kirchlichem Urteil eisern an dieser „Privatoffenbarung“ festhielten  – exkommuniziert, also vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen.
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Die kirchliche „Obrigkeit“ ging damals tatsächlich sehr streng gegen „Wundersucht“ und erscheinungsbewegte Kreise vor, die mit dem Phänomen Heroldsbach verbunden waren: Katholische Geistliche, die an diese „Erscheinungsstätte“ pilgerten oder positiv darüber predigten, wurden vom Bischof  – mit der Zustimmung des Vatikan  –  kurzerhand suspendiert (ihrer priesterlichen Funktionen enthoben); sogar die Zelebration der hl. Messe war ihnen untersagt.
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Zu diesen „ungehorsamen“, weil überaus erscheinungsorientieren Priestern gehörte der Theologe Prof. Dr. Johann Baptist Walz.
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Sein Schicksal ist geradezu tragisch zu nennen, zumal der angesehene Alttestamentler zuvor durch nüchterne Gelehrsamkeit auffiel, keineswegs durch schwärmerische oder naiv-wundersame Anwandlungen.
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Dennoch entwickelte er sich zu einem hartnäckigen Anhänger von Heroldsbach, deren Ereignisse die Kirche hierzulande viele Jahre lang in Atem hielten, zumal hunderttausende von Pilgern in diese fränkische Ortschaft fuhren, ja ganze Sonderzüge unterwegs waren – und all dies auch nach dem strikten kirchlichen Nein.
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Ein wichtiger Grund für die unbeirrbare Haltung von Professor Walz war das Heroldsbacher „Sonnenwunder“ vom 8. Dezember 199, dem Hochfest der makellos empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria.
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Nun ist ein derartiges Phänomen sicherlich aufsehenerregend, aber durchaus nicht so einzigartig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

„Sonnenwunder“ gab es häufig bei irrgeistigen Erscheinungen

Solche sensationellen Mirakel werden auch von anderen kirchlich nicht anerkannten   Privatoffenbarungen berichtet, z.B. von Montichiari und San Damiano (beide Italien), von Marpingen (Saarland), Penablanca (Chile) oder Medjugorje (Bosnien-Herzegowina), zudem im neueren Erscheinungsort Bad St. Leonhard (Österreich), wo einem Seher Caputa viele Visionen zuteil werden, wie seine Anhängerschaft glaubt.
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In Agoo (Philippinen) sollen Tausende von Menschen eine „tanzende Sonne“ am Firmament während einer Marienerscheinung gesehen haben (Info: http://www.diewunderseite.de/marienerscheinungen/).  –  In Marmora (Kanada) bestätigten angeblich 30.000 Wallfahrer die dortigen „Phänomene des Sonnenwunders“, wie die Nachrichtenseite „Kath.net“ im Nov. 2005 berichtete: http://www.kath.net/news/12003
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Im Falle von Montichiari (Erscheinungen der „Rosa Mystica“) gab es einige Pilgergruppen, darunter auch Priester, welche dort mehrfach außergewöhnliche Vorgänge und einen „Sonnensturz“ am Firmament erlebten; dadurch fühlten sie sich  in ihrer Meinung bestätigt, Montichiari sei eine Art Fortsetzung von Fatima. (Näheres dazu in dem Buch „Maria, Rosa Mystica“ von Pfarrer Weigl ab S. 66.)
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Auch im saarländischen Erscheinungsort Marpingen soll sich die Sonne eine halbe Stunde lang gedreht und sogar in eine Herzform verwandelt haben; dies schildert jedenfalls Pater Dr. Jörg Müller in seinem Taschenbuch „Von Maria zu reden ist gefährlich“.
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Von einem Lichtspektakel als Naturereignis wird bisweilen auch ohne religiösen Zusammenhang berichtet; erinnert sei z.B. an das sog. „Elmsfeuer“ in der Schweiz (Buch dazu hier: http://www.ebay.com/itm/ELMSFEUER-Ein-phantastisches-Lichtspektakel-im-Kanton-Glarus-Stephan-Baum-/171643371027)
Buchtitel
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Prof. Walz und die Faszination Heroldsbach

Zurück zu Professor J. B. Walz, der seine Beobachtungen, Eindrücke und Erfahrungen in dem zweibändigen Werk „Die „Muttergottes-Erscheinungen“ von Heroldsbach-Thurn“ veröffentlichte (siehe Foto: 1. Band).
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Die Heroldsbacher Ereignisse begannen am Sonntag, den 9. Oktober 1949  – und schon nach zwei Monaten wurden die vermeintlichen Erscheinungen von Maria, Jesus und zahlreichen Heiligen durch ein aufregendes Sonnenwunder von oben her „bestätigt“, wie es scheint.
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Der Verfasser schreibt in seinem Bericht auf S. 26 ff., daß er an jenem Tage gegen Mittag nach Heroldsbach fuhr, wo er bis abends 20,30 Uhr verweilte.
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Prof. Walz begab sich gegen 14 Uhr mit einer Reihe weiterer Priester, darunter Pfarrer Gailer von Heroldsbach, zum Erscheinungshügel, auf dem sich bereits etwa zehntausend Personen befanden, zumal Heroldsbach längst in aller Munde war.
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Bald danach schauten die Sehermädchen –  seinem Bericht zufolge  –  die Gottesmutter erneut mit weißem Kleid, goldener Krone und einem „schwarzen“ (!) Rosenkranz an der rechten Seite. Die „Madonna“ trug ein weißgewandetes Jesuskind mit Heiligenschein. Nun begann eine Prozession zum Birkenwäldchen-Altar, der von Heroldsbach-Pilgern errichtet worden war.
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Der Priester schreibt sodann, er habe plötzlich in der Menschenmenge „ein großes Durcheinander“ gesehen:
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„Ich hörte auch erregte Rufe, die ich aber wegen der zu großen Entfernung nicht verstehen konnte.“  –  Wenig später habe eine „panikartige Unruhe unter der betenden Menschenmenge“ eingesetzt, denn die Prozession „löste sich jetzt gänzlich auf, alles lief durcheinander, ich hörte Rufe von Menschen: „Feuer! Feuer! Das Sonnenwunder! Das Sonnenwunder! Wie in Fatima!“
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Prof. Walz schildert die weiteren Ereignisse folgendermaßen: ???????
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„Auf einmal sah ich rechts von mir durch die Birken die Sonne auf uns zustrahlen in einer ganz außergewöhnlichen Stärke und Lichtfülle, es wurde immer heller und heller, immer greller, die Sonne schien mir immer größer zu werden und näher an den Altar und an uns heran zu kommen, ich war wie geblendet, glaubte bestimmt eine ganz außergewöhnliche Helligkeit und Stärke der Sonne zu verspüren, ich hatte den überwältigenden Eindruck eines außergewöhnlichen Ereignisses und glaubte, es kommt jetzt schlagartig etwas Außergewöhnliches, Furchtbares, ich erschrak“.
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Nun habe der Heroldsbacher Ortspfarrer mit dem Vorbeten des Rosenkranzes aufgehört, weil „die Unruhe unter der Menschenmenge immer größer wurde und das Rufen immer lauter und häufiger“; er  kam zu Prof. Walz herüber und sagte: „Wir wollen hinaus ins Freie gehen, damit wir die Sonne besser sehen, was eigentlich los ist.“
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Der Autor erzählt weiter: „Wir gingen ungefähr 20 bis 25 Meter hinaus ins Freie, wo wir die Sonne ganz frei, ohne Überdeckung durch den Birkenwald sehen konnten. Nun blickten wir hin zur Sonne, da plötzlich fing die Sonne sich zu drehen an, ganz schnell im Kreise herum, und die Drehungen so deutlich erkennbar, so schnell, dass ich die Vorstellung hatte, wie wenn ein Motor die Sonnenscheibe rhythmisch (in gleichmäßiger Geschwindigkeit) sehr rasch drehen würde.
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Dabei erschien die Sonnenscheibe in den herrlichsten Farben, ein wunderschönes Weiß, dann orange, dann rosa mit blau und grünlich wechselnd, in schönster Farbenpracht, die so auffallend wohltuend und mild und lieblich auf uns einwirkte, dass wir während der ganzen Rotationsdauer von fast einer Viertelstunde trotz der außerordentlichen Helligkeit ruhig hineinsehen konnten, ohne geblendet zu werden, wie man auch überall reden hörte. media-372515-2
In der Sonne sah ich mehrere Figuren sich ebenfalls ziemlich rasch bewegen, bald oben, bald unten, bald rechts oder links, die ich nicht näher erkennen konnte.
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Die (Seher-)Kinder gaben an, schon während dieser Himmelserscheinung, wie auch nachher im Pfarrhof beim Einzelverhör, sie hätten die Gottesmutter in der sich drehenden Sonne gesehen, auch noch in der untergehenden Sonne, die wir nicht mehr rotieren sahen.
 
Ich war von der Rotation der Sonne so erschüttert, dass ich glaubte, es würde noch ein großes Naturereignis nachfolgen, dass entweder ein großer Erdriss entstehen würde oder ein sonstiges außergewöhnliches Naturereignis, da kam der ruhig wandelnde Stern.
 
Die Menschen waren alle bestürzt und tief ergriffen, mehrere weinten, auch Kinder, welche die Erscheinung hatten… Man hörte oft aus der Menge die Rufe: „Jetzt ist alles wahr! Die Gottesmutter hat das Zeichen dafür gegeben! Jetzt glauben wir an die Erscheinung.“
 
Wir beobachteten diese Erscheinung der rotierenden Sonne, die ungefähr eine Viertelstunde dauerte, 15.30 bis 15.45 Uhr, während das erste Sonnenwunder nach Angabe der Leute kurz nach 15 Uhr begann und um 15.15 Uhr endete…

Nach Aufhören der Rotation der Sonne gegen 15.45 Uhr begab ich mich mit Herrn Pfarrer Gailer, den übrigen Priestern und den Kindern wieder hinauf zum Wagen, alle tief ergriffen über die noch nie beobachteten Ereignisse!

Jeder von uns sprach die persönliche Überzeugung aus, dass dies eine Bestätigung der Gottesmuttererscheinungen sei.“

0022Die „Marienerscheinung“ wird befragt

Am späten Nachmittag habe er, schreibt Prof. Walz weiter, die „Seherkinder“ beauftragt, folgende Fragen an die Erscheinung zu richten: „Liebe Gottesmutter, hast Du die sich drehende Sonne und den wandelnden Stern uns als Zeichen Deiner wunderbaren Erscheinung gegeben?“  –  Dies sei durch die Madonna bestätigt worden, so der Autor, denn diese habe geantwortet: „Das habe ich gemacht, weil noch so viele Ungläubige dabei sind, dass sie es auch glauben.“
 
Tatsächlich schreibt der Verfasser, nach diesem Sonnenwunder seien „auch die Ungläubigen gläubig geworden“. (Er meint mit „Ungläubigen“ solche, die nicht an jene Erscheinungen glaubten, ihre Meinung aber nach diesem „himmlischen“ Sonnensturz änderten).
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Übrigens: Die Antwort des Erscheinungsphantoms („Das habe ich gemacht…“) ist auch rein theologisch gesehen schlichtweg falsch, da allein GOTT selbst ein Wunder wirken kann. Heilige können durch ihre Fürbitte nur indirekt dazu beitragen, sind aber selbstverständlich nicht allmächtig, was auch für die Madonna gilt, zumal sie ebenfalls ein GESCHÖPF ist (wenngleich das heiligste von allen).
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Abschließend heißt es in dem Bericht von Professor Walz:
„Ich möchte noch ausdrücklich bemerken, dass ich über Fatima noch keine nähere Darstellung gelesen habe außer einem kurzen Bericht im Heinrichsblatt 1949, auch den Bernadette-Film nicht gesehen habe, als Dogmatiker mich mit Privatoffenbarungen nicht näher befasst (war nicht in Konnersreuth) und seit 1938 alttestamentliche Wissenschaften und Orientalia zu vertreten hatte.“
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Sein Protokoll jener wundersamen Ereignisse vom 8. Dezember 1949 wird inhaltlich von mehreren weiteren katholischen Geistlichen ausdrücklich bestätigt, darunter dem bereits erwähnten Pfarrer von Heroldsbach.

Welche Schlußfolgerungen ziehen wir daraus?

Man kann es sich angesichts dieser Sachlage wohl nicht allzu leicht machen, indem man das „Sonnenwunder“ von Heroldsbach von vornherein als erfundene Geschichte, menschliches Betrugsmanöver oder Massenhysterie abwertet.
Gleichwohl kommen rein natürliche Erklärungen grundsätzlich durchaus in Betracht.  So berichtet zB. der spanische Jesuitenpater Carlos M. Staehlin in seinem Buch „Apariciones“ (Erscheinungen) von einem vermeintlichen „Sonnentanz“, der allein durch seelische Suggestion hervorgerufen wurde:
Dabei erlebten „beinahe hundert Jungen und Männer, ohne daß dabei ein Mädchen oder eine Frau als Auslöserin des Phänomens mitgewirkt hätte“ mehr als drei Minuten lang ein „astronomisches Wunder“, denn sie schauten einen „Tanz der Sonne“, den sie danach jeweils „in vollständiger Übereinstimmung auch der Einzelheiten“ beschrieben hätten. „Alle, die diese Halluzination hatten…,gehörten jener Gegend an, in der es damals eine Reihe von Erscheinungen gab“, berichtet der Geistliche weiter. (Quelle: Pater Carlos Maria Staehlin S.J., APARICIONES. Madrid 1954, S. 90)
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Aber selbst dann, wenn sich ein derartiges Sonnenphänomen nicht ohne weiteres natürlich erklären läßt, muß es nicht von „oben“ bewirkt sein. Die kritischen Fragen, die sich dann stellen, sind eher theologischer Natur: DSC06228
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Macht der erhabene Gott wirklich mit derartigen Massenspektakeln auf sich aufmerksam?  Hat ER solche theatralischen Zeichen wirklich „nötig“?
Und worin soll der religiöse Sinn eines „Sonnentanzes“ bestehen? – Außerdem bedeutet z.B. ein Lichtphänomen nicht automatisch etwas Positives, schließlich warnt der Apostel Paulus davor, daß  Satan auch als „Engel des Lichts“ erscheint (vgl. 2 Kor 11,14)
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Wir kennen den bekannten Spruch: „Wunder sind des Glaubens liebstes Kind.“  –  Man könnte hinzufügen: „Und Schauwunder sind des Aberglaubens liebstes Kind.“ – Demgegenüber sagte unser Erlöser: „Selig, die nicht sehen und doch glauben!“ – Und Paulus erklärte: „Wir leben im Glauben, nicht im Schauen!“
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Hat nicht Christus bei der Versuchung in der Wüste ausdrücklich jenes Sensationswunder, das Satan von ihm forderte, strikt zurückgewiesen?(Jesus lehnte den Vorschlag ab, sich aufsehenerregend von der Zinne des Tempels zu stürzen.  –  Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2014/03/09/mit-der-wahrheit-lugen-die-charismatische-versuchung-christi-in-der-wuste/)
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Sind solche mirakulösen Naturschauspiele wirklich geeignet, den Glauben sinnvoll zu vertiefen? Oder dienen sie nicht vielmehr einer  – wenngleich religiös verbrämten  –   „Sinnlichkeit“, Schaufreude und Sensationsgier?

Sind wir als Christen quasi „Sonnenanbeter“?

Reagierten damals nicht sogar viele Menschen   – wenngleich eher unfreiwillig  –  gleichsam wie heidnische „Sonnenanbeter“, als sie sich in ihrer Mischung aus Faszination und Erschrecken spontan auf die Knie warfen  – und dann dieses aufregende Lichtspektakel verehrten?
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Es liegt jedenfalls auf der Hand, daß ein solches „Schauwunder“ für sich genommen kein Beweis für die himmlische Herkunft eines Ereignisses ist, zumal da es mehrfach auch bei solchen Phänomenen auftritt, die von kirchlicher Seite abgelehnt werden, wie dies in puncto Heroldsbach eindeutig der Fall ist.
Zudem treten „Sonnenwunder“ erst ab dem 20. Jahrhundert auf  –  warum gab es vorher über 1900 Jahre lang keine derartigen Ereignisse in der Kirchengeschichte?!
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In der Heiligen Schrift heißt es zwar bei Lk 21,25 „Und es werden Zeichen geschehen an Sonne, Mond und Sternen“, doch dies gilt als negative Ankündigung, als drohendes Gerichtszeichen am Ende der Zeiten  –  und nicht etwa als eine glorreiche Bestätigung von Erscheinungen oder dergleichen.
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Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.