Neuer Streit um kirchliche Missbrauchs-Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer

Von Felizitas Küble

Wie jetzt durch die Wochenzeitung Die ZEIT und die BILDzeitung aktuell berichtet wird, beschwert sich der ehem. niedersächsische Justizminister (SPD) und bekannte Kriminologie Christian Pfeiffer derzeit bitter über seine Auseinandersetzung mit der Bischofskonferenz – besonders Kardinal Reinhard Marx  –  um seine Missbrauchsstudie aus den Jahren 2011/12.

Damals wurde die Zusammenarbeit hinsichtlich einer Priester-Studie über Missbrauch zwischen den katholischen Bischöfen und Pfeiffers Forschungsinstitut abrupt beendet.

Der bekannte Kriminologe erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen Bischof Ackermann (Trier), weil dieser von ihm eine Zensur verlangt und einen unseriösen neuen Vertrag habe aufdrängen wollen.

Wir haben bereits am 19. Oktober 2011 – damals war die Priester-Studie Professor Pfeiffers noch im Gange  –  hier im CHRISTLICHEN FORUM die Frage gestellt, weshalb seitens der Bischöfe überhaupt Kirchensteuergelder investiert werden für „sündhaft teuere“ Forschungsprojekte (400.000 Euro), die nicht wirklich notwendig sind. (Siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/10/19/pfeiffer-studie-sexueller-misbrauch-in-deutschland-stark-rucklaufig/)

Warum nicht nötig?

Weil es kurz zuvor bereits eine Missbrauchs-Studie des von Prof. Pfeiffer geleiteten Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen gab, deren Ergebnisse veröffentlicht wurden.

Es handelte sich dabei nicht etwa um eine kleinere Umfrage, sondern um eine breit angelegte Studie mit 11.500 Befragten bzw. 683 Betroffenen sexueller Gewalt  im Alter zwischen 16 bis 40 Jahren.

Die Untersuchung erfolgte im amtlichen Auftrag des Bundesbildungs-Ministeriums im Rahmen des „Runden Tisches Missbrauch“. Titel der Studie: „Erster Forschungsbericht zur Repräsentativbefragung Sexueller Missbrauch 2011“ 

Von den 11.500 Befragten und 683 Opfern wurde lediglich ein einziges Mal ein katholischer Priester als Täter genannt.

Hierzu erklärte der erwähnte evangelische Professor Pfeiffer gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ vom 18.10.2011 wörtlich: „Von den 11.500 befragten Personen und den 683 Opfern ist nur eine einzige Person  –  eine 28-jährige Frau  –  von einem katholischen Priester missbraucht worden.“

Was sich in den Forschungen der letzten Jahrzehnte immer klarer herauskristallisierte, wurde auch in dieser Studie bestätigt:

Zu 50% handelt es sich bei Tätern nicht etwa um mehr oder weniger unbekannte Personen, sondern um das direkte Umfeld: um Angehörige, Verwandte oder Bekannte  – und 8,6% der Opfer erwähnen Lehrer an Schulen.

Der Instituts-Direktor Pfeiffer erläuterte das  – für viele „überraschende“  –  Priester-Ergebnis damit, daß jene, die einst von Geistlichen mißbraucht wurden, heute oft über fünfzig Jahre alt seien, wobei die jeweilige Tat mehr als 35 Jahre zurückliege.

Der von ihm untersuchte Personenkreis sei jedoch nicht älter als 40 Jahre. Man könne insofern davon ausgehen, daß die Mißbrauchsdelikte bei kath. Priestern seit längerem stark zurückgehen.

 


Politiker von CDU und CSU verlangen mehr Abschiebungen nach Nordafrika

Realistische Einstufung der Maghreb-Staaten scheiterte an Grünen

Führende Unions-Politiker haben eine konsequentere Abschiebepolitik in die Maghreb-Staaten gefordert.

„Nordafrikaner ohne Bleiberecht, allen voran Straftäter, müssen schnellstmöglich unser Land verlassen, notfalls auch mittels Abschiebung“, sagte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Stephan Meyer (CSU), der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Auch die verstärkten Bemühungen, mehr Nordafrikaner zur freiwilligen Rückkehr in ihre Länder zu bewegen, seien richtig.

CDU-Innenpolitiker Armin Schuster forderte eine Einstufung von Algerien, Marokko und Tunesien als sichere Herkunftsländer. „Männer aus Nordafrika, die kein Bleiberecht haben“, seien ein Problem. Deshalb sei es vernünftig, Asylverfahren zu beschleunigen und Rückführungen in die Maghreb-Staaten zu erleichtern.

„In den Sondierungsgesprächen muß sich die SPD bewegen und ihre Blockade gegen die Einstufung als sichere Herkunftsländer abräumen“, so Schuster.

Auslöser für die Debatte war eine neue Studie des Wissenschaftlers Prof. Dr. Christian Pfeiffer zur Kriminalität durch Einwanderer. Demnach werden Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan deutlich seltener straffällig als Personen aus Marokko, Algerien und Tunesien. Letztere stellten 2016 nur 0,9 Prozent der in Niedersachsen registrierten Asylbewerber, aber 17,1 Prozent der Tatverdächtigen.

In der vergangenen Legislaturperiode versuchte die Große Koalition auf Drängen von CDU und CSU die drei nordafrikanischen Länder zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch im Bundesrat am Widerstand der Grünen. 

Quelle: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2018/union-fordert-mehr-abschiebungen-nach-nordafrika/


Der ehem. SPD-Minister und Kriminologe Christian Pfeiffer über einen TV-Skandal

Silvesternacht – ein „Stresstest für den Journalismus“

Das läßt tief blicken: Jetzt haben unsere staatlichen Radioanstalten und Fernsehsender sogar Angst vor einem ehem. Minister der SPD bzw. befürchten, dieser könnte ein einziges Wort „zuviel“ über Flüchtlinge äußern, das nicht dem linken Mainstream zur Asylcausa entspricht. zeitungen

Unter dem TitelÖffentlich-rechtliche Regie  –  Wer zur Gewalt in Köln nicht gefragt ist“ hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hierzu am heutigen Samstag (9. Januar) ein aufschlußreiches Beispiel erwähnt.

FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld stellt in seinem Artikel schon eingangs klar:

„Experten dürfen im Interview nicht von Flüchtlingen sprechen, Moderatoren tun Polizeiaussagen als „wahrscheinlich letztlich Klischees“ ab. Wie der Rundfunk mit der Silvesternacht von Köln umgeht, ist das Gegenteil von Journalismus.“

Vorweg sei angemerkt, daß die FAZ als einzige überregional bekannte Tageszeitung von Anfang an einen kritischen Kurs in der Asyldebatte gefahren ist. Während sich der Rest der Medienrepublik bzw. der sog. „Qualitätspresse“ in einer  –  bestenfalls naiven  –  „Willkommenskultur“ übte, nannte die „Frankfurter Allgemeine“ die Probleme der Flüchtlingscausa stets realistisch beim Namen.

Zurück zu dem bereits erwähnten SPD-Politiker: Es handelt sich um den früheren Justizminister von Niedersachsen, Prof. Dr. Christian Pfeiffer. Er befaßt sich mit seinem Kriminologischen Institut in Niedersachsen seit Jahrzehnten fundiert mit Gewalt und Jugendkonflikten, erstellte Studien über die Mentalität junger Muslime etc.

Die FAZ berichtet: Er solle im Zusammenhang mit den sexuellen Gewalttaten gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln nicht von Flüchtlingen sprechen, habe ihn ein Fernsehredakteur kürzlich vor einer Sendung angewiesen, sagte Pfeiffer, als er am Donnerstagabend in der „Phoenix Runde“ zu Gast war. Sonst, wurde Pfeiffer gesagt, breche man das Interview sofort ab.“
Redakteur Hanfeld schreibt abschließend zu Recht: „Die Silvesternacht von Köln ist auch ein Stresstest für den Journalismus.“  – Das Ergebnis läßt sichtlich zu wünschen übrig.
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Kriminologie-Direktor fordert Aufarbeitung der Judenfeindschaft Martin Luthers

Meldung der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA:

Die evangelische Kirche sollte das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 auch dazu nutzen, ihre eigene Geschichte selbstkritisch aufzuarbeiten. Dazu gehöre vor allem die dunkle Seite Martin Luthers (1483 – 1546).

Das fordert der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Prof. Christian Pfeiffer (Hannover), in der April-Ausgabe des Kulturmagazins CICERO.

So habe der Reformator in seiner 1543 erschienenen Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ das gefordert, was knapp 400 Jahre danach in der Reichspogromnacht umgesetzt worden sei, schreibt der ehem. Minister Pfeiffer. In einem Punkt allerdings unterscheide sich Luthers Appell von der NS-Diktatur: Er habe nicht zum Holocaust aufgerufen.

Protestanten folgten Hitler williger als Katholiken

Dennoch lasse sich nicht leugnen, dass Protestanten Hitler willfähriger gefolgt seien als Katholiken. Die katholische Kirche habe eine größere Distanz zum Regime gewahrt und nicht aktiv mit ihm zusammengearbeitet, wie das bei den „Deutschen Christen“ der Fall gewesen sei.

Bis heute tue sich die evangelische Kirche mit dieser Vergangenheit schwer, schreibt der Kriminologe. So habe sie den 75. Jahrestag der Pogromnacht 2013 nicht genutzt, um selbstkritisch Rückschau zu halten. Bis 2017 bleibe aber Zeit, das Versäumte nachzuholen.  

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Pfeiffer-Studie: Sexueller Mißbrauch rückläufig – Priesterstand entlastet

Felizitas Küble

Für eine vorschnelle „Entwarnung“ besteht gewiß kein Anlaß, doch man wird erleichtert sein dürfen, daß die Fälle von sexuellem Mißbrauch in den letzten 20 Jahren offenbar deutlich gesunken sind, nämlich um ein Drittel.  

Warum aber spricht die „Tagesschau“ vom 18.10.2011 dennoch nur von einem „leichten“ Rückgang?   (Beleg: http://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio76778.html)

Angesichts massiver Medien-Vorwürfe gegen katholische Priester vor allem im Jahr 2010, die vielfach unter Generalverdacht standen, erscheint folgendes Ergebnis einer repräsentativen Studie des Kriminalistischen Forschungsinstituts Niedersachen aufschlußreich:

Von allen 11.500 Befragten im Alter zwischen 16 bis 40 Jahren hat eine einzige Person angegeben, von einem Priester sexuell mißbraucht worden zu sein.

Hierzu erklärte Prof. Pfeiffer gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ vom 18.10.2011 wörtlich: „Von den 11.500 befragten Personen und den 683 Opfern ist nur eine einzige Person  –  eine 28-jährige Frau  –  von einem katholischen Priester missbraucht worden.“

Was sich in den Forschungen der letzten Jahrzehnte immer klarer herauskristallisierte, wurde auch in dieser Studie bestätigt:

Zu 50% handelt es sich bei Tätern nicht etwa um mehr oder weniger unbekannte Personen, sondern um das direkte Umfeld: um Angehörige, Verwandte oder Bekannte  – und 8,6% der Opfer erwähnen Lehrer an Schulen.

Prof. Pfeiffer erläuterte das  – für viele „überraschende“  –  Priester-Resultat damit, daß jene, die einst von Geistlichen mißbraucht wurden, heute oft über fünfzig Jahre alt seien, wobei die jeweilige Tat mehr als 35 Jahre zurückliege. Der von ihm untersuchte Personenkreis sei jedoch nicht älter als 40 Jahre alt. Man könne insofern davon ausgehen, daß die Mißbrauchsdelikte bei kath. Priestern seit längerem stark zurückgehen.

Die Pfeiffer-Studie wurde im Auftrag des Bundesbildungs-Ministeriums im Rahmen des „Runden Tisches Missbrauch“ erstellt. Der frühere niedersächsische SPD-Justizminister und bekannte Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer ist evangelischer Christ und Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.

Aus seiner Untersuchung mit dem Titel  „Erster Forschungsbericht zur Repräsentativbefragung Sexueller Missbrauch 2011“ geht hervor, daß der sexuelle Missbrauch von Kinder und Jugendlichen seit 1992 drastisch zurückgegangen ist: Während 1992 noch 8,6% der Frauen und 2,8% der Männer angaben, bis zum 16. Lebensjahr eine Mißbrauchserfahrung erlitten zu haben, sanken diese Anteile bei der aktuellen Befragung auf 6,4% (Frauen) und 1,3% (Männer).

Hier folgt der Link zum Wortlaut der Studie:  http://www.rundertisch-kindesmissbrauch.de/documents/Erster_Forschungsbericht_sexueller_Missbrauch_2011.pd

Nachdem wissenschaftlich geklärt ist, daß sich der Priesterstand in puncto sexueller Mißbrauch deutlich unterhalb des Bevölkerungsdurchschnitts befindet, fragt man sich, weshalb die Deutsche Bischofskonferenz ihre unlängst gestartete „Priesterstudie“, die über 400.000 € auf Kosten des Kirchensteuerzahles verschlingt, nicht sofort beendet – dies umso mehr, weil diese deutschlandweite Untersuchung in datenrechtlicher Hinsicht äußerst bedenklich ist, zumal dabei auf zehntausende Priester-Akten zurückgegriffen wird.

Selbst wenn diese Akten für die Studie – die ebenfalls von Prof. Pfeiffer erstellt wird – anonymisiert herausgegeben werden, bleibt die Frage nach dem informellen Selbstbestimmungsrecht der katholischen Geistlichkeit in Deutschland – nebst sonstigen Merkwürdigkeiten wie etwa der Tatsache, daß diese von der Bischofskonferenz beauftragte Studie zwar männliche Ordensangehörige umfaßt, nicht jedoch weibliche.

Grundsätzlich stellt sich die Frage nach Sinn und Zweck dieser sündhaft teuren Studie, die derzeit schlicht überflüssig erscheint.

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks eV in Münster