Was Florin anprangert, will sie selber: Macht!

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Rekordhöhe der Kirchenaustritte zwingt uns, nach den Ursachen zu fragen. Die Antworten, die gegeben werden, z.B. Entfremdung, Desinteresse an der Kirche, fehlende innere Bindung, religiöse Unwissenheit etc. provozieren neue Fragen: Wieso kam es dazu?

Mögliche Antworten dazu sind: Jahrzehntelange Verkündigungsdefizite, Leben ohne Gebet, Gottesdienste, die keine Freude aufkommen lassen, fehlende Initiativen zur Mission und Neuevangelisierung.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Es geht also zunächst um Selbstvergewisserung im Glauben, um Fragen wie: Was würde mir ohne Gott und Kirche abgehen? Hat mir die coronabedingt ausgefallene heilige Messe am Sontag gefehlt? Bin ich willens und in der Lage, Zeugnis von meinem Glauben zu geben?

Das sind Fragen, die auch Katholiken, die in katholischen Vereinen engagiert sind, betreffen.

Man möchte annehmen, dass Leute in katholischen Gemeinschaften eingeladen werden, die zu den Ursachen von Entfremdung und Desinteresse an der Kirche etwas zu sagen haben. Referenten sind gefragt, die Katholiken wieder aufrichten und ihnen Freude am Glauben vermitteln können.

Insofern verwundert, dass der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) Passau Christiane Florin zu sich eingeladen hat. Florin sagt von sich selber: Ich bin „zerrissen katholisch“. „Ich bin jetzt fremd in der Kirche“. „Ich weiß nicht, wie lange ich noch zahlendes Mitglied dieser Kirche bleibe“.

Jene, die sie eingeladen haben, haben sich wohl etwas dabei gedacht. Maren Maier, die ein Interview mit Christiane Florin für die Passauer Kirchenzeitung (Nr. 27, 5. Juli 2020) schrieb, stellt die Referentin als „eine der kenntnisreichsten und meinungsstärksten Beobachterinnen des kirchlichen Lebens in Deutschland vor“.

Florin ist nicht nur „Beobachterin des kirchlichen Lebens“. Sie will etwas verändern, z.B. mit ihrem Buch „Der Weiberaufstand – Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen“.

Der „Bestseller“ trägt den Titel „Trotzdem“. Florin will damit „Widerspruchsgeist entwickeln“, „die Machtverhältnisse kritisieren“ und einen Appell an die Frauen richten, die „katholische Kirche nicht den Autoritären zu überlassen“.

Florin will die Kirche durch Widerspruchsgeist verändern – ohne dass „ich genau wüsste, wohin diese Veränderungen gehen würden“. Sie sagt von sich: „Ich bin für harte Konfrontation, ich habe Herz für Polemik, Spott und Ironie“. „Man muss immer wieder dasselbe sagen und dabei sachlich und argumentativ bleiben“. Sind dazu „Polemik, Spott und Ironie notwendig“?

Florin: „Frauen sind keine gleichberechtigten Mitglieder dieser Kirche“. Sie seien „strukturell diskriminiert“. Die lehramtliche Haltung der Kirche gegenüber Frauen sei, dass „Frauen wahnsinnig gefährliche Wesen“ seien, die man auch „nach 2000 Jahren Kirchengeschichte nicht so richtig kennt und diese dürfen keinesfalls frei gelassen werden“.

Machtmissbrauch anprangern ist nicht nur das Recht eines jeden Katholiken; es ist sogar gefordert.

Nur die „kenntnisreichste Beobachterin des kirchlichen Lebens“ müsste wissen, dass es in der Kirche nicht um Macht, sondern – nach den Worten Jesu –  um Dienst geht.

Wer Funktionen in der Kirche ausübt, braucht dazu die notwendige Kompetenz. Wer seine Befugnisse überschreitet, ist zu kritisieren.

Das gilt auch für die hohen Funktionen, die zunehmend Frauen in der Kirche ausüben z.B. als Theologieprofessorinnen, Caritas- und Finanzdirektorinnen, Ordinariatsrätinnen, kirchliche Richterinnen, Schulrektorinnen, Leiterinnen in katholischen Verbänden und als Pfarrgemeinderatsvorsitzende, etc.

Kennt Christiane Florin diese errungenen „Machtpositionen“ in der Kirche nicht?

Was die Kirche über die Frau und ihre Würde denkt, hat Frau Florin noch nicht zur Kenntnis genommen, bis hin zu den Schreiben der Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus.

Christiane Florin sagt: „Die Weihe habe ich ohnehin abgeschrieben“. Das zeigt, dass Florin die Kirche nicht als eine Stiftung Jesu ansieht, in der die Priester „in persona Christi“ handeln. Johannes Paul II. hat bekräftigt, dass die Kirche nicht berechtigt ist, Frauen die Priesterweihe zu spenden.

Ob die Frauen des KDFB-Passau, nachdem Frau Florin bei ihnen zu Gast war, aufgerichtet, in ihrem Wertgefühl gestärkt und von Liebe zur Kirche erfüllt nach Hause gefahren sind, wäre eine interessante Frage. Ob der KDFB-Passau damit den Frauen auf ihrem Weg in die Kirche weitergeholfen hat?


Prof. H. Gindert zur Causa Tebartz-van Elst

Prof. Dr. Hubert Gindert, Chef des „Forums Deutscher Katholiken“, wandte sich mit folgender Zuschrift an die AZ und reagierte damit auf einen Artikel von D. Wirsching vom  3.9.2012:

„Der Limburger Bischof Tebartz van Elst sei ein „Polarisierer“. Gott sei Dank hat einer den Mut, Gegensätze zu benennen, damit Unterschiede klar werden und die Leute wissen, wohin sie sich orientieren können. Grau-in-Grau-Pinsler haben wir mehr als genug.
Der Limburger Bischof sei „katholisch und papsttreu“.  –  Na und? Das erwarte ich als Katholik von einem Bischof! Säusler mit der Haltung „entschuldigen Sie, ich bin katholisch“ laufen in allen Rängen herum. Leider!
Natürlich betreibt Daniel Wirsching handfeste Kirchenpolitik. Wir kennen das aus seinen Beiträgen in der Abschusszeit von Bischof Mixa. Aber ein paar Fakten hätten wir doch erwartet, nicht  nur die „Solls“, die „heißt es“ oder die „wird vorgeworfen“.
Ob Bischof Tebartz van Elst gerne Geflügelspieße auf Risotto isst, dürfte den meisten ziemlich wurscht sein.

Bleiben die Vorwürfe vom luxuriösen Bischofspalast und der First-Class-Flug nach Indien. Der Bau wurde im Februar 2007 vom Domkapitel beschlossen, also bevor Tebartz van Elst zum Bischof ernannt war. Der Flug geschah nach den Regeln der Deutschen Bischofskonferenz in der Business Class. Die Höherbuchung wurde aus Rücksicht für den Generalvikar (74 J.) mit gesammelten Flugmeilen, ohne zusätzliche Dienstkosten, finanziert.

Das alles hätte Herr Wirsching mühelos erfahren können, ja, wenn nicht Kirchenpolitik im Spiel gewesen wäre.“

Dringender SOLIDARITÄTS-Aufruf für den LIMBURGER BISCHOF mit online-Unterzeichnung hier: http://www.forum-deutscher-katholiken.de/htm/u_aktion.php


Sorge um Ehe und Familie – Erklärung der Jahresversammlung des Forums Deutscher Katholiken

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Deutschen Bundestages,

mit größter Sorge beobachten wir, wie mit politischer und medialer Propaganda versucht wird, bedeutsame Teile der Verfassung der Bundesrepublik auszuhebeln.

Ist das verfassungsmäßig garantierte umfassende Recht auf Leben faktisch durch straffreie Abtreibung schon abgeschafft, so wird durch eine Privilegierung von Homopartnerschaften der besondere Schutz der Ehe und Familie beseitigt.

Wir verlangen von unseren Abgeordneten Treue zum Grundgesetz und Einhaltung der Menschenrechte.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland:

Art. 6 GG
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und
die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:

Artikel 16
(1) Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne jede Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen.
Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.
(3) Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Forum Deutscher Katholiken