Hessens Ministerpräsident zahlt die Zeche für verfehlte Bundespolitik

Von Peter Helmes

Nach Bayern nun auch Hessen: Wähler entscheiden inzwischen so wechselhaft, daß bestimmte Ereignisse einen viel größeren Einfluß auf das Wahlergebnis bekommen als früher. Stammwähler bröckeln mehr und mehr ab. Und die Alt-Parteien, so scheint es, stehen der Entwicklung fassungs- und hilflos gegenüber.

Seit Wochen, erst recht nach der Bayern-Wahl, herrschten größte Anspannung vor allem bei den Parteien, die „auf alles eingestellt“ sind. Diese rhetorische Muskelübung verhallt nahezu ungehört, der Wähler blickt mehr durch als früher, zumindest ist er skeptischer. Politische Schalmeienklänge erreichen ihn nicht mehr.

Die Hessen bezahlen jetzt, was „Berlin“ angerichtet hat. Denn die außerhessischen Faktoren waren (und sind) allesamt eher entmutigend:

  • Eine Große Koalition im Bund, die längst in einer Dauerkrise steckt.
  • Union und SPD, die immer mehr an Stimmen, immer mehr an Rückhalt verlieren.
  • Eine Kanzlerin, die heftig angeschlagen ist, die diese Woche dann in die politische Offensive geht. Erst stoppt sie weitestgehend Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien. Zum zweiten harsche Kritik an der Automobilindustrie wegen der Diesel-Affäre. Das verbreitet mitnichten Selbstbewußtsein, sondern schürt die Zweifel, ob „die da oben“ den Herausforderungen noch gewachsen sind. Sie waren es nie – und für Optimismus besteht wahrlich kein Anlaß.

Der Wähler wird unberechenbarer. Das sieht man gerade jetzt deutlich in Hessen: Wir haben zwei Parteien, die in der Regierung stehen. Eine – die CDU – wird massiv abgestraft, die andere – Die Grünen – werden von allen Seiten der veröffentlichten Meinungsmacher hochgelobt.

Dadurch haben wir eine seltsame Situation, die neu ist für unser Land: Es geht derzeit nicht mehr ums Bundesland, sondern um den Bund. 72 Prozent der Deutschen sagen nach einer Umfrage für „Weltfernsehen“: Die Bundespolitik ist das Entscheidende, und nur 14 Prozent die Landespolitik.  

Diese Entwicklung gefährdet die demokratische Verfaßtheit unseres Landes. Wir haben eine Situation, wonach die Wähler im Prinzip in Hessen mit der Landesregierung zufrieden sind. Wir haben auf der anderen Seite eine Situation, in der die Wähler höchst unzufrieden mit der Bundespolitik sind. Und sie fragen: „Was passiert denn da eigentlich in Berlin?“ Und damit wird gleichzeitig erkennbar, daß die Landespolitik nicht (mehr) zählt.

Die Politik beschäftigt sich in der öffentlichen Wahrnehmung nur mit sich selbst – was in der Psychologie als „Halo-Effekt“ bezeichnet wird: Wenn eine Partei z. B. einen Gesamteindruck verkörpert, dann schlägt dieser Gesamteindruck die Detailkompetenz. 

Dabei ist ein Blick auf die Grünen interessant: Die geben nämlich derzeit – im Gegensatz zu den Zeiten der früheren Schlachtrösser wie Trittin, Künast usw. – viel eher ein harmonisches Gesamtbild ab. Die Schwäche der Konkurrenz läßt die Grünen auf einer emotionalen Welle, einer positiven Welle, schwimmen.

Zudem wirken die neuen Parteivorsitzenden der Grünen frischer, unverbrauchter, ja einfach sympathischer als das „alte Eisen“ der anderen Parteien. Und sie erwecken den Eindruck, sich eher um Themen denn um Posten zu kümmern. Ihre Botschaft lautet: „Posten sind nicht wichtig, wir wollen unsere Überzeugung durchsetzen!“ Diese Rolle spielen sie nicht nur gekonnt, sondern in nach außen wirkender „innerer Geschlossenheit“.

Die Grünen haben aus den früheren ätzenden Zeiten gelernt. Die Betonköpfe wurden ins politische Abseits befördert. Und als Kaninchen aus dem grünen Zauberhut steigen Frau Baerbrock und Herr Habeck ins Rampenlicht und geben die neuen Sympathieträger der Grünen.

Noch wichtiger: Sie geben ihrer Partei ein klares Profil – erleichtert dadurch, daß die Alt-Parteien keines oder nur ein verwaschenes Profil ausweisen. Ob zu Recht oder nicht: Jeder meint heute, die Frage klar beantworten zu können, wofür die Partei der Grünen heute steht. Das ist ein parteipolitisch und strategisch besonders positiver Aspekt; denn die Gegenfrage nach „den anderen“ legt schonungslos deren innere Leere blank:

  • Bei den Grünen weiß man (wirklich oder vermeintlich, ist egal), für was sie stehen
  • Und wie ist das bei der SPD? Nix Genaues weiß man nicht – nicht mal, ob die SPD in der GroKo bleiben soll
  • Für die CDU steht nahezu das Gleiche wie für die SPD 
  • Die FDP – so man sie überhaupt wahrnimmt – hat scheinbar nur das „Programm Lindner“. Mit ihm steht und fällt der ganze linksliberale Laden
  • Die Linkspartei gerät ins Vergessen – wo sie nach meiner Meinung gut aufgehoben ist

Klar, die „Sozis“ – wie sie von politischen Gegnern gerne gerufen werden – sind stolz darauf, älteste und traditionsreichste Partei Deutschlands zu sein und vier politische Systeme überdauert zu haben. 1875, im Kaiserreich, wurde sie als Zusammenschluss des von Ferdinand Lassalle 1863 begründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) mit der sechs Jahre später gebildeten, von August Bebel und Wilhelm Liebknecht angeführten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) gegründet. (Ihren heutigen Namen „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“ – SPD – trägt sie seit 1890.)

Die Partei hat in ihrer langen Geschichte Höhen und Tiefen durchlebt, sich Verdienste erworben, aber auch wieder aufs Spiel gesetzt. Anhand der Geschichte der letzten zwei, drei Jahrzehnte wird der Niedergang einer einst stolzen und vaterländischen Partei sichtbar. Friedrich Ebert, Kurt Schumacher, Georg Leber, Helmut Schmidt …ja selbst Willy Brandt waren und sind erst recht auch heute noch die „großen Namen“ der SPD, die zutiefst – wenn auch nicht immer erfolgreich – für Anstand, Würde und soziale Gerechtigkeit standen.

Ihre Epigonen vom Schlage eines Oskar Lafontaine, eines Rudolf Scharping, eines „Königs“ Kurt Beck oder wie sie alle hießen – wer kennt die Zahlen, nennt die Namen der Nachfolger der sozialdemokratischen Urgesteine? – letztlich bis hin zu „Siggi“ Gabriel, Martin Schulz und auch (und offensichtlich erst recht) Andrea Nahles – hatten weder Größe noch Format und mitnichten Fortune in ihrem zu groß geratenen Amtsanzug, aber verstrickten sich nur zu gerne in Diadochenkämpfe.

Die SPD trägt die Haupt- bzw. ein gerüttelt´ Maß an Mitverantwortung für die Asylkatastrophe ebenso wie über die Schuldenmacherei, Gratis-Wohlfahrtsstaat-für-Alle-Illusion und leistungsfeindliche Schulpolitik bis zur Genderei und „Grundeinkommen für Alle“, auch wenn sie nicht arbeiten.

Jeder Anspruch soll erfüllt werden. Abtreibung und Schwulen-Ehe als zentrale gesellschaftliche Werte. Und alles durchsetzt von der Political Correctness. Datenschutz statt Schutz vor Verbrechern. Und vieles andere mehr, was schlecht und teuer ist….

FORTSETZUNG dieser Wahlanalyse hier: https://conservo.wordpress.com/2018/10/28/hessenwahl-klatsche-fuer-cdu-und-spd-triumph-fuer-gruene-und-afd-aber-keine-partei-kann-sich-mehr-auf-die-waehler-verlassen/

 

 


Zwei Stellenangebote der konservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ in Berlin

Die Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT aus der Hauptstadt sucht
zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine(n)

Redaktionsvolontär/in

In einer zweijährigen Ausbildung erlernen Sie bei uns den Journalismus-Beruf von der Pike auf.

Ihr Profil: Abitur, von Vorteil sind ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung, erste Schreiberfahrungen (Praktika/freie Mitarbeit), Gespür für Sprache und Lust am Schreiben, gute Computerkenntnisse. Außerdem sollten Sie neugierig, kommunikativ und teamfähig sowie flexibel und belastbar sein.

Lernen Sie einen aufregenden Beruf bei Deutschlands spannendster Wochenzeitung!

Ihre Bewerbung senden Sie bitte an: JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. KG, Geschäftsführung,
Hohenzollerndamm 27 A in 10713 Berlin
oder per E-Mail an: redaktion@jungefreiheit.de
Vor der Bewerbung noch Fragen? Tel.: 0 30 / 86 49 53 18
___________________________________________

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir Sie als

Mediengestalter/in

Sie arbeiten in der Marketing- und Ver­triebs­ab­tei­lung für eine der auf­re­gend­sten Re­dak­tio­nen in der deutschen Haupt­stadt und sind eine engagierte Per­sön­lich­keit, die aus Über­zeu­gung und mit Lei­den­schaft an unserer ge­mein­sa­men Sache mit­wirken will. Sie übernehmen Ver­ant­wor­tung für die Online­präsentation und die Ent­wick­lung neuer medialer Formate.

Ihre Aufgaben:
Eigenverantwortliches Arbeiten an der Bild-, Grafik- und Lay­out­er­stel­lung von der Pla­nung bis zur Da­ten­frei­ga­be (Bilder, Icons, Grafiken, Apps, Videos); Visuelle Umsetzung von Online-Kampagnen (Umfragen, News­letter, Banner, Landing­pages, Micro­sites, Face­book etc.); Professionelles Experimentieren mit neuen in­no­va­ti­ven Kon­zep­tio­nen; Bildbearbeitung unter Be­rück­sich­ti­gung ge­stal­te­ri­scher und tech­ni­scher Ge­sichts­punk­te

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Dann freuen wir uns auf Ihre aus­sa­ge­kräf­ti­ge Be­wer­bung! Bitte senden Sie diese unter Angabe Ihres frü­hest­mög­li­chen Start­zeit­punk­tes und Ihrer Ge­halts­vor­stel­lung per E-Mail an karriere@jungefreiheit.de.

Quelle: Junge-Freiheit

 


Erzbischof Johannes DYBA: „Er gab mir Halt in meiner Jugendzeit“

Der aus Deutschland stammende, in der Steiermark (Österreich) wirkende Benediktinerpater Ulrich Diel hat in „Klosterhof.blogspot“ einen Artikel über seine Jugendzeit und seine Begeisterung für Erzbischof Johannes Dyba veröffentlicht.

Zudem fügt er am Schluß eine aufschlußreiche Anekdote dazu, die den glaubensfrohen Fuldaer Bischof in seiner kontaktfreudigen, direkten  und buchstäblich „entgegenkommenden“ Art zeigt.

Der Benediktiner ist zugleich als Kaplan in einer steirischen Pfarreiengemeinschaft tätig.

Als Schüler war er, wie so viele katholische Pfadfinder, ein eifriger Leser des KOMM-MIT-Kalenders, den Günter Stiff, der Gründer des KOMM-MIT-Verlags und des CHRISTOFERUSWERKS (das dieses „Christliche Forum“ betreibt) jahrzehntelang herausgebracht hat.

Zunächst erzählt uns der Autor, wie er Ende der 90er Jahre „so richtig stolz war, ein Hesse zu sein“, denn das Bistum Fulda, in welchem Erzbischof Dyba amtierte, liegt im Hessenland.

„Ich habe oft nach Fulda geschielt“

Freilich gehörte der junge Ulrich damals in die Nachbar-Diözese Mainz. Dabei habe er „oft nach Fulda geschielt“:

„Dort war Erzbischof Dyba als Löwe von Fulda im Amt. (…) Er hatte Profil und widersprach dem Mainstream. Er gab mir Halt und war bekannt für seine klaren Aussagen.

Ganz im Sinne Papst Johannes Paul II. gab es für ihn keine Kompromisse mit der Kultur des Todes. Er stieg aus der staatlichen Schwangerkonfliktberatung aus, ohne die Beratungstätigkeiten und die Hilfe für in Not geratene Frauen zu kürzen.

Mit dieser klaren Position setzte er ein deutliches Zeichen für das Leben. Dies schien mir in dieser Zeit wichtiger, als mit dem Staat auf Teufel komm raus zusammen zu arbeiten.“

„Das hat Dyba nie nötig gehabt“

Obwohl auch die anderen Bischöfe wohl grundsätzlich für das Lebensrecht und damit gegen Abtreibung eingestellt waren, ist diese Position damals allein bei Erzbischof Johannes Dyba echt unbeirrbar und unerschrocken zum Ausdruck gekommen. Auch dies stellte der Verfasser damals bei Gesprächen immer wieder fest:

„Ich hatte meine Mitmenschen gefragt, wie wohl ein Bischof Kamphaus oder ein Bischof Dyba zur Abtreibung stehen. Jeder war der Überzeugung, dass Kamphaus eher für Abtreibung sei und Dyba streng dagegen. Wobei Kamphaus sicher auch strikter Abtreibungsgegner ist. Aber wenn man mit dem staatlichen Tötungssystem zusammenarbeitet, dann deckt man es letztlich und verwischt seine Meinung. Das hat Dyba nie nötig gehabt.“

In Ulrichs Schulranzen fehlte der KOMM-MIT-Jugendkalender genauso wenig wie das Porträtbild von Erzbischof Dyba (siehe oben):Fürs CF verwenden

„Auf meinem roten Schulordner hatte ich obiges Foto Dybas geklebt. Im Schulrucksack hatte ich immer den Komm-mit-Kalender. So bewaffnet ging ich in die Schule und verteidigte munter die heilige Kirche.“

„Na, wat seid ihr denn für Jungs?“

Abschließend berichtet Pater Ulrich von einem aufschlußreichen und typischen Erlebnis, das andere Autoren in ähnlicher Weise in dem vielseitigen Dyba-Gedenkbad „Der Löwe von Fulda“ (siehe Foto) schildern:

„1995 wurde Erzbischof Karl Braun in Bamberg neu in sein Amt eingeführt. Wir standen am Osttor des Bamberger Domes und wollten einen Blick auf die kirchlichen Würdenträger erhaschen. Praktisch alle stiegen aus ihren Limousinen aus und verschwanden schnurstracks im Dom. Nach der Feier ging es ebenso in die umgekehrte Richtung.
Mit einer rühmlichen Ausnahme: Erzbischof Dyba erblickte uns und ging auf uns zu. „Na, wat seid ihr denn für Jungs?“. – Menschenfurcht? Fehlanzeige!“
 
Quelle für die Zitate: http://klosterhof.blogspot.de/2010/07/erzbischof-dyba.html
 .
DYBA-Buch: Den umfangreichen, farbigen Gedenkband DER LÖWE VON FULDA (700 gr.) gibt es bei uns für 14,80 Euro. – Tel. 0251-616768 oder per Mail: felizitas.kueble@web.de