Charismatik pur: Himmelhochjauchzende Erweckung zu Füssen bildet „Propheten“ aus

Von Felizitas Küble

Während die kirchlich etwas angepaßte „Katholische Charismatische Erneuerung“ sich ähnlich wie ihr evangelisches Pendant (Geistliche Gemeinde-Erneuerung) noch ein bißchen Mühe gibt, um seriös daherzukommen und nicht gleich jeden nüchtern denkenden Christen sofort abzuschrecken, geht es bei einigen freikirchlichen bzw. freischwebenden Pfingstbewegten gleich ans Eingemachte ohne jedes Wenn und Aber.

Wozu auch behutsam vorgehen, wenn doch klar ist, daß man zur Schar der Propheten gehört, einen heiligen Wandel führt, ein „Erweckungsträger“ ist und ein „übernatürlicher“ Lebensstil inklusive Offenbarungen, Zeichen und Wunder ohnehin zur Tagesordnung gehört?!

Da heißt es auf die Pauke hauen  – so siegreich agiert (und agitiert) auch die „Schule der Erweckung“ zu Füssen im malerischen Allgäu (das weltbekannte Schloß Neuschwanstein liegt um die Ecke bzw. auf der Höhe).

Dort unweit der österreichischen Grenze werden offenbar jene Kader ausgebildet, die hinterher ausschwärmen und für eine großartige Erweckung in Deutschland und Europa sorgen – und natürlich auch „darüber hinaus“.

Auf der Homepage dieser „überkonfessionellen“ protestantischen Schwarmgeister geht es gleich zur Sache: 

„Wir rüsten eine Generation leidenschaftlicher Erweckungsträger aus, die aus ihrer königlichen Identität heraus mit der Liebe und Kraft Gottes jeden Teil der Gesellschaft verändern.“

In der Rubrik „Über uns“ erfahren wir, daß es sich bei den Erweckten um „Jesus-Liebhaber“ handelt:

„Gemeinsam leben wir einen übernatürlichen Lebensstil, der sich durch Heilungen, Prophetie, Bekehrungen und Befreiungen ausdrückt. Wo auch immer wir hingehen, sei es im Supermarkt, in der Stadt, in der Gemeinde oder auf dem Missionsfeld, werden Menschen von der Liebe Gottes berührt und verändert.“

Das läßt tief blicken: Ein „übernatürliches“ Leben ist also nicht etwa vom Glaubensgehorsam, der Nachfolge Christi, Treue im Glauben, von Einhaltung der Gebote Gottes geprägt, sondern  – typisch charismatisch – von „Heilungen, Prophetie, Bekehrungen und Befreiungen“.

Es geht erkennbar nicht um die Früchte des Heiligen Geistes durch einen wahrhaft christlichen Lebenswandel im Alltag, sondern um das Streben nach außergewöhnlichen „Geistesgaben“, um eine selbstgebastelte, unbiblische Gefühls- und Erlebnis-„Frömmigkeit“, die sich ständig auf der Suche (und in der Sucht) nach Zeichen und Wundern befindet.

Unter der bereits erwähnten Rubrik findet wir auch die „Kernwerte“ dieser Euphoriker beschrieben. Das erste Leitwort klingt nicht schlecht: „Gott ist immer gut“.  –  Aber es soll nur dazu einheizen, Krankheit als etwas anzusehen, was dem Willen Gottes widerspricht, denn es heißt:

„Es ist jederzeit Sein Wille, Menschen von Krankheit und Gebundenheit freizusetzen. Er ist durch und durch gut, egal wie meine Umstände aussehen.“

Soll das bedeuten, wenn Kranke nicht „freigesetzt“ werden, wäre Gott nicht „gut“? – Oder weil Gott gut ist, befreit er „jederzeit“ von jeder Krankheit?

Der Zusammenhang, der hier zwischen der Güte Gottes und dem Anspruch auf Gesundsein bzw. Geheiltwerden erhoben wird, ist typisch für die extrem-charismatische Szenerie.

Auch beim dritten Kennwort wird eine Bibelwahrheit mißbraucht bzw. schwärmerisch vereinnahmt. Unter dem Motto DURCH CHRISTUS BIN ICH EINE NEUE SCHÖPFUNG“ wird festgestellt:

„Dank Jesu Tod und Auferstehung bin ich zu 100% gerecht und heilig. Seine Gnade befähigt mich, in Freiheit und übernatürlichen Werken zu leben. Sie gibt mir Kraft, das Richtige zu tun und Sünde hinter mir zu lassen.“

Hier finden wir die alte Irrlehre aus der früheren „Heiligungsbewegung“ wieder im neuen Gewande vor, denn jene Bewegung verkündete die Lehre vom „reinen Herzen“, das der Christ erhält, wenn er „geistgetauft“ sei. Mit solch einem „reinen Herzen“ kann natürlich nicht mehr gesündigt werden  – oder wie es bei den Erweckungsträgern im Allgäu lautet: Man kann dann schlicht „die Sünde hinter sich lassen“.

Nur theologisch-spirituell Verrückte bzw. komplette Schwarmgeister vertreten derart irrige und vermessene Thesen, die der Hl. Schrift völlig entgegengesetzt sind, in der es z.B. heißt: „Auch der Gerechte sündigt sieben mal am Tage“ – womit natürlich Alltagsverfehlungen gemeint sind, aber auch diese kann  man keineswegs durch eine „Erweckung“ oder „Offenbarung“ einfach hinter sich lassen.

In dieser durchgeknallten und anmaßenden Mentalität geht es „siegesgewiß“ weiter. Unter dem Leitwort JESUS BEVOLLMÄCHTIGT MICH, NATÜRLICH ÜBERNATÜRLICH ZU LEBEN dürfen die Anhänger dieser Pfingstbewegten folgendes für sich in Anspruch nehmen:

„Jesus hat mir den Auftrag gegeben, das Evangelium zu predigen, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben und Tote aufzuerwecken. Jesus hat mich sogar dazu berufen, größere Dinge zu tun als Er. Denn die selbe Kraft die in Ihm ist, lebt auch in mir.“

Soviel dreiste Verstiegenheit ist selbst für charismatische Bewegungen etwas ungewöhnlich, obwohl  man dort in puncto Vermessenheit gewiß Kummer gewohnt ist.

Dazu paßt es dann, daß diese Enthusiasten zu einer „Schule“ der Erweckung in Füssen einzuladen, wobei neun Monate „Unterricht“ eine satte Teilnahmegebühr je nach Zahlungsmodus zwischen 3500 und fast 4000 Euro kostet (ohne Unterkunft und Verpflegung wohlgemerkt).

Damit man sich als Interessent melden kann, muß man vorweg eine Bewerbungsgebühr von 10 Euro berappen und benötigt unbedingt einen Skype-Account: https://www.schuledererweckung.de/bewerben

Unter der Literatur, die in dieser „Schule“ gelesen wird, befindet sich kein einziges theologisches Buch (geschweige akademische Fachliteratur), sondern von A – Z nur Schwärmertitel – wobei Platz 1 auf deren Bücherliste natürlich lautet: „Und der Himmel bricht herein“ – von Bill Johnson.

Der angepriesene kalifornische Starprediger Johnson leitet die radikal-charismatische „Bethel-Church“, der sowieso nichts Verrücktes fremd ist – einschließlich „Grabsaugen“ (um so an die Geistesgaben toter „Erweckungsträger“ zu gelangen): https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/07/grabsaugen-gravesucking-fuer-eine-salbung-durch-verstorbene-charismatiker/

Im übrigen betont diese „Schule der Erweckung“ in Füssen ständig auf ihrer Homepage, wie eng sie mit jener Bethel-Church verbunden ist. Dabei wächst zusammen, was zusammengehört.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Kommt, wir kehren zum HERRN zurück!

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Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hosea 6,1-5
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Kommt, wir kehren zum HERRN zurück! Denn ER hat Wunden gerissen, ER wird uns auch heilen; ER hat verwundet, ER wird auch verbinden.
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Nach zwei Tagen gibt ER uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet ER uns wieder auf und wir leben vor seinem Angesicht.
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Lasst uns streben nach Einsicht, nach der Erkenntnis des HERRN.
ER kommt so sicher wie das Morgenrot; ER kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.
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Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht. Darum züchtige ich durch die Propheten…
Dann leuchtet mein Recht auf wie das Licht.
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GOTT ist im Recht, uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht…

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Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Dan 9,4 ff:
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HERR, du großer und ehrfurchtgebietender Gott, du bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten, deinen Bund und deine Gnade.
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Wir haben gesündigt und Unrecht getan, wir sind treulos gewesen und haben uns gegen dich empört; von deinen Geboten und Gesetzen sind wir abgewichen.
Wir haben nicht auf deine Diener, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen und Vorstehern, zu unseren Vätern und zu allen Bürgern des Landes geredet haben.
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Du, HERR, bist im Recht; uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht, den Leuten von Juda, den Einwohnern Jerusalems und allen Israeliten, seien sie nah oder fern in all den Ländern, wohin du sie verstoßen hast; denn sie haben dir die Treue gebrochen.
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Ja, HERR, uns steht die Schamröte im Gesicht, unseren Königen, Oberen und Vätern; denn wir haben uns gegen dich versündigt. Aber unser Gott schenkt Erbarmen und Vergebung.  
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Foto: Felizitas Küble

Die Christgläubigen sind Hausgenossen Gottes

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Eph 2,19-22:

Brüder! Ihr seid jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.
Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlußstein ist Jesus Christus selbst.
Durch IHN wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im HERRN.
Durch IHN werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

Christus distanziert sich von irrgeistigen Wundertätern, Propheten und Exorzisten

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Mt 7,21-29:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der HERR, HERR zu mir sagt, wird in das Himmelreich gelangen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
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Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: HERR, HERR, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?
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Dann werde ich ihnen antworten: Ich habe euch nie gekannt. Hinweg von mir, ihr Übeltäter!
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Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.
 

GOTT sprach zum Propheten Hosea: „Liebe will ich, nicht Brandopfer!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hos 6,1-6:

Kommt, wir kehren zum HERRN zurück! Denn ER hat Wunden gerissen, ER wird uns auch heilen; ER hat verwundet, ER wird auch verbinden.
Nach zwei Tagen gibt ER uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet ER uns wieder auf und wir leben vor seinem Angesicht.
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Lasst uns streben nach Erkenntnis, nach der Erkenntnis des HERRN.  – ER kommt so sicher wie das Morgenrot; ER kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.
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Was soll ich tun mit dir, Efraim? Was soll ich tun mit dir, Juda? Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht. Darum schlage ich drein durch die Propheten, ich töte sie durch die Worte meines Mundes. Dann leuchtet mein Recht auf wie das Licht.
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Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.

Gottes Wort an den Propheten Jeremia(s)

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jer 7,23-28:

So spricht der HERR: Ich gab meinem Volk folgendes Gebot: Hört auf meine Stimme, dann will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. Geht in allem den Weg, den ich euch befehle, damit es euch wohl ergeht.
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Sie aber hörten nicht und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern folgten den Eingebungen und Trieben ihres bösen Herzens. Sie zeigten mir den Rücken und nicht das Gesicht.
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Von dem Tag an, als eure Väter aus Ägypten auszogen, bis auf den heutigen Tag sandte ich zu euch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten. Aber man hörte nicht auf mich und neigte mir nicht das Ohr zu, vielmehr blieben sie hartnäckig und trieben es noch schlimmer als ihre Väter.
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Auch wenn du ihnen alle diese Worte sagst, werden sie nicht auf dich hören. Wenn du sie rufst, werden sie dir nicht antworten. Sag ihnen also: Dies ist das Volk, das nicht auf die Stimme des HERRN, seines Gottes, hörte und sich nicht erziehen ließ. Die Treue ist dahin, aus ihrem Mund verschwunden.

Überlaß uns nicht der Schande, o HERR, sondern handle an uns nach deiner Milde

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Dan 3,25.34-43:

In jenen Tag sprach Asarja mitten im Feuer folgendes Gebet:
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Um deines Namens willen verwirf uns nicht für immer; löse deinen Bund nicht auf!
Versag uns nicht dein Erbarmen, deinem Freund Abraham zuliebe, deinem Knecht Isaak und Israel, deinem Heiligen, denen du Nachkommen verheißen hast so zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres.
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Ach, HERR, wir sind geringer geworden als alle Völker. In aller Welt sind wir heute wegen unserer Sünden erniedrigt.
Wir haben in dieser Zeit weder Vorsteher noch Propheten und keinen, der uns anführt, weder Brandopfer noch Schlachtopfer, weder Speiseopfer noch Räucherwerk, noch einen Ort, um dir die Erstlingsgaben darzubringen und um Erbarmen zu finden bei dir.
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Du aber nimm uns an! Wir kommen mit zerknirschtem Herzen und demütigem Sinn.
Wie Brandopfer von Widdern und Stieren, wie Tausende fetter Lämmer, so gelte heute unser Opfer vor dir und verschaffe uns bei dir Sühne. Denn wer dir vertraut, wird nicht beschämt. Wir folgen dir jetzt von ganzem Herzen, fürchten dich und suchen dein Angesicht.
Überlass uns nicht der Schande, sondern handle an uns nach deiner Milde, nach deinem überreichen Erbarmen! Errette uns, deinen wunderbaren Taten entsprechend; verschaffe Ehre deinem Namen, HERR!

Regensburger Bischof zur Eröffnung der neuen jüdischen Synagoge am 27. Februar 2019

„Das Abendland steht auf jüdisch-christlichem Boden“

Zu den Eröffnungsfeierlichkeiten für die neue jüdische Synagoge am heutigen Mittwoch (27.2.) in Regensburg übermittelte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ein Grußwort an die Versammelten.
Der katholische Oberhirte beginnt seine Stellungnahmen mit dem Wort aus Psalm 84,2: „Wie liebenswert ist Deine Wohnung, HERR der Heerscharen“.

In seiner Gratulation zum „neuen Gotteshaus“ erinnert er auch an schmerzliche Ereignisse:

„Am 21. Februar dieses Jahres jährte sich zum 500. Mal die Ausweisung der jüdischen Bevölkerung aus Regensburg durch den Magistrat der Stadt. Der Ausweisung der Menschen folgte die Zerstörung des jüdischen Viertels.“

Sodann kommt der Bischof auf die Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II. gegenüber den Juden aus dem Jahr 2000 zu sprechen und zitiert daraus. Zugleich bat er auch seinerseits um Vergebung für damaliges Unrecht, das ihnen durch Christen – auch durch Vertreter der Kirche –  angetan wurde. 

Er fügt hinzu: „Wie froh bin ich, dass wir heute, einträchtig versammelt, diese neue Synagoge eröffnen dürfen. Die jüngere Vergangenheit ist gerade auch in Regensburg reich an Zeichen der Verbundenheit zwischen katholischer Kirche und jüdischer Gemeinde.“

Sodann berichtet der Regensburger Oberhirte über gemeinsames Wirken etwa angesichts des Besuches von Papst Benedikt oder anläßlich des Katholikentags in der Bistumsstadt.

Dr. Voderholzer erklärt sodann: „Das europäische Abendland steht auf jüdisch-christlichem Boden, und wer heute die einen gegen die anderen auszuspielen versucht, verkennt unsere gemeinsame Heimat und stärkt nur unsere Solidarität untereinander.“

Zudem schildert der Bischof, was ihn besonders bewegt hat:

„Es hat mich tief beeindruckt, als Sie gleichsam als offizielles Zeichen der Eröffnung der Synagoge die Thora-Rollen in den dafür vorgesehenen Schrein getragen haben. Sie haben die Rollen umarmt wie ein geliebtes Kind. Die Rollen sind gekrönt wie ein König, wie die Königin Ester. Welch ein Zeichen!“

Abschließend betont der katholische Würdenträger:

„Wir leben in einer Zeit der Säkularisierung, die die Wirklichkeit Gottes und seines Wortes meint entbehren zu können. Viele unserer Zeitgenossen unterstellen eine Konkurrenz zwischen der Wirklichkeit des Herrn und der Freiheit des Menschen.

Lassen Sie uns gemeinsam bezeugen, dass das Gegenteil wahr ist. Erst wo der Mensch den Herrn – baruch ha schem – anerkennt, groß sein lässt und aus ganzem Herzen liebt, wird er wirklich frei und selber groß.

Mit dem Propheten Jeremia gesprochen: „Dein Wort war mir Glück und Herzensfreude“ (Jer 15,16). Oder mit einem Psalm-Wort, das sowohl der heilige Augustinus, Martin Buber und Papst Benedikt besonders lieben: „Dir nahe zu sein, das ist mein Glück“ (Ps 73,28).“

Quelle für die Zitate: https://www.bistum-regensburg.de/news/grusswort-bei-der-eroeffnungsfeierlichkeit-der-neuen-juedischen-synagoge-in-regensburg-6604/


Die Abtreibung ist der größte Zerstörer von Frieden und Liebe

Pfarrer Jesse Ty aus den Philippinen leitet die Pfarrei „Our Lady of Joy“ in Carefree im US-Bundesstaat Arizona unweit von Phoenix.

In seiner kürzlichen Predigt zum 4. Sonntag im Jahreskreis, auf die uns Dr. Edith Breburda aufmerksam machte,nahm dieser glaubensstarke Priester (siehe Foto) auch Stellung zur Abtreibung bzw. dem neuen Gesetz in New York, das die Kindestötung im Mutterleib bis zum 9. Monat erlaubt:

Durch die Taufe nehmen wir Teil am allgemeinen Priestertum als Propheten und als Könige. In den Lesungen des vierten Sonntags im Jahreskreis betrachten wir die Rolle eines Propheten.

In Jeremia 1,4 heißt es: „Noch ehe ich dich auserwählte, noch ehe du aus dem Mutterleib hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.“ 
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Gott hat ab dem Zeitpunkt unserer Empfängnis für jeden von uns einen Plan. Oft fragen Eltern ihre Kinder, was für einen Beruf sie erlernen wollen. Beide haben ihre Vorstellungen und Ideen. Wichtiger als dies ist es jedoch zu wissen, dass Gott einen Plan für uns hat, und wir unseren Kindern helfen, ihn zu verstehen.
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Gott hat eine bestimmte Berufung für unser Leben und sie ist unser Weg, um heilig zu werden. „Gott hat für das Leben eines jedes Menschen einen Plan. Niemand – außer Gott allein, kennt den Plan und die Bestimmung für unser Leben” (vgl. Jer 29:11).
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So ist es sehr traurig, dass unsere Gesellschaft unheilvolle Gesetzte genehmigt hat; sie betrachten das Töten eines Kindes im Mutterleib als legale Handlung.
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Die hl. Theresa von Kalkutta sagte einmal:
„Jedes Land, das Abtreibung akzeptiert, lehrt seine Menschen, nicht zu lieben, sondern Gewalt anzuwenden, um das zu bekommen, was sie wollen. Deshalb ist Abtreibung der größten Zerstörer von Liebe und Frieden.“
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Wir haben auch zugelassen, dass eine Ehescheidung legal ist, während eine Scheidung in Gottes Augen verwerflich ist, wie es der Prophet Malachi (Mal 2,16) verkündet hat.

Vor wenigen Tagen wurde ein neues Gesetz in New York legalisiert, das die Ermordung von Babys bis zur Geburt erlaubt. Der Gouverneur von Virginia hat vorgeschlagen, das Gesetz auch auf bereits geborene Babies zu erweitern, damit sie noch nach der Geburt getötet werden können, wenn der Arzt und die Mutter dies wünschen.  

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Trotzdem ziehen es viele vor, über das Gesetz zu schweigen, weil es sie als Geborene nicht selbst betrifft und das, obwohl es sich um eine grobe Verletzung der Würde und der Rechte der menschlichen Person handelt. 
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Wenn wir der Ideologie – Gottes Gesetze zu missachten – nicht Einhalt gebieten, wird sich dieser unheilvolle Prozess des Übels nicht aufhalten lassen und weitet sich aus, so dass wir am Ende all jene töten, die uns zur Belastung oder nutzlos für unsere Gesellschaft werden.
Es wird dann legal werden, jemanden zu töten, wenn er krank oder behindert ist, oder einfach nur, weil er zu schwach ist. Und wir meinen dann auch noch, wir tun etwas Gutes, weil wir anderen Menschen angeblich Leid ersparen.  
Wenn eine Nation Gott als den Mittelpunkt ihres Lebens missachtet, wird alles entschuldbar und es ist dann buchstäblich ok, wenn die „Hölle ausbricht“.
Wenn wir aufhören, Gott anzubeten, werden wir alles andere vergöttern. Weltliches Vergnügen, Macht, Ansehen, Reichtum, Gesundheit, Tiere, aber auch uns selbst verehren wir dann anstelle Gottes.
Wir übersehen dabei, dass es ohne Gott keine Ordnung gibt und stattdessen Chaos herrschen wird. Wenn es keine aufopfernde Liebe mehr gibt, tritt an seine Stelle die Selbstsucht; alles soll nur noch mir dienen. Ich, ich und nochmal ich  –  das beherrscht dann unser Denken.
Dennoch ist eine Hoffnung vorhanden. Denn auch, wenn wir untreu sind, ist der HERR seinen Verheißungen treu. ER wird uns nicht verlassen.
Das 2. Kapitel des Timotheusbriefs  –  Vers 11-13   – sagt:
„Wenn wir mit ihm gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben. Wenn wir bis zum Ende durchhalten, werden wir auch mit ihm herrschen. Wenn wir ihn jedoch verleugnen, wird ER uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, wird ER immer noch treu bleiben, denn ER kann sich selbst nicht verleugnen.“
Lassen Sie uns Gott als Mittelpunkt unseres Lebens zurückbringen. Lassen Sie uns Glauben, Hoffnung und Liebe in unserem Leben neu entfachen.
Lasst uns die Liebe Gottes zu anderen verkünden, vor allem denen, die vom Feind getäuscht werden.
Lasst uns einander lieben, denn Liebe ist die größte aller Gaben, und ohne Liebe gewinnen wir nichts, wie der heilige Paulus in unserer zweiten Lesung verkündete.
Lasst uns die Wahrheit in Liebe verkünden. Dieses Leben ist ein Geschenk von Gott, weil ER für jeden von uns einen Plan hat, welcher im Mutterleib beginnt: „Vom Mutterleib an ist Gott meine Stärke“, verkündet unser Psalm.
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Lassen Sie uns alle die Heiligkeit des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod respektieren und schützen.
Lasst uns aufhören, selber Gott zu spielen, und zu entscheiden, wer leben darf und wer nicht. Möge Gott entscheiden, wann ER uns in seine himmlische Heimat zurückrufen möchte.
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„Sterbehilfe“ wird dann für uns keine Notwendigkeit mehr sein. Wir werden Gottes Entscheidung respektieren, wenn ER uns als Mann und Frau erschaffen hat. Mit dem Plan Gottes zu kooperieren, schenkt uns als Kinder Gottes die wahre Freiheit und wird uns sehr glücklich machen: „Sein Plan ist unser Wohlergehen, um uns Zukunft und Hoffnung zu geben.“
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Jesus Christus ist der Gesalbte, die Erfüllung aller Prophezeiungen in den Hl. Schriften. ER wird uns zeigen, dass Gott für uns sorgt. ER wird uns aus aller Gefangenschaft befreien. ER wird uns von unserer Selbstsucht und unseren selbstzerstörerischen Fesseln loslösen, wenn wir es ihm erlauben.
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Lasst uns zu ihm zurückkehren, lasst uns das Sakrament der Versöhnung in Anspruch nehmen, lasst uns ihn in der Hl. Kommunion empfangen, und ihm erlauben, in unseren Herzen zu regieren.
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Lasst uns seine Gebote halten und in Ihm bleiben. Wenn wir dem HERRN folgen und die Wahrheit in Liebe verkünden, werden andere uns hassen und ablehnen. So haben sie auch Jesus und Jeremia behandelt. Aber Gott wird uns nicht im Stich lassen.
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Gott wird immer bei uns sein: „Sie werden gegen dich kämpfen, aber nicht über dich herrschen, denn ich bin mit dir, um dich zu retten, sagt der HERR“ (Jer 1, 19).