Lebensrechtler-Prozession durch Fulda

Am gestrigen Samstag, den 11. August 2018, zogen ca hundert Gläubige in einem Gebetszug vom Bahnhofsvorplatz über verschiedene Stationen der Innenstadt zur Abschlußkundgebung auf den Frauenberg. Der Vorsitzende von „EuroProLife“, Wolfgang Hering, war aus München angereist, um die Prozession zu leiten und zu den Betern zu sprechen.

BILDER: Teilnehmer des Gebetszug, auf dem 1. Foto spricht Wolfgang Hering (2. von links)

Auf einer der City-Stationen wurde ein offener weißer Kindersarg vor einem Guadalupe-Madonnenbild aufgestellt, der ca. hundert kleine, hellrosa-farbene menschliche Embryo-Nachbildungen enthielt.

Jeder Teilnehmer konnte nun  – nachdem ein Name aufgerufen und eine Glocke geläutet wurde –  eine rote oder weiße Rose am Kindersarg ablegen. Jeder Name und jedes Läuten soll symbolisch für jeweils 10 abgetriebene Kinder stehen.

Täglich werden in Deutschland bis zu tausend Babys im Mutterleib getötet. Durch diese zeichenhafte Geste soll an sie erinnert und für die Betroffenen gebetet werden.

Im Unterschied zu früheren Jahren – mit linksradikalen Störungen –  verlief die Kreuze-Aktion diesmal geruhsamer. Im Vorjahr mußte wegen der gegnerischen Randale sogar eine Straße für ca. 20 Min. gesperrt werden.

Infos und Fotos: Anton J. Rummel

 

 

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Kreuze-Aktion in Fulda: Gebetszug für das Leben startet am Samstag, den 11. August

Am kommenden Samstag, den 11. August, sammeln sich Lebensrechtler und Beter auf dem Bahnhofsvorplatz in Fulda gegen 15 Uhr. Ein paar Minuten zuvor werden die weißen Holzkreuze ausgeteilt. 

Vermutlich kommt Wolfgang Hering und sein Team aus München dazu; er leitet die Initiative „EuroProLife“, welche die Kreuze-Prozessionen in verschiedenen Städten  – z.B. München, Münster, Fulda – organisiert, die an das Lebensrecht der ungeborenen Kinder erinnern und für alle Beteiligten beten, besonders für schuldig gewordene Personen, damit sie umkehren.

Der Gebetszug führt durch die Innenstadt  –  vorbei an der Stadtpfarrkirche und am Bonifatius-Denkmal  – zur sogenannten Pestsäule am Frauenberg, wo es ein Franziskanerkloster gibt.  An einigen Stationen wird Halt gemacht, um zu beten und zu singen.

Auch der Aktionskreis Fulda, der zur Aktion Leben gehört, hat zu dieser Kreuze-Kundgebung aufgerufen.

 

 

 

 


Lebensrechtler-Gebetszug in Salzburg

Weit über 100 engagierte Menschen nahmen in Salzburg am Mittwoch (Werktag!), den 25.7.2018, an dem Gebetszug „1000 Kreuze für das Leben“ bei strahlendem Sommerwetter teil. Moderiert wurde der Gebetszug von Wolfgang Hering, dem Vorsitzenden von EuroProLife.

In einer würdigen Trauerzeremonie wurden Rosen in die Salzach fallen gelassen, wobei jeweils eine Rose stellvertretend für 10 getötete ungeborene Kinder stand.

Die Gesangsbegleitung, besonders vor der Trauerzeremonie und während der Abschlusskundgebung, war außerordentlich schön. Zum Abschluss der Kundgebung erhielten wir von einem teilnehmenden katholischen Priester den Segen.

Ein kleines Grüppchen von ca. 10 Gegendemonstranten versuchte am Anfang, den Gebetszug zu stören und sich ihm entgegen zu stellen. Schnell und beherzt sorgte die Polizei dafür, dass dieses Grüppchen in seine Grenzen gesetzt wurde.

Herzlichen Dank an die Polizei – und für die Organisation, Durchführung und Leitung dieses eindrucksvollen Gebetszuges an Wolfgang Hering aus München, an alle Mitwirkenden und Teilnehmer/innen, die z.T. von weit her (u.a. aus Südtirol) angereist waren.

Quelle und Video der Prozession hier: https://www.youtube.com/watch?v=i5Cxq2kA1nc


Herrliches Sommerfest auf Schloß Assen: Gelungenes Theaterstück über Thomas Morus

Von Felizitas Küble

In Ostwestfalen (Lippetal) befindet sich das eindrucksvolle Haus Assen, ein typisch westfälisches Wasserschloß, das von der theologisch konservativen Ordensgemeinschaft SJM (Diener Jesu und Mariens) betreut und verwaltet wird – früher als Jungen-Internat, heute als Tagungs- und Seminarhaus: http://www.haus-assen.de 

Zudem gibt es Freizeiten für Familien und im Sommer ein „Assenfest“, manchmal mit einem tollen Theaterstück, das stundenlang dauert, aber von meist jugendlichen KPE-Pfadfindern echt professionell gespielt wird.

Vor zwei Jahren erleben wir einen spannenden Western auf dem Rasen zwischen Schloß und Wald, diesmal ging es ohne „Geknalle“ ab, freilich mit umso mehr geistigem Gehalt, handelte es sich bei dem Helden doch immerhin um einen Heiligen: Thomas Morus, Ex-Lordkanzler des englischen Königs und Märtyrer der katholischen Kirche.

Die gelungene Darbietung fand recht originell auf dem Hofplatz von Haus Assen statt – dazwischen der breite Wassergraben der Burg – und auf der Weide saßen keine Kühe, sondern die Zuschauer, darunter eine Reihe katholischer Priester, die über den „Fluß“hinwegschauten, um das mehrstündige Theaterstück zu sehen.

Die Akustik war trotz der erheblichen Entfernung sehr gut und deutlich, die Schauspielkunst der Laienspieler beachtlich. Da dieses Stück weitgehend aus Dialogen bestand, ohne daß dabei die „Action“ fehlte, gab es für die Spielteilnehmer sehr viel auswendig zu lernen; immerhin dauerte das Theater weit über zwei Stunden.

Das Thema schien uns aktuell wie noch nie:

BILD: Der König auf dem Weg zu seinem Lordkanzler Morus auf dem Boot mit Hofstaat

Es ging um jenen mutigen Heiligen, der sich im 16. Jahrhundert weigerte, dem ehebrecherischen König Heinrich VIII. zu folgen, nachdem dieser nicht „nur“ – gegen den Willen des Papstes – seine rechtmäßige Gemahlin verstieß und seine Geliebte Anne Boleyn heiratete, sondern sich im Gefolge seiner sittenlosen Aktivitäten auch noch von der katholischen Kirche loslöste und eine eigene Konfession ins Leben rief: die anglikanische nämlich, bekanntlich seitdem „Staatskirche“ von Großbritannien.

Auch wenn der römische Papst prinzipientreu blieb und das Ehesakrament gleichsam „auf Biegen und Brechen“ tapfer gegen einen mächtigen König verteidigte, so sah es mit den Bischöfen auf der Insel trostlos aus:

Mit einer Ausnahme – dem unbeugsamen Märtyrer John Fischer –  unterwarfen sich alle Oberhirten den Forderungen des tyrannischen Herrschers, der übrigens insgesamt sechsmal heiratete und drei seiner Ehefrauen der Hinrichtung zuführte – also sicherlich nicht gerade das, was man unter einem glaubwürdigen Kirchengründer versteht.

BILD: Thomas Morus betet zum Abschied mit seiner Frau und Tochter

Es ging also um die Unauflöslichkeit einer sakramental geschlossenen Ehe  – und hier konnte das Oberhaupt der Katholischen Kirche nicht um eines faulen Friedens willen nachgeben.

Die Sakramente sind von Christus selbst gestiftet und seiner Kirche anvertraut – und damit steht die Kirche „unter“ dem Willen des HERRN, dem sie zu dienen hat – und nicht umgekehrt, denn die Sakramente sind keine kirchliche Verfügungsmasse – dem Zeitgeist untertan – sondern unantastbare Gnadenmittel Gottes, sie sind Geheimnisse des Höchsten.

Wer heute darüber klagt (und dies gewiß nicht zu Unrecht), daß allzu viele Bischöfe sich mehr am Weltgeist als am Heiligen Geist orientieren, der möge sich damit „trösten“, daß es diesbezüglich nichts Neues unter der Sonne gibt – wobei das Versagen der damaligen englischen Bischöfe in der Kirchengeschichte leider nicht einzig dasteht (erinnern wir uns z.B. an die Krise des Arianismus im 4. Jahrh. ff.), doch dieses Thema ist ein weites Feld.

BILD: Thomas Morus tröstet seine Tochter, oben steht der Henker mit seinem Beil, rechts außen ein angepaßter Bischof, der sich dem ehebrecherischen König unterwarf

Das Theaterstück über Thomas Morus mit dem Titel „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“ war nicht nur hervorragend gespielt, sondern machte auch nachdenklich, nicht nur wegen seiner gleichsam „beklemmenden“ Aktualität; vielmehr wirkte es auch als Selbstimpuls, als Appell an das eigene Ich und Gewissen, den Willen Gottes bzw. die Gebote des Ewigen ins Zentrum des eigenen Lebens zu rücken und GOTT mehr zu gehorchen als den Menschen und dem gerade „angesagten“ Zeitgeist.

Das Sommerfest begann aber nicht mit dem Thomas-Morus-Theater, sondern mit einem feierlichen Hochamt im alten Ritus, das vom Generaloberen der SJM-Ordens, Pater Paul Schindele, in der Schloßkapelle würdevoll zelebriert wurde. Auch die Gläubigen wirkten gesammelt und andächtig, was man in den „normalen“ Gemeindemessen oft vermißt.

Nach dem Gottesdienst begann die eindrucksvolle eucharistische Prozession um das Schloß herum, es wurden Kirchenlieder gesungen und Litaneien gebetet. Pater Harald Volk, Hausoberer von Schloß Assen, trug das Allerheiligste unter dem „Himmel“. In dieser idyllischen Landschaft und in der Gemeinschaft so vieler gläubiger Katholiken konnte die Verehrung und Anbetung des Altarsakramentes das Herz des Kirchenvolks besonders erwärmen.

Nach der Prozession gab es für die Pilgerschar ein geselliges Beisammensein mit reichlich Pommes, Salat, Wurst und Fleisch. Viele Leute, die sich bereits kannten, freuten sich über ein Wiedersehen, andere lernten sich dort kennen und schlossen neue Kontakte unter Gleichgesinnten.

Nach dem Essen ging es auf die Stühle und Bänke der „grünen Wiese“ zum Theaterstück, wobei der Ordensobere einige personelle Veränderungen erläuterte und den Patres von Haus Assen für ihre loyale, kreative und zuverlässige Arbeit dankte, vor allem Superior Harald Volk (siehe Foto), aber auch Pater Tobias Christoph, der sein Wirkungsfeld für die Jugend- und Familienarbeit bald nach Süddeutschland „verlegen“ wird.

Als das anspruchsvolle Theaterstück  – gespielt von den Kölner KPE-Stämmen  –   zu Ende war, wirkten die Zuschauer recht gedankenschwer und innerlich bewegt, wobei die Eindrücke bald in geselliger Runde ausgetauscht werden konnten, denn es gab Kaffee und eine nicht enden wollende Anzahl von leckersten Kuchen (mitgebracht von den Gästen), so daß man es mit der „Qual der Wahl“ zu tun bekam…

Das ganze „Assenfest“ war auch diesmal wieder eine von A  bis Z gelungene Veranstaltung, vor allem für Familien und junge Katholiken – den Patres und KPE-Pfadfindern bzw. Schauspielern sowie allen Helfern sei ein herzliches Dankeschön gesagt. 

Übrigens: Das derzeitige Foto auf unserer Startseite ganz oben zeigt Wildgänse  vor Haus Assen, die von der Wiese ins Wasser trabten und nun Richtung Schloß unterwegs sind

 

 


Kreuze-Gebetszug für das Leben in Münster: Meine bedrohlichen Erfahrungen

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Am Samstag, dem 17. März 2018, nahm ich an dem katholisch geprägten Gebetszug „1000 Kreuze für das Leben – Gottes kostbare Kinder“ in Münster teil.
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Ich möchte zunächst kurz auf die Veranstaltung selbst eingehen, vor allem aber ein Erlebnis schildern, das ich im Anschluss hatte und das mich zutiefst schockierte. 
Die gesamte Kreuze-Prozession war von unserer Seite aus völlig friedlich; eine Madonna wurde vorweg getragen und die Teilnehmer trugen ein weißes Holzkreuz, während der Versammlungsleiter christliche Gebete und Gesänge anstimmte und die Stationen des Kreuzweges Jesu Christi nannte.
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Am Ende gab es eine Zeremonie, bei der für die Ungeborenen symbolisch Rosen niedergelegt wurden, bevor der priesterliche Segen erteilt und die Versammlung planmäßig aufgelöst wurde.
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Dieser friedliche Marsch, an dem vorwiegend Katholiken, aber auch Protestanten und Nichtgläubige teilnahmen, musste von einem großen Polizeiaufgebot vor den sogenannten „Gegendemonstranten“ geschützt werden.
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Ich wähle diese Formulierung, da von diesen Leuten durch die Bank alle Regeln von Ehre und Anstand verletzt wurden, ein inhaltlicher Dialog völlig abgelehnt wurde und jeder Lebensschützer einer Welle des Hasses und der Verachtung ausgesetzt war, die von obszönen Gesten über niveaulose Beleidigungen bis hin zu Gewaltandrohungen reichten.
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Diese „Gegendemonstranten“ gaben sich Mühe, alles Heilige im christlichen Glauben durch den Dreck zu ziehen, möglichst vulgär aufzutreten und Parolen wie „Kein Gott! Kein Staat! Kein Patriarchat!“ zum Besten zu geben. Unserem „Fundamentalismus“ setzten sie wahlweise Feminismus, Kommunismus oder Anarchismus entgegen.
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Ihre Transparente beinhalteten Sprüche wie: „Gegen Gott, gegen den Staat und wider die Natur!“, was ihr gesamtes Anliegen wohl treffend zusammenfasste.
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Wie es bereits in vergangenen Jahren in ähnlicher Weise geschah, hatten sich Frauen unter uns gemischt und ebenfalls weiße Kreuze getragen, nur um sie ungefähr zur Mitte des Marsches zu zerschlagen und „Gegen jeden Fundamentalismus!“ zu brüllen.
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BILD: Polizisten schützen Lebensrechtler vor linksradikalen Randalen in Münster
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Zeitweise wurde unsere Marschroute blockiert, um uns den Zugang zum Domplatz zu versperren, auf dem wir – im Halbkreis versammelt um die vorher mit Farbe und Anarchozeichen beschmierte Statue des seligen Clemens August Graf von Galen – unseren Gebetszug zu einem gelungenen Ende brachten.
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Selbst den erwähnten Kardinal von Galen, der aufgrund seines einzigartigen Widerstandes gegen das Dritte Reich und seiner Euthanasieprogramme auch „Löwe von Münster“ genannt wurde, verspottete die Gegenseite in entsprechenden Parolen. Sogar ein Plakat mit der Aufschrift: „Burn your local church“ (=Brenne deine örtliche Kirche nieder) wurde hochgehalten.
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Erschütternd fand ich zum einen, dass in einer Bistumsstadt wie Münster keine offizielle Unterstützung der Kirche für den Gebetszug bestand, weder personell noch ideell. Die Teilnehmer des Lebensschutzmarsches, unter denen sich auch einige Priester befanden, wurden mit dem ausufernden Hass, den sie für nichts anderes als ihre bewährte katholische Position ernteten, völlig alleine gelassen.
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Man schien sich für das Treiben, das um die Kirchen Münsters und selbst neben dem Dom stattfand, schlichtweg nicht zu interessieren.
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Die Erfahrung meiner Abreise nach Abschluss der Veranstaltung soll hierbei ein vielsagendes Schlaglicht darstellen:
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BILD: Der Weg vom Dom zur Überwasser-Kirche in Münster (auch Liebfrauenkirche genannt)
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Ich verabschiedete mich von einigen anderen Teilnehmern, mit denen ich mich gut verstand und verließ den Domplatz alleine in Richtung Überwasserkirche. Als ich ungefähr die Aa überquerte, blickte ein junger Mann, der in einer Gruppe ein gutes Stück vor mir lief und augenscheinlich dem Milieu der Gegendemonstranten angehörte, nach hinten und erkannte mich als Teilnehmer des Gebetszugs.

Daraufhin sagte er hastig etwas zu seinen Begleiterinnen und rannte vorwärts in Richtung Frauenstraße. Hierbei blickte er in unregelmäßigen Abständen zurück und schaute, ob ich noch in diese Richtung ging. Ich erwartete, dass er Verstärkung holen wolle, um die Drohungen, die uns während des Marsches entgegenschlugen, wahr zu machen.

Da ich in den vergangenen Jahren bereits auf der ebenfalls christlich geprägten „Demo für Alle“ sowohl in Stuttgart wie in Hannover in brenzlige Lagen mit gewaltbereiten Gegendemonstranten geraten war, gelang es mir, die Situation richtig einzuschätzen; ich  nutzte einen Moment, in dem die erwähnte Person nicht schaute und betrat schnell die Überwasserkirche über ihren südlichen Seiteneingang. 

Hier waren gerade viele Menschen in den Kirchenbänken versammelt, scheinbar in Erwartung einer Messe, die gegen 17 Uhr stattfinden sollte. Ich ging möglichst still am Rande entlang zur westlichen Vorhalle, an der sich das Hauptportal der Überwasserkirche befindet. Ich wartete etwa eine Minute und verließ es, um danach an den Gerüsten vorbei in den Knick der Frauenstraße zu spähen, der vorher für mich nicht einsehbar war.

Dort befand sich eine Gruppe von gut zwei Dutzend jungen Leuten, die sportlich gekleidet, teilweise vermummt und eindeutig Teilnehmer der vorigen Gegendemonstration gewesen waren. Sie hatten sich offensichtlich um die Ecke positioniert, um mich dort abzufangen. Ich bin mir sicher, dass ich im Falle ihres Erfolges im Krankenhaus gelandet wäre.

Ich ging also zurück in die Kirche, um auszuharren, bis sie weg waren. Um die Messe nicht zu stören, ging ich in die Kapelle, die nördlich an die Vorhalle anschließt und konnte durch die angebrachten Lautsprecher das Geschehen im Kirchenschiff verfolgen.

BILD: Eine afro-deutsche Lebensrechtlerin auf der Aa-Brücke zwischen Dom und Überwasserkirche

Offenbar sprach hier eine Pastoralreferentin über die ihrer Meinung nach dringendsten Themen unserer Zeit. Zunächst erwähnte sie das anstehende Dieselverbot und sprach dann oberflächlich von sozialer Ungerechtigkeit, dem verschwenderischen Umgang mit Konsumartikeln, der Abholzung des Regenwaldes und von Umweltverschmutzung – alles Themen, „vor denen wir als Christen nicht die Augen verschließen können“.

All diese Probleme mögen eine gewisse Relevanz haben und müssen in der Politik angefasst werden. Hierauf gibt es sicherlich eine christliche Sicht, die hierbei vertreten werden kann. Doch muss ich sagen, dass ich als junger Katholik, der sich im Alter von 21 Jahren aus Überzeugung taufen ließ und der sich in einer Zivilisation wiederfindet, der ihre eigenen Wurzeln, ihr eigener Glaube, ihr ewiger Gott praktisch unbekannt sind, eine Auseinandersetzung mit eben diesem religiösen Problem vermisse.

Während ich in dieser Kapelle saß, verspürte ich grenzenlose Fassungslosigkeit über die Indifferenz dem Treiben gegenüber, das gerade stattgefunden hatte. Ich saß in der Kapelle und wusste, dass ich vielleicht mein Leben riskieren würde, wenn ich nun die Kirche verließe, aus dem einfachen Grund, weil ich gerade friedlich für das Lebensrecht ungeborener Kinder demonstriert hatte.

Ich befand mich in Gefahr für meinen Glauben an den Heiland und an die Wahrheit seiner Lehre und Schöpfung. Und ich fragte mich unwillkürlich, ob man in dieser Kirche bewusst die Augen davor verschloss. Ich fragte mich, warum die Menschen, die hier saßen, nicht mit uns auf die Straße gegangen waren, während wir als Nazis und Fundamentalisten beschimpft wurden.

Ich fragte mich, warum dieser Zerfall unserer christlichen Kultur, unserer Sitten, unserer Moral, unseres Glaubens, ja selbst unseres Verständnisses der Menschenwürde keinen Raum in diesem Gotteshaus fanden. Ich fragte mich, wie man hier, wo unsere Demonstration nicht einmal im Pfarrbrief erwähnt wurde, von uns dachte. Ob wir auch hier als Fundamentalisten betrachtet wurden, die unnötigerweise mit ihrem Gebetszug, ihrer Madonna und ihren Kreuzen provozierten?

Diese Gedanken sind keine Anschuldigung. Ich kenne die Menschen nicht, die sich in dieser Kirche versammelt hatten. Aber diese Fragen trieben mich um und auch jetzt komme ich nicht umhin, diese Situation, die ich sehr intensiv erlebte, als symptomatisch für die Lage der europäischen, vor allem aber der deutschen Christenheit, anzusehen.

Es bleibt ein Gefühl, von der eigenen Kirche und den Glaubensgeschwistern mit einem Kampf alleine gelassen zu werden, der den ureigensten Standpunkten der heiligen Kirche, des Leibes Christi, entspringt. So sehr es mich freuen würde, kann ich nicht fordern, dass sich jeder Katholik auf die Straße begibt. Doch haben wir die Pflicht, den friedlichen Einsatz, den wir vielleicht aus individuellen Gründen nicht auf den Straßen unseres Landes führen können, mindestens in unseren Gotteshäusern zu führen.

Katholiken müssen Menschen der Tat, aber auch des Gebetes sein. Wir müssen uns gegenseitig dort unterstützen, wo sich Glaubensgeschwister fatalen Entwicklungen entgegenstellen und wir müssen zusammenstehen, wo die Wahrheit, die Schöpfung und selbst der Wert menschlichen Lebens in Frage gestellt werden.

Natürlich ist die Abholzung des Regenwaldes ein Problem. Doch sind wir nicht Umweltschützer mit katholischem Anstrich, sondern Katholiken, die aufgrund ihres Glaubens und Verstandes zu dem Schluss kommen, dass die Welt, die Gott uns geschaffen hat, schützenswert ist.

Die obersten Themen sind für uns aber nicht der Regenwald und auch nicht CO2-Emissionen oder die Debatte um den Mindestlohn. Wir sind vielmehr angehalten, dort gegen Unwahrheit und Verbrechen anzugehen, wo wir ihnen begegnen.

Wir Gläubigen stehen in der Welt als die streitende Kirche. Weil wir einen inneren Kampf führen, in dem wir siegen müssen, um Gottes Angesicht zu erblicken. Aber auch, weil wir uns im Kampf mit den Gottlosigkeiten befinden, die uns die Welt entgegenwirft. Wenn das bedeutet, dass wir Hass ernten, dann ist das der Preis für die Wahrheit.

Ich möchte schließen mit den Worten des Heilandes, überliefert vom hl. Evangelisten Johannes:

 „Wenn die Welt euch hasst, so wisset, sie hat mich vor euch gehasst. Wäret ihr von der Welt, würde die Welt das Ihrige lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch erwählt habe aus der Welt, darum hasst euch die Welt.
Denkt an das Wort, das ich euch sagte: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, werden sie auch das eure halten.
Dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat. Wäre ich nicht gekommen und hätte ich nicht zu ihnen geredet, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie keine Ausrede für ihre Sünde. Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater.
Doch es sollte erfüllt werden das Wort, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: ,Sie hassten mich ohne Grund´ (Ps 35,18). Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, wird er Zeugnis geben von mir, und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir seid“ (Joh 15,18-27).
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Der junge Autor des Berichtes ist unserer Redaktion persönlich bekannt
 

Kreuze-Gebetszug für das Leben am Samstag, 17. März 2018 in Münster

Am Samstag, dem 17. März 2018, startet um 14,30 Uhr auf dem Kirchplatz von St. Ägidii in Münster-Innenstadt der Gebetszug gegen Abtreibung. Diese Aktion mit weißen Holzkreuzen wird von der Münchner Initiative „Euro-Pro-Life“ organisiert.

Die Prozession führt durch die Innenstadt an einigen Kirchen vorbei und endet auf dem Domplatz am Denkmal des seligen Kardinal von Galen, der sich während der NS-Diktatur vor allem gegen die Euthanasie an Behinderten und psychisch Kranken eingesetzt hat.

Wolfgang Hering, der Organisator, hält dort eine Schlußansprache und einer der teilnehmenden Priester segnet die Lebensrechtler.

In den letzten zehn Jahren mußte der Gebetszug stets von einer starken Polizeipräsenz vor linksradikalen Randalen geschützt werden. Auch diesmal wurden von Abtreibungsbefürwortern bereits wieder Proteste angekündigt.

Foto: Mathias von Gersdorff


CHRISTUS ist unser göttlicher „Kumpane“

Von Felizitas Küble

Es würde wenig ehrfürchtig klingen, wenn wir sagen, Christus sei unser „Kumpel“, obgleich ER seine Jünger als „Freunde“ bezeichnet hat. Aber „Kumpel“ klingt für den Sohn des lebendigen Gottes wirklich zu flapsig und oberflächlich!

Schaut man sich aber die sprachliche Herkunft dieses Wortes an, sieht die Sachlage anders aus, denn der Begriff kommt vom lateinischen „Cumpane“. 

Dieser Ausdruck leitet sich ab von „Cum Pane“  (Pane = Brot, cum = mit)  –  es ist also jemand, der das Brot mit uns teilt. (Daraus ergeben sich dann auch bekannte Begriffe wie Kompanie und Companion.)

Die Mahlzeit  – vor allem sein Brot – mit jemandem teilen, gilt seit jeher als Zeichen von Freundschaft und Verbundenheit.

Interessanterweise erkannten die Emmaus-Jünger unseren HERRN beim Brotbrechen (Lk 24,31).

Zwar brannte schon vorher ihr Herz, als ER ihnen die Heilige Schrift  –  die Prophetie des Alten Bundes – erschloß und auf sich als Messias bezog. Doch erst als ER mit ihnen zu Tisch saß und das Brot brach, wußten sie: ER ist es, der Heiland des jüdischen Volkes und Erlöser der Welt. Daher bezeichneten die ersten christlichen Gemeinden die heilige Eucharistie als „Brotbrechen“.

Diesen interessanten sprachgeschichtlichen Hinweis erzählte heute in Kurzform der Geistliche bei seiner Predigt vor der Marien-Kirche von Münster-Hiltrup bei der Fronleichnamsmesse. Danach folgte die Prozession (siehe Foto) mit dem Allerheiligsten unter dem Baldachin bzw. „Himmel“ durch die Straßen der Stadt, um Christus als höchsten HERRN zu ehren, der im Altarsakrament wahrhaft zugegen ist.

HIER gibt es übrigens einen Kanon (eignet sich vor allem als Tischgebet) mit dem Titel „KumPane –  der das Brot mit mir teilt: http://www.familiengebet.de/index.php?id=79