Wir trauern um Dr. Angelika Pokropp-Hippen

Von Felizitas Küble

Am Dienstag, dem 26. März 2019, verstarb nach langem Krebsleiden eine katholische Christin aus Münster-Amelsbüren, die weit über das Münsterland hinaus bekannt war, besonders als engagierte und kompetente Lebensrechtlerin und Buchautorin.

Durch den gemeinsamen Einsatz gegen Abtreibung haben wir die 1954 geborene Allgemeinärztin – auch ihr Mann ist als Mediziner tätig – bereits vor Jahrzehnten persönlich kennengelernt.

In Münster führte die Mutter von drei Kindern ab November 1997 für Samstag-Mittag ein regelmäßiges ökumenisches „Beten für das Leben“ in der Lamberti-Kirche ein. Danach folgten monatliche abendliche Votivmessen für die ungeborenen Kinder in der Aegidii-Kirche.

Jährlich führte sie zudem am 28. Dezember – dem Tag der Unschuldigen Kinder von Bethlehem – im St-Paulus-Dom eine Kreuzwegandacht durch, wobei die Gläubigen betend und betrachtend an den inneren Kapellen der Bischofskathedrale vorbeischritten.

Die Publizistin und Vortragsreisende veranstaltete jährlich marianische Tagungen in Freckenhorst mit namhaften Referenten – hier z. B. das Programm von 2014: http://nahe-dem-herzen.de/freckenhorster-marientagungen/programm-freckenhorster-marientagung-2014.html

Sie selbst war eine tiefgläubige Marienverehrerin und fühlte sich zudem sehr mit der seliggesprochenen Ordensfrau Euthymia aus Münster verbunden, zu derem Gedenken sie eine Gebetsbroschüre verfaßte. Zudem war sie zeitweise Schriftführerin des bundesweiten „Fatima-Weltapostolats“.

Unser Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt, hat im vorigen Jahrzehnt in mehreren tausend Exemplaren den von ihr verfaßten „Kreuzweg für Ungeborene“ verschickt und verbreitet, der im Fe-Verlag erschien.

In diesem katholischen Medienzentrum aus Kisslegg wurden weitere Bücher von der einsatzfrohen Medizinerin und Psychotherapeutin veröffentlicht, darunter der Titel „Wege zum Schattenkind“, der sich mit den Hintergründen und Folgeschäden von Abtreibungen befaßt, aber auch mit seelischer Heilung und christlicher Hilfestellung: siehe HIER

Die engagierte Katholikin, die über 25 Jahre lang ärztlich und psychotherapeutisch aktiv war, hat an mehreren Filmen mitgewirkt, so etwa in der Dokumentation „Maria und ihre Kinder“ sowie im Film „Tabu Abtreibung“, der auf ARTE ausgestrahlt wurde und den sie fachlich begleitet hat – hierzu unser damaliger Bericht: https://charismatismus.wordpress.com/2015/03/17/heute-17-3-auf-arte-informativer-film-uber-das-tabu-abtreibung/

Dr. Angelika Pokropp-Hippen hat sich zudem –  sowohl beruflich wie ehrenamtlich –  um PAS-geschädigte Frauen gekümmert, also um Betroffene, die an den seelischen bzw. psychosomatischen Auswirkungen einer Abtreibung leiden, wobei sie hierbei sicherlich auch ihre Kenntnisse als Traumatherapeutin einsetzen konnte. (PAS = Post-Abortion-Syndrom = Folge-Erkrankungen von Abtreibung)

Noch im vorigen Monat veröffentlichte das evangelische Nachrichtenmagazin IDEA eine Stellungnahme von ihr, in welcher die Ärztin sich zugunsten der von Gesundheitsminister Spahn geplanten Studie über Psycho-Folgen der Abtreibung aussprach: https://www.idea.de/politik/detail/psychotherapeutin-kritik-an-spahn-studie-ist-unberechtigt-108193.html

Frau Dr. Pokropp-Hippen gehörte zum Vorstand der „Ärzte für das Leben“, der von dem Bioethik-Experten Prof. Dr. Paul Cullen aus Münster geleitet wird. Auf der Jahrestagung der Mediziner-Vereinigung im Mai 2017 in Fulda hielt sie einen Vortrag über „Auseinandersetzung mit den Folgen der Abtreibung für betroffene Frauen und ihre Angehörigen“.

Hier einer ihrer Vorträge zu dieser Thematik, den die „Aktion Leben“ aus Abtsteinach online dokumentiert: siehe HIER

Außerdem wurde die Expertin vom Bistum Münster über ihre PAS-bezogene Tätigkeit interviewt:https://www.bistum-muenster.de/startseite_aktuelles/newsuebersicht/news_detail/interview_pokropp_hippen/

Die Verstorbene, die jahrzehntelang in der „Aktion Lebensrecht für alle“ (ALfA) aktiv war, gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Lebensrechtsbewegung.

Zugleich beschränkte sie ihr ehrenamtliches Engagement nicht auf die Lebensrechtsthematik; sie hielt z.B. Vorträge über den Münsteraner Bekennerbischof Clemens August Graf von Galen undüber die judenchristliche Philosophin Edith Stein. Zudem war sie im Hiltruper Bernhard-Poether-Arbeitskreis tätig, der sich für die Seligsprechung dieses Märtyrers aus der NS-Zeit einsetzt: hierzu erschien ein Zeitungsbericht in den WN.

Wir bleiben mit Dr. Angelika Pokropp-Hippen im Gedenken und im Gebet verbunden – möge sie durch Christus in die ewige Herrlichkeit eingehen!

Die Beisetzung der Verstorbenen beginnt am Montag, dem 1. April 2019 um 14.30 Uhr in der Sebastian-Kirche in 48163 Münster-Amelsbüren mit einem Requiem, anschließend folgt die Beerdigung auf dem dortigen Friedhof.

Porträt-Foto: http://www.dr-hippen.de/

 


Christa Meves wird am 4. März 90 Jahre alt

Von Felizitas Küble

Unsere langährige Autorin im CHRISTLICHEN FORUM, Christa Meves (siehe Foto), vollendet am 4. März 2015 ihr 90. Lebensjahr. Meves
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Die Bestsellerautorin aus dem norddeutschen Uelzen wirkte beruflich als Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche; zugleich veröffentlichte sie ca. 120 Bücher mit einer Gesamtauflage von 6 Millionen. Sie war von 1978 bis 2003 Mitherausgeberin des „Rheinischen Merkur“.

Meves warnte bereits Anfang der 70er Jahren in Büchern und Artikel vor den Folgen der 68er Kulturrevolution, einer Schwächung der Familie und insbesondere vor einer Frühsexualisierung der Kinder: „Infolge der sexuellen Revolution durch die 68er-Bewegung gibt es heute viele seelisch gestörte Kinder.“

Bindung ist die beste Bildung

Die pädagogisch klarsichtige Schriftstellerin wendet sich zugleich gegen die immer mehr um sich greifende  Gender-Ideologie sowie die staatlich propagierte Kollektiverziehung von Kleinkindern in Kitas bzw. Krippen. mGerade in den ersten drei Lebensjahren ist der enge Kontakt mit den Eltern, zumal mit der Mutter, für das Kind von großer psychosozialer Bedeutung, erläutert Meves in zahlreichen Beiträgen.

Zugleich sei diese Bindung auch die beste geistige Bildung für die Sprößlinge, bekräftigte die Bestsellerautorin mit Berufung auf wissenschaftliche (vor allem neurologische und entwicklungspsychologische) Erkenntnisse.

Ihre berechtigten Warnungen vor einer verfehlten Familienpolitik und ihr Plädoyer für mehr gesellschaftliche und politische Wertschätzung der elterlichen Erziehungstätigkeit fanden leider selbst in den Unionsparteien zu wenig Gehör.

Im Jahre 1987 trat die engagierte evangelische Christin, die von 1973 bis 1984 der EKD-Synode angehörte, in die katholische Kirche ein. Ihren Schritt begründete sie sowohl ethisch (größere Klarheit der katholischen Morallehre und Verkündigung) wie auch theologisch (z.B. positive Bedeutung der Sakramente, der Marienverehrung und des Papsttums).

Zusammenarbeit mit Erzbischof Dyba

Mit Erzbischof Johannes Dyba (siehe Foto), dem glaubensstarken Oberhirten des Bistums Fulda, stand Meves im engen Kontakt. Der unbeugsame Kirchenmann schätzte die eindeutigen Positionen der Konvertitin und ihren Mut, dem Zeitgeist zu widerstehen. __Erzbischof_Dyba

Meves gehört zu den prominenten Unterzeichnerinnen für eine Seligsprechung von Erzbischof Dyba. Das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt, sammelt seit Jahren Unterschriften für diese Aktion.

Die Bestsellerautorin hält auch im hohen Alter diverse Vorträge und  Seminare; sie ist Vorsitzende des Vereins „Verantwortung für die Familie“, der Eltern in Erziehungsfragen unterstützt und hierzu viele fundierte Artikel veröffentlicht (auch online).

Christa Meves gründete vor 15 Jahren ein Elternkolleg (ECCM), in dem sie gestandene Mütter in Kursen für die Erziehungsarbeit junger Eltern  ausbildet. Sie entwarf das Modell „Mutter als Beruf“, um dem damals bereits bedrohlich gewordenen Geburtenschwund und der Heiratsscheu in der jungen Generation entgegenzuwirken. Das wurde 1985 mit 12.000 Unterschriften der Regierung – allerdings vergeblich – übermittelt. 

Wir danken unserer Autorin für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und wünschen ihr weiter gute Gesundheit, frohes Schaffen und den Segen des Himmels!

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Weitere Infos zum Wirken von Frau Meves in dieser Würdigung Herrn von Gersdorffs: http://kultur-und-medien-online.blogspot.de/2015/03/christa-meves-hat-fruh-vor-den-folgen.html