Die moderne Quantenphysik und unser Glaube

Von Lucia Tentrop

Die Quantenphysik brachte das frühere mechanistische Weltbild zum Einsturz – und damit auch die damit verbundene materialistische Ideologie.

Das Weltbild der modernen Physik steht dem christlichen Glauben wieder näher, denn sie befaßt sich mit dem „geistigen Urgrund des Universums“, wie es im Untertitel des Buches von Bruno Machinek aus dem Gerhard-Hess-Verlag heißt.

Seine Neuerscheinung „Gott und die Welt der Quanten“ eröffnet frische Denkhorizonte und ein besseres Miteinander von Religion und Naturwissenschaft.

Wenn unsere Kirche die Erkenntnisse der Physik des 20. Jahrhunderts nicht  länger dem Techno- und Kapitalmarkt überlässt, sondern sie für unsere Geisteswelt auswertet und in ihre Pädagogik und Verkündigung integriert, haben wir wieder eine allen gemeinsame naturwissenschaftliche Grundlage des Denkens. Dann sind wir offen für die Revitalisierung unserer Glaubenskräfte.

Religiöses Wissen braucht zu seiner Vermittlung die Basis realer Anschauung. Zu allen Zeiten hat die Kirche in Partnerschaft mit der jeweiligen Naturwissenschaft gelebt – bis sich nach der kopernikanischen Wende und dem Rationalismus der Aufklärung das Weltbild der klassischen Physik (Keppler, Galilei, Descartes, Kant und Newton) in eine absolute Herrschaft des menschlichen Verstandes entwickelte. Hier schien für Gott kein Platz mehr frei zu sein.

Der Rationalist glaubt an seine Ratio und deren Kapazitäten, und was diese nicht begreifen, ausbeuten und in ihrem Kopf horten können, wird entsorgt: Ein ego-zentrisches Weltbild des Menschen, eine geist- und seelenlose Weltanschauung. 

Noch 120 Jahre nach Max Plancks Gründung der Quantenphysik glauben (!) wir immer noch an die Grundannahmen der „klassischen Physik“: für sie ist die Welt ein geschlossenes und determiniertes System, das wie ein Uhrwerk gesetzmäßig abläuft.

Bereits Ende des 19. Jahrhundert galten diese Gesetze als erforscht. Man riet Max Planck daher vom Studium der Physik ab, weil da kaum noch Neues zu erwarten sei. Der aufgeklärte Mensch hat ja alles „im Griff“.

Der Glaube an einen göttlichen Schöpfer gilt als rückständig und naiv. Gegen „Volksfrömmigkeit“ ist unsere wissenschaftlich gestylte Intelligenz bis zur Berührungsangst allergisch. Und welcher arglose Mensch durch-schaut die intellektualisierten Formen der Verblödung unserer materialistisch orientierten Titelhelden in Medien und sozialistisch orientierten Quasselseminaren?

Wie viele ehemals gläubige Menschen gehen auf akademischen Stelzen, um sich im müden Glück ihrer eigenen Bedeutung gegenseitig zu zitieren und ihre seelische Lebendigkeit im Muff des Statusdenkens zu ersticken? Intellekt dient immer einer Interessenlage; er kann also auch im Dienst der Dummheit stehen.            

In diesem Verlies unserer verdrängten Geisteswelt öffnet die Quantenphysik das Fenster zur Ewigkeit. Ihre Erkenntnisse beruhen nicht auf opportuner Anpassung an politische Strömungen, sondern auf  neutralen und nachvollziehbaren Experimenten.

Schon die Tatsache, dass es auf der Ebene der kleinsten Teilchen weder Raum noch Zeit gibt und die Quanten sogar nachträglich ihre Gestalt ändern können, wirft neues Licht auf scheinbare Paradoxien unseres Glaubens, z.B. auf die eucharistische Realpräsenz, an die laut Autor Machinek auch Martin Luther noch glaubte.

Jenseits von Raum und Zeit ist alles  mit allem verbunden; Informationen werden über jede Entfernung in einem Moment übertragen und sind sofort am Ziel. Der einzelne Mensch ist mit dem Kosmos verbunden. Wir beeinflussen die Materie. In Reaktion auf einen bewussten Beobachter ändern immaterielle Wellen ihre Gestalt und werden zu Materie. In Beziehung zu einem handelnden Bewusstsein wandelt z.B. auch Wasser, das durch den Segen des Priesters zu Weihwasser wird, seine Konsistenz.   

Die Quantenphysik bestätigt die Gläubigen sowie uraltes Wissen der Seele,  Aussagen unserer Kirchenväter, Weisheiten der Antike und der Religionen unserer Welt.

„Im Anfang war der Geist“

Das Grundgesetz unserer abendländischen Kultur und Kunst ist wieder gültig: „Es ist der Geist, der sich den Körper schafft.“ – Nicht die Materie ist Ursprung des Lebens – wie an deutschen Schulen und Universitäten immer noch gelehrt wird – sondern der Geist, der frei von Materie existieren kann.

Die Ordnung der materiellen Realität beruht auf metaphysischen Wirkungsfaktoren. Wir sind jenseits von Zeit und Raum einem transzendenten Sein verbunden. Das durch die Aufklärung entstandene Gegeneinander von Wissenschaft und Religion ist überholt.

Die Quanten pfeifen auf eine begrenzte menschliche Logik, die sich über den Logos – die Weisheit von oben – zu erheben suchte:  Wir dürfen wieder glauben!

Warum wird diese Wissenschaft nicht verkündet, im kirchlichen Bereich publiziert und unter das Volk gebracht?

Es gibt namhafte katholische Theologen, die die  Bedeutung der Quantenphysik und ihres neuen Weltbildes für unseren Glauben erkannt haben, voran unser Papst em. Benedikt XVI.

Warum wird dieses Wissen nicht populär? Warum produzieren unsere Medien wie am  Fließband kirchenpolitische Blasen, statt über die Erkenntnisse einer faszinierenden Wissenschaft aufzuklären, die unser materielles Anspruchsniveau kippt und über ein neues Staunen die Demut und den Glauben befreit?

Natur Mensch Umwelt

Warum kriecht die deutsche Kirche wegen ihrer schwarzen Schafe auf allen Vi(e)ren, statt ihre positiven Erinnerungen und Kräfte zu steigern und sich neu aufzurichten, um am Horizont jenen rettenden Engel zu erkennen, der schon seit über 100 Jahren auf diese Erkenntnis wartet?

Nicht der einfache Gläubige, sondern der intellektuelle Wasserkopf an unseren deutschen Schulen und Universitäten ist der Dumme, der seine Rückständigkeit pflegt und nicht merkt, dass sich das Blatt auf einer tieferen Ebene der Erkenntnis längst gewendet hat: durch Albert Einstein, Max Planck, Werner Heisenberg, Erwin Schrödinger, Max Born, den Dänen Niels Bohr u.v.a.  

Im Jahre 1900  begründete Max Planck die Quantenphysik. Wie lange wollen wir also noch warten, bis die Theologie das materialistische Weltbild abstößt, das der Seele die Luft abwürgt und unsere Glau- benskräfte unterdrückt, das Wunderbare in unserer Religion analytisch zerrupft und den ehemaligen Diener des Geistes, den Intellekt, über das Ganze setzt?

Der innovative Wissenschaftler Max Planck wurde in unserem Land geboren. Er hat in unserer Sprache geforscht, gedacht und erkannt und in unserem Land gewirkt. Wie lange wollen wir noch passiv zusehen, wie andere Länder und Kulturen diesen Geist für eine fremde Weltanschauung oder Religion vereinnahmen?   

Die Quantenphysik ist etwas Gutes, das sich als erfolgreich erwiesen hat und sogar bei Agnostikern höchstes Ansehen genießt. Kein Mensch kann seriöserweise an einem Wissen zweifeln, dessen Inhalt überprüfbar ist. – Können wir das von den Erkenntnissen aller Wissenschaftsbereiche sagen? Ich nicht, denn ich habe ein sozialwissenschaftliches Zweitstudium  absolviert. 

Langfristig sollte die katholische Kirche das Grundwissen der Quantenphysik in die Theologie integrieren und sie allen Christen vermitteln.

Unsere Autorin Lucia Tentrop (siehe Foto) ist katholische Theologin, Pädagogin, Malerin und Musikerin; sie lebt in Berlin. – Hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de

Das erwähnte Quanten-Buch von Bruno Machinek aus dem Gerhard-Hess-Verlag (http://www.gerhard-hess-verlag.de/) kann für 12,80 Euro dort bestellt werden – oder auch bei uns (portofrei): felizitas.kueble@web.de – oder Tel. 0251-616768


Prof. Hans Briegel: Willensfreiheit aus der Sicht eines Quantenphysikers

Spielerische Zufallsfreiräume als eine der Voraussetzungen  menschlicher Willensfreiheit

Sind wir frei in unseren Entscheidungen? Oder ist Freiheit nur eine große Illusion und unser Handeln letztendlich durch Naturgesetze vorherbestimmt?
Der österreichische Quanten-Physiker Prof. Hans Briegel hat jetzt ein theoretisches Modell entwickelt, das unser Verständnis der Naturgesetze mit der Idee von Freiheit versöhnt.
Er berichtet darüber in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports.

„Als Naturwissenschaftler möchte ich die Möglichkeit und den Ursprung von Freiheit genauer verstehen“, sagt Prof. Hans Briegel vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) und der Universität Innsbruck, und wendet sich damit gegen einen aktuellen Trend in der Hirnforschung, den freien Willen als Illusion darzustellen und damit die menschliche Freiheit grundsätzlich zu verneinen.

Die Neurowissenschaften (Gehirnforschung) haben in den vergangenen Jahren wiederholt experimentelle Befunde vorgelegt, die ihre Hypothese scheinbar belegen. Manche Experten fordern gar die Anpassung der Rechtsprechung an diese „neuen Erkenntnisse“.  (Wenn es keine Willensfreiheit gäbe, hätte dies logischerweise Auswirkungen auf das Strafrecht, dessen Sinn infragegestellt wäre.)

Der theoretische Physiker Hans Briegel präsentiert nun eine Theorie, die den freien Willen mit den universellen Naturgesetzen in Einklang bringt:

„Jedes Objekt, ob Mensch oder Maschine, ist Teil der Natur und unterliegt auf allen Ebenen deren Gesetzmäßigkeiten“, erklärt Briegel. „Damit stellt sich die Frage: Wie kann es überhaupt Freiheit geben, wenn letztendlich alles durch Naturgesetze geregelt ist?“

Prof. Briegel zeigt in einer heute in der Fachzeitschrift Scientific Reports der Nature Publishing Group veröffentlichten Arbeit, daß natürliche oder künstliche „Agenten“, also agierende Systeme (engl. „agents“) mit einem bestimmten Grad an physikalischer oder biologischer Organisation sehr wohl einen freien Willen entwickeln können.

Ein Gedächtnis, das auch in die Zukunft blickt

Er stellt eine neue Theorie der Informationsverarbeitung vor, in der die Handlungen eines Agenten in engem Wechselspiel mit seinem Gedächtnis stehen.

Bei dem zugrundegelegten Modell des Gedächtnisses  –  dabei kann es sich um einen künstlichen Speicher in einer Maschine oder um das Gehirn eines Lebewesens handeln  –  werden einfache Erfahrungsfragmente abgespeichert und wieder abgerufen.

„Um die Möglichkeit von Freiheit verstehen zu können, müssen wir uns von der Vorstellung des Gehirns als eines Computers verabschieden und ein stochastisch-dynamisches Modell des Gedächtnisses und seiner Informationsverarbeitung entwerfen“, ist der Physiker überzeugt.

Gemeinsam mit der Doktorandin Gemma De las Cuevas hat Briegel das Modell eines episodisch-kompositorischen Gedächtnisses entwickelt.

In ihm sind viele einzelne Erfahrungsfragmente (Clips) gespeichert und netzwerkartig miteinander verbunden. In einer Zufallsbewegung werden die mit einem gegebenen Ereignis zusammenhängenden Clips abgerufen. Dieses Stolpern durch die Erinnerungen wird durch Übergangswahrscheinlichkeiten bestimmt, die aufgrund von Erfahrungen modifiziert werden können.

Zentral für das episodisch-kompositorische Gedächtnis ist die Möglichkeit, vorhandene Clips  –  wiederum zufallsartig  –  selbst zu verändern und daraus neue Clips zu erzeugen, mit möglicherweise fiktiven Erfahrungsinhalten. Der Agent verfügt damit über eine Simulationsplattform für eine spielerische Auseinandersetzung mit Umwelteindrücken und kann, auf der Grundlage früherer Erfahrungen, plausible zukünftige Szenarien entwerfen und nach diesen handeln.

„Bewähren sich Handlungen, die durch neue Clips ausgelöst werden, dann werden diese in das Gedächtnis integriert und in Zukunft wie reale Erfahrungen behandelt. So beeinflußt die Fiktion die tatsächlichen Handlungen des Agenten“, erläutert Briegel.                         

Zufall spielt eine entscheidende Rolle in diesem Konzept, sowohl bei der Bewegung durch die Erinnerungen als auch bei der Veränderung vorhandener Clips. „In der Quantenphysik kennen wir Zufallsprozesse  –  sogenannte Quantensprünge  –  nicht nur auf molekularer Ebene, sondern sie werden heute im Labor routinemäßig eingesetzt“, sagt der Physiker.

„In unserem Modell wird der Zufall zu einer treibende Kraft, sowohl im Aufrufen von Gedächtnisinhalten, sowie in der Mutation und Erzeugung neuer Clips. Der Zufall ist damit ein konstitutiver Bestandteil der Informationsverarbeitung des Agenten und gewissermaßen ein Teil seiner Identität.“

Briegel nennt dieses stochastische Modell der Informationsverarbeitung projektive Simulation. Es soll keine Erklärung von Bewußtsein oder eine Theorie über die Funktionsweise des Gehirns sein: „Es zeigt vielmehr, wie in Systemen, die auf allen Ebenen den Gesetzen der Physik unterworfen sind, dennoch ein Spielraum entstehen und ausgenutzt werden kann.“

 „Die Existenz eines solchen Spielraums ist aber die Voraussetzung für die Möglichkeit von Freiheit und letztendlich für einen freien Willen“.

Prof. Briegel betont, daß Details der Neurobiologie für die prinzipielle Frage, ob Freiheit mit den Gesetzen der Physik überhaupt verträglich ist, keine Rolle spielen.

Hans Briegel ist Professor am Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck und Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Finanziell unterstützt wird er bei seinen Arbeiten vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF).

Quelle: Universität Innsbruck (idw)

Fotos: Dr. Bernd F. Pelz


Moderne Quantenphysik und die Wirklichkeit jenseits der sichtbaren Materie

Bisher wurden paranormale Phänomene von der Wissenschaft mit einem Tabu belegt. Dies ist insofern erstaunlich, weil es eine überwältigende Anzahl von seriösen Berichten gibt, die die Existenz des „Übernatürlichen“ unterstreichen. Die moderne Quantenphysik könnte auf diesem Sektor eine spektakuläre Brückenfunktion übernehmen…

Im Jahre 2008 hatte der Genfer Physiker Nicolas Gisin nachgewiesen, dass der Informationsaustausch zwischen verschränkten Teilchen völlig unabhängig von der Entfernung simultan erfolgt.  (Das Verschränkungsprinzip der Quantenphysik besagt, dass zwei Teilchen, die einer gemeinsamen Quelle entstammen, unabhängig von der Entfernung per Fernwirkung verbunden bleiben.)

Der Frankfurter Physiker Prof. Dr. Thomas Görnitz ist inzwischen der Überzeugung, dass Gedanken so real wie Atome sind.

In seinen jüngsten Berechnungen hat er demonstriert, wie aus Quantenbits die Quantenteilchen der konventionellen Physik erzeugt werden können. Damit liefert Görnitz die physikalische Begründung für die These, dass Materie als „kondensierte Quanteninformation“ verstanden werden kann. Dies ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass ein mentaler Zustand, der als Quanteninformation etwas Geistiges darstellt, als ebenso real angesehen werden kann wie ein energetischer oder ein materieller.

Kann die Wissenschaft mit diesen neuen Erkenntnissen einen Brückenschlag zur Religion anbieten?  

Der Physiker Professor Hans-Peter Dürr, ein Schüler des Nobelpreisträgers Werner Heisenberg, der langjähriger Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München war, zieht eine Bilanz:  „Was wir Diesseits nennen, ist im Grunde die Schlacke, die Materie, also das, was greifbar ist. Das Jenseits ist alles Übrige, die umfassendere Wirklichkeit, das viel Größere“, zeigt er sich überzeugt.

Quelle: Pressemitteilung von Dr. Rolf Froböse in „news4press.com“ (gekürzt)