Qumran-Sensation: Palästinenser bieten weitere Fragmente der Schriftrollen an

Die Entdeckung der ca 2000 Jahre alten Schriftrollen in einer Höhle beim Toten Meer  1947 gilt als eine der größten archäologischen Sensationen des 20. Jahrhunderts. Die sog. Qumran-Schriftrollen enthielten biblische Texte, die über Jahrhunderte buchstabengetreu überliefert wurden.

Jetzt sorgen die antiken Papyrusrollen erneut für Schlagzeilen: Jene palästinensische Familie, die die Schriftstücke damals entdeckte, hat offenbar Fragmente davon jahrzehntelang in einem Schweizer Depot gelagert und bietet sie jetzt zum Verkauf an.

Das ärgert die israelische Altertumsbehörde, welche die gesamten Rollen als kulturelles Erbe des jüdischen Staates betrachtet.

Die jetzt neu aufgetauchten Fragmente sollen etwa die Größe von Briefmarken haben, einige enthalten keine Schriftzeichen. Bei Sammlern sind die Teile der berühmten Schriftrollen heiß begehrt und sie sind bereit, enorme Summen für diese archäologischen Schätze auszugeben.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/25749/Default.aspx?hp=article_title


Israel stellt digitale Bibliothek der Qumran-Rollen vom Toten Meer online

Die Antikenbehörde und Google Israel haben am heutigen Dienstag die bekannten und religionswissenschaftlich bedeutsamen Schriftrollen vom Toten Meer online gestellt:

Die digitale Bibliothek soll letztendlich die vollständigen Schriften enthalten. Bisher sind es „lediglich“ 4000 Scans von Infrarot-Fotografien, die kurze Zeit nach dem Finden der Schriftrollen bei Qumran in den 1950er Jahren gemacht wurden, die interessierte Nutzer betrachten können.

Hinzu kommen etwa 1000 Bilder, die erst für das Digitalisierungsprojekt in einem eigens gebauten Fotolabor angefertigt wurden, das sich einer von der NASA entwickelten Technik bedient.

Hierbei wird jedes Schriftstück 28 Mal auf 12 verschiedenen Farbspektren abfotografiert und die Bilder anschließend von einem Computer zu einem Bild mit äußerst hoher Auflösung wieder zusammengesetzt. Jede der Fotodateien hat eine Größe von etwa 4-5 Gigabyte.

Zusätzlich sind die Schriftrollen auch mit Infrarot-Licht fotografiert worden, was ermöglicht, auch unter Flecken verborgene Buchstaben zu erkennen, die das menschliche Auge im Original gar nicht erfassen könnte.

Ein Team von Forschern der Universität Tel Aviv arbeitet außerdem an einem Computer-Programm, das es ermöglichen soll, alternative Zusammenstellungen der einzelnen Rollenteile zu finden. Denn niemand weiß, ob die Forscher vor 60 Jahren die 30.000 Einzelteile, aus denen die Rollen bestanden, wirklich richtig zusammengesetzt haben.

Drei Jahre, so hieß es am heutigen Dienstag auf der Pressekonferenz zum offiziellen Online-Start des Projekts, werde es dauern, bis alle Teile öffentlich einsehbar seien.

Bereits jetzt können einzelne Textteile auf Hebräisch oder in englischer Übersetzung gesucht werden. Auch ist es möglich, auf Landkarten zu sehen, wo genau eine bestimmte Rolle gefunden wurde. Weitere Tools sollen hinzukommen.

Die Initiatoren des Projekts erhoffen sich vor allem eine Welle von wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema.

„Man wird die Schriftrollen noch einmal ganz neu lesen können, aus Forschersicht ist hier der Himmel die Grenze“, so Pnina Shor, Leiterin der Abteilung für die Qumran-Rollen bei der Antikenbehörde heute Morgen.

Die digitale Bibliothek der Schriftrollen vom Toten Meer finden Sie unter

http://bit.ly/QumranBibliothek

http://dss.collections.imj.org.il/

Quelle (Text/Foto): Israelische Zeitung „Haaretz“ vom 18.12.2012 / Israelische Botschaft in Berlin