Tagung zur Vorgeschichte und Bedeutung der „Charta der Heimatvertriebenen“

Von Stefan P. Teppert

Vehement wurde seit der Unterzeichnung der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ am 6. August 1950 vor wohl 150.000 Menschen im noch von der Kriegszerstörung gezeichneten Stuttgart gestritten: über Inhalt, Sprache, Bedeutung und die Verfasser.

Die politische Spannweite der einander teils ausschließenden Meinungen, Stellungnahmen und Polemiken kann mit den Stichworten „Revanchismus“, „Heimatnostalgie“, „Mitgründungsdokument der Bundesrepublik“ und „Friedensverhinderungsdokument“ umrissen werden.

Einen Beitrag zur nüchternen Beurteilung lieferte am 20. Juli 2020 Dr. Otfried Pustejovsky (siehe Foto) im Stuttgarter Haus der katholischen Kirche.

Der Historiker war vom Katholischen Bildungswerk Stuttgart und der Ackermann-Gemeinde in der Diözese Rottenburg-Stuttgart eingeladen worden.

Prof. Dr. Dr. Rainer Bendel (siehe 2. Foto), Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft katholischer Vertriebenenorganisationen (AKVO), hatte die Veranstaltung organisiert und moderierte sie.

Er stellte Pustejovsky als Kenner der Geschichte Böhmens und Mährens vor, der nicht nur über den christlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus sowie die verfolgte Kirche zu Zeiten der ČSR gearbeitet, sondern auch einen umfangreichen Aufsatz über einen Vorläufer der Charta der Vertriebenen veröffentlicht hat, nämlich über die von sudetendeutschen Politikern und Wissenschaftlern 1949 abgegebene „Eichstätter Erklärung“.

Pustejovsky präsentierte keinen Festvortrag oder eine verehrungsvolle Würdigung, sondern ordnete die Formulierungen der Charta in ihre Vorgeschichte und Zeitumstände ein und untersuchte das Netzwerk der Protagonisten dieser Erklärung.

Einleitend erinnerte er an die in den ersten Nachkriegsjahren bei weiten Teilen der Bevölkerung in Westdeutschland herrschende negative bis feindliche Stimmung gegenüber den Vertriebenen.

Mit einem Aufruf an Binnendeutsche und Flüchtlinge wies 1947 der sudetendeutsche Augustiner-Chorherr Paulus Sladek gerade den persönlich unschuldig gebliebenen Menschen die Berufung zu, den Fluch des Bösen zu überwinden. Solche Appelle, so der Referent, können bei einem hochkomplexen Thema, das sich jeder Vereinfachung oder gar nachträglichen Ideologisierung entziehe, als „Rahmen“ für die politische Willensbildung eingeordnet werden.

Die Charta sei jedoch von Anfang an und bis heute polarisierend gesehen und bewertet worden: einerseits unkritisch-verteidigend, andererseits ablehnend und abwertend. Je größer der zeitliche Abstand, umso heftiger seien die Äußerungen und Debatten geführt worden, vielfach von Voreingenommenheit, Ignoranz oder Besserwisserei bis zu fundamentloser moralischer Überheblichkeit bestimmt.

Deshalb müsse man viel stärker den Zeitabstand, die gewandelte Bedeutung von (politisch aufgeladenen) Begriffen und Vorstellungen in Rechnung stellen sowie die Zeitumstände des Jahres 1950 berücksichtigen. Dazu gehören am Beginn erneuerter Staatlichkeit und in diese eingebettet die Neubildung von Parteien und Interessenverbänden in all ihrer Heterogenität, darunter die Gruppierungen der deutschen Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Ausgesiedelten

Pustejovsky stellte einige der 30 ausschließlich männlichen Unterzeichner der Charta vor. Ausgenommen vier oder fünf ehemalige höhere Funktionäre im NS-System bzw. drei höhere SS-Angehörige ragten sie nicht über den Durchschnitt hinaus, stammten überwiegend aus Verwaltung und Justiz und verschiedensten Gebieten des Reiches und des Auslands.

Bis heute gebe es keinen Nachweis, wer von den 30 Unterzeichnern die Friedensgeste durchgesetzt und wer den Text letztlich verfasst hat und wieso dieser bald darauf auch von den Nichtunterzeichnern Bundeskanzler Adenauer überreicht wurde.

Der Text dieses Zeitdokuments bestehe aus insgesamt nur 423 Wörtern und vier inhaltlichen Abschnitten. Die Präambel mit drei Grundsatzaussagen sei in der Diktion emotional, im sprachlichen und inhaltlichen Aufbau eher provinziell formuliert und gehe von einem tradierten Glaubens- und Geschichtsverständnis aus.

Der folgende Abschnitt mit dem kollektiven „Verzicht auf Rache und Vergeltung“ biete bis heute den Ansatz zu weit gespannter und vielfach unseriöser oder oberflächlicher Kritik. Doch sei zu bedenken, dass im Begriff Verzicht substanziell auch die ethisch-moralische Kategorie des Verzeihens enthalten ist.

Die Formulierung kategorialer Positionierungen wie eines europäischen Zukunftsgedankens, der allgemeinen Arbeitswilligkeit sowie Aufbaubereitschaft innerhalb eines nunmehr freiheitlichen Deutschland und Europa zeige einen neuen Ansatz für die historische Darstellung auf.

Im dritten Abschnitt formulierten die Unterzeichner einen 4-Punkte-Forderungskatalog mit ausdrücklich innenpolitischer Ausrichtung: 1. Staatsbürgerschaft, 2. Kriegslastenverteilung, 3. Berufsintegration, 4. Europapolitische Mitbeteiligung.

Im vierten Abschnitt wird die deutsche Vertriebenenproblematik in einen transnationalen und staatsübergreifenden Kontext gestellt und eine höchste sittliche Verantwortung beschworen. Auch dies entspreche der allgemeinen Verfasstheit der Menschen im Nachkriegsdeutschland.

Die Charta weise jedenfalls etliche grundsätzliche Bezugspunkte zur ersten Regierungserklärung von Bundeskanzler Adenauer vom 20. September 1949 auf.

Auch nach 70 Jahren sei die Charta der deutschen Heimatvertriebenen ein zwar umstrittenes, doch fundamental positiv-zukunftsorientiertes Dokument aus der Frühzeit der Bundesrepublik Deutschland sowie der beginnenden neuen Sesshaftigkeit der mehr als zwölf Millionen wie auch immer entwurzelten Menschen.

Um aber für die vierte Generation der Nachkriegsgeborenen zu einer ausgewogenen Beurteilung dieser Charta und ihrer Bedeutung zu gelangen, bedürfe es einer umfassenden und nüchternen Forschungsarbeit sowie einer offenen Einordnung in die gesamtdeutsche und europäische rechtsstaatliche Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.

Fotos: Stefan Teppert, Archiv

 

 


Desinformation zu „Unruhen“ in Sri Lanka

Von Felizitas Küble

Gestern veröffentlichte die Online-Präsenz von N-TV einen Artikel unter dem Titel: Mob tötet Mann –  Sri-lankische Christen greifen Muslime an.“

Der erste Satz lautet sodann: Seit den mutmaßlich islamistischen Anschlägen kommt es in Sri Lanka vermehrt zu anti-muslimischen Unruhen.“ 

Wie aufschlußreich, daß die Überschrift im Falle des muslimischen Opfers sofort als sichere Tatsache behauptet, daß es sich bei den Tätern um Christen handelt.

Hingegen sind jene Terroranschläge nur „mutmaßlich“ islamistisch, bei denen es sage und schreibe 258 Ermordete und über 500 Verletzte gab.

Dabei steht fest, daß sich der „Islamische Staat“ zu diesen Attentaten bzw. Massenmorden gegen Kirchen und Christen bekannt hat – von „mutmaßlich“ daher keine Rede sein kann. Auch die nichtchristliche (buddhistisch geprägte) Regierung hat die Verantwortung von militanten Muslimen für diese Terrorakte amtlich festgestellt.

Was die Ermordung des muslimischen Mannes betrifft, so müßte der Beweis, daß es sich bei den Tätern um Christen handelt, erst einmal erbracht werden.

Immerhin gab es gerade in Sri Lanka immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen. 

Zudem steht fest, daß die Kirchenführer in Sri Lanka direkt nach den Anschlägen gegen christliche Gotteshäuser ihre Gläubigen eindringlich vor Gewalt, Rache und Vergeltung gewarnt haben.

Wo gibt es solche eindeutigen Aufrufe von islamischer Seite?

 


Verzicht auf Rache, Groll und Zorn schenkt uns das Erbarmen des Höchsten

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche:
Buch Jesus Sirach 27,30.28,1-7.

Groll und Zorn, auch diese sind abscheulich, nur der Sünder hält daran fest.
Wer sich rächt, an dem rächt sich der HERR; dessen Sünden behält ER im Gedächtnis.
Vergib deinem Nächsten das Unrecht,
dann werden dir, wenn du betest, auch deine Sünden vergeben.
Der Mensch verharrt im Zorn gegen den andern,
vom HERRN aber sucht er Heilung zu erlangen?

Mit seinesgleichen hat er kein Erbarmen,
aber wegen seiner eigenen Sünden bittet er um Gnade?

Obwohl er nur ein Wesen aus Fleisch ist, verharrt er im Groll,
wer wird da seine Sünden vergeben?

Denk an das Ende, lass ab von der Feindschaft, denk an Untergang und Tod,
und bleib den Geboten treu!

Denk an die Gebote, und grolle dem Nächsten nicht,
denk an den Bund des Höchsten, und verzeih die Schuld!

 


Dr. Alice Weidel: Die EU-Rache von 100 Milliarden Euro für den Brexit ist unfair

Die EU-Kommission will von Großbritannien in den Brexit-Verhandlungen 100 Milliarden Euro fordern. Dazu erklärt die AfD-Spitzenkandidatin Dr. Alice Weidel (siehe Foto):

„Die EU-Kommission versucht Großbritannien in einer Art unter Druck zu setzen, die in keiner Weise als partnerschaftlich beschrieben werden kann. Leitmotiv der EU scheint dabei die Rache für den Brexit zu sein. 

Man will ein Exempel statuieren, um den übrigen EU-Mitgliedern zu sagen: ‚Seht ihr, das passiert, wenn ihr versucht, abzuhauen. Dann machen wir Euch fertig.‘

Es mutet nahezu lächerlich an, dass EU-Unterhändler Barnier sich erdreistet, der gestandenen Premierministerin May Bedingungen diktieren zu wollen.

Anstatt maximalen Schaden anzurichten, sollten sich die Verhandlungsführer darauf konzentrieren, vernünftige bilaterale Regelungen zu treffen, die für beide Seiten von Vorteil sind.“


Altes Testament: „Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Lev 19,1-2.11-18:

Der HERR sprach zu Moses:
Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten, und sag zu ihnen:

Seid heilig, denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig.

Ihr sollt nicht stehlen, nicht täuschen und einander nicht betrügen.
Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören;
du würdest sonst den Namen deines Gottes entweihen.
Ich bin der HERR.

Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um das Seine bringen.
Der Lohn des Tagelöhners soll nicht über Nacht bis zum Morgen bei dir bleiben.

Du sollst einen Tauben nicht verfluchen
und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen;
vielmehr sollst du deinen Gott fürchten.
Ich bin der HERR.

Ihr sollt in der Rechtsprechung kein Unrecht tun.
Du sollst weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen;
gerecht sollst du deinen Stammesgenossen richten.

Du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden
und dich nicht hinstellen und das Leben deines Nächsten fordern.
Ich bin der HERR.

Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen.
Weise deinen Stammesgenossen zurecht,
so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden.

An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen.
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Ich bin der HERR
.

 


Altes Testament: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lev 19,1-2.17-18:

Der HERR sprach zu Moses: israeltag2
Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten, und sag zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig.
Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden.
An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR.