Sprachexperten gegen Gender-Sternchen

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat das sogenannte Gendersternchen abgelehnt. Eine Prüfung habe ergeben, daß es sich nicht eigne, um geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen zu bilden.

„Bei seiner Verwendung entstehen nicht nur grammatisch falsche Formen (z. B. Arzt*in oder Ärzt*in), auch den Regeln der deutschen Rechtschreibung entspricht das Sternchen nicht“, teilten die Sprachschützer am Donnerstag mit.

Zwar befürworte die Gesellschaft für deutsche Sprache grundsätzlich eine diskriminierungsfreie Sprache, „das sogenannte Gendersternchen (z. B. Leser*in) stellt aber aus sprachlicher Sicht kein geeignetes Mittel dar, um dieses Anliegen umzusetzen“.

Auch andere vergleichbare Ausdrucksmittel wie der Gender-Unterstrich, der Gender-Doppelpunkt oder der Gender-Mediopunkt seien „mit den amtlichen Regeln der deutschen Rechtschreibung nicht vereinbar“.

Der Verein begründete sein Urteil vor allem damit, daß die orthografische und grammatische Richtigkeit und Einheitlichkeit sowie die Lesbarkeit und die Verständlichkeit eines Textes an erster Stelle stünden.

Unterdessen stößt die Petition der JUNGEN FREIHEIT gegen Gender-Sprache weiterhin auf große Zustimmung. Bis Freitag unterzeichneten fast 24.000 Personen den Appell gegen angeblich geschlechtergerechte Sprache.

Quelle und vollständiger Text hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/gesellschaft-fuer-deutsche-sprache-lehnt-gender-sprech-ab/


Kritik an sprachpolitischen „Geisterfahrten“

Pressemitteilung des Vereins Muttersprache in Wien:

Das Rektorat der Universität Wien hat im Dezember 2019 eine „Leitlinie für „geschlechterinklusiven Sprachgebrauch“ erlassen. Um Diversität auszudrücken, seien Anreden wie „Herr“ oder „Frau“ zu unterlassen, Mehrfachnennungen wie „Studenten und Studentinnen“ ebenso wie Binnen-I, Gender-Gap und dergleichen zu vermeiden; stattdessen sei die geschlechtliche Diversität mittels Genderstern („Liebe*r Studierende*r“) auszudrücken.

Weiter liest man: „Der sogenannte Gender­stern * wird in der mündlichen Kommunikation als kurze Pause gesprochen.“

Der Verein Muttersprache in Wien argumentiert seit Jahren in den von ihm heraus­gegebenen „Wiener Sprachblättern“ gegen rechtschreibwidrige und unaussprech­liche Sprachverformungen, die unter dem Vorwand der Geschlechter­gerechtigkeit von verschiedenen Institutionen als sogenannte Leitfäden verordnet werden.

Wir verweisen auf Gutachten maßgeblicher Sprachwissenschaftler, auf den „Offenen Brief der 800“, auf Publikationen wie Tomas Kubeliks „Genug gegendert“ oder Birgit Kelles „Gender Gaga“, auf Horst Fröhlers Expertise „Gendern – aber richtig“ und auf den Bescheid der Österreichischen Volksanwaltschaft, den Zwang zum Gendern in wissenschaftlichen Arbeiten auf die öffentliche Mißstandsliste zu setzen.

Vor allem weisen wir darauf hin, dass der Rat für deutsche Rechtschreibung die genannten Empfehlungen Horst Fröhlers als Richtlinie übernommen und damit dem Ansinnen, den „Genderstern“ als Regel aufzunehmen, faktisch einen Riegel vorgeschoben hat. Die unmittelbare Sprechbarkeit und Verständlichkeit sind unverzichtbare Anforderun­gen bei der Textgestaltung.

Der neuerliche davon abweichende Regelungsversuch durch die Universität Wien wird von uns für zweckwidrig, gesetzwidrig, asozial und bildungsfeindlich erachtet: zweckwidrig, weil er dem Ziel der Gleichstellung der Geschlechter nicht dient, sondern den Widerstand breiter Bevölkerungskreise erregt; gesetzwidrig, weil er den geltenden Rechtschreibregeln widerspricht; asozial, weil er Keile zwischen Genera­tionen, Regionen und Bildungsschichten treibt; bildungsfeindlich, weil er Sprach­erwerb und Integration von Neubürgern behindert.

Wir sind entsetzt über die Grausamkeit, mit der unsere schöne Sprache verstümmelt wird, ausgerechnet in Wien, wo das Burgtheaterdeutsch sein hohes Ansehen erworben hat. Es darf ausgeschlossen werden, dass jemand aus der formulierenden Task Force die Force für den Task aufgebracht hat, sich zur Lektüre von George Orwells „1984“ oder Václav Havels „Benachrichtigung“ zu bequemen, sonst hätte * sich von Neusprech oder Ptydepe abschrecken lassen.

Kaum eine andere Maßnahme ist erinnerlich, die so gründlich das angestrebte Ziel verfehlt. Mit dem Leitlinienverordnungsschwenk vom Binnen-I zum Genderstern gerät die gekünstelte Amtssprache vom Regen in die Traufe.

Die Wurzel der Verwirrung liegt in der zur Phrase erstarrten Metapher, man müsse die Frauen in der Sprache sichtbar machen. Nun erst wurden mit Binnen-I, Gender-Gap und anderen Konstruk­ten alle objektiv oder subjektiv vorhandenen geschlechtlich abweichenden Erschei­nungs­formen ausgegrenzt. Dabei wurden die Tatsachen des generischen Masku­linums („der Star“, „der Kunde“) und Femininums ( „die Koryphäe“, „die Drecksau“), also die Verschiedenheit von grammatischem und biologischem Geschlecht, erst übersehen und dann schlichtweg verleugnet.

Wer auf diese grundlegende Tatsache hinwies, wurde als „Anhänger des generischen Maskulinums“ schubladisiert, als ob es um einen Fußballverein ginge.

Durchgehende Doppelnennung (laut SPIEGEL „Blähdeutsch“) und Ausweichgrammatik („Flüchtende, Säugende, Studierende“) kamen in Mode. In die „Genderfalle“ tappten vor laufender Kamera Harald Mahrer („Kinder und Kinderinnen“) und Eva Glawischnig („Eltern und Elterinnen“), und die Broschüre „Liebe Prostatapatienten und Prostatapatientinnen“ wurde nur durch eine aufmerksame Grafikerin am millionenfachen Druck gehindert.

Wie in einem Albtraum erinnert man sich an Ausbildungspläne der deutschen Bundeswehr über das „Lösen vom Feind/von der Feindin“ und an eine Leitlinie für das österreichische Bundesheer, die Ausdrücke wie „man“, „jemand“, „jedermann“ und „niemand“ unterbinden wollte. Unvergessen sind die skurrilen Bemühungen, das Binnen-I in die Blindenschrift zu implementieren, und Robert Sedlaczeks Spaß mit dem „Knacklaut des Wiener Bürgermeisters“, als dieser das Binnen-I per Glottisschlag vertonte (gelesen in der „Wiener Zeitung“).

Der Ausweg aus dem Dilemma liegt allein in der Rückbesinnung auf die seit jeher bestehende, früher allgemein anerkannte geschlechtsneutrale Ausdrucksweise des generischen Maskulinums, Femininums und Neutrums. Bei „Lieber Leser!“ ist eben nicht die Leserin „nur mitgemeint“, sondern es sind schlicht alle gemeint.

Im Heft 2/2019 der „Wiener Sprachblätter“ hat Horst Fröhler dazu ausführlich Stellung genommen. Die vielgeforderte Rückkehr zur sprachlichen Vernunft liegt nun, nach den zahlreichen sprachpolitischen Geisterfahrten, mehr denn je als einzig vernünftige Lösung auf der Hand.

Dieter Schöfnagel, Vorsitzender des Vereins Muttersprache
www.muttersprache.at

 


Absurde Gender-Zensur: Die Sprache gehört uns und nicht den Ideologen!

Von Peter Helmes

Ich bin hoffnungslos veraltet – wie´s scheint. Denn ich mache die Sprachverrenkungen linker Umerzieher_Innen nicht mit, liebe Leser_Innen und Leser!

Sie nennen es „gendergerechte Sprache“, also „geschlechtergerechte Sprache“. Komisch, bisher war ich immer davon ausgegangen, daß Männlein und Weiblein mich verstehen, sofern ich mich klar ausdrücke – und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht..

Aber die linken Sprachzensoren (ich spar mir jetzt das _Innen usw.) sehen das anders. Sie wollen eine andere Sprache, einen Mischmasch aus weiblichen und männlichen Formen.

„Kundin“ statt „Kunde“ – abgeschmettert

Doch irgendwann – da bin ich sehr zuversichtlich – macht das Volk nicht mehr mit, schon deshalb, weil die Causa viel zu kompliziert ist. Und noch scheint die Rechtsprechung in dieser Problematik auf gesunden Füßen zu stehen:

Im Frühjahr 2018 hat Marlies Krämer vor Gericht darum gekämpft, von ihrer Sparkasse als „Kundin“ und nicht als „Kunde“ angesprochen zu werden. Erfolglos: Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe wies ihre Forderung zurück.

Allein schon der Schreibfluß dieser Mißgeburten schriftlicher Ausdrucksformen bereitet Probleme, genauer: Ein („fließender“!) Schreibfluß ist nicht möglich.

Dazu kommen die unterschiedlichen Varianten: Gender-Stern („Hörer*innen), Gender-Gap (Hörer_innen) oder großes Binnen-I (HörerInnen): Es gibt – neben der Doppelung „Hörerinnen und Hörer“, der Flüchtling/die Flüchtlingin (oder?) – verschiedene Möglichkeiten, geschlechtergerecht zu schreiben.

Sachlich gesehen gibt es keinen zwingenden Grund, unsere Sprache derart zu verbiegen. Die Gründe liegen also nicht in der Sache, sondern in der Ideologie! Dahinter, wen wundert´s, steht die „Frankfurter Schule“, die uns seit langem zu Neuen Menschen, zu einer Neuen Gesellschaft umformen will.

Sprachlich kommt es erst recht zur Kommunikationskatastrophe. Wie wollen wir denn z. B. den Gender-Stern („Hörer*innen), das Gender-Gap (Hörer_innen) oder das großes Binnen-I (HörerInnen) hörbar machen? Etwa durch gekünsteltes Hüsteln vor jedem solcher Sprachfetzen? Oder durch Handzeichen, die vor einem Gespräch, vor einer Rede dem Publikum erklärt werden?

Die Befürworter der Sprachverhunzung setzen das „Problem“ (das in meinen Augen keines ist) ganz oben an: Gender und gendergerechte Sprache seien Bestandteil einer Agenda, die es grundsätzlich auf Demokratie und Gleichberechtigung abgesehen hat.

Sabine Hark, linke Gender-Vorturnerin, bläst die Backen (tschuldigung: die Wangen) ganz dick auf:

„Daß demokratische Rechte und Institutionen erkämpft werden müßten und niemals als für selbstverständlich gegeben verstanden werden dürften, sie also grundsätzlich fragil sind, daran gelt es auch heute, angesichts der weltweiten Angriffe auf diese Rechte, zu erinnern. Im Zentrum dieser Angriffe stünden gegenwärtig in Ungarn wie in den USA, in Russland wie in Brasilien, in Polen wie in Deutschland oder der Türkei Angriffe auf ein eher kleines Studienfach: die Gender Studies.“

Und dann greift Sabine Hark ganz tief in die Ideologiekiste:

Die Verbannung der Gender Studies aus den ungarischen Universitäten, sagt sie, sei nicht nur ein Angriff auf die verfassungsrechtlich geschützte Freiheit von Forschung und Lehre, sie sei auch Teil der neoreaktionären Landnahme der Demokratie und des weltweiten Kampfes gegen die Gleichheit der Rechte, gegen geschlechtliche Selbstbestimmung sowie sexuelle und reproduktive Freiheit; demokratische Errungenschaften für die Frauen seit der Französischen Revolution kämpfen und ihr Leben gelassen haben.

Es sei einer der vielen Pfeile, mit denen die autoritäre Reaktion auf das Herz der Demokratie selbst ziele, jammert die Gender-Frontfrau.

Aber daß die Dame sich derart echauffiert, hat einen Grund:

Der störrische Präsident Viktor Orban aus Ungarn hatte nämlich wenige Tage zuvor seine gänzlich andere Meinung unterstrichen: Seine Regierung strich „Gender-Studies“ von der Liste der an ungarischen Universitäten zugelassenen Studiengänge.

Der Stabschef der ungarischen Regierung, Gergely Gulyas, erklärte, die Geschlechterforschung verstoße gegen den gesunden Menschenverstand, der Männer und Frauen als biologische Gegebenheiten kenne. Gender untergrabe überdies die Fundamente der christlichen Familie und somit der ungarischen Gesellschaft selbst. (Von Merkel dürften wir wohl einen solch vernünftigen Satz vergeblich einfordern.)

Widerstand wirkt! Geben wir nicht auf! Noch ist Zeit dafür; denn:

Gestern, am 16. November 2018, tagte der Rat für deutsche Rechtschreibung – auch über das gendergerechte Schreiben. Der „Rat“ lehnte einmütig die Forderung zur Aufnahme der „gendergerechten Sprache“ in den Duden ab.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist und ehem. Bundesgeschäftsführer der JU (Jungen Union). Er schreibt regelmäßig in seinem liberal-konservativen Blog www.conservo.wordpress.com 


Österreich: Lesbare und verständliche deutsche Sprache statt Genderwelsch gefordert

Von Peter Helmes

Im Frühjahr haben die  –  zunächst nur als Entwurf veröffentlichten   –  „Richtlinien zur Textgestaltung“ des Österreichischen Normierungsinstituts in Österreich für erhebliche Aufregung unter den „politisch Korrekten“ des Landes gesorgt, die obligaten Kampf- und Krampf-Feministen haben geschäumt.  IMG_4228

Es handelt sich hierbei aber um einen noch nicht ratifizierten Vorschlag über den Umgang mit einer „geschlechtsneutralen“ deutschen Sprache, soweit er das österreichisch öffentliche Leben betreffen soll. Der Text ist recht aufschlußreich.

Hier ein Auszug:

„Der geschriebene Text hat die Aufgabe, eine mündliche Information zu ersetzen. Damit diese Information auf der Leserseite ohne Irritationen ankommt, muss die inhaltliche Gestaltung bestimmten Kriterien entsprechen.

Diese Kriterien sind: Rechtschreibung, Verständlichkeit, Lesbarkeit, Sprachrichtigkeit und die Einhaltung korrekter und respektvoller Umgangsformen. Ebenso zu berücksichtigen ist der geschlechtersensible Umgang mit Sprache. […]

„Texte müssen sofort verstanden werden können“

Geschlechterdifferenzierende Formulierungen sind in orthographisch korrekter Form zu schreiben, z. B. Kolleginnen und Kollegen statt KollegInnen. Großbuchstaben sind in der Rechtschreibung seit jeher nur Wortanfängen vorbehalten. Das sog. „Binnen-I” ist durch keine Rechtschreibregelung gerechtfertigt und daher zu vermeiden.

[…] Texte müssen so abgefasst sein, dass sie nach einmaligem Lesen sofort verstanden werden können.

 Sätze wie der folgende entsprechen diesem Kriterium nicht, weil aufgrund der doppelten Nennung jeder angesprochenen Personengruppe die Verständlichkeit nicht mehr gegeben ist:

„Vertreterin oder Vertreter des Dienstgebers im Sinne dieses Bundesgesetzes ist jede Bundesministerin, jeder Bundesminister, jede Dienststellenleiterin, jeder Dienststellenleiter, jede und jeder Vorgesetzte sowie jede und jeder Bedienstete, soweit die betreffende Person auf Seiten des Dienstgebers maßgebenden Einfluss auf Personalangelegenheiten oder Regelungen gegenüber den Bediensteten hat.” (Aus § 2. (..) (4) des Bundesgleichbehandlungsgesetzes.) […]

Unsere Sprache verfügt seit jeher über die Möglichkeit, mit Hilfe eingeschlechtlicher Angaben beide Geschlechter anzusprechen: „Vertreter des Dienstgebers im Sinne dieses Gesetzes sind (sic!) alle Minister, Dienststellenleiter oder Vorgesetzte sowie Bedienstete, die auf Dienstgeberseite maß gebenden Einfluss auf Personalangelegenheiten haben.”

Der eingeschlechtlichen Formulierung ist immer dann der Vorzug zu geben, wenn die Verständlichkeit eines Textes auf dem Spiel steht. […]

Jeder Text muss unmittelbar  laut (vor-)lesbar sein. Nur wenn diese Bedingung erfüllt ist, kann sich zugleich mit dem Leseprozess auch Sinnverständnis einstellen. Daher sind generell Wahl- oder Doppelschreibweisen wie der/die Lehrer/in zu vermeiden, weil diese nicht sprechbar sind. Textpassagen wie „Wir suchen eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in …” halten weder der Probe der Lesbarkeit noch dem Gebot der Sprachrichtigkeit […] stand und sind daher zu vermeiden (…)

Ich wünsche diesen Vorschlägen eine weite Verbreitung auch bei uns.

Zitat-Quelle:  http://altmod.de/ sowie „Sprachnachrichten“ des VDS (Nr. 63 /III/2014)

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist und betreibt die liberal-konservative Webseite www.conservo.wordpress.com