Kardinal Kasper nutzt irisches Referendum pro Homo-Ehe für weitere Reformforderungen

Von Felizitas Küble

Wie die US-amerikanisch-katholische Nachrichtenseite LifeSiteNews.com berichtet, hat Kardinal Walter Kasper die am 22. Mai erfolgte Volksabstimmung in Irland zugunsten der gleichgeschlechtlichen „Ehe“ verteidigt. Vat_Flagge

Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera zitiert den vatikanischen Würdenträger dahingehend, homosexuelle Partnerschaften seien bei der letzten Familiensynode „nur ein Randthema“ gewesen, aber nun sei es zu einem „zentralen“ Thema geworden.

Kasper verteidigte das Ergebnis des Referendums in Irland: „Ein demokratischer Staat hat die Pflicht, den Willen des Volkes zu respektieren“, erklärte er. Wenn die Mehrheit der Menschen dies wünsche, sei der Staat verpflichtet, „derartige Rechte anzuerkennen“.

Sittengesetz contra Rechtspositivmus

Damit neigt der Kurienkardinal offenbar zu einer rechtspositivistischen Auffassung, wonach nicht das natürliche Sittengesetz bzw. „Naturrecht“ die entscheidende Grundlage des Rechts darstellt, sondern die jeweiligen Mehrheitsmeinungen bzw. die staatliche Gesetze. BILD0289

Seine Position widerspricht allerdings der katholischen Lehre vom Vorrang des Naturrechts gegenüber staatlichen Verfügungen, wie dies zB. hinsichtlich des Abtreibungs(un)rechts deutlich wird: Selbst wenn staatliche Gesetze die vorgeburtliche Kindstötung erlauben, kann die katholische Kirche aufgrund des 5. Gebotes und des natürlichen Sittengesetzes dem niemals zustimmen.

Laut Corriere della Sera hat Kardinal Kasper zwar darauf hingewiesen, daß „postmoderne Konzept“, wonach „alles gleich“ sei, widerspreche kirchlichen Auffassungen. Doch diese pflichtschuldige Bemerkung ändert nichts daran, daß er die irische Volksabstimmung jetzt dazu vereinnahmt, um Anpassungen der kirchlichen Verkündigung in puncto Homosexualität anzustreben:

„Wir müssen eine neue Sprache zu finden“, zitiert ihn die italienische Tageszeitung. Bedeutet aber eine neue „Sprache“ nicht letztlich auch eine neue Lehre?!

Zudem behauptet Kasper, die „Diskriminierung“ von Homosexuellen habe „in unserer Kultur eine lange Tradition“. Gleichgeschlechtliche Beziehungen, die länger anhalten, würden „Elemente des Guten“ enthalten, erneuerte der Kardinal seine spezielle „Stufenlehre“ in der Ethik, welche den Ausdruck der „schweren Sünde“ vermeidet und stattdessen lieber davon redet, eine bestimmte Situation sei zwar nicht optimal, enthalte aber „Elemente des Guten“.

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Finnische Innenministerin löst Kontroverse aus – Evangelischer Erzbischof distanziert sich

„Tiere genießen mehr Schutz als Ungeborene“

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“: Aus dem Mund der  christdemokratischen Innenministerin Päivi Räsänen sorgt dieses Bibelzitat derzeit für eine aufschlußreiche Debatte in Finnland.

ZoomBei den lutherischen Missionstagen in Kankaanpää erklärte die Politikerin, es gebe Fälle, in denen die Bibel über dem Gesetz stehe.
Zugleich kritisierte sie, Tiere genössen in Finnland mehr Schutz als ungeborene Kinder bzw. menschliche Embryonen. Es sei ein Skandal, dass Finnland neben Schweden das einzige Land sei, in dem medizinisches Personal nicht aus Gewissensgründen die Teilnahme an einer Abtreibung ablehnen könne.

Justizministerin Anna-Maja Henriksson bezeichnete die Aussagen als „unglücklich“ für ein Regierungsmitglied und als „falsches Signal“. Auch Finnlands lutherischer Erzbischof Kari Mäkinen schaltete sich in die Debatte ein und erklärte, man könne den Standpunkt der Ministerin teilen oder auch ablehnen, dürfe diesen aber in keinem Fall mit der Haltung der evangelischen Kirche verwechseln.

Der lutherische Bischof von Porvoo, Björn Vikström, sagte, es könne Fälle geben, in denen ziviler Ungehorsam notwendig sei. Die Rolle von Päivi Räsänen als Innenministerin sei aber in diesem Zusammenhang problematisch.

Lediglich der  evangelische Bischof von Turku, Kaarlo Kalliala, erklärte, Gesetze müssten nicht immer richtig sein    und Frau Räsänen habe das Recht auf eine eigene Ansicht, auch wenn sie damit keine Mehrheit vertrete. Zugleich unterstrich er die grundsätzliche Gesetzestreue seiner Kirche.

Quelle: Livenet / Kipa / Jesus.ch