Ägypten: Angriff auf das Portal „Mada Masr“

Reporter ohne Grenzen ist zutiefst besorgt über die Eskalation der Repressalien gegen Journalist/innen in Ägypten. Anlass sind eine Razzia und mehrere Festnahmen bei dem renommierten Nachrichtenportal Mada Masr, das in Ägypten als letztes unabhängiges Nachrichtenmedium von Bedeutung gilt.

„Jede Journalistin und jeder Journalist in Ägypten weiß nun endgültig, dass dieses Regime keinen noch so kleinen Rest von Pressefreiheit duldet“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr.

„Spätestens jetzt muss auch jeder Regierung, die sich mit diesem Regime einlässt, klar sein, dass Präsident Sisi gerade die letzten winzigen Freiräume für unabhängige Berichterstattung schließt.“

Am Sonntagnachmittag drangen Sicherheitsbeamte in Zivilkleidung gewaltsam in die Redaktion von Mada Masr in Kairo ein und konfiszierten die Computer und Smartphones aller dort Anwesenden. Auf Nachfrage weigerten sich die Beamten, Angaben dazu zu machen, für welche Behörde sie arbeiteten.

Rund drei Stunden lang hielten sie alle Anwesenden in den Redaktionsräumen fest und befragten immer wieder Chefredakteurin Lina Attalah sowie Redaktionsleiter Mohamed Hamama. Auch zwei Journalisten von France 24, die sich zu einem Interview mit Attalah in der Redaktion aufhielten, wurden befragt und stundenlang festgehalten, darunter der Ägypten-Korrespondent des französischen Senders, Eric de Lavarene.

Schließlich nahmen die Beamten Attalah, Hamama und die Reporterin Rana Mamduh mit. Einer der Beamten sagte den zurückgelassenen Redakteuren, die drei würden zur Staatsanwaltschaft gebracht, weigerte sich aber mitzuteilen, zu welchem Büro der Behörde.

Augenzeugen folgten dem Kleinbus mit den Festgenommenen zu einer Polizeiwache im Stadtteil Dokki; dort wies man den Anwalt von Mada Masr jedoch ab und sagte ihm, dass die drei sich nicht dort befänden. Am Sonntagabend wurden sie freigelassen.

Quelle und FORTSETZUNG der Meldung hier: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/angriff-auf-bastion-der-pressefreiheit/


Drei Praktika-Angebote für Studenten bei „Reporter ohne Grenzen“ in Berlin

Auf der Webseite von „Reporter ohne Grenzen“ werden drei Praktika-Stellen ausgeschrieben. Den vollständigen Text findet man dort: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/ueber-uns/jobs/

Hier einige Auszüge daraus:

2 Praktika im Referat Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit

In unserer Geschäftsstelle in Berlin-Kreuzberg bieten wir zwei Vollzeit-Praktika (Pflichtpraktika im Rahmen des Studiums) im Bereich Fundraising (FR) und Öffentlichkeitsarbeit (ÖA) an. Beginn möglichst ab dem 8. Mai 2017

Seit 1994 ist die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen von Berlin aus aktiv. Wir veröffentlichen aktuelle Meldungen, Hintergründe und Untersuchungsberichte zur Situation der Medienfreiheit weltweit.
Dauer: drei Monate.
Aufgaben FR: Unterstützung bei der Mitglieder- und Spenderkommunikation und -werbung sowie bei der Erstellung von Spendenaufrufen (online und postalisch)……
Wir bieten: Mitarbeit in einem kleinen freundlichen, engagierten und motivierten Team, Einblicke in die Bereiche Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit, Vertrieb des Fotobuchs „Fotos für die Pressefreiheit“ sowie Projekt- und Kampagnenbetreuung. Das Praktikum wird mit 450 Euro monatlich vergütet.

Praktikum im Pressereferat

Reporter ohne Grenzen bietet ab dem 1. Juli 2017 für Studierende ein Vollzeit-Praktikum (ausschließlich als Pflichtpraktikum im Rahmen des Studiums) im Referat für Pressearbeit an.
Ort: Berlin  – Dauer: drei Monate  – Arbeitssprachen: Deutsch, Englisch

Aufgaben Pressearbeit: Recherche und Erstellen von Briefings, Betreuung des Twitter-Kontos, Pflege des Presseverteilers, Auswertung von Medienresonanz und Online-Beobachtung, Beantworten von Anfragen, Entwerfen von Pressemitteilungen….
Allgemeine Aufgaben: Büroarbeiten von Mitgliederbetreuung und Korrespondenz bis zum Buchversand.

Das Praktikum wird mit 450 Euro monatlich vergütet. Berücksichtigt werden ausschließlich Bewerberinnen und Bewerber, die mit einer Bescheinigung ihrer Hochschule nachweisen, dass es sich um ein Pflichtpraktikum im Rahmen des Studiums handelt. Bewerbungen ohne einen solchen Nachweis können grundsätzlich nicht akzeptiert werden.

Nähere Details hier: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/ueber-uns/jobs/


Stellungnahme der „Hamburger Morgenpost“ zum Brandanschlag auf das Verlagsgebäude

MoPo-Chefredakteur Frank Niggemeier erklärte gestern im Namen der Zeitungsredaktion:

„Ja, wir sind bestürzt über den Brandanschlag auf unser Verlagshaus. Wir hätten es nicht für möglich gehalten, dass eine Zeitungsredaktion in einer so weltoffenen und liberalen Stadt wie Hamburg direkt angegriffen wird. Hamburger Morgenpost

Zum Glück waren zu dem Zeitpunkt, als Molotow-Cocktails durch die Fenster flogen, keine Mitarbeiter mehr im Haus!

Wir wissen bislang nicht, wer die Täter waren und warum sie sich die MOPO als Ziel ausgesucht haben. Am Donnerstag, nach den furchtbaren Anschlägen von Paris, titelte die MOPO „So viel Freiheit muss sein!“ und zeigte dazu einige der Karikaturen, für die unsere Kollegen in Frankreich ermordet wurden.

„Es ging uns darum, Haltung zu zeigen“

Es hilft niemandem, jetzt voreilige Schlüsse zu ziehen. Die Polizei ermittelt noch. Wir halten unser Titelblatt nach wie vor für richtig und für wichtig.

Es ging und geht uns nicht um Provokation, sondern darum, Haltung zu zeigen. Gegen den irren Terror religiöser Fanatiker, für die Freiheit von Presse und Meinung. Daran wird sich auch jetzt nichts ändern:

Wir beziehen weiter Stellung, wir bleiben MOPO. Und wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken für die große Welle an Solidarität, die uns gestern von Lesern, Kollegen aus der halben Welt und vielen, vielen Hamburgern erreichte.

Das tut gut und das macht Mut. Merci.“

Quelle: http://www.mopo.de/nachrichten/brandanschlag-in-eigener-sache–danke-fuer-all-die-solidaritaet,5067140,29532008.html