Volksabstimmung in Irland: „Tragödie von historischem Ausmaß“ oder „Sieg der Frauen“?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In den Kommentaren zum Volksentscheid in Irland über die Abtreibungsregelung konnten sich Abneigung und Hass auf die katholische Kirche austoben. So heißt es z.B. in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) vom 29. Mai unter der Hauptüberschrift „Warum die Iren ja gesagt haben“ und im Untertitel „Die breite Zustimmung zur Liberalisierung der Abtreibung ist auch ein Triumph der Frauen über die alte Vormacht der Kirche“ weiter:

„Ein längst überfälliger Schritt….Das Gesetz passte schon lange nicht mehr zu diesem liberalen, aufgeschlossenen Land, das sich seit Jahren von der katholischen Kirche abwendet.…Die Menschen lassen sich in moralischen Fragen nicht länger mehr von ihr belehren.…Über Jahrhunderte herrschte ein von der Kirche gesteuertes Unterdrückungssystem, das vor allem auf Frauen abzielte.“

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“, der den jährigen Kongreß „Freude am Glauben“ organisiert

Weitere Kommentare hören sich ähnlich an. So lesen wir in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, in all dem zeige sich „der Machtverlust, der einst dominierenden katholischen Kirche“, in der Süddeutschen Zeitung: „Die Macht der Bischöfe, die das Land Jahrhunderte im Griff hatten, ist gebrochen.“

„Die Welt“ schreibt: „Irland hat sich für die Menschlichkeit entschieden“, die Wochenzeitung „Die Zeit“ jubelt: „Ein großer Sieg für Menschlichkeit und Mitgefühl“. Die internationale Presse bietet ähnliche Töne. So feierte The Irish Times den „Erdrutschsieg“ und „The British Observer“ hofft auf die weltweite Auswirkung des irischen Ergebnisses für die Unterstützung der Frauenrechtsaktivistinnen in den USA und in Polen etc..

Die Veränderung der Einstellung zur Kirche hat sich seit Jahren abgezeichnet: 1995 stimmten die Iren mit knapper absoluter Mehrheit der Ehescheidung zu. 2015 sprachen sich 62% für die „Homo-Ehe“ aus. Für eine liberalisierte Abtreibungsregelung votierten 68%.

Zweifellos haben die sexuellen Übergriffe von Priester an Jugendliche dazu beigetragen, die Autorität der Kirche zu untergraben. Wenn aber diese Ursachen für den Ansehensverlust genannt werden, darf auch daran erinnert werden, dass die Aufarbeitung der Vorfälle seit Benedikt XVI. mit Nulltoleranz betrieben wurde und lediglich ein kleiner Teil der Priester in diese Verbrechen einbezogen waren.

Es wäre auch angebracht, einmal zu fragen, worin die enge Verbindung zwischen dem irischen Volk und der Kirche begründet war? Warum konnte man zurecht von der „katholischen Insel“ sprechen?

Diese Frage wird von der Geschichte beantwortet. Irland wurde im 16. Jahrhundert von Heinrich VIII. erobert. Das Land blieb bis 1923 unter englischer Zwangsherrschaft. In dieser Zeit der Unterdrückung gab es Phasen, die an Völkermord erinnern, z.B. in der Zeit Oliver Cromwells. Dieser Vorwurf gilt nicht nur für Orte wie die Stadt Drogheda, wo der protestantisch-britische Herrscher die gesamte Bevölkerung ermorden ließ. Die Zeiten der Ausbeutung, in denen den katholischen Iren Land und Habe genommen wurden und sie im eigenen Land ein erbärmliches Leben als Pächter fristen mussten, belegen das deutlich.

Als im 19. Jahrhundert 1839 und 1846 die Kartoffelernten, das Hauptnahrungsmittel der Iren, durch die Phytophtora (Krautfäule) vernichtet wurde, starben Tausende dahin. Das nahe England ließ das tatenlos geschehen. Wer die Fracht für die Auswanderung aufbrachte, wanderte in die USA aus. Die Bevölkerung ging von 8,3 Mio. 1850 auf 5,1 Mio. 1881 zurück.

In diesen Jahrhunderten der Unterdrückung blieben die Priester bei ihren Leuten und teilten jede Not mit ihnen. Die irische Kirche war eine Volkskirche, vergleichbar mit der Kirche in Polen. Auch dort blieb der Klerus in den vier Teilungen mit der Gefahr der Auslöschung von Sprache und Kultur beim Volk.

Wer ist aber der wirkliche Gewinner des Volksentscheids in Irland?

Das ist die Abtreibungslobby bestehend aus den Abtreibungsärzten und jenen, die mit den verwertbaren Körperteilen getöteter Ungeborener Geschäfte betreiben: ein Milliardenmarkt.

Das sind jene Medien und Institutionen, die seit Jahren Kampagnen für die Abtreibung führen.

Das sind die Gegner der Menschenrechte, weil das Recht auf Leben ein grundlegendes Menschenrecht ist  – deren Netz wurde enger geknüpft.

Das sind die Feinde des Friedens. Mutter Teresa hat die Abtreibung als größte Gefahr für den Frieden bezeichnet.

Das sind die Feinde der katholischen Kirche, weil sie die letzte Bastion ist, die Abtreibung kompromisslos als „verabscheuungswürdiges Verbrechen“ (Zweites Vatikanisches Konzil) ablehnt.

Sind auch die Frauen die Gewinner? Nein! Sie sind oft nur die Opfer ihrer nächsten Umgebung, die sie dazu drängen. Für diese Verführer wäre es besser, wenn ihnen ein Mühlstein um den Hals gehängt würde und sie in die Tiefen des Meeres versenkt würden (vgl. Lk 17,2).

Auf die schwangeren Frauen, die ihr Kind austragen wollen, wird der Druck abzutreiben, zunehmen, weil das jetzt „gesetzlich erlaubt ist“. Frauen, denen mit der Abtreibung die große Freiheit und das Recht auf den eigenen Bauch vorgegaukelt wurde, werden von den Aktivisten der Abtreibung, wenn sie das Unrecht der Abtreibung einsehen, im Stich gelassen. Es wird ihnen dann der bekannte Spruch vorgehalten „Was geht das uns an, siehe du zu“! (vgl. Mt 27,5)

Gibt es da nicht noch einen Dritten? Das sind die Kinder im Mutterleib. Das Leben der Ungeborenen war den Kommentatoren keine Zeile wert.

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Referendum in Irland: Verhängnisvolles Signal gegen das Lebensrecht in Europa

An der Volksabstimmung in Irland haben sich 64,1 % der Wähler beteiligt und damit über die Legalisierung der Abtreibung entschieden. Dank der geringen Beteiligung gelangt der hochmotivierten Abtreibungslobby in Irland mit 66,4 %  eine völlige Umkehr der bisherigen Lebensschutzpolitik:

Bislang war im 8. Verfassungszusatz Abtreibung allein bei Lebensgefahr für die Mutter erlaubt, ansonsten generell verboten und sie wurde mit einer Haftstrafe bis zu 14 Jahren belegt. Die irische Regierung will bis  Jahresende ein entsprechendes Gesetz vorlegen, in dem die vorgeburtliche Kindestötung bis zur 12. Woche freigegeben wird.

Aus Sicht der Christdemokraten für das Leben e. V. (CDL) erklärt Pressesprecherin Susanne Wenzel (siehe Foto: links) dazu Folgendes:

„Das ist ein fatales Signal gegen das Lebensrecht in Europa. Der irische Premierminister Varadkar bezeichnete  sein Land nach der Entscheidung als „modern“. Ist es tatsächlich „modern“, die Tötung von Menschen zu legalisieren?  Ist es tatsächlich „modern“, Abtreibung als problemlose und schnelle Lösung zur „Entsorgung“ von ungeborenen Kindern anzubieten? 

Hierzu sagt die CDL klar und entschieden „Nein“. Ein Staat ist nicht modern, wenn er Schwangere in meist sozial bedingten Konflikten nicht schützt, sondern Abtreibung als „Lösung“ anbietet.

Aber so bedrückend das Ergebnis der Abstimmung auch ist, so muss jetzt in Irland versucht werden, die zahlreichen negativen Auswirkungen soweit wie möglich zu verhindern oder wenigstens einzuschränken.

Das geplante Gesetz zur Einführung einer Fristenregelung liegt offenbar erst in seinen Grundzügen vor. So kommt es jetzt noch auf die Ausgestaltung des Gesetzes an, damit der nun zu befürchtende Anstieg der Abtreibungszahlen in Irland etwa auf das traurige europäische Niveau verhindert wird.

Hierfür müssten vom Staat und Pro-Life-Organisationen ein umfassendes und komplexes Beratungs- und Hilfsangebot errichtet werden, das Frauen im Schwangerschaftskonflikt tatsächlich unterstützt, lebensbejahend und für das Leben der Mutter mit dem Kind arbeitet. Es sollte jetzt wenigstens verhindert werden, dass wie etwa in Deutschland eine bloß formale Kurzberatung mit Erteilung einer Bescheinigung ausreicht, um jedes Baby abzutreiben.

Eine Frau im Schwangerschaftskonflikt braucht nicht die vermeintlich einfache Lösung der Abtreibung, denn sie bringt mindestens zwei Opfer hervor: das Kind und die Mutter.

Physische und auch psychische Nachwirkungen der Abtreibung bleiben, sie rettet meist auch keine Beziehung, sondern belastet oder zerstört sie dauerhaft. Dies wird jedoch von den Abtreibungsbefürwortern und selbsternannten Kämpfern für ein „Recht auf Abtreibung“ nicht erwähnt und schlicht negiert.

Auch für die tatsächlichen Rechte von Frauen ist das Ergebnis des Referendums kein gutes Signal. Denn nun werden auch hier Männer – durch die Legalisierung der Abtreibung offiziell aus der Verantwortung für ihr Kind entlassen – ihrerseits Druck auf Frauen zur Abtreibung ausüben.

Es ist leider zu erwarten, dass künftig auch in Irland die Mehrheit der Abtreibungen aufgrund sozialer Umstände, wie sie z. B. durch die schlechte wirtschaftliche Situationen entstehen, erfolgen werden. Von einer Stärkung für Frauen und Familien ist bislang nicht gesprochen worden, im Gegenteil.

Echte Hilfe für Frau und Kind zeichnet sich aber keineswegs dadurch aus, dass man Frauen ein nicht existierendes „Menschenrecht auf Abtreibung“ einredet und sie dann allein lässt. Wirkliche Hilfe für Frau und Kind bedeutet, alles zu tun, um die Abtreibung zu verhindern und den Frauen einen Weg zu zeigen, mit ihrem Kind zu leben und diesen Weg –  wo nötig  –  zu ebnen: durch finanzielle Hilfen und Unterstützung über die Geburt des Kindes hinaus.

Echte Hilfe bedeutet eine ernstgemeinte und verantwortungsvolle Familienpolitik, die die Familie nicht gefährdet, sondern fernab von allen Sonntagsreden konkret unterstützt.“


Irland-Referendum und die Folgen: Warum Lebensrechtler nicht aufgeben sollen

Pilar von Oldenburg

Der vergangene 25. Mai 2018 war ein bitterer Tag für alle Menschen auf der ganzen Welt, denen das Lebensrecht der ungeborenen Kinder am Herzen liegt.

Dass gerade in Irland die Abtreibung eine solche Zustimmung erreichen würde, hätte auch der größte Pessimist nicht erwartet. Das Votum der Iren ist auch verblüffend, weil Pro-Life überall sonst auf der Welt auf dem Vormarsch ist.

Wie es zu dieser Katastrophe gekommen ist, müssen unsere Lebensrechts-Freunde in Irland erforschen. Sobald ich seriöse Analysen erhalte, werde ich darüber informieren.

Was dieses schlimme Ergebnis für unsere Arbeit bedeutet, schildere ich an einem Gespräch mit einer älteren Dame, das ich am 25. Mai  –  also am Tag des Referendums in Irland –  führte.

Sie fragte mich: Was haben wir denn in Deutschland konkret erreicht? Hat sich etwa die gesetzliche Lage für die Ungeborenen verbessert?  – Ich entschloss mich, ihr eine ehrliche und offene Antwort zu geben:

Der Kampf für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder muss mit Langmut geführt werden. Wir müssen langfristig Strategien aufstellen. Wir müssen mit viel Idealismus kämpfen.

Ich war verblüfft, dass die anfangs ziemlich skeptische Dame mit der Antwort sehr zufrieden war: Ich denke, das muss unserer aller Einstellung sein.

In Irland haben wir eine Niederlage eingesteckt, doch nicht den Krieg verloren. Denn die Wahrheit heißt auch: Die Botschaft des Lebens ist auf dem Vormarsch. Die Abtreibungslobby kann mit ihren einfältigen Slogans („Mein Bauch gehört mir“) und mit ihren linksradikalen und chaotischen Aktivisten niemanden mehr überzeugen.

Was ich hier behaupte, ist kein Zweckoptimismus. Diese Aussage bestätigen nämlich die Abtreibungsaktivisten selbst. So heißt es in derem neuen Buch „Kulturkampf und Gewissen“ (Berlin 2018):

„Die Lebensschutz-Bewegung wurde lange Zeit als ein aussterbendes Phänomen und ihre Aktivisten als rückwärtsgewandte christlich-fundamentalistische Traditionalisten wahrgenommen. Nur wenige Sozialwissenschaftler oder feministische, queerpolitische, antifaschistische oder zivilgesellschaftliche Gruppen schenkten ihnen überhaupt Aufmerksamkeit. In den letzten zehn Jahren stellten Beobachter, wie die Autoren dieser Untersuchung, jedoch eine Zunahme der Aktivitäten fest. .. Zudem stellen sie einen „Backlash“ (eine Bewegung zurück) in den Einstellungen von Jugendlichen zum Thema Schwangerschaftsabbruch fest: Die moralische Verurteilung einer Abtreibung als „Mord“ scheint zuzunehmen.“

Wir müssen uns im klaren sein: Viele Medien werden das Resultat der Volksabstimmung in Irland als Riesenerfolg der Abtreibungslobby präsentieren. Doch das dortige Ergebnis geht weitgehend auf regionale Ursachen zurück.

Deshalb mein Appell an Sie: Machen wir weiter mit demselben Elan, mit derselben Liebe zu den Ungeborenen und mit derselben Freude wie bislang.

Wir vertreten Gerechtigkeit und Wahrheit – und wir haben dabei Gott auf unserer Seite. Wir sind dabei, Boden für die gute Sache der ungeborenen Kinder zu gewinnen!

Erstveröffentlichung des Beitrags der Herzogin von Oldenburg hier: https://aktion-sos-leben.blogspot.de/2018/05/ein-schwarzer-tag-fur-das-lebensrecht_28.html


Irland: Kirche erschüttert über das Ergebnis der Volksabstimmung zur Abtreibung

Lebensrechtler in Irland bedauern den Ausgang der Abstimmung vom vergangenen Freitag. Die Regierung will Abtreibung bis zur 12. Woche bis Ende des Jahres den Weg ebnen.

Irlands katholischer Primas, Diarmuid Martin, hat sich überrascht vom Ausgang des Referendums geäußert, mit dem sich eine deutliche Mehrheit der Iren für eine Abschaffung des Abtreibungsverbots ausgesprochen hatte.
Die katholische Kirche könne bei ihrer Ablehnung von Abtreibung keine Kompromisse machen, betonte der Erzbischof von Dublin. Die Kirche werde sich weiterhin für den Lebensschutz einsetzen. Dabei gehe es nicht nur um Geburt und Tod, sondern auch um die Zeit dazwischen.
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BILD: Unsere ROBBE, ein origineller Aufkleber gegen Abtreibung, ist vor allem bei der Jugend sehr bleliebt

Die Gruppe „Save the 8th“, die sich für eine Beibehaltung des Verbots stark gemacht hatte, bezeichnete das Ergebnis als „Tragödie historischen Ausmaßes“. Etwas Falsches werde nicht dadurch richtig, dass die Mehrheit es unterstütze, hieß es.

Der Sprecher der Gruppe, John McGuirk, kündigte mit Blick auf das von der Regierung angekündigte neue Abtreibungsgesetz Widerstand an. Cora Sherlock von der Gruppe „Love Both“, die sich ebenfalls gegen eine Verfassungsänderung eingesetzt hatte, sprach von einem „sehr traurigen Tag für Irland“.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2018-05/irland-abtreibung-referendum-reaktionen-tragodie.html

 


Irland: Volksabstimmung über Abtreibung im nächsten Frühsommer vorgesehen

Irland will im kommenden Jahr einen Volksentscheid über eine mögliche Lockerung seines Abtreibungsgesetzes abhalten.

Wie der britische „Guardian“ berichtet, teilte Irlands Ministerpräsident Leo Varadkar dies am vergangenen Dienstag dem irischen Parlament mit. Demnach wird das Referendum entweder im Mai oder Juni stattfinden, in jedem Fall aber vor dem Besuch von Papst Franziskus. In der irischen Hauptstadt Dublin findet im August 2018 das katholische Weltfamilientreffen statt, zu dem Franziskus erwartet wird.

BILD: Unser ROBBEN-Aufkleber für das Lebensrecht

Die irische Verfassung hält in ihrem 8. Zusatzartikel fest, dass ungeborene Kinder, die gleichen Rechte genießen wie ihre Mütter. Abtreibungen sind daher in Irland nur dann erlaubt, wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft das Leben der Mutter bedroht.

Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen hatte die irische Regierung im Juli diesen Jahres aufgefordert, die Verfassung zu überarbeiten und den geltenden Rechtsschutz für ungeborene Kinder als „grausam, unmenschlich und erniedrigend“ bezeichnet.

Quelle: Aktion Lebensrecht für alle (ALfA)


Venezuela: Bischöfe eröffnen Gebetsaktion

Für den 21. Juli hat die katholische Bischofskonferenz im sozialistisch und autoritär regierten Venezuela einen Gebets-und Fastentag ausgerufen, um Gott um seinen Segen für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden zu bitten und die Bemühungen des Volkes zu segnen.

Die Oberhirten erinnern daran, dass es auf Diözesan-und Gemeinde-Ebene weitere, ähnliche Initiativen gibt, bei denen „tausende Menschen ihren Glauben bei Prozessionen, Gebetswachen, Rosenkränzen  ausdrücken und Gott in diesem schwierigen Moment um Hilfe bitten“.

Diese Initiative wurde auf der 108. Vollversammlung der Bischöfe in Venezuela (7. – 12. Juli) vorgeschlagen. In der dringenden Botschaft an die Gläubigen haben die Bischöfe erklärt:

„Als Hirten der Kirche in Venezuela erheben wir unsere Stimme um folgendes zu erbitten: von der Nationalregierung, dass sie den Plan der Verfassunggebenden Versammlung zurückzieht; von den Streitkräften, dass sie dem Volk und nicht dem Regime oder der Regierungspartei dient; von allen Politikern, das sie sich gegenüber der Bevölkerung verpflichten, die Krise zu überwinden“.

Am vergangenen Sonntag, 16. Juli, beteiligten sich 7 Millionen Bürger an dem  –  von der Opposition durchgeführten  – Referendum über den Vorschlag von Präsident Nicolas Maduro, eine Versammlung zur Änderung der Verfassung einzuberufen. Das Ergebnis: 98% stimmten gegen diesen Vorschlag Maduros, von dem befürchtet wird, daß er Demokratie und Rechtsstaat weiter abbaut.

Quelle: Fidesdienst

WEITERE INFO: https://charismatismus.wordpress.com/2017/07/19/venezuela-wird-praesident-maduro-eine-marxistische-militaerdiktatur-errichten/
 


Venezuela: Wird Präsident Maduro eine marxistische Militärdiktatur errichten?

Parlamentarische Opposition organisierte Volksbefragung

Eine überwältigende Mehrheit hat am vergangenen Sonntag in einer inoffiziellen Abstimmung gegen Präsident Maduros Pläne gestimmt, die Verfassung zu ändern. Mehr als sieben Millionen Menschen, etwa 98 Prozent aller Teilnehmer an dem Referendum, hatten sich gegen die Verfassungsänderung ausgesprochen, rund 19 Millionen Menschen waren wahlberechtigt.

Die katholische Kirche hat sich für die – von der Opposition organisierte  – Volksbefragung ausgesprochen, die durch die sozialistische Regierung nicht anerkannt wird, und Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Auch der Erzbischof von Caracas, Kardinal Urosa Savino, hatte seine Stimme abgegeben.

Im Vorfeld der Abstimmung äußerten die katholischen Bischöfe ihre Sorge, dass Maduro mit der geplanten Verfassungsänderung eine „marxistische Militärdiktatur“ einrichten wolle; sie sprachen von einem „Krieg gegen das Volk“.  

Die Wähler hätten teils lange Wartezeiten auf sich genommen, um ihre Stimme beim Referendum abzugeben, berichten Nachrichtenagenturen. Überschattet wurde die Abstimmung von Angriffen auf Wähler durch regierungsnahe Milizen: Eine Frau starb, mehrere Menschen wurden verletzt.

Die Opposition, die im Parlament die Mehrheit hat, jedoch faktisch an der Ausübung ihrer Aufgaben gehindert ist, begrüßte den Ausgang der Abstimmung als Wendepunkt im Kampf zur „Rückgewinnung der Demokratie in Venezuela“.

Doch das Referendum hat keine bindende Wirkung für die Regierung, die nach wie vor an der Einberufung der verfassungsgebenden Versammlung am kommenden 30. Juli festhält.

Quelle und vollständiger Text hier: http://de.radiovaticana.va/news/2017/07/17/venezuela_volk_spricht_sich_gegen_verfassungs%C3%A4nderung_aus/1325455

Weitere Infos: https://www.igfm.de/venezuela/vormilitaerische-ausbildung/

Pseudoreligiöser Personenkult  – politisches „Vaterunser“ gegen den „Kapitalismus“ usw.: https://www.igfm.de/news-presse/kommentare/neues-vater-unser-in-venezuela/

Foto: IGFM