Domspatzen-Causa: Kardinal Müller fordert eine Entschuldigung von J.-W. Rörig

Die „Passauer Neue Presse“ (PNP) veröffentlichte am 19. Juli 2017 in ihrer Online-Ausgabe ein Interview mit Kardinal Gerhard Müller, dem früheren Bischof von Regensburg und   –  bis vor kurzem – Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation.

Seine Amtszeit war von Papst Franziskus ohne Angaben von Gründen und in einem nur einminütigen Gespräch nicht verlängert worden. Müllers Berufung zum Glaubenspräfekten war vor fünf Jahren unter Papst Benedikt XVI. erfolgt.

Zur Aufarbeitung der Domspatzen-Causa weist der Kardinal (siehe Foto) gegenüber der PNP darauf hin, daß er seinerzeit als Regensburger Oberhirte nach dem Bekanntwerden von Vorwürfen gegen Leitungspersonen des berühmten Knabenchors zuerst „diese Aufklärungsarbeit an die Institutionen des Bistums übertragen“ habe, so dass „mit der Untersuchung begonnen“ werden konnte. 

Durch ihn als ehem. Bischof von Regensburg und seinen Generalvikar Michael Fuchs sei die Aufarbeitung 40 Jahre nach den Taten erstmals eingeleitet worden: „Das geschah nach den Möglichkeiten und dem Kenntnisstand, den wir damals hatten.“

Damit widerspricht er Behauptungen des Mißbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, der erklärt hatte, Müller solle sich „wenigstens jetzt für die verschleppte Aufarbeitung“ der Mißbrauchsfälle bei den Domspatzen „entschuldigen“.

Der Kardinal fordert nun Rörig zur Entschuldigung auf für „Falschaussagen und falsche Informationen, die verbreitet werden“ auf und sagte der Zeitung, J.-W. Rörig solle sich „erst einmal die neunseitige Chronologie der Aufarbeitung durch die Diözese anschauen“ und die dort dokumentierte „Faktenklage akzeptieren“.

Die meisten Betroffenen in der Domspatzen-Causa erfuhren im Zeitraum von 1945 bis heute keine sexuellen Übergriffe, sondern körperliche Mißhandlungen, Schläge etc.    – dies wird in den Medien häufig mit dem 67 Mißbrauchsfällen in einen Topf geworfen. (Siehe hierzu den Bericht von Dr. Josef Bordat: https://jobo72.wordpress.com/2017/07/18/misshandlung-und-missbrauch-bei-den-regensburger-domspatzen-abschlussbericht/)

Auf die Frage der „Pasauer Neuen Presse“ an Kardinal Müller, ob er zu einem Gespräch mit den Opfern bereit sei, bejaht er dies und berichtet aus seiner eigenen Schulzeit:

„Ich habe es schon gesagt, ich bin zu jedem persönlichen Gespräch über diese schlimmen Erfahrungen von Menschen aus der damaligen Zeit bereit, da habe ich nicht die geringsten Schwierigkeiten. Ich darf aber feststellen, dass ich im gleichen Alter bin wie viele der Opfer.

Auch ich habe so Manches erlebt in meiner Schulzeit. Ohrfeigen und Stockschläge haben wir genug bekommen – es war übrigens keine kirchliche Schule. Freilich muss ich zugeben: Sexueller Missbrauch ist noch eine ganz andere Kategorie als pädagogische Übergriffe.“

Gegenüber der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ sagte Müller, er habe angesichts der Fälle von Mißbrauch und Mißhandlungen „Scham für das, was in der Kirche passiert ist“ empfunden: „Als Kirchenmann ist das Leid der Opfer, ihrer Familien und Gemeinden auch mein Leid.“

Infos des BISTUMs REGENSBURG:
Links zur Causa Domspatzen, Dokumente, Abschlußbericht etc: http://www.bistum-regensburg.de/dienst-hilfe/praevention-missbrauch/zahlen-fakten/
Öffentliche Termine mit Kardinal Müller: http://www.bistum-regensburg.de/news/kardinal-mueller-im-bistum-regensburg-5548/

Domspatzen-Stellungnahmen zu Georg Ratzinger: http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/ehemalige-domspatzen-nehmen-georg-ratzinger-in-schutz-21705-art533743.html?p=1
Historiker Dr. Hesemann dazu: http://www.kath.net/news/60345
Domkapellmeister relativiert seine Vorwürfe gegen Georg Ratzinger: http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/domspatzen-regensburg-kritik-raztinger-100.html

Bericht auf dem Portal der Dt. Bischofskonferenz: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/muller-kritisiert-missbrauchsbeauftragten-rorig

Fotos: Bistum Regensburg


Bistum Regensburg: Seit 1945 gab es 67 Missbrauchs-Opfer bei den „Domspatzen“

Die Untersuchungen zu Fällen von Misshandlung und Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen sind abgeschlossen. Rechtsanwalt Ulrich Weber hat heute den rund 450 Seiten starken Abschlussbericht vorgestellt.

Daraus geht hervor, dass seit 1945 bei den Domspatzen 500 Kinder Opfer körperlicher Gewalt wurden, 67 Kinder auch Opfer sexueller Gewalt.
Von 49 Tätern ist die Rede, neun von ihnen hätten zudem sexuelle Gewalt ausgeübt.

Insgesamt besuchten seit 1945 etwa 4500 Schüler das Internat des weltberühmten Knabenchors. Damit wäre jeder Neunte von physischer Gewalt betroffen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Lehrern und Erziehern die körperliche Züchtigung über weite Strecken des Untersuchungszeitraums erlaubt war, in Bayern bis 1982. Niemals erlaubt war der sexuelle Missbrauch, der etwa jedem 70. Schüler widerfuhr.

Rechtsanwalt Weber bestätigte den Domspatzen aktuell eine „zeitgemäße Pädagogik“ sowie eine „hohe Sensibilisierung“. Er äußerte den Wunsch, dass seine Aufklärung dazu beiträgt, dass Opfer mit dem dunklen Kapitel abschließen könnten.

Die Diözese Regensburg hat ihnen bereits „Anerkennungsleistungen“ zwischen 5000 und 20.000 Euro pro Person zugesagt.

Vollständiger Artikel von Dr. Josef Bordat hier: https://jobo72.wordpress.com/2017/07/18/misshandlung-und-missbrauch-bei-den-regensburger-domspatzen-abschlussbericht/

Weiteres Info zu Georg Ratzinger/Domspatzen: http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/ehemalige-domspatzen-nehmen-georg-ratzinger-in-schutz-21705-art533743.html?p=1

Foto: Bistum Regensburg


Vatican-History-Newsblog übt Kritik an der Entlassung Kardinal Müllers

Der deutschsprachige Vatican-History-Newsblog befaßt sich in einem analytischen Artikel sachlich und zugleich kritisch mit der Entlassung von Kardinal Gerhard Müller mittels einer 1-Minute-Audienz beim Papst, also im Schnellverfahren.

Am Freitagmittag voriger Woche erfuhr der Glaubenspräfekt, daß er am Montag nicht mehr zur Arbeit in seiner Kongregation anzutreten brauche, seine Amtszeit werde nicht verlängert. Punkt – und keinerlei Begründung.

Daß Franziskus rein kirchenrechtlich betrachtet derart gewöhnungsbedürftig vorgehen kann, ist unumstritten, denn er besitzt den sog. Universalprimat des Papstes als höchste Autorität der katholischen Weltkirche.

Offen bleibt gleichwohl die Frage, ob eine solche Vorgehensweise angemessen, fair und „brüderlich“, geschweige „barmherzig“ ist. Gerade weil Franziskus die Latte der von ihm propagierten Ideale so hoch hält, sind auch die Erwartungen entsprechend geprägt.

Die erwähnte Internetseite, die vor allem kirchengeschichtlich orientiert ist, schreibt, die päpstlichen Personalentscheidungen „geben dem Beobachter unlösbare Rätsel zu knacken, oder stehen in eklatantem Widerspruch zu bestehenden Dekreten und Richtlinien“  –  an eben jene ist das Kirchenoberhaupt zwar wiederum nicht strikt gebunden, doch halten sich die Päpste in der Regel daran.

Blog-Autor Martin Marker erklärt weiter, der päpstliche Umgang mit Kardinal Müller sei „einzigartig in der Kirchengeschichte“, denn er stelle „in mehrfacher Hinsicht einen Affront dar“.

Um dies anschaulich darzustellen, schreibt der Verfasser: „Man stelle sich bitte einmal vor, man selbst sei in einer hohen beruflichen Position und erfährt am Freitag von seinem Chef, dass man am Montag seinen Posten nicht mehr anzutreten braucht. Allein diese Tatsache beweist, welche Führungsqualitäten Franziskus in Personalentscheidungen praktiziert.“

Außerdem wundert sich der Vatican-History-Newsblog darüber, daß es unter den deutschen Bischöfen „keine einzige Stellungnahme“ zur Entlassung Müllers gegeben habe. Immerhin war der ehem. Glaubenspräfekt vorher zehn Jahre lang Bischof von Regensburg: „Nicht mal der Leiter der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, hatte auch nur ein Wort zu sagen. Soviel zur Kollegialität des Deutschen Episkopats.“

Foto: Bistum Regensburg

 


Kardinal Müller möchte im Vatikan bleiben und „weiter den Glauben verkünden“

Generalvikar Fuchs: Ablösung Müllers „sehr überraschend“

Der – inzwischen „ehemalige“ – Präfekt der Glaubenskongregation will weiter in Rom wohnen und dort wissenschaftlich, kirchlich und pastoral (als Seelsorger) wirken, wie er kürzlich nach seiner Ablösung erklärt hat.

Kardinal Müller ist mit 69 Jahren für kuriale Würdenträger-Verhältnisse relativ jung, sein bereits ernannter Nachfolger im Amt des Glaubenshüters ist vier Jahre älter.

Daß sich Papst Franziskus von Müller verabschiedet, wurde trotz der bekannten inhaltlichen (vor allem moraltheologischen) Unterschiede weitgehend nicht erwartet.

Dies wird so auch aus seinem früheren Bistum Regensburg mitgeteilt (dort amtierte Müller bis zum Jahre 2002 als Bischof). Der dortige Generalvikar Michael Fuchs bezeichnet den Wechsel in der Glaubenskongregation in der Sonntags-Ausgabe der „Mittelbayerischen Zeitung“ als „sehr überraschend“.

„Bremser und Nörgler vor die Tür setzen“

Die Westfälischen Nachrichten aus Münster sprechen von einer „spektakulären Personalentscheidung“. Der Müller anscheinend nicht sonderlich wohlgesonnene WN-Redakteur Johannes Loy schreibt:

„Dass Franziskus die Durchsetzungskraft hat, Bremser und Nörgler selbst in höchsten Ämtern vor die Tür zu setzen, wenn sie sich illoyal verhalten oder den franziskanischen Weg in Misskredit bringen. Die Nichtverlängerung der Amtszeit des obersten Glaubenswächters Gerhard Ludwig Müller kommt in diesem Fall einem achtkantigen Rauswurf gleich.“

Albert Schmid, SPD-Politiker und ehem. Chef der katholischen Laienvertretung in Bayern, wirft Papst Franziskus in der Causa Müller öffentlich ein „autoritäres Gebaren“ vor. Dem Bayerischen Rundfunk erläuterte Schmid (siehe Foto):

„Es hängt damit zusammen, dass der Führungsstil des Papstes den Eindruck vermittelt, er sei verbindlich und am Dialog interessiert. Aber in Wahrheit zeigt es sich, dass wenn eine Übereinstimmung in der Sache nicht möglich ist, dass er dann zu harten Maßnahmen greift.“

Was bisweilen übersehen wird: Müller verlor mit dem Präfektenamt zugleich auch seine Stellung als Präsident der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“, der Päpstlichen Bibel-Kommission und der Internationalen Theologen-Kommission.

Müller: „Den Leuten nicht nach dem Munde reden“

Kardinal Müller erklärte mittlerweile gegenüber der „Allgemeinen Zeitung“, er habe erst am vergangenen Freitagmittag vom Papst erfahren, dass er als Präfekt abgelöst werde. Es mache ihm aber „wenig“ aus, denn  –  so Müller weiter  –  jeder müsse „mal aufhören“.

Der Ex-Präfekt kündigte an: „Ich werde wissenschaftlich arbeiten, meine Funktion als Kardinal weiter ausüben, in der Seelsorge tätig sein. Ich habe in Rom genug zu tun.“ 

Am gestrigen Sonntag feierte er eine hl. Messe im Mainzer Dom. Danach sagte er zu Journalisten, er wolle weiter „den Glauben und die Wahrheit des Evangeliums verkünden und nicht den Leuten nach dem Munde reden“.  – Die Gründe, warum seine Amtszeit nicht  – wie sonst im Vatikan üblich  – verlängert worden sei, kenne er nicht.

Laut der österreichischen Zeitung „Die Presse“ soll Müller zudem gesagt haben: „Rom bleibt mein Standort. An Arbeit wird es nicht mangeln, ich werde weiter den Glauben verkünden und für seine Wahrheit eintreten, sei es gelegen oder ungelegen.“

Foto: Bistum Regensburg


Paukenschlag: Papst entläßt Kardinal Müller

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Online-Ausgabe am gestrigen 30. Juni unter Berufung auf KNA kurz vor Mitternacht meldet, hat Papst Franziskus den Präfekten der Glaubenskongregation entlassen bzw. eine Verlängerung der Amtszeit von Kurienkardinal Gerhard Müller abgelehnt.

Entsprechende Gerüchte kursierten bereits am vergangenen Nachmittag in diversen katholischen Blogs und Webseiten.

Die FAZ schreibt einleitend: „Franziskus hat sich überraschend von einem seiner ranghöchsten Mitarbeiter getrennt. Ein Grund dafür sollen Meinungsverschiedenheiten gewesen sein.“

Der 69-jährige Glaubenspräfekt, der seit Amt im Vatikan fünf Jahre lang verwaltet hat, war zuvor Oberhirte von Regensburg. Sein Nachfolger in diesem bayerischen Bistum ist der  – ebenfalls theologisch konservative  – Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.

Papst Benedikt XVI., der selber jahrzehntelang einflußreicher Präfekt der Glaubenskongregation war, hatte Bischof Müller im Jahre 2012 nach Rom geholt. Nach zwei Jahren wurde Präfekt Müller von Papst Franziskus zum Kardinal erhoben.

In den letzten zwei Jahren verstärkten sich die inhaltlichen Differenzen zwischen dem Pontifex und dem Kurienkardinal vor allem anläßlich der beiden Bischofssynoden in Rom zum Thema „wiederverheiratete Geschiedene“. Dort hatte Kardinal Müller gemeinsam mit anderen Würdenträgern die traditionelle Ehe-Lehre der katholischen Kirche verteidigt.

Mitte Mai dieses Jahres wurden auf Betreiben von Papst Franziskus drei Mitarbeiter der Glaubenskongregation ohne Begründung entlassen, was von Kardinal Müller in einem TV-Interview kritisch erwähnt worden ist.

Der Bayerische Rundfunk schreibt aktuell über den nunmehr gefeuerten Würdenträger:

„Der streitbare Kirchenmann gehört zu den meistgelesenen Theologen unserer Zeit. Seine Katholische Dogmatik gilt als Pflichtlektüre für angehende Pfarrer.“

Foto: Bistum Regensburg

 


Regensburg: Erklärung von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer gegen die „Homo-Ehe“

Aller Voraussicht nach wird dem Bundestag am kommenden Freitag, 30. Juni, ein Gesetzentwurf zur Abstimmung vorgelegt, der homosexuelle Partnerschaften in allem mit der Ehe gleichstellt.

Sollte dieses Gesetz verabschiedet werden, bedeutete dies die Abkehr von einer in der Menschheitserfahrung seit unvordenklichen Zeiten hochgehaltenen und vom Grundgesetz ausdrücklich geschützten Institution: vom Verständnis von „Ehe“ als dauerhafter Gemeinschaft von Mann und Frau, offen auf Nachkommenschaft und als einziger Ort, an dem Menschen auf natürliche Weise gezeugt und zur Welt gebracht werden.

Niemand wird diskriminiert, wenn die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau als der Ort der Zukunftseröffnung einer Gesellschaft privilegiert und besonders geschützt wird.

Das Gesetz ginge nur einen kleinen Personenkreis unmittelbar an. Mittelbar aber betrifft es die ganze Gesellschaft. Gesetze sind immer auch norm- und bewusstseinsbildend.

Ich bin daher überzeugt, dass wir der heranwachsenden Generation einen besseren Dienst erweisen, wenn wir ihr die Ehe weiterhin als besonders geschützte Gemeinschaft von Mann und Frau und damit als Orientierungspunkt und Wegweiser zu einem gelingenden Leben gerade auch im Dienst an der Zukunft der Gesellschaft vor Augen stellen.

Angesichts der schon lange besorgniserregenden demographischen Entwicklung in unserem Land verdienten anstelle der geforderten Gleichstellung vielmehr die Förderung von Ehe und Familie im Sinne des Grundgesetzes alle Kraft und Phantasie der politisch Verantwortlichen.

Ich appelliere an alle Abgeordneten, im Falle einer Abstimmung ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden und an der vom Grundgesetz besonders geschützten Ehe als einer Verbindung von einem Mann und einer Frau festzuhalten.

Mit diesem Brief wendet sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer an die Bundstagsabgeordneten seines Bistums:

Die Absicht der Bundestagsfraktionen der SPD, der Grünen und der Linken, den Begriff der Ehe auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu übertragen, verletzt unser Grundgesetz und die Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft.

Die Fraktion von CDU/CSU, die ihren Widerstand gegen eine solche Absicht aus anscheinend populistischen und wahltaktischen Erwägungen preisgibt, trifft eine massive Fehlentscheidung.

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/news/stellungnahme-zur-sogenannten-ehe-fuer-alle-5527/

Lesen Sie hier den Text von Clemens Neck, Pressesprecher des Bistums Regensburg

in Anlehnung an einen Text von Professor Dr. Manfred Spieker


Regensburger Bischof Dr. Voderholzer gegen weitere Aushöhlung des Sonntags

Bistum befürwortet „Allianz für den Sonntag“

Der Sonntag als prinzipiell arbeitsfreier und auch handelsfreier Tag sehe sich immer wieder den Begehrlichkeiten von Industrie und Handel ausgesetzt, betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer bei der heutigen Eröffnung der Wolfgangswoche in der Basilika St. Emmeram in Regensburg.

Die neueste Forderung laute, nicht nur vier, sondern zehn verkaufsoffene Sonntage zu genehmigen. „Ich weise diesen erneuten Anschlag auf den Sonntag zurück. Eine weitere Aushöhlung des Sonntags kann nicht mehr hingenommen werden“, so der Regensburger Oberhirte (siehe Foto).

Es gebe schon genügend Menschen, die am Sonntag arbeiten. In der Gastronomie, im Nahverkehr, auch in der Kirche. Gerade als überindividuelle Institution ermögliche der Sonntag, als gemeinsamer Feiertag viele gemeinschaftsstiftende Aktivitäten. Deshalb sei der Sonntag auch als Kulturgut höchsten Ranges, als soziale Einrichtung, äußerst schützenswert gegenüber allen ökonomischen Verrechnungs- und Vereinnahmungsversuchen, betont Bischof Voderholzer.

„Gerne verbünde ich mich bei diesem Anliegen auch mit nicht-kirchlichen Organisationen und Institutionen zur ‚Allianz für den Sonntag‘, die den arbeitsfreien Sonntag auch aus rein menschlichen Gründen verteidigen und schützen“, hebt der Bischof hervor.

Der Glaube, der vor allem am Sonntag gefeiert werde, müsse ausstrahlen in die Woche hinein und das tägliche Leben bestimmen. Dort wo der Sonntag vernachlässigt werde, wo die gottesdienstliche Versammlung ausfalle, verdorre der Glaube, verkümmere die Hoffnung und erlahme schließlich auch die Liebe.

Info zur WOLFGANGSWOCHE im Bistum Regensburg:

Der hl. Bischof Wolfgang ist († 31.10.994) der 13. Oberhirte der Diözese Regensburg und der erste Bistumspatron. Zur Eröffnung der Wolfganswoche wird der Schrein mit den Gebeinen des hl. Bischof Wolfgang in einer Prozession aus der Wolfgangskrypta in die Basilika übertragen.

Anlässlich der Heiligsprechung von Bischof Wolfgang im Jahre 1052 durch Papst Leo IX. fanden seine Gebeine in der damals neu errichteten Krypta unter der Basilika St. Emmeram eine neue Heimat. Bis zum 24. Juni werden heuer täglich Gottesdienste zu Ehren des Bistumspatrons gefeiert. Höhepunkt bildet die Priesterweihe im Dom St. Peter (Beginn 8:30 Uhr) am letzten Tag der Wolfgangswoche.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg