Kardinal Müller wünscht, daß die Kirche Beschwerden von Gläubigen ernstnimmt

Der ehem. Regensburger Bischof Gerhard L. Müller, der im Juli dieses Jahres zwischen Tür und Angel vom Papst als Präfekt der Glaubenskongegration abgelöst wurde, will keineswegs die Speerspitze einer Anti-Papst-Bewegung werden, wie er kürzlich erneut betont hat. Andererseits hält er es für wichtig, daß die Kirche offen mit ernsthaften Beschwerden umgeht.

Wie der Bayerische Rundfunk am 27. November berichtet, warnte der Würdenträger in einem Interview mit einer italienischen Tageszeitung vor einer Spaltung in der katholischen Kirche. Er sieht die Gefahr, daß traditionsorientierte Katholiken sich enttäuscht von der Kirche abtrennen. 

Die Kirchenleitung müsse „diejenigen anhören, die ernste Fragen oder berechtigte Beschwerden haben, nicht sie ignorieren oder, schlimmer noch, demütigen“, betont der Kardinal, der als einstiger Theologieprofessor eine vielbeachtete „Katholische Dogmatik“ verfaßte. 

Der Gelehrte aus Regensburg setzt in einigen Punkten deutlich andere Akzente als der Pontifex.

Anders als Franziskus betrachtet er z.B. die Kirche nicht nur und nicht in erster Linie als „Feldlazarett“. Auch hinsichtlich Ehe und Familie betont er stärker als der Papst die katholische Sitten- und Sakramentenlehre. 

Die Nichtverlängerung seiner Amtszeit durch Franziskus führt Müller auf eine Diffamierungskampagne zurück. Er sei bei Papst Franziskus von anonymen Zuträgern verleumdet worden, „die besser einen Seelenklempner aufgesucht hätten“, erklärte der Kardinal.


Dialogprozeß: Bischof Rudolf Voderholzer bemängelt die Würzburger Abschlußerklärung

Mutlose innerkirchliche „Nabelschau“ vermeiden

Zehn Delegierte des Bistums Regensburg haben am Freitag und Samstag am Abschlußtreffen des Dialogprozesses der katholischen Kirche in Würzburg teilgenommen, darunter die Vorsitzende des Diözesankomitees, Michaela Halter und Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto). borMedia1840101

Das zur Debatte und Abstimmung vorgelegte Abschlusspapier geht dem Regensburger Diözesanbischof nicht weit genug:

„Das Dokument bleibt in einer Nabelschau stecken, die einer ausgeprägten Innenperspektive geschuldet ist. Es fehlt die Begeisterung der Frohen Botschaft, deren Bekenner sie hinaustragen sollen in alle Welt.“

Stattdessen herrsche ein mutloser Grundton vor, der „mich an die niedergeschlagene Stimmung der ersten Christen in den drei Tagen zwischen Kreuzestod und Auferstehung erinnert.

Bischof Voderholzer: „Natürlich ist die innere Umkehr der Christen immer notwendig. Aber deshalb müssen wir doch nicht das Licht des Glaubens unter den Scheffel stellen.“

Die Kirche ist kein Debattierclub

Bischof Voderholzer kommt die Freude am Glauben zu kurz: „Hoffnungsvolle und glaubensstarke Christen wirken in die Gesellschaft hinein und sind Salz der Erde, so wie es das Zweite Vatikanische Konzil betont. Wenn man weite Teile des  Abschlussdokuments liest, könnte man meinen, die Kirche sei ein Debattierclub und erschöpfe sich in Sitzungen.

Der Regensburger Bischof sieht die Aufgabe der Kirche darin, sich im Dialog den Herausforderungen der Zeit zuzuwenden und mitten in der Welt Zeugnis abzulegen für Christus. Das Papier allerdings erwecke den Eindruck, man misstraue dem eigenen Salz und lasse es lieber verklumpen.

Der Regensburger Bischof fragte: „Welches Bild geben wir vor der Welt ab, wenn es nicht von Hoffnung getragen ist? Wenn uns die Hoffnung fehlt, dann müssen wir beten: Herr, schenke uns die Kraft, Zeugnis abzulegen für Dich.“

Gefragt seien heute Christen, die für ihre Berufung dankbar sind. Zu dem Papier sagte Dr. Voderholzer abschließend: „Mir scheint, dass hinter dem Doppelpunkt am Schluss des Dokumentes ein großes Fragezeichen steht.“

Quelle: Bistum Regensburg


Bischof Rudolf Voderholzer gehört jetzt der Glaubenskongregation an

Papst Franziskus hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer als Mitglied in die Kongregation für die Glaubenslehre berufen. Dies gab das vatikanische Presseamt kürzlich bekannt. borMedia1840101

Gemeinsam mit dem Regensburger Bischof wurden Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und der Posener Erzbischof Stanislaw Gadecki in die Kongregation aufgenommen.

Die Kongregation für die Glaubenslehre ist die älteste der neun Kongregationen der römischen Kurie. Sie hat die Aufgabe, die katholische Glaubenslehre zu fördern und die Kirche darin zu unterstützen, das Erkennen im Glauben zu erweitern und zu vertiefen.

Im Sinne dieses Auftrags setzt sich die Kongregation mit den Ergebnissen moderner Wissenschaft und Forschung auseinander, um ihre jeweilige Bedeutung für die Glaubenswahrheit zu ermessen und zu bewerten. Dazu veranstaltet die Kongregation unter anderem Wissenschaftssymposien und andere Formen wissenschaftlichen Austauschs.

Präfekt der Glaubenskongregation ist seit 2. Juli 2012 Gerhard Kardinal Müller, der frühere Bischof von Regensburg.

Quelle für Text und Foto: Bistum Regensburg

 


Bischof Voderholzer im Regensburger Dom: „Das wichtigste Wort aller Worte ist GOTTES WORT“

Am ersten Weihnachtstag hat Bischof Rudolf Voderholzer mit den Gläubigen im Regensburger Dom das Hochfest zur Geburt Christi gefeiert.

Das Evangelium des Tages nach Johannes erzählt nicht das Geschehen im Stall von Bethlehem wie dies etwa bei dem Evangelisten Lukas der Fall ist. Johannes spricht vom schöpferischen Wort Gottes, durch das alles, was ist, geworden ist und das in Jesus Christus die verbindliche und sinnlich berührbare Gestalt des Menschen annahm.  borMedia1847901
 
Hierzu sagte der Bischof in seiner Festpredigt:

„Die wichtigsten Worte unseres Lebens können wir uns nicht selber sagen. Sie werden an uns gerichtet. Wir sind darauf angewiesen, dass sie uns einer sagt. Dazu zählt das ,Du‛ unserer Mutter und unseres Vaters, aus dem heraus wir zu uns selber finden.  Oder das Liebesbekenntnis, mit dem wir zueinander und zur Lebensfülle finden. Das wichtigste aller Worte aber, das an uns gerichtet werden kann, ist Gottes Wort, dass er uns liebt.“

Von einem herzerfrischenden Kompliment kann mancher tagelang leben. Gottes Liebeswort aber trägt ewig, weit über das Ende aller Tage hinaus. Mit seiner ganzen Existenz steht ER dahinter, so dass Johannes sogar schreiben kann: „Und Gott war das Wort.“

Dieses Wort ist in Bethlehem Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt bis zum Tod am Kreuz und zur Auferstehung.

Am Abend zuvor  –  am Heiligen Abend  – hatte Bischof Voderholzer eine Zufluchtsstätte der Caritas für Frauen in schwierigen Lebenslagen aufgesucht.

Zudem besuchte der Regensburger Bischof am Heiligen Abend Frauen und Männer, die zur Zeit im Strohhalm wohnen.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg