Der Regensburger Bischof würdigt das „Stille Nacht“-Lied als genialen Wurf

Im Hohen Dom St. Peter hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in der Heiligen Nacht die Christmesse gefeiert. Er erinnerte daran, dass zentrale christliche Glaubensgeheimnisse in der Nacht gefeiert werden: in der Heiligen Nacht sowie in der Osternachtsfeier.

Auf den Tag 200 Jahre zuvor war erstmals das Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ erklungen. Das war in St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg geschehen. Bischof Voderholzer nannte das Lied einen „genialen Wurf, der wesentliches der Botschaft von Weihnachten vermittelt“.

Am Ende des Pontifikalgottesdienstes sangen die Regensburger Domspatzen das Lied in drei Strophen auf höchstem musikalischem Niveau. Das weltweit bekannte Lied, das in rund 300 Sprachen übersetzt wurde, hatte erst langsam Einzug in die christlichen Gesangsbücher gefunden.

In seiner Predigt erklärte der Regensburger Bischof, die Autoren Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber hätten der Christenheit mit dem Lied ein großes Geschenk gemacht. Mohr war Hilfspfarrer und hatte den Text verfasst, Gruber war Dorfschullehrer und steuerte die Melodie bei.

Das Lied atmet „eine tiefe Sehnsucht nach Friede und Heil“, sagte Bischof Voderholzer in der Predigt. Kurz zuvor, 1816, hatte die letzte gesamteuropäische Hungersnot stattgefunden. Der Inhalt des Liedes ist wie das Echo der Weihnachtsbotschaft. Es bringt zentrale Aussagen der Weihnachtsbotschaft gültig zu Sprache.

Auch Papst Franziskus hatte kürzlich erklärt, dass er das Lied gerne hat. Es beschreibe die tiefe Göttlichkeit des Jesuskindes in einfacher Sprache. „Danken wir dem HERRN, dass er die Wege Joseph Mohrs und Franz Xaver Grubers sich kreuzen ließ“, erklärte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Das Lied sei eine geistliche Bereicherung.

Bereits zuvor hatten Domspatzen und der Bischof die Kerzen des Christbaums vor dem Hauptaltar im Dom mit dem Feuer des Friedenslichts aus Bethlehem entzündet.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


Domspatzen-Causa: Kardinal Müller fordert eine Entschuldigung von J.-W. Rörig

Die „Passauer Neue Presse“ (PNP) veröffentlichte am 19. Juli 2017 in ihrer Online-Ausgabe ein Interview mit Kardinal Gerhard Müller, dem früheren Bischof von Regensburg und   –  bis vor kurzem – Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation.

Seine Amtszeit war von Papst Franziskus ohne Angaben von Gründen und in einem nur einminütigen Gespräch nicht verlängert worden. Müllers Berufung zum Glaubenspräfekten war vor fünf Jahren unter Papst Benedikt XVI. erfolgt.

Zur Aufarbeitung der Domspatzen-Causa weist der Kardinal (siehe Foto) gegenüber der PNP darauf hin, daß er seinerzeit als Regensburger Oberhirte nach dem Bekanntwerden von Vorwürfen gegen Leitungspersonen des berühmten Knabenchors zuerst „diese Aufklärungsarbeit an die Institutionen des Bistums übertragen“ habe, so dass „mit der Untersuchung begonnen“ werden konnte. 

Durch ihn als ehem. Bischof von Regensburg und seinen Generalvikar Michael Fuchs sei die Aufarbeitung 40 Jahre nach den Taten erstmals eingeleitet worden: „Das geschah nach den Möglichkeiten und dem Kenntnisstand, den wir damals hatten.“

Damit widerspricht er Behauptungen des Mißbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, der erklärt hatte, Müller solle sich „wenigstens jetzt für die verschleppte Aufarbeitung“ der Mißbrauchsfälle bei den Domspatzen „entschuldigen“.

Der Kardinal fordert nun Rörig zur Entschuldigung auf für „Falschaussagen und falsche Informationen, die verbreitet werden“ auf und sagte der Zeitung, J.-W. Rörig solle sich „erst einmal die neunseitige Chronologie der Aufarbeitung durch die Diözese anschauen“ und die dort dokumentierte „Faktenklage akzeptieren“.

Die meisten Betroffenen in der Domspatzen-Causa erfuhren im Zeitraum von 1945 bis heute keine sexuellen Übergriffe, sondern körperliche Mißhandlungen, Schläge etc.    – dies wird in den Medien häufig mit dem 67 Mißbrauchsfällen in einen Topf geworfen. (Siehe hierzu den Bericht von Dr. Josef Bordat: https://jobo72.wordpress.com/2017/07/18/misshandlung-und-missbrauch-bei-den-regensburger-domspatzen-abschlussbericht/)

Auf die Frage der „Pasauer Neuen Presse“ an Kardinal Müller, ob er zu einem Gespräch mit den Opfern bereit sei, bejaht er dies und berichtet aus seiner eigenen Schulzeit:

„Ich habe es schon gesagt, ich bin zu jedem persönlichen Gespräch über diese schlimmen Erfahrungen von Menschen aus der damaligen Zeit bereit, da habe ich nicht die geringsten Schwierigkeiten. Ich darf aber feststellen, dass ich im gleichen Alter bin wie viele der Opfer.

Auch ich habe so Manches erlebt in meiner Schulzeit. Ohrfeigen und Stockschläge haben wir genug bekommen – es war übrigens keine kirchliche Schule. Freilich muss ich zugeben: Sexueller Missbrauch ist noch eine ganz andere Kategorie als pädagogische Übergriffe.“

Gegenüber der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ sagte Müller, er habe angesichts der Fälle von Mißbrauch und Mißhandlungen „Scham für das, was in der Kirche passiert ist“ empfunden: „Als Kirchenmann ist das Leid der Opfer, ihrer Familien und Gemeinden auch mein Leid.“

Infos des BISTUMs REGENSBURG:
Links zur Causa Domspatzen, Dokumente, Abschlußbericht etc: http://www.bistum-regensburg.de/dienst-hilfe/praevention-missbrauch/zahlen-fakten/
Öffentliche Termine mit Kardinal Müller: http://www.bistum-regensburg.de/news/kardinal-mueller-im-bistum-regensburg-5548/

Domspatzen-Stellungnahmen zu Georg Ratzinger: http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/ehemalige-domspatzen-nehmen-georg-ratzinger-in-schutz-21705-art533743.html?p=1
Historiker Dr. Hesemann dazu: http://www.kath.net/news/60345
Domkapellmeister relativiert seine Vorwürfe gegen Georg Ratzinger: http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/domspatzen-regensburg-kritik-raztinger-100.html

Bericht auf dem Portal der Dt. Bischofskonferenz: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/muller-kritisiert-missbrauchsbeauftragten-rorig

Fotos: Bistum Regensburg


Bistum Regensburg: Seit 1945 gab es 67 Missbrauchs-Opfer bei den „Domspatzen“

Die Untersuchungen zu Fällen von Misshandlung und Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen sind abgeschlossen. Rechtsanwalt Ulrich Weber hat heute den rund 450 Seiten starken Abschlussbericht vorgestellt.

Daraus geht hervor, dass seit 1945 bei den Domspatzen 500 Kinder Opfer körperlicher Gewalt wurden, 67 Kinder auch Opfer sexueller Gewalt.
Von 49 Tätern ist die Rede, neun von ihnen hätten zudem sexuelle Gewalt ausgeübt.

Insgesamt besuchten seit 1945 etwa 4500 Schüler das Internat des weltberühmten Knabenchors. Damit wäre jeder Neunte von physischer Gewalt betroffen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Lehrern und Erziehern die körperliche Züchtigung über weite Strecken des Untersuchungszeitraums erlaubt war, in Bayern bis 1982. Niemals erlaubt war der sexuelle Missbrauch, der etwa jedem 70. Schüler widerfuhr.

Rechtsanwalt Weber bestätigte den Domspatzen aktuell eine „zeitgemäße Pädagogik“ sowie eine „hohe Sensibilisierung“. Er äußerte den Wunsch, dass seine Aufklärung dazu beiträgt, dass Opfer mit dem dunklen Kapitel abschließen könnten.

Die Diözese Regensburg hat ihnen bereits „Anerkennungsleistungen“ zwischen 5000 und 20.000 Euro pro Person zugesagt.

Vollständiger Artikel von Dr. Josef Bordat hier: https://jobo72.wordpress.com/2017/07/18/misshandlung-und-missbrauch-bei-den-regensburger-domspatzen-abschlussbericht/

Weiteres Info zu Georg Ratzinger/Domspatzen: http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/ehemalige-domspatzen-nehmen-georg-ratzinger-in-schutz-21705-art533743.html?p=1

Foto: Bistum Regensburg


Regensburg: Bischof Rudolf Voderholzer taufte 14 Gläubige in der Osternacht

14 Menschen hat Bischof Rudolf Voderholzer während der Feier der Osternacht im Hohen Dom St. Peter in Regensburg getauft. Seit den Uranfängen gehört die Taufe in die Osternacht.

Die Auferstehung Christi ist ein geschichtliches Ereignis, sie ereignet sich aber auch in der Gegenwart: in der Taufe. Und in der Osternacht selbst feiert die Kirche die Auferweckung Jesu von den Toten.

In der Osternacht ab 21 Uhr war der Dom vollbesetzt mit Gläubigen, die Kerzen und Osterspeisen mitgebracht hatten. Die Domspatzen gestalteten auf höchstem musikalischem Niveau die Feier des Höhepunkts der drei Heiligen Tage, des Triduums.

Bewegt dankte der Bischof den Neugetauften  –  13 Erwachsenen und einem Kind  –  für ihr Zeugnis, das sie durch das Bekenntnis zur Gemeinschaft der Kirche ablegen. „Sie machen uns allen hier im Dom viel Mut“, sagte der Oberhirte von Regensburg. Auch die bereits Christen seien, bedürften dieser Ermutigung und Stärkung auf dem Weg durch ihr Leben.

Dieser Ostersonntag, 16. April, ist der Geburtstag von Papst em. Benedikt XVI. Bereits während der Osternachtfeier wurde seiner gedacht, denn der Folgetag bricht mit seinem Vorabend an; so auch an diesem Abend.

Bischof Voderholzer, Gründungsdirektor des Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg, erinnerte an die Tatsache, dass der 16. April 1927 ein Karsamstag war, an dem Joseph Ratzinger in der Frühe in Marktl am Inn geboren wurde.

Mit den Täuflingen dieses Abends hat er gemeinsam, dass sie alle mit Osterwasser getauft wurden. In der Liturgie vor der Reform wurde die Auferstehungsfeier bereits am Samstagmorgen gefeiert. Joseph Ratzingers Eltern wollten ihm das „Ewige Leben gleichsam schon in die Wiege legen“, erläuterte der Bischof; deshalb erfolgte die Taufe gleich noch an diesem Tag – mit Osterwasser, das in der Auferstehungsfeier gesegnet worden war. Die anwesende Klosterschwester sprang als Taufpatin ein.

Die Taufe ist die Aufnahme in die große Familie der Kirche, sagte Dr. Voderholzer in der Predigt weiter. In der Taufe bekommt der Christ den dreieinigen Gott und die Kirche geschenkt, deren Abbild Maria, die Mutter des HERRN ist. Der Täufling wird beschenkt mit neuem, unzerstörbarem Leben. In der Kirche, so Bischof Rudolf, gibt es keine Ausländer.

Die Liturgie hatte vor dem Dom mit der Segnung des Osterfeuers begonnen. Der Bischof sprach die Gebete, die ins Innere des Doms übertragen wurden. Entzündet wurde die Osterkerze, Symbol für Christus, das Licht.

Anschließend zogen der Bischof, Weihbischof Reinhard Pappenberger, die Mitglieder des Domkapitels, die Mitglieder des Priesterseminars und die Domspatzen in den finsteren Dom ein. Dort verkündete der Diakon Christus als das Licht – und das Feuer der Kerze verbreitete sich im ganzen Gotteshaus unter den Gläubigen, bis der gesamte Innenraum erhellt war.  

Dann trug der Diakon den jubilierenden Hymnus auf die Besonderheit der Nacht vor, in der Christus von den Toten erstanden ist: „Frohlocket, ihr Chöre der Engel …“

Die erwachsenen Neugetauften erhielten die weiteren Sakramente der Firmung und der Eucharistie, der neun Jahre alten Sarina werden diese Sakramente zu gegebener Zeit in ihrer Heimatpfarrei gespendet.

Wie bereits am Gründonnerstag verwendete Bischof Voderholzer bei der Feier der Eucharistie in dieser Osternacht die Hostiendose, die ihm der evangelische Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss im Rahmen des Versöhnungsgottesdienstes im März überreicht hatte. Dies tat der Bischof als sichtbares Zeichen für den gemeinsamen Weg zur Einheit.

Auf der Hostiendose sind Vorausbilder für die Eucharistie dargestellt, darunter der Manna-Regen, die Brotgabe vom Himmel während der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste.

Nach der Osternachtsfeier gab der Bischof einen Sektempfang im „Domplatz 5“ für die neuen Christen und ihre Patinnen und Paten. Jedem Neugetaufte überreichte er die Heilige Schrift in der neuen Einheitsübersetzung.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


Warum die Naturkraft Sexualität nicht entfesselt werden darf

Von Christa Meves

Am Abend des 18. August 2015 lief eine zweistündige Sendung des NDR, von „Phoenix“ ausgestrahlt, zum Thema sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche: Meves

Ein Abschaffungsprodukt gegen die Kirche mit voll gelungener Wucht und sicher beachtlicher negativer Wirkung: „Sünden an den Sängerknaben“.  – Um 22.30 Uhr ging es dann weiter mit dem Beitrag: „Das Schweigen der Männer“.

Mehrere Opfer, die einst Mitglieder der berühmten Regensburger Domspatzen waren, wurden mit einer Schilderung der grausamen Vorgehensweise ihrer Beaufsichtiger in allen Einzelheiten mit glaubwürdiger Darstellung ihrer lebenslänglichen Beschädigung vorgeführt.

Die Vorgänge wurden in Schablonen genau dargestellt – mit der Wirkung, dass selbst schon ziemlich abgebrühte Menschen in der ganzen Seele tief erschüttert sein mussten.

Und es wurde gründlich und ausführlich weiter ausgeholt: media-FZMqzvujo1V-2

  • 1) so sehe es ebenfalls in den anderen Bistümern der Republik aus!
  • 2) Die Ursache sei im Zölibat als einer unzumutbaren Lebensform des modernen Menschen zu suchen und
  • 3) einer solchen Institution, die dann auch noch zu verschleiern suche, statt zu bereinigen, müsse man als ein anständiger Mensch schleunigst den Rücken kehren.

Kein Verteidiger angefragt  –  weil bei so viel Schande keine Verteidigung möglich ist?

Und doch muss gesagt werden, dass eine Gesellschaft, welche den durch ihre Normen bisher gebannten Naturriesen Sexualität entfesselt, schon nach wenigen Jahrzehnten eine gigantische Zahl von sexualsüchtigen Männern produziert haben würde, zu deren Suchtverhalten grundsätzlich als das „non plus ultra“ das missbrauchte Kind gehört. DSC00254

Das konnte man voraussagen – und auch, dass sich dann selbst die Priesterschaft nicht vollständig davon würde sauber halten lassen. Das ist alles längst eingetreten und hat sogar bereits eine internationale Kinderschänderindustrie hervorgebracht.

Mit Sühnehandlungen der zerquälten Kirche allein ist dem gewiss nicht effektiv und grundlegend abzuhelfen, sondern

1) mit einer sachlichen naturwissenschaftlichen Aufklärung über Männerprobleme mit dem Naturtrieb Sexualität (über welche die Männer keine Lust haben, nachzudenken und deren Frauen ihnen nicht helfen können, weil sie sich von solchen Männerversuchungen angeekelt abwenden) und

2) Aufdeckung der schamlosen Tendenzen in Medien durch jahrzehntelange Zutreiber hin zu einer gigantisch sexualisierenden Massenverführung der Bevölkerung in den technisierten Wohlstandsländern.

Was sagt unser HERR zu einer solchen Inszenierung, wie wir sie hierzulande über 50 Jahre hinweg haben erleiden müssen?: „Macht ihr nur das Maß eurer Väter voll. Ihr Schlangen! Ihr Otternbrut! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?“ (Mt 23, 33)

Unsere Autorin Christa Meves ist Psychagogin und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein “Verantwortung für die Familie”, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

Fotos: Meves, Archiv, Evita Gründler


Regensburger Bischof Voderholzer feierte die Karfreitagsliturgie im Dom St. Peter

Mit zahlreichen Gläubigen hat Bischof Rudolf Voderholzer am Karfreitagsnachmittag im Regensburger Dom St. Peter eine Gedenkandacht an Jesu Leiden und Sterben gefeiert. 150403_Karfreitag 3

Schweigend zog der Regensburger Oberhirte mit dem Domkapitel und den Priesteranwärtern in die Kathedrale ein und streckte sich vor dem Altar aus. Die Stille des Gedenkens an den Tod Jesu endete mit einem Gebet des Bischofs.

Die Liturgie am Karfreitag ist Mittelteil der Liturgie des „Triduum Sacrum“, an den drei heiligen Tagen Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Daher hat sie weder eine liturgische Eröffnung noch eine Entlassung.

Dem Wortgottesdienst mit Schriftlesungen, der Leidensgeschichte Jesu und den Großen Fürbitten folgten die Kreuzesverehrung und die Kommunionfeier.

Nach den Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament trugen die Passionssänger der Regensburger Domspatzen die Johannespassion vor.

Zusammenhang von Christi Opfertod und Paschamahl

In seiner Predigt richtete der Bischof zuerst den Blick auf eine Besonderheit der Johannespassion, die Datierung der Kreuzigung Jesu am Vorabend des jüdischen Paschafestes, zu dem Zeitpunkt, an dem im Jerusalemer Tempel die Lämmer für das Paschamahl geschlachtet wurden.

Christus ist das wahre Lamm Gottes, von dem es schon zu Beginn des Johannesevangeliums aus dem Munde des Täufers heißt: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“

„Am Holz des Kreuzes hing das Heil der Welt“

Die folgende Enthüllung und Verehrung des Kreuzes Christi wird von katholischen wie orthodoxen Christen gleichermaßen in der Liturgie des Karfreitages praktiziert. 150403_Karfreitag 1

Vor den Altarstufen enthüllte Bischof Rudolf nach und nach das verhüllte Kruzifix, begleitet vom lateinischen Ruf „Ecce lignum crucis, in quo salus mundi pependit“ – „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen“, den die Gläubigen mit „Venite adoremus“ „Kommt lasset uns anbeten“ beantworteten.

Zuerst verehrten der Bischof und die Priester das Kreuz mit einem Kuss, dann die anwesenden Seminaristen durch eine Kniebeuge.

Während der Diakon das Kreuz, begleitet von zwei Akolythen, durch den Mittelgang trug, hatten die Gläubigen die Gelegenheit zur Kreuzesverehrung. Dabei sangen der Chor der Domspatzen und die Gemeinde „O du hochheilig Kreuze“.

Gemeinsam mit den Gläubigen betete Bischof Rudolf das Vaterunser, empfing den Leib Christi und dann alle Anwesenden. Mit dem Schluss- und Segensgebet endete die Karfreitagsliturgie, jedoch ohne den Entlassungsruf, da sich diese Feier in der Osternacht fortsetzt.

Kartage und Karwoche:

Die Karwoche ist die „Heilige Woche“ (lateinisch hebdomada sancta), die sich vom Palmsonntag bis zur Osternacht erstreckt. Vielerorts werden, da ab dem Gloria am Gründonnerstagabend Orgelspiel und Glockengeläut verstummen, die Gläubigen mit Holzklappern zu den liturgischen Feiern eingeladen, eine Aufgabe, die von den Ministranten- oder Jugendgruppen oft übernommen wird. Auch der Brauch der heiligen Gräber, eines Nachbaues des Grabes Christi, oft reichlich illuminiert, ist mancherorts üblich. Mit der Liturgie am Karfreitagnachmittag beginnt die Grabesruhe.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg

 


Regensburg: Ökumenische Segnung der Donau in orthodoxer Tradition

Donausegnung: ein christliches „Friedensfest“

Bischof Rudolf Voderholzer, Apostolos Malamoussis von der griechisch-orthodoxen Kirche und der evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss haben am Sonntag eine ökumenische Vesper im Dom St. Peter in Regensburg gefeiert und anschließend von der Steinernen Brücke aus die Donau gesegnet. Donausegnung Weiß Voderholzer Malamoussis im Dom

Anlass des gemeinsamen Gottesdienstes war das heutige Fest der Taufe des HERRN. Die musikalische Gestaltung lag bei den Regensburger Domspatzen und beim Byzantinischen Kantorenchor München.

„Wir protestieren gegen jede Gewalt im Namen der Religion“

Mit Bezug zu den weltweiten Demonstrationen gegen Gewalt nach dem Massaker in Paris sagte Bischof Voderholzer: „Wir vereinen uns im Gebet. Wir protestieren und distanzieren uns von jeder Gewalt im Namen Gottes und der Religion.“

Der gemeinsame Gottesdienst sei schon als solcher ein Zeichen für ein friedliches Miteinander, sagte der Regensburger Oberhirte.

Das Abendland gründe wesentlich im Glaubensgeheimnis der Taufe, erklärte der Bischof weiter. Es bedürfe daher der Hinkehr zur Taufe. Durch Abgrenzung und Hartherzigkeit rette man es nicht. Donausegnung Bischof Voderholzer Kreuz

Die jüdisch-christliche Tradition prägte das Abendland

Die wichtigsten Werte Europas verdankten sich der jüdisch-christlichen Tradition: Menschenwürde, Freiheit, der Appell an die Nächstenliebe, der Aufruf zur Herzensbildung und Gleichgestaltung gemäß Christus sowie die Unterscheidung von Staat und Christentum.

Anschließend erfolgte die Segnung der Donau gemäß der griechisch-orthodoxen Tradition. Bereits im vergangenen Jahr hatte die erste gemeinsame Donausegnung stattgefunden. Dreimal wurde ein Holzkreuz in den Fluss geworfen.

Aufgrund des erhöhten Pegels der Donau sowie der starken Strömung wurde diesmal davon abgesehen, dass Taucher das Kreuz einholen, das vielmehr an einem Seil befestigt war.

Etwa 200 Gläubige verschiedener christlichen Konfessionen verfolgten den Segnungsgottesdienst. In seinem Grußwort verurteilte Regierungspräsident Axel Bartelt den Terror im Namen der Religion. Oberbürgermeister Joachim Wollbergs nannte die Donausegnung ein „Friedensfest“.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg