Türkei: Islamische Gelehrte kritisieren die Verwendung der Hagia Sophia als Moschee

Die türkische Entscheidung, die antike christliche Basilika Hagia Sophia als Moschee zu verwenden, könnte zu ein „schwerwiegenden und irreparablen Fehler“ sein, und islamfeindliche Gefühle auf der ganzen Welt schüren.

So heißt es in einem von türkischen Medien veröffentlichten Appell dreier bekannter Experten für Religion und Geschichte der Türkei, die sich als „kemalistische Theologen“ bezeichnen (in Anlehnung an den früheren Präsidenten Kemal Atatürk, den Gründer der modernen Republik Türkei mit Trennung von Staat und Islam, der die Hagia Sophia als Museum einrichtete).

Nazif Ay, Mehmet Ali Öz und Yusuf Dülger bekräftigen in ihrer Erklärung, dass die Entscheidung, das Museum der Hagia Sophia in eine Moschee zu verwandeln, „die Botschaften der Versöhnung und Gerechtigkeit des Islam“ zunichte mache.

Es würden dadurch „Nicht-Muslime beleidigt und so dem Hass gegen den Islam neue Impulse gegeben“, bedauern die Religionsgelehrten.

Der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte festgelegt, daß die Wiedereröffnung der Hagia Sophia für den islamischen Kult am kommenden Freitag, den 24. Juli, stattfinden wird.

Während der muslimischen Riten sollen die christlichen Mosaike, die das Innere der alten Basilika schmücken, mit einem elektronisch betriebenen Vorhang verhüllt werden, der jeweils zu Beginn und am Ende der Veranstaltungen in Betrieb genommen wird.

Während die Mosaiken auf dem Boden der Hagia Sophia von grünen Teppichen verdeckt werden, die von Erdogan persönlich ausgewählt wurden, beklagen sich Vertreter des Islamismus, weil sie nicht durchsetzen konnten, daß die christlichen Gemälde von den Wänden des Basilika entfernt werden.

Quelle: Fidesdienst