Ägypten: Koptische Amtsträger lehnen traditionelle „Versöhnungszeremonie“ ab

Der koptisch-orthodoxe Bischof von Minya und Abu Qurqas, Anba Makarios, lehnte den Vorschlag ab, nach Ausschreitungen gegen Christen in Demshaw Hashem in der Provinz Minya eine traditionelle „Versöhnungszeremonie“ zu veranstalten.

Der koptische Bischof erklärte, dass solche Zeremonien oft den legitimen Schutz der Rechte christlicher Bürger nicht gewährleisten und Verbrechen nicht bestraft werden.

BILD: Koptischer Gottesdienst in der Clemenskirche von Münster

Angesichts der Episoden religiöser Gewalt appelliert Anba Makarios an das Gesetz und das Prinzip der Gleichheit aller Bürger, wie der ägyptische Präsident Abdel Fattah al Sisi immer wieder hervorhebt.

In den letzten Tagen hatten auch andere Vertreter koptischer Gruppen die traditionellen „Versöhnungszeremonie“ im Fall der jüngsten Gewalt gegen koptische Christen in Demshaw Hashem abglehnt.

In dem Dorf verhaftete die Polizei 19 Personen, die verdächtigt wurden, die Häuser koptischer Christen angegriffen zu haben. Auslöser der Übergriffe war ein Gebet in einer angeblich ohne Baugenehmigung errichteten Kirche, die von den Behörden noch nicht „anerkannt“ wurde. 

Bei den „Versöhnungszeremonien“ handelt es sich um öffentliche Versammlungen, die von den lokalen Behörden veranstaltet werden, um die Mitglieder der verschiedenen Religionsgemeinschaften nach Zusammenstößen zu öffentlichen Gesten der Versöhnung zu bewegen.

Quelle: Fidesdienst


Unionsfraktions-Chef Kauder ist besorgt über Christenverfolgung weltweit

Die überkonfessionelle christliche Organisation Open Doors hat am heutigen Mittwoch (7.1.) ihren jährlichen Bericht über die Christenverfolgung in aller Welt vorgelegt. Kundgebung Irak-Syrien in Frankfurt 2014

Dazu erklärt der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder:

„Die Verfolgung von Menschen allein wegen ihrer Religionszugehörigkeit nimmt in vielen Regionen der Welt immer dramatischere Formen an. Der Bericht von Open Doors belegt dies am Beispiel der Christen erneut in aller Deutlichkeit.

Es ist allein schon eine bedrückende Nachricht, dass momentan 100 Millionen Christen allein wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Erschütternd ist die Feststellung, dass der Grad der Verfolgung noch zugenommen hat und Christen in noch mehr Regionen der Welt Opfer von Unterdrückung und Gewalt geworden sind.

Deutschland und Europa, aber auch die gesamte Weltgemeinschaft müssen noch stärker als bisher den wachsenden religiösen Fanatismus ächten. Religiöser Hass entwickelt sich immer mehr zu einer Geißel der Menschheit und zu einer Bedrohung des Friedens.

Die Gemeinschaft der freiheitlichen Staaten und alle Religionsgemeinschaften müssen zusammenstehen, damit die Gewalt aus religiösen Gründen nicht noch weiter zunimmt. Es gibt bereits hierzu erste Ansätze zur Ächtung durch die Spitzen verschiedenster Religionsgemeinschaften.

Christenverfolgung vor allem durch Islamisten-Terror

Der Bericht von Open Doors stellt fest, dass die Christen vor allem Opfer des islamistischen Extremismus sind. Dies beobachten wir seit Jahren mit wachsender Sorge. 0

Wir müssen aber auch immer sehen, dass gerade im vergangenen Jahr im Irak oder Syrien, aber auch im Jemen oder Pakistan immer öfter Muslime Opfer des islamistischen Terrors geworden sind. Religiöse Verfolgung, die Christen seit Jahrzehnten zusetzt, müssen nun auch hundertausende Muslime erleiden.

Die Verfolgung aus religiösen Gründen hat auch immer mehr Folgen für Deutschland. Viele Menschen kommen in unser Land, um Zuflucht zu suchen. Es sind Menschen, die in ihren Heimatländern vielfach um ihr nacktes Leben fürchten mussten.

Es sind Christen, aber auch zum Beispiel Jesiden oder Schiiten aus dem Irak. Als ein christlich geprägtes Land müssen wir sie aufnehmen und sie möglichst  schnellstmöglich integrieren.

„Den Menschen in ihrer Heimatregion helfen“

Wir müssen aber auch unsere Anstrengungen verstärken, den Menschen in den Regionen besser zu helfen. Die Meisten wollen die Region, aus der sie stammen, nicht verlassen, sondern suchen vor Ort nach einer Perspektive.

Hier ist besonders die UN-Flüchtlingshilfe gefragt, aber auch die EU, von der in diesem Zusammenhang im letzten Jahr zu wenig zu hören war. Aber auch Deutschland muss sich hier nachhaltig engagieren.

Die deutsche Politik muss alles tun, um der Religionsfreiheit in diesem Jahr einen noch höheren Stellenwert zu geben. Die Glaubensfreiheit ist das Menschenrecht, das momentan am meisten in Gefahr ist.“


Wissenschaft und Statistik belegen: Religiöser Glaube ermutigt zu Kinderreichtum

„Ohne Religion mangelt es an Kindern“

Seit langem ist statistisch bekannt, daß Katholiken im Durchschnitt mehr Kinder bekommen als Protestanten – und diese wiederum kinderreicher sind als Konfessionslose.

Offenbar gilt hierbei eine bewährte Lebensregel: Je stärker der Glaube, desto fruchtbarer die Familien.

Vorigen Sonntag führte der Nachrichtensender „n-tv“ online ein Interview mit Dr. Michael Blume aus Jena.  P1000834

Der Religionswissenschaftler hat sich 10 Jahre lang mit der Frage befaßt, wie sich der Glaube auf die Geburtenrate einer Gesellschaft auswirkt.

Ergebnis: Ohne Religion mangelt es an Kindern.

In seinem Buch „Religion und Demografie“ hat er ausführliche Ergebnisse seiner Forschungen veröffentlicht.

Gegenüber „n-tv“ erklärt er hierzu:

„Es gibt viele Religionsgemeinschaften, die über Jahrhunderte hinweg kinderreich geblieben sind.“  

Anders sieht es mit verweltlichten bzw. glaubensfernen Bevölkerungen aus:

„Im Gegensatz dazu finden wir in Geschichte und Gegenwart kein einziges Beispiel für eine nichtreligiöse Gemeinschaft, die es geschafft hätte, auch nur ein Jahrhundert lang zwei Kinder pro Frau zu halten.

Das ist die Grenze, die für eine stabile Population benötigt wird. Wir sehen außerdem, dass diese Schere auch mit steigender Bildung aufgeht: Religiöse Akademiker haben deutlich mehr Kinder als nichtreligiöse.“

Der Sender stellt sodann die Frage: „Dass wir in Deutschland ein Nachwuchsproblem haben, ist offenkundig. Liegt das daran, dass die Religion – zumindest die institutionalisierte  –  hier auf dem absteigenden Ast ist?“ m

Dr. Blume erklärt hierzu, „säkulare Gesellschaften“ könnten durch eine „gute Familienpolitik“ zwar erreichen, daß die Geburtenraten „nicht allzu stark absinken“. Aber auch dann werde „die benötigte Erhaltungsgrenze“ nicht überschritten.

„Wir verebben mitten im Wohlstand“

Er fügt hinzu: „Aber generell lässt sich schon sagen, dass die Säkularisierung eine Teilerklärung dafür ist, warum auch in Deutschland die Geburtenrate seit Jahrzehnten unter zwei gefallen ist. Seit 1971 sterben bei uns mehr Menschen, als noch geboren werden. Wir verebben mitten im Wohlstand.“

Auf die Frage, warum gerade gläubige Menschen deutlich mehr Kinder bekommen, antwortet der Religionswissenschaftler:

„Es sind im Grunde zwei Sachen: Zum einen können wir sehen, dass der gemeinsame Glaube an höhere Wesen eine Kooperation nach Regeln fördert.

Ein Beispiel: Wenn ich glaube, dass es zu Gottes ersten Worten in der Bibel gehört, wenn er sagt: „Seid fruchtbar und mehret euch“, dann spielt es für religiöse Menschen eine Rolle, dass wir den Auftrag haben, eine Familie zu gründen und kinderreich zu sein.

Zum anderen ist da die Motivation. Wenn wir als Menschen nicht nur vor uns hinleben, sondern uns wirklich einer Sache verschreiben wollen, brauchen wir tiefe religiöse Überzeugungen. Und das beides zusammen bewirkt diesen ganz starken Effekt.“

Quelle und vollständiges Interview mit Dr. Blume hier: http://www.n-tv.de/wissen/Ohne-Religion-fehlt-es-an-Kindern-article13469356.html


Kirche/Staat: Kretschmanns Wunschkirche nach rotgrünem Muster

Mathias von Gersdorff

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Europarlamentarier Sven Giegold  –  beide von Bündnis 90 / Grüne  – haben am 6. Juni 2014 der Öffentlichkeit ihre „Religionspolitischen Thesen“  präsentiert. stuttgart 009a

Im Thesenpapier bekennen sie sich zu einem „kooperativen Verhältnis“ zwischen Staat und den Kirche und lehnen einen laizistischen Staat, der nichts von Kirche und Religion wissen, entschieden ab. 

FOTO: Mathias von Gersdorff als Redner bei der Stuttgarter Elternrechts-Demonstration

Die Grünen sind dabei, ihr Verhältnis zu den Kirchen zu definieren. Die Kommission „Weltanschauungen, Religionsgemeinschaften und Staat“ wurde vom Bundesparteivorstand dazu gebildet.

Der Appell Kretschmanns und Giegolds steht im scharfen Kontrast zu manchen Strömungen bei den Grünen, die sich einen Laizismus nach französischem Vorbild wünschen.

Wer die heftigen Auseinandersetzungen rund um den „Bildungsplan 2015“ verfolgt hat, wundert sich möglicherweise, wenn er hört, Kretschmann wolle eine gute Kooperation zwischen Kirche und Staat fördern.

Laut Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung haben die Kirchen auf das entsprechende Arbeitspapier praktisch keinen Einfluß gehabt, während die Überlegungen mancher Lobbygruppen nahezu wörtlich übernommen worden sind.

Die Kirchen als sinnstiftende Gemeinschaften… 

Dennoch betont Kretschmann stets, er sei katholisch. Außerdem ist er Mitglied des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“. Überhaupt ist die Überlegung bei manchen Grünen, ein besseres Verhältnis zu den (christlichen) Kirchen, anzustreben, nicht ganz neu. Immer wieder flackerte die Diskussion auf, wenn über mögliche Koalitionen mit der Union diskutiert wurde. Jesus am Kreuz - Dom St Peter

Kretschmann und Giegold befürworten durchaus eine starke Einmischung der Kirchen in das öffentliche Leben Deutschlands. Keineswegs sollen sie sich in das rein Private zurückziehen. Sie sollen sogar den Staat kritisieren und ihn so vor „Allmachtsphantasien“ bewahren.

Der Staat soll die Kirchen als Teil der Zivilgesellschaft ansehen und sogar fördern, um die Religionsfreiheit zu gewähreisleisten. Die Kirchen sollen als wichtige sinnstiftende Gemeinschaften angesehen werden, die nicht nur positiv die Gesellschaft prägen können, sondern auch auf den Transzendenzbezug des Menschen hinweisen.

Der Laizismus wird stark angegriffen: „Der Laizismus ersetzt hingegen tendenziell Religion durch Zivilreligion und maßt sich damit an, den Freiheitsraum der Bürger_innen ganz oder teilweise schon auszugestalten. Die extremste Spielart einer solchen Zivilreligion ist der Nationalismus.“

Dieses Wohlwollen den Kirchen gegenüber bedeute allerdings nicht, daß „die Standpunkte und Lebensäußerungen der Religionsgemeinschaften für uns nicht sakrosankt oder unkritisierbar sind.“

Der Teufel steckt im Detail…

Im zweiten Teil des Thesenpapiers erläutern Kretschamnn und Giegold, wie sie sich nun die Kooperation zwischen Kirche und Staat vorstellen. Hier erkennt man die wahre Stoßrichtung des Papiers.

So wird gefordert, daß die sogenannten Stillen Feiertage, also kirchliche Feiertage wie etwa Karfreitag, die einen besonderen Schutz genießen und an denen beispielsweise keine Tanzveranstaltungen stattfinden dürfen, abgeschafft werden. pic_526a50cce0863

Das kirchliche Arbeitsrecht sollte nach Ansicht von Kretschmann und Giegold gelockert werden: „Wir setzen uns als Christen in unseren Kirchen dafür ein, daß eine lesbische Ärztin oder ein geschiedener wiederverheirateter Erzieher sehr wohl in kirchlichen Einrichtungen arbeiten können, weil wir der Überzeugung sind, daß ihre Mitarbeit den kirchlichen Verkündigungsauftrag nicht in Frage stellt.“

Da sie der Überzeugung sind, der Islam gehöre zu Deutschland, fordern sie die Einführung des islamischen Religionsunterrichts in den Regelschulen, auch im Hinblick auf die „Verbreitete Angst vor dem Islam“. Der Blasphemieparagraph 166 StGB sollte abgeschafft werden.

Auffällig an diesen Forderungskatalog ist die Tatsache, daß gerade in diesen Punkten das Christentum in Deutschland in der Lage ist, auf Konfrontation zum modernen Zeitgeist zu gehen. Gotteslästerungen führen regelmäßig zu wütenden Protesten. Die ganzen Themengebiete Homosexualität, sexuelle Vielfalt, Gender-Theorie widersprechen dermaßen der kirchlichen Lehre und dem christlichen Menschenbild, daß sich hier eine tiefe Kluft zwischen Christentum und „Welt“ aufreißt.

Dem Zeitgeist unterordnen?

Wenn diese Inhalte zudem Bestandteil des Schulunterrichts werden sollen, kommt es zu Protesten, wie sie in Baden-Württemberg schon seit Monaten stattfinden. Und das kirchliche Arbeitsrecht ist ein Signal an den Staat, daß manche ihrer Gesetze eben nicht mit dem Christentum konform sind, wie beispielsweise die staatliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. kleines-rituale

Würden sich die christlichen Kirchen auf diese Forderungen einlassen, so würden sie sich endgültig dem Zeitgeist unterordnen. Nicht nur ihr Profil, sondern auch ihre Substanz wäre verloren.

Solche Kirchen hat es schon gegeben. So ließ Stalin die Orthodoxe Kirche in der Sowjetunion wieder aufleben, nachdem sie von dem Geheimdienst KGB unterwandert wurde. In der DDR waren weite Teile der Evangelischen Kirche dem kommunistischen Staat ergeben.

Was Kretschmann im Grunde anstrebt, sind Kirchen, die vielleicht mal Kritik üben, sich aber der geltenden Staatsideologie anpassen. Für die Grünen gehört die Gender-Ideologie (sexuelle Vielfalt usw.) zum Kern ihrer Staatsdoktrin.

Weil Kretschmann eben diese Auffassung vertritt, fällt es ihm nicht schwer, auf der einen Seite eine „Kooperation zwischen Kirche und Staat“ hochzupreisen, auf der anderen Seite die Gegner des „Bildungsplanes 2015“ zu bekämpfen. Die letzteren gehören nämlich zu denjenigen Christen, die noch der Überzeugung sind, in gewissen Fällen müsse man kämpfen und in scharfer Konfrontation zum Staat gehen.

Solche Christen mag Kretschmann nicht. Christen sollen für die Abschaltung der Atomkraftwerke, für die Abrüstung oder für die Gleichberechtigung der Frauen in der Dritten Welt kämpfen, aber nicht gegen die Einführung eines Homo-Unterrichts im ersten Grundschuljahr.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist, Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und betreibt das Webmagazins „Kultur und Medien heute“

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“

2. Foto: Bistum Regensburg