KITA-FREI ist die Zukunft der Familie

Von Christa Meves

Ein neues Blümchen wagt sich neuerdings in Deutschland aus der Verbannung: Es gibt hierzulande eine Pflanzenart, die sich mit einem kräftigen Stängelchen und neuen Knospen hervorwagt: „Kitafrei“ heißt das Pflänzchen, und es hat folgende Aufgabe: Junge Mütter schließen sich zusammen und wollen ihre Babys und Kleinkinder in eigener Regie erziehen – eben kitafrei.

Sie nehmen die lange Latte der wissenschaftlichen Ergebnisse ernst, durch die längst herausgefunden wurde, dass die meisten Ursachen seelischer oder auch psychosomatischer Krankheit im Erwachsenenalter in der frühen Kindheit liegen. Erfahrene Kindertherapeuten zogen daraus den Schluss: Das Unaufgebbarste, das Allernotwendigste für ein neugeborenes Kind ist eine langjährige Phase der Nähe zu seiner leiblichen Mutter.

Ich rief deshalb bereits seit 1970 die Gefahr der frühen Trennung zwischen Mutter und Kind in die Öffentlichkeit hinein; denn das ließ sich erkennen, nachdem es ähnlich wie im Osten auch im Westen immer mehr zur Gepflogenheit wurde, dass die jungen Mütter rasch wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten.

Aber das Unruhigwerden der Kinder, die Gegebenheit, dass sie heute nun in immer größerer Quantität seelische Störungen entwickeln, ließ sich in der Praxis schon bald konstatieren, führte aber in der Öffentlichkeit zu nichts weiter als dazu, dass die Psychologie auf der Universität zu einem überlaufenen Massenfach wurde und die Bürgermeister nur Geld bekamen, wenn sie Kitas einrichteten.

Und viele, viele andere Maßnahmen, die diese berechtigte natürliche Vorstellung der jungen Mütter, ihre Babys und Kleinkinder selbst zu betreuen, immer mehr untergruben, öffneten einem unglücklich machenden Trend Tür und Tor.

Dabei hatten wir in unserem Freundeskreis, der seit 1981 regelmäßig Tagungen, meist auf der Burg Rothenfels, durchführte und ab 1996 zum Verein Verantwortung für die Familie aufgestockt worden war – sogar bereits unter dem Titel „Mutter als Beruf“ eine Resolution zur realistischen Gestaltung einer neuen Familienform im industriellen Zeitalter als ein neues Lebensmodell für junge Familien ausgearbeitet und 1986 ans Bundespräsidialamt nach Bonn und im Jahr 2002 sogar mit fast 10.000 Unterschriften – allerdings abermals gänzlich erfolglos – dem Familienministerium in Berlin übermittelt.

Denn jetzt, nach der Wende und der Übernahme der Regierungsverantwortung durch Gerhard Schröder (SPD), zeichnete es sich ab, dass mit der„Lufthoheit über den Kinderbetten“ (Olaf Scholz) eine Kollektivierung der Kinder von der Geburt ab angepeilt wurde. Aber die bereits vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse über die Schwächung der jungen Generation nach kommunistischem Modell hatten in der Sowjetunion doch längst ergeben, dass das ein Untergangsmodell ist.

In dieser Resolution gaben wir aber nicht nur unserer großen Sorge über die neue Gefahr Ausdruck, sondern machten einen Vorschlag, wie auf dem Boden eines gesunderhaltenden Erziehungsmodells der Niedergang aufgehalten und mit einigen gesunden gesellschaftlichen Maßnahmen zum Positiven gewendet werden könnte. Das legten wir in einem 12-Punkte-Programm auf wissenschaftlicher entwicklungspsychologischer Basis dar.

Die wichtigsten fünf Vorschläge der Veränderungen in der Familienpolitik sollen jetzt hier noch einmal aufgeführt werden:

1) Frauen – besonders junge Mädchen und jung Verheiratete – bekommen die Möglichkeit, sich für einen neuen Beruf ausbilden zu lassen, wenn sie schwanger werden. Sie können, sobald ihre Schwangerschaft ärztlich festgestellt worden ist, in eine spezifische Berufsausbildung „Mutter als Beruf“ eintreten, die mit einem Zertifikat abschließt.

2) Nach der Geburt des Kindes erhält die Mutter den Anspruch auf ein Gehalt samt Rentenanspruch, die beide mit der Zahl der Kinder aufgestockt werden.

3) Wird das jüngste Kind 14 Jahre alt, kann sich die Mutter zur Ausbildungsleiterin für junge Mütter und andere entsprechende soziale Tätigkeiten ausbilden lassen. Analog können sie sich als Großmütter betätigen, z. B. als Adoptivgroßmutter in jungen kinderreichen Familien. Auch der Weg zu anderen Ausbildungen kann dann natürlich eingeschlagen werden, ja, bei den Bewerbungen dazu sollte „Mutter als Beruf“ ein Qualitätsmerkmal sein.

4) Zur Entlastung junger Mütter mit mehreren Kindern wird ein „Freiwilliges Familienjahr“ entsprechend dem Freiwilligen Ökologischen oder Sozialen Jahr für junge Mädchen eingeführt. Der Nachweis des freiwilligen Familienjahres kann bei der Ausbildung zur „Mutter als Beruf“ angerechnet werden.

5) Jede Frau kann aus dieser ihrer Berufstätigkeit ausscheiden und eine andere Tätigkeit ihrer Wahl ausüben.

Diese Regelungen werden die Gesellschaft qualitativ vorwärtsbringen, die Bevölkerungsimplosion aufhalten und unser Land aus der Existenzkrise herausholen.

Die Kosten sind langfristig (erst recht kurzfristig) niedriger als die Kosten, die die flächendeckende Errichtung und der Betrieb von Krippen verursachen, und sie können einer weiteren Überlastung des Gesundheitswesens entgegenwirken. Da das Familien-Modell psychisch intakte, handlungs- und demokratiefähige Menschen hervorzubringen verspricht, ist es, wenn man Zukunft des christlichen Abendlandes will, alternativlos und bedeutet eine fundamentale Einsparung.

Wir haben nicht mehr viel Zeit. Die Zahl der Eltern, die sich gegen den Trend wehren, beginnt unter dem Druck der Öffentlichkeit zu klein zu werden, obgleich es doch noch heute eine ganze Anzahl tapferer Eltern gibt. Sie bringen oft große Opfer, um ihre Kinder allein und mithilfe der Familie großzuziehen. Und das hat sich natürlich fast regelmäßig mit allerbesten Ergebnissen im Erwachsenenalter ausgezahlt. (Einmal wieder befanden sich in meiner Weihnachtspost eine Vielzahl von Berichten darüber – mit Fotos von Müttern und Vätern, die ihr Glück mit diesen erwachsenen Söhnen und Töchtern ausstrahlten.)

Für die Mitglieder der neuen Bewegung „Kitafrei“ werden sich ebenfalls solche Prognosen erstellen lassen.

Zwar sind den Familien – durch die Politik der Regierung – in den vergangenen 20 Jahren immer mehr erschwerende Knüppel zwischen die Beine geworfen worden, und doch ist der neu zusammengeschlossene Widerstand heute – trotz später Stunde – eine neue Hoffnung. Denn grundsätzlich hat die Wahrheit, die in der Schöpfung unseres Gottes ruht, einmal mehr den längeren Atem vor der Lüge mit all ihren so bitter traurigen Resultaten gezeigt.

Die Bestseller-Autorin Christa Meves leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

 


Strategie gegen Mütter: Von der Teilzeit-Chance zur „Teilzeitfalle“

Von Birgit Kelle (Leiterin von Frau 2000plus)

Vollzeit, Teilzeit – ich würde mal sagen: Macht mal Halbzeit!   –  In der Debatte um die Rechte von Müttern, die nach der Kinderpause (Pause, auch so ein Begriff wie übrigens auch Erziehungsurlaub  –  als würde man Pause machen oder Urlaub, wenn man den ganzen Tag mit kleinen Kindern beschäftigt ist) wieder in den Beruf einsteigen wollen, hat sich erneut eine Kehrtwende vollzogen.

Birgit Kelle

Birgit Kelle 

Kämpfte man noch vor wenigen Jahren darum, dass Mütter ein RECHT AUF TEILZEIT bekommen, damit sie nicht gleich Vollzeit wieder einsteigen müssen und so die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie auch mit kleinen Kindern hinbekommen, so hat sich heute das Blatt gewendet.

Einen Anlass gibt es dazu eigentlich nicht. Nach wie vor bestätigen alle Umfragen, auch die des Familienministeriums selbst, dass Mütter und Väter gerne mehr Zeit mit den Kindern verbringen wollen, dass sie möglichst erst Teilzeit wieder einsteigen wollen, um das Stück für Stück weiter auszubauen, wenn die Kinder eigenständiger und älter werden.

Jetzt haben sich allerdings Arbeitsministerin von der Leyen und Familienministerin Schröder zusammen getan und fordern das RECHT AUF VOLLZEIT für Mütter, die wieder in den Beruf einsteigen wollen. Gerne wird dabei von der „Teilzeit-Falle“ geredet, die man überwinden müsse. Gemeint ist die Tatsache, dass Frauen, die Teilzeit erwerbstätig sind, zu wenig Rentenansprüche erwerben und damit in die Altersarmut rutschen.

Merken Sie etwas? Auch hier wird stringent das Schema durchgezogen, Altersarmut könne nur durch mehr Erwerbstätigkeit gelöst werden, nicht etwa durch Honorierung auf anderem Wege.

Wieder mal ein Schelm, der Böses dabei denkt. Warum fordert man eigentlich etwas, was die meisten Mütter gar nicht wollen? Wem nützt es? Den Müttern jedenfalls nicht.

Aber es passt natürlich ins Schema. Wenn wir jetzt den Rechtsanspruch auf der Krippenplatz haben, dann sollen die Mütter auch gefälligst wieder Vollzeit erwerbstätig sein. Irgendjemand muss ja mit seinen Steuern die Kosten für die Krippenbetreuung wieder reinholen.

Lesen Sie dazu den folgenden Beitrag in der FAZ „Frauen in der Falle“ – ein Ausschnitt:

„Kanzlerin Angela Merkel wirbt vor Arbeitgebern und Gewerkschaften für ein familienfreundlicheres Arbeitsleben. Anders als ihre Ministerinnen für Arbeit und Familie, Ursula von der Leyen und Kristina Schröder, macht sie sich jedoch nicht den SPD-Vorschlag zu eigen, Teilzeitbeschäftigten einen Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit zu gewähren. Von der Leyen und Schröder wollen damit (nach der Wahl) Mütter „aus der Teilzeitfalle“ holen. Doch neuer Zwang führt nicht ans Ziel.“

Den ganzen Beitrag finden Sie hier: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/familienpolitik-frauen-in-der-falle-12111904.html