Andreas Englisch beim Kaffeesatzlesen in Rom

Von Felizitas Küble

Unter dem enthüllungsschwangeren Titel „Wer die wahren Feinde von Papst Franziskus sind“ berichtet NEWS-online über die neuesten Mutmaßungen von Andreas Englisch: https://www.news.at/a/papst-franziskus-feinde-11967823

Das Interview der österreichischen Illustrierten mit dem Vatikanreporter und BILD-Journalisten erschien zwar am 1. April, ist aber ernst gemeint, obwohl manches daraus sich eher als Aprilscherz eignen würde.

Englisch hat schon früher gerne den Eindruck erweckt, als habe er einen besonderen Einblick hinter die Kulissen des Vatikan und einen optimalen Durchblick bei der Einschätzung von Päpsten und ihrer Persönlichkeit.

So ergab es sich, daß er Papst Johannes Paul II. gerne in den Himmel lobte, wogegen er Papst Benedikt vor allem moraltheologisch sehr skeptisch kommentierte und bereits zu dessen Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation als erzkonservativen und lebensfremden Gelehrten ins Eck stellte.

Natürlich fühlt sich der Buchautor jetzt dazu berufen, Papst Franziskus gegen seine vermeintlichen „Feinde“ im Vatikan zu beschützen. So schreibt News im Vorspann zum Englisch-Interview wörtlich: „Die komplette Kurie arbeitet gegen Papst Franziskus.“

Ganz in diesem Sinne bzw. Unsinne hat der fliegende Vatikan-Korrespondent nun ein Buch namens „Der Pakt gegen den Papst“ herausgebracht. Aufregende Titel versprechen Verlag und Autor eine erfolgreiche Auflage und vielleicht wochenlange Mediendiskussionen über diese Neuerscheinung.

NEWS erklärt, Andreas Englisch enthülle in seinem Interview, „was wirklich hinter dem Verbot der Segnung homosexueller Paare steht“, denn der Vatikan sei derzeit nichts weniger als der „Schauplatz eines kalten Krieges“, von Osterfrieden demnach keine Spur.

Gleich eingangs sagt der Rom-Reporter der Zeitung: „In diesen Wochen erleben wir einen sensationellen Kampf zwischen dem Papst und seinen Gegnern.“

Es geht also rund hinter den dicken Mauern des Vatikan.

Stellt sich nur die Frage, warum das Responsum mit dem Verbot der Segnungen von Homo-Partnerschaften mit ausdrücklicher Zustimmung des Pontifex erschienen ist.

Aber Englisch scheint Papst Franziskus für ein ausgekochtes Schlitzohr zu halten, das um zehn Ecken herum denkt. Nicht weit von Verschwörungstheorien entfernt, läßt uns der umtriebige Enthüllungsjournalist nämlich wissen:

„Was ist, wenn die Konservativen zu ihm gekommen waren und sagten: Wir wollen draufhauen. Keine Segnungen mehr gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Was ist, wenn der Papst gedacht hat:

Lass sie doch, ich unterschreibe das nicht, aber ich stoppe sie auch nicht, denn das wird zu der größten Solidaritätsbekundung von Priestern mit Homosexuellen auf der ganzen Welt führen? Die Konservativen werden mit diesem Verbot eine sensationelle Niederlage einfahren, und genau so ist es gekommen.“

Der bekannte Kaffeesatzleser vergißt bei seiner steilen These aber eine „Kleinigkeit“:

Papst Franziskus hat die Glaubenskongregation mit ihrem Responsum nicht etwa nur gewähren lassen, er hat sie keineswegs nur nicht gestoppt, sondern er hat der Veröffentlichung des Segnungs-Verbots ausdrücklich zugestimmt.

Zweitens konnte der Papst wohl nicht im vorhinein wissen, daß es in großen Teilen der katholischen Welt zu einer derartigen Protestwelle gegen das vatikanische Dokument kommen wird, woran sich in Deutschland sogar die Mehrheit der katholischen Oberhirten mehr oder weniger deutlich mitbeteiligt hat, wobei Bischof Bätzing als Vorsitzender der Bischofskonferenz besonders antirömisch und dreist hervortrat.

Im übrigen kam das Responsum aus Rom nicht überraschend, vielmehr wurde lediglich die bisherige Linie bekräftigt. Das gilt auch für „Amoris laetitia“. Darin schrieb Papst Franziskus: „Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“ (AL 251).

Wohlgemerkt: „…auch nicht in einem weiteren Sinne„, was einen Segen für Homo-Partnerschaften ausschließt.

Andreas Englisch ist außerdem selber ein Mensch mit seinen (scheinbaren) Widersprüchen:

Während er in dogmatischer und sexualethischer Hinsicht sehr progressiv unterwegs ist und die Konservativen in und außerhalb des Vatikan gerne als vorgestrige Dunkelmänner kennzeichnet, ist er bei Themen wie „Mystik“ (was er darunter versteht) und Wundern aller Art ausgesprochen leichtgläubig zugange.

So hat er es Papst Benedikt schwer übel genommen, daß dieser in puncto „Privatoffenbarungen“ sehr nüchtern und zurückhaltend dachte und des öfteren betonte, daß die göttliche Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist, was freilich nicht seine Privatmeinung war, sondern amtliche kirchliche Lehre seit jeher. Doch Englisch fühlte sich mit seiner überquellenden Neigung zur Wundergläubigkeit von dieser päpstlichen Besonnenheit nicht sonderlich angesprochen.

Diese kuriose Haltung fiel uns schon vor 9 Jahren auf – siehe hierzu unser Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2012/04/17/andreas-englisch-uber-papst-benedikt-und-seinen-vorganger-den-%e2%80%9ejahrtausendpapst/


USA: Biden reagiert auf Kritik überfordert

Von Felizitas Küble

Der neue US-Präsident Joe Biden scheint eine Lichtgestalt zu sein, zumindest der Start in eine bessere Ära nach der finsteren Ära Trump – so tönt es vielfach aus Medienmund und Politikerkreisen.

Vor allem die linksliberale Presse sieht sich nun wunderbar wertgeschätzt, schließlich ist das neue Staatsoberhaupt ideologisch einer von ihnen.

Mit Trump hingegen standen die Zeichen für viele Journalisten auf Sturm, nicht selten sagte er einigen Medienvertretern unverblümt seine abschätzige Meinung. Aber immerhin hat er sich mit ihnen gerne direkt auseinandergesetzt.

Anders Joe Biden, der zwar kein „Poltergeist“ ist, aber lieber den Kontakt zur Presse von vornherein meidet. Die „Welt am Sonntag“ (Nr. 4/2021) schreibt dazu in ihrem Bericht „Sie regieren jetzt Amerika“ auf S. 8 Folgendes: „Während seines Wahlkampfs etwa schottete sich Biden von Journalisten weitgehend ab, gab kaum Interviews.“

Wenn es doch einmal zu kritischen Fragen kommt, reagiert er bisweilen sehr ungehaltenund das bereits im Kandidaten-Vorwahlkampf.

Als Biden z.B. im Dezember 2019 bei einer Bürger-Fragerunde auf dubiose Geschäfte und ukrainische Auslandskontakte seines Sohnes Hunter angesprochen wurde, beleidigte er den Fragesteller, einen 83-jährigen Landwirt: „Sie sind ein verdammter Lügner, Mann.“. Als dieser erkärt, er werde ihn nicht wählen, erwiderte Biden: „Ich wusste, dass Sie mich nicht wählen werden, Mann, Sie sind zu alt.“

(Quellen: https://www.faz.net/aktuell/politik/von-trump-zu-biden/joe-biden-beschimpft-in-iowa-waehler-als-luegner-16522002.html und hier: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.joe-biden-bezeichnet-mann-als-luegner-ist-er-zu-hitzig-um-us-praesident-zu-werden.fd09546d-e9f7-4fee-ae35-34f0817dc7a0.html)

Als Biden jetzt zu Beginn seiner Präsidentschaft am 21.1.2021 in einer Konferenz mit der Frage eines Reporters konfrontiert wurde, ob sein Ziel von 100 Millionen Impfungen in 100 Tagen nicht zu niedrig gesteckt sei, schimpfte er nicht nur drauflos („…Komm schon, Mann, mach mal halblang“), sondern stand auf und verließ die Sitzung nach dieser einzigen und zudem eher harmlosen Frage.

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ROG über China: Kommunistische Diktatur strebt nach weltweitem Medien-Einfluß

Pressemeldung von ROG (Reporter ohne Grenzen):

China will mit Milliardenmitteln eine „neue Weltordnung der Medien“ schaffen. Im Rahmen einer langfristigen Strategie bauen Regierung und Kommunistische Partei dazu ihre Auslandsmedien aus, kaufen Anteile an Medien in anderen Ländern und bilden Tausende Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt zu pro-chinesischen Multiplikatoren aus.

Gegen kritische Journalist/innen gehen sie auch im Ausland mit Verleumdung, Druck und Drohungen vor. Ein ausführlicher Bericht von Reporter ohne Grenzen zeigt nun auf, wie systematisch und erfolgreich die kommunistische Regierung unter Staats- und Parteichef Xi Jinping nach weltweiter medialer Hegemonie streben. (Bericht als PDF: https://ogy.de/wwht)

„Unter Präsident Xi sind Medien in China nur als Erfüllungsgehilfen der staatlichen Propaganda erwünscht“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Um ihre totalitäre Vision handzahmer, aus Peking gelenkter Medien auch international durchzusetzen, sind der chinesischen Führung alle Mittel recht. Chinas Streben nach weltweiter medialer Dominanz ist eine konkrete Gefahr für demokratische Länder.“

Chinas Ziel einer neuen Weltordnung der Medien erregt im Ausland zwar weniger Aufsehen als das Megaprojekt „Neue Seidenstraße“, ist aber ähnlich ambitioniert. Nach den Olympischen Spielen in Peking 2008 stellte das Regime für seine internationale Medienstrategie sechs Milliarden Euro für zehn Jahre bereit. Später soll diese Summe auf 1,3 Milliarden Euro pro Jahr aufgestockt worden sein.

Der staatliche Fernsehsender China Global Television Network (CGTN) ist inzwischen in mindestens 140 Ländern zu empfangen und produziert an großen Standorten in Afrika, Amerika und Europa maßgeschneiderte Programme für die jeweiligen Märkte. Ausländische Fernseh- und Radiosender wie BBC, Voice of America und das französische TV5 sind dagegen in China nur in Luxushotels erlaubt. Zuletzt eröffnete CGTN im Dezember in London einen zentralen Produktionsstandort für Europa mit 90 Mitarbeiter/innen.

Während in China die Freiräume auch für ausländische Korrespondentinnen und Korrespondenten immer kleiner werden und die Regierung nur sehr zurückhaltend Akkreditierungen vergibt, will die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua die Zahl ihrer Auslandsbüros bis zum kommenden Jahr auf 200 erhöhen.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping macht keinen Hehl daraus, dass er Demokratie und Menschenrechte wie die Pressefreiheit für feindliche, vom Westen aufgezwungene Konzepte hält. Journalistinnen und Journalisten haben sich aus seiner Sicht der Führung und den Zielen der KP unterzuordnen.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/china-strebt-nach-weltweiter-medien-hegemonie/


Deutscher Reporter Billy Six ist endlich frei

Nach fast vier Monaten Haft im sozialistischen Venezuela ist der deutsche Journalist Billy Six in Freiheit. Nach Auskunft der regierungskritischen Organisation Espacio Público hat er die Auflage erhalten, sich alle 15 Tage bei den Behörden zu melden.

Außerdem darf er demzufolge seinen Fall nicht mit Journalisten diskutieren. Espacio Público forderte auf Twitter zudem die „volle Freiheit“ für Six. Auch die Pressegewerkschaft SNTP bestätigte auf Twitter die Haftentlassung.

Six, der auch für die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ immer wieder aus Krisengebieten berichtete, war seit dem 17. November 2018 in Haft. Ihm wurden Spionage, Anstiftung zur Rebellion und Übertretung von Sicherheitszonen vorgeworfen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mußte sich zuletzt immer wieder Vorwürfen erwehren, er habe sich nicht entschieden genug für die Freilassung eingesetzt habe.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2019/deutscher-journalist-billy-six-in-freiheit/


Das neue Buch von Matussek ist spannend und herzerfrischend

Rezension von Cordula Mohr

Buch-Daten: Matthias Matussek. White Rabbit Oder der Abschied vom gesunden Menschenverstand, FBV Finanz Buch Verlag, Edition Tichys Einblick, 318 Seiten 
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Der bekannte Schriftsteller Matussek widmet sein neustes Buch „Allen, die mir zur Seite gestanden haben“. Sobald man das Buch zu Ende gelesen hat, versteht man sehr wohl, was er damit genau meint.
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Das Buch White Rabbit (= Weißes Kaninchen) ist aktueller denn je – sowohl in politischer Hinsicht wie auch in bezug auf Matussek persönlich.
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Am Anfang des spannend geschriebenen Buches äußert er große Sympathien für den britischen Schriftsteller Chesterton und schildert die Lebensbiographie des überzeugten Katholiken, der in Deutschland vor allem als Autor von „Pater-Brown“-Geschichten bekannt – und verfilmt  –  wurde.
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Matuessek selbst fährt zu einem amerikanischen Kongress der Chesterton-Anänger und erlebt dort viel Aufregendes, sogar einen kurzen Aufenthalt im Gefängnis, weil man bei ihm – allerdings medizinisch verordnetes – Marihuana gefunden hatte.
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Nach diesem teils amüsanten Kapitel wendet er sich dem deutschen Journalismus zu, wie er ihn einst kannte und wie er heute dasteht – nämlich entstellt und manipuliert, nicht zuletzt von der Homosexuellenlobby, die es darauf absieht, möglichst viele nicht-linke Persönlichkeiten als „homophob“ zu verunglimpfen.
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Er selbst wurde wegen eines kritischen Artikels  zu diesem Thema von Kollegen ausgegrenzt. Er nennt in seinem Buch dazu Roß und Reiter. Das war der Beginn einer Diffamierungskampagne gegen ihn, die noch weitere Kreise zog.
Weitere Kapitel beschreiben Matusseks Journalistentätigkeit aus den vergangenen Jahren. Seine WM-Fussball-Reportagen aus Argentinien sind originell und spannend geschrieben.
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Immer wieder werden Ansichten von Chesterton  – er nennt ihn den „Matador des freien Willens und des gesunden Menschenverstands“ –  eingestreut. Die Frage, was würde der britische Autor wohl zu dieser oder jener Situation sagen, wird von Matussek öfter gestellt.
Die Grenzöffnung 2015 und ihre verfehlte Willkommenkultur, Wahlkampfbegleitung, Netzwerkdurchsuchungsgesetz, Griechenlandkrise und eine Buchempfehlung zum französischen Romancier Jean Raspail und seiner rabenschwarzen Dystopie (Negativ-Utopie) von 1973 sind weitere Themen, die amüsant und etwas spitzbübisch aufgegriffen werden.
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Die letzten Buch-Kapitel sind geprägt von der Schilderung, wie seine Journalistenkollegen Poschardt und Peters seinen Stuhl beim „Spiegel“ absägen.
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Auf S. 233 beschreibt Matussek dies folgendermassen:
Dann setzte ich meinen verhängnisvollen, karrierebeendenden Post ab: „Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatte über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen.“
Dazu setzte er ein Wutsmily.
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Daraufhin folgte ein Shitstorm von Kollegenseite und Matussek wurde endgültig in der rechtextreme, homophobe Ecke gerückt.
Es folgt der Rauswurf aus der „Spiegel“-Redaktion – ein Kapitel, das spannend geschrieben ist; darin berichtet er genau, wer zu ihm gestanden hat und wer nicht.
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In dem Buch tauchen viele bekannte und auch unbekannte Journalistennamen auf. Das wäre  – neben dem englischen Titel –  mein Kritikpunkt: Der Leser kann sich in diesem Namens-Wirrwarr nicht auskennen und es wird zum Schluß schwierig, diese Kapitel zu lesen. Das wäre eher speziell etwas für Redakteure und Publizisten.
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Matussek selbst ist ein tief bodenständiger Katholik und es wird von Kapitel zu Kapitel deutlich, dass er seinen katholischen Glauben in der Medienwelt behalten und verteidigen musste und muss – ähnlich wie einst Chesterton.
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Ich empfehle, dieses Buch bald zu lesen, denn die vielen Erlebnisse und Menschen, von denen Matussek berichtet, sind interessant und teils herzerfrischend, weil man sich selbst noch gut an einige der geschilderten Situationen erinnern kann.

 


Fall Billy Six erfordert eine schnelle Lösung

Zur Inhaftierung des seit dem 17. November 2018 in Venezuela inhaftierten deutschen Journalisten Billy Six (siehe Foto), erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete und außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Paul Hampel, der früher als ARD-Auslandskorrespondent tätig war:

„Herr Außenminister Heiko Maas, ich gehe davon aus, dass Sie sich genauso wie im Falle des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel jetzt für die baldige Freilassung des in Venezuela festgehaltenen deutschen Journalisten Billy Six einsetzen.

Seit dem 17. November 2018 sitzt er dort im Geheimdienstgefängnis El Helicoide ein. Ich fordere und erwarte von allen Verantwortlichen in dieser Causa: Freiheit für Billy Six in Form einer schnellen und humanitären Lösung!

Die diffusen Anschuldigungen gegen Billy Six reichen von angeblicher Spionage, illegalem Eindringen in eine Sicherheitszone bis hin zu Devisenvergehen. Nach den mir vorliegenden Informationen scheint man jedoch nichts Konkretes gegen ihn nicht der Hand zu haben.

Diese Vorwürfe erscheinen mir auch auf Grund meiner journalistischen Erfahrungen mehr als fadenscheinig. Wenn jetzt über Billy Six in einigen deutschen Medien, so etwa im ‚Spiegel’, immer wieder – mit dem politisch-korrekten Zeigefinger – hervorgehoben wird, dass er für die rechtskonservative Wochenzeitung ‚Junge Freiheit’ schreibt, dann darf das bei der Beurteilung des Falles keine Rolle spielen.

Denn: Wenn die politische Gesinnung eines Journalisten Grundlage für mögliche oder nicht mögliche Hilfsaktivitäten ins Feld geführt wird, dann wäre das unserem gesellschaftlichen Konsens mehr als abträglich.

Darüber hinaus erwarte ich, dass beispielsweise Organisationen wie ‚Reporter ohne Grenzen‘ und auch die vor Ort tätigen NGOs alles unternehmen, um Billy Six zu helfen.

Mit Bekanntwerden der Verhaftung von Billy Six habe ich mich über diverse Kanäle bemüht, unserem Landsmann zu helfen, u. a. mit einem entsprechenden Briefappell an Außenminister Heiko Maas.

Darüber hinaus traf ich mich mit dem Botschafter von Venezuela in Berlin, um mit ihm in langen Gesprächen eine humanitäre Lösung zu erreichen. Dabei konnte ich hoffnungsvolle Verständnis-Signale zum Einlenken vernehmen. Parallel dazu halte ich über journalistische Fäden zur politischen Führung in Venezuela Kontakt mit der dringenden Empfehlung eine schnelle Freilassung des Inhaftierten zu erreichen, unabhängig von der Rechtslage.“

Der Parlamentarier Hampel kann auf mehrere Entführungsfälle verweisen, bei denen er dazu beitragen konnte, dass sie zu einem guten Ende geführt wurden, beispielsweise in Afghanistan.

 


Venezuela: Billy Six sofort freilassen!

Bis zum 2. Januar hatte der Militärstaatsanwalt im links-sozialistisch regierten Venezuela Zeit, Anklage gegen den deutschen Journalisten und Kriegsreporter Billy Six (siehe Foto) zu erheben. Das ist, wie sein Vater Edward Six dieser Zeitung mitteilte, bisher nicht erfolgt.

„Er hat es nicht geschafft, in der vorgeschriebenen maximalen Frist von 45 Tagen Beweise für eine Anklage gegen unseren Sohn zu konstruieren“, sagte der Vater gegenüber der JUNGEN FREIHEIT. „Damit muß selbst nach venezolanischem Recht Billy Six heute noch aus dem Gefängnis freigelassen werden.“

Six, der seit Jahren auch für die JF aus Krisengebieten berichtet, sitzt seit dem 17. November in dem berüchtigten Geheimdienstgefängnis El Helicoide in Caracas ein. Ihm werden Spionage, Anstiftung zur Rebellion und Übertretung von Sicherheitszonen vorgeworfen.

Er hat bisher keinen Anwalt, keinen Kontakt zur Außenwelt und keinen Besuch eines Mitarbeiters der deutschen Botschaft in Venezuela erhalten. Billy Six drohen 28 Jahre Haft.

Die Vereinigung Reporter ohne Grenzen (ROG) setzt sich für Billy Six ein und fordert seine Freilassung:

„Die hanebüchenen Vorwürfe sind ein deutliches Zeichen dafür, daß Billy Six aufgrund seiner journalistischen Tätigkeit in Haft sitzt“, äußerte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Zudem gibt es keine Grundlage dafür, ihn als Zivilisten vor ein Militärgericht zu stellen. Das ist eine grobe Verletzung der venezolanischen Gesetze und der internationalen Verpflichtungen des Landes.“

Quelle und FORTSETZUNG der Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2019/journalist-billy-six-weiter-ohne-anklage-in-haft/

 


Dt. Bischofskonferenz fordert von Relotius das Preisgeld für den „Medienpreis 2017“ zurück

Am 28.12.2018 meldete das Presseportal der DBK (Deutschen Bischofskonferenz), daß der „Katholische Medienpreis 2017“ dem Preisträger Claas Relotius aberkannt wurde. 

Relotius ist ein ehem. „Spiegel“-Redakteur, der durch seine zahlreichen erfundenen bzw.
manipulierten Artikel aufgeflogen ist.
Seine Berichte bewegten sich durchweg im Bereich der „Political correctness“ bzw. sie
entsprachen der üblichen Denkweise
in den linksliberalen „Leitmedien“.

Somit verwundert es wenig, daß der fälschungslustige Journalist nebst etlichen
weiteren Ehrungen auch den „Katholischen Medienpreis“ der Dt.
Bischofskonferenz und des „Katholischen Medienverbands“erhalten hatte.

Hier folgt die Stellungnahme von Matthias Kopp, dem Pressesprecher der Bischofskonferenz:
„Nachdem Claas Relotius am 27. Dezember 2018 über seinen Rechtsanwalt nunmehr
öffentlich zugegeben hat, den Beitrag ‚Königskinder‘
(Spiegel 9. Juli 2016) in wesentlichen Punkten
gefälscht zu haben, aberkennt die Deutsche
Bischofskonferenz
Herrn Relotius den 2017 verliehenen Katholischen Medienpreis
in der Kategorie Printmedien.

Sie wird das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro von Herrn Relotius zurückfordern. Herr Relotius hat für die Reportage am 16. Oktober 2017 den Medienpreis erhalten.“

Weitere Infos zu Relotius von Dr. David Berger: https://charismatismus.wordpress.com/2018/12/19/spiegel-reporter-faelschte-munter-drauflos/


SOS-Hilferuf der Eltern des in Venezuela verhafteten JF-Reporters Billy Six

Wir fordern die sofortige Freilassung von Billy Six!

Kurz vor Weihnachten erreichte uns per Leserkommentar ein Schreiben der Eltern von Billy Six, das Sie unter der entsprechenden Meldung lesen können: https://charismatismus.wordpress.com/2018/12/13/venezuela-sozialistisches-regime-haelt-deutschen-jf-reporter-billy-six-gefangen/  

Weil wir das Thema wichtig, ja dringlich finden und es vielen anderen Medien entweder nicht bekannt ist oder bewußt totgeschwiegen wird, veröffentlichen wir den Hilferuf der Six-Eltern nachfolgend auch als eigenen Artikel.

Vorweg sei zur Einführung erwähnt: Mitte November 2018 wurde der 32-jährige Reporter und Kriegsberichterstatter Billy Six (siehe Foto) vom links-sozialistischen Geheimdienst in Venezuela entführt und sitzt seitdem im Gefängnis „El Helicoide“ in Caracas.

Der Journalist berichtet vor allem aus gefährlichen Krisengebieten – und er arbeitet u. a. für die konservative deutsche Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

Genau dies dürfte auch der Grund sein, weshalb sich hierzulande weder „Leitmedien“ noch Politik näher für das Schicksal des politischen Gefangenen in der lateinamerikanischen Diktatur interessieren. Die Presselandschaft hüllt sich größtenteils in eisernes Schweigen.

Edward und Ute Six, die Eltern des „vergessenen“ Reporters, beschweren sich zu Recht über die Untätigkeit der Bundesregierung und bitten jeden um Hilfe auch per Öffentlichkeitsarbeit. Daher hier nochmal ihr Schreiben vom 22. Dezember:

Deutscher Journalist Billy Six braucht Deine Hilfe!

Deutsche Regierung verweigert Forderung nach Freilassung von Billy Six aus venezolanischer Gefangenschaft

Die Deutsche Regierung, namentlich Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesaußenminister Heiko Maas und Bundesinnenminister Horst Seehofer wurden persönlich von uns gebeten, sich für die Freilassung von Billy einzusetzen. Ihre Antwort lautete, sie seien NICHT ZUSTÄNDIG und verwiesen auf das Auswärtige Amt. Das Auswärtige Amt teilte uns mit, sie seien NICHT ZUSTÄNDIG und verweisen auf die Deutsche Botschaft in Venezuela.

Die DEUTSCHE BOTSCHAFT VERWEIGERT DIE FORDERUNG DER FREILASSUNG VON BILLY SIX und möchte ihn nur konsularisch betreuen. Aber selbst die konsularische Betreuung ist nach über einem Monat noch nicht gestartet worden.

Die einzige Aktivität der Deutschen Botschaft in Caracas besteht in einer einmal pro Woche versendeten „Verbalnote“ an das Venezolanische Konsulat, um eine Besuchserlaubnis zu erhalten. Selbst unsere Bitten um Zusendung dringend benötigter, lebenswichtiger Medikamente zur Behandlung von Billys Denguefieber wurden abgelehnt!

Billy Six kämpft einen einsamen Kampf aus dem Gefängnis mittels Hungerstreik

Billy Six ist am 13.12.2018 in einen Hungerstreik getreten. Bereits einen Tag später hatte er einen ersten Erfolg und durfte die Deutsche Botschaft in Caracas anrufen. Was macht die Deutsche Botschaft und das Auswärtige Amt in Deutschland? Sie boykottieren Billys Hungerstreik und setzen einen Tag später die Meldung in Umlauf, dass der Hungerstreik von Billy beendet sei.

Damit beraubten die Verantwortlichen der Deutschen Regierung Billy des einzigen Drucks im Kampf um seine Freilassung aus der ungesetzlichen Haft.
Am 22.12.2018 erhielten wir von Billy die Information, dass er seinen Hungerstreik bis Januar aussetzt und bis dahin auf eine diplomatische Lösung setzt.

Deutsche Medien ignorieren die Verhaftung des deutschen Journalisten Billy Six

Die deutschen Medien verweigern Meldungen über die willkürliche Inhaftierung des deutschen Journalisten Billy Six durch die venezolanische Regierung. Es werden im Internet bewusst Falschmeldungen über eine angeblich rechts-konservative Haltung von Billy Six in Umlauf gebracht. Diese Diffamierung führt in der deutschen Bevölkerung zu einer Lähmung vieler Menschen, sich aktiv für die sofortige Freilassung von Billy Six einzusetzen.

Wir appellieren an jeden, sich seine eigene Meinung von Billys ehrlichen, wahrheitsgetreuen, unabhängigen und authentischen Berichtserstattung zu bilden. Es ist nicht entscheidend, wo etwas publiziert wird, sondern es kommt auf den Inhalt an. Dieser Inhalt passt oft nicht in das gewünschte Weltbild und wird dann von den Leitmedien nicht veröffentlicht. Die Wahrheit kann manchmal bitter sein. Leider wird heutzutage kaum noch Wert auf die Wahrheit gelegt.

Billy Six braucht die Hilfe der ganzen Welt

Wir bitten alle Menschen auf dieser Welt, denen Völkerrechte, Menschenrechte und Pressefreiheit noch etwas bedeuten, sich aktiv und mit aller Kraft für die Freilassung unseres Sohnes und deutschen Journalisten Billy Six einzusetzen.

Das kann jeder tun, der gegen Unrecht kämpfen will:

1) Berichtet, redet, diskutiert überall von der willkürlichen Verhaftung von Billy Six durch die venezolanische Regierung
2) Unterstützt die Petition an den Deutschen Bundestag, sich aktiv für die Freilassung von Billy Six einzusetzen https://www.openpetition.de/petition/online/der-deutsche-bundestag-moege-eindringlich-auf-eine-freilassung-des-reporters-billy-six-hinwirken
3) Lest seine Publikationen und bildet euch eure eigene Meinung von Billys Recherchen in der Ukraine, in Syrien, in Ägypten, in Libyen, in Venezuela und an den vielen anderen Brennpunkten unserer Zeit http://billys-reisen.de/?page_id=114 und https://www.youtube.com/channel/UCBwzo_QHMYp5F2LHVez0dgg/videos?disable_polymer=1
4) Besucht unsere Facebook-Seite @FreeBillySix https://www.facebook.com/freebillysix/. Wir posten dort alle Informationen aktuell und veröffentlichen die letzten Neuigkeiten zur Haft von Billy Six. Helft Billy und unterstützt den Kampf um seine Freilassung mit einem „Like“

Vielen Dank für Eure Hilfe
Ute und Edward Six
(Eltern von Billy Six)


„Reporter ohne Grenzen“ fordern die Freilassung von Journalisten aus Myanmar

Reporter ohne Grenzen (ROG) startet eine Petition für die Freilassung der inhaftierten Reuters-Journalisten Wa Lone und Kyaw Soe Oo.

Die Reporter wurden vor knapp einem Jahr festgenommen, nachdem sie über ein Massaker an der muslimischen Minderheit der Rohingya recherchiert hatten. Anfang September verurteilte ein Gericht in der Stadt Yangon beide zu sieben Jahren Haft. Wa Lone und Kyaw Soe Oo haben inzwischen Berufung eingelegt.

„Die Justiz-Farce gegen Wa Lone und Kyaw Soe Oo ist unerträglich. Wir fordern die Behörden auf, die beiden mutigen Reporter sofort und bedingungslos freizulassen. Ihr einziges angebliches Verbrechen ist unabhängiger Journalismus“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr.

„Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi muss sich dafür einsetzen, dass auch über Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya frei berichtet werden darf. Ihre Regierung muss alle Gesetze ändern, die für die Einschränkung der Pressefreiheit missbraucht werden können.“

Wa Lone und Kyaw Soe Oo wurden am 12. Dezember in eine Falle gelockt: Die Journalisten waren einer Einladung von zwei Polizisten in ein Restaurant in der Stadt Yangon gefolgt. Dort gaben ihnen die Polizisten angeblich geheime Dokumente. Anschließen wurden sie festgenommen, weil sie „wichtige und geheime Regierungsdokumente“ besitzen.

Die Anklage gegen Wa Lone und Kyaw Soe Oo basiert auf einem Gesetz zu Staatsgeheimnissen aus dem Jahr 1923, mit dem das Militär den Medien noch heute signalisiert, dass es nicht Gegenstand investigativer Berichterstattung sein möchte. 

Wa Lone und Kyaw Soe Oo hatten zum Zeitpunkt ihrer Festnahme über ein Massaker der Armee an Rohingya-Zivilisten im Dorf Inn Din nahe der Grenze zu Bangladesch recherchiert. Im Februar veröffentlichte die Nachrichtenagentur Reuters ihre Recherchen.

Die Armee hat das Massaker, zu dem Wa Lone und Kyaw Soe Oo recherchierten, sogar zugegeben, sieben Soldaten wurden deshalb zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat vor allem seit Beginn der Rohingya-Krise einen Großteil ihrer internationalen Glaubwürdigkeit in Fragen der Pressefreiheit verspielt.

An der Petition können Sie sich unter https://www.reporter-ohne-grenzen.de/myanmar-petition beteiligen.