Weihbischof Andreas Laun: Predigt bei der Totenmesse für Johanna von Westphalen

Am 21. Januar 2016 verstarb unerwartet Johanna Gräfin von Westphalen (siehe Foto), Gründerin und Ehrenvorsitzende der CDL sowie Leiterin der Stiftung „Ja zum Leben“.

Ergänzend zu den im CHRISTLICHEN FORUM bereits veröffentlichten Nachrufen dokumentieren wir nun die Predigt des Salzburger Weihbischofs Dr. Andreas Laun (siehe Foto) beim Requiem (Totenmesse) für die Gräfin und danken dem Bischof für die freundliche Abdruckerlaubnis. Zunächst veröffentlichen wir die liturgischen Lesungen, die seiner Ansprache vorausgingen: portrait_westphalen-r

Jesaja 62:1-5:
Um Zions willen schweige ich nicht, und um Jerusalems willen lasse ich nicht ab, bis ihre Gerechtigkeit hervorbricht wie Sonnenglanz und ihr Heil entbrennt wie eine Fackel; bis die Heiden deine Gerechtigkeit sehen und alle Könige deine Herrlichkeit und du mit einem neuen Namen genannt wirst, welchen des HERRN Mund bestimmen wird; bis du eine Ehrenkrone in der Hand des HERRN und ein königlicher Kopfbund in der Hand deines Gottes sein wirst; bis du nicht mehr «Verlassene» heißest und dein Land nicht mehr «Wüste» genannt wird, sondern man dich «Meine Lust an ihr» und dein Land «Vermählte» nennen wird; denn der HERR hat Lust zu dir und dein Land wird wieder vermählt sein. Denn wie ein Jüngling sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden sich deine Kinder dir vermählen; und wie sich ein Bräutigam seiner Braut freut, so wird sich dein Gott über dich freuen.

Lukas 21,12-20:
Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen

Es ist mir eine Freude und Ehre, die hl. Messe für Johanna Gräfin von Westphalen zu feiern und in dieser predigen zu dürfen. Ich möchte einfügen: Kardinal Meisner wäre sehr gerne gekommen, er ist leider verhindert, lässt aber durch mich seinen Gruß bestellen und seine innere Teilnahme!

Eine Predigt ist nicht eine Laudatio, ihr Thema ist immer Gott, aber zu solchem Anlass halte ich besonders Ausschau nach dem besonderen Licht, das Seine Offenbarung auf das Leben und Sterben unserer lieben Verstorbenen wirft.

Gräfin Johanna von Westphalen? Von wem rede ich? Sie haben Sie viel besser gekannt, ich leider nur von Begegnungen bei Pro-Life-Veranstaltungen und natürlich auch durch ihre öffentlichen Stellungnahmen und das, was von ihren Taten berichtet wurde. Aber solches „Kennen“ ist genau besehen wichtiger als ein sich Kennenlernen bei irgendeinem gesellschaftlichen Ereignis!

Johanna war nicht nur biologisch verwandt mit dem seligen Erzbischof Clemens von Galen, sie war vor allem geistig mit ihm verwandt. Beide, der Erzbischof und die Gräfin kämpften gegen denselben Geist des Tötens und des Abfalls von Gott. In diesem Sinn verwandt war sie auch mit vielen anderen großen Persönlichkeiten, Frauen und Männern, unserer Zeit. Der gemeinsame Nenner, der sie, an die ich dabei denke, auszeichnete und auszeichnet, war und ist der Glaube an die Kirche Jesu Christi, an die Gebote Gottes und an die sich keiner politischen Korrektheit beugende Liebe zur Wahrheit.

Der große deutsche Philosoph Dietrich von Hildebrand diagnostizierte kurz vor seinem Tod als die heutige Zeitkrankheit in Kirche und Gesellschaft das fehlende Ernstnehmen der Wahrheits-Frage und ihre heutige Diskriminierung durch die 1000fach wiederholte Frage des Pilatus, was Wahrheit denn sei! Auch Benedikt XVI. legte bekanntlich nicht nur einmal den Finger auf diese Wunde unserer Zeit.

Unsere Gräfin hat die Frage nach der Wahrheit nicht nur mit Worten, sondern auch in ihrem Handeln klar beantwortet. So war sie eine jener Christen, die in wahrhaft katholischer Einheit mit dem heiligen Papst Johannes Paul II. dem Papst des „Evangeliums des Lebens“, und mit Papst Benedikt XVI., dem Papst des „Evangeliums der Wahrheit“, dachte und arbeitete.

Wenn ich an die Gräfin denke, denke ich nicht nur an eine sehr schöne und liebenswürdige Frau, sondern eine, die beseelt war von der Liebe zur Wahrheit. Diese führte sie gemäß den Zeichen der Zeit in ihre unermüdliche Arbeit für den Schutz des Lebens, der zu ihrer Berufung wurde. 1523

Diese Arbeit war, das war vom Thema her unvermeidbar, nicht immer nur höflicher Dialog, manchmal auch heftiger Kampf, weil man angesichts von Feuer und Verbrechen nicht mit sanfter Stimme und bescheidenen Handzeichen um Hilfe bitten oder gar warten darf, bis es andere auch bemerken. In manchen Situationen ist Schweigen Sünde, sagt Gregor der Große, laut rufen und demonstrieren hingegen Tugend.

Die Sünde des Schweigens hat unsere Gräfin wohl nie zu beichten gehabt, sie war eine Prophetin unserer Zeit! In einer Zeit, die sich mit ihren Mehrheits-Gesetzen über Gottes Gesetz erhebt.

Die mahnende Rede von Papst Benedikt XVI. im Berliner Reichstag über die notwendige Humanökologie, in der er an das „Naturrecht“ erinnerte, an das Gottesgesetz, das über jedem Menschengesetz steht, blieb ungehört! Man redet bevormundend und patzig von „europäischen Werten“ und rechnet zu diesen voll Heuchelei die Erlaubnis. Kinder zu töten! Unsere Gräfin Johanna hat das verstanden, sie hat nicht geschwiegen und sie hat gekämpft so gut es ging!

Gott allein weiß, wie viele Kinder sie durch ihren Einsatz vor dem Tod bewahrt hat. Wie schön wäre es, würden sie jetzt hier in der Kirche den Mittelgang oder noch mehr Raum füllen, und wir könnten sie sehen!

Nicht nur Sie, auch ich war überrascht, als ich gebeten wurde, das Evangelium zuzulassen, das wir gehört haben. Der Jesajatext, der wieder ganz anders überraschend gewesen sein mag, war meine Idee.

Zunächst zum Evangelium:
War es nicht leicht, bei diesem Text an unsere Johanna zu denken? Nein, sie wurde nicht ins Gefängnis geworfen, das nicht, und man hat sie auch nicht ermordet. Aber verfolgt, verspottet und beschimpft hat man sie natürlich schon! Eine Art Verfolgung hatte sie, alles in allem, sehr wohl zu erdulden. Aber sie ist standhaft geblieben, und so hat sie wohl, wie Jesus ihr zuruft, „ihr Leben gewonnen“. media-389705-4

Erzbischof Dyba wurde kurz vor seinem Tod gefragt, ob ihm seine Außenseiterrolle nicht unangenehm sei. Er sagte: „Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft – und dazu gehören auch seine Gebote – in Klarheit und Wahrheit zu verkünden.“ – Das hätte Johanna auch sagen können!

Und was die Lesung betrifft: Jesaja redet von der Notwendigkeit, nicht zu schweigen. „Genau“, hätte Johanna gesagt, man darf nicht schweigen, auch wenn andere die Erlaubnis, Kinder zu töten, den „europäischen Werten“ zurechnen wollen!

Gott nennt dich, sagt Jesaja, „meine Vermählte“ und Gott freut sich über Dich „wie eine Bräutigam über seine Braut“. Diese Liebeserklärung Gottes gilt jedem von uns, aber heute lausche ich ihr voll Freude und beziehe sie auf unsere geliebte Johanna, die von uns gegangen ist, aber nicht für immer, uns nur voraus.

HIER der Nachruf auf die verstorbene Gräfin von Mathias v. Gersdorff: https://charismatismus.wordpress.com/2016/01/25/johanna-von-westphalen-die-graefin-als-leitfigur-der-deutschen-lebensrechtler/


Predigt von P. Bernward Deneke zum Tod des katholischen Philosophen Walter Hoeres

Beim Requiem (Totenmesse) für Prof. Dr. Walter Hoeres (siehe Foto) am Dienstag, den 26. Januar 2016, hielt Pater Bernward Deneke von der Priesterbruderschaft St. Petrus eine gehaltvolle Predigt in der Deutschordenskirche in Frankfurt-Sachsenhausen, die wir hier mit seiner freundlichen Erlaubnis dokumentieren:

Liebe Frau Hoeres, liebe Kinder und Enkelkinder unseres Verstorbenen, liebe hochwürdige Mitbrüder, liebe Verwandte, Freunde und Bekannte, liebe Trauergemeinde! 2
 
Unvergesslich ist mir ein Tag im Jahr 1984. Damals hörte ich eine Kassette, die mir, einem Gymnasiasten mit aufkeimendem Interesse an allem, was Glaube, was katholisches und kirchliches Leben betrifft, eine freundliche Dame aus der Pfarrei gegeben hatte – gewiss nicht ohne Hintergedanken gegeben hatte.
 .
Auf dem Tonband war der Vortrag eines mir bis dato völlig unbekannten Autors zu hören: „Abschied von Plato“. Eine ruhige, sonore Stimme erklärte, wie das große Erbe der antiken Philosophie, namentlich des Plato und des Aristoteles, mit der göttlichen Offenbarung eine Symbiose gebildet und das christliche Abendland geformt und geprägt habe.
 .
Die Gesamtschau war überzeugend und herrlich. Nur hatte sie mit dem, was ein junger, praktizierender Katholik in den Kirchen erlebte, herzlich wenig zu tun. Daher war das, was auf der Kassette über die Zerstörung dieser Synthese gesagt und beklagt wurde, für mich evident richtig. Zum ersten Mal vernahm ich da etwas über die nachkonziliare Krise der Kirche, über progressistische Theologie, über die Leugnung der Seele und den verdiesseitigten Gottesdienst.
Ich hörte die Kassette immer wieder an, mit immer größerer Zustimmung. Und es entstand auch der Wunsch, jenen „Prof. Dr. Walter Hoeres“, der als Verfasser angegeben war, kennenzulernen.
 
Von der Zeit dieser ersten Begegnung trennen uns nun über 30 Jahre. Heute wird der Leichnam des Mannes zu Grabe getragen, der unentwegt von der menschlichen Geistseele und ihrer Bestimmung sprach und schrieb – zuletzt in seinem Buch „Die Sehnsucht nach der Anschauung Gottes“.
P1020947 - Kopie.
Dabei hat gerade er niemals unterschlagen, dass wir sündigen Menschen das himmlische Ziel nicht automatisch erreichen. Sein Artikel „Wiederkehr des Pelagianismus“ über die falsche Heilsgewissheit, der kurz nach seinem Tod in der „Kirchlichen Umschau“ erschien, kritisiert deutlich die praesumptio, diese  –  so Hoeres wörtlich  –  „Untugend der Vermessenheit“ und „dreiste Vorwegnahme des Heils“, die in der „bewußte(n) Leugnung der heiligen und unter Umständen auch strafenden Gerechtigkeit“ Gottes liegt.
 .
Wir täten dem Verstorbenen also keinen Dienst, wollten wir diese ernste Wahrheit ausklammern. Und doch sind wir, liebe Trauergemeinde, von der christlichen Hoffnung erfüllt, dass seine Seele, die Seele eines treu- und tiefgläubigen Katholiken, eines liebenden Ehemannes, Vaters und Großvaters, eines guten Freundes vieler, die Seele eines Kämpfers für Gott, für seine Wahrheit und sein Reich, zu der ersehnten beseligenden Anschauung des dreifaltigen Gottes gelangen wird. Darum beten wir. Und dafür bringen wir jetzt dem himmlischen Vater das Opfer seines menschgewordenen Sohnes Jesus Christus dar.
 
Dabei geht unser Blick zurück in die Vergangenheit, in die mit dem Verstorbenen verbrachte Zeit. Erlauben Sie mir noch einige Erinnerungen. Am 22. September 1985 begegnete ich ihm zum ersten Mal persönlich am Rande einer katholischen Glaubenskundgebung in Mainz. 027_24
 .
Ich war zunächst erstaunt, aus seinem Mund eine ganz andere Stimme zu vernehmen als die, die mir von der Kassette her so vertraut und die in Wahrheit die eines Rundfunksprechers war. Was ich nun hörte, hatte einen unverkennbar hessischen Klang. Da ich gerade an einem Schriftenstand jenes Buch erworben hatte, aus dem der Radiovortrag „Abschied von Plato“ stammte  –  „Der Aufstand gegen die Ewigkeit. Die Kirche zwischen Tradition und Selbstzerstörung“ lautet sein Titel  – , konnte ich den Autor um ein Autogramm bitten.
 .
Er schrieb neben sein Bild und über seinen Namen die lateinischen Worte: In perpetuam rei memoriam, „zum steten Gedenken an die Sache“. Was mit „der Sache“ gemeint war und weiterhin gemeint ist, steht außer Zweifel. Es ist das große Anliegen seines Lebens, seines Leidens, seines Kämpfens: die Errettung der Kirche aus einer Situation, die er als Selbstzerstörung kennzeichnete.
 
Walter Hoeres sprach diese „Sache“ immer wieder an, widmete ihr ungezählte Seiten in Büchern, Artikeln, Leserbriefen, schilderte sie in großen geistesgeschichtlichen Zusammenhängen ebenso wie an aktuellen Beispielen, nannte Ross und Reiter beim Namen. Schonungslos realistisch war seine Analyse. Daher erfüllte ihn eine tiefe Abneigung gegenüber allen Versuchen, den Ernst der Lage mit wohlfeilen Floskeln abzuwiegeln: „Es wird schon wieder werden“, „Gott lässt seine Kirche doch nicht im Stich“, „Die Kirche hat sich bisher aus allen Krisen erholt“ und „Es gibt ja auch so viel Gutes“.
Treffend kennzeichnete er die Kirchenvertreter, die so reden, als „Beschwichtigungshofräte“. Es war unserem lieben Verstorbenen wichtig, dass ein derartiger Optimismus nicht mit der wahren Hoffnung verwechselt werde. Diese kann und muss unter gegebenen Umständen die Gestalt einer spes contra spem, einer „Hoffnung gegen jede (menschliche) Hoffnung“, annehmen. Sie ist überdies nicht ein Betäubungsmittel, sondern eine wahrhaft kämpferische Tugend. P1020947
 .
Prof. Hoeres hat  –  bei allem scheinbaren Pessimismus  –  in dieser Hoffnung gelebt. Sie erklärt uns nicht zuletzt, weshalb ihm die beklagenswerten Zustände niemals seinen einzigartigen Humor rauben konnten; einen Humor, der diejenige in Erstaunen versetzte, die ihn nur von seinen Schriften her gekannt hatten und dann persönlich trafen.
Bei den Studenten des Priesterseminars in Wigratzbad, wo der Professor noch bis vor zwei Jahren einen großen Teil der Philosophievorlesungen stemmte, ist denn auch, neben der meisterhaften Fähigkeit plastisch-anschaulichen Erklärens abstrakter und hochkomplexer Sachverhalte, dieser Humor mit seinen hintergründigen, ironischen und schelmischen Facetten weiterhin legendär.

So sehr Walter Hoeres ein Streiter in des Wortes bestem Sinne war, so wenig war er doch ein Mann der hässlichen, rechthaberischen, kleinkarierten Gefechte, hinter deren scheinbarem Einsatz für die Wahrheit sich doch nur Ressentiment und menschlich-allzu-menschliche Befindlichkeiten verbergen.

Ein Buch wie „Der Aufstand gegen die Ewigkeit“ bietet keine chronique scandaleuse der nachkonziliaren Wirren, sondern spricht über die „Welt als Spiegel und Gleichnis“ und als „Widerschein göttlicher Herrlichkeit“, über die „Angleichung an Gott“, über „Erkenntnis als liebende Teilnahme“ und „Wahrheit als Heil“, auch über „Liturgie als Schauspiel“, als „vollkommene Anbetung“ und als „Kontemplation“ (um nur einige Stichworte zu nennen). image001

Allein auf dem Hintergrund dieser katholischen Gesamtschau wird der  –  allerdings entschiedene und kompromisslose  –  Kampf des Verstorbenen verständlich, dieser Kampf für die philosophische Tradition, für die Glaubens- und Sittenlehre, für die überlieferungstreue Liturgie, für die sozialen und politischen Implikationen und Folgerungen des Glaubens – und daher notwendigerweise auch gegen diverse Modephilosophien, gegen die Uminterpretation des Glaubens, gegen die Abschwächung der sittlichen Anforderungen, gegen die Horizontalisierung und Verschandelung des Kultes, gegen Anpassung und Anschluss der Kirche an gesellschaftliche Entwicklungen, die ihrer Sendung diametral entgegengesetzt sind.

Das allzu vordergründige Bild des wortgewaltigen Kritikers darf uns auf keinen Fall den tief- und feinsinnigen Philosophen, den Freund der Weisheit verdecken, der sich auf ausgedehnten, einsamen Wanderungen zugleich auf den „Weg der Anschauung“ (so ein Buchtitel) begab und über „Landschaft zwischen Ästhetik und Metaphysik“ (so der dazugehörige Untertitel) nachdachte.
.
Nicht in Vergessenheit geraten soll sein Bemühen, gegenüber neuzeitlichen, subjektivistisch einengenden Erkenntnistheorien die grenzenlose Offenheit der menschlichen Seele für die Wirklichkeit selbst herauszustellen. Und entgleiten darf uns nicht das Bild des homo religiosus, der nicht nur eindringlich über die Heiligkeit Gottes sprach, sondern ihm auch beständig nahte in Gebet und Betrachtung, in der heiligen Messe und in der Verehrung der Heiligen, allen voran der Gottesmutter; sie rief er vor den Vorlesungen stets mit Anrufungen der (von ihm in lateinischer Sprache auswendig gekonnten) Lauretanischen Litanei an. media-390606-2 - Kopie
 .
Von dem kurzen Rückblick kehren wir zurück in diese Stunde. Den Verlust eines großen Menschen erfahren wir umso schmerzlicher, je mehr und inniger wir mit ihm verbunden waren. Vor allem seine Frau, von der er immer mit so viel Liebe sprach, seine Kinder und Enkelkinder werden das erfahren und bedürfen des Trostes, den Gott durch seine Gnade und auch durch andere Menschen geben will und wird.
.
Mit der Familie verbinden wir alle uns im Gebet für die Seele des Verstorbenen, dass sich für ihn nun die Sehnsucht nach letzter Erfüllung, nach der Anschauung Gottes in liebender Erkenntnis und erkennender Liebe von Angesicht zu Angesicht erfülle. Denn „was kein Auge gesehen, was kein Ohr vernommen und was in keines Menschen Herz gedrungen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.“
 
HERR, gib der Seele Deines treuen Dieners Walter Hoeres die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm. HERR, lasse ihn ruhen in Frieden. Amen.
 .
Siehe hierzu auch unseren NACHRUF auf Prof. Hoeres: https://charismatismus.wordpress.com/2016/01/15/wir-trauern-um-einen-freund-und-mitstreiter-prof-dr-walter-hoeres/
Eine seiner letzten öffentlichen Stellungnahmen: https://charismatismus.wordpress.com/2015/10/26/naechstenliebe-kommt-vor-fernstenliebe-zuerst-den-verfolgten-christen-helfen/
 Hoeres-Foto: http://www.spes-unica.de/

Regensburg: Aussegnung des verstorbenen Bischofs em. Manfred Müller

Am Mittwochabend, dem 21.5.2015, fand um 19 Uhr in der Kapelle Sankt Maria im Kloster Mallersdorf die Aussegnung des Ruhestands-Bischofs Manfred Müller statt. Der Tod war am Vormittag gegen 11 Uhr eingetreten und der Verstorbene war vor dem Altarraum in einem offenen Sarg aufgebahrt. 150520_Aussegnung Bischof em. Manfred Müller 1

Bischof Rudolf Voderholzer, der von dem Tod seines Vorgängers in Rom erfahren hatte, wo er an einer Sitzung der Glaubenskongregation teilnahm, war vom Flughafen direkt nach Mallersdorf geeilt.

Er gab seiner Erschütterung und Trauer Ausdruck, aber auch der christlichen Zuversicht und Hoffnung, dass der Tod nur ein Übergang sei zum ewigen Leben in Gottes Herrlichkeit. Er dankte dem verstorbenen Bischof für die 63 Jahre, die er als Priester wirkte, 43 Jahre davon als Bischof.

In der langgezogenen Kapelle hatte sich das Domkapitel eingefunden, zahlreiche Weggefährten des verstorbenen Bischofs und viele Ordensfrauen. Mit der Weihwasser-Segnung im Angesicht des Verstorbenen verabschiedeten die Menschen den Bischof emeritus von Mallersdorf, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte.

Requiem und Beisetzung:

Am Mittwoch, dem 27. Mai, wird der Sarg mit dem Leichnam des Verstorbenen um 15 Uhr im Hof des Bischöflichen Ordinariats von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und dem Domkapitel in Empfang genommen und von dort in einem Trauerzug zum Hohen Dom St. Peter geleitet, wo die Totenvesper gebetet wird.

Alle Gläubigen sind herzlich eingeladen, sich dort von ihm zu verbschieden und sich in ein Kondolenzbuch einzutragen (bis 20 Uhr).

Das Requiem findet am Donnerstag, dem 28. Mai um 13 Uhr statt. Hauptzelebrant ist Kardinal em. Friedrich Wetter. Anschließend ist die Beisetzung in der Bischofsgruft. Danach sind alle Gläubigen auf Wunsch des Verstorbenen zu einem Imbiss eingeladen.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


Traueransprache von Walter Ramm für Elisabeth Backhaus am 18. Februar 2015

Wie wir in unserem Nachruf berichtet haben, verstarb Anfang Februar unsere Mitstreiterin Elisabeth Backhaus, eine engagierte Lebensrechtlerin, im Alter von 91 Jahren in Münster.

Nach dem Requiem (Totenmesse) hielt Walter Ramm, Vorsitzender der „Aktion Leben“ (Abtsteinach), eine beeindruckende Ansprache über das Leben und Wirken der gläubigen Katholikin. Wir dokumentieren diesen Nachruf hier im vollen Wortlaut:
027_24

Liebe Familie Backhaus und Verwandten,

liebe Freunde aus der Lebensrechtbewegung, liebe Trauergemeinde.

Elisabeth Backhaus ist eine der großen Gestalten der Lebensrechtsbewegung, die sich schon von Beginn an in der Diskussion um die Abtreibungstötung für das Lebensrecht und die Unverletzlichkeit der Würde jedes Menschen eingesetzt haben.

Sie war eine Frau, die dieses „abscheuliche Verbrechen“ und seine schrecklichen Folgen für alle Beteiligten nicht nur erkannte, sondern auch entschieden handelte.

Aus Münster kamen für unsere Bewegung immer wieder Impulse, wie ich schon im September 2002 bei der Beerdigung von Günter Stiff hier in Münster festgestellt habe. Hier ist auch der seit langem verstorbene Leiter des „Kardinal von Galen Kreises“, Heribert Börger, zu nennen.

Über 3 Jahrzehnte durfte ich mit ihr zusammenarbeiten, seit ich sie im Herbst 1978 kennen- und schätzen gelernt habe.

Bei vielen Arbeitsbesuchen bei ihr hier in Münster baute sich eine innige Beziehung auf. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen: ihr Leben war von 2 Dingen geprägt, sie selbst nannte es “die 2 Seiten einer Münze”:

Die eine Seite war ihre große Familie und ihre Mitsorge für jedes einzelne Glied ihrer Familie.

Die andere Seite war ihr Einsatz für das Lebensrecht und die Würde jedes Menschen sowie ihre Mitarbeit in der AKTION LEBEN, welche sie entscheidend mitprägte. Wer kann ermessen, was sie geleistet hat?A.L.Content_Was_wir_wollen

Diese äußerlich bescheiden auftretende Frau pflegte nicht nur Kontakte zu bedeutenden Rechtsprofessoren und Theologen, sondern hatte weltweit Verbindungen, so zu den entscheidenden Persönlichkeiten der amerikanischen “Pro-Life-Bewegung”, vor allem zu dem verstorbenen Pater Prof. Paul Marx mit dem sie eine intensive und für unsere Arbeit fruchtbare Verbindung unterhielt.

Anderseits scheute sie nie die Mühe, auf der Straße Infoschriften für das Lebensrecht zu verteilen.

Ich denke an ihre weit verbreiteten Schriften, über den § 218 “Recht und Gesetz”, die viel beachtete Schrift „Mitschuldig“ und zur Enzyklika “Evangelium vitae” sowie ihre vielen Schriften und Kommentare, welche nicht nur von großer Sachkenntnis, sondern auch von großem Engagement zeugten.

Ihrem wachen Geist verdanken wir, dass wir schon frühzeitig mit vielen sog. bioethischen Themen an die Öffentlichkeit treten konnten, was freilich den Nachteil hatte, dass dies oft noch nicht verstanden wurde, und erst viel später öffentliche Beachtung fand.

Niemand kann ermessen, wieviel Nachdenklichkeit sie ausgelöst und wie viele Leben, wie viele Seelen sie für die Ewigkeit gerettet hat.

Frau Backhaus, an Ihrem Sarg dürfen wir sagen:

Sie haben den guten Kampf gekämpft und sind am Ziel ihres bewegten Lebens angekommen. Wir, die noch in dieser Welt leben und in Ihrem Sinne weiter kämpfen, für uns waren und bleiben Sie ein großes Vorbild als konsequente Lebensrechtlerin und gläubige Katholikin.

Der HERR und Richter allen Lebens möge Ihnen gnädig sein, Ihnen alle Mühen und Sorgen reichlich vergelten, das wünschen Ihnen Ihre Freunde aus der AKTION LEBEN.

O HERR, gib ihr die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihr, laß sie ruhen in Frieden. Amen

2. Foto: Aktion Leben


Trauermesse für Prälat Albert Rauch, einem großen Brückenbauer zur Orthodoxie

Auch Erzbischof Müller aus Rom kommt zum Requiem

Am kommenden Mittwoch, 21. Januar, findet im Regensburger Dom das Requiem für Prälat Dr. Albert Rauch (siehe Foto) statt. Der Beginn ist um 13 Uhr. Rauch Albert 1

Hauptzelebrant ist Kardinal Friedrich Wetter, der em. Erzbischof der Erzdiözese München und Freising. Auch Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der römischen Glaubenskongregation, wird zu dem Requiem kommen. Bischof Rudolf Voderholzer wird die Predigt während des Gottesdienstes halten.

Die Liebe zur Orthodoxie hat Dr. Albert Rauch ein Leben lang geprägt, was sich in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Berater der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz für die Kirchen des Ostens bis hin zur Leitung des Ostkirchlichen Instituts Regensburg zeigte.

Daher werden zahlreiche Würdenträger aus den orthodoxen Kirchen eigens zu dem Requiem kommen:

Zu ihnen gehören Metropolit Serafim von der rumänisch-orthodoxen Metropolie Deutschland und Mitteleuropa, Dr. Theophilos Kuriakose Mor, Metropolit der syrisch-orthodoxen Kirche Zentraleuropa, Grigoriyos Melki Ürek Mar, Metropolit von Adiyaman in der Türkei, Galaktion, Metropolit von Stara Zagora in Bulgarien. Donausegnung Weiß Voderholzer Malamoussis im Dom

Außerdem Archimandrit Dr. Giovanni Guaita, Mitarbeiter des Kirchlichen Außenamtes der russisch-orthodoxen Kirche in Moskau, Metropolit Andrei aus dem rumänischen Cluj-Napoca, sowie Grigorij Dovgallo, Generalsekretär der Theologischen Fakultät an der Staatlichen Universität Minsk, um nur einige wenige zu nennen.

FOTO: Gottesdienst vor der ökumenischen Donausegnung nach orthodoxer Tradition kürzlich in Regensburg

Im Anschluss an das Requiem findet um 15.30 Uhr auf dem Friedhof in Etterzhausen die Beisetzung statt.

Dr. Albert Rauch ist am 10. Januar 2015 in Etterzhausen gestorben, wo er seit 1972 als Expositus die dortige Gemeinde betreute. Er starb im 82. Lebens- und im 57. Priesterjahr.

Prof. Dr. Sigmund Bonk, Koordinator der wissenschaftlichen Institute unter dem Dach der Diözese Regensburg – darunter auch das Ostkirchliche Institut, dem Dr. Rauch vorgestanden hatte – , hob den großartigen Einsatz von Prälat Rauch für die orthodoxen Kirchen hervor.

Prof. Bonk erklärte, durch die Unterstützung der orthodoxen Kirchen habe Prälat Dr. Rauch maßgeblich für die Freiheit der Religion entgegen den Einflüssen des Kommunismus gewirkt. Sein Beitrag für das Überleben der geistlichen Traditionen der Kirchen in Ostmittel- und in Osteuropa sei erheblich.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


FOTO-Report: Ergreifende Beisetzung von Pfarrer Dr. Gerd Fasselt in Münster

Von Felizitas Küble

Wir haben in unserem CHRISTLICHEN FORUM bereits von der eindrucksvollen Totenmesse und der Beerdigung von Prof. Dr. Gerd Fasselt am 28. Juli 2014 berichtet: 003_0https://charismatismus.wordpress.com/2014/07/28/munster-zahlreiche-glaubige-bei-requiem-und-beisetzung-von-pfarrer-dr-fasselt/

Pfarrer Fasselt hat jahrzehntelang als Klinikenpfarrer in Münster (Westfalen) gewirkt; der pensionierte Geistliche verstarb am 19. Juli nach kurzer, schwerer Krankheit. 005_2

Hier haben wir kurz nach seinem Tod einen Lebenslauf und eine Würdigung des Priesters  veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2014/07/24/wir-trauern-um-pfarrer-dr-gerd-fasselt/006_3

Der katholische Seelsorger stand bei jung und alt, bei Chefärzten ebenso wie beim einfachen Kirchenvolk in hohem Ansehen, zumal er sich mit großer Anteilnahme und Fürsorge der ihm anvertrauten Kranken angenommen hat. Seine Hilfsbereitschaft wurde nach der Trauerfeier von vielen Menschen in Gesprächen geschildert. 011_8

Hier zeigen wir ergänzend zum vorigen Artikel einige Fotos: zunächst vom Requiem in der Klinikkirche: 014_11

Die hl. Messe für den verstorbenen Priester war derart gut besucht, daß nicht nur der Vorraum des Gotteshauses voll besetzt war, sondern viele Trauergäste draußen auf dem Kirchplatz stehen mußten  –  darunter auch ich.020_17

Die hl. Messe wurde mit einem Lautsprecher nach draußen übertragen. Offenbar rechnete man von vornherein mit einem „Ansturm“. 

Nachdem der Sarg herausgetragen worden war, ging der Weg zum Zentralfriedhof unweit des Aasees mitten in der Innenstadt von Münster.

Das dritte Foto zeigt die große Schar der Beerdigungs-Teilnehmer, danach das Herunterlassen des Sarges und die Grabsegnung durch den Priester. 

Familienangehörige, Freunde und Gläubigen kamen hinzu und ehrten den Verstorbenen durch Gebetsgedenken und Rosen, die ins Grab heruntersanken.

Fotos: Felizitas Küble

 

 

 


Münster: Zahlreiche Gläubige bei Requiem und Beisetzung von Pfarrer Dr. Gerd Fasselt

Von Felizitas Küble

Am heutigen Montag, dem 28. Juli, wurde der Geistliche Prof. Dr. Gerd Fasselt in Münsters Zentralfriedhof zu Grabe getragen. Zuvor wurde um 10 Uhr in der Klinikenkirche „Maria, Heil der Kranken“ das feierliche Requiem zelebriert.IMG

Wir haben in der vorigen Woche ein Lebensbild des auch von uns sehr geschätzten Seelsorgers veröffentlicht, der am Samstag, den 19. Juli, nach schwerer Krankheit verstarb: Nachruf 

BILD: Klinikpfarrer Dr. Fasselt (Mitte) mit Diakonen während des Praktikums zur Krankenseelsorge in Münster 1996.

Das Gotteshaus, der Vorraum und der Kirchplatz waren mit hunderten Trauergästen überfüllt. Auch ich nahm mit einigen Freunden unseres Christoferuswerks, die den Krankenhauspfarrer ebenfalls persönlich kannten, an der Trauermesse und Beerdigung teil.

Das Requiem wurde mit einem Lautsprecher auf den Vorplatz übertragen. Hauptzelebrant war der Neffe des Verstorbenen, Prof. Dr. Stefan Böntert.

Der bewegende Gottesdienst und die große Anteilnahme der Gläubigen zeigte einmal mehr, wie sehr die Menschen sich mit dem verstorbenen Pfarrer Fasselt verbunden fühlen. Viele Priester und Ärzte waren zur Trauermesse und anschließenden Beisetzung gekommenDSC_0045_k.

Danach sprach ich mit einer mir unbekannten älteren Dame, die mir mitteilte, wie sehr sie den pensionierten Klinikenseelsorger geschätzt hat. Er habe sie, als sie schwerkrank vier Wochen in der Uni-Klinik lag, täglich besucht und ihr Mut aus dem Glauben zugesprochen, ihr aber auch in praktischer Hinsicht geholfen.

BILD: Das Altargemälde der Klinikenkirche in Münster zeigt die Aufnahme Marias in den Himmel (Foto: Kath. Klinikseelsorge)

In seiner Predigt sprach Pfarrer Egbert Reers darüber, daß Dr. Fasselt sich nicht mit einem fernen, distanziert-„allmächtigen“, sondern gleichsam mit dem „ohnmächtigen“ Gott verbunden habe  –  mit jenem Erlösergott, der am Kreuz gelitten und sich für das Heil der Menschen hingegeben hat.

In Christi Spuren ging dieser Geistliche, der den Kranken und Verzweifelten, den Ratlosen und Suchenden Wege zum Glauben und neuen Lebensmut erschloß.

In dem Gebetsgedenkzettel, der an die Trauergäste verteilt wurde, heißt es:

„In den Jahren seines priesterlichen Dienstes hat der Verstorbene vielen Menschen seine Fürsorge und Zuwendung geschenkt. Der HERR vergelte ihm das Gute, das er für die ihm Anvertrauten getan hat und nehme ihn nun auf in die Herrlichkeit des Himmels.“

Unsinnige Anschuldigungen zurückgewiesen

Vor dem Abschluß der Trauermesse ergriff einer der engsten Freunde des Verstorbenen das Wort:

Stephan Frense würdigte das Wirken von Pfr. Fasselt  –  und wies zugleich offenherzig darauf hin, daß es im Zuge der Mißbrauchsmedienwelle vor einigen Jahren zu unfairen Anschuldigungen gegen den Klinikpfarrer gekommen war. weisselberg_memoriam Seinen Angehörigen und Freunden sei freilich klargewesen, so der Redner, daß die Gerüchte keineswegs zutreffen konnten.

(Abgesehen davon hatte die Münstersche Staatsanwaltschaft jene Verdächtigungen gegen den Geistlichen bereits nach zwei Wochen zurückgewiesen.)

Leider stand das Ordinariat Münster einschließlich Bischof Dr. Felix Genn offenbar nicht hinter dem Priester; es wurde ihm  sogar zeitweise die öffentliche Zelebration der hl. Messe untersagt, wie ich aus seinem Freundeskreis erfuhr. Gerechtigkeit sieht anders aus!

Dieses unverständliche Verhalten seiner kirchlichen Vorgesetzten hat den pensionierten Pfarrer sicherlich schwer enttäuscht, ebenso alle fair denkenden Menschen, die sich an rechtsstaatlichen Grundsätzen orientieren (wonach bei unbewiesenen Anschuldigungen stets die Unschuldsvermutung gilt).

Der Redner erhielt für seine klaren Worte einen deutlichen Beifall vieler Gläubiger im Gotteshaus und auf dem Kirchenvorplatz. Nach der Beerdigung sprach ich mit zwei Geistlichen, darunter einem jungen Priester, über dieses Thema. Beide kannten Pfarrer Fasselt gut, einer von ihnen schon seit vielen Jahrzehnten. Auch sie äußerten sich kritisch über das unfaire Vorgehen des bischöflichen Ordinariats Münster.

Erschwerend kommt hier noch hinzu, daß Pfr. Fasselt als Priester Gottes ohne bischöfliches Pontifikalrequiem beigesetzt wurde, wobei diese altehrwürdige Gewohnheit gewissermaßen verdeutlicht, daß der gute Hirte seine Herde weidet, daß also der Bischof seinen Priestern  –  den Dienern im Weiheamt  –  bis in den Tod hinein sakramental verbunden bleibt.

Die Beisetzung von Pfr. Fasselt bewies jedenfalls erneut seine ungeheure Beliebtheit bei den Menschen, denn der  Zug der Trauergäste auf dem Zentralfriedhof wollte kein Ende nehmen. Selten habe ich bei einer Beerdigung derart viele Teilnehmer erlebt.

HIER finden Sie  die gehaltvolle Todesanzeige der katholischen Klinikseelsorge für Pfr. Fasselt in den „Westfälischen Nachrichten“: http://www.wn-trauer.de/Traueranzeige/Gerd-Fasselt-2014-07-19-Muenster-Mitte-15143503

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das diese Webseite CHRISTLICHES FORUM betreibt.

 


FOTO-Impressionen von der Beisetzung des Konvertiten und Historikers Volker Jordan

Vor genau einer Woche, am Samstag, den 12. Januar 2013, wurde unser Kamerad und Mitstreiter Volker Jordan im ostniedersächsischen Altendorf bei Brome unter Anteilnahme seiner Angehörigen und zahlreicher Freunde aus nah und fern beerdigt.0018

0005 - KopieJordan beteiligte in den letzten beiden Jahren als freier Autor in unserem Webmagazin CHRISTLICHES FORUM   –  und zwar sowohl im Artikel-  wie im Kommentarbereich.

Unser Bild rechts zeigt ein Porträtfoto Jordans in einem Bildrahmen vor seinem Sarg, umgeben von Kerzen.

Pater Markus Rindler   –  ein Priester der traditionsorientierten Petrusbruderschaft  – zelebrierte zunächst ein feierliches Requiem (Totenmesse) in der St.-Raphaels-Kirche in Parsau   –  und hielt danach eine Ansprache  bei der Trauerfeier in der Friedhofshalle von Altendorf.0008

Der Geistliche kannte Volker Jordan persönlich; er hat ihn noch wenige Tage vor seinem Tod besucht und stand ihm auch seelsorglich treu zur Seite.0014

Der erst 40 Jahre alte Publizist und Historiker Jordan war unheilbar an Krebs erkrankt  –  und am Mittwoch, den 9. Januar, frühmorgens überraschend verstorben, wobei er ohne Todeskampf in die Ewigkeit heimgerufen wurde. 

Wir haben am selben Tag in unserem CHRISTLICHEN FORUM  einen Nachruf auf den jung verstorbenen Konvertiten veröffentlicht, der vor über vier Jahren nach langem Nachdenken, Suchen und Ringen aus voller Überzeugung in die katholische Kirche eingetreten ist. 0031

Über seinen Erfahrungen und Erkenntnisse, seinen vielfältigen Lebens- und Glaubensweg erscheint demnächst ein fundiertes Interview-Buch im soliden Augsburger Dominus-Verlag  unter dem Titel „Endlich zuhause – mein Weg zur Kirche“.

Das biographische Sachbuch beruht auf einem ausführlichen mündlichen Interview, das ich voriges Jahr in seinem Elternhaus in Altendorf mit ihm führen konnte, wobei ich erstmals seine gastfreundliche Mutter Ingeborg kennenlernte.

Wir sehen Jordans Mutter (Foto oben: zweite von links) in Trauer am Grab ihres Sohnes, umgeben von ihrem Sohn und ihrer Tochter. 0030

Außen rechts steht Matthias von Gersdorff, katholischer Publizist und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“, der aus weiter Ferne (Frankfurt am Main)  zum Requiem und zur Beerdigung anreiste. Auch er war ein langjähriger guter Freund des Verstorbenen.

Das weitere Foto zeigt einige junge Teilnehmer der Beisetzung am Grab Jordans.

Beruflich war unser Freund, ein studierter Historiker,  vor allem als Übersetzer von religiösen und politischen Sachbüchern tätig. PICT0001

Wir haben Volker Jordans als Mensch und Christ sehr geschätzt: vor allem seine stets zuvorkommende, freundliche Art, seine Bescheidenheit und Ausgeglichenheit waren eindrucksvoll, ebenso seine Tapferkeit beim gedulden Ertragen seiner krankheitsbedingen Leiden.

Er wird für uns immer unvergessen und in bester Erinnerung bleiben. In Dankbarkeit und Gebet sind wir geistlich weiterhin mit Volker Jordan verbunden.

Möge ihm der gütige GOTT die immerwährende Glückseligkeit in Christus schenken und Anteil an seiner ewigen Herrlichkeit gewähren! PICT0005

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

PICT0007