GOTT ist eine feste Burg, die mich rettet

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 31 (30),2-3a.3b-4.5-6.15-16.20.

Bei dir, HERR, suche ich Zuflucht,
lass mich nie zugrunde gehen;
in deiner Gerechtigkeit rette mich!
Wende dein Ohr mir zu,
erlöse mich bald!

Sei mir ein schützender Fels,
eine feste Burg, die mich rettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

Du wirst mich befreien aus dem Netz,
das sie mir heimlich legten;
denn du bist meine Zuflucht.
In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, du treuer Gott.

HERR, ich vertraue dir
ich sage: «Du bist mein Gott.»
In deiner Hand liegt mein Geschick;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

Wie groß ist deine Güte, HERR,
die du bereithältst für alle, die dich fürchten und ehren;
du erweist sie allen,
die sich vor den Menschen zu dir flüchten.

.

.


Gott will, daß alle Menschen gerettet werden

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Tim 2,1-7.

Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.

Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; ER will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

Denn einer ist Gott, einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Jesus Christus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit, als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde – ich sage die Wahrheit und lüge nicht – als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.

.


Jakobus mahnt: Ein Glaube ohne Werke ist tot

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche: Jak 2,14-18.

Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten?

Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt das?

So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.
Nun könnte einer sagen: Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke und ich zeige dir meinen Glauben anhand der Werke.

.


Allen Afghanen in deutschen Diensten helfen

Keine weitere „grenzen-lose“ Aufnahme

Zur Lage in Afghanistan gab es im Deutschen Bundestag eine Sondersitzung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Vertreter des Verteidigungs- und Innenministeriums lieferten viele Details zum Umgang mit den afghanischen Ortskräften sowie zum Prozedere, wie mit ihnen in Deutschland verfahren werden sollte.

Der Vertreter des Außenministeriums, Staatsminister Niels Annen, sprach sich für eine großzügige Praxis zur Verbringung möglichst vieler Afghanen nach Deutschland aus.

Hingegen weigert sich die österreichische Regierung unter Kanzler Kurz, Afghanen in Land aufzunehmen.

Dazu erklärt Jürgen Braun, menschenrechtspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion:

„Natürlich werden wir Afghanen, die für deutsche Soldaten gearbeitet und ihr Leben riskiert haben, nicht im Stich lassen, auch deren Familien nicht. Doch das ist eine begrenzte und in Deutschland gut integrierbare Gruppe.

Annen hat jedoch sehr klar gemacht, wohin die Reise geht. Er sprach von einer ‚breiteren Definition von Ortskräften‘, die nun auch umgesetzt werde. Dazu gehörten beispielsweise alle, die ‚irgendwann in der Vergangenheit‘ einen Kontakt zu Deutschland gehabt haben. Er hob die Trennung der prioritären Rettung von Ortskräften und dem Rest der Bevölkerung vollständig auf, sagte ‚Ortskräfte, Afghaninnen und Afghanen, Frauen und Kinder‘.

Die anderen Fraktionen wollten da nicht zurückstehen, sie überboten sich in gütigen Appellen, noch mehr Menschen zu ‚retten‘. Niemand im Ausschuss weiß, wie die Lage in Afghanistan wirklich ist, wie die Herrschaft der Taliban sich darstellt, wie viele Menschen fliehen und wer diese sind. Doch viele Vertreter der Altparteien waren sich einig: Es sollen alle nach Deutschland kommen, ohne Prüfung, das könne man dann ja hier machen.

Oppositionelle Kritik am Versagen der Bundesregierung, dem Krisenmanagement zur Evakuierung der deutschen Staatsbürger übte nur die AfD. Grüne und besonders die FDP waren bereits auf Regierungsanbiederungskurs. Und das bedeutet: der seltsame deutsche Wille zur Rettung der Welt hat ein neues Objekt gefunden: Afghanistan.“

.


Die Rettung der Gerechten kommt von Gott

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 37 (36),3-4.18-19.27-28ab.39-40ab.

Vertrau auf den HERRN und tu das Gute,
bleib wohnen im Land und bewahre Treue!
Freu dich innig am HERRN!
Dann gibt ER dir, was dein Herz begehrt.

Der HERR kennt die Tage der Bewährten,
ihr Erbe hat ewig Bestand.
In bösen Zeiten werden sie nicht zuschanden,
sie werden satt in den Tagen des Hungers.

Meide das Böse und tu das Gute,
so bleibst du wohnen für immer.
Denn der HERR liebt das Recht
und verlässt seine Frommen nicht.

Die Rettung der Gerechten kommt vom HERRN,
ER ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not.
Der HERR hilft ihnen und rettet sie,
ER rettet sie vor den Frevlern.

.


Papst: „Christus war kein Philantroph“

Die 38. Katechese vom heutigen Mittwoch bei der Generalaudienz von Papst Franziskus stand unter dem Motto „Das hohepriesterliche Gebet.“ – Dabei käme dem Paschamysterium eine besondere Bedeutung zu, erklärte der Papst: Das Ereignis von Jesu Tod und Auferstehung werfe nämlich auch Licht auf sein ganzes Leben.

„Jesus war kein Philanthrop, der sich des menschlichen Leids, der Krankheiten der Menschen angenommen hat: Er war und ist viel mehr,“ so Franziskus weiter.

„In ihm gibt es Rettung, und zwar keine momentane Rettung – eine, die mich vor einer Krankheit oder einem Moment der Entmutigung rettet –, sondern die vollkommene, messianische Rettung: jene Rettung, die Hoffnung schenkt auf den endgültigen Sieg des Lebens über den Tod.“

Am Kreuz trete der HERR beim Vater als wahrer Fürsprecher für alle ein, betonte das Oberhaupt der katholischen Kirche:

„Jesus betet auch am Kreuz, eingehüllt in die Stille Gottes. Und doch kommt das Wort ,Vater` noch einmal auf seine Lippen. Es ist das kühnste Gebet, denn am Kreuz ist Jesus der wahre Fürsprecher: Er betet für andere, für alle, sogar für seine Peiniger: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2021-06/papst-franziskus-generalaudienz-katechese-gebet-jesus.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Was der hl. Paulus dem Prokurator verkündet: Gottes Gebote und das Heil in Christus

Von Prof. Dr. Georg May

„Für dies­mal kannst du gehen; wenn ich Zeit finde, werde ich dich wie­der rufen las­sen.“ – Das sind Worte des römi­schen Pro­ku­ra­tors Felix zu dem Apos­tel Pau­lus. Der Pro­ku­ra­tor traf mit Pau­lus in Cäsarea am Meer zusam­men. Wie kam es zu der Begeg­nung?

Im Jahre 57 oder 58 reiste Pau­lus über Troas, Korinth, Milet nach Jeru­sa­lem, um den dor­ti­gen Chris­ten eine rei­che Geld­spende aus mehr als ein­jäh­ri­ger Wer­be­ar­beit per­sön­lich zu über­brin­gen. Dort ent­fes­sel­ten seine Feinde einen Kra­wall gegen ihn; er wurde in römi­sche Schutz­haft genom­men, dann zu grö­ße­rer Sicher­heit nach Cäsarea am Meer, dem Sitz des Pro­ku­ra­tors Felix, über­führt.

Dort wurde er zwei Jahre (57 – 59 oder 58 – 60 n. Chr.) in Haft gehal­ten. Anto­nius Felix war von 52 (oder 53) bis 60 (oder 61) Pro­ku­ra­tor von Judäa. Er war ein Frei­ge­las­se­ner des kai­ser­li­chen Hau­ses.

Felix war drei­mal ver­hei­ra­tet. Alle drei Gemah­lin­nen stamm­ten aus könig­li­chem Geschlecht. Die dritte Frau war die jüdi­sche Prin­zes­sin Dru­silla (geb. 38), die Toch­ter Agrip­pas I. und Schwes­ter Agrip­pas II.

Sie war zuerst mit Azi­zus, dem König von Emesa (heute Homs in Syrien), ver­hei­ra­tet. Bald nach ihrer Ver­hei­ra­tung sah Felix die schöne Köni­gin und wusste sie (mit Hilfe eines Magiers aus Cypern) ihrem Gemahl abspens­tig zu machen und für sich zu gewin­nen.

Der Pro­ku­ra­tor Felix fand Gefal­len an Pau­lus, sei­nem Gefan­ge­nen, und führte gern Gesprä­che mit ihm. Eines Tages lässt er den gefan­ge­nen Apos­tel zu sich kom­men, um sich von ihm eine ein­ge­hende Beleh­rung über den Glau­ben an Jesus als den Mes­sias geben zu las­sen.

Den Anlass dazu wird seine Gemah­lin Dru­silla gege­ben haben. Als Jüdin war sie an die­sen Fra­gen beson­ders inter­es­siert. Sie wird das Ver­lan­gen gehabt haben, die­sen Wort­füh­rer des neuen Glau­bens ein­mal zu sehen und zu hören.

Das religiöse Umfeld in der urchristlichen Zeit

Wie war die reli­giöse und sitt­li­che Lage im Römi­schen Reich, im Mit­tel­meer­raum, als das Chris­ten­tum ent­stand?

Die Ant­wort kann nur lau­ten: sie war nicht güns­tig. Die alten polythe­is­ti­schen Volks­re­li­gio­nen und Staats­kulte waren zer­setzt und in wei­ten Krei­sen um ihren Kre­dit gekom­men. Unter den Gebil­de­ten war völ­li­ger Athe­is­mus nicht sel­ten.

Als eine Art Ersatz für den Göt­ter­glau­ben kam der Kai­ser­kult auf, die gött­li­che Ver­eh­rung des ver­stor­be­nen und bald auch des leben­den Kai­sers bzw. sei­nes Genius.

Die ori­en­ta­li­schen Reli­gio­nen und Mys­te­ri­en­kulte übten eine immer stär­kere Anzie­hungs­kraft auf die Mas­sen aus, so nament­lich der Kult der phry­gi­schen Magna Mater Kybele und des Attis, die ver­schie­de­nen syri­schen Baalim, die ägyp­ti­schen Gott­hei­ten Isis und Osi­ris, der per­si­sche Licht­gott Mithras.

Dane­ben blühte jede Art von reli­giö­sem Aber­glau­ben: Astro­lo­gie, Magie, Theur­gie (Göt­ter­be­ar­bei­tung) und Nekro­man­tie (Totenora­kel). Theur­gie bezeich­net den mani­pu­la­ti­ven Umgang mit Gott­hei­ten und den Ver­such ihrer Beein­flus­sung durch den Men­schen. Im Neu­pla­to­nis­mus meinte man gött­li­che Kräfte in ein (in Trance ver­setz­tes) Medium über­füh­ren zu kön­nen.

Nekro­man­tie bezeich­net das Totenora­kel, das durch direkte Beschwö­rung Ver­stor­be­ner, durch das Gebet an eine dem Toten über­ge­ord­nete Gott­heit oder durch den Tem­pel­schlaf auf Grä­bern gesucht wird.

Hand in Hand mit dem Ver­fall der Reli­gion ging, vor allem in den höhe­ren Schich­ten und in den grö­ße­ren Städ­ten, eine furcht­bare sitt­li­che Ver­wil­de­rung. Der Apos­tel Pau­lus zeich­net ihr düs­te­res Bild mit schar­fen Stri­chen (Röm 1,24-32).

Zu kei­ner Zeit war das Gefühl der Hilf­lo­sig­keit und das Bewusst­sein der all­ge­mei­nen Ver­derbt­heit ver­brei­te­ter und stär­ker als damals, da Chris­tus in die Welt trat. Fromme Hei­den rin­gen in schmerz­li­chem Seh­nen nach Erleuch­tung und Hilfe von oben. Sie erwar­ten eine Wel­ten­wende und Welt­er­neue­rung, einen geschicht­lich auf­tre­ten­den Hei­land und Ret­ter.

Im Mittelpunkt steht das Wort vom Kreuz

In die­ser schlim­men geis­ti­gen und sitt­li­chen Atmo­sphäre tra­fen der Apos­tel Pau­lus und der römi­sche Pro­ku­ra­tor auf­ein­an­der. Pau­lus wird bei die­sem Gespräch mit Felix das Evan­ge­lium von Chris­tus ver­kün­det haben. Im Mit­tel­punkt steht das Wort vom Kreuz, d.h. von dem einen und ein­zi­gen Heils­mitt­ler Jesus Chris­tus, dem sün­den­lo­sen himm­li­schen Got­tes­sohn, der Mensch gewor­den ist.

Des­sen am Fluch­holz ver­gos­se­nes Blut der gesam­ten sün­di­gen Mensch­heit prin­zi­pi­ell und objek­tiv Sühne für ihre Sün­den und damit die Ret­tung im End­ge­richt beschafft hat. Die­ses Heil bie­tet Gott allen, Hei­den und Juden, unter­schieds­los aus rei­ner, unver­dien­ter Gnade an, und jeder, Jude wie Heide, hat es sich ver­mit­tels des Glau­bens an Christi Per­son und Werk sub­jek­tiv anzu­eig­nen.

Dazu trat die Ver­kün­di­gung des christ­li­chen Sit­ten­ge­set­zes. Wir ken­nen die Ver­kün­di­gung des Pau­lus aus sei­nen Brie­fen:

„Was immer wahr, was ehr­wür­dig, was gerecht, was lau­ter, was irgend­eine Tugend und irgend­ein Lob ist, dar­auf seid bedacht“ (Phil 4,8). – „Gestal­tet euch nicht die­ser Welt­zeit gleich, son­dern wan­delt euch um durch Erneue­rung eures Geis­tes, dass ihr prüft, was der Wille Got­tes ist, das Gute, Wohl­ge­fäl­lige und Voll­kom­mene“ (Röm 12,2). „Seid allen Men­schen gegen­über auf Gutes bedacht“ (Röm 12,17). „Lasst uns, da wir Zeit haben, das Gute an allen tun (beson­ders aber an den Glau­bens­ge­nos­sen)“ (Gal 6,10).

Als trei­ben­den Fak­tor des neuen Lebens sieht Pau­lus den (gött­li­chen) Geist an, der, in der Taufe ver­lie­hen, nun selbst dazu drängt, die Werke des Flei­sches zu las­sen, die bösen Lei­den­schaf­ten und Begier­den zu töten und die Früchte des Geis­tes her­vor­zu­brin­gen (Gal 5,16-24; Röm 5,12ff.).

Durch Christus FREIsein für das Gute

Damit wird die Schwä­che des fleisch­li­chen Men­schen über­wun­den (Röm 8,3), die Tyran­nei der Sün­den­macht gebro­chen und die prak­ti­sche Unfrei­heit unter dem alten Gesetz besei­tigt (Röm 7,14-24). So gewinnt der Christ die wahre sitt­li­che Frei­heit (Röm 8,2; Gal 5,1, 13), die ein Frei­sein für das Gute, für den Dienst Got­tes (Röm 6,16ff.) bedeu­tet.

Pau­lus hat wie kein ande­rer den inne­ren Zusam­men­hang zwi­schen gna­den­haf­ter Erret­tung und sitt­li­cher Ver­pflich­tung gese­hen. Wir sind durch Chris­tus mit Gott ver­söhnt, sol­len uns aber auch mit Gott ver­söh­nen (2 Kor 5,18ff.). Unser alter Sün­den­mensch ist (in der Taufe) ver­nich­tet, mit Chris­tus mit­ge­kreu­zigt (Röm 6,6); wir sol­len ihn aber auch mit sei­nen Taten able­gen und den neuen anzie­hen (Eph 4,22ff.; Kol 3,9f.).

Wir leben im Geist, sol­len nun aber auch im Geist wan­deln (Gal 5,25). Damit ist der sitt­li­che Impe­ra­tiv aufs engste mit dem Indi­ka­tiv des Heils ver­knüpft. Sitt­li­ches Tun ist nicht ohne das gna­den­haft geschenkte Leben Got­tes mög­lich. Aber die­ses ist auch voll und ganz auf die ethi­sche Bewäh­rung hin­ge­ord­net.

So oder ähn­lich dürfte Pau­lus vor dem Pro­ku­ra­tor Felix bei sei­nen wie­der­hol­ten Gesprä­chen das Evan­ge­lium ver­kün­det haben.

Nach dem Zeug­nis der Apos­tel­ge­schichte sprach er von den sitt­li­chen For­de­run­gen des christ­li­chen Glau­bens, ins­be­son­dere von der Pflicht der Gerech­tig­keit und der Ent­halt­sam­keit (Keusch­heit) und betonte die ernste Wahr­heit des zukünf­ti­gen Gerich­tes, bei dem alles Böse seine Strafe und alles Gute sei­nen Lohn emp­fan­gen wird. Gerech­tig­keit bedeu­tet das Ver­hal­ten gemäß Got­tes Wil­len (Gen 15,6; Dt 6,25, 24,13; Is 1,27), da die Taten des Men­schen dem Urteil des gerech­ten Got­tes unter­ste­hen.

Der Gerechte ist der Mensch, der alle sitt­li­chen Pflich­ten erfüllt. Die Gerech­tig­keit for­dert auch die kor­rekte Bezie­hung der Men­schen unter­ein­an­der.

Pau­lus spricht zum Pro­ku­ra­tor Felix und sei­ner Frau Dru­silla auch von der Pflicht zur Ent­halt­sam­keit. Mit der Ent­halt­sam­keit ist an ers­ter Stelle der geord­nete, Got­tes Wil­len ent­spre­chende Gebrauch der Geschlecht­lich­keit gemeint. Es gibt eine vor­ehe­li­che und eine ehe­li­che Ent­halt­sam­keit. Keusch­heit und Ent­halt­sam­keit gehö­ren eng zusam­men. Die eine kann ohne die andere nicht beste­hen.

Keusch­heit ist das sitt­lich geord­nete Ver­hal­ten gegen­über der Geschlecht­lich­keit. „Kein Unzüch­ti­ger oder Unrei­ner… hat Erb­teil am Rei­che Christi und Got­tes“ (Eph 5,5), lehrt Pau­lus.

Das Gericht ist der Erntetag Gottes

Zur christ­li­chen und pau­li­ni­schen Ver­kün­di­gung gehört auch das Gericht Got­tes über die Men­schen. Das Gericht ist der Ern­te­tag Got­tes, an dem er Unkraut und Wei­zen schei­den wird, der Tag, an dem die Men­schen Rechen­schaft able­gen müs­sen von ihrem Tun und Las­sen. Jesus ist der wie­der­kom­mende Men­schen­sohn und Rich­ter.

Der von den Toten erweckte Herr ist von Gott zum Rich­ter des Erd­krei­ses bestimmt. Alle Men­schen müs­sen vor sei­nem Rich­ter­stuhl erschei­nen, um über ihre im Leben voll­brach­ten Taten Rechen­schaft abzu­le­gen und ihren Lohn zu emp­fan­gen (1 Kor 3,8), um zu ern­ten, was sie im Leben gesät haben (2 Kor 9,6; Gal 6,7-10; 1 Kor 10,1-13).

Um dem Gericht zu ent­ge­hen, ist Umkehr ver­langt zu dem allein ret­ten­den Glau­ben an Chris­tus. Die Zeit zwi­schen Ostern und Paru­sie ist die letzte Gna­den­frist zur Abson­de­rung der sich Bekeh­ren­den von der ver­stock­ten Welt. Im Schrei­ben an die Bewoh­ner von Salo­niki sprach Pau­lus von den Feu­er­flam­men des Gerich­tes, wenn der Herr Jesus denen die Strafe bringt, die Gott nicht ken­nen und sei­nem Evan­ge­lium nicht gehor­chen (2 Thess 1,7f.).

All das Erwähnte und vie­les andere wird Pau­lus dem Pro­ku­ra­tor Felix und sei­ner Frau Dru­silla vor­ge­tra­gen haben. Er war dafür bekannt, dass er die Wahr­heit scho­nungs­los vor­trug. Daher beginnt bei Felix das Gewis­sen sich zu regen. Auch der Dru­silla wird es bei die­sen Aus­füh­run­gen nicht ganz wohl gewe­sen sein. Darum bricht Felix die Unter­re­dung ab.

Diese Ver­kün­di­gung ist ihm unan­ge­nehm. Er gedenkt nicht, zu dis­ku­tie­ren, nein, er schnei­det dem Apos­tel das Wort ab. Er gerät in Angst und sagt: „Für dies­mal kannst du gehen; wenn ich Zeit finde, werde ich dich wie­der rufen las­sen.“

Warum gerät der Pro­ku­ra­tor in Angst? Ver­mut­lich des­we­gen, weil ihm vor den hohen Wahr­hei­ten, die Pau­lus ver­kün­dete, und vor den erha­be­nen sitt­li­chen For­de­run­gen, die er dar­legte, das Grauen, das Unbe­ha­gen und der Schwin­del über­fällt. Er dachte und lebte anders, als es nach der Lehre des Pau­lus von Gott gebo­ten war.

Vor allem der Gedanke an das Gericht, das Pau­lus ankün­digte, mag Felix in Schre­cken ver­setzt haben. Davon mochte er nichts hören. Er wollte Ruhe haben. Darum brach er das Anhö­ren der christ­li­chen Lehre ab. Felix hatte ein gewis­ses Inter­esse am Chris­ten­tum. Er war viel­leicht von einem unbe­stimm­ten Wohl­wol­len für Pau­lus erfüllt. Aber zu einem wirk­li­chen Ver­ständ­nis für den reli­giös-sitt­li­chen Ernst der christ­li­chen Bot­schaft war er nicht fähig oder nicht gewillt.

„Für jetzt höre auf und gehe.“ – So spre­chen heute viele Men­schen, die ein Gläu­bi­ger an Gott, seine Macht und sein Gesetz erin­nert. Sie wol­len in ihrem Tun und Las­sen nicht gestört sein.

„Ich will Spaß haben“, sagte der Fuß­bal­ler Lothar Matt­häus, als er auf sei­nen Umgang mit der Ehe ange­spro­chen wurde. Dar­auf ist mit dem Buch von der Nach­folge Christi zu ant­wor­ten: „Siehe, zwei­fa­che Freude gibt es nicht für dich. Hier die törich­ten Freu­den der Welt töricht mit­ge­nie­ßen und dort mit Chris­tus herr­schen, siehe, das kannst du nicht.“

Prof. Dr. Georg May ist katholischer Priester, Theologe, Kirchenrechtler und Buchautor; er wurde von Papst Benedikt zum Apostolischen Protonotar ernannt. Seine fundierte, umfangreiche Predigtsammlung ist seit langem in unserer Linkliste auf der Startseite zu finden: https://http://www.glaubenswahrheit.org/


Meine Stärke und mein Lied ist der HERR

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Jesaja 12,2-3.4bcd.5-6.

Gott ist meine Rettung;
ihm will ich vertrauen und niemals verzagen.
Denn meine Stärke und mein Lied ist der HERR.
ER ist für mich zum Retter geworden.

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude
aus den Quellen des Heils.
Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen an!
Macht seine Taten unter den Völkern bekannt,
verkündet: Sein Name ist groß und erhaben!

Preist den HERRN;
denn herrliche Taten hat ER vollbracht;
auf der ganzen Erde soll man es wissen.
Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner von Zion;
denn groß ist in eurer Mitte

der Heilige Israels.

.


In keinem anderen Namen ist das Heil

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche: Apg 4,8-12.

Da sprach Petrus zu ihnen, erfüllt vom Heiligen Geist: Ihr Führer des Volkes und ihr Ältesten! Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist, so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen:

Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch.

ER ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.

Foto: Felizitas Küble


GOTT hat seinem Volk die Erlösung bereitet

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Lk 1,68-69.70-75.

Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels!
Denn ER hat heimgesucht sein Volk und ihm Erlösung bereitet;
ER hat uns einen starken Retter erweckt
im Hause seines Knechtes David.

So hat ER verheißen von alters her
durch den Mund seiner heiligen Propheten.
ER hat uns errettet vor unseren Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen;

ER hat sein Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet
und an seinen heiligen Bund gedacht.
ER hat sich des Eides erinnert,
den ER unserem Vater Abraham geschworen hat.

ER hat uns gewährt, dass wir
aus Feindeshand befreit ihm furchtlos dienen
in Heiligkeit und Gerechtigkeit
vor seinem Angesicht all unsere Tage.

.

.