Der Synodale Irrweg will eine andere Kirche

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die sexuellen Missbrauchsfälle sind für manche Medienleute der Hebel, um die katholische Kirche in eine an die Wünsche der „Welt“ angepasste Institution zu transformieren.

Die Mehrheit des „Synodalen Weges“ hat sich diesen Aufhänger zu eigen gemacht.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLKEN

Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg hat in seiner persönlichen Erklärung vom 25.9.2019 über das Statut des „Synodalen Prozesses“ geäußert:

„Ich bin auch der Meinung, dass an der Wiege des ‚Synodalen Prozesses‘ eine Unaufrichtigkeit steht. Aus den Fällen des sexuellen Missbrauchs den Schluss zu ziehen, dass es bei der Erneuerung um die genannten Themen ‚Ehelosigkeit (der Priester), Machtmissbrauch, Frauen in der Kirche und Sexualmoral‘ gehen müsse, ist angesichts fehlender wissenschaftlicher Studien… nur als pseudowissenschaftlich anzusehen“.

Nun gibt es Medienleute wie Daniel Wirsching, die als „kritische Beobachter“ jedes Maß an Objektivität, Gerechtigkeit und Fairness fehlen lassen. Aus ihrer Kritik spricht blanker Hass gegen die katholische Kirche, die sich immer noch nicht auf das gewünschte Maß einplanieren lässt.

Wirsching wirft ihr in seinem Artikel „Die Kirche verweigert die Übernahme von Verantwortung“ (Augsburger Allgemeine Zeitung, 21.9.2021) „begangene massenhafte psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt“ vor.

Weiter: „Der weltweite Missbrauchsskandal der katholischen Kirche ist ein Jahrhundertskandal. Er überschattet alles und führt dazu, dass die Glaubwürdigkeit dieser ‚moralischen Institution‘ und das Vertrauen in sie erodieren… solange der Missbrauchsskandal nicht unabhängig aufgearbeitet ist und spürbare Konsequenzen erfahren hat, solange wird diese Institution weder Glaubwürdigkeit noch Vertrauen (zurück-)gewinnen. Ihre Zukunft entscheidet sich am Umgang mit Missbrauchsfällen“.

Daniel Wirsching sagt kein Wort zu den Missbrauchsfällen in der evangelischen Kirche und in der Gesellschaft, d.h. in Sportvereinen, Klubs und in den Familien. Ginge es Wirsching um die Missbrauchsgeschädigten, müsste er auch dazu Stellung beziehen! Missbrauch in der Familie, z.B. durch den eigenen Vater, ist nicht weniger schwerwiegend als durch einen Priester.

Der Autor hält der katholischen Kirche im o.a. Artikel vor, „um Betroffene und Gerechtigkeit geht es allerdings kaum. Kleriker erfahren Barmherzigkeit, Betroffene können damit nicht rechnen. Sie erfahren Kälte und die Selbstgerechtigkeit einer nach wie vor einflussreichen und sehr weltlichen Institution“… „In Fulda wird auch der Kölner Kardinal Woelki predigen, Inbegriff kirchlicher Demutssimulation“.

Wer verfolgt hat, was Daniel Wirsching Kardinal Woelki in den vergangenen zwei Jahren zu Unrecht vorgeworfen hat, sollte zur Kenntnis nehmen, was Peter Henselder, Missbrauchsbetroffener, Mitglied im Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln und Fernsehprojektleiter von „For Disabled People TV Berlin“ gegenüber der Tagespost (23.9.2021) geäußert hat:

„Kardinal Woelki hat die Aufarbeitung soweit betrieben wie kein anderes Bistum, ist eigentlich der Aufklärer schlechthin… kein anderes Bistum hat das bisher gemacht. Nach der Veröffentlichung (Gercke-Gutachten) habe der Beirat Forderungen gestellt, die berücksichtigt worden seien und Zug um Zug umgesetzt würden“.

Bischof Voderholzer

Kardinal Woelki ist zusammen mit Bischof Voderholzer das geistige Haupt der Minderheitenfraktion im „Synodalen Prozess“, die den Durchmarsch zu einer „anderen Kirche“ verhindern.

Hätte Papst Franziskus Erzbischof Woelki abgesetzt, wären die glaubenstreuen Katholiken im „Synodalen Weg“ erheblich geschwächt worden. Die Wut der Kirchenveränderer ist von daher zu verstehen.

Der Stil von Medienleuten wie Daniel Wirsching erinnert an Marat, wie ihn Alphonse de Lamartine in den „Gestalten der Revolution“ (Portraits de Revolutionaires) porträtiert hat:

„Marat rächte sich an allem, was groß war… das Geniale war ihm nicht weniger verhasst als das Aristokratische. Überall, wo er etwas hervortreten oder glänzen sah, verfolgte er es wie einen Feind. Er hätte die ganze Schöpfung einebnen mögen. Die Gleichheit war sein wütendes Streben, weil die Überlegenheit sein Martyrium war. Er liebte die Revolution, weil sie alles bis in seine Reichweite erniedrigte.“

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Kuba: 1000 Protestteilnehmer verhaftet oder vermißt – Die IGFM verlangt Auskunft 

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verlangt Auskunft über das Schicksal des am 11. Juli verschleppten prominenten Bürgerrechtler José Daniel Ferrer und weiterer seither vermisster Bürgerrechtler.

Die IGFM, die auf Kuba durch eine Sektion vertreten ist, verurteilt die Aufrufe von Partei- und Staats-Chefs Díaz-Canel zur „Verteidigung der Revolution“ als Aufforderung zur Gewalt gegen Regimekritiker.

Zur Täuschung der Öffentlichkeit inszeniert das Regime „Treffen mit der Bevölkerung‘“, bei denen nur das von der seit 61 Jahren allein regierenden Kommunistischen Partei ausgewählte Publikum gegen die Demokratiebewegung agitiert und bei denen zur „Verteidigung der Revolution“ aufgerufen wird.

Die IGFM fordert von Díaz-Canel Auskunft über den Aufenthaltsort und Gesundheitszustand von José Daniel Ferrer. So wie Ferrer, Gründer und Sprecher der Unión Patriótica de Cuba (UNPACU), werden zahlreiche Bürgerrechtler seit dem 11. Juli vermisst. Seine Familie hat keine Informationen über seine Gesundheit und den Ort seiner Inhaftierung.

„Weit über 1000 Protestteilnehmer sind weiter inhaftiert oder werden vermisst. Die Zahl der verurteilten politischen Gefangenen ist auf 274 angestiegen. Innerhalb eines Monats wurden allein 124 Protestteilnehmer in Schnellverfahren abgeurteilt. Die Strafen reichen von einigen Monaten bis hin zu zehn Jahren.

Zugleich verspricht die Kommunistische Partei ein weiteres Mal Wirtschaftsreformen, um so dem Druck aus der Bevölkerung zur Freilassung aller Protestteilnehmer und aller politischen Gefangenen auszuweichen“, kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Über 11.000 Zivilisten werden auf Kuba vor Gericht gestellt und mit Urteilsbegründungen verurteilt wie „Verbündung mit antisozialen Elementen und Störung der öffentlichen Ordnung „.

Die verwendeten Musterdokumente enthalten bereits Urteil und Sicherungsverwahrung der Angeklagten. Die standardisierten Klageschriften verzichten auf Beweise und basieren ausschließlich auf Bewertungen von Staatssicherheitsdienst und Polizei. Den Angeklagten steht kein Verteidiger zur Seite, so die IGFM.

Weitere Infos zur Lage auf Kuba

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BLM solidarisiert sich mit Kubas roter Diktatur

Die „Black Lives Matter“-Bewegung (BLM) hat sich mit dem kubanischen Regime solidarisiert und von US-Präsident Joe Biden ein Ende des Embargos gegen das kommunistische Land verlangt.

Diese „grausame und unmenschliche Politik“ sei begonnen worden, um das Land zu destabilisieren und „das Recht der Kubaner, ihre eigene Regierung zu wählen, zu untergraben“, schrieb BLM auf seiner Facebook-Seite.

Die Bewegung, deren Mitgründerin zuletzt wegen ihres aufwendigen Lebensstils in die Kritik geraten war, erhob schwere Vorwürfe gegen die Vereinigten Staaten:

„Seit 1962 haben die USA Schmerz und Leid über die Kubaner gebracht, indem sie sie von Nahrung, Medizin und Versorgungsgütern abgeschnitten haben. Die Kubaner werden von der US-Regierung bestraft, weil das Land seine Souveränität und Selbstbestimmtheit beibehalten hat.“

Seit Jahrzehnten habe Washington versucht, die kubanische kommunistische Revolution zu zerstören. Als Leistung rechnete die BLM-Bewegung Kuba an, in der Vergangenheit schwarzen Revolutionären Asyl gewährt und unterdrückte Völker in Afrika unterstützt zu haben.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2021/black-lives-matter-kuba/


Peter Hahne kritisiert Rosa-Luxemburg-Gottesdienst in Hamburger evgl. Gemeinde

Das langjährige Mitglied des Rates der EKD, Peter Hahne (siehe Foto), hat den sog. Themen-Gottesdienst einer Hamburger Gemeinde zum 150. Geburtstag von Rosa Luxemburg scharf kritisiert.

„Hier zeigt sich geballt das ganze Elend der heutigen Kirche: Es wird eine Ideologie gefeiert, die Millionen von Christen auf dem Gewissen hat. Die Geschichte der DDR ist in den Köpfen dieser Ideologie-Theologen bereits ausgeblendet. Aber erst recht die kommunistischen Rosa-Luxemburg-Diktaturen des vorigen Jahrhunderts mit ihren Gulags und Guillotinen für Christen“, sagte der frühere ZDF-Moderator am Freitag der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT.

Der Gottesdienst am kommenden Sonntag in der Auferstehungskirche in Hamburg-Lurup ist auf der Internetseite der Gemeinde mit dem Titel angekündigt: „Mensch sein ist vor allem die Hauptsache“. Zwar sei Luxemburg eine Sozialistin gewesen. Doch mit dem Gottesdienst wolle man eine „bedeutende Frau“ ehren, „die uns heute noch Inspiration sein kann“. Bei Luxemburg habe es sich um eine „feinsinnige Frau“ gehandelt, die „unbeirrt“ ihren eigenen Weg gegangen sei.

Für Hahne ist nicht nachvollziehbar, warum die EKD „zu solch dümmlichem Unfug“ schweige, „der die letzten Wohlmeinenden und Gutgläubigen aus den Kirchen vertreibt“.

Rosa Luxemburg war Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Deutschlands. Nach dem Ausbruch der Novemberrevolution 1918 gründete sie den Spartakusbund. In dessen Programm, das Luxemburg verfaßt hatte, hieß es: „Auf, Proletarier! Zum Kampf! Es gilt eine Welt zu erobern und gegen eine Welt anzukämpfen. In diesem letzten Klassenkampf der Weltgeschichte um die höchsten Ziele der Menschheit gilt dem Feinde das Wort: Daumen aufs Auge und Knie auf die Brust.“

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/gottesdienst-fuer-rosa-luxemburg/


Beatrix von Storchs Erklärung zu ihrer Verhüll-Aktion des Karl-Marx-Denkmals in Berlin

Gestern Morgen wurde das Karl-Marx-Denkmal am Strausberger Platz durch die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch und Mitglieder der „Jungen Alternative“ Berlin im Rahmen einer Protestaktion vorübergehend verhüllt https://www.youtube.com/watch?v=nPzP9LsADnw.

Heute ermittelt der Staatsschutz (laut Medienberichten).

Beatrix von Storch, Mitglied des AfD-Bundesvorstands, kommentiert die Staatsschutzermittlungen gegen sie nach der Anti-Karl-Marx-Aktion in Berlin:

„In der Bundesrepublik des Jahres 2020 ist es möglich, dass eine Linksextremistin und Verteidigerin des SED-Regimes mit den Stimmen der CDU Verfassungsrichterin werden kann, wie in Mecklenburg-Vorpommern geschehen, und gleichzeitig der Staatsschutz in Berlin wegen einer kurzzeitigen symbolischen Verhüllung einer Karl-Marx-Büste ermittelt.

Karl Marx war Vordenker der gewaltsamen Revolution und der kommunistischen Diktaturen. Er war darüber hinaus Rassist, Antisemit und Verächter der parlamentarischen Demokratie. Dass Kritik an Karl Marx als mögliche „Staatsgefährdung“ wahrgenommen wird, zeigt den wachsenden Einfluss der SED-Nachfolgepartei und linksradikaler Gruppen auf Politik und Behörden.

Der rotrotgrüne Senat in Berlin, die gewaltbereite Antifa und Black Lives Matter sehen Marx als ihren Vordenker und Stichwortgeber an. Kritik an Karl Marx sehen sie als Angriff auf ihre Machtposition. Darum wollen sie eine Debatte über den Rassismus und Antisemitismus von Karl Marx mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unterdrücken.“


WerteUnion: Ramelow-Wahl ist ein Tiefschlag für die politische Kultur Deutschlands

Die WerteUnion – eine Initiative in der CDU –  bedauert die Wahl des „Linkspartei“-Kandidaten Bodo Ramelow zutiefst. In der Wahl zeige sich eine bedenkliche Schwächung des anti-totalitären Konsenses in der Bundesrepublik.

Insbesondere ist die konservative Basisbewegung vom Verhalten der CDU-Fraktion in Thüringen enttäuscht. Die WerteUnion ruft alle Mitglieder der CDU auf, gegen den fortschreitenden Linkskurs ihrer Partei zu protestieren.

Die Mehrheit für Ramelow ist aus Sicht der WerteUnion völlig unverständlich; insbesondere vor dem Hintergrund der erschütternden Aufnahmen vom jüngsten „Strategie-Kongress“ seiner Partei, in der eine Teilnehmerin unverhohlen zu Revolution und politischem Mord aufgerufen hat.

Ingo Gondro, Vize-Bundesvorsitzender der WerteUnion, erklärt dazu:

„Was in Thüringen geschehen ist, ist unverzeihlich. SPD und Grüne inszenieren sich tagein, tagaus als moralisch überlegene Demokraten. Gleichzeitig haben sie kein Problem damit, die SED-Erben in die Staatskanzlei zu wählen.

Dass auch noch die CDU-Fraktion durch ihre Enthaltung Ramelow offenbar zum Sieg verholfen hat, schlägt dem Fass völlig den Boden aus.

Die Art und Weise, wie Bodo Ramelow für den reinen Machterhalt alles tut, ist unmoralisch und typisch für Sozialisten. Demokraten sollten die mehrfach umbenannte SED verurteilen – und nicht in Ämter wählen.“

Quelle: https://werteunion.net/werteunion-ramelow-wahl-ist-tiefschlag-fuer-die-politische-kultur-deutschlands/

 


Debatte in Linkspartei: Reiche “erschießen”

„Das Land verändern: für einen sozial ökologischen Systemwechsel“, lautete das Motto einer Strategiekonferenz der deutschen Linkspartei in Kassel am letzten Wochenende.

Wie sich Linke einen solchen Systemwechsel vorstellen, kam durch einen Videomitschnitt ans Tageslicht. Eine Rednerin skizzierte ein erschreckendes Bild, wie mit „Reichen“ anlässlich einer Revolution verfahren werden soll: Sie gehören erschossen.

Wörtlich sagte sie:

Energiewende ist auch nötig – nach einer Revolution und auch wenn wir das ein Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen – naja ist so, wir müssen von dieser Metaebene runterkommen.

Der Parteichef der Linken, Bernd Riexinger, setzte im Anschluss daran noch eins drauf. Anstatt die Rednerin zurechtzuweisen, wollte er sich von seiner „humanen“ Seite zeigen, indem er sagte: „Erschießen müssen wir sie (die Reichen) nicht, wir setzen sie für nützliche Arbeit ein“. Das Publikum fand die Wortmeldungen auch noch lustig.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.unzensuriert.de/content/92952-wilde-revolutionsfantasien-bei-strategiegespraech-der-linkspartei


Islamischer Iran zerstört die Rechte der Frauen

Heute vor 57 Jahren, am 27. Februar 1963, erhielten iranische Frauen unter dem Schah von Persien das Wahlrecht, ein bedeutender Schritt zur Verbesserung der Stellung der Frau im Rahmen einer Modernisierung der iranischen Gesellschaft. 

Im Jahr 1979 machte die islamische Revolution viele dieser Bemühungen wieder zunichte. Sie institutionalisierte eine verheerende gesetzliche Diskriminierung von Frauen im Iran, kritisiert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Zahlreiche mutige Frauen engagieren sich im Iran für einen gesellschaftlichen Wandel und werden deswegen diskriminiert, verfolgt und gefangen gehalten.

Frauen im Iran sind durch das angewandte islamische Rechtssystem – die Scharia – in fast allen Rechtsbereichen stark benachteiligt und werden systematisch entrechtet.

In der islamischen Republik Iran, die ein Gegenentwurf zur autokratischen Schah-Dynastie sein sollte, kam es im Zuge der Islamischen Revolution 1979 mit dem Verschleierungszwang zu einer Verschärfung der rechtlichen Diskriminierung gegen.

Während sich trotz aller Widernisse immer mehr iranische Frauen emanzipieren, studieren und individuelle Berufswege einschlagen, schließt das klassische islamische Recht eine Gleichberechtigung von Frau und Mann weiterhin kategorisch aus.

Die Diskriminierung von Frauen umfasst das Zeugenrecht, das Ehe- und Scheidungsrecht, das Sorgerecht, aber auch das Strafrecht. Im Strafrecht gilt sogar das sogenannte „Vergeltungsrecht“: Leben und Gesundheit von Frauen haben demnach nur den halben Wert eines Mannes, kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Menschenrechtsverteidigerinnen seit Jahren verfolgt

Personen, die sich für eine rechtliche Gleichstellung der Frau einsetzen, müssen mit systematischer Unterdrückung durch die iranische Regierung rechnen. Die wohl bekannteste Menschenrechtsverteidigerin ist die zweifache Mutter Nasrin Sotoudeh.

Als Rechtsanwältin setzte sie sich vor allem für andere Frauen ein, die wegen ihres Protests gegen den Kopftuchzwang angeklagt wurden. Für ihr Engagement wurde sie im März 2019 zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt. Nasrin Sotoudeh wird seit 2018 im Evin-Gefängnis in Teheran gefangen gehalten.

Eine weitere sehr bekannte Menschenrechtsverteidigerin ist die zweifache Mutter und Ingenieurin Narges Mohammadi. Sie war Vizepräsidentin und Sprecherin des Zentrums für Menschenrechtsverteidiger im Iran und trat ebenfalls für Gleichberechtigung für Frauen und Männer in ihrer Heimat ein. Auch sie wurde im Mai 2015 zum zweiten Mal inhaftiert und zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Frauenrechtlerinnen werden diskriminiert

Dass der Einsatz für Frauenrechte vom iranischen Regime auch in diesen Tagen drakonisch bestraft wird, zeigt der Fall der Frauenrechtsaktivistin Mojgan „Maya“ Keshavarz.

Diese setzte sich für die Überwindung des gesetzlich erzwungenen Verschleierungszwangs ein, in dem sie – ohne Kopftuch – Blumen in einer Teheraner U-Bahn verteilte. Sie wurde dafür im April 2019 zu 23 Jahren und 6 Monaten Haft im für Folter und Misshandlungen berüchtigten Evin-Gefängnis verurteilt. Aufgrund internationaler Reaktionen wurde das Urteil gegen sie Anfang Februar 2020 auf 12 Jahre und sechs Monate reduziert.

Friedensnobelpreistägerin Ebadi bedauert islamische Revolution

Die Friedensnobelpreisträgerin und erste weibliche Richterin in der Geschichte des Iran, Shirin Ebadi, weist seit Jahren auf die Gefahren der rückwärtsgewandten und diskriminierenden Weltanschauung des klerikalen Regimes hin. Diese stehe den gesellschaftlichen Emanzipationsbewegungen der Frauen in einem extremen Widerspruch gegenüber.

In einem kürzlich verfassten Brief bittet Ebadi die junge Generation des Irans um Vergebung für die „unheilvolle Revolution“, denn „[sie] hätte es verdient, ein blühendes Land übergeben zu bekommen, doch es kam nicht so. Ich fühle mich dafür mitverantwortlich. Bitte verzeiht uns. Wir hätten genauer hinschauen müssen, wir hätten die richtige Wahl treffen müssen.“

Mehr Infos zur Frauenrechtssituation im Iran: www.igfm.de/frauen-im-iran/


Ecuador: Jesuit Emilio Moscoso Cardenas seliggesprochen – Beim Rosenkranz ermordet

Kardinal Angelo Becciu, Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen, hat am 16. November im Olympiastadion von Riobamba die Seligsprechung von Pater Emilio Moscoso Cardenas, dem ersten Märtyrer Ecuadors, vollzogen.

Emilio Moscoso wurde am 21. August 1846 in Cuenca geboren und am 4. Mai 1897 mit 51 Jahren, während der Revolution mit ihren kirchenfeindlichen Attacken ermordet.

Nach seinem Jurastudium trat er der Gesellschaft Jesu (SJ) bei, wurde 1877 zum Priester geweiht und studierte in Frankreich und Spanien. Nach einer dreijährigen Tätigkeit an einer Schule in Peru kehrte er nach Ecuador zurück, zuerst an das Collegio San Luis (Quito), dann an das „Collegio San Felipe Neri“ (Riobamba), wo er 1892 zum Rektor ernannt wurde.

Am 2. Mai wurde P. Moscoso zunächst verhaftet, kam aber auf Druck der Bürger, die die Arbeit der Jesuiten schätzten, am nächsten Tag wieder frei.

Am 4. Mai drangen Soldaten gewaltsam in die Jesuitenschule ein und stießen, nachdem sie die Kapelle verwüstet hatten, auf Pater Moscoso, der in seinem Zimmer den Rosenkranz betete, und ermordeten ihn kaltblütig.

Zum Abschluss ihrer Vollversammlung nahmen alle katholischen Oberhirten Ecuadors an der feierlichen Seligsprechung teil.

Quelle: Fidesdienst – Gemälde: Evita Gründler

 


„Denkwerkstatt“ über Revolution in der Kirche

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In der Münchner Kirchenzeitung (4.8.2019, S. 31) berichtet Christoph Renzikowski, Leiter der Landesredaktion Bayern der KNA, über eine Veranstaltung der katholischen Akademie in Bayern. Sie wurde auf der Titelseite als „Denkwerkstatt über die Zukunft der Kirche“ angekündigt und trägt den Titel „Ein Hauch von Revolution“.

Zu dieser Veranstaltung waren der Moraltheologe Daniel Bogner, Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf und die Tübinger Dogmatikerin Johanna Rahner, „drei ausgewiesene Reformer“, geladen.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

„Das Publikum hatte viel Gelegenheit zur Beteiligung“. Es war aufgefordert, über die bekannten Reizthemen abzustimmen: „Für die Abschaffung des Zölibats reichen 10 Minuten. Das Meinungsbild fällt eindeutig aus. Ähnlich die Zustimmung bei der Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern“.

Der Leiter der KNA-Landesredaktion in Bayern konstatiert: „Würde es sich hier um eine verfassungsgebende Versammlung der katholischen Kirche handeln, sähe diese am Ende des Abends völlig anders aus als gewohnt“.

Für die „Rückkehr der Reformdebatte“ hatte die Akademie zuvor eine Umfrage durchgeführt zu Zölibat, Machtstrukturen, Geschlechtergerechtigkeit und Amtsverständnis. Das Ergebnis wurde auf Schautafeln präsentiert.

„Eine richtige Kontroverse kam indes nicht in Gang“, weil der „konservative Widerpart fehlt“.

Wen wundert das? Was sollen auch auf solchen Veranstaltungen Katholiken, die an der Lehre der Kirche festhalten? Die Richtung dieser katholischen Akademie ist eindeutig und bekannt. Die Auswahl der drei „Reformer“ bestätigt dies. Die Stammgäste der Akademie sind jene, die sich in ihrer Haltung für eine „andere Kirche“ immer neu bestätigt sehen wollen.

Die drei „Reformer“ zeigen sich über die Erfolgsaussichten neuer Gespräche (synodaler Prozess) nach den folgenlosen Talkshows der Würzburger Synode in den 70er Jahren, der Diözesansynoden und des dreijährigen Gesprächsprozesses der deutschen Bischofskonferenz skeptisch.

Trotzdem dürfe „die nächste Runde kein Strohfeuer werden „sonst können wir den Laden zusperren“, lautet die These, die auf „starke Zustimmung stößt“.

Die Skepsis ist angebracht, wenn wir die Forderungen des synodalen Prozesses betrachten.

Gefordert werden im Kern die Freistellung der priesterlichen Zölibats Verpflichtung, das Frauenpriestertum, die Änderung der kirchlichen Sexualmoral etc.. Würde dies beschlossen werden, wäre das der Auszug der deutschen Ortskirche aus der Universalkirche, die Spaltung der Katholiken. In jedem Fall werden wir den großen Frust, den die „Reformer“ seit Jahr und Tag herbeiprovozieren, haben.

Der saloppe Vergleich der Kirche Jesu Christi mit einem „Laden“ zeigt die Geisteshaltung der „Reformer“. Die wahren Reformen, die mit Umdenken und Umkehr den Anfang nehmen, kommen den „Reformern“ nicht über die Lippen.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) verdeutlicht: „Die Geschichte zeige, dass wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums und aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind“.

Daniel Bogner bedauerte, dass das Kirchenvolk oft „so gering von seinen Möglichkeiten denkt“. Er sieht aber in der Initiative „Maria 2.0“ ein Hoffnungszeichen, deren „Entstehen er in seinem Wohnort Münster aus nächster Nähe beobachten konnte“.

Dazu eine Anmerkung: „Maria 2.0“ entstand in der Münsteraner Pfarrei Heilig Kreuz. Sie hat „über 10.000 Kirchenmitglieder, 120 Messdiener, rund 250 Ehrenamtliche… Die regelmäßige Sonntagskerngemeinde bilden etwa 100 Personen“ (Konradsblatt 30.2019, S. 20).

Der Theologieprofessor Bogner schöpft also seine Zukunftshoffnungen aus dieser „vitalen“ katholischen Gemeinde, in der knapp 1% am Sonntag den Weg zur Kirche finden.

Am Ende der Münchner Tagung stieg der Theologe Bogner „auf die Barrikaden“. Die entscheidende Frage sei doch: „wie fallen wankende Regime?“

Dabei kommt einem der Satz des heiligen Apostels Johannes (1 Joh 2,19) in Erinnerung: „Sie sind aus unserer Mitte hervorgegangen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn hätten sie zu uns gehört, wären sie bei uns geblieben. Es sollte sich aber an ihnen erweisen, dass sie nicht zu uns gehörten“.