„Pille danach“ bleibt verschreibungspflichtig

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) lehnt eine Freigabe der „Pille danach“ ab. Sie solle verschreibungspflichtig bleiben, sagte der Politiker in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“.

Ein Sachverständigenausschuss hatte die Aufhebung der Rezeptpflicht empfohlen. Das fordert auch der Koalitionspartner SPD. Gröhe kann in dieser Frage aber allein entscheiden.

Nach seinen Worten handelt es sich bei der „Pille danach“ um einen Wirkstoff, der in Einzelfällen auch schwere Nebenwirkungen habe. Die Verschreibung ermögliche ein Beratungsgespräch, das in der vertraulichen Atmosphäre einer Praxis erfolge und der Schweigepflicht unterliege.

Am 13. Februar wird sich der Deutsche Bundestag mit dem Thema befassen. Es eignet sich Gröhe zufolge nicht für eine „Debatte mit Schaum vor dem Mund“. 

Gröhe lobte die Sexualaufklärung in Deutschland: „Bei uns sind die Schwangerschaftsabbrüche von Teenagern rapide gesunken, während sie in anderen Ländern mit rezeptfreier ‚Pille danach‘ sogar angestiegen sind.“

Quelle: http://www.idea.de

HINWEIS: Zur Debatte um die Pille-danach (auch hinsichtlich ihrer potentiell frühabtreibenden Wirkung) haben wir bereits 25 Artikel veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/category/causa-meisner-pille-danach/


Lebensrechtler und Ärzte gegen rezeptfrei erhältliche „Pille danach“

Auf Kritik von Lebensrechtlern stößt die Forderung des Bundesrates, dass die „Pille danach“ in Apotheken rezeptfrei erhältlich sein soll. Am 5. Juli war die Ländervertretung einem Antrag von Baden-Württemberg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen gefolgt, auf die Freigabe des Medikaments mit dem Wirkstoff Levonorgestrel zu dringen. nodstartbild_program_13_14

Wenn es spätestens 72 Stunden nach einem Geschlechtsverkehr eingenommen werde, könne es eine Schwangerschaft verhindern, hieß es. Die derzeitige Pflicht, dass ein Arzt das Medikament verschreiben müsse, könne dazu führen, dass insbesondere an Wochenenden zu viel Zeit verstreiche. Die notwendige Beratung sei auch durch den Apotheker möglich.

Außerdem plädiert der Bundesrat dafür, dass Frauen unter 21 Jahren das Präparat wie bisher kostenfrei erhalten. Damit der Beschluss wirksam wird, muss das Bundesgesundheitsministerium die Arzneimittelverschreibungsverordnung ändern. Eine Verpflichtung bestehe dazu nicht, teilte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA mit.

Ärztevertreter gegen Freigabe

Unter Fachleuten ist die Freigabe von Levonorgestrel umstritten. Bei einer Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestags im April befürworteten Mitarbeiter von Pharmaunternehmen und der Organisation „pro familia“ die Freigabe. Hingegen sprachen sich Ärztevertreter gegen die Freigabe aus. Nur Mediziner könnten eine kompetente Beratung gewährleisten.

Bei einem Forum des Treffens Christlicher Lebensrechts-Gruppen (TCLG) ebenfalls im April setzten sich Organisationen wie „Ärzte für das Leben“, der Bund Katholischer Ärzte, die deutsche Sektion der Europäischen Pro-Life-Ärzte sowie der Verein der „Christen im Gesundheitswesen“ für den Beibehalt der Rezeptpflicht ein.

Am 15. Mai hatte der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP zwei Anträge auf Freigabe des Medikaments abgelehnt, die die SPD und die Links-Partei eingebracht hatten.

Steeb: Forderung „völlig inakzeptabel“

Der Vorsitzende des Treffens Christlicher Lebensrechts-Gruppen, Hartmut Steeb (Stuttgart), nannte die Forderung des Bundesrates „völlig inakzeptabel“. Durch die Freigabe des Medikamentes würden Frauen verstärkt dem Druck ihrer Freunde ausgesetzt, „das Kind wegmachen zu lassen“, sagte Steeb gegenüber IDEA.

Nach allen Erkenntnissen der Medizin sei eine frühabtreibende Wirkung des Medikaments nicht auszuschließen. Es trüge damit zur Vernichtung menschlichen Lebens bei. Steeb ist hauptberuflich Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz und ehrenamtliches Vorstandsmitglied des BVL (Bundesverbandes Lebensrecht).  

Quelle: http://www.idea.de


„Pille danach“ im Deutschen Bundestag: potentielle Frühabtreibung bald rezeptfrei?

Anläßlich der Anhörung im Gesundheitsausschuß des Deutschen Bundestages am 24. April 2013 zu den Anträgen von SPD und Die LINKE pro rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“ erklärt Susanne Bajog, die Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben (CDL):

 „SPD und Linke fordern in ihren Anträgen ein Ende der Verschreibungspflicht für die „Pille danach“ auf Basis des Wirkstoffes Levonorgestrel. Beide Fraktionen begründen ihre Anträge u.a. damit, daß bei einer rechtzeitigen Einnahme der „Pille danach“ eine Schwangerschaft verhindert werden könne. Baby (2)

Fakt ist jedoch, daß der Einnahmezeitpunkt durch die möglicherweise Schwangere völlig unkontrollierbar ist, und die Wirksamkeit dieser „Pille danach“ laut Hersteller mindestens bis zu 72 Stunden nach der Befruchtung nachgewiesen ist.

In diesem Zeitraum ist daher in vielen Fällen bereits ein lebensfähiger Embryo  gezeugt  – und es kommt damit zu einer offensichtlich erwünschten Frühabtreibung.

Eine starke Lobby der Befürworter behauptet zwar, daß die „Pille danach“ die Einnistung eines Embryos in die Gebärmutter nicht verhindere, sondern ausschließlich die Befruchtung unmöglich mache.

„Zur Pille danach kann es keine Zustimmung geben“

Beweise für diese Aussage sind allerdings bisher nicht erbracht worden. Im Gegenteil: Bislang haben selbst die Hersteller auf die zusätzliche Möglichkeit der Verhinderung der Einnistung hingewiesen.  Schon allein deshalb kann es keine Zustimmung zur „Pille danach“ geben.

Zusätzlich bestehen hinsichtlich der differenzierten Wirkmechanismen dieses erst seit wenigen Jahren am Markt befindlichen hochdosierten Pharmazeutikums  etliche Unklarheiten und Risiken, wie die internationale, wissenschaftliche und politische Debatte darüber zeigt.

Darüber hinaus muß auf die erheblichen gesundheitlichen Risiken auch für die Frauen hingewiesen werden, die mit der Einnahme der „Pille danach“ verbunden sind.  Mögliche gefährliche Nebenwirkungen auch für sie  werden derzeitig kaum thematisiert. Immerhin entspricht die Einzeldosis Levonorgestrel von 1,5 mg in etwa der Hormondosis einer ganzen Monatspackung normaler Verhütungspillen.

Gerade in der letzten Zeit sind beispielsweise in Frankreich (gerade von Bayer „Diane 35“) und den USA schon niedrigdosierte, gängige „Anti-Babypillen“ von den Aufsichtsbehörden vom Markt genommen worden, da es u.a. zu Thrombosen mit Todesfolgen gekommen ist. 

Ferner gibt es Gegenanzeigen, bei denen ohnehin die  „Pille danach“ nicht eingenommen werden darf. Bei rezeptfreier Abgabe entfällt eine ärztliche Abklärung der Risiken,  die Rezeptfreiheit ermöglicht den Pharmaunternehmen lebhaftes Marketing für ihre Produkte und  Minderjährige ohne Altersbeschränkung hätten jederzeit freien Zugang.

Auch mit Rezeptpflicht wurde die „Pille danach“ allein in 2011 bereits über 367.427 Mal verschrieben. Auch wenn sogar Produzenten vor einem zu häufigen Einsatz warnen, steht zu befürchten, daß diese Präparate, da sie günstiger (im Internet schon für unter 15 € angeboten) und gezielter einsetzbar sind, bald von vielen Frauen als gängiges Mittel eingenommen werden. Sichere Verhütung und „sichere“ Frühabtreibung kommen so in einem Produkt  wirksam und preiswert zusammen.

Es ist mehr als erstaunlich, wie sich jetzt ausgerechnet in einem so sensiblen, medizinischen Bereich gerade SPD und Die LINKE für völlige, unkontrollierte Marktliberalisierung von Pharmaprodukten  einsetzen, wo es doch immerhin um die Gesundheit und das Leben von Frauen und Kindern geht. Hoffentlich erteilt der Bundestag dieser Fehlentwicklung mit einer klaren Mehrheit eine deutliche Absage!“

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) sind eine Initiative in der CDU/CSU mit 5000 Mitgliedern, darunter zahlreiche Bundestags-, Landtags- und Europa-Abgeordnete sowie Kommunalpolitiker.
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