Warum die wachsende Verharmlosung des Islam durch die EKD verhängnisvoll ist

Von Peter Helmes 

Leider habe ich auf diesem Forum schon oft darüber Klage führen müssen, daß die evangelische Kirche offensichtlich ihre christliche Glaubensgrundlage verloren hat und versucht, dem Islam ihre Tore weit zu öffnen. peter-helmes-227x300

Das „verkünden“ ihre Vertreter  –  Pfarrer und Bischöfe  –  verharmlosend als „Toleranz“ und „Nächstenliebe“. (Es sei auch nicht verschwiegen, daß dies oftmals auch auf die katholische Kirche zutrifft – was die Sache auch nicht besser macht.)

Währenddessen werden im Nahen Osten und in deutschen Flüchtlingslagern Christen von radikalen Moslems gequält, unterdrückt, gepeinigt und ermordet. Doch was vernimmt man von der Kirche? So gut wie nichts! Ihre Fürsorge gilt den Moslems, den vermeintlich „armen Flüchtlingen“.

Aber keinerlei „Toleranz“ und „Nächstenliebe“ bringt die Kirche  –  anders als für unsere „unsere lieben muslimischen Brüder und Schwestern“   –  für die (vorwiegend) christlichen Mitglieder der AfD auf, denen sie Haß vorwirft – meist in einem für Kirchenvertreter völlig inakzeptablen Haßton. Von „christlicher Nächstenliebe“ kann schon gar keine Rede sein.

O-Ton Bischof Bedford-Strohm  in „Chrismon“ vom 1.11.2016: „Einen programmatischen Vorrang der Christen darf es nicht geben.“   – Das ist mehr als deutlich  –  und eine Ohrfeige für alle Christen, die vom Islam verfolgt werden.

Was soll das? Bekennende Christen werden bekämpft, Christen bekämpfende Imame aber hofiert und unterstützt. Welche Kirche vertreten Bedford & Genossen eigentlich? Was ist christlich daran, sich nicht zuerst um die eigenen „Schäfchen“ zu kümmern?“ (Siehe dazu auch: https://conservo.wordpress.com/2016/11/03/unglaublich-die-kirchen-unterstuetzen-offiziell-den-deutschen-islam/) afd_-300x298

Hierzu sei ein Beitrag unseres Autors Dr. Hans Penner wiedergegeben,  der sich in einem Offenen Brief an den ev. Landesbischof Dr. Dröge in Berlin wendet und dabei die Allergie der EKD gegen die AfD anspricht:

„Sie behaupten, „die Kirche habe die moralische Pflicht, sehr deutlich zu sagen, dass wir die Unterstützung einer Partei, die die Grundwerte unserer Gesellschaft aushöhlt, nicht gutheißen können(Laut IDEA vom 27.10.2016). Gemeint ist mit dieser Lüge die AfD.

Das eigentliche Ärgernis besteht darin, daß Sie die AfD beurteilen, ohne deren Parteiprogramm zu kennen und sich nur auf minderwertige Medienkommentare verlassen. Ihr Statement ist verantwortungslos, weil es auf mangelnder Sachkenntnis beruht.

Im Parteiprogramm der AfD steht:

7.6. Der Islam im Spannungsverhältnis  zu unserer Werteordnung. Die AfD bekennt sich uneingeschränkt zur Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit. Sie fordert jedoch, der Religionsausübung durch die staatlichen Gesetze, die Menschenrechte und unsere Werte Schranken zu setzen. Einer islamischen Glaubenspraxis, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung, unsere Gesetze und gegen die jüdisch-christlichen und humanistischen Grundlagen unserer Kultur richtet, tritt die AfD klar entgegen. Die Rechtsvorschriften der Scharia sind mit unserer Rechtsordnung und unseren Werten unvereinbar. Dies wird auch durch die für die islamische Staatenwelt bedeutendste Kairoer Erklärung vom 4.8.1990 dokumentiert. Moschee-Bonn-4

In der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (hier) haben 1990 die Mitgliedsstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz die Scharia als alleinige Grundlage von Menschenrechten definiert. Die mit Abstand wichtigsten islamischen Organisationen haben mit dieser Erklärung der UN-Menschenrechtecharta, also dem Fundament unseres Grundgesetzes, den Kampf angesagt.

Konkret bedeutet das, daß die AfD die einzige Partei in Deutschland ist, welche in ihrem Parteiprogramm Stellung gegen die Kairoer Erklärung bezieht. Fakt ist, daß die AfD im Gegensatz zu den anderen Parlamentsparteien die freiheitliche Demokratie gegen den Islam verteidigt. Das Gegenteil Ihrer Behauptungen ist wahr.

Die Evangelische Kirche fördert massiv den gesetzwidrigen Islam, der permanent Christen ermordet:

Der braunschweigische Landesbischof behauptet fälschlicherweise, der Islam sei eine Religion des Friedens. – Der württembergische Landesbischof behauptet, der Islam würde zu Deutschland gehören, was Geschichtsklitterung ist. Der bayerische Landesbischof fordert, daß flächendeckend in öffentlichen Schulen der verfassungsfeindliche Islam gelehrt wird.“

Ähnlich Dr. Christoph Heger, der hinsichtlich jenes Crismon-Interviews von Bedford-Strohm darüber informiert, wie dieser Bischof auf den Leserbrief eines Schreibers reagiert, er müsse sich doch zuerst für die Christen einsetzen.

Der EKD-Chef antwortete, dass er „die Haltung einiger europäischer Länder, nur christliche Flüchtlinge aufzunehmen, ablehne.“  – Das hatte der Briefschreiber aber gar nicht Petrus-paulus - Kopieverlangt! Er hatte vielmehr gefordert, was auch der Apostel Paulus in seinem Brief an die Galater schreibt: „So lasset uns Gutes tun an jedermann, vor allem aber an des Glaubens Genossen!“ (Gal 6:10).

Und der EKD-Ratsvorsitzende schreibt weiter:

„Natürlich sind wir im engen Kontakt mit unseren christlichen Schwestern und Brüdern in anderen Teilen der Welt. Natürlich setzen wir uns für sie ein, wo sie verfolgt werden. Natürlich versuchen wir, wo immer wir können, legale Fluchtwege für sie zu eröffnen. Leider meistens ohne Erfolg. Durch unsere engen Beziehungen in alle Welt ­mögen diejenigen, für die wir uns einsetzen, überdurchschnittlich häufig Christen sein. Aber einen programmatischen Vorrang der Christen darf es nicht geben.“

Dies widerspricht aber nicht nur der christlichen Ethik, sondern mit Immanuel Kants Begrifflichkeit auch der „praktischen Vernunft“. Wo man nicht allen helfen kann, da ist es geboten, denen vorrangig zu helfen, gegenüber denen man besondere Verpflichtungen hat: der eigenen Familie, seinen Landsleuten, Freunden oder eben auch Glaubensgenossen.

Sollte der Bischof tatsächlich diesen Unterschied nicht kennen? Ist seine Bibelkenntnis so schlecht, daß ihm die Mahnung des Apostels Paulus unbekannt ist?

Ein klarerer Kopf scheint mir der Münchner Philosoph Prof. Dr. Robert Spaemann, der sich ebenfalls in „Chrismon“ äußert:

„…Uneingeschränkt kann die Hilfsbereitschaft sein, aber nicht die tatsächliche Hilfe. Es kann nicht unsere Pflicht sein, uneingeschränkt zu helfen, weil es nicht möglich ist. Wir können es nicht. Und wir sollten auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir unserer Hilfe Obergrenzen setzen. Zudem ist es so, dass, wenn es solche Grenzen gibt, man auswählen muss, wen man nimmt und wen nicht.

Es besteht das allgemeine Vorurteil, dass der Zufall immer das beste Kriterium sei, aber das ist Unsinn. Es gibt verschiedene Grade der Nähe und hier hat Augustinus den entscheidenden Begriff geprägt:

ordo amoris, also eine Rangordnung der Liebe. Wo unserer Hilfe Grenzen gesetzt sind, da ist es auch gerechtfertigt…auszuwählen, also zum Beispiel Landsleute, Freunde oder auch Glaubensgenossen zu bevorzugen.

Wenn es tatsächlich nicht möglich ist, beiden zu helfen – was man versuchen sollte –, dann ist es nicht falsch, sondern sogar vernünftig, Glaubensgenossen zu bevorzugen. Das ist ja auch in einigen Ländern gängige Praxis. Kultureller Pluralismus kann eine historisch begründete Gegebenheit sein, aber wir sollten ihn nicht zu einem Ziel hochjubeln. Er vergrößert das Konfliktpotential.“ 

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist und leitet die liberal-konservative Webseite www.conservo.wordpress.com 

Zitat-Quellen: https://chrismon.evangelisch.de/blog/auf-ein-wort/32744/henrich-bedford-strohm-hilfe-fuer-christen-hat-keinen-vorrang-bibel sowie http://www.fr-online.de/kultur/gespraech-mit-robert-spaemann–religionen–die-es-ernst-meinen–sind-intolerant-,1472786,32908406.html

HINWEIS auf den Offenen Brief einer buddhistischen Österreicherin an Papst Franziskus contra Islam: https://philosophia-perennis.com/2016/11/09/islam-papst/


Wir wollen an der Hand, nicht durch die Hand eines anderen Menschen sterben

„Mein Wille geschehe“ – vieles im Leben läuft heute nach diesem Motto ab, denn Freiheit und Selbstbestimmung sind hohe Güter. Aber gerade in Krankheit, Alter und vor dem Tod kommen viele Menschen an eine Grenze.

Sich nicht mehr selbständig versorgen zu können, auf andere angewiesen sein – das alles ist ungewohnt und macht Angst.

Deshalb werden Stimmen laut, die auch bis zum letzten Schritt Autonomie fordern: Der assistierte Suizid soll eine einfache Lösung bieten. Doch dabei wird Entscheidendes ausgeblendet: Durch den Suizid wird nicht das Leid gelindert, sondern der Leidende ausgelöscht.

Deshalb ist es das Anliegen vieler Menschen, sich für Kranke und Sterbende Zeit zu nehmen, ihnen in ihrer Not beizustehen, Hospizpflege und Palliativmedizin auszubauen, Schmerzen zu lindern, den Sterbenden an der Hand zu begleiten  –  statt ihn durch sein Zutun auszulöschen. 

Der renommierte Philosoph Prof. Robert Spaemann, die Bundesvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben) Mechthild Löhr (siehe Foto) sowie engagierte Christen sprechen über ein wahrhaft würdevolles Sterben und ihre ganz persönlichen Erfahrungen in der Begleitung von Sterbenden.  


Der „Deutsche Schulbuchpreis 2013“ geht an Weihbischof Andreas Laun

Am 3. Oktober findet die Verleihung des „Deutschen Schulbuchpreises 2013“ in München statt. Den Preis stiftet der Verein LDEZ (Lernen für die deutsche und europäische Zukunft). Der Preis besteht aus einer Urkunde und 5000 € und ist bislang zwölf Mal jeweils in einem Festakt vergeben worden.

Diesjähriger Träger ist der Salzburger Weihbischof Andreas Laun für sein herausragendes Buch „Der Christ in der modernen Welt“.  

Das Werk erschien 2009 in der Serie „Glaube und Leben“; es ist für die 8. Klasse konzipiert, eignet sich aber allgemein für Oberschüler, junge Erwachsene und alle Interessierten.

Zu den früheren Preisträgern zählen zB. der Philosoph Prof. Dr. Robert Spaemann, der deutsch-jüdische Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn und Michaela Freifrau v. Heeremann (für „Youcat“).

Die Preisverleihung wird im Festsaal des Münchner Künstlerhauses (Lenbachplatz 8) veranstaltet und beginnt um 11 Uhr.

Prof. Klaus Berger und Christa Meves werden die Laudatio auf den Preisträger halten.  Die musikalische Begleitung gestaltet der Kammerchor Vox Nova.

Die Einladung ergeht an alle Interessenten, der Eintritt ist frei.

Anmeldung ist erwünscht unter Tel. 05247-4502 beim LDEZ-Geschäftsführer Wolfram Ellinghaus in 33428 Harsewinkel.  – Fax: 05247-405449.  –  Mail: Ldez.e.v@web.de

Nach der Preisverleihung lädt der von Christa Meves gegründete Verein „Verantwortung für die Familie eV.” zu einem kleinen Umtrunk mit geselligem Beisammensein ein.

Infos: http://www.schulbuchpreis.de


ZDF-Moderator Peter Hahne im Gespräch mit Radio Vatikan

Die Frage nach Leiden und Ungerechtigkeit in dieser von Gott geschaffenen Welt stellt sich immer wieder neu.

Peter Hahne, evangelikaler Theologe und Spitzen-Journalist des ZDF, bietet keine Patentrezepte an, sondern christliche Lebenshilfe aus dem Glauben.

In der Neuauflage seines Bestsellers „Leid – warum lässt Gott das zu?“ geht Peter Hahne auf diese grundlegenden Fragen, die stets die Menschheit bewegten, ausführlich ein.

Hier folgt sein gestern veröffentlichtes Interview hierzu  – und zu anderen Themen –  mit Aldo Parmeggiani von Radio Vatikan:

Herr Hahne, worin besteht Ihre Hauptbotschaft, wenn Sie reden, wenn Sie schreiben, wenn Sie kommunizieren?

Eigentlich ist mein Hauptanliegen: Hoffnung machen. Hoffnung, das ist für mich so etwas wie der Sauerstoff des Lebens. Wenn die Hoffnung weg ist, dann bleibt nur Verzweiflung. Deswegen bin ich auch in meinem journalistischen Engagement gegen diese Düsternis, die oft mit dem Tremolo der Betroffenheit verbreitet wird. Wir müssen Hoffnung machen und dazu möchte ich beitragen.

In allen gesprochenen und geschriebenen Worten und Werken scheint bei Ihnen christliches Engagement deutlich durch. Haben Sie dazu eine Erklärung?

Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über. Das ist ja den Aposteln nach Jesus Christus auch so ergangen. Das Herz war voll, sie mussten es weiter sagen. 

Foto: KOMM-MIT-Verlag

„Für mich ist der Glaube das Maß meines Denkens und Lebens“

Für mich ist der Glaube das Maß und Mittel meines Denkens und meiner Existenz. Nicht irgend so eine Randstelle, der Glaube gehört auch in die Mitte meines Alltags. Weil ich selbst auch so gute Erfahrung gemacht habe mit dem Glauben, mit dem Gebet, auch mit anderen Christen zusammen. Deswegen ist es mir wichtig, das auch offen zu sagen, denn Religion ist eben keine Privatsache, sondern gehört in die Öffentlichkeit.

Und woran messen Sie selbst den offensichtlichen Erfolg Ihrer journalistischen Tätigkeit? 

Das ist immer schwierig, so etwas von selbst zu sagen. Ich kriege ja viel Resonanz auch gerade von jungen Leuten. Und die sagen: Hahne steht für Klartext, der hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berge, der redet deutlich und verständlich. Ich möchte mit der Sprache von heute für Leute von heute diese alte Botschaft des Evangeliums weitergeben. Auch journalistisch: keine Floskeln, keine Fremdworte, die Menschen müssen es ja begreifen.

Auf der anderen Seite erlebe ich ja eine große Sehnsucht nach Werten. Die Menschen möchten Orientierung haben. Und dazu möchte ich helfen.

Medien besitzen auch eine soziologische Funktion. Je komplexer die Themen sind, desto mehr bedarf die breite Öffentlichkeit offener Klarstellungen, sie bedarf jener Menschen wie Sie, die den Informationsfluss in eine Form gießen können: wo erkennen Sie die Chancen, wo sehen Sie die Gefahren in unserer heutigen Medienvielfalt?

Also, die Chancen der Medien muss man mit allen Mitteln nutzen: es gibt das Radio, es gibt das Fernsehen, aber es gibt auch die neuen Medien, Facebook, Twitter, alles was mit Computern und Internet zu tun hat. Der Apostel Paulus – davon bin ich überzeugt – hätte diese Medien heute auch alle benutzt. Denn er hat die Medien, die es damals gab, alle benutzt. 

Aber dahinter steht immer: Welche Menschen machen diese Medien, welche Menschen haben die Macht über die Medien, welches Weltbild, welches Menschenbild steht dahinter….

Und da sind wir schon bei den Gefahren. Ich erlebe schon seit vierzig Jahren, seit ich aktiv im Journalismus mit den Medien zu tun habe, dass es heute viel schneller und viel schriller geworden ist. Also der Kampf um die schnelle Schlagzeile, wo man gar nicht mehr richtig recherchiert, sondern sofort mit der Nachricht auf den Markt geht.

„Journalisten sollen Dienstleister an der Wahrheit sein“

Und hier liegt die Verantwortung bei uns Journalisten: dass wir sauber recherchieren, das wir erst dann auf den Markt gehen, wenn wir uns der Sache sicher sind. Also Journalisten sind Dienstleister. Dienstleister für die Zuhörer und Zuschauer. Aber sie sind auch Dienstleister an der Wahrheit.

Nehmen wir uns zwei ,Gedanken am Sonntag’ von Peter Hahne als Paradebeispiel Ihrer Kommunikations-Methode vor. 1. ,Die Armutsdiskussion in Deutschland ist eine Heuchelei’ und 2. ,Mit jeder Lüge sagen wir die Wahrheit über uns selbst’.   –  Wie lautet die Quintessenz zu diesen interessanten Sendungen?

Ja, Sie haben da wirklich zwei gute Beispiele herausgesucht. Die Quintessenz heißt eigentlich, bei der Wahrheit bleiben. Also nehmen wir die Armutsdiskussion in Deutschland. Die Wahrheit ist, wir müssen auch auf die anderen Länder in der Welt gucken. Da werden wir feststellen: da ist es viel, viel schlimmer! Wir jammern in Deutschland, im deutschsprachigen Raum, auf hohem Niveau.

Ich war gerade in Südtirol, das ist förmlich ein Paradies, da gibt es eigentlich nichts zu jammern…

„Mit jeder Lüge sagen wir die Wahrheit über uns selbst“

Es ist Heuchelei, wenn wir das tun! Auf der anderen Seite  –  und da sind wir jetzt bei ,Mit jeder Lüge sagen wir die Wahrheit über uns selbst’: die Lüge im Kleinen, also zwischen Menschen, Ehepartnern, Kindern, Eltern.

Jede Lüge sagt ja etwas über unseren Charakter. Deswegen glaube ich, dass wir auch für die kleinen Dinge die Wahrheit brauchen, denn in der Tat: mit jeder Lüge sagen wir ja die Wahrheit über uns, über unseren Charakter. Und dagegen möchte ich angehen und die Augen öffnen.

Einen ganz besonders überzeugenden Einblick in Ihre Arbeit und Denken bietet die erst vor wenigen Tagen erschienene Neuauflage Ihres Buches: ,Leid – Warum lässt Gott das zu?’.   –  Wo war Gott in Fukushima in Japan, wo war Gott, als ein Bus in der Schweiz voll fröhlicher Kinder ungebremst gegen eine Tunnelwand raste, wo war Gott, als ein 12-jähriges Mädchen missbraucht und grausam getötet wurde?  –  Ja und die Frage aller Fragen: wo war Gott in Auschwitz? 

Ich liefere da keine Patentrezepte, keine Paradeantworten auf diese Fragen. Die gibt es auch nicht. Mir ist es wichtig, Menschen zu zeigen, die mit Ihrem Leid fertig geworden sind, indem sie an Gott festgehalten haben. Auschwitz zum Beispiel: an der Auschwitzwand hatte jemand geschrieben: ,Wo ist Gott?’  – Da hat jemand dazu geschrieben: ,Hier’.

Also Gott ist im Leid nicht fern von uns, er ist uns nah. Meine These ist, gerade im Leid müssen wir an Gott festhalten, sonst sind wir die Ärmsten unter der Sonne.

Als der bedeutende Philosoph Robert Spaemann vom ,Spiegel’ einmal herausfordernd gefragt wurde, wo Gott denn in Auschwitz gewesen sei, antwortete er mit knappen zwei Worten: ,Am Kreuz!‘ Wie reagieren Sie intellektuell, philosophisch und theologisch auf diese eindrucksvolle, plakative Antwort Spaemanns?

„Das Geheimnis im Kreuz ist Gott in Jesus Christus“

Robert Spaemann gehört  –  wie Papst Benedikt XVI.  –  für mich zu den größten Denkern unserer Zeit. Er hat es als großer Philosoph auf den Kern, auf den Punkt gebracht: Das Geheimnis im Kreuz ist Gott in Jesus Christus.

Das heißt doch, alles, was wir als Menschen an Leid erfahren und ertragen müssen, hat Gott schon längst auf sich genommen in Jesus Christus! Und Jesus Christus ist auferstanden, er lebt und deswegen kann ich auch Leid durchleben. Durch die Kraft dessen, der am Kreuz gestorben ist für das Leid der Welt. Spaemann bringt es so klar auf den Punkt. Ich kann nur sagen, ich selber erlebe es so und ich kenne viele Menschen die sagen: ohne das Kreuz, ohne Jesus Christus wären wir arm dran.

Statt der Anklage ,Wie kann Gott das zulassen’, müsste die Frage also eigentlich richtiger lauten: wie kann der Mensch das zulassen?

Ja, mich regt es einfach auf, dass wir alles, was wir an Leid und an Katastrophen erfahren, Gott in die Schuhe schieben. Als hätte Gott diese Welt unvollkommen geschaffen. Gott hat diese Welt vollkommen geschaffen. Man kann das doch sehen, wenn wir die Natur anschauen, diese Schönheit. Und wer zerstört das Ganze? Es ist doch nicht ein selbstzerstörender Gott, sondern es ist der Mensch.

Nehmen wir die große Katastrophe in Japan, die Sie erwähnt haben, als Beispiel: die Kernkraftwerke dort sind auf eine Erdbebenspalte gebaut worden. Jeder Geologiestudent hätte schon im ersten Semester gewusst, dass man das nicht darf! Die Japaner haben es gemacht, die Konsequenzen müssen sie ertragen. Das können wir Gott nicht in die Schuhe schieben.

Nehmen wir die Lawinenunglücke: wir werden in diesem Winter bestimmt wieder davon hören. Schrecklich. Die Menschen haben die Welt zu Skipisten gemacht, die die Natur verändert haben. Das ist die Konsequenz. Die Titanic ist von Menschen gebaut worden.

Und Mord, Missbrauch, Misshandlung von Kindern, das können wir doch nicht Gott in die Schuhe schieben. Das ist der Mensch, der Mensch, der einen freien Willen hat für das Gute und das Böse. Und deshalb mein Appell: dass wir selber als Menschen innehalten und uns fragen, was können wir dafür tun, dass es weniger selbstverschuldetes Leid in der Welt gibt.

Darf man sich, Herr Hahne, auch einmal fragen: Erklärt der Ungläubige, der Agnostiker, der Atheist die Welt vielleicht besser, als der Gläubige? Hat der Atheismus manchmal bessere Antworten auf Katastrophen-Ereignisse parat, als der Gläubige?

Also, da kann ich aus meiner Erfahrung nur sagen: der Atheismus ist längst bankrott. Der Atheismus hat auf keine der zentralen Menschheitsfragen: ,woher komme ich, wozu bin ich da, was ist das Ziel meines Lebens?’ eine Antwort.

Ich möchte es einmal umdrehen: für mich ist interessant, wie Atheisten, auch intellektuelle Atheisten, zum Schluss ihres Lebens mit ihrem Atheismus fertig geworden sind.

Heidegger: „Nur ein Gott kann uns noch retten!“

Der Existenzphilosoph Martin Heidegger, meinte: ,Philosophie ohne Gott ist das, was wir brauchen’.  – Zum Ende seines Lebens sagt er: ,Nur ein Gott kann uns noch retten’.

Am 11. September 2001, anlässlich der schrecklichen Terrorkatastrophe, sagte Jürgen Habermas, ein Neo-Marxist der Frankfurter Schule: ,Wir brauchen Glauben, Theologie und Religion, das ist die wichtigste Ressource, die wir in unserer Gesellschaft haben.´

Er hat dann mit Papst Benedikt, damals noch Kardinal Ratzinger, diskutiert und gesagt: ,Die christliche Gemeinde hat Kräfte, ohne die unsere Gesellschaft nicht leben kann’.

Also das Eingeständnis von Atheisten, dass es ohne den Glauben nicht geht, ist ja schon das größte Dokument, auf das man zu dieser Frage verweisen kann. Ich brauche das nicht zu beurteilen, sie tun es schon selbst. Ein Leben ohne Gott ist im Endeffekt ein Bankrott.

Wollen wir unser Gespräch über die quälende Frage: ,Warum lässt Gott so viel Leid zu?’ mit dem anderen Fragewort ,Wozu’ lässt Gott das zu, ersetzen und damit beenden?

„Ja, ich glaube, das quälende Wort ,Warum’ führt zu überhaupt nichts. Das macht einen nur lebensmüde.

Aber die Frage ,wozu lässt Gott Leiden zu? möchte ich an einem ganz praktischen Beispiel erklären: da sagt einer, der im KZ gesessen hat, im Dritten Reich in Deutschland, als er rauskam: ,Eigentlich war es gut, dass ich dies erlebt habe. Als Atheist bin ich hinein gekommen, als Christ bin ich wieder heraus gekommen.“

Oder ein Bergmann, der im Ruhrgebiet im Bergwerk ein Bein verloren hatte, sagt plötzlich, nachdem er zum christlichen Glauben gefunden hatte: ,Lieber auf einen Bein in den Himmel, als auf zwei Beinen in die Hölle’.

Das zeigt, dass Gott mit dem Leid auch etwas Pädagogisches, Erzieherisches vorhat, das besagt: ,Mensch besinne dich auf deinen Glauben, auf deine Grundlagen, auf deine Hoffnungen.’  – Die Gegenwart Gottes im Leid, das ist der Trost, den wir finden können.“

Quelle: Radio Vatikan – siehe hier: http://de.radiovaticana.va/articolo.asp?c=639438


Der Philosoph Robert Spaemann beleuchtet das 2. Vatikanum teils kritisch, teils positiv

Das Zweite Vatikanische Konzil war aus der Sicht des deutschen Philosophen Robert Spaemann Startpunkt einer „Epoche des Niedergangs“ für die katholische Kirche. Das äußerte der katholische Professor in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt.

„Das Konzil hat die Katholiken lasch gemacht, es ist alles so welk geworden“, so Spaemann wörtlich.

Priester dürften heutzutage die Auferstehung Jesu leugnen und dennoch in den Messen predigen bzw. an Universitäten dozieren.

Wer hingegen seine Kirchensteuer nicht entrichte, der fliege aus der Kirchengemeinschaft. Der Philosoph sagte hierzu: „Da kann doch etwas nicht stimmen.“

Prof. Dr. Robert Spaemann sieht im letzten Konzil ein übertriebenes Harmoniestreben am Werk: „Man wollte den emanzipatorischen und kulturrevolutionären Zeitgeist segnen“.

Daß das 2. Vatikanum jedoch den Zölibat klar verteidigt und Latein als kirchliche Liturgiesprache bestätigt habe, werde heute von vielen bewußt übersehen.

Quelle: Radio Vatikan