Roland Jahn: Der 17. Juni sollte wieder gesetzlicher Feiertag sein

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, schlägt vor, den 17. Juni in Erinnerung an den Volksaufstand in der „DDR“ 1953 wieder zum gesetzlichen Feiertag zu machen.

„Er wurde als Feiertag abgeschafft“, sagte er der „Mitteldeutschen Zeitung“ und fügte hinzu: „Stattdessen wurde der 3. Oktober zum Feiertag erkoren, ein Tag, an dem ein Vertrag in Kraft getreten ist, und kein Tag, an dem die Menschen auf die Straße gegangen sind. So ist der 17. Juni noch weiter in Vergessenheit geraten. Es war ein Fehler, den 17. Juni als gesetzlichen Feiertag abzuschaffen.“

Auf die Frage, ob er ihn wieder einführen wolle, erwiderte Jahn:

„Es kann nicht schaden, noch einmal darüber nachzudenken, ob man den 17. Juni als gesetzlichen Feiertag nicht wieder beleben kann. Ich fände einen Feiertag besser, der daran erinnert: Freiheit und Selbstbestimmung sind nicht selbstverständlich. Es sind die Bürger, die die Gesellschaft verändern.“

Der 59-Jährige erklärte, anders als früher gebe es heute „ein Bewusstsein dafür, dass es um einen Volksaufstand ging. Diese Erkenntnis hat sich durchgesetzt. Wir müssen der nächsten Generation nun vermitteln, was dieser 17. Juni bedeutet.“

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Bundestags-Vizepräsident Thierse (SPD) wünscht Auflösung der Anti-Stasi-Behörde

Behördenchef Jahn: „Wir arbeiten weiter, solange die Gesellschaft das will“

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, gerät in die Kritik linksgerichteter Kreise, weil er bislang kein Konzept für die Auflösung seiner Behörde entwickelt habe.

Es gebe einen „klaren Auftrag an den Behördenleiter, sich Gedanken über die Umstrukturierung zu machen“, betonte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) gegenüber dem „Spiegel“.

Er fürchte, so Thierse, daß ein bestehender Konsens heimlich aufgekündigt werde.

Auch der letzte „DDR“-Außenminister Markus Meckel, der im Beirat der Jahn-Behörde sitzt, fordert eine geordnete Auflösung des Stasi-Archivs. Künftig bedürfe es „nicht der Existenz einer Sonderbehörde“, schrieb er in einem Thesenpapier für den Beirat.

Meckel wird darin auch vom Beirats-Chef, dem evangelischen Theologen Richard Schröder, unterstützt. Bislang habe es einen informellen Konsens gegeben, wonach die Stasi-Unterlagen-Behörde um das Jahr 2019 aufgelöst und ihr Aktenbestand ins Bundesarchiv überführt werden solle.

Behördenchef Roland Jahn lehnt eine Debatte um Termine allerdings ab: „Wir kümmern uns um die Aufarbeitung, solange die Gesellschaft das will„, sagt er.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Stasi-Unterlagen-Behörde: Gerechtigkeit ohne Rache

Arabische Länder interessieren sich zunehmend für die deutsche Stasi-Unterlagen-Behörde. „Es kommen nun Besucher aus den arabischen Ländern in unser Archiv und fragen: Wie habt ihr das gemacht, dass das Aussprechen der Wahrheit nicht zu Rachsucht führt?“, sagte Behördenleiter Roland Jahn der Wochenzeitung „Die Zeit“. Er antworte, die Behörde habe „mit einem rechtsstaatlichen Verfahren einerseits Transparenz und andererseits Datenschutz geschaffen“.

Wichtig sei auch, „dass wir den Tätern heute ermöglichen, Fehler einzugestehen“, sagte Jahn. Die Stasi-Unterlagen-Behörde unterstütze daher Projekte wie den Film „Feindberührung“, in dem ein Spitzel und der Bespitzelte gemeinsam Akten lesen. „Da findet Begegnung statt, keine Abrechnung“, sagte Jahn. Er fügte hinzu, was in der Berliner Einrichtung geschaffen worden sei, habe „weltweite Wirkung“.

Quellen: Die Zeit, dts-Nachrichtenagentur, Webseite http://www.extremnews.com


Unions-Fraktionsvize Vaatz würdigt Arbeit von Roland Jahn (Stasi-Unterlagen-Behörde)

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz, hat die Arbeit des Leiters der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn, anläßlich seines ersten Amtsjubiläums gewürdigt. „Er macht seine Sache hervorragend“, sagte Vaatz der  „Mitteldeutschen Zeitung“:
„Die Behörde geht jetzt wesentlich besser auf die Öffentlichkeit zu. Sie ist für die Menschen da – und nicht umgekehrt.“ –  Zudem könne man „mit Jahn offen reden“.

Die Geschäftsführerin der Stiftung Aufarbeitung, Anna Kaminsky, äußerte sich ebenfalls positiv:

„Jahn stellt Dinge infrage“, erklärte sie der „Mitteldeutschen Zeitung“. „Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren.“  – Die Stasi-Unterlagen-Behörde und die Stiftung Aufarbeitung arbeiten gut zusammen.

Jahn hatte das Amt heute vor einem Jahr angetreten. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem Ziel, DDR-Geschichte für die nachfolgenden Generationen verstehbar zu machen und die Akteneinsicht zu beschleunigen.

Zugleich hat der 58-Jährige viel Kritik von linker Seite auf sich gezogen, vor allem wegen seiner Bemühungen, die jetzt noch 44 ehemaligen Stasi-Mitarbeiter in andere Bundesbehörden oder Ministerien zu versetzen. Diese Ex-Stasi-Leute wurden einst von Joachim Gauck, dem früheren Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörden, mit langfristigen Verträgen eingestellt.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung 


Behördenchef Jahn beklagt Weiterbeschäftigung von stasi-belasteten Mitarbeitern

Roland Jahn widerspricht Joachim Gauck in puncto ehem. Stasi-Mitarbeiter

Stasi-Unterlagen-Chef Roland Jahn sieht die Beschäftigung ehem. Stasi-Mitarbeiter in seiner Behörde als Belastung. „Wir führen diese Diskussion schon seit 20 Jahren“, sagte Jahn dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Damit vertritt er eine andere Auffassung als Bundespräsident-Kandidat Joachim Gauck, der Stasi-Mitrbeitern in den 90er-Jahren unbefristete Arbeitsverträge in der Aktenbehörde verschafft hatte, die damals im Volksmund „Gauck-Zentrale“ hieß.

Jahn begrüßte es, daß Gauck in dieser Frage mittlerweile nachdenklich geworden sei. „Mich hat es gefreut, dass Joachim Gauck kürzlich gesagt hatte, es könnte sein, dass er damals nicht besonders gut beraten gewesen war“, erläuterte der heutige Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde.

Bisher habe einer der ursprünglich 45 belasteten Mitarbeiter seine Behörde verlassen, um auf einen anderen Arbeitsplatz des öffentlichen Dienstes zu wechseln.

Jahn zufolge informierten sich in den vergangenen zwölf Monaten Politiker aus Tunesien, Ägypten und dem Irak über die Praxis der Stasi-Aktenverwaltung. Ihnen rate er, keinen Schlußstrich unter die Diktaturvergangenheit ihrer Länder zu ziehen. „Ein Schlussstrich, das wäre die Grundlage von Verleumdung und Instrumentalisierung von Geheimdienstakten.“

Nur durch behördliche Transparenz habe „das Gift der Stasi“ nicht weiterwirken können. Jahn plädierte für die Offenhaltung der Stasi-Akten auch nach dem Ende der Regelüberprüfung 2019. „Wer dann was verwaltet, ist eine Frage des Türschildes“, sagte er dem „Focus“. „Aber das Entscheidende, der ungehinderte Aktenzugang, den wir seit 20 Jahren gut praktizieren, der darf kein Ende haben.“

Quelle: dts-Nachrichtenagentur