„Kalter Krieg“ zwischen Nazis und dem Vatikan

Neue Untersuchungen im Archiv des vatikanischen Staatssekretariats belegen es: Papst Pius XII. hatte sich während seines Pontifikats ab 1939 und zuvor im Staatssekretariat für die Juden eingesetzt. Eugenio Pacelli, wie Pius XII. mit bürgerlichem Namen hieß, hatte schon in der Zeit des 1. Weltkrieges gegen antisemitische Politik gewirkt.

Der flämische Historiker Johan Ickx hat sein neues Buch über Pius XII. – der von 1939 bis 1958 als Papst amtierte – auf Italienisch und Französisch herausgegeben; demnächst wird es auch auf Englisch erscheinen. In seinem Werk „Pius XII. und die Juden“ belegt Ickx die Anstrengungen, die Pius XII., unternahm, um verfolgten Juden zu helfen.

Vor etwa einem Jahr wurde das Archiv des Pontifikats von Pius XII. den Historikern zugänglich gemacht.

Zu den neuen Erkenntnissen gehöre die Tatsache, dass im März 1943 der „Kalte Krieg“ zwischen dem Vatikan und dem Dritten Reich begann, erklärt Prof. Ickx:

„Das heißt, die diplomatischen Beziehungen werden gestört, und zwar von den Nazis. Sie wollen nicht mehr mit dem Vatikan verhandeln. Wenn man weiß, dass man in einem ,Kalten Krieg´ mit den Nazis ist, dann sind auch alle bisherigen Informationen über die Besetzung Italiens in ein anderes Licht zu betrachten.“

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-01/vatikan-deutschland-pius-xii-archiv-itv-buch-ickx-feldkamp-juden.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Vor 150 Jahren wurde das ZENTRUM gegründet: Die älteste Partei Deutschlands

Von Felizitas Küble

Am 13. Dezember vor 150 Jahren wurde das ZENTRUM in Berlin gegründet, die politische Vertretung der Katholiken im Deutschen Reich, die aber durchaus auch von evangelischen Christen und vor allem von Juden gewählt wurde, zumal sie sich dem aufkommenden Antisemitismus in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts früh und energisch widersetzte. So wandte sich die Führung der Partei z.B. konsequent gegen alle Versuche, die Emanzipation der Juden durch Ausnahmegesetze wieder einzuschränken.

Das Leitwort des ZENTRUMs lautete: „Für Wahrheit, Freiheit und Recht.“ – Sie nannte sich auch „Die Partei der Tat“ (siehe dieses Wahlkampf-Foto aus Berlin mit dem genannten Untertitel).

Bisweilen wird behauptet, die SPD sei die älteste Partei hierzulande und bereits 1863 ins Leben gerufen, allerdings trat sie damals als „Allgemeiner deutscher Arbeiterverein“ auf. Aber das ZENTRUM führt den Namenszusatz „Älteste Partei Deutschlands – gegründet 1870“ durchaus zu Recht.

Die Partei tritt seit 1870 durchgängig mit ihrem Namen in Erscheinung, während andere Parteien wechselnde Namen führten, auch die Deutsche Fortschrittspartei als liberaler Vorläufer der FDP.

Würde man die Vorgänger-Organisationen mitberücksichtigen, wäre das ZENTRUM trotzdem die älteste Partei, denn sie geht auf den „Katholischen Klub“ in der Paulskirchenversammlung von 1848 zurück.

Nach ihrer Gründung bildete das ZENTRUM im Preußischen Abgeordnetenhaus und im Reichstag eine katholische Fraktion, die sich deshalb ZENTRUM nannte, weil sie ihre Sitzplätze in der MITTE zwischen den Deutschnationalen und den Linksliberalen einnahm. Sie stand auch tatsächlich weltanschaulich als christlich-konservative Partei in der „Mitte“ zwischen den linken und rechten Blöcken.

Schon bald war diese Vertretung des katholischen Bevölkerungsteils (etwa ein Drittel des Volkes) von der gehobenen Bürgerschicht bis zur Arbeiterschaft in allen gesellschaftlichen Schichten verankert, was durch die 1894 gegründeten christlichen Gewerkschaften weiter unterstützt wurde.

Durch den „Kulturkampf“, den der preußische Staat gegen die katholische Kirche führte, wurde die Bedeutung des ZENTRUM immer stärker. Im Konflikt zwischen dem protestantischen Reichskanzler Bismarck und den Katholiken war Zentrums-Führer Ludwig Windthorst (1812 – 1891) der bedeutendste Gegner der diskriminierenden Reichsgesetze gegen den sog. „politischen Katholizismus“.

Romtreue Katholiken wurden von der preußischen Oberschicht oftmals als „ultramontan“ bezeichnet, womit ihnen unterstellt werden sollte, sie seien nicht wirklich patriotisch, sondern „jenseits der Berge“ (ultramontan oder transmontan) ausgerichtet, würden also ihren geistig-politischen Blick über die Alpen nach Rom zum Papst richten (statt zur Deutschen Reichsregierung).

Doch die katholische Kirche ging aus dem „Kulturkampf“ gestärkt hervor, obwohl – oder weil? – mehrere Bischöfe sogar hinter Schloß und Riegel kamen. Aber die gläubigen Katholiken hielten zusammen und solidarisierten sich mit ihren Oberhirten. Das ZENTRUM erhielt jahrzehntelang bis zu 100 Sitzen im Reichtstag, so daß Bismarck seine vor allem gegen den Papst in Rom gerichtete Politik gleichsam zähneknirschend wieder beendete.

Das ZENTRUM setzte sich nicht „nur“ für die Gleichberechtigung der Katholiken ein, sondern engagierte sich vor allem sozialpolitisch sehr erfolgreich und sorgte für Gesetze zum Schutz vor Kinderarbeit, für Fortschritte bei Sozialversicherungen (besonders bei der Einführung der Arbeitslosenversicherung) und für Gewerkschaftsrechte.

In der Weimarer Republik war die Zentrumspartei an mehreren Regierungen beteiligt und wirkte ausgleichend zwischen linken und deutschnationalen Parteien. Das ZENTRUM geriet bisweilen zwischen die Stühle und wurde von den extremen Rändern – sowohl von Kommunisten wie von Rechtsradikalen – bekämpft. Der Parteivorsitzene Matthias Erzberger wurde am 26. August 1921 von Rechtsextremisten ermordet.

Das ZENTRUM existiert auch heute noch als Kleinpartei vor allem in NRW und wird seit Jahrzehnten geleitet von Gerhard Woitzik, dem früheren Kreistagsabgeordneten und Bürgermeister von Dormagen-Nievenheim: https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Woitzik

ZENTRUMS-Internetpräsenz: https://www.zentrumspartei.de/


Neue Ordensgründungen nur noch mit Erlaubnis des Vatikan gültig

Bisher war es nicht verpflichtend, dass der Vatikan seine Einwilligung zur Gründung eines neuen Ordens gibt. Das Kirchenrecht (can. 579) schrieb nur eine Beratung mit dem Vatikan vor. Das ändert sich jetzt.

Mit seinem Motu proprio (so heißen wichtige Dekrete des Papstes) macht Papst Franziskus solche Neugründungen von der Zustimmung des Vatikans abhängig. Das Dekret, das an diesem Mittwoch veröffentlicht wurde, tritt am 10. November in Kraft.

Der im Original lateinische Text betont zwar, dass auch künftig die Ortsbischöfe über den kirchlichen Charakter und die Vertrauenswürdigkeit neuer „Institute des geweihten Lebens“ bzw. „Gesellschaften apostolischen Lebens“ zu befinden haben. In dieser Hinsicht büßen sie also keinerlei Macht ein. Allerdings mache es sich der Vatkikan zur Aufgabe, die Bischöfe „beim Prozess der geistlichen Unterscheidung zu begleiten“.

Auch künftig wird der Ortsbischof neue Institute des geweihten Lebens „mit einem formalen Dekret einrichten“ – nur dass er dazu eben „die vorige schriftliche Erlaubnis“ aus Rom braucht, denn es müsse verhindert werden, dass „unnütze oder kraftlose Institute“ entstehen, dass es zu einer „übermäßigen Vervielfältigung von einander sehr ähnlichen Einrichtungen“ kommt oder zu einem „Zerfall in zu kleine Gruppen“.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2020-11/vatikan-motu-proprio-papst-orden-gruendung-rom-kirche-recht.html


Buch-Tip: Deutsche Spuren in Rom

Unbekannte Facetten der Ewigen Stadt

Trotz verschiedener Reisewarnungen machen sich die Menschen wieder auf den Weg. Auf den Weg in den Sommerurlaub. Gerade Rom scheint den Ansturm von Touristen kaum noch zu verkraften. Warteschlangen bei den Hauptsehenswürdigkeiten sind mittlerweile die Regel.

Aber was wäre, wenn man auf geheimen Pfaden wandert?

Jörg Ernesti, dessen Promotion sich bereits mit der Kirchengeschichte Roms beschäftigte, nimmt uns in seinem neuen Buch mit in die Ewige Stadt und zeigt uns geheime Orte, die der Massentourismus noch nicht entdeckt und an denen man die Stadt noch für sich hat.

Die italienische Kulturgeschichte ist kaum zu denken ohne deutsche Einflüsse und umgekehrt. Diese enge Verbundenheit wird an keinem anderen Ort so deutlich wie in Rom. Männer und Frauen aus dem deutschen Sprachraum sind als Pilger, Kirchenleute, Künstler und Gelehrte in die Stadt gekommen und haben ihre Spuren hinterlassen.

Manche davon sind berühmt, andere sind nur Insidern bekannt.
Sommerzeit ist Reisezeit – auch in diesem, sehr außergewöhnlichen Jahr. Aber nicht jede Reise muss ein Risiko sein, denn auch die Vorstellungskraft kann uns an ungewöhnliche Orte führen…

Dieser Band will aber nicht nur Reiseführer im klassischen Sinn sein, sondern auch ein Rombuch für Liebhaber. Texte und Bilder laden dazu ein, die beschriebenen Spaziergänge mitzugehen: daheim oder vor Ort.

Zum Autor Jörg Ernesti: Studium in Paderborn, Wien und Rom, 1993 Priesterweihe, 1997 Promotion in Kirchengeschichte in Rom und 2007 in Ökumenischer Theologie in Paderborn, 2003 Habilitation in Mainz, seit 2013 Professor für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Universität Augsburg.

BESTELLUNG hier: https://www.herder.de/religion-spiritualitaet-shop/deutsche-spuren-in-rom-gebundene-ausgabe/c-38/p-19301/


Neue Sexaffäre aus dem Vatikan vor Gericht

Wegen Missbrauchsvorwürfen gegen einen hochrangigen Prälaten gab es am heutigen Montag (7.9.) eine erste kirchliche Anhörung im Bischöflichen Ordinariat Eichstätt.

Nach Informationen der BILD-Zeitung bestätigte der Eichstätter Bischof Gregor M. Hanke, es gäbe Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe (siehe hier).

Im Frühjahr dieses Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Ingolstadt bereits ein Ermittlungsverfahren gegen den deutschen Prälaten eröffnet.

Auch die theologisch konservative Nachrichtenseite „Lifesitenews“ schreibt online am 5. September über diese Causa eines ehem. Kirchen-Diplomaten, der derzeit den „Vatikan erschüttern“ würde. Zugleich behandelt das amerikanisch-kanadische Portal, das sonst vor allem Lebensrechtsthemen aufgreift, die Frage, ob die Kurie hierbei eine Strategie der „Vertuschung“ angewandt habe oder nicht.  

Der bekannte Erzbischofs Carlo Maria Viganò soll diese Vorwürfe am 3. Juli 2006 den Vorgesetzten des vatikanischen Staatssekretariats vorgelegt und am 22. Januar dieses Jahres in einer kirchlichen Untersuchung ein Zeugnis für die ihm dazu vorliegenden Informationen gegeben haben.

Zudem habe der Erzbischof mittlerweile auch Kardinal Pietro Parolin über diese Causa unterrichtet. Viganò war einst Personalchef von Papst Benedikt und wurde weltweit bekannt, als er den Missbrauchskandal um Ex-Kardinal McCarrick aufdeckte.

Auf Lifesitenews-Anfrage habe die vatikanische Pressestelle geantwortet, die Vorwürfe hinsichtlich des Monisgnore würden inzwischen von kirchlichen und weltlichen Behörden geprüft.

 Aus Sicht der bekannten Lifesitenews-Autoren John Henry Westen und Dr. Maike Hickson handelt es sich um ernst zu nehmende Vorwürfe bezüglich eines „homosexuellen Missbrauchskandals“ innerhalb vatikanischer Mauern aus der Amtszeit von Papst Benedikt, die sich auf einen früheren Mitarbeiter  des Staatssekretariats beziehen würden.

Der erwähnte Artikel weist zudem darauf hin, daß sich Papst Johannes Paul II. einst in der Causa Marcial Maciel nicht gerade mit Ruhm bekleckerte. Pater Dr. Macial war Gründer und Leiter der Legionäre Christi, der im Vatikan wohlgelitten war, auch nachdem schon jahrelang homo- und pädosexuelle Missbrauchsvorwürfe gegen ihn vorlagen. Dem Pontifex fehlte wohl die nüchterne Menschenkenntnis, zumal sich Macial „als Konservativer tarnte“, wie Lifesitenews schreibt.

Erst nach der Wahl von Benedikt XVI. wurden kirchenrechtliche Strafmaßnahmen gegen den Legionärs-Gründer verfügt und der täuschende Spuk dieses Heuchelspieles fand damit im Jahre 2006 endlich ein Ende.

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Seligsprechung einer Ordensfrau, die Opfer eines satanischen Rituals wurde

Am 19. Juni 2020 bestätigte Papst Franziskus das Dekret über das Martyrium der Dienerin Gottes, Schwester Maria Laura Mainetti vom Orden der Töchtern des Kreuzes. 

Sie wurde am 20. August 1939 in Colico (Italien) geboren, auf den Namen Teresina getauft und am 6. Juni 2000 aus Hass auf den Glauben in Chiavenna ermordet. Die Nonne wurde Opfer eines satanischen Rituals (inspiriert vom Datum des 6. Tages im 6. Monat des neuen Jahrtausends).

„Hier bin ich! HERR, vergib ihnen“, sagte Schwester Laura kurz vor ihrem Tod.

Im Alter von 18 Jahren trat Teresina in die Kongregation der Töchter des Kreuzes ein: Im August 1959 legte sie ihr erstes Gelübde als Schwester Maria Laura ab und 1960  folgten die ewigen Gelübde im Mutterhaus in La Puye. Sie widmete ihr Leben den Kindern, Jugendlichen und Familien in Vasto (Chieti), Rom und Parma, bis sie 1984 nach Chiavenna kam.

Hier leitete sie seit 1987 als Oberin auch die örtliche Ordensgemeinschaft. Die Mitschwestern beschreiben sie als „unermüdlichen und positiven Menschen, immer bereit, die Ärmel hochzukrempeln, wenn sie sich mit einer schwierige Situation konfrontiert sah“.

Schwester Maria Laura hatte ein besonderes Augenmerk für junge Menschen. Am Abend des 6. Juni 2000 verließ sie das Kloster, um drei minderjährigen Mädchen zu Hilfe zu eilen. Doch sie war von ihnen in eine Falle gelockt worden. Sie starb betend und bat Gott um Vergebung für ihre Mörderinnen.

Quelle: Fidesdienst


Benedikt XVI. ist derzeit in Regensburg

Pressemitteilung des Bistums Regensburg:

Es ist ein überraschender Besuch am Krankenbett. Papst emeritus Benedikt XVI. flog heute Vormittag von Rom nach Bayern, um an der Seite seines schwer erkrankten 96-jährigen Bruders zu sein. Es ist vielleicht das letzte Mal, dass sich die beiden Brüder, Georg und Josef Ratzinger, in dieser Welt sehen. 

Das Bistum Regensburg bittet die Öffentlichkeit, diese zutiefst persönliche Begegnung in ihrem privaten Rahmen zu belassen. Sie ist ein Herzenswunsch der beiden hoch betagten Brüder und verträgt weder Fotos noch öffentliche Auftritte noch darüber hinausgehende Begegnungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür.

Alle Menschen, die ihre Anteilnahme zum Ausdruck bringen wollen, sind herzlich eingeladen, ein stilles Gebet für die beiden Brüder zu sprechen. Vergelt‘s Gott.

Der 93-jährige Papst emeritus landete am Donnerstag, dem 18. Juni, gegen 11:45 Uhr in München. Dort hieß ihn Bischof Rudolf Voderholzer herzlich willkommen und begleitete ihn auf der Weiterfahrt nach Regensburg. Der Papst emeritus wohnt im Priesterseminar des Bistums Regensburg. Das Datum seiner Rückreise steht noch nicht fest.

Benedikt XVI. reist in Begleitung seines Sekretärs, Erzbischof Georg Gänswein, seines Arztes, seines Pflegers und einer Ordensfrau. Benedikt XVI. traf die Entscheidung für die Reise zu seinem Bruder nach Regensburg kurzfristig, nachdem er sich mit Papst Franziskus beraten hatte.  

 


Die „Hure Babylon“ ist nicht die kath. Kirche

Von Stjepan Vucina

In gewissen stockprotestantischen bzw. theologisch sektiererischen Glaubensgemeinschaften ist die Abneigung gegen die katholische Kirche derart stark, dass dort behauptet wird, bei der in der Johannesoffenbarung beschriebenen „Hure Babylon“ handle es sich um die katholische Kirche bzw. das Papsttum mit dem Vatikan.

Mit dieser willkürlichen Auslegung soll die Kirche zur Zielscheibe des Hasses gemacht und ein Bollwerk aufgerichtet werden, um Menschen daran zu hindern, sich mit ihr offen und sachlich auseinanderzusetzen. Wenn wenn die Catholica zugleich die “Hure Babylon” ist, wäre sie gleichsam des Teufels, mit dem man auf keinen Fall paktieren möchte.

Anhand der Johannesoffenbarung sei nun aufgezeigt, auf, dass diese Deutung unsinnig ist.

In Offb 17,18 heißt es über die „Hure Babylon“: “Das Weib, das du sahst, ist die große Stadt, die Herrschaft hat über die Könige der Erde.”

Der Engel, der diese Worte zum hl. Apostel Johannes sprach, bezeichnet die Hure Babylons als eine Stadt, was jedoch auf die kath. Kirche und das Papsttum nicht zutrifft.

Sodann vernehmen wir in der neutestamentlichen Apokalypse, dass die „Hure Babylon“ auf sieben Hügeln sitzt:  “… die sieben Köpfe sind sieben Hügel, auf denen das Weib sitzt …” (Offb 17,9)

Freilich liegt der Vatikan als Sitz der kath. Weltkirche nicht auf sieben Hügeln, sondern auf einem einzigen Hügel – eben dem Vatikanischen Hügel.

Nun schreiben Verfechter des Konstrukts „Hure Babylon = Vatikan“, dass sich der Vatikan innerhalb der italienischen Hauptstadt Rom befände und daher Teil der italienischen Hauptstadt sei, die wiederum auf sieben Hügeln säße wie die „Hure“.

Doch mit Einbeziehung des Vatikan läge Rom nicht auf sieben, sondern auf acht Hügeln:

  1. Hügel Roms: Aventin, 47 m.
  2. Hügel Roms: Caelius, 50 m.
  3. Hügel Roms: Esquilin, 65 m.
  4. Hügel Roms: Kapitol, 50 m.
  5. Hügel Roms: Palatin, 51 m.
  6. Hügel Roms: Quirinal, 61 m.
  7. Hügel Roms: Viminal, 60 m.
  8. Hügel Roms, auf dem der Vatikan sitzt: Vatikanischer Hügel, 75 m.

Somit handelt es sich auch bei Rom insgesamt betrachtet nicht um die Sieben-Hügel-Stadt „Babylon“, wobei der Vatikanhügel sich ohnehin auf der anderen Seite des Tiber befindet.

Ein weiterer Tatbestand zeigt uns, dass die „Hure Babylon“ nicht einmal die Stadt Rom sein kann, denn über die „Hure“ heißt es zudem:

„Komm, ich will dir das Gericht über die große Buhlerin zeigen, die an vielen Wassern sitzt!“ (Offb 17,1)

Während nun die Hure „an vielen Wassern sitzt“, befindet sich die Stadt Rom nicht „an vielen Wassern“, da es ca. 40 km weit vom Mittelmeer entfernt liegt.

Somit sollten sich jene selbsternannten Bibelforscher aus der Sektiererecke von der Hl. Schrift korrigieren lassen und die „Hure Babylon“ woanders suchen.

 


Vatikan: Kurienkardinal Becciu verurteilt Polizeieingriff bei unerlaubter Meßfeier

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Keiner staatlichen Autorität in Italien steht es zu, einen Gottesdienst zu unterbrechen. Mit diesen Worten hat der italienische Kurienkardinal Angelo Becciu einen Priester verteidigt, der in Norditalien die hl. Messe mit rund 15 Gläubigen feierte und dafür bestraft wurde.

„Wenn der Zelebrant sich einer Übertretung schuldig gemacht hat, soll er nachher und nicht währenddessen belangt werden“, schrieb der Kardinal auf Twitter. In Italien ist das Feiern von Gottesdiensten mit Gläubigen wegen der Corona-Pandemie seit Wochen nicht erlaubt.

In dem Dorf Gallignano im Bistum Cremona verwies der Pfarrer Lino Viola dennoch nicht die wenigen Gläubigen vom Platz, die sich zur Feier der Messe eingefunden hatten. Die Carabinieri schritten während der Messe ein, doch der Pfarrer zelebrierte weiter. Sowohl der Priester als auch die anwesenden Gläubigen erhielten eine Geldstrafe.

Das Bistum drückte sein Bedauern über den Vorfall aus und hielt fest, der Pfarrer habe die staatlichen und kirchlichen Vorgaben nicht beachtet. Die anhaltende Trennung vom Altarsakrament sei allerdings schmerzhaft für viele Priester und Gläubige.

Quelle und volle Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2020-04/kardinal-becciu-priester-cremona-verbotene-messe-corona.html


Vatikan: Israels Staatspräsident Rivlin telefonierte mit Papst Franziskus

Papst Franziskus hat am Mittwochabend aus Anlass des jüdischen Pessach-Festes einen Anruf des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin erhalten.

Rivlin dankte dem Papstfür seine „wichtige Botschaft“ gegen Antisemitismus. Akte der Intoleranz seien in Zeiten der Corona-Pandemie gestiegen, berichtete Israels Staatsoberhaupt dem Pontifex.

BILD: Franziskus und Rivlin bei einem früheren Treffen in Rom

Das Telefonat fand am Karmittwoch statt – dem Tag, an dem das jüdische Pessachfest dieses Jahr mit dem Sonnenuntergang begann.

Pessach ist das erste von drei jüdischen Wallfahrtsfesten und fällt in den jüdischen Frühlingsmonat Nissan, die Zeit der ersten Gerstenernte in Israel. Es erinnert zugleich an das Wunder des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten. Im Gedenken an den Zug durch die Wüste wird während des achttägigen Festes nur ungesäuertes Brot (Mazza) gegessen.

In diesem Jahr beginnt das achttägige Fest mit dem Sonnenuntergang des 8. April.

Quelle: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2020-04/vatikan-papst-gratuliert-israels-staatsprasident-zu-pessach.html