Fulda: Rosenkranz für das Leben am 28. Dezember, dem Fest der unschuldigen Kinder

Die Aktion Leben, die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), das Fatima-Weltapostolat und das Vaterhaus in Fulda laden ein, am Donnerstag, dem 28. Dezember 2017 (dem Fest der Unschuldigen Kinder) um 18.3o Uhr an der Mariensäule am Frauenberg in Fulda (auch „Pestsäule“ genannt) für den Schutz des menschlichen Lebens den Rosenkranz zu beten.

Abschließend wird der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen (siehe Foto) zu den Betern sprechen und den Segen erteilen.

Zuvor zelebriert Kaplan Florian Böth in der Michaelskirche um 17 Uhr eine Hl. Messe in diesem Anliegen. Es schließen sich um 18 Uhr das Angelusgebet (Engel des Herrn) vor dem Dom und eine Lichterprozession zur Mariensäule an.

Foto: Leupolt, Bistum Fulda

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Zur Entwicklung des Rosenkranzgebetes

Von Hanna Jüngling

Es gibt viele Legenden, die allesamt suggerieren, der Rosenkranz sei das Werk eines einzigen Mannes oder womöglich der Muttergottes selbst. Am bekanntesten ist die Legende, die Muttergottes habe dieses Gebet dem hl. Dominikus offenbart. Aber es sind Legenden.

Der Begriff „Rosenkranz“ taucht bei uns im 15. Jh erstmalig auf.

Der Ursprung der Praxis, anhand einer Perlenkette ein Gebet zu vollziehen, liegt in Indien, wo schon vor der Entstehung des Christentums im Hinduglauben wie im Buddhismus an Gebetsketten, Mala genannt, gebetet wurde.

Diese Mala-Ketten haben 108 Perlen und im hinduistischen Kontext auch noch eine zusätzliche Guruperle. Anhand der Perlen werden die Namen und Attribute einer Hindugottheit bzw. buddhistischer Mantras kontempliert. Direkt davon abgeleitet scheint die islamische Gebetsschnur, Misbaha genannt, die 33 Perlen hat und anhand derer dreimal die 99 Namen der Gottheit aufgesagt werden.

In manchen Regionen sprach man auch von einer „Paternoster-Schnur“ – übrigens gab es bis ins Spätmittelalter hinein, den Beruf des „Paternoster-Machers“, also des Herstellers solcher Gebetsketten.

Zuerst hat man anhand einer solchen Schnur einfach mehrere Paternoster gebetet. Später fügte man auch die wiederholende Betrachtung des Engelsgrußes an Maria hinzu.

Eine erste Erwähnung solcher Praxis in der weströmischen Kirche finden wir in England. In den „Gesta pontificum Anglorum“ beschreibt William of Malmesbury im 12. Jh, wie die adlige Lady Godiva, die im 11. Jh gelebt hatte, an Edelsteinen, die sie auf eine Schnur aufgezogen hatte, eine Gebetsregel erfüllte, die sie vor einer Marienstatue vollzog.

Im 12. Jh mit seinem immer gewaltiger anschwellenden Strom klösterlicher Reformbewegungen kam das Rosenkranzgebet für Laienbrüder und –schwestern und ungebildete Konversen auf, die des Lesens und Schreibens nicht kundig und daher nicht in der Lage waren, am Stundengebet teilzunehmen.

Anstelle der 150 Psalmen des hl. Offiziums der Mönche und Nonnen wurden 150 Ave-Marias in Zehnergruppen gebetet und jeder Zehnergruppe eines der Geheimnisse Christi beigefügt. Für eine solche Zehnergruppe hat sich der Begriff „Gesätz“ herausgebildet. Ein Gesätz sind 10 Ave-Marias, in die jeweils ein bestimmtes Geheimnis Christi eingefügt wird.

Dieses Gebet erhielt seine feste Form schließlich im Laufe des 15. Jh durch die Zisterzienser und Karthäuser. Es wurde üblich, die 150 Ave-Marias in drei Teile zu je 50 Gebeten zu unterteilen, den freudenreichen, schmerzreichen und glorreichen Rosenkranz. Diese 50 Gebete wiederum werden in je 5 Gesätze geteilt, und jedes Gesätz betrachtet ein Geheimnis Christi, das in das Ave-Maria eingeschoben wird.

Das Ave-Maria-Gebet war zunächst nur der englische Gruß, der mit dem Gruß Elisabeths an Maria kombiniert wurde. Petrus Damiani hatte ihm im 11. Jh die heute noch übliche Form gegeben, die er aus dem Lukas-Evangelium abgeleitet hatte: „Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum. Benedicta tu in mulieribus.“ 1508 erst wurde dem Ave-Maria in dieser alten, biblischen Form noch der Zusatz „Sancta Maria, mater Dei, ora pro nobis“ hinzugefügt. 

Man kann also mit einem gewissen Recht sagen, dass der Rosenkranz niemals „von oben herunter“ befohlen wurde, sondern sich in vielen kleineren Schritten aus dem gläubigen Volk, besonders auch durch das Gebet der Frauen, entwickelt hat. Es entspricht allerdings nicht den Tatsachen, wenn seit dem 20. Jh immer wieder behauptet wurde, der Rosenkranz sei gewissermaßen variabel und jeder könne einen neuen erfinden. Zwar kann jeder für sich ein Privatgebet entwickeln, aber deshalb ist der klassische Rosenkranz dennoch ein für allemal festgelegt worden:

Der endgültige Text des Rosenkranzes wurde 1569 von Pius V. im Breve „Consueverunt romani pontifices“ für alle Katholiken verbindlich festgelegt und war seither viele Jahrhunderte lang nicht mehr variabel.

„Diese Gebetsweise ist einfach und kann von jedermann befolgt werden…“  –  schreibt Pius V. darin  –  ,„…und wird genannt „Rosenkranz“ oder der „Psalter der seligen Jungfrau Maria“. Er besteht aus einer Verehrung dieser gesegneten Jungfrau, indem man 150 der englischen Grüße spricht, dieselbe Anzahl also der Psalmen Davids, die man nach einer Zehnergruppe unterbricht durch das Gebet des Herrn, und dazwischen meditiert man die Geheimnisse, die das ganze Leben unseres Herrn Jesus Christus aufzeigen.“

Es war auch Pius V., der, auf den die tridentinische Messliturgie zurückgeht, der den Text des „Ave Maria“ festlegte auf den uns schon bekannten Teil und den Zusatz „Sancta Maria, Mater Dei, ora pro nobis peccatoribus, nunc et in hora mortis nostrae“.[1]

Der klassisch gewordene Rosenkranz ist Zeugnis des kollektiven „sensus fidelium“. Und selbst wenn er einsam gebetet wird, weiß der Beter sich verbunden mit dem kollektiven Rosenkranzgebet ebenso wie mit dem kollektiven Stundengebet der Kirche. Durch die Zersplitterung in eine Vielzahl neuer Rosenkranz-„Offenbarungen“ und Erfindungen ging diese Gemeinschaftlichkeit stückweise verloren.

Der klassische Rosenkranz garantiert die Nähe zum Evangelium und zum Psalmgebet Israels und der Kirche, während alle Erweiterungen und Veränderungen Vereinseitigungen des Glaubensgutes intendieren.

Ich möchte an dieser Stelle Paul VI. zitieren, der den Charakter des klassischen Rosenkranzes als letzter Papst seinem Sinn entsprechend noch einmal gekennzeichnet hat in „Marialis cultus“ von 1974:

„Es ist ferner leichter erkannt worden, wie der geordnete und graduelle Verlauf des Rosenkranzgebetes die Art selbst widerspiegelt, in der das Wort Gottes, da es nach gnädigem Ratschluß in die menschliche Geschichte eintrat, die Erlösung gewirkt hat.

Der Rosenkranz betrachtet nämlich von ihr in harmonischer Folge die wichtigsten Heilsereignisse, die sich in Christus zugetragen haben: von der jungfräulichen Empfängnis und den Geheimnissen seiner Kindheit bis zu dem erhabenen Geschehen von Ostern – des seligen Leidens und der glorreichen Auferstehung – und weiter bis zu deren Auswirkung auf die bildende Kirche am Pfingsttag und auf die Heilige Jungfrau an dem Tage, an dem sie nach Beendigung ihres Erdenlebens mit Leib und Seele in die himmlische Heimat aufgenommen wurde.

Es ist weiterhin bemerkt worden, wie die dreifache Aufteilung der Geheimnisse des Rosenkranzes nicht nur streng der zeitlichen Ordnung der Geschehnisse folgt, sondern vor allem das Schema der frühchristlichen Glaubensverkündigung widerspiegelt und das Geheimnis Christi auf dieselbe Weise vorstellt, wie es vom heiligen Paulus im berühmten ”Hymnus” des Briefes an die Philipper gesehen wird: Erniedrigung, Tod, Verherrlichung (2, 6 – 11). (45)

Verformungen, Erweiterungen oder Einschübe in den klassischen Rosenkranz sind daher sachlich kritisch zu betrachten. Denn der Rosenkranz ist eine gewachsene, der Einmütigkeit des Gottesvolkes entstammende Form, deren Stabilität darin liegt, dass sie gerade so und nicht anders gewachsen ist. Ihren Wachstumsabschluss erhielt dieses Gebet im 16. Jh und nahm danach einen rasanten Weg durch die Geschichte der Kirche und des Abendlandes.

Unsere Gast-Autorin, Musikerin und Künstlerin Hanna Jüngling hat unlängst ein theologisches Buch veröffentlicht: http://zeitschnur.blogspot.de/2017/02/neuerscheinung-zum-thema-theologie-der.html

Ergänzender Artikel zur Geschichte des Rosenkranzes siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2017/10/31/der-rosenkranz-ist-nicht-per-erscheinung-sondern-durch-ordensleute-entstanden/

[1] https://books.google.de/books?id=ez0VRbQi1i4C&pg=PA708&lpg=PA708&dq=pius+V.+consueverunt&source=bl&ots=a9BafPtcOP&sig=h0HTTMMFOZbnAbzcWTyDKHEZJC4&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjfq-Hh-uHPAhXrLMAKHd3fB0oQ6AEIVzAI#v=onepage&q=pius%20V.%20consueverunt&f=false

 


Der Rosenkranz an der polnischen Grenze und die Islamophobie-Keule in deutschen Medien

Vorige Woche haben wir hier im CHRISTLICHEN FORUM einen Bericht über die angekündigte polnische Rosenkranz-Initiative an der Grenze veröffentlicht.

Die Gebetsaktion hat stattgefunden und in der „veröffentlichten Meinung“ ein teils unsachliches bis schrilles Echo gefunden; dabei wurde auf den Vorwurf der Islamfeindlichkeit bzw. die Homophobie-Keule nicht verzichtet.

Der katholische Autor und Philosoph Dr. Josef Bordat hat auf seinem Jobo-Blog dazu – teils etwas ironisch –  Stellung bezogen: https://jobo72.wordpress.com/2017/10/08/ein-besonderes-rosenkranzgebet/

Mit seiner freundlichen Genehmigung zitieren wir einige Abschnitte daraus:

„Normalerweise ist es ja eher so, dass das Rosenkranzgebet eine eher unauffällige, stille Form des Gottesdienstes ist. Allein oder in kleiner Gruppe wird es gebetet, meditativ, kontemplativ, den Glauben reflektierend. Ich hatte das kürzlich erläutert.

Nun beteten “Zehntausende” (Tagesschau.de) Polen verabredungsgemäß gemeinsam den Rosenkranz…

Eigentlich ist die “Aktion” (Welt.de) nämlich eine “islamophobe”. Wenn Marek Jedraszewski, der Erzbischof von Krakau, etwa meint, die Menschen beteten im Vertrauen darauf, dass Gott ihnen helfen werde, “alle Schwierigkeiten zu überwinden”, dann meint er natürlich den Islam.

Und wenn die Initiatoren der Stiftung “Solo Dios Basta” meinen, sie wollten mit dem Gebetsaufruf “uns auch entschuldigen und jegliche Gotteslästerung wiedergutmachen”, dann meinen sie natürlich den Islam. Und wenn auf ihrer Website steht, das Rosenkranzgebet sei “eine mächtige Waffe im Kampf gegen das Böse”, dann meinen sie… Ich glaube, Sie haben das Prinzip verstanden…

Da ist es nur zu verständlich, dass die Qualitätspresse feststellt, einige Menschen sähen das Gebet “explizit gegen Muslime gerichtet” (Welt.de)…Gegen wen oder was soll es denn sonst gehen? Gut, vielleicht “gegen den Islam” (Tagesschau.de). Da können Polens Bischöfe “die Kundgebungen” (Tagesschau.de) noch dreidutzendmal als “Gebet für den Weltfrieden” tarnen.

Gut, dass Tagesschau.de und Welt.de und *.de insgesamt der Islamophobie der islamophoben Katholiken nicht auf den Leim gehen!“


Polen: Am Rosenkranzfest wird an der Grenze eine Menschenkette aus Betern gebildet

Am kommenden 7. Oktober, dem Rosenkranzfest, wird an der gesamten polnische Grenze eine Menschenkette aus Betern gebildet. Ganz Polen wird gleichsam von Rosenkranzgebeten umhüllt sein.

Eine entsprechende Laieninitiative wurde von den polnischen Bischöfen sofort aufgenommen, vor allem die 22 Grenz-Bistümer haben sich engagiert. In jeder Diözese wurden Priester als Koordinatoren eingesetzt, in etwa 200 „Stationskirchen“ werden die Gläubigen sich zu Vorträgen, Messen und Sakramentsandachten versammeln, bevor sie sich dann zur Grenze begeben.

Die Grenze ist mehr als 3500 km lang; etwa jeden Kilometer soll sich ein „Gebetsort“ befinden. An den Seegrenzen bilden Boote und Schiffe eine Kette, auf dem Bug sollen es Kajaks sein.

Die Aktion ist auch eine Reaktion auf die EU-Polemik gegen die Nicht-Aufnahme von „Migranten“ durch Polen. Der 7. Oktober ist zugleich der Tag des Sieges der Christenheit in der Schlacht von Lepanto, als Europa einst vor der Islamisierung gerettet wurde.

Im Kommuniqué der polnischen Bischofskonferenz heißt es zu diesem „Rosenkranz an den Grenzen“ u.a.:

„Ziel ist, in den Anliegen Polens und der ganzen Welt den Rosenkranz zu beten und dazu Menschen entlang der Grenze unseres Landes zusammenzubringen.

Dieses Ereignis wird am 7. Oktober dieses Jahres stattfinden, am ersten Samstag des Monats, am Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz und zum Abschluss der Feiern des hundertjährigen Jubiläums der Erscheinungen in Fatima, werden wir zur selben Stunde an den Grenzen unseres Vaterlandes den gesamten Psalter beten.

Wir bitten alle Gläubigen, sich zahlreich zu dieser Initiative zusammenzufinden. Lasst uns zusammen beten, Ordensleute, Geistliche und Laien, Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Diejenigen, die nicht teilnehmen können, mögen sich uns im Rosenkranzgebet anschließen.“

Quelle und weiterer Text dazu hier: https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/09/26/grenzschutz-mit-dem-rosenkranz-civitas-institut-de/


Lungenschmids „Jenseitsreisen“: Allerlei Richtigkeiten sowie theologischer Unsinn

Von Felizitas Küble

Seit Jahren tourt Helmut Lungenschmid durch deutsche und österreichische Lande, um von Ort zu Ort jenes „Sterbe-Erlebnis“ zu schildern, das er als 15-jähriger Junge erfahren haben will – und zwar beim Zahnarzt. Sicherlich für eine Nahtoderfahrung eine recht ungewöhnliche Stätte, doch der Redner begründet das Vorkommnis mit einer Überdosierung der Betäubung…

Wie dem auch sei: Tatsache ist jedenfalls, daß die Visionen und Einsprechungen, die Lungenschmid   – eigenen Angaben zufolge  –  seinerzeit als Jugendlicher erlebte und nach 42 Jahren erstmalig veröffentlichte, auf ein fromm-naives Publikum eindrucksvoll wirken mögen, aber nicht einmal einer einfachen theologischen Prüfung standhalten.

Derzeit befindet sich der Autor wieder auf einer Vortragsreise von Deutschlands Süden bis zum Norden: An Fronleichnam (14.6.) sprach er im westfälischen Hembergen vor rund 100 Zuschauern, am Tag zuvor war er in Obereschach bei Ravensburg (Oberschwaben).

Wir haben uns im CHRISTLICHEN FORUM bereits im Jahre 2011 über Lungenschmids „Nahtoderfahrung“ geäußert: https://charismatismus.wordpress.com/2011/11/03/gelang-helmut-lungenschmids-ein-%e2%80%9eblick-ins-jenseits%e2%80%9c/

Auf die im Raum stehende „Frage“, warum er seine Jenseitsvisionen erst nach über 40 Jahren in Buchform brachte, antwortet der Verfasser gleich auf der Titelseite (siehe Foto): „Den Zeitpunkt, mit diesem Erlebnis an die Öffentlichkeit zu gehen, bestimmte im Jenseits die Gottesmutter selbst.“  – Diese praktische, um nicht zu sagen unschlagbare Ausrede „Auskunft“ erwähnt Lungenschmid auch in seinen Einladungszetteln zu den Vorträgen.

Kritisches Nachfragen scheint sich insoweit zu erübrigen  – wobei gleichwohl ungeklärt bleibt, ob der hohe Preis (22 €) der ziemlich billig produzierten Publikation (große Schrift, Paperback, nur 1 Foto) samt den überdimensionalen Versandkosten (von Österreich nach Deutschland: 9,50 €) wohl auch auf Eingebung höherer Gewalten entstanden sein mag.

Für den kommenden 2. Band werden übrigens satte 33 € angekündigt  – alle Daten sind auf des Autors Webseite nachlesbar: http://www.meinsterbeerlebnis.com/medien-bestellung/

Nun wissen wir es also  – dank Helmut Lungenschmid und dem Untertitel seines Buches: „Himmel – Hölle – Fegefeuer  –  gibt es doch!“

Seit zweitausend Jahren lehrt die Kirche genau dies auch ohne Jenseitsvisionen, doch so mancher Fromme sucht wohl unterschwellig  – also doch Kleinglaube?  – nach einer Art „Bestätigung“ mittels besonderer Erlebnisse.

Die kann der Autor auf über 350 Seiten freilich kreativ liefern  – den 2. Band nicht mitgerechnet.

Lungenschmid: Christus ist nicht GOTT in Ewigkeit

Was der Knabe damals auf dem Zahnarztstuhl in kurzer Zeit alles an bücherfüllenden Erlebnissen und Erkenntnissen erfuhr, scheint ihm gleichwohl ein merkwürdiges „Gottesbild“ vermittelt zu haben, ganz zu schweigen von zahlreichen theologischen Irrtümern, sogar über den Erlöser selbst, wobei indirekt, aber in der Sache eindeutig sogar die Gottheit Christi geleugnet wird:

Auf S. 93 heißt es schon im Zwischentitel in fetter Schrift: „Jesus hat im Gegensatz zu Gott Vater einen Anfang.“ 

Da Christus GOTT ist, existiert ER in Ewigkeit, folglich ohne Anfang und Ende. (Anders ist dies bei der menschlichen Natur Jesu, die natürlich einen Beginn kennt.)

GOTT ist nicht nur unsterblich wie die menschliche Seele (ohne Ende), sondern ewig  – also unerschaffen, ohne Anfang. Gott-Vater ist innerhalb der heiligen Dreieinigkeit zwar gleichsam das Ursprungsprinzip, was aber nicht bedeutet, daß die anderen beiden göttlichen Personen einen „Anfang“ hätten, denn die ganze dreifaltige Gottheit ist unerschaffen und ewig, also ohne Anfang  – dies ist ein unabdingbares Wesensmerkmal das Göttlichen.

Lungenschmid schreibt zunächst zutreffend, daß es für den Menschen als geschaffenes Wesen einen Anfang gibt. Er fährt fort: „Aber nicht so verhält es sich bei Gott, der keinen Anfang und kein Ende hat.“ – Auch richtig, doch dann folgt jener erwähnte häretische (irrlehrende) Satz über Christus „mit Anfang“.

Er führt diese für die Christenheit „bahnbrechende“ Erkenntnis auf Gott-Vater selbst zurück, denn dieser habe ihm erklärt: „Jesus hatte einen Anfang und jetzt aber auch kein Ende.

Dies stelle, so schreibt der Autor mit Berufung auf „Gott-Vater“ weiter, gewiß ein „großes Geheimnis“ dar, das ihn freilich „sehr nachdenklich“ gemacht habe  – immerhin räumt Lungenschmid ein, daß er „bis zu diesem Zeitpunkt der Meinung war, dass es Jesus doch auch immer schon gegeben hätte“.

Folglich ließ sich der Jenseitsreisende durch einen Irrgeist (sei es nun sein eigener oder ein „unter-natürlicher) von einer richtigen zu einer falschen Ansicht verführen.

Offenbar knabberte der Verfasser durchaus an dieser neuen „Einsicht“, denn er schreibt zum dritten Mal: „Nein  – Jesus hatte tatsächlich einen Anfang, wie mir Gott ganz persönlich versichert hatte“  –  nun denn, gegen Visionen ist natürlich kein theologisches Kraut gewachsen.

Betet Maria den Rosenkranz mit den Armen Seelen?

Das Buch wimmelt von weiteren inhaltlichen und logischen Fehlleistungen, wobei schon die Seite zuvor wieder ein handfestes Beispiel liefert:

Auf S. 92 heißt es nämlich, daß die Madonna bei ihren „Erscheinungen im Fegefeuer jedes Mal den Rosenkranz gemeinsam mit den Armen Seelen betete“.

Auf S. 217 erzählt der Autor von einer Vision, bei welcher die Gottesmutter selber den „Engel des HERRN“ betete, wobei gar die „Grundfesten der Hölle erschüttert“ worden seien, so daß die Unterwelt „einzustürzen drohte“. Leider hat es nicht ganz geklappt, die Hölle ging bei der schönen Gelegenheit nicht wirklich unter  –  aber fest steht jedenfalls, daß die selige Jungfrau weder den Rosenkranz noch den „Engel des Herrn“ bzw. Angelus selber betet.

Wer es nicht fassen kann, der möge sich die dazugehörenden Gebete selber aufsagen und dabei theologisch bis fünf zählen.

Offenbar ist Herr Lungenschmid  –  Jenseitserlebnisse hin oder her  –  damit erheblich überfordert.

Wir werden sein Buch bei nächster Gelegenheit gerne einer weiteren Durchsicht unterziehen….

Unsere Autorin Felizitas Küble ist Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags in Münster


Kardinal Simoni: Glaubensstarker Priester und Verfolgter unter kommunistischer Herrschaft

Drohungen, Verfolgung, Gewalt, dann die Ketten des Kerkers: Nichts von alldem war in der Lage, die menschliche und geistliche Statur von Ernest Simoni (siehe Foto) zu schwächen.

Der am 19. November 2016 von Papst Franziskus zum Kardinal ernannte 88-jährige Priester aus Albanien ist der zweite Kardinal in der Geschichte des Landes nach Mikel Koliqi, den das kommunistische Regime ebenfalls 37 Jahre lang eingekerkert hatte.

Kardinal Simoni blickte in diesem Interview mit der Vatikanzeitung »L’Osservatore Romano« auf wichtige Etappen seines Lebens zurück:

Woran denken Sie, wenn Sie sich an die Zeit der Verfolgung erinnern?

Mein erster Gedanke ist, dass es mir gelang, sie mit Hilfe der Gnade des HERR, der ich mich anvertraut habe, zu überwinden. Alles ist vorübergegangen, während ich gebetet, gehofft und versucht habe, mit der Kraft der Gnade, die aus der Liebe Gottes kommt, bis zum Ende auszuhalten.

Ich habe meine Peiniger nie gehasst. Ich wurde am 24. Dezember 1963 verhaftet, in der Weihnachtsnacht, während der Messfeier in der Kirche von Barbullush. Man hat mich mit der Begründung »Agitation und Propaganda« zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Ich habe die Strafe in den Gefängnissen von Rubik, Vlorë, Laç, Elbasan verbüßt und war dann zehn Jahre im Gefängnis von Spaç, wo ich in den Bergwerken gearbeitet habe.

Nach 1990 und der wiedergewonnenen Freiheit habe ich in den Pfarreien von Barbullush und Trush, in Fushë Arrëz Dienst getan und überall dort, wohin mich die Gläubigen gerufen haben.

Gab es besonders schwierige Augenblicke?

Ich erinnere mich, dass auch ich zusammen mit weiteren zwölf Gefangenen 1973 bei der Revolte im Gefängnis von Spaç zum Tod durch Erschießen verurteilt wurde –  und zwar aufgrund der – unwahren – Beschuldigung, zu den Verantwortlichen der Unruhen zu gehören. Aber die Sigurimi, die Geheimpolizei, hatte alle Phasen der Revolte gefilmt, so haben sie meine Unschuld erkannt und ich wurde nicht hingerichtet.

Eine andere sehr harte Zeit war, als sie mich in Ketten gelegt hatten und ich fast gestorben wäre. Nachdem ich die ganze Strafe abgebüßt hatte, kam ich 1981 frei und habe bis 1990 in den Abwasserkanälen gearbeitet. Vorher hatte ich in einigen Dorfpfarreien Dienst getan: Kabash, Pukë, Kukël, Gocaj, Barbullush, Mal i Jushit, Torrovicë, Sumë.

Wie ist heute die Situation der Kirche in Albanien?

In Albanien gab es eine sehr schwierige Zeit, vor allem für die Kirche. Zur Zeit ist die Situation gut, das Volk ist fromm. Ich hoffe, dass es einen erneuerten Elan geben wird, um alle Albaner durch das gemeinsame Gebet zu Gott zu führen.

Ich werde weiter dem Volk Gottes dienen, wie ich das immer getan habe, um die Liebe Jesu zu verbreiten und das Heil zu verkünden, das allein von ihm kommt. Manchmal feiere ich die heilige Messe in der Kathedrale oder in meiner Pfarrei.

Ich bin bereit, wohin auch immer man mich einlädt, Gottesdienst zu feiern und meinen Rat zu geben, damit alle Jesus näherkommen. Ich empfehle immer das Gebet des Rosenkranzes zur Gottesmutter, die möchte, dass die ganze Welt gerettet wird.

Quelle und Fortsetzung hier: https://poschenker.wordpress.com/2017/03/15/ich-habe-meinen-peinigern-vergeben/


Das neueste Lamento der Medju-Madonna

Von Felizitas Küble

Seit mehr als 35 Jahren erscheint die Himmelskönigin angeblich einer Schar von Seher/innen in der katholischen Pfarrgemeinde Medjugorje in Bosnien-Herzegowina.

Die kirchlich nicht anerkannten Privatoffenbarungen ziehen Millionen von Pilgern und Neugierigen an, wobei auch „zehn Geheimnisse“ eine Rolle spielen, welche einigen Visionären von „oben“ anvertraut wurden.

Die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo, eine verheiratete Familienmutter, erhält  – eigenen Angaben zufolge  –  an jedem 2. Tag eines Monats den Besuch der Madonna. Diese Erscheinung wird als „Privatbotschaft“ bezeichnet, da sie sich vorwiegend an die Seherin selbst und die anwesenden Personen richtet.

Kürzlich wurde die jüngste „Botschaft“ Mariens vom 2. Dezember 2016 an Mirjana veröffentlicht. (Den vollständigen Text siehe hier: http://89583.eu1.cleverreach.com//m/6697669/596291-6c2efe9256a92e68539331d744d5323b)

Zu folgenden Aussagen der vermeintlichen Himmelsmutter wollen wir kurz Stellung beziehen:

„Liebe Kinder! Mein mütterliches Herz weint, während ich sehe, was meine Kinder tun. Die Sünden vermehren sich, die Reinheit der Seele ist immer weniger wichtig, meinen Sohn vergisst man, man ehrt Ihn immer weniger, und meine Kinder verfolgt man.“

Zunächst: Von einer Verfolgung der Seher/innen ist nichts bekannt  –  im Gegenteil: sie stehen seit Jahrzehnten im Mittelpunkt des Medjugorje-Treibens.

Falls die Aussage „Meine Kinder verfolgt man“ sich aber auf die weltweite Christenverfolgung bezieht, hätte man gerne gewußt, warum diese Erscheinungs-Madonna in ihren über 40.000 „Botschaften“ noch nie ein klares Wort gegen den Islam gesagt hat, obwohl er der Hauptbetreiber der weltweiten Christen-Unterdrückung ist. Stattdessen werden seit Jahrzehnten in den Medju-Offenbarungen die Unterschiede zwischen Christentum und Islam verharmlost oder ganz weggeredet. 

Zudem handelt es sich hier um ein überflüssiges Lamento („Die Sünden vermehren sich….“), denn wenn sich die Menschen auf dem weiten Erdenrund vermehren, dann wächst logischerweise auch die Zahl der Sünden.

Sodann heißt es weiter über Christus:  Jesus am Kreuz - Dom St Peter

„Er offenbart sich euch, Er bricht mit euch das Brot und gibt euch Worte der Liebe, damit ihr sie in barmherzige Werke verwandelt und somit Zeugen der Wahrheit sein werdet.“

Christus hat sich bereits vor 2000 Jahren offenbart  – und seine göttliche Botschaft ist abgeschlossen und vollendet; Jesu Lehre und Verkündigung bedarf keiner inhaltlichen Ergänzungen durch Visionäre von wo auch immer. Zudem feiert die Kirche seit Christi Zeiten die Eucharistie („Er bricht mit euch das Brot“), auch hierfür ist keine Erscheinung nötig.

Außerdem sagt die himmlische Jungfrau angeblich:

„Deshalb, meine Kinder, kehrt zurück zum Gebet des Rosenkranzes. Beten ihn mit Gefühlen der Güte, des Opfers und der Barmherzigkeit. Betet nicht nur mit Worten, sondern mit barmherzigen Werken. Betet aus Liebe für alle Menschen. Mein Sohn hat mit dem Opfer die Liebe erhöht.“

Erstens sind „Gefühle“ beim Beten nicht wichtig, ob es sich um den Rosenkranz oder sonst ein Gebet handelt. Es kommt nicht in erster Linie auf Empfindungen und Stimmungen, sondern auf die innere Grundhaltung an, auf die Einstellung des Willens. – Zweitens hat Christus mit seinem Opfertod nicht nur „die Liebe erhöht“, sondern die Menschheit erlöst und allen, die seine Heilstat in Worten und Werken annehmen, das Tor zum Himmel geöffnet.