Prostitution als sittenlos ächten und strengeres Gesetz einführen

Mathias von Gersdorff

„Eine Welt ohne Prostitution ist denkbar.“   –  Unter diesem Motto sammeln die feministische Zeitschrift Emma und ihre Herausgeberin Alice Schwarzer Unterschriften für einen Appell gegen Prostitution. Schwerwiegendste Forderung ist die nach einer Bestrafung der Freier. 

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Bewußt wurde die Aktion nach der Bundestagswahl begonnen: Die EU verlangt seit geraumer Zeit ein härteres Vorgehen gegen Menschenhandel. Eigentlich sollten die Mitgliedsländer Maßnahmen bis zum 6. April 2013 ergreifen, doch Deutschland hat nichts unternommen.

Deutschland gilt als wichtiges Umschlagland für Frauenhandel. Mit dem Appell will Alice Schwarzer die Koalitionsverhandlungen in ihrem Sinn beeinflussen, denn für sie ist Prostitution ohne Menschenhandel und Sklaverei nicht denkbar. Indem sie Prostitution und Menschenhandel verbindet, gewinnt ihr Ansinnen an Glaubwürdigkeit hinsichtlich der Durchführbarkeit.

In der Tat hat die Union schon Bereitschaft signalisiert, Prostitution einzuschränken. Schwarzer sieht Prostituierte als Opfer von Zwang und Gewalt. Sie stecken in einer kriminellen Struktur, aus der sie nicht entkommen.

Rotgrünes Gesetz schützte kriminelle Strukturen

Das Prostitutionsgesetz der rot-grünen Bundesregierung (ProstG) aus dem Jahr 2002 hätte die kriminellen Strukturen geschützt. Schwarzer behauptete in einem Interview mit der Welt vom 3. November 2013, das Gesetz sei von Anbeginn an für Zuhälter und Menschenhändler gemacht worden. Opfer des ganzen seien die Frauen.

Schwarzers Appell erhielt Unterstützung aus ganz unterschiedlichen Ecken. Neben Wolfgang Niedecken und Reinhard Mey finden sich auch Leute wie Maria Böhmer (Vorsitzende der Frauenunion), Heiner Geißler, Rita Süssmuth, Charlotte Knobloch, Femen Deutschland.

Besonders wichtig ist die Unterstützung durch Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und ehemaliger Justizminister Niedersachsens. 0023

Grüne Kritik an Schwarzers Vorstoß

Kritik erntet Alice Schwarzer vor allem von links. Die Grünen und etliche linksorientierte Organisationen meinen, man dürfe Prostitution und Menschenhandel nicht vermengen.

Unglaublich, aber wahr, als Reaktion auf Schwarzers Aktion gibt es vom „Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen“ nun auch einen Appell für Prostitution. Allen Ernstes wird da behauptet:

„Prostitution ist eine berufliche Tätigkeit, bei der sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt angeboten werden. Ein solches Geschäft beruht auf Freiwilligkeit. Gibt es keine Einwilligung zu sexuellen Handlungen, so handelt es sich nicht um Prostitution. Denn Sex gegen den Willen der Beteiligten ist Vergewaltigung.“   –  Unter den Unterstützern finden sich besonders viele Grüne und Politiker der Linkspartei.

Blanke Verhöhnung der Frauen

Dieser Appell geht von der Überzeugung aus, die Prostitution sei nicht nur normal und ein legitimer Broterwerb, sondern ein Akt der Befreiung und der weiblichen Selbstbestimmung. Heute klingt das zwar grotesk und wie eine blanke Verhöhnung der Frauen, doch in den Talkshows Ende der zweiten Hälfte der 1990er à la Arabella oder Hans Meiser war das eine gern vertretene These.

Hinsichtlich Prostitution argumentiert Schwarzer analog zur Pädophilie. Sie war gegen sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern, weil der Erwachsene die Situation völlig dominiert und seine Macht problemlos über das Kind ausüben kann. Dasselbe gilt für die Beziehung zwischen Freier bzw. Zuhälter und Prostituierter.

An dieser Stelle muß erwähnt werden, daß sich für Alice Schwarzer die Frau grundsätzlich in einer „Inferiorität“ befindet. In der Beziehung zwischen Mann und Frau, wie auch immer sie geartet ist, wird letztere unterdrückt.

Im 1984 geschriebenen Vorwort zur Taschenbuchausgabe ihres bekanntesten Buches „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ schrieb sie: „Im Namen der Liebe haben sie [Frauen] kein Recht auf eigene Existenz und Unabhängigkeit, sind sie die Freundin/Frau/Mutter von, sind sie Objekt statt Subjekt, bescheiden sie sich mit einem Platz am Rand der (Männer-)Welt.“  –  Die Frau müsse von dem „staatlichen Zwang zur Mutterschaft“ befreit werden. Deshalb sollte die Abtreibung eingeführt werden, so Schwarzer.

Im gegenwärtigen Kampf gegen die Prostitution verwendet Alice Schwarzer eine etwas gemäßigtere Sprache. Vor allem argumentiert sie sehr faktenreich. Aus diesem Grund erntet sie nicht ungerechtfertigte Sympathien auch im christlich-konservativen Lager, während man bei den Verteidigern der Prostitution wieder die altbekannten ideologischen Scheuklappen erkennt, die schon zur Forderung nach einer Entkriminalisierung der Pädophilie geführt haben.

Prostitution ist grundsätzlich unsittlich

Dennoch darf man nicht blind für die Defizite von Schwarzers Argumentation sein. Sie argumentiert auf der Grundlage eines falschen und radikal-egalitären Verständnisses von Macht und Herrschaft. Christliche Moral und Sittlichkeit spielen für sie keine Rolle. Sie schreibt in Emma von November/Dezember 2013: „Prostitution muß endlich geächtet werden! Und zwar nicht aus Gründen der wie auch immer verstandenen „guten Sitten“, sondern aus Gründen der Menschlichkeit“.

Aus christlicher Sicht ist aber Prostitution grundsätzlich falsch und nicht erst dann, wenn die Frau unterdrückt wird. Prostitution ist von Natur aus unsittlich und muß vom Gesetzgeber auch so behandelt werden.

Das Prostitutionsgesetz gehörte zu den gesellschaftspolitischen Vorhaben der rot-grünen Regierung. Sie wollten der Prostitution denselben Rang geben wie anständige bürgerliche Berufe. Das Gesetz ist ein direkter Angriff auf die bürgerlichen Tugenden und auf die christlichen Wurzeln Deutschlands und muß deshalb rückgängig gemacht werden.

Erstveröffentlichung dieses Artikels in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Vonwegen „Stammtisch“: Ausschnitte aus „Volkes Stimme“ zum Fall Hoeneß

Wenn aktuelle Ereignisse viele Gemüter bewegen, sind Leserkommentare in seriösen online-Portalen oft interessanter und vielseitiger als so manche schlaumeierisch klingende Artikel in der sog.“Qualitätspresse“.

„Volkes Stimme“ serviert häufig erstaunlich wenig „Stammtisch“, sondern bietet gediegene Fakten und Argumente.

Zitieren wir hierzu beispielhaft einige (teils gekürzte) Leserstimmen aus dem Web-Portal des Bayerischen Rundfunk (www.br.de) zur Causa Uli Hoeneß, in dem sich hunderte Kommentare   –  oft mit Vor- und Nachnamen des Autors   –   finden:

Lichner Rudolf, Dienstag, 23. April, 08:20 Uhr

469. Steuerhinterziehung

Was Höneß sich geleistet hat, ist mit gar nichts zu entschuldigen, aber es verdeutlicht, dass es mit den sogenannten Großverdiener in Deutschland kein vernünftiges Steuergesetz gibt. Die cleveren Großverdiener, wie Beckenbauer, Schumacher, Vettel und v. a. m. entziehen sich der Steuerschuld und gehen ins Ausland und werden trotzdem als Lichtgestalten und Super-Deutsche von den Medien behandelt…

Fabian Schmidt, Dienstag, 23.April, 02:49 Uhr

467. Hasstiraden

Uli Hoeneß hat, wie viele andere Steuerhinterzieher auch, Selbstanzeige erstattet. Das Finanzamt und die Strafverfolgunfsbehörde prüfen jetzt.
Waren die Angaben, die Hoeneß machte, korrekt und vollständig, bezahlt er seine Steuern nach und eine Strafe. Wie viele andere tausend Steuerhinterzieher, die Selbstanzeige erstatteten, auch.
Ich bin kein Fußballfan. Hoeneß hat mich bisher kaum interessiert. 0022
Ich wäre nur vorsichtig, den Stab über ihn zu brechen, bevor das Verfahren gegen ihn abgeschlossen ist.
Von den Vorwürfen gegen den ehemaligen Bundespräsidenten ist so gut wie nichts hängengeblieben. Der Mann wurde aber erstmal an die Wand gestellt und fertiggemacht, bevor die Fakten geprüft wurden. Wer von den rotgrünen Gutmenschen hat sich bei ihm öffentlich entschuldigt? Erst mal draufhauen und dann prüfen, ob die Tracht Prügel, die er bezogen hat, in Ordnung ist.
Und noch ein Punkt:
Das Steuerabkommen, das Herr Schäuble mit der Schweiz geschlossen hat und das von der Opposition im Bundesrat abgelehnt wurde, war so schlecht nicht. Auf jeden Fall für den Fiskus besser als alles andere, was Bundesfinanzminister, auch rot/grüne Regierungen, bis dahin erreicht haben.
Der Staat hätte auf einen Schlag viel Geld eingenommen. Mehr Geld, so sagen alle Experten, als wenn die Steuerhinterzieher zur Selbstanzeige greifen. Und das Geld wäre von allen lückenlos bezahlt worden.
Jetzt gibt es aufgrund der rotgrünen Gutmenschen kein Abkommen. Die Folge: die Steuerhinterzieher greifen zur Selbstanzeige. Hunderte Steuerbeamte werden für Monate mit nichts anderem als der Nachprüfung dieser Angaben beschäftigt sein und fehlen dann natürlich für andere Steuerhinterziehungsfälle. Das ist die Folge rotgrüner Verweigerungspolitik. Hoffentlich durchschaut der Wähler das Spiel rechtzeitig.

Martin, Montag, 22.April, 23:36 Uhr

465. Hoeneß

Steuerhinterziehung spaltet mal wieder unsere so moralische Gesellschaft. Mit Sicherheit ist es ein Verstoß gegen ein Gesetz. Zeitungen, Rundfunk und Fernsehsender haben mit Hoeneß wieder Thema gefunden, über das sie mit ihrem Tunnelblick rund um die Uhr berichten können. Hoeneß ist ein Mann der Öffentlichkeit und er hat einen großen Fehler gemacht, aber auch nach dieser Sachlage bin ich der Überzeugung, dass die Würde eines jeden Menschen samt seiner Freiheit durch nicht in der Welt mit Füßen getreten werden darf. Kein Gewaltverbrecher wird in Deutschland so verfolgt wie ein Steuerhinterzieher. Medien halten sich für Gott und verfolgen einen Bürger wie Hoeneß wie Tyrannen. Das ist bereits „Despotie“ der Medien. Dies erfordert auch Widerstand im Namen der Menschenrecht. Hoeneß wurde bisher noch nicht schuldig gesprochen.

NoHome, Montag, 22.April, 22:52 Uhr

464. Ankauf von gestohlenen Firmendaten

Auf welches Recht bezieht sich ein Rechtsstaat, der mit Hilfe von gestohlenen Firmendaten ein Verbrechen billigt? Der Dieb der SteuerCDs wird vermutlich seinen Ertrag aus dem Verkauf nicht versteuern – oder?
Die Politik ist gefordert, hier ein ordnungsgemäßes Kontrollelement zu schaffen,
welches verhindert, dass unversteuertes Geld auf einem Konto im In- oder Ausland deponiert wird.

Gisbert König, Montag, 22.April, 22:41 Uhr

462. Hoeneß

Die Opposition hat das ausgehandelte Steuerabkommen mit der Schweiz im Bundesrat platzen lassen. M. E. eine Dummheit und ein Eigentor. Wäre es in Kraft getreten, hätte die BRD nicht nur die von Hoeneß hinterzogenen Steuern erhalten, sondern auch noch die aller anderen mit in den letzten 10 Jahren unversteuerten Geldern in der Schweiz, schätzungsweise 10 bis 12 Milliarden Euro. Soviel haben alle bisherigen CDs zusammen nicht eingebracht. Allein der Wille Gabriels, Steuersünder auf jeden Fall auch zu bestrafen, hat das Abkommen verhindert. Dafür hat er auf viele Milliarden verzichtet.

Wird Hoeneß nun bestraft, wie Gabriel es wohl gerne möchte?  Die Antwort lautet: nein! Denn eine Selbstanzeige befreit von der Strafe, wenn sie vor Entdeckung der Hinterziehung vollständig und richtig erfolgte. Da er dazu einen Steuerberater eingeschaltet hat, ist davon auszugehen, dass die Selbstanzeige professionell erfolgte.