Berlin: Dr. M. Buck informiert kritisch über die „Praxis der Waldorf-Pädagogik“

Die Berliner Skeptiker führen am Donnerstag, den 19. Juni 2016, wieder ihren „Stammtisch“ durch; dabei spricht der Erziehungswissenschaftler Dr. Marc Fabian Buck von der Humboldt-Universität über die „Praxis der Waldorf-Pädagogik”, die aus der esoretisch geprägten Antroposophie  hervorgeht. Foto von Elstrud Consoir

Ausgehend von der Anthropologie und dem kosmologischen Entwicklungsgedanken Rudolf Steiners werden die praktischen Inhalte und Auswirkungen der Waldorfpädagogik als esoterischer Erziehungsstil erkannt und auf ihre Berechtigung hin befragt.

Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die Rhetorik und Verschleierung des weltanschaulichen Überbaus in der Außendarstellung waldorfpädagogischer Einrichtungen. Veranschaulicht wird die praktische Perspektive durch Inneneinsichten, die bei verschiedenen Hospitationen in Berliner Waldorfschulen erlangt wurden.

Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr im Gasthaus “Leonhardt” in Berlin-Charlottenburg.

Quelle: GWUP


Zur aktuellen Debatte um Joseph Beuys: Er verstand sich als „Eingeweihter“ von Steiners antroposophischem Weltbild

Von Bernd Harder

Eine neue Joseph-Beuys-Biografie, die vor wenigen Tagen im Aufbau-Verlag erschienen ist, sorgt für Wirbel. Der umstrittene Künstler sei zudem “eine ziemlich gestrige und gefährliche Figur” gewesen, gibt eine Spiegel-Rezensentin die Meinung des Biographen Hans Peter Riegel wieder.

Und zwar nicht nur im Hinblick auf Beuys “reaktionäres Alt-Nazitum”, sondern auch wegen seiner existentiellen Verbindung mit Rudolf Steiner. In jedes einzelne Werk seiner symbolschweren Kunst sei Steiners Weltbild eingesickert. (…)

Die Welt hat beim Beuys-Biographen Hans Peter Riegel selbst nachgefragt. Die Redaktion kommt zu dem Schluss, dass in der Tat …

„… die eigentliche Sprengkraft des Buches in dem Nachweis [liegt], welchen gewaltigen Einfluss die anthroposophische Lehre Rudolf Steiners auf Beuys’ Werk hatte. Riegels These: Beuys habe zeit seines Lebens unter einem grünen, anarchistischen Deckmäntelchen die Welt mit völkischen und totalitären Ideen in der Nachfolge Steiners missioniert.”

Ein Auszug aus dem Interview:

Hans-Peter Riegel: „In einem Gespräch mit Michael Ende sagte Beuys: “Die Anthroposophie ist der einzige Weg”. Die Anthroposophen eine Sekte zu nennen, wäre jedoch fatal. Man handelt sich schnell eine einstweilige Verfügung ein. Aber betrachtet man Steiners organisches Gesellschaftsmodell, das im ersten Moment wunderbar klingt, einmal genau, dann muss man zu dem Schluss kommen: Es ist totalitär.

Der Mensch steht bei Steiner in der Hierarchie auf der untersten Stufe der Existenz. Dann kommen “Erfinder, Künstler und Forscher”, dann die “geheimwissenschaftlichen Eingeweihten” und schließlich “übermenschliche Wesen”. Der Mensch überantwortet seine Freiheit übergeordneten Instanzen. Nur die Eingeweihten sind erkenntnisfähig. Das nenne ich totalitär. Und solches Denken ist wohl auch Sekten zu eigen.

Joseph Beuys war geradezu besessen davon, derartige Überzeugungen Steiners weiterzutragen. Wie Steiner hat auch er sich offenbar als Eingeweihter empfunden. Beuys’ existenzielle Krise 1956/57 mündete in eine Überhöhung der eigenen Person. Er selbst beschrieb sie als eine Art Erweckungserlebnis. Seitdem fühlte er sich, wie er selbst bekundete, von Rudolf Steiner beauftragt, dessen Weltanschauung und letztendlich ihn selbst zu vertreten.“

QUELLE und vollständiger ARTIKEL hier: http://blog.gwup.net/2013/06/01/beuys-steiner-und-das-ubersinnliche-in-der-kunst/