HERR, sammle meine Tränen in einem Krug!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 56 (55), 2-3 ff.
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Sei mir gnädig, Gott, denn Menschen stellen mir nach;
meine Feinde bedrängen mich Tag für Tag.
Täglich stellen meine Gegner mir nach;
ja, es sind viele, die mich voll Hochmut bekämpfen.
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Mein Elend ist aufgezeichnet bei dir.
Sammle meine Tränen in einem Krug,
zeichne sie auf in deinem Buch!
Dann weichen die Feinde zurück
an dem Tag, da ich rufe.
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Ich habe erkannt:
Mir steht Gott zur Seite.
Ich preise sein Wort,
ich rühme das Wort des HERRN.
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Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht.
Was können Menschen mir antun?
Ich schulde dir die Erfüllung meiner Gelübde, o Gott;
ich will dir Dankopfer weihen.
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Gerecht ist GOTT in allem, was ER tut

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche:
Psalm 145 (144),2-3.8-9.17-18.

Ich will dich preisen Tag für Tag
und deinen Namen loben immer und ewig.
Groß ist der HERR und hoch zu loben,
seine Größe ist unerforschlich.

Der HERR ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Gnade.
Der HERR ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Gerecht ist der HERR in allem, was ER tut,
voll Huld in all seinen Werken.
Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen,
allen, die aufrichtig zu ihm beten.

 


Medjugorje: Marienerscheinung fordert die „Seher“ im 33. Jahr zur Bekehrung auf

Schlußteil und Anfangsworte der jüngsten Botschaft widersprechen sich

Seit über 32 Jahren berührt in Medjugorje  – einem bosnischen Bergdorf  –  der Himmel die Erde, wie erscheinungsbewegte Katholiken glauben, wobei es teilweise sogar zu täglichen Visionen kommt.

Die katholische Kirche hat diese „Marienerscheinungen“ nicht anerkannt, die zuständigen Oberhirten  – Bischof Peric ebenso wie sein Vorgänger Zanic –  äußerten sich deutlich ablehnend zu diesen Vorkommnissen.

Jetzt wurde die sog. „Monatsbotschaft“ vom 25. August veröffentlicht, welche wieder an die Seherin Marija Pavolvic-Lunetti erging. Seit dem 24. Juni 1981 erscheint ihr angeblich täglich die Gottesmutter als „Königin des Friedens“.  An jedem 25. Tag des Monats empfängt sie von „Maria“ eine Botschaft, die  – wie die amtliche Medjugorje-Aussendung verkündet  –  „in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet“ ist. Walberberg-DSC_0311-2-2-7

Hier folgt der Wortlaut dieser weltbedeutsamen „Botschaft“:

„Liebe Kinder! Auch heute gibt mir der Allerhöchste die Gnade, bei euch zu sein und dass ich euch zur Bekehrung führe. Jeden Tag säe ich und rufe euch zur Bekehrung auf, damit ihr Gebet, Friede, Liebe seid und das Weizenkorn dass sterbend hundertfach Frucht bringt. Liebe Kinder, ich möchte nicht, dass euch all das reut, was ihr gekonnt hättet, aber es nicht wolltet. Deshalb, meine lieben Kinder, sagt von neuem mit Begeisterung: „ Ich möchte den Anderen ein Zeichen sein“. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“

Wir wollen davon absehen, daß die „himmlische“ Frau mit der Grammatik ein gewisses Problem zu haben scheint; dies mag vielleicht der Medjugorje-Übersetzung geschuldet sein.

Nun ist die Gottesmutter seit Anbeginn ihrer Existenz durch göttliche Huld „voll der Gnade“; sie ist die Gnadenvolle schlechthin, das von Gott höchstbegnadete Geschöpf – und zwar im Hinblick auf ihren Sohn, unseren göttlichen Erlöser.

Warum sollte es also für die verklärte, im Himmel vollendet glückselige Madonna eine „Gnade“ des Allerhöchsten sein, wie hier in der Botschaft behauptet wird, „bei euch zu sein“, also bei der Seherschar zu Medjugorje?  –  Geradezu drollig ist die Begründung hierfür: „…dass ich euch zur Bekehrung führe“.

Ist dieselbige etwa auch im 33. Jahr der Erscheinungen noch nicht vollzogen?

Warum möchte die angebliche Himmelsmutter zudem „nicht, daß euch all das reut, was ihr gekonnt hättet, aber es nicht wolltet“.  –  Was spricht gegen eine Reue bei unterlassenen Werken? Ist diese Reue etwa nicht wünschenswert?

Was heißt zudem der Aufruf am Ende, den sich die „Seher“ zu eigen machen sollen: „Ich möchte den anderen ein Zeichen sein.“  – Ein Zeichen wofür? 

Sodann heißt es abschließend wie üblich in zehntausenden Medju-Botschaften: „Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid“, was aber den ersten Worten widerspricht, wonach es mit der Bekehrung immer noch nicht geklappt hat  –  und dies trotz der „täglichen“ Aufrufe hierzu.

Man sieht wieder einmal: auch diese „Himmelsbotschaft“ ist ein Unsinn sondergleichen!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Dr. Bernd F. Pelz