Iran: IGFM erinnert an Folteropfer und das Schicksal von Pastor Abedini

Weltweit wird am 26. Juni der Internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer begangen. An diesem Tag trat im Jahr 1987 die UN-Antifolterkonvention in Kraft, die bis heute 158 Staaten ratifiziert und neun weitere unterschrieben haben. Doch 30 Staaten verweigern sich noch immer diesem zentralen Menschenrechtsdokument der Vereinten Nationen. IGFM-menschenrechtede-8174_01_dd53c02859

„Der Bedeutendste von ihnen ist der Iran, der neue ‚Partner‘ des Westens im Kampf gegen den Islamischen Staat“, kritisiert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Dabei gäbe es mehr Gemeinsamkeiten des iranischen Regimes mit dem IS, als es auf den ersten Blick scheinen möge. Dazu gehöre der systematische Einsatz von Folter.

Deutschland sitzt bei den Verhandlungen um ein Nuklear-Abkommen zusammen mit dem Iran am Verhandlungstisch. Die IGFM fordert die Bundesregierung daher auf, diesen direkten Einfluss zu nutzen, um Folter und systematische Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik wieder in den Fokus zu rücken.

Tritte bei „Verhören“ und Monate ohne Sonnenlicht

Beispielhaft nennt die IGFM einen der international bekanntesten politischen Gefangenen im Iran: Pastor Saeed Abedini. RTEmagicC__christenverfolgung_01.jpg

Der 35-jährige Ex-Muslim ist zur Zeit in einer mit 80 Häftlingen vollgestopften fensterlosen und unterirdischen Zelle eingesperrt, die für 20 Personen ausgelegt ist. Abedini ist für seine Arbeit als christlicher Pastor willkürlich verhaftet, misshandelt und gefoltert worden – obwohl er in keiner Weise gegen iranisches Recht verstoßen hat.

Durch die Tritte bei „Verhören“ erlitt er innere Verletzungen, die nach wie vor in seinen Magen bluten. Ärzte des Gefängnisses und eines Zivilkrankenhauses fordern seit über einem Jahr, dass er wegen der Misshandlungen operiert werden muss – doch die Behörden verweigern ihm die dringend notwendige Hilfe.

Monatelang sah Abedini kein Sonnenlicht. In der Einzelhaft brannte das Kunstlicht in seiner winzigen Zelle Tag und Nacht. Eine Matratze hatte er nur kurz, als er nach einem „Verhör“ in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

Als die Wärter ihn wieder abholten, schlugen und demütigten sie ihn vor dem schockierten Krankenhauspersonal. Seine Peiniger machen ihm immer wieder deutlich, dass es nur einen einzigen Weg in die Freiheit gäbe, so die IGFM: Er muss wieder Muslim werden.

IGFM: Verfolgte Menschen brauchen Öffentlichkeit

„Nur die Aufmerksamkeit der Welt hält diese Menschen am Leben“, erklärt die IGFM. „Der Iran, aber auch andere islamistische Diktaturen, haben völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge ratifiziert. Die iranische Regierung brüstet sich mit diesen Abkommen. Teheran macht aber – inzwischen seit Jahrzehnten – nicht die geringsten Anstalten, diese Verträge auch nur ansatzweise einzuhalten“.

Diese Verträge werden nach Auffassung der IGFM nur dann umgesetzt, wenn die übrigen Vertragsstaaten wie Deutschland ihre Erfüllung konsequent einfordern. Der Internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer sei eine ideale Gelegenheit, damit zu beginnen.

Mehr Infos zu Pastor Saeed Abedini: www.igfm.de/saeed-abedini
Mehr Infos zur Menschenrechtslage im Iran: www.igfm.de/iran


Iran: IS-Terror gegen christlichen Pastor S. Abedini – Mitgefangene verstecken ihn

Der im Iran inhaftierte Christ und US-Amerikaner, Saeed Abedini, wird im Gefängnis von Angehörigen der Terrorgruppe IS bedroht, so die Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Wie der IGFM berichtet wurde, muss der Pastor um sein Leben fürchten, da IS-Anhänger gedroht hätten, ihn wegen seines Glaubens zu ermorden. Der Terror aus dem Irak hält somit Einzug in iranische Gefängnisse. RTEmagicC__christenverfolgung_01.jpg

Abedini wird seit dem 26. September 2012 im Rajai-Shar Gefängnis in Karaj festgehalten. Er ist ausschließlich aufgrund seines Glaubens in Haft.

Noch ist Pastor Abedini in einem anderen Flügel des Gefängnisgebäudes inhaftiert; auf dem Gefängnishof treffen sich jedoch alle Gefangenen. Aus Angst um sein Leben verweigert Abedini die kurzen Freigangpausen und bleibt in seiner Zelle.

Es sei jedoch schon vorgekommen, dass IS-Extremisten sich in seinem Gebäudeflügel aufgehalten hätten. Nach Aussagen der IGFM nahestehender Quellen, versteckten ihn Mitgefangene und retteten ihn somit.

Martin Lessenthin, der Sprecher des IGFM-Vorstands, erklärt hierzu:

„Diese Situation ist unhaltbar. Der Iran ist verantwortlich für die Sicherheit der durch ihn Inhaftierten. Der iranische Staat muss gewährleisten, dass Saeed Abedini keine Gefahr droht.“

Er fügt hinzu: „Schon allein die Tatsache, dass Abedini mit IS-Angehörigen im gleichen Gefängnis einsitzt, beweist das Desinteresse des Iran am Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Er nimmt die de-facto Hinrichtung Andersgläubiger hin!“.

Hintergrund zu Pastor Saeed Abedini:

Pastor Saeed Abedini (geb. 1980) wurde in Teheran geboren, lebt jedoch seit 2006 in den USA und besitzt die amerikanische Staatsbürgerschaft. Abedini konvertierte 2000 vom Islam zum Christentum. Auch nach seiner Einwanderung in die Vereinigten Staaten engagierte er sich für iranische Untergrundkirchen und reiste viele Male in den Iran. 2009 wurde er dort das erste Mal verhaftet, durfte aber das Gefängnis nach kurzer Dauer verlassen. Abedini trug aktiv zur Gründung von zahlreichen Waisenhäusern im Iran bei.

Am 26. September 2012 nahmen Sicherheitsbeamte Abedini in seinem Haus in Teheran fest. Zahlreiche persönliche Gegenstände und Bargeld wurden konfisziert. Erst am 21. Januar 2013 begann vor der 26. Abteilung des Revolutionsgerichts in Teheran unter Vorsitz des berüchtigten Richters Pir Abassi das von Rechtsbrüchen gezeichnete Gerichtsverfahren gegen ihn. Am 27. Januar 2013 wurde das Urteil gegen ihn gesprochen: 8 Jahre Haft u.a. wegen “Gründung von Hauskirchen” und “Gefährdung der nationalen Sicherheit”. Am 3. November 2013 verlegten die Behörden Pastor Abedini aus dem für Folter berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran in das Rajai-Shahr Gefängnis in Karaj.


IRAN: Ex-Muslim und evangelischer Pastor Saeed Abedini von Todesstrafe bedroht

Einem im Iran verhafteten US-amerikanischen Pastor soll am 21. Januar der Prozeß gemacht werden. Nach Angaben von Menschenrechtlern wird dem aus dem Iran stammenden 32-jährigen Saeed Abedini (siehe Foto) vorgeworfen, im Jahr 2000 vom Islam zum Christentum konvertiert zu sein sowie anschließend missioniert und Untergrundgemeinden gegründet zu haben.

abedini_saeed_familie_pr13_6deb6a06e1Abfall von Islam und christliche Missionsversuche können im Iran mit dem Tod bestraft werden. Als Richter sei Abbas Pir-Abassi vorgesehen, der auch als „Henker-Richter“ berüchtigt sei. Bei einem Schuldspruch könnte Abedini sofort zum Tode verurteilt werden. Dies ist im Iran häufig der Fall.

Der Pastor war einst ein fanatischer Islamist

Abedini war ursprünglich ein radikaler Muslim. Im Alter von 20 Jahren ließ er sich zum Selbstmordattentäter ausbilden. In dieser Zeit bekam er Kontakt zu Christen und entschied sich, den Glauben an Jesus anzunehmen. Er gründete Hausgemeinden, die sich meist im Geheimen versammeln. Seine Bewegung soll in 30 Orten mehr als 2.000 ehemalige Muslime als Mitglieder haben.

Im Jahr 2005 wanderte er in die USA aus und erhielt die dortige Staatsbürgerschaft. Er machte eine theologische Ausbildung und wurde Pastor der Calvary Chapel Gemeinde in Boise. Er ist mit einer Iranerin verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 2009 besuchte er jährlich seine Angehörigen im Iran, von denen etliche ebenfalls Christen wurden.

Außerdem unterstützte Abedini den Bau eines Waisenhauses im Iran. Dazu erhielt er von einem Iraner umgerechnet 80.000 Euro, die er bei einer einheimischen Bank deponierte.

Im Juli reiste Abedini erneut in den Iran, um sich nach dem Stand der Pläne zu erkundigen. Nahe der türkischen Grenze zogen ihn Revolutionsgardisten aus einem Bus, beschlagnahmten seinen Pass und stellten ihn unter Hausarrest. Am 26. September wurde der Pastor verhaftet und das Geld konfisziert.

Im Gefängnis, wo Abedini gefoltert wurde, versuchten mehrere islamische Religionsvertreter, ihn von seinem Glauben an Christus abzubringen.

Das US-amerikanische Zentrum für Gesetz und Gerechtigkeit (ACLJ/Washington)  übt unterdessen Kritik an der US-amerikanischen Regierung, weil diese nichts für die Freilassung des US-Staatsbürgers unternehme. Das Außenministerium habe sich lediglich auf die Aussage beschränkt, man sei „ernsthaft besorgt“.

Quelle (Text/Foto): evangelische Nachrichtenagentur IDEA: http://www.idea.de