Ein konvertierter katholischer Priester und Familienvater plädiert für den Zölibat

Von Pfarrer Wolfgang Tschuschke

In der gegenwärtigen Diskussion um den Zölibat der Priester wird gerne darauf hingewiesen, dass es ja in der katholischen Kirche schon verheiratete Priester gibt: die unierten Priester der ostkirchlichen Riten und Konvertiten, die vorher ordinierte protestantische Pfarrer waren.

Es würde sich nun nahelegen, diese verheirateten Priester nach ihren Erfahrungen zu fragen und nach ihrer Meinung zum Thema Zölibat aufgrund ihrer Erfahrungen. Ich bin ein solcher verheirateter Priester.

Aber noch nie hat mich jemand nach meinen einschlägigen Erfahrungen gefragt, kein Gläubiger, kein Mitbruder und auch kein Bischof; keiner, der das Argument „es gibt doch schon verheiratete Priester“ für die Abschaffung des Zölibats im Munde führt.

Vielleicht ist es gut, wenn ich nun von mir aus etwas über meine Erfahrungen als verheirateter lutherischer Pfarrer und verheirateter katholischer Priester sage. Ich halte den Zölibat der Priester aus vielerlei Gründen für unverzichtbar. Hier will ich aber nur von meinen persönlichen Erfahrungen reden.

Neun Jahre lang war ich verheirateter lutherischer Pfarrer. Da hat alles zusammengestimmt. Meine Frau war (und ist) für mich eine wunderbare Stütze. Durch die Kinder gab es vielfältige Berührungen und Gemeinsamkeiten mit den Leuten in der Pfarrgemeinde durch Kindergarten und Schule und durch die musikalische Arbeit meiner Fr

Das evangelische Pfarrhaus ist ein sehr überzeugendes und erfolgreiches Modell als Lebens- und Arbeitsform. Für einen evangelischen Pfarrer ist es gut, verheiratet zu sein. Amt und Ehe passen zusammen.

Jetzt bin ich seit 28 Jahren katholischer Priester, zunächst mit verschiedenen kleineren Aufgaben bedacht, dann 13 Jahre als Krankenhausseelsorger, die letzten zwei Jahre im Ruhestand. Meine Grunderfahrung: evangelischer Pfarrer und katholischer Priester sind zwei sehr verschiedene Dinge. Der Priester wird in ganz anderem Maß in Anspruch genommen, und zwar erstens durch Gebet und Gottesdienst und zweitens von den Gläubigen.

Gebet und Gottesdienst: Im Protestantismus gibt es hier keine Verpflichtungen. Freilich soll ein Pfarrer ein Leben des Gebetes führen und mit der Heiligen Schrift leben. Aber er hat keine verpflichtende Regel. Ein durchschnittlich frommer lutherischer Pfarrer beginnt den Tag mit Losung (ein Vers aus dem Alten Testament) und Lehrtext (ein Vers aus dem Neuen Testament) aus dem Herrnhuter Losungsbuch, dazu noch ein kurzes Gebet oder eine Liedstrophe. Zeitbedarf fünf Minuten.

Der katholische Priester ist dagegen zum Stundengebet verpflichtet und wird „nachhaltig eingeladen“ (CIC can. 276), täglich das eucharistische Opfer darzubringen. Der Zeitbedarf für Stundengebet und Messe: zwei Stunden.

Aber nicht nur ein bestimmtes Zeitquantum wird durch Gebet und Gottesdienst beansprucht. Vielmehr soll das Stundengebet den ganzen Tag heiligen und strukturieren, von der Frühe bis zur Nacht. Im Kloster lässt sich das leicht verwirklichen. Für einen in der Seelsorge tätigen Priester ist das schon schwieriger. Und für einen verheirateten Priester erst recht.

Evangelischer Pfarrer und katholischer Priester werden zweitens in sehr unterschiedlichem Maß durch die Gläubigen in Anspruch genommen. Es sind vor allem die drei Sakramente Eucharistie, Beichte und Krankensalbung, zu deren Spendung der katholische Priester immer bereit sein muss.

Als Krankenhauspfarrer habe ich knapp 400 Krankensalbungen pro Jahr gespendet oder, wie man heute sagt, gefeiert; die meisten als Sterbesakrament – „letzte Ölung“. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, denn die Menschen halten sich beim Sterben nicht an irgendwelche Bürozeiten.

Evangelische Christen haben dieses Sakrament nicht und können im allgemeinen gut ohne Pfarrer sterben. Nur in seltenen, besonderen Fällen lassen sie den Pfarrer oder die Pfarrerin holen.

Die Beichte ist nicht abgeschafft im Protestantismus. In den neun Jahren als evangelischer Pfarrer habe ich im ganzen eine Beichte gehört. In meinen ersten neun Jahren als katholischer Priester waren es einige tausend. Und das gerne zu familienunfreundlichen Zeiten, z. B. Samstag von 19 bis 22 Uhr.

Schließlich die Eucharistie. Weil immer noch recht viele Katholiken dem Sonntagsgebot der Kirche folgen, ist der katholische Priester sonntags in stärkerer Weise gefordert als sein evangelischer Kollege. Ich habe durchgehend an jedem Sonntag drei oder zwei Gottesdienste zu halten gehabt. Familienfeste, Familienbesuche? Da musste ich Vertretungen besorgen, und das war nicht immer leicht. Mein evangelischer Kollege dagegen hielt vierzehntäglich Gottesdienst – an jedem zweiten „Wochenende“ war er frei.

Ich will mit dem allem nicht sagen, dass evangelische Pfarrer weniger tun als katholische. Durchaus nicht. Aber sie sind in ihrem Tun viel weniger fremdbestimmt. Und das macht ihren Beruf familienfreundlich.

Die Zeiten ändern sich. Katholische Priester gleichen sich mehr und mehr ihren protestantischen Kollegen an. Eine große Befragung von Priestern in den Jahren 2012 bis 2014 hat gezeigt, dass ein Viertel der Priester selten oder nie das Stundengebet verrichtet. Zunehmend verzichten die Mitbrüder auf die tägliche Zelebration der hl. Messe.

Auch das Kirchenvolk passt sich den protestantischen Mitchristen immer mehr an. Sonntagspflicht, Sakramentenempfang? Mit der Verflüchtigung des traditionellen katholischen Milieus werden Fremdworte daraus, und damit nimmt auch die Beanspruchung der Priester ab.

Ich befürchte, dass man bei dieser Entwicklung die Verpflichtung zum Zölibat schließlich nicht mehr aufrecht erhalten kann. Ob man damit aber eine nennenswerte Zahl von jungen Männern (oder demnächst auch Frauen) für den Priesterberuf gewinnen kann, möchte ich angesichts der Krise des Pfarrer- bzw. Pfarrerinnennachwuchses im Protestantismus durchaus bezweifeln.

Aber ich wollte ja von meinen Erfahrungen berichten und nicht meine Prognosen ausbreiten. Ich habe das Glück, dass meine Frau meinen Beruf mitträgt. In unseren Anfangszeiten war sie mit Leib und Seele Pfarrfrau. Die Konversion war ein gemeinsamer Weg, und jetzt trägt sie geduldig alle Einschränkungen des Familienlebens, die mein Priesterberuf mit sich bringt.

Ja, in mancher Hinsicht geht sie mir im geistlichen Leben voran. Eine Priesterehe ohne diese geistliche Übereinstimmung? Das kann ich mir schlechterdings nicht vorstellen. Aber ich kenne evangelische Ehen, wo die Frau mit dem Pfarrerberuf ihres Mannes nicht eigentlich etwas zu tun haben will.

Eine Beobachtung will ich schließlich noch anführen. In meiner Kindheit und Jugend, als Student und als junger Pfarrer bin ich vielen evangelischen Pfarrern begegnet. Sie haben mich vielfältig angeregt und vorangebracht in meinem Glauben und Denken. Drei von ihnen aber haben mir nicht nur Anregungen gegeben, sondern einen prägenden Einfluss auf mich ausgeübt, und ich denke, dass ich ohne sie nicht katholisch geworden wäre. (Mich katholisch zu machen, war keineswegs ihre Absicht; sie selbst sind diesen Weg nicht gegangen.)

Diese drei für mich so wichtigen Pfarrer waren zölibatär lebende Geistliche. Im Protestantismus ist der Zölibat ja nicht verboten. Sie hatten gerade als Unverheiratete die Zeit und die Freiheit, sich um einen Schüler, Studenten und schließlich um einen jungen Mitbruder zu kümmern. Sie waren geistlich sehr profilierte Persönlichkeiten, die insofern für mich als jungen Menschen große Anziehungskraft besaßen.

Dass es gerade zölibatär lebende Pfarrer waren, die dieses geistliche Profil haben, will mir nicht als Zufall erscheinen.


NkF zu Kirchenaustritten: Statistik erfordert eine Umkehr auf dem Synodalen Weg

Zu den hohen Austrittszahlen in der katholischen Kirche und die Konsequenzen daraus für den Synodalen Weg hat sich die Sprecherin der Neuen katholischen Frauenbewegung (NkF), Susanne Wenzel, im Blog der Bewegung geäußert:

Die bisherigen Reaktionen auf die hohen Austrittszahlen ließen nicht erkennen, dass die richtigen Schlüsse daraus gezogen würden, so Wenzel.

Während sich u. a. das Bistum Regensburg mit der Schaltung eines „Austrittstelefons“ für die tatsächlichen Beweggründe der Menschen interessiere, die Kirche zu verlassen, werten DBK und ZdK die Ergebnisse der Statistik als Zeichen, die beim Synodalen Weg angedachten „Reformen“  weiter voranzutreiben.

Doch die Ergebnisse des Austrittstelefons sprechen eine andere Sprache und die Statistik selbst nennt keinerlei Gründe für den Austritt.

Nach den Erfahrungen im Bistum Regensburg vermissen die Menschen in der Kirche vor allem Glaubwürdigkeit und Orientierung. Die logische Konsequenz für den Synodalen Weg ist deshalb aus Sicht der NkF eine vollständige inhaltliche Neuausrichtung des Dialogprozesses.

Diese Forderung sieht die NkF auch durch den Brief des Papstes an die Katholiken in Deutschland gestützt, der vor allem die Evangelisierung und die Stärkung des sakramentalen Lebens als Hauptaufgabe der Kirche in Deutschland sieht. Schon 2015 habe Franziskus etwa um eine Wiederbelebung der Beichtpraxis gebeten. Geschehen sei seither nichts, stellt Wenzel in ihrem Beitrag fest.

BILD: Susanne Wenzel (Foto: rechts) mit der NkF-Mitgründerin Ursula Zöller

Die NkF fordert deshalb andere Schwerpunkte in den Foren, als von DBK und ZdK vorgesehen:

So sollte sich das Forum über die „Priesterliche Lebensform“ nicht mit einer Abschaffung des Zölibates befassen, sondern untersuchen, wie man Priester in ihrer Lebensform stärken kann. Wichtig sei es auch, die Zugangsvoraussetzungen für die Priesterausbildung auf den Prüfstand zu stellen.

Damit sei auch gleichzeitig eine bessere Missbrauchsprävention zu erreichen. Ferner sollten auch andere Formen des gottgeweihten Lebens bekannter gemacht werden, da auch hier ein Rückgang der Berufungen zu verzeichnen sei.

Statt des von der ZdK geforderten Forums über „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“, hinter dessen Titel sich nichts weiter als die immer gleiche Forderung nach dem Diakonat und der Priesterweihe für Frauen verberge, sollte über die „Berufung und den Genius der Frau“ debattiert werden.

Die Frage nach ihrer eigentlichen Berufung in allen Teilen der Gesellschaft beschäftige heute viele Frauen. Die geistige Mutterschaft der Frau sei unverzichtbar in unserer Gesellschaft, denn wo das Weibliche fehle, veränderten sich Gesellschaften nicht zum Positiven.

Dies werde aktuell in den westlichen Gesellschaften deutlich, die sich der Negierung der Geschlechter und damit ihrer einander ergänzenden Rollen ausgesetzt sähen.

Für eine Vermittlung der katholischen Morallehre sollte sich das Forum „Sexualität“ statt mit einer Anpassung an den Zeitgeist intensiv mit der „Theologie des Leibes“ von Papst Johannes Paul II. auseinandersetzen, denn damit seien zeitgemäße Antworten auf die Frage nach verantworteter Sexualität möglich, so Wenzel.

Das wichtigste Thema aber sei eine Wiederbelebung und Stärkung der sakramentalen Praxis in Deutschland. Einzig beim Sakrament der Ehe verzeichnet die Statistik noch Steigerungen. Zahlen zur Beichtpraxis würden gar nicht erst erhoben, kritisiert die NkF-Sprecherin.

Laut Papst Franziskus sind Sakramente und Verkündigung immens wichtig, da sie die Grundlage unseres Glaubenslebens bilden. Die NkF schließe sich deshalb der Forderung der Schwester-Bewegung „Maria1.0“ an, ein Forum zur „Evangelisierung“ einzurichten.

Mit den geforderten Änderungen könne der Synodale Weg zur Chance für die Kirche werden. Es seien zeitgemäße Formen der Vermittlung der katholischen Lehre und der Kommunikation gefordert. Die Kirche jedenfalls habe alle Möglichkeiten, den Menschen Orientierung zu bieten.

Dazu bedürfe es keiner Anpassung an den Zeitgeist. Der Synodale Weg befinde sich bisher auf einem Irrweg und brauche Umkehr, mahnt Wenzel abschließend. Ansonsten drohten Spaltung und weitere Austritte.

Link zum Beitrag in voller Länge: https://frauenundkirche.wordpress.com/2019/08/15/kirchenaustritte-was-jetzt-zu-tun-ist/

Neue katholische Frauenbewegung (NkF), Sprecherin: Susanne Wenzel, Am Stadtgarten 52 in 44575 Castrop-Rauxel, E-Mail: nkf-wenzel@t-online.de

www.frauenundkirche.wordpress.com

 


Kardinal Müller bekräftigt Zölibat der Priester

Nun hat sich Kardinal Gerhard Müller präzise, scharfsichtig und pointiert zu Wort gemeldet… Verschiedene Medien haben den neuesten Beitrag des ehem. Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre dokumentiert: Die Lektüre lohnt sich…

Kardinal Müller benennt viele Schwächen, aber ein eklatantes Defizit des Amazonien-Arbeitspapiers. Wenn über den priesterlichen Dienst gesprochen werde, so widmeten sich die Verfasser den „soziologischen Notwendigkeiten der globalen Welt oder den traditionellen Organisationsformen amazonischer Volksstämme“.

Hätte Christus erst eine Umfrage veranstaltet, dann wäre er der Kreuzigung entgangen – und die „soziologischen Notwendigkeiten“ für einen politischen Befreier hätten auch bestanden. Der HERR wäre dann auf einem Schlachtross nach Jerusalem eingezogen und nicht auf dem Fohlen einer Eselin. Er hätte auch nicht die Bergpredigt gehalten, sondern eine kämpferische Rede.

Der Aufstand der Massen hätten die römischen Besatzer vielleicht vertrieben…Aber Erfolg ist keiner der Namen Gottes, das wusste auch der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber….

Die Kirche sei, so Kardinal Müller, als Stiftung Christi nicht befugt, sich aus „soziologischen Notwendigkeiten“ heraus neue Weihe-Ämter auszudenken oder den Zölibat abzuschaffen. Wenn in Südamerika sich eine Tür für „viri probati“ öffne, dann würde das auch in Deutschland begeistert aufgenommen, „wo der Zölibat keine gesellschaftliche Akzeptanz mehr hat und viele verheiratete Theologen bereitstünden, um als Priester die Lücken im zölibatären Klerus zu füllen“.

Kardinal Müller bekräftigt zudem: „Die Substanz der Sakramente entzieht sich der Vollmacht der Kirche. Und man kann nicht mit isolierten Elementen aus Schrift und Tradition und bei Nichtunterscheidung von dogmatisch verbindlichen Entscheidungen und Entwicklungen in Nebensachen sich jeweils ein neues Modell von Priestertum zusammenbasteln.

Nicht die von Pastoralstrategen entwickelten Priesterbilder sind wichtig, sondern nur das eine Bild Christi, des Hohepriesters des Neuen Bundes, das der Seele des Geweihten unauslöschlich eingeprägt ist und in dessen Namen und Kraft die Bischöfe und Priester die Gläubigen heiligen, lehren und leiten (Presbyterorum ordinis 2; 12).“ 

Quelle und vollständiger Artikel aus CNA hier: https://de.catholicnewsagency.com/article/der-zolibat-ist-der-lebensstil-jesu-christi-0622


Recklinghausen: Feierliche Primizmesse mit dem Neupriester Janosch Donner FSSP

Von Felizitas Küble

Am Sonntag, dem 14. Juli 2019, gab es in der Michaels-Kirche von Recklinghausen eine Primizmesse mit Pater Janosch Donner, der vor gut zwei Wochen – am 29. Juni –  in Heimenkirch zum Priester geweiht wurde. 

In der Ruhrgebiets-Stadt Recklinghausen existiert seit Jahrzehnten eine altrituelle Gemeinde der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Petrus. Auch die Primizmesse wurde in der überlieferten Liturgie als levitiertes Hochamt gefeiert.

Hauptzelebrant war der Neupriester Janosch Donner, als Leviten (geistliche Altardiener) wirkten Pater Roland Weiß und ein Seminarist der Petrusbruderschaft.

Es gab viele große und kleine Meßdiener und vor allem rund zweihundert Meßbesucher, welche das Gotteshaus füllten. Auch Pater Janosch diente einst als Ministrant in dieser altrituellen Gemeinde in Recklinghausen.

Unter einer Primiz versteht man die erste oder eine der ersten heiligen Messen eines Geistlichen nach seiner Priesterweihe. Damit verbunden ist meist auch der Primiz-Segen nach der Messe. Dabei kommen die Gläubigen nach vorne zur Kniebank oder an die Stufen des Altares, wobei ihnen der Neupriester die Hände auflegt und ein feierliches Segensgebet spricht.

BILD: Der Neupriester spendet den Primizsegen – unsere MITarbeiterin Cordula Mohr hat ihn soeben erhalten und liest den Gebetszettel dazu

Abschließend schlägt der Gläubige über sich ein Kreuzzeichen, im alten Ritus küßt er dem Primizianten die geöffneten Hände als symbolischer Ausdruck der Verehrung und Würdigung der Priesterweihe, wobei auch die Salbung ihrer Hände zum Weihe-Ritus gehört.

Die hl. Messe war musikalisch vom gregorianischen Choral und schönen deutschen Kirchenliedern geprägt. Am Schluß sang das Kirchenvolk das bewegende Lied der Dichterin und Konvertitin Cordula Wöhler: „Segne Du, Maria“. 

Während dieses beliebte Lied im alten „Gotteslob“ fehlte, ist es nun im neuen Gesangbuch enthalten, nachdem die Begeisterung der Gläubigen für dieses ergreifende Marienlied jahrzehntelang anhielt und sogar anwuchs.

BILD: Pater Gerstle bei der Verlesung des Evangeliums

In seiner Predigt erklärte Pater Bernhard Gerstle den religiösen Werdegang von Pater Janosch, wobei besonders die Großeltern eine große und positive Rolle spielten. Der Geistliche rief die „Omas und Opas“ unter den Meßbesuchern dazu auf, ihre apostolatische Aufgabe zu erkennen, wenn es um die Hinführung ihrer Enkel und vielleicht auch Urenkel zum christlichen Glauben geht.

Der deutsche Distriktsobere der Petrusbruderschaft betonte sodann, daß wir im Priester nicht den schwachen Menschen ehren, sondern seine ihm von Christus geschenkte Vollmacht zur Verkündigung und Sakramentenspendung. „Was an Christus sichtbar war, ist übergegangen in die Sakramente“, erklärt ein alter katholischer Spruch.

Der Priester repräsentiert Christus, er handelt „in persona Christi“, vor allem bei der heiligen Wandlung und der Absolution (Lossprechung, Beichte, Bußsakrament). Alle Sakramente dienen dazu, unsere Freundschaft mit Christus zu stärken und uns so das ewige Heil zu ermöglichen.

Der Zölibat (Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen)  sei kein Verzicht um des Verzichts willen, sondern solle den Priester innerlich und äußerlich freimachen und ermutigen zu einer besonderen Hingabe an Christus und einer eifrigen Einsatzfreude für die Seelsorge, erläuterte der Prediger.

Dabei sollten keine zweitrangigen Zwecke vom Umweltschutz bis zu sozialen Fragen im Mittelpunkt seines Wirkens stehen, sondern der „Mut zum Evangelium“, denn der Priester sei ein „Mann Gottes“, kein Diener der Welt. Zugleich sei der Priester, so Pater Gerstle, als Mensch ein fehlerhaftes Wesen, das sich selber immer wieder neu an Christus ausrichten müsse

BILD: Pater Donner beim stillen Lesen des „Schlußevangeliums“ (Johannesprolog)

Er erinnerte beispielhaft an ein Gemälde des seligen Kardinal John Henry Newmann (dessen Heiligsprechung bald bevorsteht), dem ein Knopf im Gewande fehlt. Der hohe Kirchenmann ließ sich dennoch bewußt derart „fehlerhaft“ abbilden, um damit sinnbildlich auf seine Unvollkommenheit hinzuweisen.

Nach der Primizmesse erteilte Pater Janosch an der Kommunionbank den Gläubigen seinen Primizsegen. Danach gab es ein gemütliches Beisammensein im Pfarrheim mit guter Beköstigung sowie ernsten und lustigen Gedichten, musikalischen Einlagen und einem Frage-Antwort-Quiz über kirchliche Themen mit den Patres und den Gästen, das großen Anklang fand.

BILD: Der junge Pater Donner beim fröhlichen Fest im Pfarrheim – hinter ihm Pater Weiß

Zu den poetischen Beiträgen gehörte die Ballade von Friedrich Schiller „Der Graf von Habsburg“. Obwohl Schiller evangelisch war, beinhaltet dieses Gedicht eine großartige, tiefsinnige und  (be)rührende Würdigung des katholischen Priestertums.

Dazu paßt der biblische Primizspruch von Pater Janosch aus dem Psalm 116: „Dankend will ich den Kelch des Heiles erheben und anrufen den Namen des HERRN.“


EKD: Kein Zölibat, aber bald Pfarrermangel

Von Felizitas Küble

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ titelt heute (3.3.) auf ihrer Seite 1: „Protestanten gehen Pfarrer aus“. Darin wird berichtet, daß die evangelischen Landeskirchen in naher Zukunft nicht mehr alle Pfarrerstellen besetzen können, zumal immer mehr Pastoren aus den geburtenstarken Jahrgängen in den Ruhestand gehen.

Evangelische Kirche in Augsburg

Personalknappheit auch bei der EKD in Hessen und Nassau, denn schon im nächsten Jahrzehnt gibt es doppelt so viele Pensionierungen wie Neueinsteiger. 

Wie die Sonntags-FAZ weiter schreibt, zeigt sich dieser Trend in den meisten Landeskirchen, zumal die Zahl der Studenten mit dem Fach „evangelische theologie“ seit Jahren im Sinken begriffen sei.

Das Problem ist gar nicht so neu und die Berichterstattung der FAZ relativ spät. Ich habe im Jahre 2016 darüber geschrieben: https://charismatismus.wordpress.com/2016/12/14/warum-eine-abschaffung-des-zoelibats-den-priestermangel-nicht-loesen-wuerde/

Dazu kommt, daß die Arbeitsfülle eines katholischen Gemeindepriesters in der Regel die eines evangelischen Pastors übertrifft – immerhin verwaltet der katholische Priester mehr als viermal so viele Sakramente und hält normalerweise täglich eine heilige Messe, der evangelische Pfarrer am Sonntag einen Gottesdienst.

Das bedeutet, daß der katholische Priester nicht „nur“ durch den Zölibat mit höheren Anforderungen konfrontiert ist, sondern auch durch seinen weitaus breiteren Aufgabenbereich.

Wenn trotz alledem bei der evangelischen Kirche in Bälde Personalknappheit ins Haus steht, zeigt dies einmal mehr, daß die Abschaffung des Zölibats  – den es in der EKD nicht gibt – keineswegs den Priestermangel wesentlich beseitigen würde.

 


Herrliches Sommerfest auf Schloß Assen: Gelungenes Theaterstück über Thomas Morus

Von Felizitas Küble

In Ostwestfalen (Lippetal) befindet sich das eindrucksvolle Haus Assen, ein typisch westfälisches Wasserschloß, das von der theologisch konservativen Ordensgemeinschaft SJM (Diener Jesu und Mariens) betreut und verwaltet wird – früher als Jungen-Internat, heute als Tagungs- und Seminarhaus: http://www.haus-assen.de 

Zudem gibt es Freizeiten für Familien und im Sommer ein „Assenfest“, manchmal mit einem tollen Theaterstück, das stundenlang dauert, aber von meist jugendlichen KPE-Pfadfindern echt professionell gespielt wird.

Vor zwei Jahren erleben wir einen spannenden Western auf dem Rasen zwischen Schloß und Wald, diesmal ging es ohne „Geknalle“ ab, freilich mit umso mehr geistigem Gehalt, handelte es sich bei dem Helden doch immerhin um einen Heiligen: Thomas Morus, Ex-Lordkanzler des englischen Königs und Märtyrer der katholischen Kirche.

Die gelungene Darbietung fand recht originell auf dem Hofplatz von Haus Assen statt – dazwischen der breite Wassergraben der Burg – und auf der Weide saßen keine Kühe, sondern die Zuschauer, darunter eine Reihe katholischer Priester, die über den „Fluß“hinwegschauten, um das mehrstündige Theaterstück zu sehen.

Die Akustik war trotz der erheblichen Entfernung sehr gut und deutlich, die Schauspielkunst der Laienspieler beachtlich. Da dieses Stück weitgehend aus Dialogen bestand, ohne daß dabei die „Action“ fehlte, gab es für die Spielteilnehmer sehr viel auswendig zu lernen; immerhin dauerte das Theater weit über zwei Stunden.

Das Thema schien uns aktuell wie noch nie:

BILD: Der König auf dem Weg zu seinem Lordkanzler Morus auf dem Boot mit Hofstaat

Es ging um jenen mutigen Heiligen, der sich im 16. Jahrhundert weigerte, dem ehebrecherischen König Heinrich VIII. zu folgen, nachdem dieser nicht „nur“ – gegen den Willen des Papstes – seine rechtmäßige Gemahlin verstieß und seine Geliebte Anne Boleyn heiratete, sondern sich im Gefolge seiner sittenlosen Aktivitäten auch noch von der katholischen Kirche loslöste und eine eigene Konfession ins Leben rief: die anglikanische nämlich, bekanntlich seitdem „Staatskirche“ von Großbritannien.

Auch wenn der römische Papst prinzipientreu blieb und das Ehesakrament gleichsam „auf Biegen und Brechen“ tapfer gegen einen mächtigen König verteidigte, so sah es mit den Bischöfen auf der Insel trostlos aus:

Mit einer Ausnahme – dem unbeugsamen Märtyrer John Fischer –  unterwarfen sich alle Oberhirten den Forderungen des tyrannischen Herrschers, der übrigens insgesamt sechsmal heiratete und drei seiner Ehefrauen der Hinrichtung zuführte – also sicherlich nicht gerade das, was man unter einem glaubwürdigen Kirchengründer versteht.

BILD: Thomas Morus betet zum Abschied mit seiner Frau und Tochter

Es ging also um die Unauflöslichkeit einer sakramental geschlossenen Ehe  – und hier konnte das Oberhaupt der Katholischen Kirche nicht um eines faulen Friedens willen nachgeben.

Die Sakramente sind von Christus selbst gestiftet und seiner Kirche anvertraut – und damit steht die Kirche „unter“ dem Willen des HERRN, dem sie zu dienen hat – und nicht umgekehrt, denn die Sakramente sind keine kirchliche Verfügungsmasse – dem Zeitgeist untertan – sondern unantastbare Gnadenmittel Gottes, sie sind Geheimnisse des Höchsten.

Wer heute darüber klagt (und dies gewiß nicht zu Unrecht), daß allzu viele Bischöfe sich mehr am Weltgeist als am Heiligen Geist orientieren, der möge sich damit „trösten“, daß es diesbezüglich nichts Neues unter der Sonne gibt – wobei das Versagen der damaligen englischen Bischöfe in der Kirchengeschichte leider nicht einzig dasteht (erinnern wir uns z.B. an die Krise des Arianismus im 4. Jahrh. ff.), doch dieses Thema ist ein weites Feld.

BILD: Thomas Morus tröstet seine Tochter, oben steht der Henker mit seinem Beil, rechts außen ein angepaßter Bischof, der sich dem ehebrecherischen König unterwarf

Das Theaterstück über Thomas Morus mit dem Titel „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“ war nicht nur hervorragend gespielt, sondern machte auch nachdenklich, nicht nur wegen seiner gleichsam „beklemmenden“ Aktualität; vielmehr wirkte es auch als Selbstimpuls, als Appell an das eigene Ich und Gewissen, den Willen Gottes bzw. die Gebote des Ewigen ins Zentrum des eigenen Lebens zu rücken und GOTT mehr zu gehorchen als den Menschen und dem gerade „angesagten“ Zeitgeist.

Das Sommerfest begann aber nicht mit dem Thomas-Morus-Theater, sondern mit einem feierlichen Hochamt im alten Ritus, das vom Generaloberen der SJM-Ordens, Pater Paul Schindele, in der Schloßkapelle würdevoll zelebriert wurde. Auch die Gläubigen wirkten gesammelt und andächtig, was man in den „normalen“ Gemeindemessen oft vermißt.

Nach dem Gottesdienst begann die eindrucksvolle eucharistische Prozession um das Schloß herum, es wurden Kirchenlieder gesungen und Litaneien gebetet. Pater Harald Volk, Hausoberer von Schloß Assen, trug das Allerheiligste unter dem „Himmel“. In dieser idyllischen Landschaft und in der Gemeinschaft so vieler gläubiger Katholiken konnte die Verehrung und Anbetung des Altarsakramentes das Herz des Kirchenvolks besonders erwärmen.

Nach der Prozession gab es für die Pilgerschar ein geselliges Beisammensein mit reichlich Pommes, Salat, Wurst und Fleisch. Viele Leute, die sich bereits kannten, freuten sich über ein Wiedersehen, andere lernten sich dort kennen und schlossen neue Kontakte unter Gleichgesinnten.

Nach dem Essen ging es auf die Stühle und Bänke der „grünen Wiese“ zum Theaterstück, wobei der Ordensobere einige personelle Veränderungen erläuterte und den Patres von Haus Assen für ihre loyale, kreative und zuverlässige Arbeit dankte, vor allem Superior Harald Volk (siehe Foto), aber auch Pater Tobias Christoph, der sein Wirkungsfeld für die Jugend- und Familienarbeit bald nach Süddeutschland „verlegen“ wird.

Als das anspruchsvolle Theaterstück  – gespielt von den Kölner KPE-Stämmen  –   zu Ende war, wirkten die Zuschauer recht gedankenschwer und innerlich bewegt, wobei die Eindrücke bald in geselliger Runde ausgetauscht werden konnten, denn es gab Kaffee und eine nicht enden wollende Anzahl von leckersten Kuchen (mitgebracht von den Gästen), so daß man es mit der „Qual der Wahl“ zu tun bekam…

Das ganze „Assenfest“ war auch diesmal wieder eine von A  bis Z gelungene Veranstaltung, vor allem für Familien und junge Katholiken – den Patres und KPE-Pfadfindern bzw. Schauspielern sowie allen Helfern sei ein herzliches Dankeschön gesagt. 

Übrigens: Das derzeitige Foto auf unserer Startseite ganz oben zeigt Wildgänse  vor Haus Assen, die von der Wiese ins Wasser trabten und nun Richtung Schloß unterwegs sind

 

 


Die Priesterweihe bleibt Männern vorbehalten

Der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Luis Ladaria, hat in einem aktuellen Artikel bestätigt, dass das Nein zur Ordination von Frauen „endgültige Lehre“ sei.

In seinem Schreiben „Die Endgültigkeit der Lehre von Ordinatio sacerdotalis in Bezug auf einige Zweifel“ schreibt der künftige Kardinal: Die Kirche wisse, dass die Unmöglichkeit der Frauenweihe zum Wesen des Weihesakramentes gehöre.

„Die Kirche hat nicht die Vollmacht, diese Substanz zu ändern, denn durch die von Christus eingesetzten Sakramente wird sie als Kirche aufgebaut. Es geht hier nicht nur um eine Frage der Disziplin, sondern der Lehre, weil die Struktur der Sakramente betroffen ist, der ursprünglichen Orte der Begegnung mit Christus und der Weitergabe des Glaubens“, erläutert Ladaria in einem Artikel der amtlichen Vatikanzeitung Osservatore Romano.

Der Glaubenspräfekt erinnert daran, dass „Christus dieses Sakrament den zwölf Aposteln verleihen wollte, die alle Männer waren, und diese haben es ihrerseits anderen Männern übertragen. Die Kirche wusste sich immer an diese Entscheidung des Herrn gebunden, die es ausschließt, das Amtsriestertum gültig Frauen zu spenden.“

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/vatikan-bestatigt-nein-zu-priesterweihe-von-frauen-es-ist-definitiv-3245

Foto: Bistum Regensburg