Missionar Martin Lasarte aus Angola schreibt an die NYT über das Wirken kath. Priester

Der deutsche Missionar und Ordensgeistliche Herbert Douteil CSSp, mit dem unsere Redaktion seit Jahrzehnten verbunden ist, übersetzte den Offenen Brief des Salesianers Martín Lasarte an die New York Times (NYT) aus dem Portugiesischen.

Pater Lasarte wirkt als Missionar in Angola und beklagt sich in seinem Schreiben über das einseitige Bild bzw. Zerrbild, das viele Medien von der katholischen Priesterschaft präsentieren.

Wir zitieren die wesentlichen Abschnitte aus dieser Stellungnahme und danken Pater Douteil  – er wirkt als Missionar in Brasilien (siehe Foto) –  herzlich für seine Zusendung und Übersetzung:

Journalisten, verehrte Schwestern und Brüder:  
Ich bin ein einfacher katholischer Priester. Seit zwanzig Jahren lebe ich als Missionar in Angola. Ich sehe in vielen Massenmedien, besonders in Ihrer Zeitung, eine Vielzahl von Beiträgen zum Thema pädophile Priester…Man liest einige ausgeglichene Artikel, aber auch andere voll von Vorurteilen und sogar voller Hass.

Die Tatsache, dass Personen, die die Liebe Gottes offenbaren sollten, wie ein Dolch im Leben von Unschuldigen wirken, ruft bei mir unendlichen Schmerz hervor…Es müssen alle Mittel des Schutzes angewandt werden, und alle Vorsorge für die Würde von Kindern muss absoluten Vorrang haben.

Man muss aber doch fragen dürfen, warum es ein solch großes Unwissen hinsichtlich tausender und abertausender Priester gibt, die sich für Millionen von Kindern, für unendlich viele Jugendliche und für die am meisten Benachteiligten auf der ganzen Welt aufreiben!

Ich bin der Ansicht, dass unsere Massenmedien kein Interesse daran haben, z.B. die Nachricht weiterzugeben, dass ich im Jahre 2002 viele unterernährte Kinder durch Minengebiete von Cangumbe nach Lwena in Angola bringen musste, weil diese Aufgabe weder die Regierung kümmerte noch die NGOs dazu berechtigt waren.

Es interessiert Sie wohl auch nicht, dass wir in den letzten zehn Jahren mehr als 110.000 Kindern die Möglichkeit von Erziehung und Ausbildung gegeben haben.

In den Massenmedien fehlte auch die Tatsache, dass ich gemeinsam mit anderen Priestern bei der menschenbedrohenden Krise 15.000 Personen in Kriegsgebieten beistehen musste, weil weder von der Regierung noch von der UNO Lebensmittel kamen.

In den Medien steht keine Zeile davon, dass P. Roberto, ein 75-jähriger Priester, jede Nacht die Stadt Luanda durchstreift und sich um Straßenkinder kümmert oder sie zu einem Aufnahmehaus bringt und versucht, sie bei Benzinvergiftung zu entgiften.

Es gibt auch keine Nachricht darüber, dass mehr als 60.000 unter 400.000 Priestern und Ordensleuten ihre eigene Heimat und ihre Familie verlassen haben, um ihren Brüdern im Lepraheimen, in Hospitälern, in den Flüchtlingscamps, in den Einrichtungen zum Schutz von Kindern, die der Hexerei angeklagt sind, oder von AIDS-Waisen, in Schulen für die Allerärmsten, in den Ausbildungszentren, in den Hilfszentren für Aidskranke zu helfen.

Es ist auch keine Nachricht wert, dass mein Freund, Pater Marco Aurelio, während des Kriegs in Angola einige Jugendliche zu ihrer Rettung von Kalulo nach Dondo gebracht hat, er selbst aber auf dem Rückweg von Kugeln durchlöchert wurde.

Es kümmert niemand, dass viel mehr als zehn Missionare in Angola an einer einfachen Malaria gestorben sind, weil es an ärztlicher Basisversorgung fehlt, und dass andere von einer Mine zerrissen worden sind, als sie ihre Gläubigen besuchten.

Auf dem Friedhof von Kalulo finden wir die Gräber der ersten Priester, die hierher kamen –  und keiner von ihnen erreichte das 40. Lebensjahr!

Niemand berichtet davon, wenn er etwa einmal das Leben eines „normalen“ Priesters bei seinen Freuden und Schwierigkeiten begleiten würde, während dieser, ohne Lärm zu machen, sein eigenes Leben verbraucht, um der ihm anvertrauten Gemeinde zu Diensten zu sein.

Es stimmt: Wir sorgen uns nicht darum, Sensationsnachrichten zu verbreiten, aber wir sorgen uns schlicht und einfach darum, die Frohbotschaft zu verkünden, die still in der Osternacht begonnen hat.

Es ist wahr: Ein Baum macht mehr Lärm, wenn er zusammenbricht, als ein Urwald, der wächst.

Der Priester ist weder ein Held noch ein Neurotiker. Er ist ein einfacher Mensch, der mit seiner Menschenliebe versucht, Jesus zu folgen und seinen Brüdern zu dienen. In ihm gibt es wie in jedem Menschenwesen Erbärmlichkeiten, Armseligkeiten und Schwächen, aber es gibt in ihm auch Schönheit und Güte wie in jedem Geschöpf.

Wenn man sich aber wie besessen und wie ein Staatsanwalt bei einem einzigen Thema aufhält, wobei man den Blick auf das Gesamte verliert, dann schafft dies wirklich beleidigende Karikaturen des katholischen Priestertums  –  und genau deshalb fühle ich mich angegriffen.

Journalisten, suchen Sie die Wahrheit, das Gute und die Schönheit. All dies macht Sie in Ihrem Beruf ehrenwert.

In Christus,
Padre Martín Lasarte, SDB

Webseite des Übersetzers: https://www.herbertdouteil.de/


Israel: Jüdische Solidarität und Olivenbaum-Pflanzung im Salesianerkloster

Über 60 jüdische Gläubige besuchten den im vergangenen Dezember geschändeten Friedhof des Salesianerordens in Beit Jamal und verurteilten gemeinsam die vandalischen Handlungen. 1403634115528

Wie das lateinische Patriarchat Jerusalem bekannt gab, fand der Besuch am vergangenen Freitag, den 22. Januar statt. Im Zeichen der Solidarität mit den Salesianern  pflanzten die jüdischen Besucher einen Olivenbaum im Eingangsbereich des Ordenshauses.

Die Initiative wurde von der israelischen Organisation Tag Mehir auf den Weg gebracht, die 2011 zur Bekämpfung jeder Form des Rassismus gegründet wurde. Die Organisation distanziert sich von den Einschüchterungsversuchen jüdischer Extremisten gegen Moscheen und christliche Kultstätten (Tabgha, Beit Jamal, Latrun, Dormitio-Abtei usw.).

Auf dem Friedhof neben dem Kloster der Salesianer waren im Dezember vor allem Holz- und Steinkreuze auf mehreren Gräbern verwüstet worden. Die von der Polizei auf den Weg gebrachten Ermittlungen führten bisher noch zu keinem Ergebnis.

Quelle: Fidesdienst


Sierra Leone: Ebola-Waisen wegen Hexenwahn ausgegrenzt / Kirche hilft ihnen

In Westafrika werden Ebola-Waisen von ihren Angehörigen nicht selten aufgrund des weit verbreiteten Hexenglaubens vernachlässigt oder gar ausgegrenzt. Nach Angeben der Regierung gibt es bereits 310 Kinder verwaiste Kinder die nicht infiziert sind, weitere 600 bis 700 befinden sich in Quarantäne.  Bsp-7

Der Salesianerorden in Sierra Leone eröffnete vor einer Woche in Monrovia das erste Haus für Ebola-Waisen. In der ehem. Grundschule werden derzeit 60 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 17 Jahren betreut. Viele wurden von entfernten Verwandten dorthin gebracht.

Im Zentrum arbeiten fünf Ordensmitglieder der Salesianer, zwei Krankenpfleger, zwei Sozialhelfer, zwei Lehrer, eine Ärztin und eine Therapeutin. Dabei gelten in der Einrichtung strenge Sicherheitsstandards zur Vorbeugung gegen eine Ansteckung. 

Quelle: Fidesdienst


Hexenwahn im afrikanischen Togo: Tausende Kindern mißhandelt oder ermordet

In der Region Kara in Togo wurden tausende Jungen und Mädchen mißhandelt und ermordet, weil sie angeblich verhext waren. Bsp-7

Dies geht aus dem Bericht “Niños acusados de brujería en la región de Kara” zum Phänomen der Hexenkinder in der Region Kara hervor, den die spanische Organisation “Misiones Salesianas” von der katholischen Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos in Kürze vorstellen wird.

Die Studie dokumentiert Ursachen und Folgen des Hexenglaubens, der für viele Kinder, die heute im Haus Don Bosco in Kara leben, Realität ist.

Im Rahmen der Kampagne “Yo No Soy Bruja” (Ich bin nicht verhext) will der katholische Orden die Familien, Gesellschaften, Regierungen und die internationale Gemeinschaft auf das gefährliche Phänomen aufmerksam machen und die Bestrafung der Täter fordern.

Quelle: Fidesdienst


Regensburger Oberhirte gratuliert Dogmatiker Dr. Stefan Oster zur Bischofsernennung

Die Segenswünsche von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Wortlaut:

„Heute, am 4. April 2014, hat Papst Franziskus Pater Dr. Stefan Oster SDB zum neuen Bischof von Passau ernannt. Damit endet eine eineinhalbjährige Sedisvakanzzeit. borMedia1847901

Ich gratuliere von Herzen den Gläubigen im Nachbarbistum zu ihrem neuen Bischof. Für sie geht eine Zeit der Unsicherheit und des Wartens zu Ende. Sie werden einen sehr guten Hirten bekommen.

Der Heilige Vater traf eine Entscheidung, die mich außerordentlich freut. Ich kenne Pater Stefan seit fast 10 Jahren; ich durfte seine Habilitationsschrift an der Theologischen Fakultät Trier betreuen. Seine wichtigsten Lehrer aber sind der Regensburger Philosophieprofessor Ferdinand Ulrich sowie die Theologen Hans Urs von Balthasar, Henri de Lubac und Joseph Ratzinger; und das verbindet uns seit langem.

Ich schätze Stefan Oster als Mensch, als Katholik, als Theologe und als Seelsorger sehr. Er stammt aus der Oberpfalz und ist deshalb mit den Regensburgern bestens vertraut. Seine Eltern leben in Regensburg.

Ich freue mich, weil ich Pater Stefan in Zukunft als bischöflichen Mitbruder an meiner Seite weiß. Er hat sein Herz an Christus festgemacht und öffnet es für seine Mitmenschen, besonders für Kinder und Jugendliche. 140404_Oster Bischof Rudolf

Er ist ein demütiger, im Glauben der Kirche tief verwurzelter Salesianerpater. Er lebt den missionarischen Geist, den Papst Franziskus in seinem Schreiben „Evangelii gaudium“ der ganzen Kirche ans Herz legt. Seine theologische und philosophischeKompetenz und seine Erfahrung werden die Kirche bereichern.

Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied des Ordens der Salesianer Don Boscos in Deutschland zum Bischof ernannt wird. Das ist auch eine Ehre für diesen Orden und ein Signal, dass das Charisma dieses großen Patrons der Jugendseelsorge für die gesamte Pastoral fruchtbar gemacht werden soll.

Ich bin sehr dankbar für die Ernennung Pater Stefans und bitte für seinen Dienst um die Fürsprache der Gottesmutter, des heiligen Stephans und um den Segen des allmächtigen Gottes.

Quelle für Text und Fotos: Bistum Regensburg