Das geistliche Vermächtnis von König David an seinen Sohn Salomo

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Kö 2,1-4.10-12:

Als die Zeit herankam, da David sterben sollte, ermahnte er seinen Sohn Salomo: Tagesimpuls

Ich gehe nun den Weg alles Irdischen. Sei also stark und mannhaft!

Erfüll deine Pflicht gegen den HERRN, deinen Gott: Geh auf seinen Wegen und befolg alle Gebote, Befehle, Satzungen und Anordnungen, die im Gesetz des Mose niedergeschrieben sind. Dann wirst du Erfolg haben bei allem, was du tust, und in allem, was du unternimmst.

Und der HERR wird sein Wort wahr machen, das er mir gegeben hat, als er sagte: Wenn deine Söhne auf ihren Weg achten und aufrichtig mit ganzem Herzen und ganzer Seele vor mir leben, wird es dir nie an Nachkommen auf dem Thron Israels fehlen.

David entschlief zu seinen Vätern und wurde in der Davidstadt begraben.

Die Zeit, in der David über Israel König war, betrug vierzig Jahre. In Hebron regierte er sieben und in Jerusalem dreiunddreißig Jahre.
Salomo saß nun auf dem Thron seines Vaters David und seine Herrschaft festigte sich mehr und mehr.

 


Hier aber ist m e h r als Salomo

Heutige liturgische Evangelienlesung der kath. Kirche: Lk 11,29-32:

In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu ihm kamen, sprach Jesus: christus

Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.

Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.


Die Königin von Saba staunt über die Weisheit Salomos

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Kö 10,1-10:

In jenen Tagen hörte die Königin von Saba vom Ruf Salomos und kam, um ihn mit Rätselfragen auf die Probe zu stellen. Sie kam nach Jerusalem mit sehr großem Gefolge, mit Kamelen, die Balsam, eine gewaltige Menge Gold und Edelsteine trugen, trat bei Salomo ein und redete mit ihm über alles, was sie sich vorgenommen hatte.  Advocata

Salomo gab ihr Antwort auf alle Fragen. Es gab nichts, was dem König verborgen war und was er ihr nicht hätte sagen können. Als nun die Königin von Saba die ganze Weisheit Salomos erkannte, als sie den Palast sah, den er gebaut hatte, die Speisen auf seiner Tafel, die Sitzplätze seiner Beamten, das Aufwarten der Diener und ihre Gewänder, seine Getränke und sein Opfer, das er im Haus des Herrn darbrachte, da stockte ihr der Atem.

Sie sagte zum König: Was ich in meinem Land über dich und deine Weisheit gehört habe, ist wirklich wahr. Ich wollte es nicht glauben, bis ich nun selbst gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und wahrlich, nicht einmal die Hälfte hat man mir berichtet; deine Weisheit und deine Vorzüge übertreffen alles, was ich gehört habe. Glücklich sind deine Männer, glücklich diese deine Diener, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören.

Gepriesen sei der HERR, dein Gott, der an dir Gefallen fand und dich auf den Thron Israels setzte. Weil Jahwe Israel ewig liebt, hat er dich zum König bestellt, damit du Recht und Gerechtigkeit übst.

Sie gab dem König hundertzwanzig Talente Gold, dazu eine sehr große Menge Balsam und Edelsteine. Niemals mehr kam so viel Balsam in das Land, wie die Königin von Saba dem König Salomo schenkte.

Foto: Paul Badde


„Achte auf das Flehen deines Knechtes“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1. Könige 8,22-23.27-30:

In jenen Tagen trat Salomo in Gegenwart der ganzen Versammlung Israels vor den Altar des HERRN, breitete seine Hände zum Himmel aus und betete: thumb_gemeinde

HERR, du Gott Israels, im Himmel oben und auf der Erde unten gibt es keinen Gott, der so wie du Bund und Huld seinen Knechten bewahrt, die mit ungeteiltem Herzen vor ihm leben.
Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe.
Wende dich, HERR, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Höre auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir verrichtet.
Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, dass dein Name hier wohnen soll. Höre auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte verrichtet.
Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, wenn sie an dieser Stätte beten. Höre sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst. Höre sie und verzeih!


David liebte seinen Schöpfer von ganzem Herzen, alle Tage lobte er ihn

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jesus Sirach 47,2-13:

Wie das Fett herausgehoben ist aus dem Opferfleisch, so David aus Israel. Er spielte mit Löwen, als wären es Ziegen, mit Bären, als wären es Schafe. ???????

In seiner Jugend erschlug er den Riesen und befreite das Volk von der Schmach, indem er mit der Hand die Schleuder schwang und Goliats Hochmut zerbrach. Denn er hatte Gott, den Höchsten, angerufen, und dieser gab seiner rechten Hand Kraft, um den kampferprobten Mann niederzustrecken und die Macht seines Volkes zu mehren. Darum haben ihn die Frauen besungen und ihm zugerufen: Zehntausend!

Als er die Krone trug, führte er Krieg und demütigte ringsum die Feinde. Er schlug die feindlichen Philister und zerbrach ihre Macht bis heute.

Bei allen seinen Taten stimmte er Loblieder an auf Gott, den Höchsten, mit rühmenden Worten. Er liebte seinen Schöpfer von ganzem Herzen, alle Tage pries er ihn mit Liedern.

Vor dem Altar ließ er Saiteninstrumente aufstellen und schuf Psalmweisen für die Harfenbegleitung. Den Festen verlieh er Glanz und verschönerte die Feiertage im Kreislauf des Jahres. Vom Lobgesang auf Gottes heiligen Namen hallte das Heiligtum wider schon vor dem Morgen.

Der HERR verzieh ihm seine Sünde und begründete seine Macht für immer. Er übergab ihm das Königsgesetz und festigte seinen Thron über Israel.

Seinetwegen erstand ihm als Nachfolger ein weiser Sohn, der in Sicherheit leben konnte. Salomo war König in friedlichen Tagen, Gott verschaffte ihm Ruhe ringsum. Er baute ein Haus für den Namen des HERRN und errichtete ein Heiligtum für immer.

Gemälde: Evita Gründler


David zu Salomo: „Sei stark und mannhaft!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1. Buch der Könige 2,1-4.10-12:

Als die Zeit herankam, da König David sterben sollte, ermahnte er seinen Sohn Salomo:

Ich gehe nun den Weg alles Irdischen. Sei also stark und mannhaft! 

Erfüll deine Pflicht gegen den HERRN, deinen Gott: Geh auf seinen Wegen und befolg alle Gebote, Befehle, Satzungen und Anordnungen, die im Gesetz des Moses niedergeschrieben sind. nikolaus

Dann wirst du Erfolg haben bei allem, was du tust, und in allem, was du unternimmst. Und der HERR wird sein Wort wahr machen, das er mir gegeben hat, als er sprach:

Wenn deine Söhne auf ihren Weg achten und aufrichtig mit ganzem Herzen und ganzer Seele vor mir leben, wird es dir nie an Nachkommen auf dem Thron Israels fehlen.

David entschlief zu seinen Vätern und wurde in der Davidstadt begraben.

Die Zeit, in der David König über Israel war, betrug vierzig Jahre. In Hebron regierte er sieben und in Jerusalem dreiunddreißig Jahre.
Salomo saß nun auf dem Thron seines Vaters David und seine Herrschaft festigte sich mehr und mehr.


Christus beklagt die Wundersucht des Volkes

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 11,29-32:

Als immer mehr Menschen zu ihm kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. kleines-rituale

Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.


Aus dem Tempelweihegebet des Königs Salomo: „HERR, erhöre auch den Fremdling!“

Aus der heutigen Sonntags-Lesung der kath. Kirche: 1. Buch der Könige 8,41-43:

Auch Fremde, die nicht zu deinem Volk Israel gehören, werden wegen deines Namens aus fernen Ländern kommen;  denn sie werden von deinem großen Namen, deiner starken Hand und deinem hoch erhobenen Arm hören. Sie werden kommen und in diesem Haus beten.  PICT0028

Höre sie dann im Himmel, dem Ort, wo du wohnst, und tu alles, weswegen der Fremde zu dir ruft.

Dann werden alle Völker der Erde deinen Namen erkennen. Sie werden dich fürchten, wie dein Volk Israel dich fürchtet, und erfahren, dass dein Name ausgerufen ist über diesem Haus, das ich gebaut habe.


Evangelikaler Kommentar zur Papstrede im Deutschen Bundestag

In der theologisch-konservativen evangelischen Zeitschrift „Christen für die Wahrheit“ (Nr. 4/2011) nahm Otto Unterrainer (dort ab S. 4) Stellung zur Papst-Ansprache im Deutschen Bundestag im Rahmen des Deutschlandbesuchs Benedikts vom September 2011.

Diese historische Rede ist inhaltlich von zeitloser Bedeutung   – das hat auch dieser evangelikaler Autor glasklar erkannt.

Wir zitieren hieraus die meisten Passagen, die gerade in der gegenwärtigen Situation von Interesse sind:

„Vielleicht bezweifelt mancher Evangelikale, dass ihm der Papst etwas zu sagen habe. Weil aber sein Besuch im September mehr Beachtung fand, als Politiker und Medienvertreter wahrhaben wollten, lade ich ein, seine Rede vom 22. 9. 2011 etwas genauer zu betrachten.

Foto: Bistum Regensburg

Foto: Bistum Regensburg

Im Vorfeld gab es Diskussionen im Bundestag darüber, ob es mit der Gleichbehandlung aller Religionen und der Trennung von Kirche und Staat vertretbar sei, den Papst als obersten Vertreter der katholischen Christenheit zu einer Rede vor dem Bundestag einzuladen.

Eine gespannte Reserviertheit der Zuhörer war spürbar. Der Papst beginnt seine Rede mit den Worten:

„Es ist mir eine Ehre und Freude, vor diesem Hohen Haus zu sprechen, vor dem Parlament meines deutschen Vaterlandes, das als demokratisch gewählte Volksvertretung hier zusammenkommt, zum Wohl der Bundesrepublik Deutschland zu arbeiten.“

Als Landsmann, der sich seiner Herkunft verbunden weiß, verfolgt er mit Anteilnahme die Geschicke seiner deutschen Heimat.

Dem Bischof von Rom, der die oberste Verantwortung für die katholische Christenheit trägt, gilt die Einladung zur Rede. Diese Einladung ist verbunden mit einer Anerkennung des Heiligen Stuhls als Partner innerhalb der Völker- und Staatengemeinschaft und als Vertreter dessen möchte der Papst dem Hohen Haus einige Überlegungen über die Grundlagen des freiheitlichen Rechtsstaats vorlegen.

Und er leitet seine Überlegungen mit einer Geschichte aus der Heiligen Schrift ein:

Was wünscht sich der junge König Salomo bei seiner Thronbesteigung, als ihm Gott einen Wunsch freistellt?

Er bittet nicht um Erfolg und Reichtum, sondern: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er sein Volk regiert und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht.“

Der Papst fährt fort: „Die Bibel will uns mit dieser Erzählung sagen, worauf es für einen Politiker letzt- lich ankommen muss. Sein letzter Maßstab und der Grund seiner Arbeit als Politiker darf nicht der Erfolg und schon gar nicht materieller Gewinn sein. Die Politik muss Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Frieden schaffen.

Natürlich wird ein Politiker den Erfolg suchen, ohne den er überhaupt nicht die Möglichkeit einer politischen Gestaltung hätte. Aber der Erfolg ist dem Maßstab der Gerechtigkeit, dem Willen zum Recht und dem Einstehen für das Recht untergeordnet. Erfolg kann auch Verführung sein und kann so den Weg auftun für die Verfälschung des Rechts, für die Zerstörung der Gerechtigkeit.

„Nimm das Recht weg. Was ist der Staat dann noch anders als eine große Räuberbande?“ , hat der heilige Augustinus einmal gesagt. Wir Deutschen wissen es aus eigener Erfahrung, dass diese Worte nicht ein leeres Schreckgespenst sind.“

Es folgen nun philosophische und geschichtliche Betrachtungen zur Bildung des Rechtsbegriffs in Westeuropa. Der Papst weist darauf hin, wie sehr das positivistische Verständnis der heutigen Naturwissenschaft unser Denken beeinflusst und schließt, dass dies nicht der Weg ist, die Frage nach dem Recht zu beantworten.

Er erklärt, dass die ökologische Bewegung ein Ausdruck dessen war, dass der Umgang mit der Natur nach den selben Gesichtspunkten ablief und ihr nicht gerecht wurde. Er verwies dann darauf, dass auch der Mensch eine Natur habe, die er beachten muss und nicht beliebig manipulieren kann.

Aus diesen drei Quellen  –   Jerusalem, Athen und Rom  – entstand Europa

Er endet mit der Feststellung:

„Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von Jerusalem, Athen und Rom, aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden. Diese dreifache Begegnung bildet die innere Identität Europas.“

Zurückkommend auf König Salomo endet er: „Wie wäre es, wenn uns, den Gesetzgebern von heute, eine Bitte freigestellt wäre? Was würden wir erbitten? Ich denke, auch heute könnten wir letztlich nichts anderes wünschen als ein hörendes Herz, die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden und so wahres Recht zu setzen, der Gerechtigkeit zu dienen und dem Frieden.  – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.“

Es gibt einen lang anhaltenden, stehenden Applaus.

Eine Rede, die noch viel genauer studiert werden müsste, in der jedes Wort mit Bedacht gesetzt ist:

Das Hohe Haus, das Deutsche Vaterland, die demokratisch gewählte Volksversammlung, die zum Wohl der Bundesrepublik Deutschland arbeitet und durchgehend bis an den Schluss  –  die dreifache Identität Europas.

Hier werden eine Fülle von brisanten Themen der Bundespolitik angesprochen. Und dies in einer ruhigen, feinen Art, so gar nicht den anderen verdammend, niveauvoll, in Inhalt und Form würdig des Hohen Hauses.

Und es hat den einzelnen getroffen und ein Sehnen nach diesem Stil geweckt und ein Empfinden dafür, was Deutschland und dessen Politiker verloren haben.“

Quelle: http://www.cft-online.de/wp-content/uploads/2012/05/CFT-Rundbrief-04-2011.pdf


Göttliche Kritik: „Diese Generation ist böse; sie fordert ein Zeichen.“

Aus der heutigen Lesung der kath. Kirche: Lk  11,29-32:

Als immer mehr Menschen zu Christus kamen, sagte er:
Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen;
aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.
 
Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war,
so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.
 
Die Königin des Südens wird beim Gericht
gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen;
denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören.
Hier aber ist mehr als Salomo.
 
Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten
und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt.
Hier aber ist mehr als Jona.