Salzburg: Lebensrechtler-Gebetszug am 25. Juli 2019 stand unter starkem Polizeischutz

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Ca. 100 engagierte Menschen nahmen am Donnerstag, dem 25.7.2019, am Gebetszug für das Leben mit weißen Holzkreuzen teil.
Moderiert wurde Kundgebung und Prozession bei sehr heißem Sommerwetter durch Wolfgang Hering, den Präsidenten von EuroProLife.
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Ähnliche Gedenk-Aktionen von EuroProLife für die ungeborene Kinder gibt es alljährlich auch in Münster und München, die jedoch aufgrund gegnerische Randale fast immer nur mit starkem Polizeischutz stattfinden können.
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In Salzburg kam es ebenfalls zu massiven Störungen durch ultralinke Gruppen, die noch heftiger als im Vorjahr ausfielen. Dabei blockierten Abtreibungsbefürworter den Gebetszug bereits kurz nach Beginn.
Zugleich riefen sie gotteslästerliche und staatsfeindliche Sprüche, auch der Ehe wurde „Widerstand“ angekündigt: 
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„Österreich Bullenstaat, wir haben Dich zum Kotzen satt“  – „Masturbation statt Kommunion“  –  „Gegen jeden Fundamentalismus, nieder mit Jesus, für den Feminismus“  –  „Wir bleiben unserem Motto treu, queer, pervers und arbeitsscheu!“   –  „Ehe, Küche, Vaterland  –  unsere Antwort Widerstand“.
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Die Lebensrechtler mußten die geplante Route für ihre Prozession aufgrund der rechtswidrigen Blockade ihrer Gegner kurzfristig ändern.
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Auch während der Überquerung der Salzach auf der Karolinenbrücke versuchten Linksradikale erneut, den Gebetszug zu blockieren, doch diesmal wurden sie von der Polizei zurückgedrängt. Über dreißig Störer wurden vorübergehend festgenommen.
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In einer würdevollen Trauerzeremonie wurden viele Rosen zum Gedenken an die getöteten Kinder im Mutterleib niedergelegt, zudem läutete jedesmal eine symbolische (Toten-)Glocke.
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Zum Abschluss der Kundgebung erhielten die Lebensrechtler von zwei katholischen Geistlichen, die ebenfalls an dem Gebetszug teilnahmen, den priesterlichen Segen.
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HIER Pressemeldungen und ein Video zu diesem Gebetszug für das Leben in Salzburg:

Charismatiker Pete Greig (24/7-Bewegung) hält #Metoo für eine „Gebetserhörung“

Von Felizitas Küble

Wie das erscheinungsbewegte Nachrichtenportal „Kath.net“ am 9. Oktober berichtet, hat der anglikanische Gründer der charismatischen 24/7-Initiative, Pete Greig, anläßlich einer Konferenz in Wien erklärt, die feministisch geprägte #Metoo-Bewegung sei eine „Gebetserhörung“.

Angeblich sei die „Offenlegung des Skandals des sexuellen Missbrauchs“ durch diese #Metoo-Bewegung „in Gang gekommen“, was allerdings schon rein chronologisch nicht zutrifft.

Der freikirchliche Pastor und Familienvater wird seit vielen Jahren von katholisch-charismatischen Gruppen sowie Medjugorje-bewegten Kreisen umschwärmt, inbesondere durch die österreichische Loretto-Bewegung – gegründet von GMM (Georg Mayer Melnhof)  –  sowie dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn.

Die Loretto-Bewegung, die zu Pfingsten jährlich ihr „Fest der Jugend“ in Salzburg mit tausenden Besuchern veranstaltet, sieht sich als Teil der 24/7-Gebetsbewegung von Pete Greig. Der pfingstlerisch-protestantische Prediger macht seit vielen Jahren durch spezielle „Visionen“ auf sich aufmerksam. Diese spielen bei den Pfingstkongressen der katholischen Loretto-Gemeinschaft seit jeher eine große Rolle.

Typisch sind hierbei charismatische Vorstellungen von einer endzeitlichen „Erweckung“. Im Festival-Heft der Loretto-Gemeinschaft wurde 2013 dazu eine “Vision” von Pete Greig präsentiert, die aus dessen Buch “Red Moon Rising” stammt.

Sein “prophetischer Traum” ist in einer dramatisch klingenden, wohl unbedingt “modern” sein wollenden Sprache formuliert, was sich aus der Eigenart des Greigschen Stils ergibt. Hier einige Abschnitte daraus:

“Die Vision ist JESUS  –  der gefährliche, unverwechselbare Jesus. Der Jesus, der dich total in Beschlag nimmt. Die Vision ist eine Armee von jungen Leuten. Du siehst Totengebeine? Ich sehe eine Armee.…Sie sind mobil wie der Wind und gehören den Nationen…Sie sind frei, und doch Sklaven der Verwundeten, Dreckigen, Sterbenden.

Die Vision ist Heiligkeit, die den Augen weh tut…Es geht um Leute, die das Spiel aufgegeben haben, nach außen hin eine weiße Weste zu haben, um Eindruck zu schinden. Es geht um Leute, die nach den Sternen greifen. Für sie ist das Gute nicht gut genug, sie strecken sich nur nach dem Besten aus.

Geradezu gefährlich reine Leute. Sie brauchen ihre geheimen Motive nicht zu verstecken, und auch nicht ihre privaten Gespräche. Es sind Leute, die andere von ihren selbstmörderischen Abenteuern weglieben, weg von ihren satanischen Spielen. Es geht um eine Armee, die ihr Leben für die große Sache lassen wird. Eine Million mal pro Tag sind ihre Soldaten bereit, eine Niederlage einzustecken, um eines großen Tages den entscheidenden Sieg zu erringen und zu hören: „Gut gemacht, ihr treuen Söhne und Töchter“.

Dabei geht es bei diesen „Abenteurern“ keineswegs nur um ein kleines Häuflein von Idealisten und Anhängern  –  nein, Greigs „Vision“ spricht euphorisch von einer „großen Masse“:

„Diese Helden sind am Montagmorgen genauso radikal wie am Sonntagabend. Sie haben es nicht nötig, sich einen großen Namen zu machen, ihre eigene Ehre zu suchen…Es geht nicht um einzelne Stars, sondern um die große Masse, die immer wieder denselben Kriegsschrei auf den Lippen hat: „Vorwärts, COME ON!“  – Und sie sind diszipliniert. Jünger, junge Leute, die ihren Körper zum Gehorsam zwingen…

Sie schauen nicht nach unten, sondern nach oben. Sieger, Märtyrer. Wer kann sie aufhalten? Können Hormone sie zurückhalten? Können Niederlagen sie entmutigen? Kann Furcht ihnen Angst einjagen, kann der Tod sie umbringen?

Ihr genetischer Code ist JESUS. Er atmet aus – sie atmen’s ein. Bei ihnen singt selbst das Unterbewusstsein. Sie hatten eine Bluttransfusion von Jesus. Ihre Worte bringen die Dämonen in den Einkaufszentren zum Schreien. Hörst du diese Armee kommen? Blast die Posaune für die Verrückten! Ruft sie zusammen, die Verlierer und Freaks.

Hier kommen sie, die Ängstlichen und Abgelehnten mit Feuer in ihren Augen. Sie laufen aufrecht, und die Bäume klatschen Beifall, die Hochhäuser verbeugen sich, die Berge erscheinen klein, verglichen mit diesen Kindern einer anderen Dimension.

Ihre Gebete mobilisieren den Himmel und wecken den alten Traum von Eden wieder auf. Und diese Vision wird wahr werden, sie wird erfüllt werden. Sie wird mit Leichtigkeit geschehen, und zwar bald. Woher ich das weiß? Weil es das Sehnen der ganzen Schöpfung ist, das Stöhnen des Geistes, der Urtraum Gottes.“

Soweit Greigs „Vision“ – sie ist nicht nur eine schwärmerische Schreiberei; sondern gehört zum theologischen Post-Millenarismus, der weder von der Hl. Schrift noch vom kirchlichen Lehramt her gedeckt ist.

Dieser chiliastische Standpunkt geht davon aus, daß durch wirkmächtige  Verkündigung und eine phänomenale Geist-Aussendung ein weltweites christliches Friedensreich entstehen wird. Christus erscheint erst danach als Weltenrichter, vorher kommt das “Millennium”, hinterher erst die Wiederkunft Christi.

Diese These, die konfessionsübergreifend in Charismatikerkreisen verbreitet ist, wird von der kath. Kirche abgelehnt, zumal sie der Heiligen Schrift widerspricht, vor allem den klaren Paulusworten in 2 Thess 2,2 ff.

Nicht „Visionen“ oder prophetische Traumwelten sind für uns Gläubige wegweisend, sondern die Ausführungen des hl. Paulus, der im 2. Brief an die Thessalonicher bereits vor „Naherwartungen“ und Endzeitschwärmerei warnte.

Der Völkerapostel verdeutlicht, daß die Zeit unmittelbar vor der Wiederkunft Christi keineswegs durch ein universales christliches Reich geprägt ist, sondern vielmehr durch Glaubensabfall, (un)sittlichen Niedergang und das verführerische Auftreten des Antichristen (2 Thess 2,2-9):

„Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der „Tag des Herrn“ sei schon da.

Lasst euch durch niemand und auf keine Weise täuschen! Denn zuerst muss der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt und sich als Gott ausgibt. (…)

Dann wird der gesetzwidrige Mensch allen sichtbar werden. Jesus, der Herr, wird ihn durch den Hauch seines Mundes töten und durch seine Ankunft und Erscheinung vernichten.

Der Gesetzwidrige aber wird, wenn er kommt, die Kraft des Satans besitzen. Er wird mit großer Macht auftreten und trügerische Zeichen und Wunder vollbringen.“


Lebensrechtler-Gebetszug in Salzburg

Weit über 100 engagierte Menschen nahmen in Salzburg am Mittwoch (Werktag!), den 25.7.2018, an dem Gebetszug „1000 Kreuze für das Leben“ bei strahlendem Sommerwetter teil. Moderiert wurde der Gebetszug von Wolfgang Hering, dem Vorsitzenden von EuroProLife.

In einer würdigen Trauerzeremonie wurden Rosen in die Salzach fallen gelassen, wobei jeweils eine Rose stellvertretend für 10 getötete ungeborene Kinder stand.

Die Gesangsbegleitung, besonders vor der Trauerzeremonie und während der Abschlusskundgebung, war außerordentlich schön. Zum Abschluss der Kundgebung erhielten wir von einem teilnehmenden katholischen Priester den Segen.

Ein kleines Grüppchen von ca. 10 Gegendemonstranten versuchte am Anfang, den Gebetszug zu stören und sich ihm entgegen zu stellen. Schnell und beherzt sorgte die Polizei dafür, dass dieses Grüppchen in seine Grenzen gesetzt wurde.

Herzlichen Dank an die Polizei – und für die Organisation, Durchführung und Leitung dieses eindrucksvollen Gebetszuges an Wolfgang Hering aus München, an alle Mitwirkenden und Teilnehmer/innen, die z.T. von weit her (u.a. aus Südtirol) angereist waren.

Quelle und Video der Prozession hier: https://www.youtube.com/watch?v=i5Cxq2kA1nc


Weihbischof Laun unterschreibt Erklärung für die traditionelle Ehe-Lehre der kath. Kirche

Mathias von Gersdorff

Als erster deutschsprachiger Bischof unterschreibt Andreas Laun, em. Weihbischof in Salzburg (siehe Foto), das „Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe“ der Bischöfe Kasachstans.

Das Bekenntnis der Bischöfe Tomash Peta (Metropolit der Erzdiözese in Astana), Jan Pawel Lenga (Erzbischof/Bischof von Karaganda) und Weibischof Athanasius Schneider bekräftigt die überlieferte katholische Lehre zu Ehe und Familie und lehnt jegliche Aufweichung ab.

Bislang erhielten die drei Kirchenmänner für ihre Erklärung die Unterstützung der Erzbischöfe Luigi Negri, Carlo Maria Viganò und Kardinal Janis Pujats (Riga, Lettland).

Es wäre zu begrüßen, wenn neben Weihbischof Andreas Laun weitere Bischöfe aus dem deutschsprachigen Raum das Bekenntnis unterschreiben.

Insbesondere in Deutschland macht sich nämlich die Relativierung und Ignoranz der katholischen Lehre über Ehe und Familie im Kirchenvolk (und in Teilen des Klerus) bemerkbar. Folge davon ist nicht nur eine immer größere Missachtung der Sexuallehre der Kirche und eine hohe Zahl von Ehescheidungen, sondern auch zunehmende Sakrilegien durch unwürdigen Empfang der hl. Kommunion.

Weitere Infos: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2018/01/kardinal-janis-pujats-unterschreibt.html


Weihbischof Andreas Laun: Predigt bei der Totenmesse für Johanna von Westphalen

Am 21. Januar 2016 verstarb unerwartet Johanna Gräfin von Westphalen (siehe Foto), Gründerin und Ehrenvorsitzende der CDL sowie Leiterin der Stiftung „Ja zum Leben“.

Ergänzend zu den im CHRISTLICHEN FORUM bereits veröffentlichten Nachrufen dokumentieren wir nun die Predigt des Salzburger Weihbischofs Dr. Andreas Laun (siehe Foto) beim Requiem (Totenmesse) für die Gräfin und danken dem Bischof für die freundliche Abdruckerlaubnis. Zunächst veröffentlichen wir die liturgischen Lesungen, die seiner Ansprache vorausgingen: portrait_westphalen-r

Jesaja 62:1-5:
Um Zions willen schweige ich nicht, und um Jerusalems willen lasse ich nicht ab, bis ihre Gerechtigkeit hervorbricht wie Sonnenglanz und ihr Heil entbrennt wie eine Fackel; bis die Heiden deine Gerechtigkeit sehen und alle Könige deine Herrlichkeit und du mit einem neuen Namen genannt wirst, welchen des HERRN Mund bestimmen wird; bis du eine Ehrenkrone in der Hand des HERRN und ein königlicher Kopfbund in der Hand deines Gottes sein wirst; bis du nicht mehr «Verlassene» heißest und dein Land nicht mehr «Wüste» genannt wird, sondern man dich «Meine Lust an ihr» und dein Land «Vermählte» nennen wird; denn der HERR hat Lust zu dir und dein Land wird wieder vermählt sein. Denn wie ein Jüngling sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden sich deine Kinder dir vermählen; und wie sich ein Bräutigam seiner Braut freut, so wird sich dein Gott über dich freuen.

Lukas 21,12-20:
Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen

Es ist mir eine Freude und Ehre, die hl. Messe für Johanna Gräfin von Westphalen zu feiern und in dieser predigen zu dürfen. Ich möchte einfügen: Kardinal Meisner wäre sehr gerne gekommen, er ist leider verhindert, lässt aber durch mich seinen Gruß bestellen und seine innere Teilnahme!

Eine Predigt ist nicht eine Laudatio, ihr Thema ist immer Gott, aber zu solchem Anlass halte ich besonders Ausschau nach dem besonderen Licht, das Seine Offenbarung auf das Leben und Sterben unserer lieben Verstorbenen wirft.

Gräfin Johanna von Westphalen? Von wem rede ich? Sie haben Sie viel besser gekannt, ich leider nur von Begegnungen bei Pro-Life-Veranstaltungen und natürlich auch durch ihre öffentlichen Stellungnahmen und das, was von ihren Taten berichtet wurde. Aber solches „Kennen“ ist genau besehen wichtiger als ein sich Kennenlernen bei irgendeinem gesellschaftlichen Ereignis!

Johanna war nicht nur biologisch verwandt mit dem seligen Erzbischof Clemens von Galen, sie war vor allem geistig mit ihm verwandt. Beide, der Erzbischof und die Gräfin kämpften gegen denselben Geist des Tötens und des Abfalls von Gott. In diesem Sinn verwandt war sie auch mit vielen anderen großen Persönlichkeiten, Frauen und Männern, unserer Zeit. Der gemeinsame Nenner, der sie, an die ich dabei denke, auszeichnete und auszeichnet, war und ist der Glaube an die Kirche Jesu Christi, an die Gebote Gottes und an die sich keiner politischen Korrektheit beugende Liebe zur Wahrheit.

Der große deutsche Philosoph Dietrich von Hildebrand diagnostizierte kurz vor seinem Tod als die heutige Zeitkrankheit in Kirche und Gesellschaft das fehlende Ernstnehmen der Wahrheits-Frage und ihre heutige Diskriminierung durch die 1000fach wiederholte Frage des Pilatus, was Wahrheit denn sei! Auch Benedikt XVI. legte bekanntlich nicht nur einmal den Finger auf diese Wunde unserer Zeit.

Unsere Gräfin hat die Frage nach der Wahrheit nicht nur mit Worten, sondern auch in ihrem Handeln klar beantwortet. So war sie eine jener Christen, die in wahrhaft katholischer Einheit mit dem heiligen Papst Johannes Paul II. dem Papst des „Evangeliums des Lebens“, und mit Papst Benedikt XVI., dem Papst des „Evangeliums der Wahrheit“, dachte und arbeitete.

Wenn ich an die Gräfin denke, denke ich nicht nur an eine sehr schöne und liebenswürdige Frau, sondern eine, die beseelt war von der Liebe zur Wahrheit. Diese führte sie gemäß den Zeichen der Zeit in ihre unermüdliche Arbeit für den Schutz des Lebens, der zu ihrer Berufung wurde. 1523

Diese Arbeit war, das war vom Thema her unvermeidbar, nicht immer nur höflicher Dialog, manchmal auch heftiger Kampf, weil man angesichts von Feuer und Verbrechen nicht mit sanfter Stimme und bescheidenen Handzeichen um Hilfe bitten oder gar warten darf, bis es andere auch bemerken. In manchen Situationen ist Schweigen Sünde, sagt Gregor der Große, laut rufen und demonstrieren hingegen Tugend.

Die Sünde des Schweigens hat unsere Gräfin wohl nie zu beichten gehabt, sie war eine Prophetin unserer Zeit! In einer Zeit, die sich mit ihren Mehrheits-Gesetzen über Gottes Gesetz erhebt.

Die mahnende Rede von Papst Benedikt XVI. im Berliner Reichstag über die notwendige Humanökologie, in der er an das „Naturrecht“ erinnerte, an das Gottesgesetz, das über jedem Menschengesetz steht, blieb ungehört! Man redet bevormundend und patzig von „europäischen Werten“ und rechnet zu diesen voll Heuchelei die Erlaubnis. Kinder zu töten! Unsere Gräfin Johanna hat das verstanden, sie hat nicht geschwiegen und sie hat gekämpft so gut es ging!

Gott allein weiß, wie viele Kinder sie durch ihren Einsatz vor dem Tod bewahrt hat. Wie schön wäre es, würden sie jetzt hier in der Kirche den Mittelgang oder noch mehr Raum füllen, und wir könnten sie sehen!

Nicht nur Sie, auch ich war überrascht, als ich gebeten wurde, das Evangelium zuzulassen, das wir gehört haben. Der Jesajatext, der wieder ganz anders überraschend gewesen sein mag, war meine Idee.

Zunächst zum Evangelium:
War es nicht leicht, bei diesem Text an unsere Johanna zu denken? Nein, sie wurde nicht ins Gefängnis geworfen, das nicht, und man hat sie auch nicht ermordet. Aber verfolgt, verspottet und beschimpft hat man sie natürlich schon! Eine Art Verfolgung hatte sie, alles in allem, sehr wohl zu erdulden. Aber sie ist standhaft geblieben, und so hat sie wohl, wie Jesus ihr zuruft, „ihr Leben gewonnen“. media-389705-4

Erzbischof Dyba wurde kurz vor seinem Tod gefragt, ob ihm seine Außenseiterrolle nicht unangenehm sei. Er sagte: „Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft – und dazu gehören auch seine Gebote – in Klarheit und Wahrheit zu verkünden.“ – Das hätte Johanna auch sagen können!

Und was die Lesung betrifft: Jesaja redet von der Notwendigkeit, nicht zu schweigen. „Genau“, hätte Johanna gesagt, man darf nicht schweigen, auch wenn andere die Erlaubnis, Kinder zu töten, den „europäischen Werten“ zurechnen wollen!

Gott nennt dich, sagt Jesaja, „meine Vermählte“ und Gott freut sich über Dich „wie eine Bräutigam über seine Braut“. Diese Liebeserklärung Gottes gilt jedem von uns, aber heute lausche ich ihr voll Freude und beziehe sie auf unsere geliebte Johanna, die von uns gegangen ist, aber nicht für immer, uns nur voraus.

HIER der Nachruf auf die verstorbene Gräfin von Mathias v. Gersdorff: https://charismatismus.wordpress.com/2016/01/25/johanna-von-westphalen-die-graefin-als-leitfigur-der-deutschen-lebensrechtler/


Evangelikal-ökumenischer Kongreß ruft zum Widerstand gegen den Genderismus auf

Neubesinnung auf die biblische Schöpfungsordnung nötig

Zum entschiedenen Widerstand gegen die Gender-Ideologie hat die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG) aufgerufen. Sie veranstaltete vom 3. bis 6. September einen Ökumenischen Bekenntniskongress in Salzburg. Edith-Breburda

Daran nahmen Vertreter der römisch-katholischen Kirche sowie anglikanischer, evangelischer und orthodoxer Kirchen teil. Zum Abschluss verabschiedete das Treffen eine „Salzburger Erklärung“. Sie wendet sich gegen die Behauptung der Gender-Ideologie, dass es nicht nur Mann und Frau gibt, sondern zahlreiche geschlechtliche Orientierungen.

BILD: Gott schuf den Menschen als Mann und Frau zur gegenseitigen Ergänzung (Foto: Dr. Edith Breburda)

Der Genderismus werte Gottes Schöpfungsordnung von Ehe und Familie massiv ab, so das Papier. Der Mensch erkläre sich dadurch zum beliebigen Erfinder seiner selbst und wolle „sein wie Gott“: „Das Menschenbild des Genderismus ist völlig unvereinbar mit dem Menschenbild der biblischen Offenbarung und den Ergebnissen unvoreingenommener Naturwissenschaft.“

Die Erklärung wendet sich ferner gegen die rechtliche und soziale Gleichstellung von Ehe und homosexuellen Partnerschaften: „Was nach Gottes Willen verschieden ist, darf vom Menschen nicht als gleich angesehen und behandelt werden.“

Abtreibung: „größte Bedrohung“ in westlichen Nationen

Als die „größte Bedrohung“ in westlichen Nationen werden Abtreibungen genannt. Dabei handele es sich um Massentötung, die beendet werden müsse. Es sei alarmierend, dass das Europäische Parlament im März ein „Menschenrecht auf Abtreibung“ beschlossen habe. Damit werde das Grundrecht auf Leben preisgegeben.

Gefährdet sei menschliches Leben auch durch eine zunehmende Legalisierung aktiver Sterbehilfe. Dadurch werde eine „Kultur des Todes“ gefördert. Die Bekennenden Gemeinschaften rufen die Kirchen dazu auf, sich der Euthanasie entschieden zu verweigern. Nötig sei eine Neubesinnung auf die biblische Schöpfungsordnung.

Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften ist der evangelische Pastor Ulrich Rüß (Hamburg). Der theologisch konservative Zusammenschluss umfasst Gemeinschaften in zehn Staaten.

Quelle und Fortsetzung der Nachricht hier: http://www.idea.de/thema-des-tages/artikel/christen-sollen-der-gender-ideologie-widerstehen-83448.html


Österreich: Lichterketten in Linz und Salzburg für das Lebensrecht

Immer mehr jugendliche Teilnehmer dabei

An den vergangenen zwei Adventsamstagen veranstaltete die österreichische Jugend für das Leben ihre alljährlichen Lichterketten für die ungeborenen Kinder in Linz und Salzburg.

In Linz zogen am 30. November rund 200 Personen stumm die Landstraße entlang zum Hauptplatz. In den Händen der Teilnehmer entzündete Grabkerzen, die an die hunderttausende Abtreibungsopfer in Österreich erinnerten.  images

Ein großes Transparent und mehrere kleinere Plakate warben auf positive Art und Weise für das Leben. Die 700 vorbereiteten Geschenksäckchen mit Informationsmaterial waren schnell verteilt und wurden gerne von den Passanten angenommen.

Auch in Salzburg versammelten sich am 7. Dezember mehr als hundert Personen mit Weihbischof Dr. Andreas Laun vor den Salzburger Landeskliniken, um dann schweigend in die Altstadt zu ziehen. Auch hier reagierten Passanten betroffen, aber sehr interessiert.

Carina Broucek, Pressesprecherin der Jugend für das Leben, freut sich über die Reaktionen auf die Lichterketten: „Wir haben dem gesellschaftlichen Schweigen zu 40 Jahren Fristenregelung ein friedliches Schweigen entgegengesetzt, welches lautstark wirkte.“

Besonders erfreulich sei die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren die Anzahl der teilnehmenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen ständig gestiegen sei, so Broucek: „Heuer war rund die Hälfte der Teilnehmer jünger als 30, wir scheinen hier einem internationalen Trend zu folgen.“

Junge Menschen in Österreich, aber auch weltweit, würden eine immer stärker werdende Sensibilität für das Unrecht der Abtreibung entwickeln, berichtet Broucek. „Viele Jugendliche lassen sich nicht mehr belügen. Sie wissen: Abtreibung ist die größte Menschenrechtsverletzung unserer Zeit!“

Jugend für das Leben wird auch im kommenden Jahr wieder ehrenamtlich aktiv sein, um das gesellschaftliche Schweigen zur Abtreibung aufzubrechen  –  und mögliche Alternativen aufzuzeigen.

Quelle: http://www.youthforlife.net

Salzburg: Lichterkette am kommenden Samstag für die Babys im Mutterleib

Die „Jugend für das Leben“ veranstaltet in jedem Advent eine Lichterkette in Salzburg für das Lebensrecht der Ungeborenen, so auch in diesem Jahr am kommenden Samstag, den 7. Dezember 2013.image001

Die Kundgebung in der Lindenhofstraße beginnt um 17,30 Uhr (Eingang zu den Landeskliniken). Um 18,30 Uhr folgt die Lichterkette, danach hl. Messe in der Franziskanerkirche.

Zur Abtreibungsgesetzgebung in Österreich fand auch der St. Pöltener Bischof Dr. Klaus Küng kürzlich klare Worte:

http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/1492229/Abtreibung-ist-niemals-eine-Losung

 
Kontakt: HLI
Human Life International
St. Julienstrasse 17
A-5020 Salzburg
joannes.bucher@gmail.com

Österreich: Linksradikale kündigen Störungen gegen Lebensrechtler an

Am Donnerstag, den 25. Juli, will die Lebensrechtsorganisation „EuroProLife“ gemeinsam mit HLI (Human Life International) sowie „Jugend für das Leben“ wie in den vergangenen Jahren in Salzburg wieder einen Gebetszug “1000 Kreuze für das Leben“ durchführen.  Salzburg

Auch diesmal ist mit Randalen von linksextremer Seite zu rechnen, wie dieses Plakat dokumentiert, das u.a. eine vermummte Frau zeigt.

Der Lebensrechtsmarsch beginnt um 16,15 Uhr auf dem Salzburger Domplatz mit dem Verteilen der weißen Holzkreuze an die Teilnehmer. Danach folgt eine friedliche Prozession durch die Stadt mit einer Trauerzeremonie für die ungeborenen Kinder auf der Staatsbrücke:

Beim Läuten einer Totenglocke und dem Ausrufen von Namen werden 100 Rosen in die Salzach geworfen  –  jede Rose steht für ein getötetes Kind im Mutterleib.

Ende: ca: 18:30 Uhr.  – Um 19 Uhr besteht die Möglichkeit zum Besuch der hl. Messe in der Franziskanerkirche (Nähe des Domplatzes).

 

Pfingstfestival mit 5000 Jugendlichen in Salzburg zeigt schwärmerische Tendenzen

Pfingstprediger Pete Greig und seine charismatische „Vision“

Am Pfingstwochenende dieses Jahres wurde in Salzburg ein äußerlich sehr erfolgreiches Festival veranstaltet, das 14. „Fest der Jugend“, an dem ca. 5000 Jungen und Mädchen aus ganz Europa teilnahmen, wobei viele von ihnen zur Beichte gingen oder still im Dom beteten  –  soweit durchaus erfreulich.

Gemeinsam mit mehreren Bischöfen und zahlreichen Priestern feierten die vorwiegend jungen Leute ab dem 17. Mai 2013 vier Tage lang mit Andachten, Gottesdiensten, Katechesen, Theateraufführungen und Gruppengesprächen, zudem mit heißen Rhythmen, Tänzen und der in charismatischen Kreisen üblichen “Lobpreismusik”.

Die Massenaufläufe von Freitag bis Pfingstmontag standen unter dem Motto „Neues Feuer braucht das Land“; sie waren vielfach geprägt von gruppendynamisch-suggestiven Elementen (z.B. in etlichen Ansprachen oder im Rahmen der „Gebetsteams“) sowie euphorischen Manifestationen.

Die Großveranstaltungen wurden meist von Georg Meyer Melnhof (GMM) moderiert, einem Sproß der bekannten österreichischen Großgrundbesitzerfamilie Meyer Melnhof. GMM ist ein katholischer Familienvater und Religionslehrer, der einst Priester werden wollte, das Seminar verließ, heiratete und später die Loretto-Gemeinschaft gründete, die sich auf den italienischen Marienwallfahrtsort Loreto bezieht.

Die von GMM initiierten Loretto-Gebetsgruppen verstehen sich als „marianisch – eucharistisch – charismatisch“ und sind in ganz Österreich verstreut.

Pfingstprotestantische Gebetsbewegung 24/7

Die früheren „Pfingst-Kongresse“ dieser Gemeinschaft werden heute als „Fest der Jugend“ bezeichnet. Das diesjährige Festival wurde vom erscheinungsbewegten „Radio Maria“ gr???????ößtenteils live übertragen. Dieser große Andrang der Jugend zu einem christlichen Festival mag zunächst positiv erscheinen.

Manches jedoch, was dort inhaltlich präsentiert wurde, zumal von Vertretern der protestantisch-pfingstkirchlichen “Gebetsbewegung 24/7″, erweist sich als fragwürdig bis irrgeistig. (Die Zahlenfolge “24/7“ bezieht sich auf das 24-stündige Gebet in einer 7-Tage-Woche; in der Loretto-Gemeinschaft konkret auf die eucharistische Anbetung.)

Gründer und nach wie vor führender Vertreter der charismatischen Gebetsbewegung „24/7“ ist Pete Greig; seine endzeitschwärmerische “Vision” spielte beim Salzburger Jugendfest eine große Rolle. Dieser Greigschen 24/7-Bewegung hat sich auch die erwähnte katholische Loretto-Gemeinschaft angeschlossen, die das „Fest der Jugend“ in Salzburg organisierte.

“Der HERR rüstet weltweit sein Volk”…

Wie zu erwarten war, veröffentlichte die Nachrichtenseite „Kath.net“ einen begeisterten Jubelbericht über dieses österreichische Festival. Unter dem Zwischentitel “Der HERR rüstet weltweit sein Volk” schreibt das Internetportal Folgendes: PAX

“Die Bibel in Joel 3 beschreibt die Folgen von Gebet, mittlerweile nicht nur bei 24/7 oder Loretto, sondern weltweit neu entflammt zu beobachten:

“Danach aber wird es geschehen, / dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, / eure Alten werden Träume haben / und eure jungen Männer haben Visionen.”

Unsere Gebete mobilisieren den Himmel, erneuern die Kirche und verändern die Welt. Durch Gebet erfahren wir Gott, seine Gegenwart, seine Kraft, seine Herrlichkeit, seine Barmherzigkeit.“

Dieses Zukunftsbild einer weltweiten “Erweckung” ist typisch für die Charismatische Bewegung, die sich hierbei gerne auf “Joel 3″ im Alten Testament beruft.

Ist diese verheißungsvolle Bibelstelle angesichts zahlreicher Visionäre unserer Zeit, “begnadeter” Seher, so vieler “Heiler” und “Propheten” nicht wunderbare Wirklichkeit geworden?

“Joel 3″ ging bereits in Erfüllung

Der Schein trügt, weil diese Ankündigung zu Pfingsten bereits in Erfüllung ging, wie das NT bestätigt:

Der hl. Apostel Petrus verweist auf diese alttestamentliche Verheißung (vgl. Apg 1,16 f), um damit die Ausgießung des Heiligen Geistes in der Jerusalemer Urgemeinde zu erklären. Das Pfingstereignis ist somit die “Lösung” dieser Prophetie. Das will man in Schwärmerkreisen ungern wahrhaben, weil dies eigenen Träumen einer heutigen (!) Verwirklichung von Joel 3 widerspricht. polskaweb

Im Festival-Heft der Loretto-Gemeinschaft wird passend dazu eine “Vision” von Pete Greig präsentiert, die aus dessen Buch “Red Moon Rising” stammt.

Greig, der in einer protestantischen Freikirche hochkam und heute in der anglikanischen “Church of England” aktiv ist, gilt gleichsam als Urvater der neuen 24/7-Aufbrüche; er ist mittlerweile deren “Gebets-Direktor.“

Der Charismatiker lebt im englischen Guildford mit seiner Frau und zwei Kindern. Seine 24/7-Bewegung praktiziert eine stark von Rockrhythmen geprägte „Lobpreismusik“ und beeinflußt zunehmend auch die katholisch-charismatische „Erneuerung“, z.B. die dort angesiedelte Jugendbewegung FCKW; das Kürzel dieser stark von „24/7“ geprägten Initiative bedeutet: „Fröhlich  – Charismatisch Katholisch (sind) wir“.

Pete Greigs “prophetischer Traum”

Die Webseite der Lorettogemeinschaft (Loretto.at) schreibt Folgendes zu Pete Greigs besonderer „Vision“:

“Seine „VISION“ haut mich jedesmal wieder vom Hocker, wenn ich sie lese – du findest sie gleich im Anhang…Frag dich, was du schon erkennen kannst von diesem prophetischen Traum. Mir kommt vor, es wird immer klarer, immer spannender, immer verrückter.

Pete Greig betete mit vielen Leute letzte Woche bei einem Kongress in Frankfurt über unsere kleine Gemeinschaft und die Prophetischen Worte, die geschenkt wurden, waren phantastisch…Komm und sei dabei  –  der HERR sammelt und salbt sein Volk in diesen Tagen und viele bemerken es schon: Der Riese ERWACHT!”

Unreife Schwärmerei, mag man zunächst denken, doch dahinter steckt mehr als nur Naivität oder pubertärer Überschwang.

Das hier gefeierte Traumbild ist typisch für die charismatische Vorstellung einer anbrechenden “globalen Erweckung”; die Vision hat also durchaus “System”, sie ist Teil eines festgefügten Gedankenkonzeptes, das freilich in immer neuen und verschiedenartigen Facetten präsentiert wird.

Diesmal ist die enthusiastische Ankündigung in einer sehr dramatisch klingenden, wohl unbedingt “modern” sein wollenden Sprache formuliert, was sich aus der Eigenart des Greigschen Stils ergibt.

Hier folgen einige wesentliche Abschnitte daraus:

“Die Vision ist JESUS  –  der gefährliche, unverwechselbare Jesus. Der Jesus, der dich total in Beschlag nimmt. Die Vision ist eine Armee von jungen Leuten. Du siehst Totengebeine? Ich sehe eine Armee. Und sie sind FREI vom Materialismus…

Sie können Kaviar am Montag essen und Brotrinde am Dienstag. Sie würden noch nicht mal den Unterschied merken. Sie sind mobil wie der Wind und gehören den Nationen. Sie brauchen keinen Pass. Die Leute schreiben ihre Adressen nur noch mit dem Bleistift auf und fragen sich, was für merkwürdige Typen sind das bloß? Sie sind frei, und doch Sklaven der Verwundeten, Dreckigen, Sterbenden.

„Für sie ist das Gute nicht gut genug“

Was ist die Vision?  –  Die Vision ist Heiligkeit, Heiligkeit, die den Augen weh tut. Sie bringt Kinder zum Lachen und ärgert die Erwachsenen. Es geht um Leute, die das Spiel aufgegeben haben, nach außen hin eine weiße Weste zu haben, um Eindruck zu schinden. Es geht um Leute, die nach den Sternen greifen. Für sie ist das Gute nicht gut genug, sie strecken sich nur nach dem Besten aus.

Geradezu gefährlich reine Leute. Sie brauchen ihre geheimen Motive nicht zu verstecken, und auch nicht ihre privaten Gespräche. Es sind Leute, die andere von ihren selbstmörderischen Abenteuern weglieben, weg von ihren satanischen Spielen. Es geht um eine Armee, die ihr Leben für die große Sache lassen wird. Eine Million mal pro Tag sind ihre Soldaten bereit, eine Niederlage einzustecken, um eines großen Tages den entscheidenden Sieg zu erringen und zu hören: „Gut gemacht, ihr treuen Söhne und Töchter“.

Dabei geht es bei diesen „Abenteurern“ aber keineswegs nur um ein kleines Häuflein von Idealisten und Anhängern  –  nein, die „Vision“ spricht euphorisch von einer „großen Masse“:

„Diese Helden sind am Montagmorgen genauso radikal wie am Sonntagabend. Sie haben es nicht nötig, sich einen großen Namen zu machen, ihre eigene Ehre zu suchen. Darüber können sie nur müde lächeln. Es geht nicht um einzelne Stars, sondern um die große Masse, die immer wieder denselben Kriegsschrei auf den Lippen hat: „Vorwärts, COME ON!“  – Und sie sind diszipliniert. Jünger, junge Leute, die ihren Körper zum Gehorsam zwingen.

Jeder Soldat bereit, für seinen Kriegskamaraden eine Kugel abzufangen. Das Tattoo auf ihrem Rücken sagt: „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn.“   –  Opferbereitschaft lässt das Feuer des Sieges in ihren Augen brennen. Sie schauen nicht nach unten, sondern nach oben. Sieger, Märtyrer. Wer kann sie aufhalten? Können Hormone sie zurückhalten? Können Niederlagen sie entmutigen? Kann Furcht ihnen Angst einjagen, kann der Tod sie umbringen?

Mit Blut, Schweiß und Tränen…“

Würden sie ihr Image oder ihre Beliebtheit aufgeben? Sie sind bereit, selbst ihr eigenes Leben niederzulegen, mit den Todeskandidaten – schuldig wie die Hölle selbst – den Platz zu tauschen. Den elektrischen Stuhl statt eines Thrones. Mit Blut, Schweiß und Tränen, in vielen schlaflosen Nächten und an fruchtlosen Tagen beten sie, als ob alles von Gott abhängt, und sie leben, als ob alles von ihnen abhängt.

Ihr genetischer Code ist JESUS. Er atmet aus – sie atmen’s ein. Bei ihnen singt selbst das Unterbewusstsein. Sie hatten eine Bluttransfusion von Jesus. Ihre Worte bringen die Dämonen in den Einkaufszentren zum Schreien. Hörst du diese Armee kommen? Blast die Posaune für die Verrückten! Ruft sie zusammen, die Verlierer und Freaks.

Hier kommen sie, die Ängstlichen und Abgelehnten mit Feuer in ihren Augen. Sie laufen aufrecht, und die Bäume klatschen Beifall, die Hochhäuser verbeugen sich, die Berge erscheinen klein, verglichen mit diesen Kindern einer anderen Dimension.

Ihre Gebete mobilisieren den Himmel und wecken den alten Traum von Eden wieder auf. Und diese Vision wird wahr werden, sie wird erfüllt werden. Sie wird mit Leichtigkeit geschehen, und zwar bald. Woher ich das weiß? Weil es das Sehnen der ganzen Schöpfung ist, das Stöhnen des Geistes, der Urtraum Gottes.“

Theologisch gefährlich: Post-Millenarismus

Soweit „Urvater“ Pete Greigs enthusiastische „Vision“, die eine solch positive Aufnahme ins katholische Salzburger Festivalheft fand. Der Herr Prophet war auch selber auf dem Jugendkongreß anwesend und hielt dort Referate und Katechesen.  

Allerdings handelt es sich bei Greigs Vision nicht nur um eine schwärmerische Schreiberei; sie gehört vielmehr zum problematischen Post-Millenarismus, der weder von der Hl. Schrift noch vom kirchlichen Lehramt her legitimiert ist.

Dieser chiliastische Standpunkt geht davon aus, daß durch wirkmächtige  Verkündigung und eine phänomenale Geist-Aussendung ein weltweites christliches Friedensreich entstehen wird. Christus erscheint danach als Weltenrichter: also zunächst kommt das “Millennium”, dann erst die Wiederkunft Christi.

Diese These, die konfessionsübergreifend in Charismatikerkreisen verbreitet ist, wird von der kath. Kirche abgelehnt, zumal sie der Heiligen Schrift widerspricht, vor allem den klaren Paulusworten in 2 Thess 2,2 ff.

Glaubenskongregation lehnt Vassulas Visionen ab

Kardinal Joseph Ratzinger erließ als Präfekt der Glaubenskongregation im Oktober 1995 eine Notifikation zur griechisch-orthodoxen “Seherin” und angeblichen “Stigmatisierten” Vassula Ryden. 75743_14122011

Darin werden einige Irrtümer der “Visionärin” aufgelistet, darunter auch ihre post-millenaristischen bzw. chiliastischen Vorstellungen; so heißt es z.B. wörtlich in der Vatikan-Note über Vassulas “Botschaften”.

“In chiliastischer Weise wird ein entscheidendes und glorreiches Eingreifen Gottes prophezeit, der im Begriff sei, auf Erden noch  v o r  der endgültigen Ankunft Christi ein Zeitalter des Friedens und des allgemeinen Wohlergehens zu errichten.”

Nicht erst heute, schon durch die Jahrtausende hindurch hat das kirchliche Lehramt mit seiner nüchternen Haltung endzeitschwärmerische „Botschaften“ abgelehnt, so bereits im 2. Jahrhundert entsprechende Visionen des selbsternannten Propheten Montanus und seiner beiden „begnadeten“ Gefährtinnen, die zusammen mit dem Wanderprediger viele enthusiastischen Anhänger sammelten und sektiererische Gemeinden gründeten.

Im Hochmittelalter erteilte die Kirche ähnlich gearteten Spekulationen des Joachim von Fiore ebenfalls eine klare Absage: Der italienische Abt kündigte ein Heilig-Geist-Friedensreich an, das vor der Wiederkunft Christi eintreten werde; er bezeichnete diese ersehnte Phase übrigens als „Drittes Reich“, denn nach dem Reich des Vaters im Alten Bund und dem Reich des Sohnes  im Neuen Bund sei dies als drittes heilsgeschichtliches Zeitalter auf Erden anzusehen.

Das katholische Lehramt lehnte Fiores Vorstellungen eindeutig ab: sowohl wegen der postmillenaristischen Verirrung wie auch wegen seiner ecclesiologischer Ideen über jenes kommende Heilig-Geist-Reich, das die Menschen direkt “von oben her” geisterleuchte, so daß sich die Kirche als Instanz der Glaubensvermittlung weitgehend zu erübrigen schien.

Nicht angeblich prophetische „Visionen“ oder spekulative Traumwelten sind für die Kirche wegweisend, sondern die Ausführungen des hl. Paulus, der im 2. Brief an die Thessalonicher bereits vor „Naherwartungen“ und Endzeitschwärmerei warnte. nikolaus

Der Völkerapostel verdeutlicht, daß die Zeit unmittelbar vor der Wiederkunft Christi keineswegs durch ein universales christliches Reich geprägt ist, sondern vielmehr durch Glaubensabfall, (un)sittlichen Niedergang und das verführerische Auftreten des Antichristen (2 Thess 2,2-9):

„Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der „Tag des Herrn“ sei schon da.

Lasst euch durch niemand und auf keine Weise täuschen! Denn zuerst muss der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt und sich als Gott ausgibt. (…)

Dann wird der gesetzwidrige Mensch allen sichtbar werden. Jesus, der Herr, wird ihn durch den Hauch seines Mundes töten und durch seine Ankunft und Erscheinung vernichten.

Der Gesetzwidrige aber wird, wenn er kommt, die Kraft des Satans besitzen. Er wird mit großer Macht auftreten und trügerische Zeichen und Wunder vollbringen.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

DIESER ARTIKEL erschien auch in der Zeitschrift THEOLOGISCHES (Nr. 7 – 8/2013)