Lorenz von der Auferstehung (1608-1691): Unser Leben in der Gegenwart Gottes

Von Pfarrer Felix Evers

„Es ist ein großer Irrtum zu glauben, die Zeit des Betens müsse sich von der übrigen Zeit unterscheiden. Nein! Es ist uns aufgegeben, bei Gott zu sein in der Zeit der Arbeit durch die Arbeit und zur Zeit des Gebets durch das Gebet. Beten ist nichts anderes, als in der Gegenwart Gottes zu leben.“ (Viertes Gespräch)            

So sagt es Lorenz von der Auferstehung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde er verwundet. Nach seiner Genesung entschloss er sich, als Bruder bei den Karmeliten in Paris einzutreten. Den größten Teil seiner Ordensjahre verbrachte er in der Küche und in der Schusterwerkstatt. Seinen bürgerlichen Namen Nicolas Herman vertauschte er mit dem Namen Bruder Lorenz von der Auferstehung.

In seiner Lebensbeschreibung heißt es: „Die Ruhe und die Sammlung, die er ausstrahlte, beeindruckte viele. Bei der Arbeit war er weder hastig noch langsam, sondern suchte alles zu seiner Zeit ruhig zu verrichten. In der Unruhe und im Lärm der Küche, wenn mehrere Leute gleichzeitig Verschiedenes verrichten müssen, findet Bruder Lorenz Gott in derselben Ruhe wie im Anblick der heiligen Eucharistie.“

Wie oft begegnet mir das Problem, dass Menschen in der Hektik des Alltags keine Zeit für ein Gebet finden. Auch in Beichtgesprächen fehlt kaum einmal der Hinweis, die täglichen Gebete nicht verrichtet zu haben. Und wenn überhaupt gebetet wird, dann greift man auf vorformulierte Gebete wie das Vaterunser oder den Rosenkranz zurück.

Dabei ist das Sprechen mit Gott genauso wichtig wie die Kommunikation mit meiner Familie und mit meinen Freunden; denn ansonsten wird man sich fremd, und die Beziehungen gehen in die Brüche.

Von Bruder Lorenz habe ich gelernt, mir Gott zu vergegenwärtigen. Zu den verschiedensten Zeiten – im Straßenverkehr, in der Kirche, am Computer – denke ich ganz bewusst einige Augenblicke daran, dass Gott hier und jetzt da ist. Dann rede ich Gott an und frage ihn, wie es ihm jetzt geht. Erst danach berichte ich ihm aus meinem Leben, ungeschminkt und ehrlich. Diese Vergegenwärtigung Gottes zwischendurch tut mir sehr gut.

Ich lebe dadurch mein Leben mit Gott, ohne ein Gebetspensum absolvieren zu müssen. Stattdessen bete ich freiwillig und einfach so, zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten. Einfach weil mir bewusst ist, dass Gott immer bei mir ist. Wie ein guter Freund. Und ER freut sich, wenn ich mich ihm von Zeit zu Zeit zuwende und mein Leben mit ihm teile. Gott ist immer für mich da.


Psycho-Beraterin über die MEHR-Konferenz: Hochsensible Menschen „total erschlagen“

Von Felizitas Küble

In dieser Sendung von „Radio Maria“ mit der österreichischen Lebensberaterin Dr. Margarethe Profunser geht es um die speziellen Vorzüge und Probleme hochsensibler Menschen: http://www.radiomaria.at/player3.php?s=18000

Bei den Fragen von Ratsuchenden am Schluß des Gesprächs beschwert sich eine Anruferin über allzu lautstarke Musik beim „Lobpreis“, damit könne sie nicht umgehen. Worauf Dr. Profunser antwortet, hochsensiblen Menschen würde eine „Reizüberflutung“ und „aufgebauschte Stimmung“ nicht gut tun, das beeinträchtige ihre innere Sammlung.

BILD: Dr. Johannes Hartl organisiert die charismatische MEHR-Konferenz in Augsburg

Laute Lobpreisveranstaltungen seien eine Glaubenserfahrung, die „auf der Ebene des Gefühls oder des Körpers“ verbleibe, „aber das Herz hat Gott nicht gefunden.“

Frau Profunser kam sodann von sich aus auf die „MEHR-Konferenz“ zu sprechen, die das Gebetshaus Augsburg bzw. der katholische Theologe Dr. Johannes Hartl mit großem äußeren Erfolg (hohe Teilnehmerzahlen) organisiert.

Dazu erklärte sie wörtlich: „Ich habe jetzt einige hochsensible Menschen in der Beratung, die dort waren, sie sind total erschlagen zurückgekommen.“   Diese Personen würden sich fragen, ob sie noch normal seien. Eine von ihnen habe gesagt: „Ich habe Tage gebraucht, um wieder in die Ruhe und in die Stille zu finden.“

Die anrufende Frau fragte ein zweites Mal wie erleichtert: „Dann ist es normal, wie es mir ergeht?“, was die Beraterin bestätigte. Sie erklärte abschließend noch: „Diese Art von Spiritualität ist nicht dienlich, um in diese Begegnung mit Gott zu kommen.“

HIER 15 weitere Artikel über das Gebetshaus Augsburg und die MEHR-Konferenz: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/gebetshaus-augsburg-j-hartl/

Foto: https://gebetshaus.org/