„Wonder Woman“: Wie Komal Ahmad dem Hungerproblem in den USA zu Leibe rückte

Von Dr. med. Edith Breburda

Zu oft hören wir den Ausdruck „unmöglich“, um uns mit Problemen abzufinden, die wir anscheinend nicht ändern können. „Unmöglich“ ist ein Wort, das verzagte und kleinherzige Leute häufig benutzen. Sie finden es einfacher, sich mit den Zuständen der Welt abzufinden.

Dennoch kann es uns gelingen, die Umstände, in denen wir uns befinden, zu ändern. „Nichts ist unmöglich. Dies ist nur ein belangloses Wort, aber kein in Stein gemeißeltes Manifest“, bemerkte der wohl größte Boxer der Geschichte, Muhammad Ali (1942 – 2016).

„Wir haben genug Ressourcen, um jeden einzelnen Menschen auf dieser Welt zu ernähren“, erklärt die 28-jährige Komal Ahmad (siehe Foto).

Die Tochter eines asiatischen US-Einwanderers wird von vielen belächelt, die diese Behauptung schlicht als naive abtun. Doch Komal hat sich nicht davon abbringen lassen und ein erfolgreiches Unternehmen gegründet, das Hunger zur Geschichte werden lässt. Zumindest adoptierten viele Städte der USA und Länder in Europa ihre Idee.

Alles begann damit, als die Studentin eines Tages einen Bettler zum Essen einlud. Er saß an einer Kreuzung, die zu ihrer Universität Berkeley führte. Zwischen den Bissen, die John hinunterwürgte, erzählte er seine Geschichte:

„Ich bin gerade von meinem zweiten Irak-Einsatz als Soldat zurück gekommen. Seit zwei Wochen warte ich vergeblich, dass mir meine Sozialleistungen erstattet werden. So ist dies das erste Essen, das ich seit drei Tagen habe.“

„Diese Aussage hat mich schwer getroffen“, sagt Komal. „Der Mann hat sein Leben für uns aufs Spiel gesetzt. Nun kommt er nach Hause und muss einen Bürokratenkampf gegen Hunger und Armut ausfechten. Was mich besonders traf, war die Tatsache, dass gegenüber der Straße viele unberührte Nahrungsmittel der Studenten weggeschmissen werden müssen. Es handelt sich nicht um ein Lebensmittelknappheit, sondern nur um seine ungleiche Verteilung.

Es existiert ein derartiger Überfluss an gesundem, hochqualifiziertem, unangerührtem Essen, welches wir am Ende des Tages entsorgen müssen. Gleichzeitig jedoch hungern Menschen und zwischen all dem befindet sich nur eine Straße.“

Dieses Erlebnis spornte Ahmad an. Sie wollte etwas gegen „das dümmste Problem der Welt“ tun. Sie suchte die Köche der Mensa auf und fragte, was mit dem nicht verzehrten Essen getan wird. „Es bleibt nichts übrig“, bekam sie zu hören. Damit gab sich die junge Studentin nicht zufrieden. Nach weiteren Fragen wurde ihr erklärt, viel Essen aus lebensmittelrechtlichen Gründen entsorgen zu müssen.

Ein paar Tage später stand Ahamd wieder dem Manager der Mensa gegenüber. Sie zeigte ihm das 1996 vom amerikanischen Kongress verabschiedete Bill Emerson Gesetz des Guten Samariters (Good Samaritan Food Donation Act). Es handelt sich um ein weltweit bekanntes Hilfssystem, welches eine Sonderordnung zur Stiftung von Essenswahren, Lebensmitteln und Lebensmittelhandlungswaren erlaubt.

Nachdem Ahmad den obersten Manager überzeugt hatte, fingen Studenten an, nicht verbrauchte Lebensmittel der Universität an die Notdürftigen der kalifornischen Stadt San Francisco zu verteilen. Die Anfänge waren alles andere als effizient:

Eines Tages erhielt Komal einen Anruf. Sie saß gerade in einer Vorlesung. Die Mensa hätte 500 Sandwiche übrig, die sie innerhalb zwei Stunden abholen sollte.

„Ich rannte zur Mensa. Als ich die Lebensmittel hatte, fing ich an Hilfsorganisationen in Berkeley, Oakland und Richmond zu kontaktieren. Ich konnte viele nicht erreichen und wenn, dann brauchten sie kein Essen. Endlich hatte ich jemand an der Leitung, der mit sagte, er würde mir 15 belegte Brötchen abnehmen. Prima, folgerte ich, jetzt sind es nur noch 485 Sandwiche die ich loswerden sollte. Frustriete dachte ich mir, es sollte doch wirklich nicht so schwer sein, eine gute Tat zu tun.“

Lange hielt dieser desparate Zustand nicht an. Ahmad hatte eine zündende Idee. Sie wollte die Menschen, die Lebensmittel hatten, mit denen in Verbindung setzten, die sie brauchten. Sie entwickelte einen virtuellen Marktplatz, um die Probleme beider Parteien zu lösen. So entstand die Internetseite Match.com für ihre Sandwiche. In der zweiten Version ist es als COPIA bekannt.

Cafeteria‘s, Krankenhäuser, Universitäten, Hotels und andere Unternehmen, die überschüssiges Essen zur Verfügung haben, können es über ihre Webseite direkt gemeinnützigen Einrichtungen spenden. Ein Fahrunternehmen holt das Essen ab und liefert es zum gewünschten Ort.

Als Dankeschön erhalten die Spender nicht nur eine Quittung für das Finanzamt, sondern oft auch Karten und Bilder von denen, die von dem Essen profitieren. Das Feedback zeigt den Wohltätern nicht nur welche Auswirkungen ihre Spende hat, sondern hilft ihnen auch in Zukunft besser mit den Ressourcen umzugehen und Speisen in einem nicht allzugroßen Überfluss herzustellen.

Copia hat 1 Millionen Pfund Nahrungsmittel verwertet. Ihr Ziel ist es, zwei Millionen Menschen allein in 2018 zu sättigen. Ihr Einfluss geht weit über den Großraum von San Francisco hinaus. Copia existiert in Dalls, Denver und North Carolina.

Deutschland und Österreich kontaktierten Copia, um die vielen Migranten zu ernähren. Während des schlimmsten Feuers der Geschichte, das in Kalifornien ausbrachte, konnten die Opfer durch die Hilfe der Feuerwehr mit Lebensmitteln versorgt werden.

Auch wenn viele Leute die junge Ahmad als Wonder Woman (Wunderfrau) bezeichnen, besteht sie darauf, dass sie all das nicht alleine auf die Beine gestellt hat, sondern viele Experten ihr eine großartige Hilfe leisten. Ahmad hat bewiesen, dass es nicht unmöglich ist, den Hunger zu bekämpfen [1].

[1] Wachter H.: Making Hunger History. Experience Life. Oktober 2018

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin, Schriftstellerin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.  – Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Quelle für das Komal-Foto: https://twitter.com/komal_ahmad


USA: Katholische Kirche kämpft weiter für die Ehe von Mann und Frau

Am gestrigen Samstag hat sich in San Francisco das erste homosexuelle Paar Kaliforniens „getraut“: Die „Hochzeit“ wurde möglich durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA, der am Mittwoch ein bislang bestehendes Verbot der gleichgeschlechtlichen „Ehe“ in Kalifornien aufhob.

Gleichzeitig erklärte es ein Bundesgesetz teils als verfassungswidrig, wonach eingetragene Homo-Partnerschaften auf Bundesebene nicht von den für die Ehen üblichen Vergünstigungen  – zB. steuerlicher Art  –  profitieren können. 120505288_BV_July und Mike

Präsident Obama sowie Schwulen- und Lesbenverbände begrüßten das Urteil. Die  katholischen Oberhirten äußerten sich hingegen nach Bekanntwerden des Richterspruches bestürzt:

Es sei ein „tragischer Tag für die USA“, sagte der Erzbischof von New York und Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Kardinal Timothy Dolan.

Ob in den USA, in Frankreich oder Deutschland  –  die katholische Kirche kämpft weltweit für den Wert der Ehe.

Kim Daniels ist Sprecherin des Vorsitzenden der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Im Interview mit Radio Vatikan ließ sie die Sorge erkennen, auf lange Sicht könnte die Religionsfreiheit gefährdet sein:

„Religionsfreiheit ist ein immer größeres Sorgenkind. Während die gleichgeschlechtliche Ehe in unserem Gesetz und in unserer Kultur immer mehr Fuß fasst, können wir ein zunehmendes Abbröckeln der Rechte von Gläubigen beobachten, ihrer religiösen Überzeugung nachzugehen.“

Das Kindeswohl bleibt auf der Strecke

Die Ehe von Mann und Frau sei aller Erfahrung nach die Lebensform, die am ehesten sicherstelle, dass Kinder mit beiden Elternteilen aufwüchsen. Die Sicherung des Kindeswohls sei gleichzeitig eine wichtige Aufgabe für das Allgemeinwohl, das mit der Entscheidung in Frage gestellt werde, findet Daniels:

„Wir werden die Auswirkungen wohl erst in Zukunft wirklich sehen können. Doch Religionsfreiheit wird eine Hauptsorge für uns sein – wir haben bereits in Massachusetts, Illinois und Washington gesehen, dass katholische Wohlfahrtseinrichtungen dazu gezwungen waren, ihre Arbeit im Zusammenhang mit Adoptionsvermittlungen einzustellen, da sie ihre religiöse Grundeinstellung nicht aufgeben wollten, nach der Kinder am besten mit einem Vater und einer Mutter aufwachsen.“

Hintergrund:

Durch das Gerichtsurteil wurde das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehen in Kalifornien aufgehoben. Außerdem wurden einige der Beschränkungen, die auf Bundesebene gleichgeschlechtlichen Ehen auferlegt wurden, als nicht rechtskonform erklärt. Die Beschränkungen, denen die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern in mehr als 30 US-amerikanischen Bundesstaaten nach wie vor unterliegt, sind von diesem Richterspruch allerdings nicht betroffen, denn jeder Bundesstaat ist für die Regelung seiner Ehegesetze selbst verantwortlich.

Quelle: Radio Vatikan

USA: Katholische Ordensschwestern helfen gestrandeten Frauen zu einem neuen Start ins Leben

Wohin sollen sie gehen, wenn sie aus der Haft entlassen werden?

Seit 2003 gibt es das „Katherinen-Zentrum“  in San Francisco. Schwestern vom „Barmherzigkeits-Orden“ helfen Frauen, die gerade aus dem Gefängnis entlassen wurden, ein neues Leben zu beginnen.

Dr. Edith Breburda

Dr. Edith Breburda

Von Dr. Edith Breburda

Wohin sollen Sie gehen, nachdem man sie aus dem Gefängnis entlassen hat?  Die ersten 24 bis 48 Stunden entscheiden drüber, ob man rückfällig wird.

Viele wollen ihr Leben, das sie vor der Inhaftierung führten, wieder aufnehmen. Wie sollen sie mit den alten Gewohnheiten der Prostitution und des Drogenmißbrauches brechen?

Das US-Department of Criminal Justice erläutert in einer Studie, dass innerhalb von 3 Jahren 67% der entlassenen Inhaftierten wieder „rückfällig“ werden.

„Ihre Seelen wurden zerstört, weil sie schon als kleine Mädchen unvorstellbar emotional, psychisch und sexuell mißbraucht wurden. Sie versuchen, ihren Schmerz mit Alkohol und Drogen zu betäuben“, weiss Suzi Desmond, eine Psychotherapeutin des Katherinen-Zentrums zu berichten.

95% der Mädchen, die das Zentrum mit ungewöhnlich grossem Erfolg resozialisieren konnte, haben einen derartigen Hintergrund:

„Der Weg in die Drogenabhängigkeit und kriminelle Szene und letztendlich ins Gefängnis ist vorprogrammiert. Wir versuchen; den Kreislauf zu durchbrechen, indem wir die Kindheitstraumata wieder freilegen. Emotionen, die oft jahrelang verschüttet waren, versuchen wir gemeinsam zu verarbeiten. Daher ist es eine grundlegende Voraussetzung, dass sich unsere Schützlinge sicher und angenommen in unserem Haus fühlen.“

„Wir sind die Hände und Füße Christi“

„GOTT ist die Liebe  –  das ist das Motto des Katherinen-Zentrums“, erklärt Lorraine Moriarty:

„Wir sind die Hände und Füsse unserers HERRN Jesus  für die vielen, die niemals erfahren hatten, dass GOTT Liebe ist. Unabhängig von ihrem vorherigen Lebenswandel sind Gottes Barmherzigkeit und Mitleid für sie da.“  

Lorraine ist Direktorin der Vincent de Paul Society (Vinzenz-von-Paul-Gesellschaft); diese und die Barmherzigkeits-Schwestern führen das Katherinen- Haus:

„Es wurde gegründet, nachdem man feststellte, dass staatliche Resozialisierungs- Programme nichts halfen. Staatliche Gelder hat man nicht angenommen. Man wollte sich nicht vorschreiben lassen, wem man helfen darf. Jeder, der herein kommt, ist willkommen. Viele kirchliche Spender und der Malteserorden unterstützen das Katherinen-Haus,“ berichtet Loraine.

Monique, eine selbstbewußte junge Frau, hat sich das Ziel gesteckt, ihr College zu beenden und dann einen Job zu finden, um Teenagern zu helfen, die in Schwierigkeiten sind. Es ist keine leichte Aufgabe, für die 28-Jährige. Vor 10 Monaten wurde sie aus dem Gefängnis entlassen. Sie hatte Angst, rückfällig zu werden. Allzugut kennt sie das Problem, als ehem. Gefängnis-Insassin einen Job zu finden. Ihre Eltern waren drogenabhängig: sie konnten sich aber aus diesem Kreislauf befreien, das Sorgerecht für ihre Kinder zurückbekommen und ihr Leben nochmal neu durchstarten.

Monique ist nicht auf sich selbst gestellt. Experten des Katherinen-Zentrums helfen ihr, ein eigenständiges Leben aufzubauen. Direkt vom Gefängnis aus kam sie hier her. Sie entdeckte ihren katholischen Glauben aus Ihrer Kindheit wieder.  Sie lernte, GOTT um Verzeihung für ihr bisheriges Leben zu bitten. 

„Ich wollte wieder eine spirituelle Beziehung aufbauen. Am Anfang war es sehr schwer. Ich war es nicht gewohnt, so viel Liebe zu erfahren. Ich fühlte nur eine innere Leere und meinte, ich sei schmutzig. In meinem Leben gab es keinen Werte oder Moral. Ich dachte, ich sei nicht würdig, dass man mir so viel Liebe und Respekt entgegenbrachte. Oft wollte ich gar nicht hier sein“, berichtet Monique einem Reporter des National Catholic Register News Side (J. F. Desmond, Out of Prison but not Alone, 11. Januar 2013); sie fügt hinzu:

„Aber ich blieb. Mit der Zeit gewann ich viel Kraft. So viel, dass ich sogar meine Eltern anrief. Sie waren überglücklich, von mir zu hören, dachten sie doch schon, ich sei tot und fragten selbst beim Beerdigungsinstitut an.“

Das Katherinen-Zentrum basiert auf einem 12-Stufen Programm, wozu das tägliche Gebet und Jahresexerzitien gehören.

„Andersgläubige werde ermutigt, ihren Glauben näher kennen zu lernen. Trotz allem entscheiden sich einige, unser Programm nicht fortzusetzen und verlassen das Haus. Dies sind für mich die härtesten Momente“, berichtet Lorraine.

Dr. med. Edith Breburda lebt in den USA  –  hier folgt der Link zu ihrer Webseite:  http://scivias-publisher.blogspot.com/


USA: San Francisco will öffentliches Nacktsein künftig untersagen

Die US-amerikanische Großstadt San Francisco  –   bekannt als Hochburg der Hippies und Homosexuellen  –  hat der öffentlichen Nacktheit den Kampf angesagt:

Der Stadtrat stimmte am vergangenen Dienstag für einen Gesetzentwurf, der das Zurschaustellen von Genitalien auf Straßen, öffentlichen Plätzen, in Parks sowie Bussen und Bahnen untersagt. Ausgenommen von dem  Verbot sind allerdings Straßenfeste wie die jährliche Schwulenparade.

Das Verbot soll ab Februar 2013 gelten, doch es muß noch eine zweite Abstimmung durchlaufen und vom Bürgermeister unterzeichnet werden.

Vor dem Rathaus von San Francisco demonstrierte eine Gruppe von Nudisten gegen die geplante Neuregelung, da diese ihre „Freiheitsrechte“ beschneide.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur