Virologe Stöhr kritisiert Covid-Politik Merkels

Die Tageszeitung Münchner MERKUR online veröffentlichte am heutigen 25. Januar 2021 ein aufschlußreiches Interview von Andreas Beetz mit Professor Dr. Klaus Stöhr, einem hochqualifizierten Virologen, der z.B. die WHO-Forschung zu Sars-Viren koordinierte: https://www.merkur.de/politik/angela-merkel-corona-kritik-virologe-klaus-stoehr-deutschland-regeln-strategie-strategie-90175458.html

Der erfahrene Seuchenbekämpfer wurde – trotz Vorschlags von SPD-Ministerpräsidenten – nicht zum jüngsten Krisengipfel der Kanzlerin berufen, denn er ist ein unabhängig denkender Wissenschaftler, der die aktuelle staatliche Corona-Politik von Merkel und Söder skeptisch beurteilt.

Der renommierte Forscher mahnt im Interview mit dem Münchner MERKUR zur mehr Besonnenheit und kritisiert die Schließung von Kindergärten und Grundschulen. Dies sei „das letzte Mittel in absoluten Krisensituationen – und diese Krisensituation sehe ich derzeit nicht“.

Der 61-jährige Epidemiologe erkärt zudem, die derzeitige Strategie sei „illusorisch“, im Winter eine Inzidenz von 50 anzustreben. Er erinnert an „Erfahrungen in unseren Nachbarländern“: „Hier liegen die Inzidenzen nach mehreren Lockdowns alle weit über 100.“Mit einer Inzidenz von 130 bis 160 könne Deutschland „gut umgehen“, ohne daß Krankenhäuser überlastet würden.

Prof. Stöhr fügt hinzu: „Mit einem Gießkannenprinzip die gesamte Bevölkerung gleich zu behandeln, wird nicht funktionieren. Für Kinder und Bewohner der Altenheime die gleiche Inzidenz-Grenze anzusetzen, halte ich einfach für nicht differenziert genug.“

Er begründet seine Kritik weiter: So eine Seuche betrifft Risikogruppen, im Falle von Covid-19 vor allem alte Menschen. Wie man mit einer Schließung von Kindergarten- und Schulschließungen das Infektionsgeschehen in Altenheimen eindämmen kann, verstehe ich gar nicht.“

Abschließend warnt der Virologe vor einer Panikstimmung hinsichtlich der englischen Virus-Mutatio, die zwar infektiös bedenklicher sei, doch aus seiner Sicht als Seuchenbekämpfer glaube er schon, „dass wir mit solchen Varianten umgehen können“.

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