Israel schickt zwei Satelliten ins Weltall

Am Mittwoch (2.8.) wird die Israel Space Agency erstmals zwei israelische Satelliten gleichzeitig vom französischen Abschusszentrum Koro in Neuguinea ins All entsenden. OptSat 3000 ist ein Spionagesatellit, den das italienische Verteidigungsministerium gekauft hat. Der andere Satellit, Venus, ist der erste staatliche Forschungssatellit.

Der Leiter der Israel Space Agency beim Wissenschaftsministerium, Avi Blasberger, sprach mit ynetnews über den bevorstehenden Satellitenstart von Venus:

Venus wird von Wissenschaftlern für Landwirtschaft und Umweltstudien verwendet werden. Er ist ausgestattet mit einer hochmodernen Kamera, die Fotos in 12 Wellenlängen machen kann. 110 Orte wurden ausgewählt, von denen Venus alle zwei Tage Aufnahmen machen wird. In dieser Wiederholungsrate kann dies derzeit kein anderer Satellit.

Neben seiner wissenschaftlichen Mission steht Venus auch vor einer ingenieurstechnischen Aufgabe. Es soll ein elektronisches Antriebssystem getestet werden, das es eines Tages Beobachtungssatelliten gestatten soll, die Erde in einer näheren Umlaufbahn zu umkreisen, wodurch sich die Schärfe der Bilder verbessern würde.

In den ersten zweieinhalb Jahren wird der Satellit die Erde in 700 Kilometern Entfernung umkreisen und sich dann auf 410 Kilometer absenken, wo das neue Antriebssystem getestet werden wird.

Quellen: Ynet, Israelische Botschaft in Berlin


Satellit „Eu:CROPIS“ wird zwei Gewächshäuser für Mars und Mond betreiben

Die Umsetzung einer Weltraummission ist wie ein Rennen in Etappen – nur wenn erste Modelle eines Satelliten erfolgreich getestet wurden, fällt der Startschuss für den Bau des eigentlichen Flugmodells.

Für den Satelliten Eu:CROPIS des Deutschen Eu:CROPISZentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der zwei Gewächshäuser im All unter Mond- und Marsbedingungen betreiben wird, ist dieser nächste Meilenstein nun erreicht: Der Bau des Flugmodells kann beginnen.

Die Ziellinie liegt dabei bereits fest – in der zweiten Jahreshälfte 2017 sollen der Satellit und seine wissenschaftliche Nutzlast mit der Falcon 9 von Space-X in Richtung All starten.

„Bis Frühjahr 2017 werden wir im DLR Bremen das Flugmodell bauen und ausgiebig für den Flug testen“, erläutert Ingenieur Hartmut Müller, Projektleiter für den Bau des Satelliten am DLR-Institut für Raumfahrtsysteme.

Mikroorganismen und Augentierchen als Helfer

Der Satellit Eu:CROPIS soll während seiner Mission in 600 Kilometern Höhe rotieren und dabei in seinem Inneren für sechs Monate zunächst die Schwerkraft von Mond und anschließend sechs Monate lang Mars-Gravitation erzeugen. Dabei sollen Tomatensamen unter den überwachenden Augen von 16 Kameras keimen und kleine Weltraum-Tomaten entwickeln.

Die entscheidenden Helfer, die dies ermöglichen, fliegen mit ins All: Zum einen wird ein ganzes Konsortium von Mikroorganismen in einem Rieselfilter dafür sorgen, dass aus künstlichem Urin ein bekömmlicher Dünger für die Tomaten entsteht, zum anderen sind Augentierchen – der Einzeller Euglena – mit an Bord, um das geschlossene System zusätzlich vor überschüssigem Ammoniak zu schützen und zudem Sauerstoff zu liefern.

LED-Licht wird für Augentierchen und Tomatensamen einen Tag- und Nachtrhythmus liefern, ein Drucktank für irdische Atmosphäre sorgen.

Tomaten für die Astronauten-Crew Eu:CROPIS

„Wir simulieren und testen letztendlich Gewächshäuser, die auf Mond oder Mars im Inneren eines Habitats stehen könnten und für eine Crew vor Ort frische Lebensmittel liefern, indem sie in einem geschlossenen System Abfälle kontrolliert in Dünger umwandeln“, sagt DLR-Biologe Dr. Jens Hauslage, der die Mission wissenschaftlich leitet. In einem Mondhabitat zum Beispiel wäre das Gewächshaus im Inneren – dort, wo auch die Astronauten sich in einer erdähnlichen Atmosphäre aufhalten.

Einer der Abfälle, die mit großer Regelmäßigkeit entstehen würde: der Urin der Astronauten. Anpassen müssten sich die Pflanzen dabei an die verminderte Schwerkraft – auf dem Mond herrscht etwa ein Sechstel der Erdanziehungskraft, auf dem Mars etwas ein Drittel.

„Ein Komposthaufen zum Recycling wäre aber nicht kontrollierbar für eine Raumstation oder ein Habitat – deshalb verwenden wir unseren Rieselfilter C.R.O.P., der wie normaler Boden funktioniert, allerdings unter kontrollierten Bedingungen.“

Bevor Eu:CROPIS auf die Reise geschickt wird, werden die Lavasteine des Rieselfilters deshalb zunächst mit getrockneter Erde „infiziert“. Durch diese Impfung ziehen verschiedene Organismen in die löchrige, große Oberfläche der Lavasteine ein und nutzen diese als Habitat. Im All wird dann alle zwei, drei Tage künstlicher Urin versetzt mit Wasser über dieses Habitat rieseln, in dem ein wahrer Wettbewerb der Mikroorganismen um diese Nahrung entsteht. Das schädliche Ammoniak wird dabei über Nitrit zu Nitrat abgebaut und als Dünger zu den Tomatensamen geleitet.

Quelle und Fortsetzung des Artikels mit Bildern: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-17874/year-all/#/gallery/23027


Europäischer Satellit MSG-4 gestartet: Verstärkung für den Wetterfrosch

Ein neuer Satellit verstärkt die Flotte der Wetterwächter im All: Am 15. Juli 2015 um 23.42 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit ist MSG-4 an Bord einer Ariane-5-Rakete vom Weltraumzentrum Kourou in Französisch-Guyana in den Weltraum gestartet. MSG-4 (METEOSAT Second Generation) ist der letzte von vier Satelliten der zweiten METEOSAT-Generation.

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Als „METEOSAT-11“ wird er im Orbit seinen Vorgängersatelliten ablösen und dann die primäre Datenquelle für die Wettervorhersage und die Echtzeitwarnsysteme des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sein.

BILD: Start der Ariane-5-Trägerrakete mit Wettersatellit MSG-4 ins Weltall (Foto: ESA/CNES/Arianespace)

„Eine Hauptaufgabe der MSG-Satelliten ist es, extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Hagel oder Sturm vorherzusagen und so die Schäden zu reduzieren, die durch Unwetter entstehen können“, erläutert Dr. Christian Brüns, der im DLR-Raumfahrtmanagement das Programm betreut.

„Ohne METEOSAT gäbe es nicht nur keine Wetterfilme im abendlichen Fernsehprogramm – auch der Flug- und Schiffsverkehr, wie wir ihn heute kennen, oder moderne Katastrophenwarnsysteme wären unmöglich.“

MSG-4 ist, wie auch die Satelliten der ersten Meteosat Generation, ein sogenannter „Spinner“. Das heißt der 2,4 Meter hohe tonnenförmige Satellit mit einem Durchmesser von rund drei Metern dreht sich etwa 100 Mal pro Minute um seine parallel zur Erdrotationsachse ausgerichtete Längsachse. Dabei scannt er die Erde zeilenweise ab und stabilisiert gleichzeitig seine eigene Lage.

Aufnahmen von Europa im Fünfminutentakt möglich

Von seiner festen Position über dem Nullmeridian erstellt er alle 15 Minuten ein Bild der Erde und bildet dabei Europa und Afrika sowie Teile des Atlantiks und Asiens ab. Im „RapidScan Modus“ sind sogar Aufnahmen von Europa im Fünfminutentakt möglich.

Die Wetterdaten sammelt MSG-4 mit Hilfe von zwei Instrumenten an Bord: dem so genannten Spinning Enhanced Visible and InfraRed Imager (SEVIRI), welcher die Erde in zwölf spektralen Bändern im sichtbaren und infraroten Licht beobachtet und die bekannten Satellitenbilder erzeugt, sowie dem Geostationary Earth Radiation Budget Instrument (GERB), welches die für die Klimaforschung wichtige Strahlungsbilanz der Erde im sichtbaren und infraroten Licht untersucht.

Im Gegensatz zu seinen drei „Kollegen“ wird MSG-4 allerdings länger auf seinen Einsatz warten müssen: Nach umfangreichen Tests im All wird der Satellit in einen Treibstoff sparenden „Tiefschlaf“ versetzt, bis er einen der älteren Satelliten ersetzt. Dies wird frühestens Ende 2015 der Fall sein. Mindestens sieben Jahre lang wird MSG-4 in rund 36.000 Kilometern Höhe seinen Dienst versehen.

Den vollständigen Artikel mit Bildern finden Sie hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-14234/year-all/#/gallery/20008


ISRSE-Konferenz: Satelliten sind zuverlässige Quelle für die Erdbeobachtung

Raumfahrt ist kein Selbstzweck, sondern soll Hilfe und Nutzen für Mensch und Umwelt bieten

ISRSE-Konferenz: 750 Experten diskutieren in Berlin Trends und Herausforderungen der Fernerkundung Wie entwickelt sich die Ozonschicht, wie verteilen sich Spurengase in der Atmosphäre, wie verändern sich – global betrachtet – die Wälder, Küsten, Landmassen und Polarregionen?

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Wie können Erdbeobachtungssatelliten bei Naturkatastrophen wie jüngst dem Erdbeben in Nepal helfen, und welchen Nutzen haben die Daten für Geologie, Landwirtschaft, Urbanisierung, Gesundheits- oder Energiemanagement?

FOTO: Auf dieser Radaraufnahme von Berlin-Mitte sieht der Stadtbezirk durch Gelbfärbung aus wie illuminiert. Die skelettartige Anmutung der Bauten entsteht durch die Radarstrahlen, die an den Ecken und Kanten besonders stark reflektiert werden.

Welche Techniken stehen für die Verarbeitung der immer größer werdenden Datenmengen zur Verfügung?

Das sind zentrale Themen der 36. Internationalen Erdbeobachtungskonferenz ISRSE, die am 11. Mai 2015 in Berlin eröffnet worden ist. Auf Einladung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nehmen rund 750 Experten aus mehr als 65 Ländern an dem alle zwei Jahre stattfindenden Symposium teil.

„Das DLR ist mit seinen Instituten und auch in seiner Rolle als Raumfahrtagentur international mit an der Spitze bei Entwicklung und Förderung neuer Technologien im Bereich Radar, optischer Systeme und Laser.

Diese Technologien sind für Forschung und Industrie gleichermaßen interessant. Dabei bilden wir die gesamte Kette des geo- und ingenieurwissenschaftlichen Spektrums ab“, sagte der DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner anlässlich der Eröffnung. 

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„Wir entwickeln Systeme und Algorithmen, um die stetig wachsenden Datenmengen zu verarbeiten, zu archivieren und zeitnah zur Verfügung zu stellen. Die Radar-Interferometrie beispielsweise ermöglicht eine millimetergenaue Erfassung von Bodenbewegungen. Diese treten zum Beispiel bei Erdbeben wie jetzt in Nepal auf „, so Prof. Wörner weiter.

FOTO: Während der ISRSE-Konferenz wurde zwischen der Europäischen Weltraumorganisation ESA und „Airbus Defence and Space“ auch der Vertrag für den 6. Sentinel-Satelliten unterzeichnet.

Ein konkretes Beispiel, das erstmalig aus dem Datensatz der deutschen Radarsatellitenmission TanDEM-X abgeleitet worden ist, ist auch der so genannte Global Urban Footprint, der „menschliche Fußabdruck“ – mit dem im übertragenen Sinn alle Bauten und Gebäude gemeint sind, die mithilfe der Radardaten hochaufgelöst zur Verfügung stehen und anhand derer sich zum Beispiel Aussagen über den Urbanisierungsgrad treffen lassen.

Ein Datensatz, der für die Wissenschaft, für Entwicklungsprojekte der Weltbank und anderer Organisationen verwendet wird und der mit den Sentinel-Satelliten des gerade im Aufbau befindlichen europäischen Copernicus-Programms fortgeführt werden soll. Raumfahrt sei dabei Mittel zum Zweck und müsse direkt oder indirekt einen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Nutzen bringen:

„Satelliten helfen, Standorte für Windräder optimal festzulegen oder unterstützen bei der Hochwasserkartierung, um den Hilfskräften einen schnellen Überblick zu verschaffen. Weitere Effekte sind unter anderem die Resultate der Global Change-Forschung, aber auch Innovation und die Entwicklung neuer Märkte“, betonte Dr. Gerd Gruppe.

Quelle und vollständiger Artikel hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-13630/year-all/#/gallery/19498


Israel: Ein von Schülern gebauter Mini-Satellit „Duchifat“ wird ins All geschickt

Eine Gruppe von 40 Schülern des Wissenschaftsgymnasiums in Herzliya hat selbstständig einen Miniatursatelliten entworfen und gebaut, der von Rußland gemeinsam mit etwa 50 weiteren Mini-Satelliten ins All geschickt werden wird.

Der Satellit ist würfelförmig, wiegt nur wenige Hundert Gramm, hat eine Seitenlänge von 10 Zentimetern und trägt den Namen „Duchifat“ („Wiedehopf“).

BILD: Der Miniatursatellit und sein Namensgeber (Foto: Madaim-Schule, Herzliya)

Es gibt einen weltweiten Trend zu solchen Miniatur-Satelliten, die naturgemäß billiger und leichter zu entwickeln sind, und zudem weniger Energie zur Aussetzung und im Betrieb benötigen.

Ähnliche Modelle entstanden weltweit in den letzten Monaten und wurden in der Regel von Studenten gebaut  –  die israelischen Schüler sind mit 16-17 Jahren deutlich jünger.

Derzeit befindet sich Duchifat noch im Zentrum der israelischen Raumfahrtbehörde zur Kontrolle. Der Miniatursatellit soll beispielsweise Wanderern ermöglichen, ihren Standpunkt an Orten festzustellen, wo es kein Handysignal mehr gibt.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin