G-20-Gipfel in Riad soll mehr Pressefreiheit in Saudi-Arabien verlangen

Vor dem digitalen G20-Gipfel am 21. und 22. November in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad weist Reporter ohne Grenzen (RSF) erneut auf die prekäre Lage der Pressefreiheit in Saudi-Arabien hin.

Mit einer Social-Media-Kampagne ruft RSF die Öffentlichkeit dazu auf, die Staats- und Regierungsoberhäupter der G20 in die Pflicht zu nehmen, damit sie für die Freilassung von 34 willkürlich inhaftierten Medienschaffenden eintreten und so ein starkes Zeichen für die Pressefreiheit setzen.

In den vergangenen Wochen hat Reporter ohne Grenzen den Auftakt zum G20-Gipfel in Riad bereits mit einem „50-Tage-Countdown“ auf Twitter und mit einer Petition begleitet.

Interessierte Unterstützer können sich bei der Crowdspeaking-Plattform Postspeaker registrieren, um darüber am Samstagmorgen eine einheitliche englischsprachige Nachricht mit dem offiziellen Hashtag #G20SaudiArabia massenhaft zu verbreiten – so kann der Hashtag „gekapert“ werden, um auf die Situation der in Saudi-Arabien inhaftierten 34 Journalist/innen aufmerksam zu machen.

Einen deutschsprachigen Tweet kann man ab Samstag 8 Uhr MEZ hier absetzen.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit befindet sich Saudi-Arabien aktuell auf einem der letzten Plätze: auf Rang 170 von 180 Staaten.

Mehr zur Lage der Pressefreiheit in Saudi-Arabien: www.reporter-ohne-grenzen.de/saudi-arabien


Saudi-Arabien: Frauenrechtlerin freilassen!

In Saudi-Arabien sind aufgrund der Corona-Pandemie eine Vielzahl von Gerichtsanhörungen verschoben worden. Auch der Fall der Bloggerin und Frauenrechtlerin Nassima al-Sada (siehe Foto) wird deshalb auf unbestimmte Zeit nicht vor Gericht verhandelt werden. 

Al-Sada war ursprünglich im Juli 2018 verhaftet und über mehrere Monate ohne Anklage im Al-Mabahith-Gefängnis in der Stadt Dammam festgehalten worden. Laut Informationen von Amnesty International wurde sie im Februar 2019 in Einzelhaft verlegt. 

In ihrer Kolumne für das Onlinemagazin Juhaina hatte al-Sada über Themen wie Frauenrechte, Geschlechtergerechtigkeit und sexualisierte Gewalt geschrieben. Bereits vor ihrer Verhaftung war die Journalistin deshalb in den Fokus der saudischen Behörden geraten. 

Spätestens seit der Ermordung des Exiljournalisten Jamal Khashoggi im Oktober 2018 ist klar, dass Kritiker des saudischen Königshauses mit dem Schlimmsten rechnen müssen. Repressionen und Gewalt gegen Medienschaffende sind in dem Land keine Ausnahme. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Saudi-Arabien auf Platz 172 von 180 Ländern.

Bitte helfen Sie mit, die Freilassung von Nassima al-Sada zu erreichen, indem Sie sich am Online-Appell der australischen Sektion von Amnesty International beteiligen. Im Website-Formular wird die Angabe eines „Postcodes“ verlangt. Tragen Sie dabei bitte Ihre deutsche Postleitzahl ein: https://action.amnesty.org.au/act-now/nassima-al-sada-saudi-arabia?erid=d04280a3-a01d-4965-9a95-7ed09e0b0f17&trid=d04280a3-a01d-4965-9a95-7ed09e0b0f17&efndnum=000087327461 

Quelle (Text/Foto): http://www.akm-online.info/