Birg mich, o HERR, im Schatten deiner Flügel

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 17 (16),1-2.3ab.5.6-7.8b.9a.15:

Höre, HERR, die gerechte Sache,
achte auf mein Flehen,
vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch!
Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil;
denn deine Augen sehen, was recht ist.

Prüfst du mein Herz,
suchst du mich heim in der Nacht und erprobst mich,
dann findest du an mir kein Unrecht.
Auf dem Weg deiner Gebote gehn meine Schritte,
meine Füße wanken nicht auf deinen Pfaden.

Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Wunderbar erweise deine Huld!
Du rettest alle,
die sich an deiner Rechten vor den Feinden bergen.

Birg mich im Schatten deiner Flügel,
vor den Frevlern, die mich hart bedrängen.
Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen,
mich satt sehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache.


GOTT sei mir gnädig – im Schatten seiner Flügel finde ich Zuflucht

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 57 (56),2.3-4.6.11.

Sei mir gnädig, o HERR, sei mir gnädig;
denn ich rette mich zu dir.
Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht,
bis das Unheil vorübergeht.

Ich rufe zu Gott, dem Höchsten,
zum HERRN, der mir beisteht.
ER  bringe mir Hilfe vom Himmel.
Meine Feinde schmähen mich.
Gott sende seine Huld und Treue.

Erheb dich über die Himmel, o Gott!
Deine Herrlichkeit erscheine über der ganzen Erde.
Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Treue, so weit die Wolken ziehn.

 


Was ist der MENSCH, daß du ihn beachtest?

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 144 (143),1a.2abc.3-4.

Gelobt sei der HERR, der mein Fels ist,
Du bist meine Huld und Burg,
meine Festung, mein Retter,
mein Schild, dem ich vertraue.

HERR, was ist der Mensch, dass du dich um ihn kümmerst,
des Menschen Kind, dass du es beachtest?
Der Mensch gleicht einem Hauch,
seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten.

 


GOTT, wie köstlich ist deine Huld !

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 36 (35),6-7ab.8-11.

HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist
und deine Treue, so weit die Wolken ziehn.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes,
deine Urteile sind tief wie das Meer.

Gott, wie köstlich ist deine Huld!
Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel,
sie laben sich am Reichtum deines Hauses;
du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
in deinem Licht schauen wir das Licht.
Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld
und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem Herzen!

 


Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen…

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 121 (120),1-2.3-4.5-6.7-8.

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN,
der Himmel und Erde erschaffen hat.

ER lässt deinen Fuß nicht wanken;
ER, der dich behütet, schläft nicht.
Nein, der Hüter Israels schläft
und schlummert nicht.

Der HERR ist dein Hüter, ER gibt dir Schatten;
ER steht dir zur Seite.
Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden
noch der Mond in der Nacht.

Der HERR schütze dich vor allem Bösen,
ER behüte dein Leben,
wenn du fortgehst und wiederkommst,

von nun an bis in Ewigkeit.

 


Ich ging im Walde so vor mich hin…

Ich ging im Walde
so vor mich hin,
und nichts zu suchen,  Christrose-DSC_0305-2
das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
ein Blümlein stehn,
wie Sterne leuchtend,
wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
da sagt‘ es fein:
Soll ich zum Welken
gebrochen sein?

Mit allen Wurzeln
grub ich es aus,
und trugs zum Garten
am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
am stillen Ort;
nun zweigt und blüht es
mir immerfort.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)