Papst Benedikt zur Trauerfeier für Kopten-Papst Schenuda III. eingeladen

Auch Israel kondoliert Ägypten und den Kopten

Die koptisch-orthodoxe Webseite „Kopten ohne Grenzen“ schreibt:

„Seine Heiligkeit Papst Benedikt, Oberhaupt der katholischen Kirche, soll nach Ägypten kommen, um an der Trauerfeier und der Beisetzung Papstes Schenuda teilzunehmen. Dies wurde auf dem ägyptischen TV-Sender Alhayat (…) verkündet.“

Der verstorbene ägyptische Patriarch und Kopten-Papst Schenuda wird im Kloster des hl. Bischoy in Natrontal beigesetzt.  Das Staatsradio teilte mit, daß der Kairoer Flughafen seine Sicherheit erhöhte, weil demnächst viele Staatschefs und internationale Persönlichkeiten aus der ganzen Welt zur Kathedrale nach Kairo kommen, um dem Oberhaupt von weltweit 22 Millionen altorientalischen Kopten (davon 19 Millionen in Ägypten) die letzte Ehre zu erweisen.

Die koptisch-orthodoxe Kirche ist die größte christliche Konfessionim Nahen Osten und stellt in Ägypten knapp 20%der Bevölkerung. Die Kopten sehen sich in jüngster Zeit verschärften Angriffen seitens islamischer Fanatiker ausgesetzt.

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Kopten-Kreuz

Papst Benedikt XVI. kondolierte am Samstagabend zum Tod des koptischen Patriarchen Shenouda III. Das katholische Kirchenoberhaupt bete für den Verstorbenen, hieß es in einer Mitteilung des Vatikan.  Die katholische Kirche vereine sich in Trauer und Gebet mit den koptischen Christen, schrieb Vatikansprecher Federico Lombardi.

Auch das israelische Außenministerium hat Ägypten, der koptischen Gemeinschaft und dem ägyptischen Volk angesichts des Todes von Shenouda III. sein tiefes Beileid ausgesprochen.

Die letzten Amtsjahre von Koptenpapst Schenuda waren von wiederholten islamischen Übergriffen auf die christliche Minderheit in Ägypten überschattet. Unter anderem starben zu Silvester 2011 vor einer Kirche in Alexandria etwa 24 Menschen bei einem Bombenattentat.

Nach dem Sturz von Staatspräsident Hosni Mubarak infolge de sogenannten „Arabischen Frühlings“ nahmen Anschläge auf Kirchen und christliche Einrichtungen zu. Im Oktober wurden in Kairo bei Zusammenstößen zwischen Muslimen und Kopten 27 Menschen ermordet.

Noch im November 2011 wurde Schenuda III.  in Abwesenheit für seine Verdienste als Brückenbauer zwischen den christlichen Konfessionen sowie zwischen Christen und Muslimen in Ägypten mit dem Preis des Augsburger Hohen Friedensfests 2011 geehrt.