„Tag der Heimat“ in Münster mit dem ehem. Regierungspräsidenten Dr. Peter Paziorek

60 Jahre Einsatz für Menschenrechte und Verständigung

Am heutigen Sonntag, den 17. September, veranstaltete der BdV (Bund der Vertriebenen) in Münster seinen jährlichen Tag der Heimat in einem festlichen Rathaussaal in Münster.

Roswitha Möller (siehe Foto), stellv. BdV-Landesvorsitzende von Nordhrein-Westfalen und BdV-Chefin von Münster, leitete und moderierte die feierliche Tagung unter dem Motto: „60 Jahre Einsatz für Menschenrechte, Heimat und Verständigung.“

An der Veranstaltung nahmen mehrere CDU-Politiker teil, darunter die Direktkandidatin von Münster, Sybille Benning, und einige CDU-Ratsherren, z.B. der junge Rechtsanwalt Stefan Leschniok.

Die aus Lettland stammende Aija Ebden sprach ein solidarisches Grußwort und betonte die Verbundenheit beider Staaten und das lettische Streben nach Unabhängigkeit unter der Sowjet-Herrschaft. FDP-Ratsherr Hans Varnhagen überbrachte die Grüße der Stadt Münster.

Hauptredner war Dr. Peter Paziorek (siehe Fotos). Der Regierungspräsident des Regierungsbezirks Münster a.D., ehem. Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete (bis 2007) hat väterlicherseits schlesische und mütterlicherseits westpreußische Wurzeln.

Der CDU-Politiker lobte den kulturellen und politischen Einsatz der Heimatvertriebenen. Er wandte sich gegen Zerrbilder in den Medien, bei denen deutsche Vertriebene als „ewig-gestrig“ verunglimpft würden. Damit werde nicht nur das Engagement des BdV verkannt, sondern auch die Verdienste der einstigen ostdeutschen Provinzen und Persönlichkeiten für Kunst, Wissenschaft, Kultur und Politik.

Der Redner erinnerte u.a. daran, daß Breslau eine Kulturstadt ersten Ranges war; er verwies auf den bahnbrechenden ostpreußischen Chorherrn und Naturwissenschaftler Nikolaus Kopernikus und grundsätzlich auf die Bedeutung ostdeutscher Volksgruppen und Landsmannschaften für die deutsche Identität.

Zugleich würdigte der Christdemokrat den grundsatzfesten und zugleich versöhnungsbereiten Standpunkt deutscher Heimatvertriebenen.

Aus diesem Grunde sei auch das zynische Konzept Stalins nicht aufgegangen; der kommunistische Sowjet-Diktatur hatte damit gerechnet, daß die Ankunft von Millionen Flüchtlingen aus den Ostprovinzen in Deutschland zu Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen führt, zumal in der unmittelbaren Nachkriegszeit ohnehin Trümmer, Not und Elend herrschten.

Doch die Aufnahme und Integration von ca. 12 Millionen Heimatvertriebenen, die eine Herausforderung ohnegleichen war, ist insgesamt gelungen   –  und Stalins Kalkül, auf dem er gerne sein machtstrategisches Süppchen gekocht hätte, ging gottlob nicht auf.

Dr. Paziorek zitierte aus einer Rede von Dr. Andreas Hermes aus Berlin, einem Zentrums-Mann, Anti-NS-Widerstandskämpfer und CDU-Politiker der ersten Stunde, die er am 22. Juli 1945  –  kurz nach Kriegsende  –  gehalten hat.

Darin spricht der Christdemokrat in bewegenden Worten von der „täglich wachsenden Woge“ deutscher Flüchtlinge, die zumeist „außer dem nackten Leben“ nur wenig Habseligkeiten ihr eigen nennen. Der damalige Redner hoffte, daß ihrer Heimat einst die Freiheit geschenkt werde.

Aus Sicht des CDU-Parlamentariers Paziorek ist es bedauerlich, daß die Millionen Heimatvertriebenen in Politik und Medien zu wenig beachtet würden; auch sie hätten Anspruch darauf, daß ihr Leiden und ihr schmerzlicher Heimatverlust anerkannt würden.

Versöhnung, so der Redner, sei keine Einbahnstraße; vielmehr werde eine Brücke von beiden Ufern her gebaut. Das gelte auch für die deutsch-polnische Verständigung.

Er habe dem deutsch-polnischen Grenzbestätigungs- und Nachbarschafts-Vertrag von 1990 trotz innerer Bedenken aus politischer Überzeugung zugestimmt, zumal es sich hierbei völkerrechtlich betrachtet nicht um einen Gebietsabtretungsabkommen handle, wie Kanzler Helmut Kohl seinerzeit bestätigt habe.

Umso befremdlicher seien, so Dr. Paziorek, die jüngsten Reparationsforderungen aus Polen, verbunden mit dem Vorwurf, wir Deutschen wollten unsere geschichtliche Verantwortung abschieben bzw. verdrängen. Laut Umfragen plädieren 63 % der Befragten in Polen für Reparationsleistungen Deutschland.

Der ehem. Regierungspräsident wies darauf hin, daß sich die Frage der Kriegsreparationen durch den 2-plus-4-Vertrag mit den Siegermächten des 2. WK erledigt habe. Zudem habe Polen im Jahre 1953 in einem Vertrag mit der damaligen „DDR“ ausdrücklich auf Reparationsforderungen gegen Deutschland verzichtet (nicht etwa nur gegenüber der „DDR“ bzw. Sowjetzone).

Zudem erinnerte der Redner daran, daß die Bundesrepublik Deutschland im Falle von Reparations-Streitigkeiten ihrerseits  –  rein grundsätzlich gesehen  –  eine Gegenrechnung aufmachen könnte.

Wichtig sei aber für beide Seiten der Blick nach vorne statt zurück  –  und eine besonnene Politik. Wer absurde Forderungen stelle, der „spielt mit dem Feuer“, kritisierte Dr. Paziorek den jüngsten polnischen Vorstoß. Dies umso mehr, als das deutsch-polnische Verhältnis auch für ganz Mittel- und Osteuropa von großer Bedeutung sei.

Der Festakt im Rathaus war umrankt vom gemeinsamen Gesang der Teilnehmer und Landsmannschaften, darunter das Westpreußenlied, das Pommernlied, das Schlesierlied und das Ostpreußenlied sowie das Lied der Oberschlesier und das Heimatlied der Riesengebirgler (Sudetenland).

Die Feier endete mit der Nationalhymne und dem Gang zum Vertriebenen-Gedenkstein in Münster an der Servati-Straße.

Advertisements

Schlesische Vertriebene und Heimatfreunde der Grafschaft Glatz pilgerten nach Telgte

Von Felizitas Küble

Am Freitagnachmittag, den 25. August, begann die traditionelle Jahres-Wallfahrt der Heimatvertriebenen aus der schlesischen Grafschaft Glatz nach Telgte, einem altbewährten Marienwallfahrtsort im Bistum Münster. Der nordhrein-westfälische CDU-Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier sprach im Pfarrzentrum über die Verdienste der deutschen Vertriebenen.

Seit 71 Jahren trifft sich die Glatzer Landsmannschaft zwei Tage lang bei der vielverehrten Pieta (Schmerzhafte Mutter mit Christus auf ihrem Schoß) in der Marienkapelle (siehe Foto) und der Pfarrkirche nebenan.  

Am heutigen Samstag, 26. August, feierte Weihbischof Dr. Reinhard Hauke das Festhochamt in der denkmalgeschützten Hallenkirche St. Clemens. Der Erfurter Oberhirte zelebrierte gemeinsam mit Pfr. Martin Karras, dem Präses des Heimatwerks der Grafschaft Glatz.

Kirchlich eröffnet wurde die Wallfahrt mit ihrem Motto „Gottes Wort leben“ gestern Abend in einer feierlichen Vesper in der erwähnten gotischen Pfarrkirche, geleitet und begleitet von Weihbischof Hauke sowie dem Glatzer Großdechanten Franz Jung, dem Telgter Propst Dr. Michael Langenfeld sowie zahlreichen Geistlichen. Davor gab es für die Gläubigen die Möglichkeit zur Beichte.

Diakon Georg Olbrich begründete die Fürsprache Mariens mit Hinweis auf die biblische Szene von der Hochzeit zu Kana. Schon damals habe sich die aufmerksame Sorge und Anteilnahme der Madonna gezeigt und sich ihre Fürbitte bei ihrem göttlichen Sohn als wirksam erwiesen.

Dabei stehe nicht sie selber, sondern Christus im Mittelpunkt des Geschehens  –  und in diesem Sinne Maria habe den Dienern auf der Hochzeit aufgetragen: „Was ER euch sagt, das tut!“  – Dieses letzte im NT zitierte Wort Mariens sei ein Vermächtnis für alle Christen. Der Prediger beleuchtete die Hilfe und Fürsprache Mariens mit Erfahrungen aus seinem Leben und dem seiner Familie.

In der Pfarrkirche stand im Altarraum eine barocke Madonnenstatue mit dem Jesuskind. Auf dem Sockel lagen Gedenkbildchen schlesischer Vorbilder und Seliger, darunter den im KZ Dachau verstorbenen Priester und Märtyrer Gerhard Hirschfelder aus der Grafschaft Glatz, der am am 19.9.2010 im Dom zu Münster seliggesprochen wurde. (Näheres über Kaplan Hirschfelder: https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/06/ein-jugendbewegter-kaplan-als-martyrer-in-dachau/)

Ein Gedenkbild gab es auch über den schlesischen Bischof Joseph M. Nathan, der 1946 schwerkrank von Kommunisten vertrieben wurde und bald darauf starb.

Nach der Abendandacht begann die jährliche abendliche Lichterprozession der Glatzer Landsleute und ihrer Nachkommen (siehe Fotos). Vier Männer trugen eine die Marienstatue auf einer Bahre, andere Teilnehmer hielten die Fahne der Telgter Pieta.

Der Gebetszug führt abwechselnd entweder durch die Stadt Telgte oder am Kreuzweg entlang der Ems durch Wiesen, Fluren und Waldwege. Die Gläubigen sangen Kirchenlieder und beteten Ave-Marias.

Dutzende Priester und Ordensleute beteiligten sich an der Prozession, die nach etwa einer Stunde ihren Höhepunkt an der Gnadenkapelle von Telgte fand und mit einem Segen durch Weihbischof Hauke beendet wurde.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 

 

 

 

 


8. September: FEST der Geburt Mariens

Von der „Goldenen Pforte“ und anderen Legenden

Der heutige Festtag erinnert an die Geburt der Gottesmutter, aus derem Leib später unser Erlöser, das Heil der Welt, die menschliche Natur angenommen hat, empfangen vom Heiligen Geist. Dieses Glaubensgeheimnis bezeichnet die Kirche als „jungfräuliche Empfängnis Christi“ –  oder kürzer auch Jungfrauengeburt genannt. mutter-anna

Wie sich aus Gesprächen selbst mit glaubensfesten Katholiken, die seit Jahrzehnten treue Kirchgänger sind, immer wieder zeigt, wird nicht nur die „Unbefleckte Empfängnis“ oft mit der jungfräulichen Empfängnis Christi verwechselt.

Manche Gläubige meinen sogar, das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis der Madonna beinhalte die Lehre, daß Maria nicht auf natürlichem Wege gezeugt worden sei, sondern  – ebenso wie Christus  – jungfräulich empfangen.

Noch vor wenigen Tagen sagte mir dies eine marienfromme Frau, wobei sie sich gleichzeitig selber etwas darüber wunderte, denn die Ehe sei doch heilig und eine natürliche Befruchtung von daher ja „eigentlich“ kein Problem.

Sie berief sich aber auf die Geschichte von der „Goldenen Pforte“. Ich erklärte ihr, daß es sich hierbei lediglich um eine Sage handelt, die in der Heiligen Schrift nicht überliefert ist, sondern aus apokryphen (nicht-kanonischen, kirchlich nicht anerkannten) „Evangelien“ stammt.

Dabei sollen sich Joachim und Anna  – die Eltern Mariens  –  unter der Goldenen Pforte in Jerusalem begegnet sein, was aber nicht bedeuten muß, daß sie dort eine wunderbare Empfängnis erlebt haben. Vielmehr hätten sie wohl, so will es jene Geschichte verdeutlichen, über eine Engelsbotschaft gesprochen, welche ihnen die Empfängnis Marias ankündigte.

Selbst die Namen Joachim und Anna sind biblisch nicht erwähnt, sondern entstammen Legenden aus frühchristlicher Zeit. Es spricht aber nichts dagegen, daß diese Information zutrifft, zumal sie immerhin dem 2. Jahrhundert entspringt. 011_7A

Eine Verehrung der Mutter Anna bzw. der Eltern Mariens ist erst im Laufe der späteren Kirchengeschichte entstanden, vor allem im Spätmittelalter hinsichtlich eines speziellen Anna-Kultes. Diese Verehrung hat sich zumal in Schlesien stark ausgebreitet, wobei vor allem der Wallfahrtsort auf dem Annaberg große Bedeutung erlangte. 

Die Kirche geht also von einer normalen ehelichen Empfängnis und Geburt Mariens aus. Auch die Erzählungen, wonach Maria im kindlichen Alter als Tempeljungfrau nach Jerusalem gebracht worden sei, sind nicht nur legendär, sondern schlicht unsinnig. Es gab im Judentum grundsätzlich keine Tempeljungfrauen oder kleine Mädchen, die im Tempel „erzogen“ wurden. Daran ändern auch allerlei „Privatoffenbarungen“ und diverse Visionen nichts.

IMMACULATA: Maria als Erst-ERLÖSTE des Neuen Bundes

Das Dogma von der „Unbefleckten Empfängnis“ (Maria Immaculata) hat nichts mit einer jungfräulichen Empfängnis Mariens im Leib ihrer Mutter Anna zu tun, zumal die Madonna auf natürlichem Wege das Licht der Welt erblickte.

Die Immaculata-Lehre besagt vielmehr, daß Maria durch eine besondere Gnadengabe Gottes bei ihrer Empfängnis von jedem Makel der Erbsünde bewahrt worden ist – und zwar (so heißt es im Dogma wörtlich) „im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers“.

Maria ist also eine Voraus-Erlöste, Erst-Erlöste und Voll-Erlöste durch Christus und für Christus.

Diese gleichsam „vollendete“ Erlösung und göttliche Begnadigung ermöglichte es ihr, als auserwähltes Geschöpf und „Magd des HERRN“ am Heilswerk Christi mitzuwirken. Die Mithilfe der Madonna „von Gottes Gnaden“ ändert freilich nichts daran, daß Christus unser alleiniger und vollkommener Erlöser und daß ER unser einziger Mittler zum Vater ist.

Die Geburt Mariens wird am 8. September gefeiert, das Immaculata-Hochfest genau drei Monate später, am 8. Dezember. Davon ebenfalls zu unterscheiden ist die jungfräuliche Empfängnis Christi, an welche die Kirche am Fest der Verkündigung des HERRN erinnert  – also am 25. März.


Wir trauern um unsere Freundin und ehrenamtliche MITarbeiterin Ursula Reinsch

Von Felizitas Küble

Am heutigen Samstag, den 27. August 2016, ist unsere liebe KOMM-MIT-Freundin und ehrenamtliche Helferin Ursula Reinsch im gesegneten Alter von 90 Jahre verstorben. Die traurige Nachricht traf mich heute Vormittag ziemlich überraschend, wenngleich „unsere Ursel“ bereits schwerkrank war und in diesem Jahr mehrfach in der Klinik lag (auch vor drei Wochen war es wieder soweit).  Scannen0001 - Kopie - Kopie - Kopie

Als ich Ursula vor zwei Tagen im Klarastift besuchte, konnte sie noch kurze Worte sprechen, wenngleich sie schon recht müde wirkte, was ich vor allem auf das schwüle Wetter zurückführte.

Wir haben gemeinsam für einen älteren Freund, der zur Zeit im Krankenhaus liegt, gebetet. Besonders schön fand es Ursel immer, wenn ich ihr Psalmen, geistliche Hymnen oder klassische Gedichte vorlas. Gestern schien sie vormittags und nachmittags im Tiefschlaf zu sein, so daß ich sie nicht wecken wollte, doch rechnete ich nicht mit einem solch schnellen Heimgang in die Ewigkeit.

Ursula Reinsch und ich können seit Jahrzehnten am selben Tag unseren Geburtstag feiern, nämlich am 28. April. Dieses Mal fiel die „Party“ aber bescheiden aus und bestand aus gesundheitlichen Gründen (sie war schon seit einiger Zeit bettlägerig) nur aus Schokoladeneis mit Sahne. Trotzdem war die Stimmung gut, zumal Ursel von ihrem Gemüt und ihrer Lebenseinstellung her ein zufriedener Mensch war, der auch aus einer unerfreulichen Situation noch das Beste machte.

Leider ist unsere KOMM-MIT-Freundin vor 4 bis 5 Jahren weitgehend blind geworden, denn sie bekam Macula-Degeneration (Netzhautablösung). Dadurch konnte sie Menschen, Möbel und Gegenstände etc. nur noch in Umrissen erkennen.Scannen0001 - Kopie - Kopie - Kopie - Kopie

Das war auch der Grund, warum sie ihre ehrenamtliche Arbeit in unserem gemeinnützigen Christoferuswerk und KOMM-MIT-Verlag mit etwa 85 Jahren beenden mußte, was sie recht traurig stimmte, denn sie hat mit großer Freude, echtem Teamgeist, Regelmäßigkeit und Selbstverständlichkeit über 15 Jahre lang bei uns mitgeholfen.

Bis ins hohe Alter fuhr sie mit ihrem Elektro-Wägelchen ca zehn Kilometer hin und zurück, um bei uns z.B. für die Adressenverwaltung am Computer (!) zu sitzen, bei Versand und Buchhaltung mitzuarbeiten, Texte abzutippen oder unsere Manuskripte zu korrigieren.

Wir hatte immer viel Spaß mit ihrer humorvollen und geselligen Art, wie das Foto oben ahnen läßt, wo sie bei einem unserer Verlagsfeste ihre Kräfte stemmte…

Das zweite Bild zeigt Ursel mit unserer damaligen Buchhalterin Martina Bremshey beim 80. Geburtstag unseres Verlagsgründers Günter Stiff, der im September 2002 verstarb.Kurz vor seinem Tod hat sie ihn noch in der Klinik besucht.

Günter und Ursel waren immer ein fröhliches Gespann, die sich gegenseitig gerne neckten. Kein Wunder auch: Günter war ein typischer Rheinländer, immer gut gelaunt und zu Flaxereien aufgelegt – und unsere Ursula ist in Niederschlesien (Strehlen) aufgewachsen und kannte natürlich das Sprichwort, daß die Schlesier die „Rheinländer des Ostens“ seien. Jedenfalls verstand sie sich mit unserem Team und vor allem mit Günter hervorragend.  Scannen0002

Beide waren aber nicht nur lustig, sondern auch nachdenklich, vor allem, wenn es Weihnachten zuging. Dann gerieten Günter und Ursel in feierlich-romantische Stimmung  –  wie das dritte Foto zeigt, wobei unser Günter ein Stofftierchen von ihr geschenkt bekam, das er erfreut in der Hand hält…

Wenngleich Ursel evangelisch-konservativ (also evangelikal) war, sind wir uns in den meisten religiösen Fragen weitgehend einig gewesen. Als sie Anfang der 90er Jahre mit ihrer MITarbeit bei uns begann, fand sie es ganz selbstverständlich, gemeinsam mit uns das Kreuzzeichen beim Tischgebet zu machen.

Auch das Ave-Maria und den „Engel des HERRN“ betete sie gerne mit uns. Gerade die Marien- und Heiligenverehrung schätzte sie sehr an der katholischen Kirche, ebenso ihre Lehre über die Eucharistie bzw. das Altarsakrament. Die Lebensbeschreibungen von Heiligen suchte sie aus  Büchern heraus und tippte sie auf ihrer Schreibmaschine ab  – für jeden Heiligen ein eigenes Blatt.

Als Ursula noch lesen konnte, wünschte sie von mir zu Weihnachten das gerade erschienene Jesus-Buch von Papst Benedikt, ein Jahr später seine Meditationen über die Heilige Schrift. Mit diesem Pontifex fühlte sie sich eng verbunden. Ihre Frömmigkeit war christozentrisch und speiste sich stark aus der Bibel und geistlichen Liedern.

In ihrer Handtasche trug Ursel eine Anleitung zum Rosenkranzgebet sowie eine kleine Marienbroschüre. Zudem sammelte sie Madonnen-Postkarten aus aller Herren Länder und vielerlei Kunstepochen. In ihrer Wohnung stand eine geschnitzte Marienstatue mit Christkind aus schwarzem Elfenbein, die aus Afrika stammte. Scannen0001 - Kopie - Kopie

Als unser Verlagsleiter Günter Stiff verstarb, wir natürlich viel „um die Ohren hatten“ und eine Menge Dinge regeln mußten, fragte Ursula uns bei Tisch etwas verblüfft: „Sagt mal, wann gehen wir denn jetzt zu Günter und beten den Rosenkranz?!“ – Oho, dachte ich mir,  d a s  muß uns von evangelischer Seite gesagt werden, vielleicht hätten wir es sonst noch verbummelt…

Jedenfalls wußten wir nun, was die Stunde geschlagen hatte und fuhren mit Ursel los zum Beerdigungsinstitut  – gemeinsam mit unserem damaligen Praktikanten Olaf Pioch, unserer Ferienhelferin Michaela Koller (heute ist sie IGFM-Mitarbeiterin in Frankfurt) und mir.

Das letzte Foto zeigt Michaela, Ursel und Olaf  –  wir waren ein tolles Team und werden „unsere Ursel“ sehr vermissen, denn sie war ein warmherziger, hilfsbereiter und im guten Sinne frommer Mensch, zudem sehr belesen, vielseitig und vor allem bibelkundig.

Auch in ihrer evangelischen Kirchengemeinde (der Friedenskirche in Münster-Gremmendorf) war sie jahrzehntelang gerne aktiv, vor allem in der Evangelischen Frauenhilfe von Münster-Gremmendorf, wo sie noch bis Anfang dieses Jahres, wenn es irgendwie möglich war, an den monatlichen Treffen teilnahm, obwohl sie bereits einen Rollstuhl benötigte.

Als Ursel noch besser auf den Beinen war, besuchte sie öfter Vorträge und Seminare von katholischer wie von evangelischer Seite. Beruflich war Ursula vielseitig tätig, als Krankenschwester, Kontoristin, Stenotypistin, Sekretärin und als evang. Gemeindeschwester in Münster-Wolbeck.

Nun weilt unsere bewährte liebe Freundin seit dem heutigen Tage nicht mehr irdisch unter uns, doch in unserem Herzen und auch in unseren Gebeten bleibt sie unvergessen: R.I.P.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

HINWEISE: Der Trauergottesdienst ist am Mittwoch, den 7. September 2016, um 10 Uhr in der evangelischen Friedenskirche in Münster-Gremmendorf. Die Beisetzung um 11 Uhr auf dem 1 – 2 km entfernten Friedhof „Hohes Ufer“.

Kontakt: Felizitas Küble, 48167 Münster, Schlesienstr. 32, Tel. 0251-616768, Fax 0251-614020, Mail: felizitas.kueble@web.de

 


Am 24. Juli pilgern katholische Schlesier zum Annaberg in Haltern am See

71. Wallfahrt der Schlesier zum Annaberg bei Haltern am See (Westfalen) am Sonntag, den 24. Juli 2016

Ablauf:

9:15 – 9:45 UHR Beichtgelegenheit annaberg

10 UHR Pontifikalamt mit ERZBISCHOF ALFONS NOSSOL aus Oppeln

13:30 UHR Platzkonzert des Oberschlesischen Blasorchesters aus Ratingen

15 UHR St-Anna-Andacht mit sakramentalem Segen

Veranstalter: SCHLESISCHES PRIESTERWERK eV., Ermlandweg 22 in 48159 Münster

Plakat zur Annaberg Haltern 71. Wallfahrt am 24.07.2016

Flyer Oberschl. Blasorchester Ratingen 2016

Flyer Oberschl. Blasorchester Ratingen 2016 (Rückseite)

 


Offenburg: Vortrag am 23. Juni über Breslau als europäische Kulturhauptstadt 2016

Einladung zur Vortragsveranstaltung  (Eintritt frei)

mit Dr. Roswitha Schieb, Literatur-  und Kunstwissenschaftlerin

Thema: Breslau – Europäische Kulturhauptstadt 2016  –   Die schlesische Metropole im Spannungsbogen zwischen deutscher und polnischer Stadtgeschichte

Kunsthistorische und literarische Betrachtungen cover_jeder_zw_berliner_klein

Seit dem Mittelalter zählte Breslau zu den bedeutensten deutschen Großstädten im Osten, zahlenmäßig noch vor Danzig und Königsberg. Etwa 600.000 Menschen lebten hier an dem Ufer der Oder.

Dominsel, Rathaus, Marktplatz und Jahrhunderthalle hatten und haben europaweit Bedeutung. Zahlreiche Gelehrte wurden an der Universität Breslau ausgebildet oder lehrten an ihr.

BILD: Buch von Frau Dr. Schieb über die schlesischen Spuren in Berlin

Das Kriegsende 1945 bedeutete für die Stadt eine Zäsur ohnegleichen: Nahezu die gesamte Stadtbevölkerung wurde vertrieben, zahlreiche Neusiedler aus Galizien und Zentralpolen kamen in die Stadt, die nun Wroclaw hieß.

Die wichtigsten historischen Gebäude wurden weitgehend originalgetreu wieder aufgebaut  –  und so zählt die Universitätsstadt wieder zu den faszinierenden Zentren des Kontinents. Breslaus Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte ist ein bedeutender, der mit der Ausrufung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2016 die Aufmerksamkeit der Europäer auf diese Aspekte lenken soll.

Die niederschlesische Stadt trägt in diesem Jahr auch den Titel als UNESCO –Weltstadt des Buches.

WannDonnerstag, den 23. Juni 2016, 19.30 Uhr

Wo:  Balladins SUPERIOR Hotel (Hotel Palmergarten), Raum „Straßburg“, Okenstraße 15-17  in 77652 Offenburg

Info: Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) – Regionalgruppe 77 (Ortenau), Sommerau 24, 77815 Bühl


Wir trauern um Anna Weiser aus Münster

Von Felizitas Küble

Am Freitag vergangener Woche verstarb meine jüngere Schwester Annemarie an schwerer Krankheit – siehe hier meinen Nachruf:  https://charismatismus.wordpress.com/2016/02/14/trauer-um-meine-schwester-annemarie-rip/Scannen0007 - Kopie

Nur drei Tage später, am Montagvormittag, erfuhr ich vom nächtlichen Tod meiner älteren Freundin Theresia Anna Weiser (siehe Foto) aus Münster, die ich seit ca 14 Jahren gut kenne.

Diese traurige Nachricht überraschte mich sehr, denn wenngleich Anna schwer gehbehindert war, kam sie mir ansonsten noch relativ gesund vor. Am Tag zuvor besuchte ich sie nach der hl. Messe in der St.-Ägidii-Kirche, wo die Liturgie im überlieferten Ritus gefeiert wird.

Auch Frau Weiser ging  –  solange es ihre Gesundheit erlaubte  –  stets in die „alte Messe“, die von verschiedenen Priestern zelebriert wird, meistens von Benediktinerpater Dr. Chrysostomus Ripplinger OSB. Der freundliche und fürsorgliche Geistliche (siehe 3. Foto) besuchte Anna regelmäßig und brachte ihr die hl. Kommunion.Digital Camera

Das 2. Foto zeigt Frau Weiser mit Pfarrer Dr. hc. Hans Stein und mir beim Besuch in der Reha-Klinik von Telgte vorigen Herbst.

Pfarrer Stein stammt aus Oberschlesien, Anna Weiser aus Rückers in Niederschlesien (Grafschaft Glatz), einem kleinen Städtchen nahe der böhmisch-tschechischen Grenze. Heute heißt es auf polnisch Szczytna. Pfarrer Stein kennt diesen Ort recht gut, weil er dort auf dem Weg nach Tschechien schon öfter durchgefahren ist.

Anna  –  geboren am 18.12.1931  – ist nach Kriegsende mit ihren Eltern und Geschwistern aus Schlesien geflohen und hat sich Ende der 40er Jahre im westfälischen Münster niedergelassen. Dort pflegte die ledig gebliebene Katholikin hingebungsvoll ihre Eltern, die sie sehr liebte. Wenn sie auf ihre Eltern, vor allem auf ihren geschätzten Vater, zu sprechen kam, kullerten oft vor lauter Rührung die Tränen herunter.

Als Anna Weiser noch gut auf den Beinen war, reiste sie lebenslustig in die weite Welt oder setzte sich mit ihrer Nichte Barbara auf den Rücken der Pferde zum gemeinsamen Ausritt.

Zudem ging sie gerne auf Pilgerfahrten, etwa ins nahegelegene Telgte, einem im Münsterland sehr bekannten Marienwallfahrtsort  – oder nach Wigratzbad im Allgäu, nach Lourdes usw.  014_11A

Eine besondere Verehrung hegte sie für Papst Benedikt, aber auch für Erzbischof Johannes Dyba, dessen Seligsprechung sie herbeisehnte. Über unseren Gedenkband für Erzbischof Dyba „Der Löwe von Fulda“ hat sie sich daher besonders gefreut. Bei meinem letzten Besuch lag dieses Buch auf ihrem Tisch.

Die Beisetzung von Frau Weiser erfolgt am kommenden Donnerstag (25.2.) um 11 Uhr auf dem Waldfriedhof Lauheide in der Nähe von Telgte, einem bekannten Wallfahrtsstädtchen im Münsterland. Pater Ripplinger (siehe letztes Foto) wird die Beerdigung im traditionellen Ritus vornehmen, auch Pfr. Stein wird dabei sein.

Wer kommen möchte, möge sich bitte bei mir melden (Tel. 0251-616768), damit wir Fahrgemeinschaften bilden können (der Friedhof ist ziemlich entlegen, nur selten fährt ein Bus)  – und auch, damit man dem Gasthaus in etwa die Personenzahl nennen kann, die sich nach der Beerdigung dort versammelt.

Das Requiem bzw. Seelenamt zelebriert Pater Dr. Chrysostomus Ripplinger am kommenden Freitag, den 26.2., um 18 Uhr in der St-Ägidii-Kirche in Münster im überlieferten Ritus.

Möge der Ewige unserer lieben Theresia Anna Weiser seine immerwährende Freude  und Anteil an seiner Herrlichkeit schenken!