Katholikentag: Linksalternative „taz“ betreibt ihre Werbung auf der Abschlußmesse

Von Felizitas Küble

Teilnehmer, die heute die große Abschlußmesse des Katholikentags besuchten, staunten nicht schlecht, als sie mitten im Festgelände auf dem Schloßplatz in Münster die linksalternative Berliner Zeitung „taz“ angeboten bekamen – in der Nähe standen ehrenamtliche Helfer, die das offizielle Gottesdienst-Programm verteilten. 

Hätte die rotgrüne „taz“ einen Infostand auf dem Katholikentag erhalten, wäre es schon skandalös genug gewesen – aber immerhin hätten sie den wohl wie alle anderen Gruppen teuer bezahlen müssen.

So erhielt aber die „taz“ eine Bevorzugung sondergleichen, denn ihre Zeitungsverteiler wurden nicht einmal auf das Vorfeld des Festgeländes mit den weißen Zelten verwiesen, sondern konnten am besten denkbaren Platz  – nämlich auf dem direkten Hauptzugang zur Abschlußmesse  –  ihre Wochenend-Ausgabe vom 12./13. Mai (siehe Foto) verteilen, wodurch der Eindruck entstand, es handle sich wohl um eine kostenlose Katholikentagszeitung.

In Wirklichkeit findet sich  in dieser taz-Ausgabe kein einziger Artikel zum Katholikentag, stattdessen  – wie zu erwarten – eine Ansammlung von linkem und denkbar unchristlichem Gedankengut, z.B. Pladoyers für die 68er Studentenrevolte, für neue „Familienformen“ (Patchwork), Pille, künstliche Verhütung etc. 

Vermutlich ist die taz-Verteilung schon im Vorfeld mit der Katholikentagsleitung abgesprochen gewesen – oder hätte es die Zeitung sonst riskiert, tausende Exemplare für die Katz zu drucken und vergeblich zum Schloßplatz anzukarren? 

Aber selbst wenn es eine spontane Aktion war: Auf dem Festgelände wimmelte es geradezu von Ordnern und Organisationsleuten; zudem wurden die Gottesdienst-Programme in unmittelbarer Nähe der taz-Leute verteilt. Somit kann keiner sagen, die taz-Werbung sei irgendwo am Rande vonstatten gegangen und „übersehen“ worden.

Man stelle sich einmal vor, was losgewesen wäre, wenn die AfD mitten im Hauptstrom zum Festplatz ihre Flugblätter und Broschüren verteilt hätte – ganz undenkbar!

Aber die „taz“ konnte ihr Blatt sogar noch verteilen, als die Predigt von Kardinal Marx schon zu Ende war, so daß nach einer Dreiviertel-Stunde auch noch die letzten Spätzünder mit dieser Reklame konfrontiert wurden.

Diese Bevorzugung der „taz“   –   man könnte meinen, es handle es sich um die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“  – ist nicht nur unfair gegenüber anderen Zeitungen, sondern geradezu skandalös, bedenkt man die antikirchliche Ausrichtung dieses Blattes, besonders hinsichtlich ihres jahrzehntelangen (und bis heute anhaltenden!) Kampfes für totale Abtreibungsfreiheit.

 


Münster: Der 101. Katholikentag feiert Abschlußmesse mit 30.000 Teilnehmern

Von Felizitas Küble

Obwohl man aufgrund der Wettervorhersagen für den Abschlußgottesdienst des Katholikentags in Münster mit Regen rechnen konnte, blieb es sonnig und trocken.

Der Schlossplatz mitten in Münsters Innenstadt war mit 30.000 Besuchern gut gefüllt – allerdings kein Vergleich mit dem letzten Katholikentag in Münster im Jahre 1930, als sage und schreibe 130.000 Menschen zur Abschlußmesse auf denselben Platz gekommen waren.

Hauptzelebrant und Prediger war Kardinal Reinhard Marx. Er sagte: „Um die Kirche in die Zukunft zu tragen, brauchen wir keine Technokraten und Manager der Macht. Wir brauchen Zeugen, dass Jesus lebt.“

Richtig – diese Mahnung gilt aber auch für ihn selber; immerhin hat der Münchner Erzbischof am 20. Oktober 2016 auf dem islamisch kontrollierten Tempelberg sein Brustkreuz abgelegt  – ebenso wie sein „Amtsbruder“, der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Als wäre das nicht schon traurig genug, hat sich der Kardinal auch noch komplett vergaloppiert, als er sich gegen den bayerischen Beschluß, Kreuze in den Landesbehörden aufzuhängen, aussprach. Das hat z. B. auch den jüdischen Historiker Michael Wolffsohn gestört. (Näheres dazu siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/05/11/kreuz-debatte-juedischer-historiker-fordert-christliche-kirchen-zu-mehr-selbstachtung-auf/

Am Ende des Pontifikalamts sprach der Präsident des ZdK (Zentralkomitee der dt. Katholiken), Prof. Dr. Thomas Sternberg aus Münster zu den Versammelten: Der reformkatholische CDU-Politiker rief zum „Dialog mit anderen Religionen“ auf, denn wenn Religion „richtig“ gelebt werden, sei sie kein Verursacher von Krieg, sondern ein „Motor des Friedens“.

Schön gesagt, allerdings „übersieht“ der ZdK-Chef, daß das Friedensproblem beim Islam nicht „nur“ in der Praxis liegt, sondern schon in der Theorie, dem Koran, der zahlreiche Aufrufe zu Mord und Gewaltanwendung gegen Ungläubige und Andersgläubige enthält.

Es ist schon merkwürdig, wenn sich leitende Katholikentagsredner hier und da und dort bedanken, aber nicht bei GOTT. Prof. Sternberg sagte wörtlich:

„Der 101. Katholikentag geht zu Ende. Es waren dichte, erfüllte, fröhliche, lehrreiche und intensive Tage. Ich danke Bischof Genn und dem Diözesankomitee im Bistum Münster, allen Haupt- und Ehrenamtlichen, den Helfern, den Gastgebern, den Unterstützern und denen, die sich so lange auf diese Tage vorbereitet haben und sage: ‚Ja, Münster, kann Katholikentag!'“ 

Das klingt ähnlich wie die bekannte Merkel-Devise: „Wir schaffen das!“

Freilich gibt es auch einiges Erfreuliche vom Katholikentag zu erzählen – so etwa die Veranstaltungen und fundierten Wortmeldungen des Regensburger Bischofs Dr. Rudolf Voderholzer. Wir setzen unsere Berichterstattung über die ereignisreichen Tage in Münster demnächst weiter fort.

 

 

 

 

 

 

 

 


Bürgerentscheid in Münster: 59,4% stimmen für Schlossplatz – 40,6% für Hindenburgplatz

Die Wahlbeteiligung betrug 40,3%

Bei der heutigen kommunalen Abstimmung über die Frage, ob der frühere Hindenburgplatz seinen Namen behalten soll oder der vom Stadtrat im März dieses Jahres beschlossene Name „Schlossplatz“ eingeführt werden soll, entschied sich eine Mehrheit (59,4%) der Münsteraner für Schlossplatz.

Alle im Rat der Stadt vertretenen Parteien betrieben Wahlkampf gegen den Namen Hindenburgplatz, wobei diese Position der Rats-Parteien von beiden Regionalzeitungen (Münstersche Zeitung, Westfälische Nachrichten) redaktionell unterstützt wurde, ebenso vom Westdeutschen Rundfunk WDR.

Eine „Schlossplatz-Zeitung“ mit der riesigen Auflage von 110.000 Exemplaren war bereits vor mehreren Wochen pauschal an die Haushalte in Münster verteilt worden.

Die Bürger-Initiative Hindenburgplatz erreichte keinen Sieg für ihre Sache, gleichwohl ein respektables Ergebnis von über 40%; der Verein „Ja zum Hindenburgplatz“ erklärte, daß er das Abstimmungsergebnis akzeptieren werde.

Für den Namen „Schlossplatz“ stimmten nach Angaben der Stadt 56.717 Bürger.

Hingegen plädierten 38.801 Wahlberechtigte für die Bezeichnung „Hindenburgplatz“, wie diese seit 85 Jahren gültig war.   

Debatte um den Hindenburgplatz: Wer schadet eigentlich der Stadt Münster nach außen?

Von Dr. Friedrich-Carl Schultze-Rhonhof

Ich habe meine ersten Gehschritte bei demokratischen Kommunalwahlen Anfang der 1950er Jahre in Württemberg gelernt  –  und ich bin froh, daß es dort war.  Was ich zur Zeit in Münster erlebe, widert mich an.

Vor dem  Ratsbeschluß zum Hindenburgplatz bekannten sich in demokratischen, repräsentativen Umfragen bis zu 80 % Prozent der Bürger dieser Stadt zum Namen Hindenburgplatz, eine interne Mitgliederbefragung der CDU soll sogar 90 % ergeben haben.

Der Rat stimmte mehrheitlich für „Schlossplatz“ und schuf sofort Fakten durch eine neue Beschilderung aus Steuermitteln, ohne die Meinung der Bürger abzuwarten  –  eine demokratisch einmalige Fehlleistung, die mit Sicherheit der Stadt Münster nach außen schadete.

Ratsbeschluß – Bürgerbegehren – Bürgerentscheid ist ein inhaltlich zusammenhängendes, nach der Gemeindeordnung  vorgesehenes demokratisches Wahlverfahren, an dessen Ende der Name als Ergebnis steht.

Der  Platz heißt deshalb bis zum 16.9.2012, 18 Uhr auf jeden Fall Hindenburgplatz  –  und dann erst hat der Bürger entschieden.

Begriffe wie Rückbenennung oder Umbenennung gibt es also nicht. Dies ist erneut ein Manipulationsversuch, der den Bürger in seiner Entscheidung verunsichern soll.

Die Befürworter des Hindenburgplatzes  sehen sich der geballten Logistik von drei großen Parteien sowie dem einseitigen Verhalten der Stadt gegenüber.  Ein Kampf von David gegen Goliath. Zahlreiche Manipulationsversuche und persönliche Diskriminierungen und Suggestivumfragen, die selbst das EMNID-Institut scharf kritisierte, tun ein Übriges.

4/5 der Bürger, die vor der Auseinandersetzung für Hindenburgplatz waren, können jetzt am 16. September in freier Wahl  mit einem „Ja“  auf dem Wahlschein bekennen, daß echter Bürgerwille sich auch gegen Manipulationen und persönliche Diskriminierungen durchsetzt.

Dies wäre ein leuchtendes demokratisches Vorbild und stärkt somit das Ansehen der Stadt Münster auch nach außen.  

Dr. Friedrich-Carl Schultze-Rhonhof
Sauerländer Weg 33
48145 Münster


Hindenburgplatz-Debatte in Münster: Bürger wehren sich gegen „Trommelfeuer“ aus Medien und Politik

Münster befindet sich derzeit in der Endphase des Wahlkampfs um den Hindenburgplatz, um den seit Anfang dieses Jahres erbittert gestritten wird, zumal nachdem der Rat der Stadt sich für eine Umbenennung in „Schlossplatz“ entschied.

Dem setzte sich ein erfolgreiches „Bürgerbegehren“ entgegen, so daß es am 16. September in der westfälischen Metropole zu einem Bürgerentscheid kommen wird, also zu einer kommunalen Abstimmung aller Wahlberechtigten der Großstadt, die darüber entscheiden werden, ob der seit 85 Jahren bestehende Name „Hindenburgplatz“ bleibt oder ob die von der Stadt verfügte Umbenennung in „Schlossplatz“ siegt.

Fest steht bislang jedenfalls, daß die beiden Regionalzeitungen „Münstersche Zeitung“ und „Westfälische Nachrichten“ seit Monaten völlig einseitig gegen den Hindenburgplatz berichterstatten  –  flankiert von allen (!) Fraktionen im Stadtrat, wobei zudem die Schlossplatz-Aktivisten eine wahre Flut von Papier, Plakaten und Deklarationen an die Stadtbürger loslassen.

Sogar eine eigene „Schlossplatz-Zeitung“ wurde mit einer Auflage von sage und schreibe 110.000 Exemplaren an alle Haushalte in Münster verteilt. Am nötigen Großgeld fehlt es offenbar nicht, wohingegen die Hindenburgplatz-Freunde ganz auf sich allein gestellt sind  – abgesehen von der aktiven Unterstützung durch die JUNGE UNION in Münster, also die Jugendorganisation der CDU.

Trotzdem haben sie gute Chancen, am 16. September das Rennen zu gewinnen, da dieses wahrscheinlich nicht durch eine „Materialschlacht“ entschieden wird, schon gar nicht durch geschmacklose Plakate der Schlossplatzbewegten mit einem Hitler-Foto (gemeinsam mit Reichspräsident Hindenburg abgebildet), die das Stadtbild Münsters derzeit verschandeln.

Helmut Birke aus Münster schickte einen Leserbrief an die „Westfälischen Nachrichten“, der  – wie so viele Zuschriften von Hindenburgplatz-Freunden (darunter auch mein eigener)  –  nicht veröffentlicht wurde.

Wir drucken diese Stellungnahme von Helmut Birke hier vollständig ab:

„Unglaublich,  mit einem wahren Trommelfeuer soll also verhindert werden, dass die Bürger am 16.9.  dem Bürgerentscheid zustimmen und die Politiker der Ratsmehrheit blamiert dastehen. Jetzt soll sogar ein Adolf H. im Wahlkampf der Linken aushelfen.
Drei einfache Gründe, warum ich als freier Wähler und unabhängiger Bürger gegen die Umbenennung bin und deshalb die „Pro Hindenburgplatz“-Initiative aktiv unterstütze:
Aus meiner Sicht steht der Ratsmehrheitsbeschluss für
1.   ein Verschleudern von öffentlichen und privaten Geldern für ein unsinniges, ideologisches Projekt
2.   ein undemokratisches, einseitiges, manipulatives Verfahren im Vorfeld und z.T. bis in die Gegenwart hinein
3.   ein selektives, willkürliches Herauspicken von bestimmten Namen. So wird z.B. bei „rechts“ mit der Lupe gesucht und anschließend aufgebauscht, bei „links“ wird großzügig durchgewunken.

Beispiel: Ich habejahrelang in Berlin auf Sichtweite der „Karl-Marx“-Straße gewohnt, benannt nach  einem erklärten Feind der Demokratie und geistiger Vater nachfolgender Diktaturen. Komisch, dort hat die linke Umbenennungs-Lobby nie Umbenennungsforderungen erhoben ! (Was allerdings nach einem Jahrhundert ebenso Blödsinn wäre.)
Schlussbemerkung:
Da kämpfen die Linke und ihre Freunde also gegen den Namen eines, wie sie sagen,  „antidemokratischen Monarchisten“ (den einzigen direkt gewählten Präsidenten Deutschlands!), um dann als Alternative „Schloss(!)-Platz“ durchzusetzen (der von Kaiser Wilhelm etwa?), welch ein Irrwitz.“


Münster: ehem. OBs und Oberstadtdirektoren schalten sich in die Hindenburgplatz-Debatte ein

Von Detlev Suhr

Einige ehemalige Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren in Münster plädieren jetzt für den Namen „Schlossplatz“, obwohl die Schlossplatz-Befürworter derzeit den Ruf der Stadt durch flächendeckendes Plakatieren von Hitler-Portraits und das Niederreißen von Pro-Hindenburgplatz-Plakaten irreparabel beschädigen.

Besonders absurd wirkt das Plädoyer angesichts der Tatsache, daß es zur Amtszeit der betreffenden Politiker selbstverständlich keine Umbenennung des Hindenburgplatzes gegeben hat.

Über alle Maßen peinlich ist, dass sich in der Vergangenheit zwei dieser Schlossplatz-Befürworter ganz dezidiert gegen eine Umbenennung des Hindenburgplatzes ausgesprochen haben:

 OB Dr. Twenhöven, Schreiben vom 11.2.1987:
„Jede Zeit bringt in Straßenbenennungen bestimmte Grundeinstellungen zum Ausdruck. Diese naturgemäß zeitgebundenen Sichtweisen werden von späteren Generationen zwar nicht immer geteilt, was jedoch nicht dazu führen muß, daß Straßen und Plätze dann wieder umbenannt werden. Hier handelt es sich um historische Belege, die tief im Bewußtsein der Bevölkerung verwurzelt sind. In einer Zeit, die von einer schleichenden Geschichtslosigkeit geprägt ist, gilt es gerade diese Wurzeln zu pflegen.“ (Quelle: Stadtarchiv Münster)

OStD Dr. Pünder, Schreiben vom 28.8.1997:
„Hindenburg war kein Nationalsozialist. 1932 war er mit 53 % der Stimmen – von Links bis zur politischen Mitte – gegen Hitler (36,8 %) und Thälmann (10,2 %) zum Staatsoberhaupt gewählt worden. Im Falle einer Umbenennnung des Hindenburgplatzes müßten konsequenterweise auch andere Straßen und Plätze, deren Namensgebungen auf zeitbezogenen Einstellungen und Bewertungen beruhen, in die Diskussion kommen. Es kann nicht sinnvoll sein, historische Belege – und um solche geht es hier -, die zum Teil tief im Bewußtsein der Bevölkerung verwurzelt sind, bei jeder Veränderung der historischen Sichtweise zu löschen. Maßnahmen dieser Art könnten als Ausdruck einer schleichenden Geschichtslosigkeit verstanden werden.“ (Quelle: Stadtarchiv Münster)

Für diese Herren gilt wohl ganz besonders der bekannte Ausspruch: „Was stört mich mein Geschwätz von gestern.“

Quelle: www.kul-tours.de/muenster-hindenburg.htm


Skandal in Münster: Schlossplatz-Aktivisten provozieren durch massenhafte Plakatierung mit Hitler-Foto

FDP und Befürworter des Hindenburgplatzes protestieren

Schlossplatz-Befürworter plakatieren derzeit überall in Münster ihre Wahlkampf-Poster mit einem Foto Adolf Hitlers.

„Es dürfte der erste Wahlkampf in Deutschland sein, in dem das Konterfei des Diktators und Massenmörders wieder flächendeckend plakatiert worden ist“, so die Stellungnahme der Bürgerinitiative pro Hindenburgplatz.

Die weitgehend linksgerichtete Schlossplatz-Initiative wurde aufgefordert, „sämtliche Plakate mit dem Bild Adolf Hitlers umgehend wieder abzuhängen.“

Sogar der Kreisverband der FDP verlangte jetzt in einer Pressemitteilung die sofortige Entfernung der Plakate.

(Die FDP im Stadtrat mit Frau Möllemann-A. an der Spitze positionierte sich pro Schlossplatz und präsentierte sich noch am vorigen Samstag mit einem großen Werbestand in Münsters Fußgängerzone.)

In der FDP-Erklärung heißt es: „Die Schlossplatzbefürworter sind deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Adolf Hitler hat zu keiner Zeit etwas in Münsters Stadtbild zu suchen.“

Zudem schreibt die FDP:  „Es zeigt sich, dass die linken Gruppierungen in der Schlossplatz-Initiative die Meinung Andersdenkender nicht respektieren.“

Die Liberalen warnen auch vor der negativen Außenwirkung: „Was aber sollen denn heute insbesondere ausländische Touristen bei dem Anblick der Plakate denken?“

Lesen Sie hier die Stellungnahme der FDP.

Auf dem umstrittenen Plakat ist Hitler bei einem Händedruck mit Reichspräsident Paul von Hindenburg zu sehen.

Die Schlossplatz-Befürworter unterstellen damit eine geistige Verwandtschaft der beiden Abgebildeten.

Hindenburg galt jedoch gerade in der späten Weimarer Republik als das Bollwerk gegen Hitler und als „Hüter der Verfassung“.

Er wurde von allen demokratischen Parteien von links bis rechts bei der Reichspräsidentenwahl vom 10.4.1932 aktiv unterstützt.

Hindenburg gewann die Wahl gegen Hitler.

Die SPD gestaltete eigens ein Wahlplakat für Hindenburg mit dem Slogan: „Schlagt Hitler. Deshalb: Wählt Hindenburg“(Mehr zu diesem Thema hier.)

Mit dem polemischen Plakat der Schlossplatz-Initiative werden jene Münsteraner, die den Namen „Hindenburgplatz“ befürworten, gleichsam als Nazis hingestellt – ein unfairer Wahlkampf also.

Lesen Sie zu diesem Super-GAU der Schlossplatz-Werbekampagne auch den aktuellen Artikel in der Münsterschen Zeitung

Quelle und Fortsetzung dieses Artikels hier:
http://www.kul-tours.de/muenster-hindenburg.htm


Streit um den Hindenburgplatz in Münster: einseitige Berichterstattung der Regionalzeitungen

Am 16. September 2012 entscheiden die Bürger von Münster über die Frage, ob der Name Hindenburgplatz erhalten bleibt oder zukünftig „Schlossplatz“ heißen soll, wie vom Rat der Stadt beschlossen.

Seit Jahrzehnten ergaben Umfragen zu diesem Thema stets eine klare Mehrheit (meist Zwei-Drittel) zugunsten des Hindenburgplatzes, der in der Weimarer Republik nach dem damaligen, beim Volk sehr beliebten Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847 – 1934) genannt wurde.

Die beiden Regionalzeitungen der westfälischen Metropole  –  nämlich die ohnehin linksgerichtete „Münstersche Zeitung“, aber auch die sich eher bürgerlich präsentierenden „Westfälischen Nachrichten“  –  agi(ti)eren mit ihrer einseitigen Berichterstattung gegen den Hindenburplatz und schieben eifrig Reklame für dessen  Umbenennung in „Schlossplatz“.

Der folgende Artikel beleuchtet dies näher:

„Mit allen Mitteln wird zur Zeit von Seiten des Oberbürgermeisters Markus Lewe und seiner Auftrags-Gutachter von der Uni Münster versucht, einen erfolgreichen Bürgerentscheid für die Beibehaltung des Namens „Hindenburgplatz“ zu verhindern. Unter enormem Material- und Kostenaufwand wird gegenwärtig die gesamte Stadt mit den gelben Schlossplatz-Plakaten zugepflastert.

Auch die Zeitung „Westfälische Nachrichten“ hat sich inzwischen weit von einer neutralen Berichterstattung entfernt und lässt fast nur noch solche Stimmen zu Wort kommen, die den Namen „Schlossplatz“ favorisieren oder die Hindenburgplatz-Befürworter in die „rechte Ecke“ rücken – ein Skandal innerhalb der Presselandschaft eines demokratischen Staates.

Zudem veröffentlicht die Zeitung inzwischen fast nur noch Leserbriefe, die sich für den Schlossplatz aussprechen. Die zahlreichen Historiker, welche eine Umbenennung des Hindenburgplatzes strikt ablehnen, kommen in der Berichterstattung praktisch nicht mehr vor.

Nicht auszuschließen ist, dass die Zeitung damit auch zu einer Radikalisierung der Schlossplatz-Befürworter beiträgt. Am 22.8.2012 kam es in Münster-Ost zu einer Morddrohung gegen einen umbenennungskritischen CDU-Politiker – vermutlich durch einen Linksextremisten.

Eine Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Ost am darauffolgenden Tag musste wegen der Morddrohung in Anwesenheit von Beamten des Staatsschutzes stattfinden. Die Münsteraner Zeitungen berichteten – bezeichnenderweise – nur am Rande über diese unglaublichen, kriminellen Vorgänge.

Bekannt ist, dass die Schlossplatz-Befürworter an der Uni Münster direkt mit linksradikalen Organisationen zusammenarbeiten. Mehr zu diesem Thema hier. 

Quelle und Fortsetzung dieses Artikels bei Kul-Tours:

http://www.kul-tours.de/hindenburgplatz-muenster-westfaelische-nachrichten.htm

Plakat der Bürgeraktion pro Hindenburgplatz:


Klarstellungen von Dr. Heinz Althaus zu Reichspräsident Paul von Hindenburg

Am 17. Juli 2012 veröffentlichten die Westfälischen Nachrichten (WN) einen ganzseitigen Artikel von Prof. Dr. Wilhem Ribhegge unter dem Titel „Was hat Münster mit Hindenburg zu tun?“.

Der Text befaßte sich äußerst kritisch mit Paul von Hindenburg, dem vom Volk gewählten Reichspräsidenten der Weimarer Republik.

Der Hintergrund des Beitrags war die seit Anfang des Jahres in Münster öffentlich laufende Debatte über den Hindenburgplatz in Münster und dessen Umbenennung in „Schlossplatz“.

Ein Bürgerbegehren sammelte  äußerst erfolgreich Unterschriften pro Hindenburgplatz, so daß es Mitte September in Münster zu einer kommunalen Abstimmung (Bürgerentscheid) über diese Streitfrage kommen wird.

Am heutigen Mittwoch erschien in den Westf. Nachrichten ein sehr sachkundiger Leserbrief von Dr. Heinz Althaus zu den Ausführungen von Dr. Ribhegge. (Das Foto zeigt Dr. Althaus mit zwei Freunden.)

Die WN haben die fundierten Ausführungen  von Dr. Althaus gekürzt  – wir veröffentlichen hiermit den vollständigen Text:

 Zu dem ganzseitigen Artikel von Ribhegge ist einiges Kritische zu sagen:

  1. Hindenburg hat eine Form charismatischer Herrschaft ausgeübt. Von einer „Militärdiktatur“ kann keine Rede sein.
  2. Hindenburg war auch kein „Nationalist“ im üblichen Sinne des Wortes, sondern er verkörperte in seiner Person die Einheit der deutschen Nation über alle gesellschaftlichen Grenzen (z.B. Konfession) hinweg, was bei den Feiern zu seinem 70. Geburtstag 1927 in ganz Deutschland zum Ausdruck kam. Allein im katholischen München versammelten sich 100 000 Bürger in einer künstlerisch gestalteten Feier.
  3. Es ist sinnlos, darauf hinzuweisen, daß der protestantische Hindenburg 1925 bei der Reichspräsidentenwahl im katholischen Münster und Münsterland nicht so viele Stimmen bekam wie der katholische Wilhelm Marx. Hier spielten offensichtlich konfessionelle Gesichtspunkte die entscheidende Rolle. Daß aber Hindenburg, der 1925 erst im zweiten Wahlgang antrat, Marx besiegen konnte, lag nicht zuletzt an der Unterstützung durch die Bayerische Volkspartei und anderer katholischen Gruppen.
  4. Daß unter Oberbürgermeister Sperlich nur der Magistrat mit der Namensgebung für den Hindenburgplatz befaßt war, ändert nichts daran, daß sie auf überwältigende Zustimmung in der Bürgerschaft stieß. So etwas ist allemal besser, als ein mehrheitlicher Ratsbeschluß, der ganz bewußt gegen den Willen  der Bürgerschaft gerichtet ist, wie es jetzt mit der Umbenennung in Schlossplatz geschehen ist. In diesem Zusammenhang wirkt es schon denunziatorisch, darauf hinzuweisen, daß Sperlich später ins rechte Lager abgerutscht ist. Will Ribhegge diejenigen, die heute für den Namen Hindenburgplatz eintreten, als „Rechte“ denunzieren?
  5. Die Alliierten haben im Versailler Friedensvertrag, der Deutschland aufgezwungen wurde, Deutschland die Alleinschuld am Krieg gegeben. Das hat damals in ganz Deutschland – nicht nur bei Hindenburg – für Empörung gesorgt. Auch aus heutiger Sicht läßt sich diese einseitige Schuldzuweisung nicht rechtfertigen.
  6. Völlig absurd ist die Behauptung, Hindenburg fungierte am 21. März 1933 als Symbolfigur für den Untergang der Weimarer Republik. Die Weimarer Republik ging zugrunde an der Kompromißlosigkeit der bürgerlichen Parteien. Allein bis 1933 gab es 20 Regierungen. Und als die allein von dem Vertrauen des Reichspräsidenten getragenen Reichskanzler Brüning, von Papen und von Schleicher scheiterten, blieb Hindenburg nichts anderes übrig, als seinen politischen Gegner Hitler zum Reichskanzler zu ernennen.
  7. Ebenso absurd ist es zu behaupten, der Name Hindenburg stehe heute „für Krieg und Nationalismus, gegen Europa und gegen die parlamentarische Demokratie“. Den Ersten Weltkrieg kann man nicht Hindenburg anlasten, der Nationalismus war in ganz Europa verbreitet, bes. in Frankreich. Von „Europa“ war damals keiner begeistert. Immerhin hat Hindenburg, der ja wie jeder Soldat den Eid auf den Kaiser abgelegt hatte, immerhin rechtzeitig für die Abdankung des Kaisers und für den wichtigen Übergang zur Republik gesorgt, was damals alle führenden Politiker der neuen Republik anerkannt haben. Und wegen seiner streng verfassungsmäßigen Amtsführung hat ihn sogar die SPD zur erneuten Kandidatur 1932 aufgefordert.

Herr Ribhegge sollte einmal die wegweisende Hindenburgbiographie (2007) von Wolfram Pyta lesen. Dann würden ihm so gravierende Fehler nicht unterlaufen.“

Dr. Heinz Althaus,  48161 Münster, Isolde-Kurz-Str.8


Hindenburgplatz: Rat der Stadt Münster entschied mit 82% gegen das Bürgerbegehren

Folge des heutigen Beschlusses: es kommt am 16. September zum Bürgerentscheid

Am heutigen Mittwochabend hat sich der Stadtrat der westfälischen Metropole mit großer Mehrheit gegen das von über 15.000 Münsteranern gültig unterzeichnete Bürgerbegehren entschieden, das für die Beibehaltung des Namens Hindenburgplatz eintritt und seine Umbenennung in Schlossplatz ablehnt.

Das genaue Abstimmungsergebnis lautet: 62 Ratsmitglieder gegen, 14 pro Bürgerbegehren.

Die 14 Pro-Stimmen kamen  alle aus dem Lager der CDU-Ratsfraktion; diese besteht aus 33 Mitgliedern. Die Christdemokraten sind also in dieser Frage nach wie vor gespalten; ihr  Bundestagsabgeordneter Ruprecht Polenz hat sich sogar der Gegenbewegung „Schlossplatz bleibt!“ angeschlossen; er fällt freilich auch bei manch anderen Themen durch linke Ansichten auf (siehe etwa sein Ja zur Aufnahme der Türkei in der EU).

Weil sich der Stadtrat heute weigerte, dem erfolgreichen Bürgerbegehren pro Hindenburgplatz zuzustimmen, ist nun  –  laut kommunaler Ordnung  –  ein kostspieliger Bürgerentscheid unausweichlich, wobei dann alle wahlberechtigten Münsteraner darüber abstimmen können, ob der größte Platz der Stadt weiterhin  –  wie seit 85 Jahren    –  Hindenburgplatz heißen soll  –  oder eben Schlossplatz, wie  es der Rat der Stadt bereits im März und nochmal am heutigen Abend beschlossen hat.

Die SPD-Ratsfraktion hatte bereits vor vier Jahren eine Umbenennung des Hindenburgplatzes gefordert. Die CDU widersprach diesem Ansinnen stets, bis der  –  im Vorjahr gewählte   –  Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) sich dem SPD-Vorhaben überraschend anschloß  –  und dies, obwohl der CDU-Kreisvorstand ebenso eindeutig pro Hindenburgplatz votierte wie eine schriftliche Mitgliederbefragung der CDU, wobei sich 90% für die Beibehaltung des bisherigen Namens Hindenburgplatz entschieden.

Vor allem die CDU-Jugend, die Junge Union Münster, plädierte entschieden pro Hindenburgplatz.

Dennoch hat OB Markus Lewe seine für Christdemokraten ungewöhnliche Position durchgezogen und die CDU-Ratsfraktion hierbei weitgehend hinter sich gebracht, so daß der Name Hindenburgplatz am 21. März 2012 per Ratsbeschluß abgeschafft wurde.

Im vollbesetzten Festsaal des historischen Rathauses von Münster gab es heute Abend eine erneute Sitzung hierzu.

Zahlreiche Journalisten und Zuschauer waren erschienen, auch Fernsehkameras agierten während der Sitzung. Schon vorher wurde einer der drei Sprecher des Bürgerbegehrens, Rechtsanwalt Stefan Leschniok aus Münster-Hiltrup, von Fernsehleuten interviewt.

Oberbürgermeister Markus Lewe berichtete sodann, daß am 22. Juni 2012 ein Bürgerbegehren pro Hindenburgplatz mit 16.756 Unterschriften eingereicht wurde. (Lediglich 9.499 Stimmen wären für ein erfolgreiches Bürgerbegehren erforderlich gewesen.)

Münsters OB bedankte sich bei den Mitarbeitern der Stadt, die in Wochenendarbeit die Unterschriften gezählt und ihre Gültigkeit überprüft hätten.

15.123 gültige Unterschriften pro Hindenburgplatz

Dabei habe sich ein Resultat von 15.123 gültigen Unterzeichnern ergeben. (Ungültige Unterschriften hingen mit unvollständiger Adresse bzw. unleserlicher Schrift zusammen oder damit, daß der Unterzeichner seinen Wohnsitz nicht in Münster hat.)

Sodann stellte Lewe fest, daß die formale Zulässigkeit des Bürgerbegehrens pro Hindenburgplatz wohl unstrittig sei. Dem wurde in einer Abstimmung von allen Ratsmitgliedern zugestimmt.

OB Lewe erteilte Stefan Leschniok das Wort, damit er den Antrag des Bürgerbegehrens zur Beibehaltung des Namens Hindenburgplatz begründen konnte.

CDU-Mitglied Leschniok äußerte zunächst seine Erwartung, daß der Stadtrat eine derart deutliche Willensbekundung aus der Münsterschen Bürgerschaft mit Respekt behandle.

Leschniok erinnerte daran, daß die Stadtregierung bei weniger erfolgreichen Bürgerbegehren vorherige Ratsbeschlüsse geändert habe, etwa hinsichtlich der Privatisierung der Stadtwerke.

Außerdem erwähnte der Sprecher der Bürgerinitiative, daß sich bei Umfragen konstant ein Ja zum Namen Hindenburgplatz herauskristallisiert habe, was durch den Erfolg des Bürgerbegehrens bestätigt worden sei.  „Ich vertrete die Meinung vieler Bürger dieser Stadt“, sagte er und hielt dem Stadtrat vor, den Bürgerwillen „nicht hinreichend berücksichtigt“ zu haben.

Die amtlich geführte Debatte vor der Ratsentscheidung im März sei zudem unfair verlaufen: „Eine Bürgerbeteiligung darf nicht so aussehen, dass auf dem Podium nur die Befürworter einer Umbenennung sitzen“,  bemängelte Leschniok.

Zudem sei es falsch, zu behaupten, die Bürgerinitiative setze sich für eine „Rückumbenennung“ des Platzes ein  –  man fordere lediglich die „Beibehaltung“ des Namens Hindenburgplatz, wie er seit 85 Jahren bestehe.

Kritisch wies Leschniok darauf hin, daß die amtliche Bürgerbefragung zum Hindenburgplatz merkwürdige Fragestellungen enthalten habe. Überdies kritisierte er, daß man seitens der Stadtverwaltung durch den Austausch der Straßenschilder bereits „vollendete Tatsachen“ habe schaffen wollen.

Auch an sperrige Phasen der Geschichte erinnern

Grundsätzlich gehöre es zu einem vernünftigen Geschichtsbewußtsein, auch an sperrige Phasen der eigenen Historie zu erinnern, „nicht nur an das, was einem gefällt“,  zumal man  – falls nötig  – informative Hinweistexte an  Straßenschilder hätte anbringen können, wie in Münster vielfach geschehen. Auch deshalb sei eine Umbenennung des Hindenburgplatzes nicht nachvollziehbar.

Zudem erinnerte der Jurist daran, daß Paul von Hindenburg bei der Reichspräsidentenwahl vom April 1932 gegen Adolf Hitler einen eindeutigen Sieg erreicht habe und somit eine Machtübernahme Hitlers  zunächst vereitelt wurde. Auch die SPD habe damals zur Wahl Hindenburgs aufgerufen, um dadurch Hitler als Reichspräsidenten zu verhindern.

Der Rat solle also heute dem Antrag auf Beibehaltung des Namens Hindenburgplatz zustimmen, so daß sich zugleich ein kostspieliger Bürgerentscheid erübrige, erklärte der Münsteraner Anwalt.

Die Ansprache Leschnioks fand starken Beifall bei Ratsmitgliedern der CDU und in den Zuschauerrängen.

Danach meldete sich ein Vertreter der Linksfraktion zu Wort und erklärte, die Debatte um den Hindenburgplatz sei überflüssig, da es ohnehin nicht infrage käme, einen Platz nach einem solch „undemokratischen Mann“ zu benennen. Auch die Piratenpartei wandte sich gegen das Bürgerbegehren.

Ähnlich äußerte sich eine Vertreterin der Grünen, wobei sie Hindenburg als „aktiven Unterstützer Hitlers“ diffamierte, was eine ideologiefreie Geschichtsforschung anders beurteilt.

Außerdem kritisiert die grüne Ratsdame eine angebliche „Intellektuellenfeindlichkeit“ bei Anhängern des Bürgerbegehrens; ihre Begründung: Man habe „Historiker beschimpft“, die sich gegen den Namen Hindenburgplatz aussprachen.

Was sie freilich unerwähnt ließ: Daß sich über ein dutzend Geschichts- und Politikwissenschaftler öffentlich in einem gemeinsamen Schreiben pro Hindenburgplatz äußerten, von einer „Intellektuellenfeindlichkeit“ der „Bürgerbegehrer“ also  insofern keine Rede sein kann.

Gleichwohl gab die grüne Ratsdame ihrer Überraschung Ausdruck, daß so viele junge, zumal zwanzig- bis dreißigjährige Münsteraner das Bürgerbegehren unterzeichnet hätten. Dies könne auch am Einsatz der JUNGEN UNION pro Hindenburgplatz liegen, womit die JU ihre „eigene Mutterpartei provoziert“ habe. 

Die grüne Ratsfrau wurde danach von einem grünen Kollegen unterstützt, der behauptete, Hindenburg habe die 1934er „Röhmputsch“-Morde nicht nur gedeckt, sondern aktiv unterstützt.

(Diese Anschuldigung ist jedoch unzutreffend: Der damals bereits schwerkranke Paul von Hindenburg hatte Vizekanzler Franz von Papen noch für den Tag der mörderischen „Nacht der langen Messer“ (30. Juni 1934) einen Besuchstermin gegeben. Am 17. Juni 1934 hatte der frühere Reichskanzler und damalige Vizekanzler Franz von Papen seine berümte „Marburger Rede“ gehalten, in der er deutlich  mit Hitler abrechnete und die Abschaffung der NSDAP forderte.  Papens Redenschreiber Edgar J. Jung wurde beim sog. „Röhmputsch“ von NS-Schergen ermordet, ebenso sein Mitarbeiter Herbert von Bose. Vizekanzler von Papen selbst überlebte nur deshalb, weil Hitler es nicht wagte, den bei Reichspräsident Hindenburg beliebten Politiker umbringen zu lassen.)

Als Chefin der FDP-Ratsfraktion ergriff Carola Möllemann-Appelhoff  (Witwe des einstigen FDP-Chef Jürgen Möllemann) das Wort; sie berichtete, daß die Liberalen das Pro und Contra dieses Themas sehr sorgfältig erwogen und debattiert hätten.

Allerdings wolle sie sich nicht mit „Ewig-Gestrigen“ befassen.  Immerhin  habe Hindenburg „die Weimarer Republik zerstört“, wie sie behauptete. Also erwarte sie von der Bürgerschaft Münsters, daß die vorbildliche Haltung des Stadtrats erkannt und gewürdigt werde.

Rabiate Töne von der SPD:  „Aus der Stadt der Weltoffenheit darf kein Provinznest werden“.

Schärfer in der Form äußerte sich SPD-Ratsherr Dr. Michael Jung, der die Meinung vertrat, der Name Hindenburg stehe für Krieg und Hitlerdiktatur. Auch er kritisierte, daß die JUNGE UNION dem CDU-Oberbürgermeister „in den Rücken gefallen“ sei; dies offenbare die „politische Schwäche der CDU“, die ein „jämmerliches Bild“ biete und sei so „blamabel“, daß sie sich daran noch lange erinnern werde.  Allein CDU-OB Lewe Lewe habe „Rückgrat bewiesen“, weil er gegen den Widerstand der eigenen Partei die Umbenennung durchgesetzt habe.

Abschließend erklärte der Münstersche SPD-Chef: „Aus der Stadt der Weltoffenheit darf kein Provinznest werden“.

Stefan Weber, Kreisvorsitzender der CDU Münster, erkärte, die SPD mache es sich „viel zu einfach“. Man dürfe nicht alle Hindenburgplatz-Befürworter in die rechte Ecke schieben.  Das Thema sei ohnehin keine parteipolitische Angelegenheit  – und die CDU verfüge als Volkspartei zudem über eine „große Spannbreite“ von Meinungen.

Weber schlängelte sich durch die verschiedenen Positionen, wobei sein Stand(punkt) parteistrategisch gewiß nicht einfach war, der rhetorische Eiertanz daher wenig überraschend.

Er erläuterte, daß die CDU Münster zunächst und grundsätzlich gegen die Abschaffung des Namens Hindenburgplatz  gewesen sei; daß man aber den anderslautenden Ratsbeschluß vom 21. März dieses Jahres akzeptiert habe. Das Volksbegehren sei allerdings ernst zu nehmen. Aus seiner Sicht möge nun jedes CDU-Ratsmitglied über diese „umstrittene Frage“  nach eigener Überzeugung abstimmen.

Anschließend meldete sich der Sitzungsleiter, CDU-Oberbürgermeister Lewe, selbst zu Wort und hielt eine kurze Ansprache.  Er beklagte, daß eine eventuelle „Rückbenennung“ in Hindenburgplatz dem Ansehen der Stadt Münster schaden werde. Münster sei eine „Friedensstadt“ und werde an diesem Anspruch gemessen.

„Ich habe in meinem Amtseid versprochen, Gefahren von dieser Stadt abzuwenden und jetzt sehe ich diese Gefahren für den guten Ruf dieser Stadt“, erklärte der CDU-OB.

Er werde sich in seiner Haltung durch „entwürdigende und respektlose Beiträge nicht entmutigen lassen“, sagte Lewe abschließend  –  und erhielt Beifall von der linken Opposition, von der eigenen Partei kam eher spärlicher Applaus. 

Die Ratsmitglieder entschieden sich sodann mehrheitlich gegen das Bürgerbegehren pro Hindenburgplatz, folgten also nicht dem insoweit erkennbaren Bürgerwillen, sondern CDU-OB Lewe und dem schon  im Jahre 2008 vorgetragenen Verlangen der SPD.

Folglich kommt es nach der Kommunalordnung unweigerlich zu einem Bürgerentscheid, der ca.  285.000 Euro aus der Stadtkasse verschlingen wird. Die Unterschriftensammlung der „Bürger-Initiative pro Hindenburgplatz“ hingegen kostet den Steuerzahler keinen Cent, da alle Kosten von den dortigen Aktiven selbst getragen werden.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster