Keine Weinköniginnen mehr? – Gender ist in der argentinischen Provinz angekommen

Wie der Nachrichtenblog Amerika-21 berichtet. gibt es in Argentinien derzeit Debatten über Geschlechter-„Stereotype“, die durch Wahlen zur Weinkönigin angeblich zementiert werden:

So habe sich der Gemeinderat im argentinischen Departamento Guaymallén vorige Woche gegen die traditionelle Weinköniginnenwahl gestellt.

Ausgerechnet die eher konservativen Bürgerunion UCR habe den Gesetzesvorschlag eingebracht. Dies sei eine Antwort „auf den Paradigmenwechsel, der unsere Gesellschaft durchzieht „, weshalb es notwendig sei, das Fest den „neuen Gegebenheiten anzupassen“.

Weiter heißt es: „Guaymallén gehörte zu den 18 Departamentos der Provinz Mendoza, die seit 1936 jedes Jahr junge Frauen für die Wahlen zur Weinkönigin aufstellen.“

Die amtierende Weinkönigin Daniela Vanin verteidigt laut Bericht die Wahl – und es handle sich nicht nur um einen Schönheitswettbewerb, wenn auch andere Qualitäten der Frauen hervorgehoben würden.

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ISRAEL: Miss-Wahl der anderen Art: „Hurra, wir leben noch…“

Für Deutschland mag der Donnerstagabend vor allem das EM-Aus bedeutet haben, in Haifa fand dagegen ein anderer Wettbewerb statt:

Umringt von ihren Kindern und Enkeln stellten sich 14 meist hochbetagte Damen einer Miss-Wahl. Gekrönt werden sollte die schönste Überlebende des Holocaust.


Hava Hershkovitz (Foto: AFP)

„Wir haben überlebt, wir haben Familien gegründet  –  und wir sehen sogar recht gut aus – trotz der vielen Jahre. Unter dem Strich ist das unsere Art der Vergeltung“, erläuterte die Siegerin des Wettbewerbs, Hava Hershkovitz, 79 Jahre , ihre Motive für die Teilnahme.

Darüber hinaus wolle sie in der Öffentlichkeit Bewußtsein für die Thematik der Holocaust-Überlebenden in Israel wecken. „Hier geht es nicht in erster Linie um Schönheit“, fügte sie hinzu.

Auch für andere Teilnehmerinnen stand nicht primär der Wettbewerb im Vordergrund: „Ich würde allen anderen auch den Sieg gönnen“, erklärte Genia Shvartzbart, mit 89 Jahren die älteste Teilnehmerin.

Veranstalter des Wettbewerbs war die Organisation „Yad Ezer le-Chaver“, die sich um Bedürfnisse von Holocaust-Überlebenden kümmert.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin